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Kanton GR, Bezirke Engiadina Bassa, Imboden, Prätigau-Davos - Fundorte von Mineralien in der Schweiz

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Kanton GR, Bezirke Engiadina Bassa, Imboden, Prätigau-Davos

Fundorte > Graubünden
Vorkommen im Kanton Graubünden, Bezirke Engiadina Bassa, Imboden, Prätigau-Davos
Gebiet:
001_GR / Ofenpass (dt.), Pass dal Fuorn (rätorom.), Alp Buffalora, Minieras da Fiern, Munt Chavagl, Il Fuorn
Region: Bezirk Engiadina Bassa/Val Müstair / Gemeinde Val Müstair
Beschreibung:
In dieser Gegend finden sich viele frühgeschichtliche Abraumhalden und Eisenerzpingen (bereits ab 750 n.Chr.). Das hauptsächliche Erz bestand aus Brauneisenstein (Limonit: vorwiegend Goethit), Roteisenstein (dichter Hämatit) und Pyrit (das Primärerz). Eine solche Abraumhalde (Minieras da Fiern) südwestlich der Alp Buffalora zu finden. Siehe auch Val Tisch.
Koordinaten, ca.:
2'815’281 / 1’1168’633
Literatur:
- Kutzer, H.W.; Urner Mineralienfreund; 1995; Heft 1; Seite 18-21
Mineralien:
- Brauneisenstein:
- Goethit:
- Hämatit:
- Pyrit:
Gebiet:
002_GR / Ofenpass, Alp Buffalora, Munt Buffalora, Monte Buffalora, Val Ftur, Ova Spin, Roter Stein;(Erzabbau)
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Val Müstair
Beschreibung:
Zwischen 1332 und 1500 ist das ausgiebigste Eisenerzlager des Gebiets am Munt Buffalora auf 2400 - 2500 m Höhe abgebaut worden.
Koordinaten Eisengruben Buffalora: 2'815’010 / 1'168'420.

Besonders auffällig ist eine Kette von neun grossen Abraumhalden, die sich in einer geschwungenen Linie den oberen Teil des Osthanges des Munt Buffalora hinaufzieht. Hier wurde im Stollenbau Limonit-Eisenerz abgebaut, das nur in zentimeterdicken Adern unregelmässig dem Gestein eingelagert ist. Leider kann kein Stollen mehr begangen werden, alle Eingänge sind eingestürzt. Das Ausmass der Abraumhalden, durchschnittlich etwa 1500 m3 pro Stollen, lässt aber auf ein Stollensystem von annähernd 9 km Länge schliessen. Die Eisenerzförderung in diesen Stollen muss für die damalige Zeit ausserordentlich lohnend gewesen sein, denn neben der produktiven Stollenkette ist der Osthang des Munt Buffalora in regelmässigen Abständen von 80 weiteren Schürfstellen übersät, bei denen es, wie das Haldenmaterial beweist, nie zu einer Erzförderung kam. Dass es sich dabei nicht nur um oberflächliches Schürfmaterial handelte, beweisen die drei noch begehbaren Stollen. Einen besonders aufschlussreichen Einblick in die Bergbautechnik des 15. Jh. vermittelt das Stollensystem, dessen Eingang unbeachtet wenige Meter über dem vielbegangenen Wanderweg Jufplaun-Munt la Schera liegt. Der 0,8 m breite und bis zu 2,5 m hohe Stollen führt 52 m tief in den Berg. Zuhinterst fällt er durch einen engen 10 m tiefen Schacht senkrecht in einen weiteren 130 m langen, wasserführenden Stollen ab, dessen Eingang verschüttet ist. Die Wände zeugen, mit welch grosser Mühe im 15. Jahrhundert die Stollen ohne den bequemen Sprengstoff vorgetrieben wurden. Alles Gestein musste losgemeisselt werden.
Das Bergwerk am Munt Buffalora: Nur wenigen fallen am Munt Buffalora die typischen Schuttanhäufungen und Mulden beidseits des Weges im Raum Fop da Buffalora auf. Vom Fussweg Marangun (P. 2194) - Alp la Schera aus, auf etwa 2280 m, ziehen sich kleinere und grössere Halden in drei Reihen hangaufwärts. Im oberen Teil des Abhanges ist noch deutlich die Spur eines alten Saum- oder Fahrweges zu erkennen, der sich, von Marangun herkommend, in einer Kehre auf die höher gelegene Verflachung hinaufzieht. Wo er sich oben verliert, beginnt die Zone der produktiven Gruben mit Halden von beträchtlicher Grösse. In einer geschwungenen Linie und fast ohne Unterbruch zieht sich die Kette dieser hellbraunen, rostgefärbten und annähernd vegetationslosen Haufen weiter bis auf das Plateau auf 2500 m, NNW vom Gipfel des Munt Buffalora. Die ältesten Grubenbauten dürften im obersten Teil des Abbaugebietes zu suchen sein. Vermutlich hat auf dem Plateau 2550 m der Ausbiss der Lagerstätte am "Roten Stein" die Aufmerksamkeit der ersten Entdecker auf sich gelenkt. In der Folge wurde die Erzader durch die nächsten Stollen in der Tiefe angefahren. Die vier noch zugänglichen Stollen umfassen eine Ganglänge von 22 bis zu über 150 m.
Die Abbaugruppe Val Ftur liegt auf 2400 m resp. 2480 m Höhe.
Die Abbaugruppe Ova Spin befindet sich auf 2400-2480 m Höhe am Piz Laschadura über dem waldreichen Plan Verd.
Neben den einzelnen Schürfstellen von Murteras da Grimmels und den sehr zahlreichen am Munt Buffalora gibt es auch Spuren von solchen in der Val dal Botsch.
Eine weitere Erzabbaustelle befindet sich in Valbella / Val Mora.
Die Gebirgskette, die Val Müstair und Val Mora trennt, wird zwischen Piz Dora und Piz Turettas durch ein kleines, grünes Hochtälchen unterbrochen, Valbella. "Döss dals Cnaps", Rücken der Knappen heisst heute noch der Hang östlich der Mündungsstufe der Alp Sprella. Übereinander liegen hier vier Gruben. Das Haldenmaterial der Stollenbauten führt bei allen Gruben Eisenerz, bei den beiden unteren auch Kupfererz. Die Eisenerze vom Munt Buffalora sind entsprechend der langen Abbaustrecke nicht einheitlich. Es handelt sich aber durchwegs um Brekzienerze. Auf dem Plateau 2500 m, zeigt der Schutt nur den "Roten Stein", den Übergang von einer schweren, fast zinnoberroten Erzbrekzie, bis zu braunviolettem Brekzienerz. Im Muschelkalk-Wetterstein-Grenzbereich liegt eine Halde, die neben den reinen Eisenerzstufen auch stark kupferhaltige Erzstückchen enthält. (Malachit und Azurit). Die Haldenstücke von "Val Ftur" und "Ova Spin" zeigen übereinstimmenden Charakter der Vererzung. Das Material ist ein schweres, dichtes, grau- bis rotschwarzes Erz, das vorwiegend hämatitisch sein dürfte.
Die Erzvorkommen: Drei Typen von solchen sind zu unterscheiden.
1. Vorkommen Murteras da Grimmels/Val Ftur - Ova Spin - Val dal Botsch. Alle sind tektonisch bedingt und liegen im Bereich von Überschiebungsflächen. Die Erze sind brekziös.
2. Vorkommen Valbella. Dieses Vorkommen ist an den Muschelkalk gebunden und dürfte, entsprechend der karbonatischen Vorstufe des Typ II in S-charl, eine linsenförmige Einlagerung in denselben darstellen. Das Vorkommen ist unabhängig von tektonischen Flächen, wohl aber tektonisch beansprucht. Hier tritt auch Kupfererz auf.
3. Vorkommen Munt Buffalora. Das Vorkommen entspricht insofern Typ 2, als wohl der Muschelkalk zunächst Träger der Vererzung war. Entlang des Munt-Buffalora-Bruchs griff die Vererzung dann vermutlich anlässlich weiterer orogener Bewegungen auf den benachbarten Wetterstein und den obern Buntsandstein über. Es sind ebenfalls Brekzienerze mit geringem Kupfergehalt. Gröbner: Das ausgiebigste Eisenerzlager des Gebiets am Munt Buffalora ist auf 2400 - 2500 m Höhe abgebaut worden. An der Ostseite des Berges, nahe des Weges zum Munt la Schera sind mehrere Stolleneingänge vorhanden, die in den letzten Jahren für Stollenführungen wiederhergestellt wurden. Die stärkste Erzanreicherung ist oberflächlich am «Roten Stein» anzutreffen.
Koordinaten, ca.:
2'815’300 / 1'169’000
Literatur:
- Cuchet, Stéphane & Brugger, Joël; Schweizer Strahler; 2016; Heft 4; Seite 20 - 27; Eine einzigartige chemische Zonierung im Zinkolivenit von Gosan, Val d'Anniviers
- Gröbner, Joachim; Bergknappe; 2014/1; Heft 124; Seite 18 - 23; Die Mineralien des Bergbaus an der Buffalora und ein Barytfund am Piz Daint am Ofenpass, Engadin
- Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1989/1; Heft 47; Seite 2 - 6; Der historische Bergbau am Ofenpass-Valdera
- Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1989/2; Heft 48; Seite 2 - 4; Der historische Bergbau am Ofenpass-Valdera, Zur Geologie des Nationalparks
- Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1989/3; Heft 49; Seite 2 - 11; Der historische Bergbau am Ofenpass-Valdera
- Rüdlinger, Gottfried; Schweizer Strahler; 1983; Seite 244-249; Blei und Zink am Munt Buffalora (Ofenpass)
- Schweizer, W.; Bergknappe; 1988/4; Heft 46; Seite 8-10; Der historische Bergbau am Ofenpass-Valdera, Auf den Spuren alter Bergwerke im südöstlichen Graubünden
- Stäbler, Hans; Bergknappe; 1978/3/4; Heft 7; Seite 7 - 12; Bergbau am Ofenpass
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 433
Mineralien:
- Adamit: (Adamin). Ist gemäss Cuchet / Brugger beim Munt Buffaloro gefunden worden
- Aragonit: in Form von Krusten aus farblosen Nadeln mit Azurit und kugeligem Malachit. Auch trübe Sinterungen und blumenkohlartige Aufwachsungen von Aragonit auf Hemimorphit.
- Azurit: Spuren. Als blaues Gemenge in Rissen des dolomitischen Nebengesteins. Als Umwandlungsprodukt des Fahlerzes findet sich Azurit in Partien bis Walnussgrösse. Seltener sind Kristalle bis 1 mm Grösse.
- Calcit: in der Paragenese mit Olivenit fanden sich winzige weisse Kriställchen auf Azurit.
- Cerussit: Vierlinge. Undeutlich ausgebildete farblose Kristalle.
- Galenit:
- Goethit: ist sehr verbreitet auf den Halden. Ihm galt auch das Hauptinteresse der Bergbautätigkeit. Er erscheint vor allem in Form der Variante Brauneisenstein, einer feinkörnigen weichen Substanz mit unterschiedlichem Hydroxidgehalt. Bisweilen bildet er braune Glasköpfe. Schwarze kugelige Aggregate und Krusten enthalten geringe Mangananteile.
- Hemimorphit: klein, schön, farblos, büschelig, kugelig, aggregiert, selten einzeln, ganze Hohlräume auskleidend (Rüdlinger, 1983). Das häufigste Sekundärmineral auf den Halden ist, neben Brauneisen, Hemimorphit. Es erscheint in klaren Kristallen, die Rasen von mehreren Zentimeter Fläche bilden. Einzelkristalle bis 3 mm, häufig kugelige Aggregate, meistens klar transparent aber auch trüb und weiss, selten schwach bläulich gefärbt, teils von braunschwarzen Fe/Mn-Oxiden überkrustet. Büschelige bis kugelige Aggregate von farblosen Hemimorphitkristallen können ganze Hohlräume ausfüllen.
- Hydrozinkit: in Form weisser Sphärolithe auf braunem Nebengestein nachgewiesen. Schwach bläuliche Fluoreszenz im KW- UV-Licht.
- Limonit:
- Malachit:
Spuren. Als Begleiter des Azurits. Selten in grünen kugeligen Aggregaten in Rissen des Dolomits.
- Olivenit: als olivgrüne undeutliche Kristallrasen auf Azurit.
- Tennantit: als Fahlerz.
- Wulfenit: wachsgelb, braun, sehr schön ausgebildet, bis 3 mm, hauchdünn, tafelig, 4-eckig, 8-eckig (Rüdlinger, 1983).
- Zinkolivenit: ist gemäss Cuchet / Brugger beim Munt Buffaloro gefunden worden
Gebiet:
003_GR / Ofenpass, Piz Daint (Grat)
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Val Müstair,
Beschreibung:
In Barytgängen auf dem Grat des Piz Daint. Die Koordinaten zeigen auf den Gipfel.
Koordinaten, ca.:
2'818’430 / 1'167’020
Literatur:
- Gröbner, Joachim; Bergknappe; 2014/1; Heft 124; Seite 18 - 23; Die Mineralien des Bergbaus an der Buffalora und ein Barytfund am Piz Daint am Ofenpass, Engadin
Mineralien:
- Baryt: einige Zentimeter dicke, grobkristalline Gängchen, die über mehrere Meter zu verfolgen sind. In offenen Spalten dieser Gänge bildet der Baryt Rasen aus trüb weissen, tafeligen Kristallen bis zu etwa 1 cm Kantenlänge. In porösen Bereichen im Kontakt zu diesen Gängen finden sich klare Baryttafeln einfacher Flächenform von einigen mm Grösse.
Gebiet:
004_GR / Samnaun, Piz Mundin, Ruina Cotschna
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Samnaun
Beschreibung:
Östlich von Samnaun. Die beschriebenen Mineralien sind in den Albitgängen im 'Grüngestein' des basalen grauen Schiefers der Penninischen Decke zu finden. Die Fundstelle liegt in der Nähe von drei ehemaligen Kupferminen, resp. Probeschürfen, auf fast 2500 Meter Höhe.
Koordinaten, ca.:
2'827’820 / 1'202’860
Literatur:
- Lareida, S.; Schweizer Strahler; 1985; Seite 192-197; Axinitfund im Samnaun
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 163,377
Mineralien:
- Aktinolith:
- Albit: wasserklar, bis 1.5 cm.
- Calcit: kugelförmig auf dem Albit, braunoliv verursacht durch feinste, dunkelgrüne Hornblendenadeln.
- Chalkopyrit:
- Epidot: aussergewöhnlich rein, schön hellgrün, bis 15 mm.
- Ferroaxinit: braun-violett, bis 5 cm (im Mineralienlexikon werden allerdings nur Kristalle bis 5 mm erwähnt).
- Malachit: als Überzug.
- Saponit: als Begleitmineral von Ferro-Axinit.
Gebiet:
005_GR / Engiadina bassa (rätorom.), Unterengadin (dt.), Tarasp
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Scuol
Beschreibung:
In den Serpentinmassen. Nickelhydrosilikate sind genetisch mit Serpentinen verknüpft bei Tarasp im Unterengadin. Realgar wurde anlässlich einer Fundamentgrabung beim Kurhaus Tarasp gefunden. Koordinaten: 2'816’570 / 1‘185’970, 1190 m ü. M.
Koordinaten, ca.:
2'816’000 / 1‘185’000
Literatur:
- Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866
- Quervain, F. de; Schweizer Strahler; 1976;; Seite 89
- Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917
- Stalder, Hans Anton & Vollenweider, P. & Hügi, M.; Schweizer Strahler; 1991; Heft 4; Seite 173 - 268; Edel- und Schmucksteine aus der Schweiz
Mineralien:
- Aragonit: als schöne Quellabscheidung, grobstrahlig.
- Dolomit: lichtgrün (auch Taraspit genannt), als dicke stalaktitische Überzüge auf Serpentin, auch in Gängen bis 40 cm Mächtigkeit. Blass apfelgrüne, ziemlich dicke stalaktische Überzüge auf Serpentin, welche grosse Ähnlichkeit mit Aragonit oder Calcit haben und mikrokristallisch fasrig, den äusseren Flächen entsprechende mehr oder minder dickschalige Absonderungen zeigen.
- Realgar:
- Taraspit: blass, apfelgrün, ziemlich dicke stalaktitische Überzüge auf Serpentin. Bei einer Schürfung um 1890 wurden mehrere, bis höchstens 30 - 40 cm mächtige Tarspitgänge aufgeschlossen.
Gebiet:
006_GR / Engiadina bassa (rätorom.), Unterengadin (dt.), Val Sinestra, Alp Pradatsch
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Scuol,
Beschreibung:
Die im Unterengadin eher seltenen Bergkristalle bilden in den Seitentälern des Val Sinestra eine Ausnahme. Ein Realgarfund ist aus dem Val Sinestra bekannt. Genauere Angaben fehlen aber.
Koordinaten, ca.:
2'821’790 / 1‘194’800
Literatur:
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 228
Mineralien:
- Calcit: wasserklar (Doppelspat).
- Quarz:
- Realgar:
Gebiet:
007_GR / Engiadina bassa(rätorom.), Unterengadin(dt.), S-charl, Scarl, Schiarl, Val dal Poch, Val del Poch, Unter Madlein, Untermadlein, Ober Madlein(Stollen), Obermadlein, Mot Madlain, Mot Foraz, Alp Mingèr dadaint, Fridlis Ort(Stollen), Untere Biene, Unterbinnen, Obere Biene, Val Sesvenna,P. Madlein, Piz d'Imez, Alp Sesvenna, Val Cristannes, Furcla Cornet, Cristannesgletscher, Cristannesbach, Marangun Sesvenna, Piz Cornet, Val Cristannes(unteres), Cornet, Obern Biene, Johannesstollen Johanneszech, Zängerlis Revierstollen, Cuogn Nair;Erzabbau
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Scuol
Beschreibung:
Eine Lokalität gleich westlich unterhalb des Gipfels wird mit 'Las Minieras' bezeichnet.
Um 1824 hatte der Abbau auf Blei eine gewisse Bedeutung in dieser Gegend. Die zerstreuten Vorkommen liegen im Dolomit und im Muschelkalk der Trias. Die wichtigsten Gruben liegen am Mot Madlin.
Die Stollen: Die Gruben auf Ober Madlain bilden mit über 30 Stolleneingängen auf ca. 2150 MüM ein komplexes Netz von Förderstollen und Abbaugebieten. Es ist mit Abstand das ausgedehnteste Stollensystem in der Umgebung. Die Mehrheit dieser Stollen wurden schon im Mittelalter angelegt. Die gesamte Ausdehnung der Gruben auf Ober Madlain wird auf ca. 10 km geschätzt. Da die Stollen hauptsächlich durch Schrämen (mit Hammer und Bergeisen von Hand) erstellt wurden, muss angenommen werden, dass im Mittelalter der Abbau über mehrere Jahrhunderte erfolgte. Von den zahlreichen Stollen auf Unter- und Obermadlain sind heute nur noch ein Stollen auf Untermadlain als Wasserreservoir für S-charl und einer der sieben Stollen auf Obermadlain begehbar. Bis auf den ersten Stolleneingang, der während der Hitz'schen Bergbauperiode in den Fels gesprengt wurde und zwei Schürf- bzw. Versuchsstollen in Untermadlain sind alle Bauten mit Schlägel und Eisen vorgetrieben worden.
Die Vererzung:
Das im Trias liegende Vorkommen Obermadlain enthält, wie Gesteinsproben aus verschiedenen Streckenabschnitten bestätigen, folgende Mineralien:
fein- bis feinstkörnigen Bleiglanz, graue und braune Zinkblende, Brauneisenstein, verwittert zu Limonit, eisenhaltigen Dolomit, an der durch die Verwitterung typischen Gelbfärbung zu erkennen- Calzit und Quarz, Fluorit und Baryt.
Der Bleiglanz liegt teilweise in Gängen zwischen deutlich erkennbaren Barytschnüren und Quarz. Bei der Anlage der Stollen sind die Bergleute offenbar diesem Baryt-Quarznetz immer wieder gefolgt. Kellerhals unterscheidet in seiner geologischen Untersuchung der Lagerstätte von S-charl zwei verschiedene Vererzungen, nämlich die Blei-Zinkvererzung und die Eisenkarbonatvererzung. Während erstere hydrothermal durch Eindringen wässeriger Erzlösungen in die Klüfte und Spalten des Muschelkalkes und Wettersteindolomites erfolgte, handelt es sich bei der zweiten Vererzung um eine Verdrängung von Kalk oder Dolomit durch Eisenkarbonat.

Andere Beschreibung:
Lagerstätte Typ I: Nester aus Bleiglanz und Zinkblende. Es wurden folgende Mineralien gefunden: Erze: Bleiglanz, Zinkblende, Jamesonit, Fahlerz, Pyrit. Gangarten: Baryt, Fluorit, Quarz, Dolomit. Der Bleiglanz ist im Val del Poch und Mot Foraz das Haupterz.
Er führt vereinzelte Jamesoniteinschlüsse. Vorkommen:
Mot Foraz (1) Obermadlein (Val del Poch) (2) Runse südlich Piz d'Imez (3) Val Cristannes (4) Mot Foraz: SE der Alp Mingèr dadaint, NNW von P. 2615, am W-Rand einer grossen Runse finden sich Spuren von drei nebeneinander liegenden, verstürzten Stollen mit kleinen, gelblichen anwitternden Halden; daneben Rest einer Hütte (2410 m ü. M.). Behauene Holzstücke, Schlackenstücke deuten auf eine Handschmiede. Das Erz liegt im SW-streichenden, N-fallenden untercarnischen Dolomit. Obermadlein:
Das Hauptvorkommen liegt auf der S-Seite des Val del Poch, 2150 m ü. M. Sämtliche Stollen verstürzt. ESCHER schreibt: THEOBALD fand die Stollen noch zugänglich; nach ihm treten Bleiglanz, Baryt, Galmei und Brauneisenstein auf, was die Haldenfunde bestätigen. Das Erz ist unregelmässig, nesterweise angeordnet. Am S-Hang des Val del Poch sind die Reste von neun Stollen erkennbar, die alle auf gleicher Höhe nebeneinander liegen und senkrecht zum Nebengestein gegen SW verlaufen; im hinteren Teil des Tales findet sich hart am Bach ein weiterer Stollen und ein letzter in der scharfen Krümmung des Baches auf dessen N-Ufer, der auf 20 m einigen von Zinkblende begleiteten Barytschnüren folgt. In den Legföhren über diesem Stollen ist eine weitere kleine Pinge erkennbar. Fridlis Ort: An dem heute noch benützten Teilstück des Strässchens nach Val del Poch befindet sich 1950 m ü. M. ein 18 m langer Stollen. Er durchfährt Geländeschutt in der Richtung S 70° E und erreicht im hinteren Teil zerrütteten Dolomit, der von Trümmern brauner Blende mit etwas Bleiglanz durchzogen ist. Gangarten fehlen.
Eine weitere Imprägnation von dunkler Blende mit etwas Bleiglanz findet sich 1980 m ü. M. an der untersten Kehre des nahe beim Vorkommen abzweigenden Grubensträsschen, nach alten Berichten genannt "Untere Biene" oder "Unterbinnen". 2080 m ü. M. liegt am selben Weg eine weitere Pinge "Obere Biene". Auf der rechten Seite der tiefen Runse, die sich vom P. Madlein östlich am Mot Madlein vorbei zum Val Sesvenna hinunterzieht, liegt 2260 m ü. M. im zerrütteten Wettersteindolomit eine Imprägnation von gleicher Ausbildung wie (2b). THEOBALD schreibt folgendes über das Vorkommen Obermadlein (und gleichzeitig auch über das Vorkommen Untermadlein):
Seite 318: Interessanter ist das Tobel del Poch. Es geht fast bis zu seinem Ursprung durch Rauhwacke, wo in seinem obern Teil die alten Bleigruben von P. Madlein liegen.
Seite 319: In diesen älteren Formationen (Hauptdolomit, Lüner-Schichten, Partnachschiefer, Virgloriakalk) finden sich die Bleierze auf, welche ein uralter Bergbau betrieben wurde, welchen man in neuerer Zeit mehrmals wieder aufgenommen hat, der aber jedes Mal an der Art des Betriebes gescheitert ist.
Die Hauptgruben liegen auf der südwestlichen Seite des Berges, die einen am Tobel von Poch die andern tiefer abwärts gegen Unterbinnen und das Dorf Scarl, erstere in den Lüner-Schichten, letztere im Arlbergund Virgloriakalk. Man steigt von Scarl aus über dünn geschichteten Virgloriakalk, dann über dichten, grauen Arlbergkalk und Dolomit. In letzterem liegt die Grube Unterbinnen. Dann gestatten Waldvegetation und Schutt auf dieser Seite keinen klaren Einblick mehr, bis man an die oberen Gruben kommt. Es gehen viele alte und neue Stollen in die gelbe, poröse, zerreibliche Dolomitmasse, welche nach N unter den Hauptdolomit einfällt; es ist dieselbe, die in Sesvenna wieder zum Vorschein kommt. So fallen und streichen auch die Bleiglanzgänge, welche nebenbei weissen Baryt, Galmei und Brauneisenstein enthalten. Eigentlich sind es nur netzartig verflochtene Schnüre, welche sich vereinigen, trennen, aufs Neue durchkreuzen usw., und so die ganze Dolomit- und Rauhwackmasse durchdringen. Regelmässiger verlaufen die Gänge in dem festeren Gestein von Unterbinnen. Die alten Grubenbauten bilden ein labyrinthisches Gewirr von Gängen, Gesenken, Stollenörtern, Weitungen etc. worin man sich schwer zurecht findet. Es ist dies alles ohne System und Plan angelegt, man folgte dem Erz, wo es sich eben fand, nach allen Richtungen hin; ein regelmässiger Abbau fand nicht statt. Runse südlich Piz d'Imez: Bisher unbekanntes Vorkommen, liegt 2600 m ü. M. auf der S-Seite der grossen Runse, die sich in EW-Richtung südlich am Piz d'Imez vorbei zur Alp Sesvenna hinunterzieht. Das Vorkommen besteht aus einem Barytgang der sich 250 m nach Süden verfolgen lässt. Der Gang wurde durch zwei kurze Stollen angeschürft.
Val Cristannes: Bisher meist unbekannte Erzgänge.
a) Östlich der Furcla Cornet, 2790 m ü. M. auf einem Plateau, westlich des Abbruchs zum Cristannesgletscher ein Erzgang im flach NW-fallenden carnischen Dolomit; er streicht N 50° E und ist 180 m horizontaler Entfernung verfolgbar. b) Der Cristannesbach schneidet 2540 m ü. M. einen zertrümmerten N 30° W - streichenden Gang der nur auf eine kurze Strecke verfolgbar ist und dieselbe Ausbildung zeigt wie der Gang (4a).
b) Auf dem flachen, den unteren Teil des Val Cristannes südlich begrenzenden Rücken, steht SW P. 2421 ein weiterer, NE-streichender, seigerer Gang von der gleichen Ausbildung wie (4a) an, der, senkrecht zum Nebengestein verlaufend, horizontal auf 70 m verfolgbar ist.
Lagerstätte Typ II Erzeinlagerung in eisenschüssigem, spätigem Karbonat. Es wurden folgende Mineralien gefunden: Erze: Zinkblende, Bleiglanz, Jamesonit, Pyrit.
Gangarten: Spätiges, eisenhaltiges Karbonat, Baryt, Quarz. Reiner Bleiglanz vom Vorkommen (6a) führt 0,6 %o Silber.
Vorkommen: Untermadlein (5) Marangun Sesvenna (6) Val Cristannes, Talsohle, 2400 m ü. M. (7) Untermadlein: Der Weg Scarl-Val del Poch führt östlich vom Schmelzboden an einem zerfallenen Gemäur vorbei; einige Meter über diesem, 1870 m ü.M., liegt das Vorkommen. Das Nebengestein gehört dem dünnschiefrigen Muschelkalk an, dem das erzführende Karbonat in Linsen eingelagert ist. Den Hauptbestandteil des Vorkommens bildet eine ca. 10 m lange, derartige Einlagerung. Ueber dieser, sowie an einem kleinen Felskopf ESE dieser Linie, treten weitere kleine Karbonatlinsen auf. Die Hauptlinse wurde in einer grossen Höhlung abgebaut; ein in deren Hintergrund ansetzender Stollen, der den Muschelkalk ca. 100 m in Richtung SN durchfährt, schliesst kein Erz auf. Marangun Sesvenna: Das Vorkommen liegt im S-Absturz des P. Cornet, NNW über der Hütte von Marangun Sesvenna. Vom Wege zu dieser Alp erblickt man eine in den Felsen hängende Holzrinne, die dem Abtransport der Erze diente; die darunter liegende Schutthalde ist mit Erzstufen und mit Holzresten durchsetzt. Am oberen Ende der Erosionsrinne mit dem erwähnten Holzkanal befindet sich, 2480 m ü. M., ein Schürfloch (6a). Ein weiteres liegt 300 m östlich, 2520 m ü. M., (6b). Das Vorkommen (6a) liegt im EW-streichenden, flach N-fallenden Muschelkalk. Hart daneben, unterhalb des Schürfloches folgt unter dem Muschelkalk dunkler, körniger Wettersteindolomit.
THEOBALD schreibt über dieses Vorkommen (Seite 322): Etwas östlich von dem Wasserfall Cornet sieht man an der steilen Felswand ein kleines Gebäude wie ein Schwalbennest hängen, an einer von unten unzugänglich scheinenden Stelle. Es ist ein vor 6 Jahren (1857) noch gebrauchtes Grubenhaus, wo man in schwarzem Virgloriakalk silberhaltigen Bleiglanz ausbeutete. Die Lagerungsverhältnisse desselben gleichen sehr denen von Madlein; eine Menge kleiner Schnüre die sich zu Gängen vereinigen, trennen und wieder zusammenkommen, bilden ein Netzwerk im Kalk. Die Grube wurde aus Mangel an Geldmitteln aufgegeben; die noch dort liegenden Erze scheinen gut zu sein. Unteres Val Cristannes: In der Talsohle befindet sich, 2400 m ü. M., wenig südlich vom Bach, im schuttbedeckten Gelände ein braun anwitternder Schutthaufen, aus dem nur wenig Anstehendes hervorragt und welcher das Vorkommen darstellt.
A) Bericht von Bergmeister Landthaler (Silberberg, Davos) im Jahre 1814: 3/8 Std. von der Schäferhütte im Val Minger gegen Morgen am NW-Hang drei verfallene Stollen, daneben Reste einer Hütte und Schlacken einer Handschmiede (Vorkommen 1), in Untermadlein zwei, in Obermadlein zwölf verstürzte Stollen. Die Gesamtlänge des Cuogn Nair ist 1543 m mit einer Vertikalen von 36,8 m. Beschreibungen nach Escher: Die Lagerstätte zerfällt in verschiedene Vorkommen, die in zwei Typen getrennt werden können.
Typ I: 1. Mot Foraz, 2. Obermadlain (Val del Poch), 3. Runse südlich Piz d'lmez, 4. Val Cristannes.
Typ II: 1. Untermadlain, 2. Marangun Sesvenna, 3. Val Cristannes, Talsohle, 2400 MüM. Die Vorkommen vom Typ I bestehen aus Bleiglanz und Zinkblende führenden Nestern von Brekzienerz und Gängen im obern Wettersteindolomit und im untern Carnien, während in den Lagerstätten vom Typ II dieselben Erze Einlagerungen von eisenschüssigem spätigem Karbonat im MK metasomatisch verdrängten.
Die Vorkommen vom Typ I.
1. Mot Foraz. SE der Alp Minger dadaint, NNW von P. 2615, am W-Rand einer grossen Runse finden sich Spuren von drei nebeneinander liegenden, verstürzten Stollen mit kleinen, gelblich anwitternden Halden, daneben die Reste einer Hütte (2410 MüM). Auch umherliegendes, behauenes Holz sowie Schlackenstücke, die von einer Handschmiede herrühren dürften, machen auf das Vorkommen aufmerksam. Das spärliche Erz tritt im SW-streichenden, N fallenden untercarnischen Dolomit auf.
2. Obermadlain.
a) Das Hauptvorkommen liegt auf der S-Seite des Va1 del Poch, 2150 MüM. Im Hintergrund des Tälchens steht der gelbliche Dolomit des untern Camion an, am Südhang folgt der tiefere, zerrüttete WD mit N 60° E-Streichen und steilem NNW-Fallen. Anstehendes Erz ist nirgends mehr auffindbar, da sämtliche Stollen verstürzt sind. Die Lage der Stollen und die Haldenstücke zeigen aber, dass es im obern WD und im untern Carnien auftritt. Berichte aus der letzten Bergbauperiode (1823-29 K.B. Chur) und einige Bemerkungen THEOBALDS, der die Abbaue noch zugänglich fand, orientieren zudem über die Natur des Vorkommens. Nach THEOBALD treten Bleiglanz und nebenbei Baryt, Galmei und Brauneisenstein auf, was durch die Haldenfunde bestätigt wird. Die Mineralien bilden nach THEOBALD „netzartig verflochtene Schnüre, welche sich vereinigen, trennen, aufs neue durchkreuzen usw. und so die ganze Dolomit- und Rauhwackenmasse durchdringen". Nach dem Bericht der letzten Unternehmer war die Lagerstätte stark absätzig. Das Erz ist unregelmässig, nesterweise angereichert. Am S-Hang des Val del Poch sind die Reste von neun Stollen erkennbar, die alle auf gleicher Höhe nebeneinander liegen und senkrecht zum Nebengestein gegen SW verlaufen; im hinteren Teil des Tales findet sich hart am Bach ein weiterer Stollen und ein letzter in der scharfen Krümmung des Baches auf dessen N-Ufer, der auf 20 m einigen von Zinkblende begleiteten Barytschnüren folgt. In den Legföhren über diesem Stollen ist eine weitere kleine Pinge erkennbar.
b). "Fridlis Ort" An dem heute (1935) noch benützten Teilstück des Strässchens nach Val del Poch befindet sich, 1950 MüM. ein 18 m langer Stollen. Er durchfährt Gehängeschutt in der Richtung S 70 ° E und erreicht im hinteren Teil zerrütteten Dolomit, der von Trümmern brauner Blende mit etwas Bleiglanz durchzogen ist. Gangarten fehlen.
c). Eine weitere Imprägnation von dunkler Blende mit etwas Bleiglanz findet sich 1980 MüM., an der untersten Kehre des nahe beim Vorkommen 2 b abzweigenden Grubensträsschens, nach alten Berichten genannt „Untere Biene" oder „Unterbinnen". 2080 MüM. liegt am selben Weg eine weitere Pinge (Obere Biene). d) Auf der rechten Seite der tiefen Runse, die sich vom P. Madlain östlich am Mot Madlain vorbei zum Val Sesvenna hinunterzieht, liegt 2260 MüM. im zerrütteten Wettersteindolomit eine Imprägnation von gleicher Ausbildung wie 2b mit etwas Baryt.
3. Runse südlich P. d 'Imez.
Das bisher unbekannte Vorkommen liegt 2600 MüM., auf der S-Seite der grossen Runse, die sich in EW-Richtung südlich am P. d'Imez vorbei zur Alp Sesvenna hinunterzieht. Das Nebengestein gehört dem blaugrauen, dichten untercarnischen Dolomit an. Unterhalb des Vorkommens streicht der Dolomit N 60° E bei 60° NW-Fallen. Das Vorkommen fällt mit einer durch schlecht verkittete Rutschbrekzie markierten Störungszone zusammen, die annähernd senkrecht zum Dolomit flach gegen E einfällt. Das Vorkommen besteht zur Hauptsache in einem maximal 0,5 m, im Mittel 0,1 m mächtigen Barytgang, der am S-Rand der Runse unter dem Schutt hervortritt und sich zirka 250 m gegen S verfolgen lässt. Meist ist er ganz taub, nur auf beiden Seiten einer steil emporsteigenden Felsrippe, die auf der S-Seite der Runse abzweigt und die vom Gang geschnitten wird, ist etwas Erz angereichert. Der Gang ist begleitet von, mit hellbrauner Blende, Bleiglanz, Fluorit oder Baryt mineralisierten Dolomitbrekzien, auch zweigen einige unbedeutende Baryttrümer ab. Der Gang ist stark ausgewalzt, die jungen Rutschbrekzien, die er durchsetzt, sind aber nicht vererzt. Trotzdem das Vorkommen 500 m über der Alp Sesvenna in einer schlecht gangbaren, steilen Runse liegt, wurde es mittels zweier kurzer Stollen, die beidseits der erwähnten Felsrippe liegen, angeschürft.
4. Val Cristannes In diesem Hochtälchen finden sich verschiedene, bisher meist unbekannte Erzgänge.
a) Östlich der Furcla Cornet liegt, 2790 MüM., auf einem Plateau wenig westlich des Abbruchs zum Cristannesgletscher, ein seigerer, stark ausgewalzter Gang im flach NW-fallenden, carnischen Dolomit; er streicht N 50° E und ist auf 180 m horizontale Entfernung verfolgbar. Sein Profil ist unregelmässig. Er besteht z. B., senkrecht zum Streichen gemessen, aus :
1. 0,3 m Brekzienerz,
2. 0,05 m Baryt und Fluorit,
3. 0,2 m Brekzienerz. Meist beträgt die Gesamtmächtigkeit nicht über 0,3 m, das Brekzienerz kann fehlen, der Gang sich zertrümmern oder ganz aussetzen.
b) Der Cristannesbach schneidet 2540 MüM. einen zertrümmerten, N 30° W-streichenden Gang, der nur auf kurze Strecke verfolgbar ist und dieselbe Ausbildung zeigt wie der Gang 4a.
c) Auf dem flachen, den untern Teil des Val Cristannes südlich begrenzenden Rücken steht SW P. 2421 ein weiterer, NE-streichender, seigerer Gang von gleicher Ausbildung wie 4a an, der, senkrecht zum Nebengestein verlaufend, horizontal auf 70 m verfolgbar ist. In der Umgebung der Vorkommen 3 und 4 treten da und dort kleine taube Barytschmitzen, zuweilen mit Fluorit, seltener mit etwas Erz, auf, so östlich über Vorkommen 3, am N-Grat des P. Cristannes und zwischen den Vorkommen 4a und 4c. Zusammenfassend ergibt sich, dass Mot Foraz und Val del Poch regellose Durchtrümmerungen des Nebengesteins mit Erz darstellen, während die Vorkommen 3 und 4 aus Gängen bestehen, welche an den Salbändern von Brekzienerzen begleitet sind.
Das Nebengestein zeigt überall die Anzeichen tektonischer Beanspruchung, wie leichte Zerrüttung, Ruschelzonen usw. Auf den Lagerstätten von Typ I wurden folgende Mineralien gefunden: Erze: Bleiglanz, Zinkblende, Jamesonit, Fahlerz, Pyrit. Gangarten: Baryt, Fluorit, Quarz, Dolomit. Der Bleiglanz ist in Val del Poch und Mot Foraz das Haupterz. Er führt vereinzelte Jamesoniteinschlüsse und zeigt stets granoblastisches Gefüge. Die Zinkblende herrscht in den Vorkommen 3 und 4 vor, ihre Farbe ist hellrot- bis dunkelbraun. Als Brekzienbindemittel bildet sie ein heteroblastisches Gefüge verzwillingter Körner. Auf Korngrenzen finden sich oft Schnüre entmischter Pyritkörner. Der Fluorit ist häufig. Im frischen Zustand zeigt er hellviolette Farbe, am Licht entfärbt er sich im Lauf einiger Stunden. Auch schwarzer Fluorit tritt auf. Meist ist er stark zertrümmert, und an Stellen starker Beanspruchung bruchlos zu flachen Linsen deformiert, im Vorkommen 4b wurden gefältelte Fluoritzüge gefunden. Vereinzelt treten idiomorphe Würfel auf. Der Baryt steht dem -Fluorit an Menge kaum nach, meist bildet er in feinkörnigen derben Massen Gangfüllungen und Brekzienbindemittel. Vereinzelt treten Relikte von Rosetten auf, die aus tafeligen Individuen bestehen; in beanspruchten Partien ist der Baryt hie und da verzwillingt, lokal führt er einzelne Fahlerzkörner. Der Quarz tritt überall in körniger Ausbildung, mit den übrigen Mineralien vermischt, auf und bildet hie und da in Brekzienerzen Stengelquarzlagen, welche die Dolomitbrocken umhüllen ; der zur Vererzung gehörige Quarz ist stets getrübt, die Einschlüsse bilden zuweilen Wachstumsstadien ab. Spätiger Dolomit tritt lokal in kleinen Mengen auf. Die Vorkommen vom Typ I zeigen keine intensiven Verwitterungserscheinungen. Die Blende wird unter Bildung von Limonit und Hydrozinkitüberzügen zersetzt, am Fahlerz entwickelt sich Malachit. Die Gänge der Vorkommen 3 und 4 bestehen aus Baryt und Fluorit. Die beiden Mineralien treten miteinander vermengt oder jedes für sieh auf, Reliktstrukturen, die ihr relatives Alter erkennen lassen würden, fehlen. In den, die Gänge begleitenden Brekzienerzen treten als Nebengesteinsbruchstücke, die eckig und scharf begrenzt sind, reiner Dolomit, verkieselter Dolomit, Trümmer von Silexknollen und von Toneinlagerungen, kurz alle Ausbildungen des Nebengesteins, auf. Gut ausgebildete, metasomatische Verdrängungen, wie sie z. B. am Silberberg auftreten, fehlen; nur vereinzelt ist der Bleiglanz in kleinen Körnern dem Dolomit eingesprengt. Die Brekzienerze der Vorkommen 1 und 2 zeigen eine andere Ausbildung als diejenigen von 3 und 4. Die Erstern haben z. T. Kokardentextur: den Dolomittrümmern sitzt ein Saum von Stengelquarz auf, darüber folgt eine Bleiglanzlage und auf dieser körniger Quarz, zuletzt evtl. Fluorit oder Baryt, wenn noch Raum bleibt, etwas Dolomit. Infolge tektonischer Beanspruchung geht die Lagentextur solcher Stufen verloren, die Quarz- und Erzlagen werden von der Unterlage abgerissen und mit Baryt und Fluorit zu einem regellosen Brei verknetet (vgl. Taspin). In den, längs den Fluorit-Barytgängen auftretenden Erzbrekzien der Vorkommen 3 und 4 herrschen Blende, Baryt und Fluorit vor. Diese Mineralien bilden keine Kokarden, sondern es tritt partienweise jedes für sich als derbes Brekzienbindemittel auf, dem die übrigen nur in vereinzelten Körnern beigemischt sind. Diese Ausbildung muss als die primäre aufgefasst werden, denn Reliktstrukturen, welche auf eine einst vorhandene, durch Durchbewegung aber zerstörte Lagentextur schliessen liessen, fehlen. Eine Trennung der Mineralien ist in den Gängen nur insofern zu beobachten, als die zentralen, massigen Gangpartien vorwiegend aus Gangarten, das Bindemittel der seitlich anschliessenden Brekzien vorwiegend aus Blende besteht.
Die Vorkommen vom Typ II.
1. Untermadlain.
Der Weg Scarl - Val del Poch führt östlich vom Schmelzboden an einem zerfallenen Gemäuer vorbei; einige Meter über diesem, 1870 m ü. M., liegt das Vorkommen. Das Nebengestein gehört dem dünnschiefrigen Muschelkalk an, dem das erzführende Karbonat in Linsen eingelagert ist. Den Hauptbestandteil des Vorkommens bildet eine zirka 10 m lange derartige Einlagerung. Über dieser sowie an einem kleinen Felskopf ESE dieser Linse treten weitere kleine Karbonatlinsen auf. Die Hauptlinse wurde in einer grossen Höhlung abgebaut; ein in deren Hintergrund ansetzender Stollen, der den MK zirka 100 m in Richtung SN durchfährt, schliesst kein Erz auf.
2. Marangun Sesvenna.
Das Vorkommen liegt im S-Absturz des P. Cornet, NNW über der Hütte von Marangun Sesvenna. Vom Wege zu dieser Alp erblickt man eine in den Felsen hängende Holzrinne, die dem Abtransport der Erze diente; die darunter liegende Schutthalde ist mit Erzstufen und mit Holzresten besät. Am obern Ende der Erosionsrinne mit dem erwähnten Holzkanal befindet sich, 2480 m ü. M. ein Schürfloch (Vorkommen 2a), ein weiteres liegt 300 m weiter östlich, 2520 m ü. M. (Vorkommen 2b). Das Vorkommen 2a liegt im EW-streichenden, flach N-fallenden MK.
3. Unteres Val Cristannes.
In der Talsohle befindet sich, 2400 m ü. M., wenig südlich vom Bach, im schuttbedeckten Gelände ein braun anwitternder Schutthaufen, aus dem nur wenig Anstehendes hervorragt und welcher das Vorkommen darstellt. Es besteht in einer Brekzie aus eckigen Trümmern eines körnigen Dolomits. der mit spätigem Karbonat und Erz verkittet ist. Ein Einblick in die engere Geologie des Vorkommens ist der Schuttbedeckung wegen nicht möglich.
2. Die Ausbildung der Erze. Es treten folgende Mineralien auf:
Erze: Zinkblende, Bleiglanz, Jamesonit, Pyrit.
Gangarten: Spätiges, eisenhaltiges Karbonat, Baryt, Quarz. Das eisenhaltige Karbonat bildet derbe Massen. Es ist körnig und im frischen Zustand grau. Unter dem Mikroskop zeigt es gleichkörniges Gefüge. Das Karbonat wird von Blende, Bleiglanz und Pyrit verdrängt. Die ersten beiden Erze sind in xenomorphen Einzelkörnern und Körnergruppen sowie in Schnüren, die den Korngrenzen folgen, dem Karbonat eingesprengt. Der Pyrit tritt in kleinen, rundlichen Einzelkörnchen auf. Die Blende ist hellbraun, im geätzten Schliff zeigt sie fast durchgehend Zwillingslamellierung und ungleichkörniges Gefüge. Sie führt rundliche Körnchen sowie idiomorphe Würfelchen und einzelne Stübchen von Pyrit; Schnüre von entmischten Pyritkörnchen auf Korngrenzen sind auch hier vorhanden. Der Bleiglanz, der der Blende an Menge nachsteht, führt Einsprenglinge von Jamesonit in gleicher Ausbildung wie am Silberberg. Reiner Bleiglanz von Vorkommen 2a führt 0,6 o/oo Ag. Baryt wurde nur im Vorkommen 3 in geringen Mengen gefunden. Der Quarz, der in xenomorphen Körnern auftritt, stellt z. T. ein Verdrängungsrelikt des MK dar, stellenweise ist er jedoch so häufig, dass eine geringe Quarzzufuhr während der Vererzung angenommen werden muss. Die Vorkommen vom Typ II verwittern unter starker Limonitentwicklung. Im Dünnschliff erkennt man, dass die Limonitbildung an den Spaltrhomboedern des Karbonats zonenweise vor sich geht; das vererzte Karbonat verwittert leichter als das taube. Die Erze verwittern zu Galmei, ausserdem bilden sich Überzüge und Ausblühungen von Hydrozinkit sowie Anflüge von Greenockit. Auf der Schutthalde unter dem Vorkommen 2a wurden in Bleiglanzstufen kleine Drusen mit Cerussit gefunden, in Hohlräumen des Karbonats treten kleine Dolomitkristalle auf.
Koordinaten, ca.:
2'821’450 / 1‘179’150
Literatur:
- Escher, Eduard;1935; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, 18. Lieferung; Seite 67-76; Die Pb-Zn-Lagerstätte von Scarl (Unterengadin).
- Geiger, Thomas; Bergknappe; 1983/3; Heft 25; Seite 14-20; Ein aussergewöhnlicher Schlackenfund bei S-charl im Unterengadin
- Grimm, Paul Eugen; Bergknappe; 2014/1; Heft 124; Seite 3-13; Aquarellist Heinrich Keller und andere Besucher der Schmelzra in S-charl
- Högl, Otto; Bergknappe; 1983/3; Heft 25; Seite 10-14; Molybdän, ein toxischer Faktor in einem Schweizer Alpental
- Kutzer, H.J.; Bergknappe; 1986/1; Heft 35; Seite 20-21; Neue Erkenntnisse über die «Schmelzra» in S-charl im Unterengadin
- Jenny, Georg; Minaria Helvetica; 1995; Heft 15b; Seite 20-21; S-charl, Unter Madlain: Sicherung der Gebäuderuine
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 255 etc.
- Peer, Georg & Kutzer H.J.; Terra Grischuna, Graubünden; 1980, April; Heft 2; Seite 89-91
- Rauch, Peter; Minaria Helvetica; 1995; Heft 15b; Seite 3-4; Die Region Engiadina Bassa und die Stiftung Schmelzra
- Scheich, K.; Bergknappe;1987/3; Heft 41; Seite 2-6; Der Bergbau im S-charltal vom Mittelalter bis in die Neuzeit: Die Blei- und Zinkgewinnung
- Schreiber, Marin; Minaria Helvetica; 1995; Heft 15b; Seite 5-11; Das Blei- und Silberbergwerk im Val S-charl
- Schreiber, Marin; Minaria Helvetica; 1995; Heft 15b; Seite 12-19; Das Bleierz-Bergwerk am Mot Madlain
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stephan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 177,228
Mineralien:
- Baryt: derb, in Gängen. Escher, Lagerstätte Typ I: Der Baryt steht dem -Fluorit an Menge kaum nach, meist bildet er in feinkörnigen derben Massen Gangfüllungen und Brekzienbindemittel. Vereinzelt treten Relikte von Rosetten auf, die aus tafeligen Individuen bestehen; in beanspruchten Partien ist der Baryt hie und da verzwillingt, lokal führt er einzelne Fahlerzkörner. Escher, Lagerstätte Typ II: Baryt wurde nur im Vorkommen 3 in geringen Mengen gefunden.
- Cerussit: Escher, Lagerstätte Typ II: Auf der Schutthalde unter dem Vorkommen 2a wurden in Bleiglanzstufen kleine Drusen mit Cerussit gefunden, in Hohlräumen des Karbonats treten kleine Dolomitkristalle auf.
- Dolomit: Escher, Lagerstätte Typ I: Spätiger Dolomit tritt lokal in kleinen Mengen auf. Escher, Lagerstätte Typ II: In Hohlräumen des Karbonats treten kleine Dolomitkristalle auf.
- Fahlerz:
- Fluorit: Escher, Lagerstätte Typ I: Der Fluorit ist häufig. Im frischen Zustand zeigt er hellviolette Farbe, am Licht entfärbt er sich im Lauf einiger Stunden. Auch schwarzer Fluorit tritt auf. Meist ist er stark zertrümmert, und an Stellen starker Beanspruchung bruchlos zu flachen Linsen deformiert, im Vorkommen 4b wurden gefältelte Fluoritzüge gefunden. Vereinzelt treten idiomorphe Würfel auf.
- Galenit: derb, in Erzgängen. Escher, Lagerstätte Typ I: Der Bleiglanz ist in Val del Poch und Mot Foraz das Haupterz. Er führt vereinzelte Jamesoniteinschlüsse und zeigt stets granoblastisches Gefüge. Escher, Lagerstätte Typ II: Der Bleiglanz, der der Blende an Menge nachsteht, führt Einsprenglinge von Jamesonit in gleicher Ausbildung wie am Silberberg. Reiner Bleiglanz von Vorkommen 2a führt 0,6 o/oo Ag.
- Galmei: Escher, Lagerstätte Typ II: Die Vorkommen verwittern unter starker Limonitentwicklung. Im Dünnschliff erkennt man, dass die Limonitbildung an den Spaltrhomboedern des Karbonats zonenweise vor sich geht; das vererzte Karbonat verwittert leichter als das taube. Die Erze verwittern zu Galmei, ausserdem bilden sich Überzüge und Ausblühungen von Hydrozinkit sowie Anflüge von Greenockit.
- Greenockit: Escher, Lagerstätte Typ II: Die Vorkommen verwittern unter starker Limonitentwicklung. Im Dünnschliff erkennt man, dass die Limonitbildung an den Spaltrhomboedern des Karbonats zonenweise vor sich geht; das vererzte Karbonat verwittert leichter als das taube. Die Erze verwittern zu Galmei, ausserdem bilden sich Überzüge und Ausblühungen von Hydrozinkit sowie Anflüge von Greenockit.
- Hydrozinkit: Escher, Lagerstätte Typ I: Die Blende wird unter Bildung von Limonit und Hydrozinkitüberzügen zersetzt, am Fahlerz entwickelt sich Malachit. Escher, Lagerstätte Typ II: Die Vorkommen verwittern unter starker Limonitentwicklung. Im Dünnschliff erkennt man, dass die Limonitbildung an den Spaltrhomboedern des Karbonats zonenweise vor sich geht; das vererzte Karbonat verwittert leichter als das taube. Die Erze verwittern zu Galmei, ausserdem bilden sich Überzüge und Ausblühungen von Hydrozinkit sowie Anflüge von Greenockit.
- Jamesonit: Escher, Lagerstätte Typ II: Der Bleiglanz, der der Blende an Menge nachsteht, führt Einsprenglinge von Jamesonit in gleicher Ausbildung wie am Silberberg. Reiner Bleiglanz von Vorkommen 2a führt 0,6 o/oo Ag.
- Limonit: Escher, Lagerstätte Typ I: Die Blende wird unter Bildung von Limonit und Hydrozinkitüberzügen zersetzt, am Fahlerz entwickelt sich Malachit.
- Malachit: Escher, Lagerstätte Typ I: Die Blende wird unter Bildung von Limonit und Hydrozinkitüberzügen zersetzt, am Fahlerz entwickelt sich Malachit.
- Pyrit:
- Quarz:
Escher, Lagerstätte Typ I: Der Quarz tritt überall in körniger Ausbildung, mit den übrigen Mineralien vermischt, auf und bildet hie und da in Brekzienerzen Stengelquarzlagen, welche die Dolomitbrocken umhüllen ; der zur Vererzung gehörige Quarz ist stets getrübt, die Einschlüsse bilden zuweilen Wachstumsstadien ab. Escher, Lagerstätte Typ II: Der Quarz, der in xenomorphen Körnern auftritt, stellt z. T. ein Verdrängungsrelikt des MK dar, stellenweise ist er jedoch so häufig, dass eine geringe Quarzzufuhr während der Vererzung angenommen werden muss.
- Sphalerit: Escher, Lagerstätte Typ I: Die Zinkblende herrscht in den Vorkommen 3 und 4 vor, ihre Farbe ist hellrot- bis dunkelbraun. Als Brekzienbindemittel bildet sie ein heteroblastisches Gefüge verzwillingter Körner. Auf Korngrenzen finden sich oft Schnüre entmischter Pyritkörner. Die Blende wird unter Bildung von Limonit und Hydrozinkitüberzügen zersetzt, am Fahlerz entwickelt sich Malachit.
Gebiet:
008_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Scuol, Piz Lischana, Lischanna;(Manganerzabbau)
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Scuol
Beschreibung:
Die Koordinaten zeigen auf den Piz Lischana. Im Oberhalbstein sind in roten Kieselschiefern (Radiolarite des Obern Jura), die mit basischen Eruptivgesteinen in Verbindung stehen, schichtige Einlagerungen oxydischer Manganerze (Polianit, Psilomelan) vorhanden, die von Rhodochrosit (Mn-Karbonat), Piemontit (Mn-Epidot) und Rhodonit (Mn-Augit) begleitet werden. Der Mn-Gehalt der kieselsäurereichen Erze beträgt 30-60%.

C. Schmidt erwähnte erstmals vom Piz Lischanna im Unterengadin Manganerze in Radiolariten. Nähere Angaben werden jedoch nicht gemacht. In den Akten des Bergbaubüros fand sich eine kurze Notiz, wonach sich die Fundstelle 1100 m SSE des Lischannagipfels befinden soll. Im Radiolaritzug, der sich vom Lischannagipfel über den Südgrat hinzieht, zeigten sich an verschiedenen Stellen oberflächliche Manganoxydanflüge auf den Schicht- und Kluftfächen des Radiolarites, doch sind auch an der von C. Schmidt angegebenen Stelle nur unbedeutende Erzmengen vorhanden.
Koordinaten, ca.:
2'821’970 / 1‘183’940
Literatur:
- Geiger, Th.; 1948; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 27; Manganerze in den Radiolariten Graubündens; Seite 31
- Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917
- Stäbler, Hans; Terra Grischuna, Graubünden; 1980, April; Heft 2; Seite 75 - 79
Mineralien:
- Manganerz:
- Piemontit:
- Polianit:
- Psilomelan:
- Radiolarit:
- Rhodochrosit:
- Rhodonit:
Gebiet:
009_GR / Scuol (rätorom.), Schuls (dt.), Schuols
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Scuol
Beschreibung:

Koordinaten, ca.:
2'818’500 / 1‘187’000
Literatur:
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 262 etc.
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 135
Mineralien:
- Dickit: aus einem Sondierstollen südöstlich der Zentrale Pradella unterhalb von Schuls, als Kluftbelag, hell weissgrün, 0.1 bis einige mm dick (Peters, 1968).
- Magnesit: Gangmineral in den Serpentinen.
- Pyromorphit: in Schiefern.
Gebiet:
010_GR / Scuol (rätorom.), Schuls (dt.), Schuols, Ardes, Piz Tasna (südwestlich)
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Scuol
Beschreibung:
Südwestlich des Piz Tasna. Nach alten Angaben findet sich eine Pb-Lagerstätte im Val Tasna im Unterengadin, die angeblich von 1767-72 durch eine Gesellschaft von Unterengadinern ausgebeutet wurde.
Kenngott: Galenit nördlich von Ardez im Unterengadin.
Koordinaten, ca.:
2'814’510 / 1‘193’620
Literatur:
- Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866; Seite 370
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 228
Mineralien:
- Calcit: bis kubikdezimeter-grosse Einzelkristalle.
- Galenit:
Gebiet:
011_GR / Scuol (rätorom.), Schuls (dt.), Schuols, Ardez (rätorom.), Steinsberg (dt.), Piz Cotschen
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Scuol
Beschreibung:
Grubenmann: Aus der Schweiz sind ausser den oben erwähnten Gabbropegmatiten von der Clemgia bei Schuls bis jetzt kaum andere Pegmatite als solche der granitischen Serie bekannt geworden. Die mineralogische Sammlung des Polytechnikums verdankt Herrn Antonini in Ossogna (Osogna) ein prächtiges, grosses Schaustück eines Muskovitpegmatitganges aus den dortigen Granitgneissteinbrüchen, welcher durch einen reichlichen Gehalt an rotem Granat und etwas bläulichem Beryll ausgezeichnet ist. Auch im altkristallinen Gebirge aus der Nachbarschaft der granitischen Massengesteine des Unterengadins sind dem Verfasser zahlreiche Gänge von Muskovitpegmatiten bekannt geworden. Das mächtigste Vorkommen liegt dort auf dem Gipfel des Piz dellas Claviglades (Gemsenspitze) bei 2987 m und wurde als "Muskovitgranit" schon 1864 von Theobald erwähnt in seiner geognostischen Beschreibung der nordöstl. Gebirge von Graubünden. Der Pegmatit erscheint dort als Gipfelkrone auf nahezu senkrecht stehenden Schiefergneisen aufgesetzt und ist stark zerklüftet, sodass eine Art Blockgipfel entsteht; die Hauptklüfte entsprechen der allgemeinen Streichrichtung Südwest-Nordost. Auch einzelne Turmalinpegmatite sind aus der Schweiz bekannt geworden. Die polytechnische Sammlung besitzt ein hübsches Belegstück eines solchen aus dem Binnenthal, dessen fingerdicke schwarze Turmalinsäulen mehrfach gebrochen, in den Bruchstücken verschoben und vorwiegend durch Quarz wieder verkittet sind; ein anderes Vorkommen kennt man schon längst von der Alp Maighels im Bündner-Oberland. Eine Reihe ähnlicher Gänge fand Dr. Fr. Weber bei seinen geologischen. Aufnahmen am Ostende des Finsteraarmassivs in der Val Plazi nördlich von Disentis; sie zeigen bis 3 dm Mächtigkeit und zuweilen hübsch zonaren Bau, mit einer zentralen Zone von stängeligen bis strahligen, schwarzen Turmalinen, während die Ränder des Ganges Aplitnatur haben. Diesen Vorkommnissen kann nun noch ein weiteres schönes Beispiel angefügt werden, das der Verfasser gelegentlich seiner petrographischen Untersuchungen im Unterengadin unter der Nordspitze des Piz Cotschen aufgefunden hat in einer Höhe von 2900 m. Der ca. 2 m mächtige Gang liegt konkordant zwischen ONO-streichenden und schwach 5-fallenden Schiefergneisen; er tritt auch am Ostabhang des Cotschengipfels hervor, was sich vom Talweg in der hintern Val Tasna sehr wohl erkennen lässt, wo man ihn unter der höchsten Spitze durch nach dem südlichen, amphibolitischen Vorgipfel hinstreichen sieht. Das leuchtend weisse Gestein mit typisch pegmatitisch grobem Korn besteht aus weissem Feldspat, grauem Quarz und grossen weissen blätterigen Muskovitaggregaten, denen viele schwarze Turmalinsäulen beigesellt sind, die bis 20 cm Länge und 7 cm Durchmesser aufweisen. Ihre Kristallgestalt ist ziemlich unvollkommen Die vorwiegend sechsseitigen Säulen entsprechen dem (1120), zu welchen etwa noch ein trigonales (1010), seltener ein (0110) hinzutritt. Der Querschnitt der vertikal gestreiften Prismen kann auch deutlicher trigonal sein, mit abgerundeten Ecken, ebenso angenähert kreisrund oder elliptisch. Eine kristallographische Endbegrenzung wurde nicht getroffen; dagegen ziemlich allgemein eine gegenüber der Basis schwach geneigte, plattige Absonderung. Gelegentlich erscheint die Säule in eine Reihe entsprechender Scheiben zerteilt, die etwas an einander verschoben und durch - zwischengekeilten Quarz und Glimmer voneinander getrennt sind; auch Abtrennung und Verschiebung grösserer Säulenstücke liegt vor.
Koordinaten, ca.:
2'808’950 / 1‘188’300
Literatur:
- Grubenmann, Ulrich; Naturforschende Gesellschaft Zürich, Vierteljahrsschrift; 1904; Band 49/3-4; Seite 376 391; Über Pneumatolyse und Pegmatite mit einem Anhang über den Turmalinpegmatit vom Piz Cotschen im Unterengadin.
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 160
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 232
Mineralien:
- Muskovit:
- Turmalin: schwarz, bis 20 cm Länge und 7 cm Durchmesser, reichlich, meistens ohne Terminalflächen. Ihre Kristallgestalt ist ziemlich unvollkommen.
Gebiet:
012_GR / Scuol (rätorom.), Schuls (dt.), Schuols, Pradella (Sondierstollen)
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Scuol
Beschreibung:
In einem Sondierstollen für die Zentrale Pradella der Unterengadiner Kraftwerke fand Prof. Dr. J. Cadisch einen merkwürdigen Kluftbelag. Die Untersuchungen zeigten, dass dieser Belag vorwiegend aus Dickit besteht. Hier handelt es sich vermutlich um den ersten Fund von Dickit in der Schweiz. Der genaue Fundort ist: Sondierstollen Pradella km 0,177 Koord. 2'821'200 / 1'187’450. Er befindet sich im Tasnakristallin. Der Dickit-Belag ist hellweissgrün, 0,1 bis einige Millimeter dick und füllt feine Risse im Gestein. Das Nebengestein besteht zur Hauptsache aus Quarz (30-40 Gew.-%), Dolomit (40-50 Gew.-%), Dickit (10-20 Gew.-%) und Titanit (etwa 2 Gew.-%).
Koordinaten, ca.:

Literatur:
- Peters, Tjerk; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1968; Band 48; Heft 2; Seite 463 - 466; Dickit aus dem Unterengadin
Mineralien:
- Dickit: massig. Der Dickit-Belag ist hellweissgrün, 0,1 bis einige Millimeter dick und füllt feine Risse im Gestein.
Gebiet:
013_GR / Scuol (rätorom.), Schuls (dt.), Schuols, Tarasp
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Scuol,
Beschreibung:

Koordinaten, ca.:
2'815’310 / 1'184’380
Literatur:
- Wiser, D.F.; Neues Jahrbuch für Mineralogie, Geognosie, Geologie und Petrefaktenkunde 1849, Seite 803
Mineralien:
- Idokras: Idokras von dem Hügel oberhalb der Kirche zu Tarasp. Er findet sich in kleinen bis sehr kleinen, mehr und weniger deutlichen, durchscheinenden bis halbdurchsichtigen, säulenförmigen Kristallen von gelblich-grüner Farbe und etwas fettigem Glasglanz. Sie sind in silberweissen, stellenweise ins Grünliche stechenden gemeinen Talk eingewachsen.
- Magnesit: dichter Magnesit aus dem Serpentin am Fusse des Schlossberges zu Tarasp. Derbe Massen. Farbe weiss, stellenweise gelb gefleckt. Dicht. An den Kanten durchscheinend. matt.
Gebiet:
014_GR / Scuol (rätorom.), Schuls (dt.), Schuols, Tarasp, Cattüra Felix, Ftan (rätorom.), Fetan (dt.);(Erdgas)
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Scuol,
Beschreibung:
Im Gebiet der Mineralquellen von Schuls-Tarasp im Unterengadin treten schwefelwasserstoffhaltige Mofetten zutage. Die wichtigste Kohlensäuremofette ist die der "Cattüra Felix", westlich von Schuls an der Strasse nach Fetan, deren Ertrag auf 11,000 cbm3 per Tag geschätzt wird. Aufschlussarbeiten in den Jahren 1894-1895 und 1898 hatten keinen praktischen Erfolg (Stand 1915).
Koordinaten, ca.:
2'814’269 / 1'186’461
Literatur:
- Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917
Mineralien:
- Erdgas:
Gebiet:
015_GR / Scuol (rätorom.), Schuls (dt.), Schuols, Tarasp, Chants, Sparsels, Schlossberg (am Fusse)
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Scuol
Beschreibung:
Nahe bei dem kleinen See (ca. 1.5 km südwestlich 'Chants', nahe bei 'Sparsels'. Evtl. gleiche Fundstelle wie 'Fontana'. Südlich von Tarasp sind den Kalkphylliten Serpentine eingelagert. Am Schlosshügel von Tarasp enthalten dieselben Nickelhydrat und Chromeisen.
Koordinaten, ca.:
2'815’600 / 1‘184’150
Literatur:
- Quervain, F. de; Schweizer Strahler; 1976;; Seite 86
- Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917
- Stalder, Hans Anton & Vollenweider, P. & Hügi, M.; Schweizer Strahler; 1991; Heft 4; Seite 173 - 268; Edel- und Schmucksteine aus der Schweiz
Mineralien:
- Aragonit: grünlichweiss, gelblich, rötlich bis blass lila, radialstängelig - faserig, selten in Hohlräume hineinragend.
- Chromeisenerz:
- Taraspit: an der alten Schürfstelle bei Chants südlich Vulpera haben Ende der 1970-er Jahre verschiedene Strahler erneut einige 100 kg Taraspit gewinnen können.
Gebiet:
016_GR / Scuol (rätorom.), Schuls (dt.), Schuols, Tarasp, Taraspersee
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Scuol
Beschreibung:
Ca. 400 Meter südlich des Taraspersees über Fontana. Evtl. gleiche Fundstelle wie 'Schlossberg'.
Koordinaten, ca.:
2'815’650 / 1'184’200
Literatur:
- Quervain, F. de; Schweizer Strahler; 1976; Seite 86-96; Dolomit, Aragonit und Magnesit im Serpentin von Tarasp
Mineralien:
- Aragonit: derb, orangegelb bis gelb, schönes Material, in bis 5 cm dicken Schichten, wurde früher abgebaut und für Hausteinarbeiten (z.B. als Türgewände des heutigen Postgebäudes in Fontana-Tarasp) verwendet. Heute ist der Fundort verschüttet.
Gebiet:
017_GR / Scuol (rätorom.), Schuls (dt.), Schuols, Vulpera, Clemgiaschlucht, Glemgiaschlucht, Tarasp (Schlosshügel), St. Jon, Schuls-Pradella (Innbrücke);(Nickelerzabbau)
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Scuol
Beschreibung:
1800 Meter südlich der Kirche von Schuls an der Einmündung des S-charltales in das Inntal. Förderung 6 Tonnen für Versuche. Mai 1918. Nickelerzvorkommen ca. 1.5 km südlich von Scuol. Daneben sind weitere Vorkommen unter folgenden Koordinaten zu finden: 2'818’675 / 1‘184’725 - ca. 1320 m ü. M. 2‘818’650 / 1‘184’575 - ca. 1330 m ü. M. 2‘818’825 / 1‘185’750 - ca. 1500 m ü. M. Fehlmann (1919): In der Clemgiaschlucht, welche südlich von Schuls (Unterengadin) die Einmündung des Scarltales in das Inntal bildet, befindet sich ca. 1800 m südliche der Kirche von Schuls ein Nickelerzvorkommen. Als selbständige Erzformation finden sich Nickelerze in der Schweiz nur in den Serpentinen der Gegend von Schuls-Tarasp. Unter den hier bekannten Fundpunkten von Nickelerz am Schlosshügel von Tarasp, in der Clemgiaschlucht, bei St. Jon und an der Innbrücke Schuls-Pradella (Pt. 1177) ist das Nickelerzvorkomrnen in der Clemgiaschlucht das bedeutendste und von der Natur am besten aufgeschlossene.

Im Unterengadin zieht sich von SW-NE dem Inn entlang ein in mehrere Teile aufgelöster Zug von Serpentin. Bei Schuls-Tarasp werden am südlichen Innufer die ziemlich flach nach SE einfallenden Bündner Schiefer der lepontinischen (rätischen) Decke von einer steilstehenden, kleinen Serpentinmasse durchbrochen, die den wenig mächtigen Nordschenkel eines Serpentingewölbes darstellt, dessen ebenfalls fast senkrecht stehender Südschenkel in der Clemgiaschlucht ca. 600 m mächtig ist. An der südlichen Grenze findet sich fast durchgehend eine Zone von Ophikalzit (Serpentin-Kalzit-Dolomitbreccie, grün, kirschrot und weiss). In diesem NE streichenden, südlichen Serpentinzug tritt auf eine Länge von ca. 550 m ein 25° NE streichender und durchschnittlich 60° NW fallender, 2-4 m mächtiger Gang von Karbonat mit Nickelerz auf. Der Gang kann ungefähr parallel der Schlucht, Weg und Bach mehrmals kreuzend, bald auf der einen, bald auf der anderen Seite verfolgt werden.

Eine ausgewählte, reine Erzprobe der Clemgiaschlucht ergab folgende Analyse: SiO2: 26,01%; H2O: 3,30%; CO2: 27,90%; Al2O3: 9,24%; Fe2O3: Spur; FeO: 5,18%; CaO: 1,90%; MgO: 16,12; NiO: 10,05%. Aus der Analyse ist ersichtlich (nach Abzug der Karbonate und der Tonerde), dass es sich um ein wasserhaltiges Nickelsilikat, ähnlich dem Comarit und Röttisit, handelt. Das Nickelhydrosilikat der Clemgiaschlucht unterscheidet sich vom bekannten Nickelerz Garnierit (Nickelmagnesiahydrosilikat), der ebenfalls im Serpentin auftritt, durch das Fehlen von Mg. Die mit dem Nickelhydrosilikat vermischten dunkelbraunen bis schwarzen Körner erwiesen sich bei der Prüfung mit der Boraxperle als Chromit. Der Bitterspat-Nickelsilikat-Gang der Ciemgiaschlucht ist in erster Linie eine Bitterspatlagerstätte, die in Anbetracht des hohen Magnesiumgehaltes des Bitterspates (bis 77% Mg O3) als das grösste zurzeit bekannte Magnesitlager der Schweiz Beachtung verdient.

Die bergmännischen Arbeiten.

Über den Bergbau auf Nickelerze ist in der Gegend von Schuls-Tarasp nur weniges bekannt. Nach G. Theobald wurde versucht, "das grüne Nickelhydrat vom Schlosshügel von Tarasp, welches mit Chromeisen vorkommt", zu gewinnen, weil man es für Malachit hielt. Auch die im Vorkommen der Clemgiaschlucht und von St. Jon unternommenen Versuche erzielten kein günstiges Ergebnis und sind kaum erwähnenswert. Aufbereitungs- und Verhüttungsversuche. Der ausserordentliche Mangel an Nickel während der Kriegsjahre sowie der immer steigende Preis dieses Metalls, veranlassten das Bergbaubureau zu Untersuchungen, die sich besonders auch auf die Aufbereitung und Verhüttung des Erzes erstreckten.

Koordinaten, ca.:
2'818’250 / 1'184’900
Literatur:
- Fehlmann, Hans; Der Schweizerische Bergbau während des Weltkrieges; 1919; Seite 284-288- List, L.; Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft Graubünden; 1877-1878; Band 22; Seite 40-41
- Quervain, F. de; Schweizer Strahler; 1976; Seite 86-96; Dolomit, Aragonit und Magnesit im Serpentin von Tarasp
- Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917
- von Arx, Rolf; Bergknappe; 1983/2; Heft 24; Seite 19-22; Gustav Weinmann - ein unbekannter Bergwerksunternehmer
Mineralien:
- Chromit:
- Dolomit: (Bitterspat). Gelb bis braun, die Struktur ist zum Teil körnig, zum Teil dicht.
- Epsomit: weisse Ausblühungen.
- Garnierit: als untergeordneter Bestandteil von Magnetitadern im Serpentin.
- Magnesit: als Gangmaterial, bis 3.5 m Mächtigkeit und 0.5 km Länge, schneeweiss, dicht.
- Nickelerz:
- Ophicalcit:
- Quarz: in den Magnesitgängen.
- Röttisit: wasserhaltiges Ni-Silikat aus Magnesitgängen.
Gebiet:
018_GR / Tarasp, Val Minger, Val Mingèr, Scarl, S-charl, Schiarl, Val Plaun, Ofenpass;(Erzabbau)
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Scuol,
Beschreibung:
Epprecht, W.: Mehrere Autoren berichten von einem früheren Eisenerzabbau im Scarltal. Heute sind nur die Blei-Zinkerze von Scarl bekannt. Nach E.Escher kommen neben anderen Vererzungstypen auch solche im anisischen Muschelkalk vor, der zum Teil Nester von eisenhaltigem Karbonat führt, welche mit Zinkblende, Bleiglanz und Pyrit versetzt sein können und dass der Eisengehalt früher stellenweise abbauwürdig war. Einwandfreie Belege fehlen jedoch. Scanfs, Piz Fier. Von hier wird ein Eisenabbau angenommen, konnte dort doch ein Eisenhammer mit der Jahreszahl 1401 gefunden werden. Schmid,C.: In der Umgebung von Scarl und im Val Minger, südlich von Tarasp, bilden im Wettersteindolomit silberhaltiger Bleiglanz und Galmei mit barytischer Gangart mannigfach verzweigte Intrusionen. Die alten Grubenbauten ob dem Schmelzboden bei Scarl bilden ein labyrintisches Gewirre von Gängen, Weitungen und Stollenörtern. Im 14. Jahrhundert hauptsächlich standen die Gruben im Betrieb. Der letzte Versuch, Bleierze im Scarltal zu gewinnen, stammt aus dem Jahr 1855. Im Val Plaun am Ofenpass wurden analoge Bleiglanzlager abgebaut. Die Koordinaten- und Höhenangaben zeigen auf die Alp Minger und nicht genau auf den Fundpunkt.
Koordinaten, ca.:

Literatur:
- Epprecht, W., Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie - kleinere Mitteilungen Nr. 19 Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. Sonderdruck aus SMPM, Band 37; 1957; Heft 2
- Geiger,Thomas; Bergknappe; 1983/3; Heft 25; Seite 14-20; Ein aussergewöhnlicher Schlackenfund bei S-charl im Unterengadin
- Grimm, Paul Eugen; Bergknappe; 2014/1; Heft 124; Seite 3-13; Aquarellist Heinrich Keller und andere Besucher der Schmelzra in S-charl
- Högl, Otto; Bergknappe; 1983/3; Heft 25; Seite 10-14; Molybdän, ein toxischer Faktor in einem Schweizer Alpental
- Kutzer, H.J.; Bergknappe; 1986/1; Heft 35; Seite 20-21; Neue Erkenntnisse über die «Schmelzra» in S-charl im Unterengadin
- Rauch, Peter; Minaria Helvetica; 1995; Heft 15b; Seite 3-4; Die Region Engiadina Bassa und die Stiftung Schmelzra
- Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917
- Schreiber, Marin; Minaria Helvetica; Heft 15b; Seite 5-11; Das Blei- und Silberbergwerk im Val S-charl
Mineralien:
- Eisenerz:
- Galenit: silberhaltig.
- Pyrit:
Gebiet:
019_GR / Engiadina bassa (rätorom.), Unterengadin (dt.), Martina, Alp Tea
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Valsot
Beschreibung:
Nordwestlich von Martina.
Koordinaten, ca.:
2'828’030 / 1‘198’710
Literatur:
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 163
Mineralien:
- Ferromagnesiokarpholith: grünlich-grau, in Quarz-Karpholith-Adern, in zusammenhängenden Zügen bis 60 cm.
Gebiet:
020_GR / Engiadina bassa (rätorom.), Unterengadin (dt.), Piz Mundin
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Valsot
Beschreibung:
Nördlich, südlich und westlich des Piz Mundin in den Metapeliten der penninischen Bündnerschiefer.
Koordinaten, ca.:
2'827’830 / 1'201’470
Literatur:
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 163
Mineralien:
- Magnesiokarpholith: gesteinsbildend.
Gebiet:
021_GR / Engiadina bassa (rätorom.), Unterengadin (dt.), Ramosch, Val d'Assa, Munt Rusenna
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Valsot
Beschreibung:
Die Koordinaten zeigen nur auf die Fundregion (Munt Rusenna) und nicht auf die genaue Fundstelle. Neben den bekannten Realgarvorkommen im Triasdolomit des Binnentales erwähnt A. Kenngott ("Die Minerale der Schweiz." 1866, p. 405.) Realgarfunde von Rusenna, Val d'Assa, Unterengadin.
Koordinaten, ca.:
2'188’630 / 1‘829’440
Literatur:
- Brandenberger, E. / Winterhalter, R.U.; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1929; Band 9; Heft 2; Seite 241
Mineralien:
- Realgar:
Gebiet:
022_GR / Engiadina bassa (rätorom.), Unterengadin (dt.), Raschvella
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Valsot
Beschreibung:
Zwischen Ramosch und Strada, gegenüber von Seraplana, gelegen.
Koordinaten, ca.:
2'827’900 / 1'192’950
Literatur:
- Parker,R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 234
Mineralien:
- Andalusit:
Gebiet:
023_GR / Fenga da Ramosch, Remüs, Ramosch, Remüser Ochsenalp, Schleins
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Valsot
Beschreibung:
Neben den bekannten Realgarvorkommen im Triasdolomit des Binnentales erwähnt A. Kenngott ("Die Minerale der Schweiz." 1866, p. 405.) Realgarfunde von der Remüser Ochsenalp. Die Lokalität konnte auf der Karte nicht gefunden werden. Kenngott erwähnt: Pyrrhotin von Schleins bei Remüs im Engadin. Remüs wird heute auf der Karte nicht mehr geführt.
Koordinaten, ca.:
2'814’111 / 1'199’779
Literatur:
- Brandenberger, E. & Winterhalter, R. U.; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1929; Band 9; Heft 2; Seite 241
- Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866; Seite 396, 405
Mineralien:
- Chalkopyrit: derb und eingesprengt.
- Pyrrhotin:
- Realgar: Remüser Ochsenalp Rusena im Assathal im Unterengadin: derb und eingesprengt, im Kalkstein.
Gebiet:
024_GR / Stammerspitz, Piz Tschütta, Stammer (Südhang)
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Valsot
Beschreibung:
Eine zu Phakoiden zerborstene Quarzitbank am Südhang des Stammers weist einen mit Butschstreifen versehenen, N 180° E streichenden, polierten Rutschharnisch auf, dessen Rillen senkrecht stehen. Gelegentlich gehen von diesen Störungen fiederartige Kluftsysteme aus. Häufiger sind Schleppungserscheinungen. Die Klüfte sind öfters durch ein Quarz-Calcit-Gemenge verheilt und weisen manchmal senkrecht angeordnete und abgeplattete, das heisst den Kluftflächen angepasste Drusen mit zentimetergrossen Quarz- und Calcitkristallen auf.
Koordinaten, ca.:
2'821’310 / 1‘198’810
Literatur:
- Kläy, Louis; Eclogae Geologicae Helvetiae; 1957; Band 50; Heft 2; Seite 323 - 467; Geologie der Stammerspitze: Untersuchungen im Gebiete zwischen Val Sinestra, Val Fenga und Samnaun (Unterengadin)
Mineralien:
- Calcit: nur im cm-Bereich.
- Quarz: nur im cm-Bereich.
Gebiet:
025_GR / Valsot, Piz Mondin, Piz Mundin, Pfandshof, Hof da Fans, Alp Saronna, Las Pignas, Ruina Cotschna, Val Saronna Pitschna, Las Pignas, Laviner Lad, Val Sampuoir, Mittagsspitze, Finstermünz, Sur, Ochsenalp, Piz d'Err;(Kupfererzabbau)
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Valsot
Beschreibung:
Die basischen Eruptivgesteine des Engadins und Oberhalbsteins enthalten Linsen und Imprägnationen von Kupferkies und Pyrit einerseits am Piz Mondin bei Finstermünz, andererseits bei Sur und auf Ochsenalp am Piz d'Err. Die Koordinaten- und Höhenangaben beziehen sich auf die Ochsenalp und nicht auf den genauen Fundpunkt.

Tarnuzzer: Die alten Erzgruben liegen direkt südlich des Pfandshofes und werden am besten erreicht, wenn man von dem von hier aus nach der Alp Saronna führenden Wege zum langen, oben sehr breiten Lawinen- und Schuttzug Las Pignas abzweigt und hier während 1,5 Stunden steil zu den Felsen des Mondinhanges aufsteigt. Diese beginnen bei ca. 2100 m, während die Gruben und sonstigen Erzspuren der Gegend übereinstimmend eine Höhenlage von 2500 m aufweisen. Es sei noch bemerkt, dass die Köpfe und Gräte der Nordseite des Mondinstockes mit den Punkten 2634, 2802, 2923, 2611 und 2671 m in der topographischen Karte den Gesamtnamen Ruina Cotschna tragen, während man heute in Schleins nur die Westpartie um den Punkt 2671 m gegen Val Saronna Pitschna hin so benennt. Im östlichen Drittteil der steilen und willen Felsennische mit den Erzlagern zieht sich ein scharfer, nach allen Seiten zerhackter Grat mit dem Vorsprung 2174 m zu den Pignas (heute Laviner Lad) hinab. Die Gegend ist von grosser Trockenheit, und nur in der Nähe der Grube V vor Val Saronna Pitschna rinnt im Hochsommer eine Quelle. Steigt man hinter dem Pfandshof von der Strasse auf, so bleibt auf der rechten Seite von Val Sampuoir der graue Bündnerschiefer von Moräne, Lawinen- und Gehängeschutt bedeckt. Der Steilhang der Pignas erst weit hinauf grün berast, dann folgen fast endloser plattiger Schutt, Bergsturztrümmer, mehr östlich auch von Gleitungen abgesetzte Felspartien. Endlich erscheint der Spilitschiefer bei 2100 m mit einem Einfallen von 40 - 50° NW, ähnlich wie es die grauen Schiefer an der Samnauner Strasse beim Ausgang der Val Sampuoir zeigen. Schon weit unten in den Pignas findet man im Schutte Stücke verwitterter Eisen- und Kupfererze, die mit zunehmender Höhe immer häufiger werden. Vor den Felsen des Vorsprunges 2147 m aufsteigend und dann in südöstlicher Richtung zu den Wänden der Spilitschiefer unter Punkt 2802 m einbiegend, kommt man über rostig ausgewitterte, abgeglittene Schichtpartien und Trümmerhaufen zu den Erzgruben, die hier mit I- III bezeichnet werden. Die unterste liegt in 2500 m Meereshöhe, und alle erscheinen in grünem Spilitschiefer, der dünne Quarzlagen führt, auch Quarz und Kalkspat in Adern und kleinen Nestern enthält und zur Hauptsache von dichter Ausbildung ist. Rings umher erscheinen die Felsen von zu Eisenhydroxyd und Eisenvitriol verwitterten Schwefel- und Kupferkiesen rostig gefärbt, auch mit blauen und grünen Flecken und Überzügen von Kupferlasur, Malachit und weissem oder blauem Allophan, einem wasserhaltigen Aluminiumsilikat, das schwach kupferhaltig ist. Die unterste Grube I lässt einen verfallenen Stollen erkennen, der sich bei 4 - 5 m Tiefe in Klüfte zerfasert und aussen mehrere Sprenglöcher zeigt. In dieser Grube haben Leute von Schieins ein Stück Arvenholz als Rest der alten Stollenstützen gefunden. Die Fallrichtung der Grünschiefer ist hier NW, wie an den in den Pignas beginnenden, Felsen. Die mit Kiesen imprägnierte, streifenweise stark durchspickte und angereicherte Grünschieferläge ist ca. 4 m mächtig. Wenig höher an der Felsterrasse liegen die Gruben II und III mit den Spuren mehrerer Sprenglöcher. Auch hier beträgt die Mächtigkeit der mit Erzen imprägnierten Schieferlage ca. 4 m. Alle 3 Stollen waren im Schichtstreichen angelegt und fuhren auf 2 Etagen das Erz an, das sich auch in den oberen Stollen im Ganzen streifenweise in der Schieferungsrichtung verteilt und angeordnet zeigt, so dass partienweise bis zu 10 und mehr Zentimeter anschwellende Imprägnationsstreifen mit taubem Grünschiefergestein wechseln. Mit den Gruben und Stollen I - III sind zwei übereinander liegende gefaltete und verbogene Schichtlagen des Grünschiefers angefahren und abgebaut worden, und es ist wahrscheinlich, dass sich die Erzführung lokal noch wiederholt: so spricht von der Hauptstelle des Nordostteils des Erzgebietes von mehreren übereinander folgenden Schichtlagen mit Erzen. Gut 100 m weiter westwärts am Steilgehänge folgt an einer Kluft in einem von Schutt umgürteten breiten Felsenriff ein weiterer Stollenmund, den wir als Grube IV bezeichnen. Die Höhenlage ist wiederum 2500 m, und es ist die in ähnlicher Art und mit den gleichen Erzen imprägnierte Grünschieferschicht als die direkte Fortsetzung des Lagers der Gruben I - III zu betrachten. Man sieht in geringer Stollentiefe Stützwerk aus Arvenholz in Form ansehnlicher Stämme ; die Arve ist nämlich an diesem Berghange das am höchsten vorkommende Nadelholz und reicht mit ihren kümmerlichen, zerfetzten und gebleichten Posten bis 2200 m hinan. Beim Stollen IV ist die erzführende Schieferlage, der braunen Verwitterungsfarbe nach zu schliessen, wieder von der früheren Mächtigkeit; über den 4 m des Komplexes folgt wieder grüner unverfärbter Spilitschiefer. Der westlichste Punkt, wo auf der Samnauner Seite des Mondinstockes die Erze auftreten, liegt weit drüben am Rücken des Vorgrates unter der eigentlichen Ruina Cotschna (2671 Meter) gegen Val Saronna Pitschna hin. Die Stelle ist in der Luftlinie ca. 500 m von den Stollen I - III entfernt, die Höhenlage ist die gleiche, ungefähr 2500 m. In der Nähe eines gänzlich verfallenen Stollens (Grube V) hinter dem crêteartigen Rücken soll einst etwas tiefer eine Hütte gestanden sein, von der jedoch keine Reste erhalten geblieben sind. Über dieser Stollenruine dehnt sich, nach Osten hin noch eine Strecke weit verfolgbar, der rostig angewitterte Grünschieferkomplex mit Kupfer- und Schwefelkies, auch mit einem dem Fahlerz ähnlichen Mineral, dessen auch vom Piz Mondin Erwähnung tut, ohne genauere Fundstellen anzugeben. Malachit und Lasur sind vielfach als Verwitterungsprodukte in Krusten, Anflügen und Überzügen vorhanden. Die Mächtigkeit der erzführenden Schichten ist auch hier übereinstimmend ca. 4 m. Über dieser Partie des Erzlagers erhebt sich die Ruina Cotschna im engeren Sinne, die sich ostwärts zu den noch wilderen und kühneren Türmen und Nadeln der Mittagsspitzen fortsetzt. Auf der Zwischenstrecke ist am Felsfuss die erzführende Schicht wieder nachweisbar, so dass das Erzlager die Köpfe fast der ganzen westlichen Hälfte der Ruina Ccotschna im weiteren Sinne durchsetzt, wie auch Theobald es angegeben hat. Nach diesem Autor kommt auch auf der Südseite des Piz Mondin in den Spilitschiefern ein Erzband vor und zwar unter den mittleren Spitzen der wilden Berggruppe, dessen er mit folgenden Worten gedenkt: "Ein breites Band von gelblichem zersetztem Schiefer mit Kalkspat, Rot- und Brauneisenstein und Quarz zieht durch die grünen Schiefer in der Richtung der Streichungslinie des Gebirges und könnte in Beziehung zu den Kupfererzen jenseits stehen." Die Erze des Piz Mondin sind Sulfide, Pyrit, Kupferkies und deren Verwitterungsprodukte. Bei der Grube V evtl. auch noch Fahlerz. Der Schwefelkies überwiegt bei weitem, namentlich in den Gruben I - IV.
Koordinaten, ca.:
2'768’640 / 1‘186’300
Literatur:
- Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917
- Tarnuzzer, C.; Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft Graubünden; 1921-1922; Band 61; Seite 1 - 11; Die Eisen- und Kupferkieslager der Nordseite des Piz Mondin im Unterengadin
Mineralien:
- Azurit: Tanuzer: ...während die Verwitterungsprodukte des Kupferkieses vor allem bunte Anflüge und Krusten von Malachit und Lasur liefern.
- Chalkopyrit:
- Eisenhydroxid:
- Eisenvitriol:
- Malachit:
bunte Anflüge und Krusten.
- Pyrit:
Gebiet:
026_GR / Engiadina bassa (rätorom.), Unterengadin (dt.), Zernez, Lavin;(Eisen-Kupfererzabbau)
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Zernez
Beschreibung:
In den Gneissen bei Lavin im Unterengadin finden sich Einlagerungen von Kupferkies und Pyrit. Die Koordinaten zeigen auf das Dorf und nicht auf die Vererzung. Das Vorkommen liegt hart am Wege, der von Lavin über Prasüras nach Süs führt, im Wald östlich des Baches des Lavinier Savaidas, 1450 MüM. Das Nebengestein ist ein dem Silvrettakristallin angehörender Para-Biotitgneis. Südlich über dem Vorkommen geht er in Zweiglimmergneis über, wenig höher steht Amphibolit, der aus gewöhnlicher Hornblende, Epidot, Andesin und etwas Apatit besteht, an. Die Erzlagerstätte besteht aus einer dem Gneis konkordant eingelagerten, im Streichen auf 30 in verfolgbaren, maximal 4 m mächtigen Linse eines porösen, grünen Gesteins, dem die Erze eingesprengt sind. Die Grenze des Hornblendegesteins gegen den Gneis ist scharf; letzterer führt in der Nähe des Kontaktes etwas Epidot, der ihm im übrigen fehlt. Der sonst braune Biotit des Gneises ist an der Grenze gegen das Erz hin schmutziggrün, der Gneis scheint somit von der erzführenden Einlagerung her beeinflusst worden zu sein. An Erzen kommen vor: Pyrit, Kupferkies, Bleiglanz, Zinkblende, Covellin. Die beiden erstgenannten sind die wichtigsten, die übrigen treten nur akzessorisch auf. Unter sich sind die beiden Erze buchtig verwachsen. Die Blende führt rundliche Kupferkieseinschlüsse. Einzelne Bleiglanzkörner werden durch Covellin verdrängt. Erze und Begleitmineralien sind regellos durcheinandergemischt. Die Erze scheinen an das Hornblendegestein gebunden zu sein. Im Gneis wurden nur unbedeutende Erzapophysen gefunden.
Koordinaten, ca.:
2'803’990 / 1'183’016
Literatur:
- Escher, Eduard; 1935; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, 18. Lieferung; Seite 63-65; Das Fe - Cu -Vorkommen von Lavin (Unterengadin).
- Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1987/4; Heft 42; Seite 23-25; Die Eisen-Kupfer-Vorkommen von Lavin, Unterengadin.
- Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917
Mineralien:
- Chalkopyrit: der Chalkopyrit kommt in kleinen Partien vorwiegend als Zwickelfüllung zwischen den Nichterzen vor. Unter sich sind die beiden Erze buchtig verwachsen. Die Blende führt rundliche Kupferkieseinschlüsse. Einzelne Bleiglanzkörner werden durch Covellin verdrängt. In Nichterzen eingesprengt.
- Covellin:
- Galenit: in Nichterzen eingesprengt.
- Pyrit: als häufigstes Erz bildet z. T. grosse, rundliche, rissige Körner, z. T. Zwickelfüllungen zwischen den die Erze beherbergenden Mineralien. Er führt unregelmässig geformte Einschlüsse aller übrigen Erze, mit Ausnahme des Covellins. Stellenweise bildet der Pyrit derbe Massen mit nur geringem Anteil anderer Mineralien.
- Sphalerit: Bleiglanz und Zinkblende sind, wie der Kupferkies, den Nichterzen eingesprengt. Die Blende führt rundliche Kupferkieseinschlüsse. Einzelne Bleiglanzkörner werden durch Covellin verdrängt.
Gebiet:
027_GR / Engiadina bassa (rätorom.), Unterengadin (dt.), Zernez, Piz Vadret
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Zernez
Beschreibung:
Besonders in quarzführendend zwei Piz Vadret zu finden:
Koordinaten, ca.:
2'793’053 / 1'173’761
Literatur:
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 234
Mineralien:
- Andalusit: bis 20 cm, meistens unter 10 cm, dicksäulig, frisch rosarot bis fleischrot, meistens blassrot bis violettrot.
- Kyanit:
- Muskovit:
- Quarz:
Gebiet:
028_GR / Engiadina bassa (rätorom.), Unterengadin (dt.), Zernez, Radönt
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Zernez
Beschreibung:
Gegend südöstlich des Flüelapasses, zwischen der Flüelastrasse und dem Piz Radönt.- Andalusit: Bis 20 cm, dicksäulig, bergfrisch mit rosaroter bis fleischroter Farbe, oft aber blassrot bis violettrot bis grünlichgrau.
Koordinaten, ca.:
2'793’000 / 1‘179’200
Literatur:
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 158
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 234
Mineralien:
- Kyanit:
Gebiet:
029_GR / Engiadina bassa (rätorom.), Unterengadin (dt.), Zernez, Sassauta, Piz Linard (Südostgrat)
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Zernez
Beschreibung:
Sassauta liegt am Südostgrat des Piz Linard. evtl. ist Radönt ein eigener Fundort mit denselben Mineralien.- Andalusit: Bis 20 cm, dicksäulig, bergfrisch mit rosaroter bis fleischroter Farbe, oft aber blassrot bis violettrot bis grünlichgrau.
Koordinaten, ca.:
2'800’950 / 1‘186’450
Literatur:
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 158
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 23
Mineralien:
- Kyanit:
Gebiet:
030_GR / Engiadina bassa (rätorom.), Unterengadin (dt.), Zernez, Val Sursura
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Zernez
Beschreibung:
Nordwestlich von Zernez gelegen.
Koordinaten, ca.:
2'799’300 / 1‘177’200
Literatur:
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 264
Mineralien:
- Hypersthen: in Norit.
Gebiet:
031_GR / Il Fuorn (rätorom.), Ofenberg (dt.), Piz Gialet, Fop da Buffalora, Munt da Buffalora, Val Ftur, Vdagnöla, Murteras da Grimels, Champ löng, Piz Laschadurellas, Ova Spin, Val Stavelchod, Val Stabelchod, Val del Botsch, Val dal Botsch, Val Prüna, Zernez;(Erzabbau)
Region: Bezirk Engiadina Bassa / Gemeinde Zernez
Beschreibung:
Epprecht: Erwiesener Erzabbau in der Region 'Il Fuorn-Ova Spin' evtl. alte Bezeichnung für Zernez) in den Jahren von 1588 bis 1685. Nähere Angaben fehlen. Ova Spin ist ein Bach und eine Lokalität. Die Koordinaten zeigen auf die Lokalität (gleich neben dem Bach). Die Abbaugruppe Ova Spin befindet sich auf 2400-2480 m Höhe am Piz Laschadura über dem waldreichen Plan Verd. Boesch (1935): (Höhen- und Ortsangaben gemäss Siegfriedkarte, 1927, Ofenpass).

1. Abbaugruppe Ova Spin Abbaustelle.
Von der Ova-Spin-Brücke (1841 m) folgt man durch Vdagnöla der alten Ofenpassstrasse bis P. 1924 m; von hier führt ein kleiner Fussweg der grossen, von NE kommenden Schuttrinne entlang auf die Alpen von Murteras da Grimels. Ungefähr vom «u» von «Murteras» (Siegfriedkarte, 1927) aus zieht sich in zirka 9 scharfen Spitzkehren eine aus der Nähe kaum erkennbare Wegspur steil den Hang hinan, bis sie auf zirka 2430 m unter den steil aufsteigenden Felsen endigt. Dort erblickt man auch einige anrostende Schutthalden, die die Abbaustelle anzeigen. Die einzelnen Stollen, noch deutlich erkennbar, liegen horizontal eng nebeneinander am obersten Ende des vom Weg benützten, zwischen zwei scharf eingeschnittenen Bachrunsen liegenden Wiesenstückes dicht unter den abschliessenden Felsen. An zwei Grubenausgängen sind noch Sperrhölzer erkennbar, eines noch aufrecht stehend, die beiden andern halb unter dem Bergschutt verborgen. Das Erzvorkommen ist ganz lokal; in den beidseits begrenzenden Bachrunsen, die die Zusammenhänge vortrefflich aufschliessen, ist nur noch etwas limonitisierte Dolomitbreccie erkennbar, aber keine Spur etwa eines Erzganges. Das Erzvorkommen fällt zusammen mit einer zwischen zwei Hauptdolomitkomplexen liegenden Diskordanzfläche, die etwa 45 bis 50° bergwärts einfällt. Besonders der untere Dolomit ist stark tektonisch beansprucht und häufig mit Erz imprägniert, wobei dann besonders bei Bindemittelimprägnation der Eindruck entsteht, es könne sich um die rote Hauptdolomitbasalbreccie handeln. Die vortrefflich aufgeschlossenen Verhältnisse zeigen, dass es sich hier um eine sekundäre Lagerstätte handelt, bei der der Eisengehalt sehr wahrscheinlich aus dem Hauptdolomite stammt. Die Grube war voraussichtlich rasch ausgebeutet und wieder aufgegeben worden, trotzdem das Eisenerz von vorzüglicher Qualität war. Die Stollen selbst sind nicht mehr zugänglich, so dass sich über die Art und Weise des Abbaues weiter keine Aufschlüsse ergeben. Der Erzweg hatte eine Breite von minimal 1,50 m und besass gut ausgebaute Spitzkehren, so dass angenommen werden darf, dass von der Abbausteile weg gesäumt wurde. Von Murteras da Grimels talwärts ist der Weg nicht mehr erkennbar. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass er dem Talausgange gegen Vdagnöla folgte und dass nicht der schwierigere und längere Transport entlang dem Abhänge - wo übrigens auch keine entsprechenden Wegspuren mehr zu entdecken sind - gegen II Fuorn gewählt wurde.

2. Abbaugruppe II Fuorn Abbaustelle.
Vom SE-Ende von Champ löng (zirka 2020 m) zieht sich, vorerst bewaldet, ein breiter Rücken nördlich gegen den Piz Laschadurellas. Bei P. 2282 m endigt der Wald, und stufenförmig steigen wir über die östslichsten Alpen von Murteras da Grimels zum nächsten Signale P. 2635 m empor. Zwischen diesen beiden Signalen liegen die beiden Abbaugruppen, die untere bei zirka 2370 m, die obere bei zirka 2450 m. Die obere Abbaugruppe auf der kleinen Terrasse bei zirka 2450 m liegend, besteht aus fünf erkennbaren Stolleneingängen, die, ungefähr auf derselben Höhe liegend, auf eine Distanz von zirka 100 m zwischen den beiden äussersten Stollen abgeteuft wurden. Den klarsten Einblick in die Abbauverhältnisse gibt der am weitesten gegen das Val Ftur zu gelegene Stollen, dessen Eingang noch recht gut erhalten ist. Dieser Stollen misst am Eingang zirka 4:5 m und wurde senkrecht durch den Hauptdolomit vorgetrieben. Bergschutt füllt den Eingang vollständig aus; nicht besser steht es bei den andern Eingängen. Die geologischen Verhältnisse sind schwer zu überblicken. Sicher ist nur, dass der liegende wie der hangende Komplex aus Hauptdolomit besteht und wir hier sehr wahrscheinlich die Fortsetzung der Erzzone von Ova Spin vor uns haben. Die Details sind durch Gehängeschutt verwischt. Die untere Abbaugruppe umfasst sechs meist undeutlich erkennbare Stolleneingänge. Auch hier liefert wieder der am weitesten gegen Val Ftur zu gelegene Stolleneingang den besten Aufschluss. Hier ist das Hangende ebenfalls Hauptdolomit. Das Dach des Einganges ist nicht eingestürzt, nur seitlich hat der Gehängeschutt alles zugedeckt. Eine etwa handbreite Öffnung ist noch vorhanden, und mit geringer Arbeit wäre hier wohl der Stollen wieder aufzudecken. Verfolgen wir das Profil entlang dem Hang, so wird klar ersichtlich, dass der hangende Hauptdolomit Raibierschichten diskordant aufliegt. Diese Raibierschichten, sandig und dolomitischbrecciös, sind sehr stark limonitisiert und nähern sich stellenweise der typischen roten Raiblerbreccie, die so stark der roten Liasbreccie ähnlich sieht und im hinteren Val Ftur rechtsseitig in Fortsetzung unserer Diskordanzfläche charakteristisch aufgeschlossen ist. Der Erzweg. Über das erste Teilstück bis zur alten Ofenstrasse sind wir vollständig im Ungewissen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das Eisenerz direkt in die Val Ftur hinunter transportiert wurde. Von dort würde der Erzweg mit der alten Talstrasse (heute Fussweg) bis kurz vor II Fuorn zusammenfallen, wo er zum Hochofen abzweigte.

3. Abbaugruppe Stavelchod (heute Stabelchod): Abbaustelle.
Die einzige Stelle innerhalb dieser Gruppe, wo sicher Eisenerz abgebaut wurde, liegt in der Val del Botsch (heute Val dal Botsch) ungefähr beim Schnittpunkt des Fussweges mit der Höhenkurve 2400 m. Es sind freilich nur noch recht wenige Eisenerzbrocken, die äusserlich völlig limonitisiert sind, im Gehängeschutt verstreut vorhanden; von etwaigen Stolleneingängen usw. findet sich dagegen keine Spur! Die geologischen Verhältnisse sind klar aufgeschlossen: Der Fundort liegt auf einer gegen NW flach ansteigenden Schubfläche; das Liegende besteht aus Muschelkalk, der überschobene Komplex gehört den Raibierschichten an. Dieser Überschiebungshorizont ist ausserdem durch verschiedene Quellen und Sinterwässer angedeutet. Damit wäre auch dieses Vorkommen in die gleiche Gruppe von Erzlagerstätten zu stellen wie die beiden vorhergehenden, nur dass es sich hier um ein Lager zwischen Muschelkalk und Raibier handelt. Es ist wahrscheinlich, dass im Val Stavelchod auch Gruben gelegen haben. Jedenfalls finden sich im Bachbett oft schöne Stücke von Eisenerz. Trotz längerer Beobachtung und Begehung vermochte ich (Boesch) indessen die Gruben nicht zu entdecken. Dass sie aber bedeutender waren als die durch Zufall gefundene Lagerstätte im Val del Botsch, beweist die Lage des zugehörigen Hochofens, der am Ausgange der Val Stavelchod und nicht der Val del Botsch liegt. Der Erzweg ist in dieser Abbaugruppe nirgends mehr vorhanden; er verlief vermutlich an Stelle der heutigen Wegspur im Talgrunde.

4. Abbaugruppe Buffalora Abbaustelle.
Das Abbaugebiet von Buffalora ist das weitaus ausgedehnteste der ganzen Ofenberggegend. Die Lage der Stollen und Halden befinden sich auf der Höhe von Munt da Buffalora (Höhe zirka 2520 m) beidseits des Köpfchens P. 2453 m vorbei längs zwei deutlichen Abbauzonen gegen das obere Ende des südlicheren der beiden auf der Karte eingezeichneten Bächlein der Alp Buffalora (Angaben gemäss Siegfreidkarte von 1927, Ofenpass). Die geologischen Verhältnisse waren lange Zeit unrichtig gedeutet worden. In Anlehnung an die Bergwerke von Scarl wurde angenommen, dass der Bergbau im Wetterstein des Munt da Buffalora betrieben wurde. Dies ist nur teilweise richtig. Die Lagerstätten fallen hier zusammen mit zwei tektonischen Diskordanzflächen, die in der oben angegebenen Richtung an dem P. 2453 m vorbeistreichen und sämtliche Schichten der unteren Trias vom Verrukano inklusive bis zum Wetterstein durchsetzen. So sind die untersten Stollen eindeutig bis zum Buntsandstein vorgetrieben worden; die folgenden liegen im Muschelkalk, während die obersten und anscheinend bedeutendsten meistenteils im Wetterstein liegen. Es ist sehr wohl möglich, dass die primären Lagerstätten dem Typus Scarl teilweise zugehören. Abgebaut wurden jedoch nur sekundäre Lagerstätten, die sich dem Typus der schon beschriebenen eng anschliessen. Daraus mag sich auch erklären, dass in alten Quellen hin und wieder auf die Silberausbeute in Buffalora hingewiesen wird; Ag mag eben aus dem skizzierten Grunde stellenweise, besonders im Wetterstein, neben dem vorherrschenden Eisenerz auch vorgekommen sein. Sichtbar sind heute (1936) nur noch die Halden und die verschütteten Stolleneingänge. Einzig ein Stollen ist noch begehbar. Er führt zirka 50 m tief ins Innere, wo sich ein Vertikalschacht zum nächst tieferen Stollen anschliesst. Dieser Vertikalschacht ist noch auf etwa 10 m begehbar; dann verschliessen abgestürztes Gebälk und Fels ein weiteres Vordringen. Soweit wir beobachten können, gelangte der Stollen nirgends in ein Erzlager. Der ausgezeichnete Ausbau auf eine Höhe von stellenweise 2,40 m lässt ihn jedoch nicht nur als einen Versuchsstollen erscheinen; vielmehr scheint er mit den tieferen Stollen im Zusammenhang zu stehen und gewissermassen als Zugangsweg gedient zu haben. Damit im Zusammenhang ist auch bemerkenswert, dass nur der unterste Stollenausgang eine beträchtlichere Wasserführung aufweist; die Stollenwässer scheinen sich im untersten Stollen zu sammeln und treten aus dem Auswurfschacht als starke Quelle zu Tage. Somit darf angenommen werden, dass zum mindesten die Stollen der Gruppe V untereinander in einer Beziehung stehen. Diejenigen der Gruppen III und IV bilden wieder eine Gruppe für sich; Gruppe I und II sind grösstenteils nur Tagbauten. Von besonderem Interesse ist der letzte Überrest eines kleineren Schmelzofens auf zirka 2520 m Höhe; mag derselbe einer früheren Abbauperiode zugehören oder nur zum Anreichern des Erzes gedient haben, seine Lage hoch über der jetzigen und früheren Waldgrenze und weit entfernt von jeglichem Wasser ist auf jeden Fall merkwürdig. Erzweg. Erhalten ist nur noch das auf dem Kärtchen eingezeichnete Stück, welches deutlich Richtung Fop da Buffalora und P. 2197 m weist. Von dort fällt der alte Weg mit dem neuen zusammen.

5. Abbaugruppe Ofenpass Abbaustelle.
Den ersten Hinweis, dass auf der Höhe des Ofenpasses einmal ein Abbau von Eisenerz stattgefunden haben muss, lieferten die letzten Reste eines Eisererzdepots hart neben der Strasse, etwa 150 m nördlich der Passhöhe. Die Lage dieser Erzhaufen auf der südlichen Seite der Strasse, verbunden mit einer Berücksichtigung der geologischen Verhältnisse, führten dazu, die Abbaustellen gegen den Piz Gialet hinauf zu suchen. Tatsächlich fanden sich denn auch ungefähr beim «ü» von «jüve» (Höhe 2220 m) (nicht auf der Siegfriedkarte) Spuren ehemaliger Abbautätigkeit. In der Deutung derselben muss man jedoch in dieser stark verkarsteten Rundhöckerlandschaft sehr vorsichtig sein. Diese Lagerstätten fallen zusammen mit einer tektonischen Diskordanzfläche, die, etwa SW-NE über das kleine Pässchen südlich des Piz Gialet streichend, steil N in die Tiefe einfällt. Erzweg. Vermutlich die alte Passstrasse vom Pass direkt hinunter nach Buffalora. Anhangsweise sei noch auf ein kleineres Erzvorkommen im Wetterstein hingewiesen, das sich in der oberen Val Brüna (nicht auf der Karte), direkt östlich unter dem Wettersteinköpfchen, Punkt 2316 m, befindet. Abbauspuren finden sich hier jedoch keine.
Koordinaten, ca.:
2'808’238 / 1‘173’350
Literatur:
- Boesch, Hans; Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft Graubünden; 1935-1936; Band 74; Seite 109 122; Der Bergbau am Ofenpass nördlich der Passhöhe
- Epprecht, W., Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie - kleinere Mitteilungen Nr. 19 Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. Sonderdruck aus SMPM, Band 37; 1957; Heft 2
- Hofmann, Beat; Bergknappe; 2013/1; Heft 122; Seite 3 - 12; Bormio und die Eisenverhüttung am Ofenberg
Mineralien:
- Eisenerz:
Gebiet:
032_GR / Val Saglains, Fop Tiamarsch, Piz d'Urezza (Gipfel), Piz del Ras (Gipfelpartie), Furcletta, Val Tuoi, Val Tasna, Piz Giarsunom (Gipfel)
Region: Bezirk Engiadina Bassa/Val Müstair / Gmd Zernez
Beschreibung:
Die Koordinaten zeigen auf den Piz d'Urezza. Andalusit tritt in der Silvretta als gelegentlicher mikroskopischer Gesteinsgemengteil auf; die charakteristischen Vorkommen von grösseren Individuen sind aber an Linien und Knauern von Quarz gebunden; grössere Stücke, die ohne Quarz als Begleitmineral im Gestein eingelagert sind, werden selten gefunden. Diese andalusitführenden Quarzlinsen sind beschränkt auf Paragneise (Biotitschiefergneise und Tonerdesilikatgneise) und Mischgneise (Knoten-, Lagen- und Adergneise). Besonders reichlich finden sie sich in der Pischa- und der Scalettazone. Ihr Auftreten ist ziemlich unregelmassig; bei den Angaben von "Fundstellen" handelt es sich um grössere und kleinere Bereiche, in denen eine gewisse Häufung festzustellen ist. Ergiebiger als das anstehende Gestein und besser zum Sammeln geeignet sind im Allgemeinen Moränen und Schutthalden, die aus andalusitführenden Gebieten herstammen. Spaenhauer führt unter anderem folgende Andalusitfundstellen in der Silvretta auf: Gipfel des Piz d'Urezza, Gipfelpartie des Piz del Ras (in Tonerdesilikatgneisen im Amphibolit), Furcletta (zwischen Val Tuoi und Val Tasna), 50 m w. des Sattels. Piz Giarsunom in der Nunagruppe (beim Gipfelsignal). Weiter Fundorte siehe unter Pischa und Scaletta
Koordinaten, ca.:
2'799’480 / 1'175’040
Literatur:
- Spaenhauer, Fritz;Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen;1933;Band 13; Heft 2; Seite 323-346; Die Andalusit- und Disthenvorkommen der Silvretta
Mineralien:
- Andalusit: Die Andalusitknauern können beträchtliche Dimensionen annehmen. So wurde bei der Furcletta ein Block von ca. 50 cm Durchmesser gefunden, der fast ausschliesslich aus Andalusit bestand. Im Allgemeinen sind sie aber kleiner (5 bis 10 cm Durchmesser), oft auch ganz unscheinbar. In solchen Knauern finden sich selten gut individualisierte Kristalle. Kristallographische Umgrenzung zeigen meist nur in Quarz eingewachsene Einzelindividuen. Den grössten gut ausgebildeten Kristall fand sich in einem Block bei Fop Tiamarsch in der Val Saglains. Er ist stark verbogen und besitzt eine Länge von 19,5 cm und einen Querschnitt von 3,5x4 cm. Die Farbe auf unzersetzten Flächen und im frischen Bruch ist rosarot bis fleischrot; im Allgemeinen sind die Kristalle aber oberflächlich meist blaurot bis rotviolett gefärbt, oft auch blass grünlichgrau. Häufig ist ein Überzug von silberglänzendem Muskowit vorhanden. Der Habitus ist dicksäulig nach der c-Achse mit 110 als Begrenzung. An den Enden sind die Kristalle häufig abgebrochen, andernfalls tritt die Basis als einzige Endfläche auf. Ganz selten lassen sich die Formen 100, 010 und 011 (ev. 101) beobachten. Die Kanten sind meist gerundet. Deformationen der Kristalle sind sehr häufig, ja beinahe die Regel. Solche Individuen sind entweder verbogen oder plattgedrückt, d. h. der normalerweise fast quadratische Querschnitt wird zu einem typisch rhombischen.
Gebiet:
033_GR / Domat (rätorom.), Ems (dt.), Calanda
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Domat/Ems
Beschreibung:
Nördlich von Ems gelegen. Die Koordinaten zeigen ganz allgemein auf das Gebiet Calanda.
Koordinaten, ca.:
2'756’600 / 1'196’000
Literatur:
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 53
Mineralien:
- Arsenopyrit: als Einsprenglinge in einem schiefrigen Gestein (Dogger), scharfkantige Ausbildung, bis 2 cm.
Gebiet:
034_GR / Reichenau
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Domat/Ems
Beschreibung:
In der Nähe des Strassenstutzes bei Reichenau folgt der Bahnkörper der Berglehne der östlichen Rheinstromseite und führt ausschliesslich durch Schutt- und Blockmaterial von Obern Jurakalk. In diesem fanden Herr Prof. Dr. Heim und ich (Tarnuzzer), als wir im Herbst 1895 die Bahnarbeiten verfolgten, Adern, Schmitzen und Nester von gediegenem Schwefel, in welchen häufig winzige, wohlausgebildete Bergkrystalle eingewachsen sind. Die schönsten der von mir (Tarnuzzer) gesammelten Stücke wurden der mineralogischen Sammlung des Rhätischen Museums übergeben. Bisher (1895) kannte man im Kanton als Schwefelfundorte einzig die Gypslager von Samnaun, vom Weissenstein auf dem Albulapasse und Schuls-Tarasp.
Koordinaten, ca.:
2’750800 / 1’187780
Literatur:
- Tarnuzzer, C.; Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft Graubünden; 1895-1896; Band 39; Seite 55 63; Geologische Beobachtungen während des Baues der Rhätischen Bahn bei Chur und Reichenau
Mineralien:
- Quarz:
- Schwefel, gediegen: mit kleinen, eingewachsenen und schön ausgebildeten Quarzen.
Gebiet:
035_GR / Calanda
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Felsberg
Beschreibung:
Näheres fehlt. Verschiedene Mineralien wie Zinckenit und Robinsonit sind aus der Gegend um Calanda beschrieben worden, teils mit unterschiedlichen Angaben. Ob es sich um dieselbe Fundstelle handelt ist nicht ganz klar. Weitere beschriebene Fundorte:- Calanda, Felsberg, Chlitobel- Calanda, Felsberg, Lascheintobel - Calanda, Taminser Calanda, Felsberger Calanda. Die Koordinaten- und Höhenangaben beziehen sich auf einen Punkt im Calanda und nicht auf einen genauen Fundpunkt. Gefundene Mineralien vom Calanca (siehe Mineralienliste).
Koordinaten, ca.:
2’755000 / 1’194010
Literatur:
- Bächtiger, Kurt; Bergknappe; 1986/4; Heft 38; Seite 2-14; Der alte Goldbergbau an der "Goldenen Sonne" am Calanda bei Chur- Cabalzar, Walter; Schweizer Strahler; 1994; Heft 1; Seite 15 - 18; Quarzspezialitäten vom Calanda (GR)
- Graeser, Stefan; Schweizer Strahler; 1979; Seite 141-154; Mineralneufunde aus der Schweiz und angrenzenden Gebieten IV
- Graeser, Stefan; Schweizer Strahler; 1981; Seite 437-467; Mineral-Neufunde aus der Schweiz und angrenzenden Gebieten V
- Lapis; 1977; Heft 9; Seite 14; Calanda, Graubünden
- Rustemeyer, Paul; Lapis; 2017; Heft 11; Seite 10 - 17; Graubündner Turmalinschätze
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 386
Mineralien:
- Adular: K-Feldspat, kleine Kristalle z.T. miteinander verwachsen.
- Albit: Na-Feldspat, kleine Kristalle, meist durchsichtig, viele Zwillinge.
- Anatas: Ti-Oxid, dunkelblau-schwarz, bis 3 mm gross.
- Apatit: Ca-Phosphat, farblose sehr kleine Kristalle, rosa Kristalle bis 1/2 cm, verlieren bei mit F od.Cl Licht die Farbe.
- Aragonit: Ca-Carbonat, verbreitet als Krusten und spiessige Kristalle.
- Arsenopyrit: FeAs-Sulfid, gesteinsbildend, z.Teil Kristalle bis 15 mm.
- Azurit: Cu-Carbonat, als Überzug oder kleine Kristalle.
- Baryt: Ba-Sulfat, bis cm-Grösse, mit feinen Verästelungen.
- Bindheimit: pseudomorph nach Zinkenit.
- Blauquarz: Si-Oxid, mit Einschlüssen von silberweissen, faserigen Turmalinnadeln.
- Boulangerit: PbSb-Sulfid, als Nadeln im Quarz eingeschlossen.
- Brochantit: Cu-Sulfat, kleine, intensiv grüne Plättchen.
- Brookit: CaThCe-Phosphat, mit ,,Sanduhrmusterung" bis 4 mm.- Calcit: Ca-Carbonat, z.Teil gangartig, Skalenoeder- u. Rhomboeder xx bis 10 cm.
- Cerussit: Pb-Carbonat, auf Quarz, oder mit Malachit, Fahlerz und Bleiglanz zusammen.
- Chalkopyrit: CuFe-Sulfid, in kleinen Kristallen, mit Malachit.
- Chlorit: ein Schichtsilikat grüne Überzüge oder in Quarz eingeschlossen.
- Dolomit: CaMg-Carbonat, sehr schön ausgebildete Kristalle bis 10 cm Grösse.
- Epidot: ein Inselsilikat, sehr kleine Kristalle, hellgrün.
- Fahlerz: Cu-Sulfid, in derbem Quarz, selten Kristalle.
- Fluorit: Ca-Fluorid, meist farblose Kristalle als Kubus, Oktaeder u. Kombination beider Formen, temperaturempfindlich da CO -Einschlüsse, zumTeil mit Einschlüssen von Bleiglanz und Boulangerit, selten violette Flecken oder grün.
- Galenit: Pb-Sulfid, in derbem Quarz oder mit Fahlerz zusammen, Kristalle bis 15 mm oder als Körner im Quarz eingeschlossen.
- Goethit: Fe-Oxid, pseudomorph nach Siderit.
- Gold, gediegen: in Calzit oder derbem Quarz, selten als Kluftgold kristallisiert.
- Hämatit: Fe-Oxid, verwachsen mit Rutil, ähnlich wie Cavradivorkommen, bis 15 mm Grösse.
- Japaner-Zwilling: Ca. 10 Exemplare in einer Kluft, klein, längster Schenkel 25 mm.
- Limonit: Fe-Oxid, Eisenhydroxydkrusten nach Pyrit, Hämatit, Siderit und Goethit.
- Malachit: Cu-Carbonat, grüne Kristalle zumTeil faserig, stengelig, spiessig oder in Krusten.
- Mimetesit:
- Muskovit: K-Glimmer, kleine Flocken, auch als Einschlüsse in Quarz.
- Pyrit: Fe-Disulfid, sehr verbreitet als Einzelkristalle oder Verwachsungen von Pentagondodekaeder, selten kubisch, oft mit Oxydationsüberzug.
- Quarz: Si-Oxid, sehr schöne Kristalle mit Dauphiné-Habitus bis 20 cm Grösse selten mit Muzo-Habitus (bis 5 cm), als Sprossenquarz oder als Japaner-Zwillinge, öfters mit Einschlüssen, z.B. Bleiglanz, Boulangerit, Zinckenit, Robinsonit usw.
- Robinsonit: PbSb-Sulfid, Einschlüsse im Quarz von metallisch glänzenden Nadeln.
- Rozenit: Fe-Sulfat, weisse feinkristalline pulverige Masse z.Teil Einschlüsse in Quarz.
- Rutil: Ti-Oxid, sehr kleine Kristalle, meist in Quarz eingeschlossen oder auf Hämatit aufgewachsen.
- Scheelit: Ca-Wolframat, gelb-orange, fettglänzende, oktaedrische Kristalle; zumTeil auf Quarz aufgewachsen, im kurzwelligen UVLicht blau-weiss.
- Siderit: Fe-Carbonat, meistens kleine Kristalle zumTeil aufgewachsen auf Quarz, in der Umgebung der goldenen Sonne bis cm-Grösse.
- Sphalerit: Zn-Sulfid, sehr kleine Kristalle, meist schwarz.
- Stibiconit: Sb-Oxid, gelblich-grünliches Zersetzungsprodukt von Zinckenit und Robinsonit. Gelblich, neuere Untersuchungen haben ergeben, dass es sich hier nicht um Stibiconit sondern um Bindheimit handelt (Meisser, 1994).
- Synchisit: Ca-Carbonat, sehr kleine sechseckig längliche Kristalle, hellgelb, im UV-Licht ohne Filter grün.- Talk: Ein Schichtsilikat, feine Plättchen, ähnlich Muskovit.
- Tennantit: CuFeAs-Sulfid, kleine Kristalle zusammen mit Fahlerz und Bleiglanz.
- Titanit: CaTi-Silikat, kleine Kristalle, auch Zwillinge, meist gelb.
- Turmalin: Ein Inselsilikat, braun, einige mm gross.
- Wulfenit: Pb-Molybdat, oft sehr gut ausgebildete Kristalle als kleine Täfelchen.
- Zinkenit: PbSn-Sulfid, Einschlüsse im Quarz von metallisch glänzenden Nadeln.
Gebiet:
036_GR / Calanda, Felsberg, Feldsberg (Steinbruch (westlich))
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Felsberg
Beschreibung:

Koordinaten, ca.:
2'755’000 / 1'190’150
Literatur:
- Cabalzar, Walter; Schweizer Strahler; 1989; Seite 231
Mineralien:
- Adular:
- Albit:
- Calcit:
- Chalkopyrit:
- Chlorit:
- Dolomit:
- Epidot:
- Hämatit:
- Malachit:
- Pyrit:
- Quarz:
- Titanit:
Gebiet:
037_GR / Calanda, Felsberg, Feldsberg, Chlitobel
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Felsberg
Beschreibung:
Nördlich von Felsberg im Malmkalk.
Koordinaten, ca.:
2'755’140 / 1'192’110
Literatur:
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 77
Mineralien:
- Bindheimit: weisslich, gelb, pulverig, stängelig, pseudomorph nach Zinkit (Graeser et al., 1979).
- Quarz:
- Zinkenit: als Einschlüsse im Quarz, feinnadelig.
Gebiet:
038_GR / Calanda, Felsberg, Feldsberg, Lascheintobel, Quellentobel
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Felsberg
Beschreibung:
In der Gegend der ehemaligen Schürfstollen im Röti-Dolomit des Mittleren Trias. Etwas nördlich von Domat/Ems gibt es eine Lokalität Laschein und wenige Meter östlich davon einen Taleinschnitt. Vermutlich handelt es sich dabei um den Lascheintobel. Die Koordinaten zeigen auf die Lokalität Laschein.
Koordinaten, ca.:
2'753’530 / 1'190’190
Literatur:
- Bächtiger, Kurt; Urner Mineralienfreund; 1989; Heft 4; Seite 58
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 356
Mineralien:
- Calcit:
- Fluorit: selten.
- Quarz: klein.
- Robinsonit: in Verbindung mit Quarz (auch im Quarz vorkommend).
- Zinkenit: in Verbindung mit Quarz (auch im Quarz vorkommend).
Gebiet:
039_GR / Calanda, Felsberg, Feldsberg, Lascheintobel, Quellentobel, Kupfergrüebli, Chupfergrüebli
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Felsberg
Beschreibung:
Koordinaten genau. Der Fundort liegt in der Region der 'Goldene Sonne'. Der Eingang zu diesem Stollen ist eingestürzt. Die obere Gesteinsserie der Trias besteht im Lascheintobel (oder eben Quellentobel) oberhalb Felsberg aus einem Basiskonglomerat aus weitgehend Dolomitgeröllen, massigem gelblichweissem Dolomitgestein und einer abschliessenden Serie von Sandsteinen und Serizitschiefern. Im Dolomit gibt es Klüfte mit Bergkristallen, Fluorit und rhomboedrischen Kristallen von Dolomit. Dazu kommen oft als graue, halbmetallische Einschlüsse in Bergkristallen nadelige Sulfosalze, worunter Bournonit und Zinkenit röntgenographisch nachgewiesen werden konnten. Fahlerz ist als derbe Körner und Aggregate in meist fast senkrecht stehenden Adern und kleinen Gängen in einer Gangart aus Calcit und Quarz eingewachsen oder dann mit den Bergkristallen auch in den Klüften zu finden. Bisweilen mit blossem Auge, meist aber erst mit der Lupe sind auf dem ursprünglichen oder zu Limonit und Malachit verwitterten Fahlerz bisweilen auch kleine Flitter von gediegenem Gold zu erkennen. Ob sie als selbständige Einschlüsse bereits im Fahlerz auskristallisiert waren oder erst durch Verwitterung in der sauerstoffarmen (Zementations-) Zone aus ursprünglich im Kristallgitter des Fahlerzes chemisch gelöstem und damit unsichtbarem Gold, konnte noch nicht entschieden werden.

Während die detritischen Gesteine im Lascheintobel kaum Klüfte und Vererzungen enthalten, sind weiter südwestlich, unterhalb des alten Goldbergwerkes "Goldene Sonne", auch darin eigentliche Quarz-Fluorit-Gänge und bisweilen Hohlräume von mehreren Dezimetern Mächtigkeit vorhanden.

Über den Gesteinen der Trias folgen Schiefer und zum Teil sandige Kalke des Doggers, in denen ein erster Schürfstollen, die Grube "Tschengels" (ca. 1220 m ü. M.), angelegt worden ist. Darin findet sich aber nur das Eisensulfid Pyrit in schön kristallisierten Formen oder feinkörnigen Aggregaten. Sogenannte Pseudomorphosen von Chlorit nach Arsenkies beweisen, dass das letztere Mineral, welches oft ein Goldindikator ist, in geringen Mengen auch hier einmal abgesetzt worden ist. Ausser noch etwas Fahlerz und Scheelit in derben Körnern, letzteres vereinzelt mit Fluorit auch in kleinen honiggelben Kristallen, in Nestern und kleinen Adern, ist in dieser Grube aber noch nie gediegenes Gold gefunden worden.

Als sog. Gangarten kann man vorwiegend Quarz und Calcit, seltener, aber dann örtlich in einigen cm dicken Lagen angereichert, farblosen bis leicht violett gefärbten Fluorit und in den Klüften und Drusen bisweilen stattliche Bergkristalle und Rhomboeder von Dolomit feststellen. Ca. 100 m darüber, nicht ganz in der Fall-Linie, liegt auf ca. 1290 m. ü. M. das heute noch einzige Mundloch des eigentlichen Goldbergwerkes "Goldene Sonne", das von Selb seinerzeit als die Grube "Fliden" bezeichnet worden ist.

Im Lascheintobel, wo sich ein ca. 9 m langer Versuchsstollen befinden soll, wurden in neuester Zeit (um 1965) vor allem Fahlerz, Bergkristall und Dolomitkristalle gefunden.
Koordinaten, ca.:
2'753’220 / 1'190’660
Literatur:
- Bächtiger, Kurt; Bergknappe; 2000/2; Heft 92; Seite 6-16; Der alte Goldbergbau an der "Goldenen Sonne" am Calanda bei Chur
- Bächtiger, Kurt; Bergknappe; 2000/3; Heft 93; Seite 4-6; Der alte Bergbau an der "Goldenen Sonne" am Calanda bei Chur (Fortsetzung1 /Schluss)
- Cabalzar, Walter; Schweizer Strahler; 1977; Seite 328-333; Funde der letzten Jahre vom Calanda
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 356
- Zographos, Gregor;Minaria Helvetica; 2018; Heft 39; Seite 4-19; Geochemische Prosmektion am Gold-Wolfram-Vorkommen "Goldene Sonne", Calanda (GR)
Mineralien:
- Azurit: In Gängen und Adern, wenig.
- Boulangerit: Nicht ganz sicher bestimmt, als Einschluss im Quarz.
- Bournonit: als Gangmasse in kleinster Menge oder als graue, halbmetallische Einschlüsse in Bergkristallen, nadelig.
- Calcit:
- Cerussit:
- Chalkopyrit:
in Gängen und Adern.
- Dolomit: rhomboedrische Kristalle.
- Fahlerz: als Gangmasse in kleinster Menge.
- Fluorit: in Gängen und Adern.
- Galenit: auch als Einschluss im Quarz.
- Gold, gediegen: in kleinsten Flittern und Dendriten auf Fahlerz und Quarz.
- Limonit:
- Malachit: in Gängen und Adern, wenig.
- Pyrit:
- Quarz: mit Einschlüssen von Bleiglanz und evtl. Boulangerit. Langprismatisch, bis 30 cm, teils im Windgällen-Habitus.
- Scheelit: als Kluftmineral in gelb - orangefarbiger, oktaedrischer Ausbildung, aufgewachsen auf Quarz. Während grössere Einzelkristalle von Scheelit in Form tetragonaler Bipyramiden - frei gewachsen oder eingewachsen in Gangquarz und Fluorit meist eine bräunlichgelbe Eigenfarbe aufweisen, sind feine Körner und dünne Beläge auf Rutschharnischen derart weiss und quarzähnlich, dass sie nur bei Bestrahlung mit kurzwelligem ultraviolettem Licht infolge ihrer hellen bläulichweissen Fluoreszenzfarbe sich von jenem unterscheiden lassen; von blossem Auge sind Quarz und weisser, derber Scheelit überhaupt nicht voneinander zu trennen.
- Sphalerit:
- Wulfenit: gelb, durchsichtig, tafelig, bis 1 mm.
- Zinkenit: als graue, halbmetallische Einschlüsse in Bergkristallen, nadelig.
Gebiet:
040_GR / Domat-Ems, Felsberg, Feldsberg (Oelstollen)
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Felsberg
Beschreibung:
Oelstollen Domat-Ems - Felsberg. Die Mineralien stammen aus mehreren Klüften dieses Stollens.
Koordinaten, ca.:
2'755’000 / 1'190’260
Literatur:
- Parker,R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 354
Mineralien:
- Albit:
- Asbest: als sogenannter Turmalinasbest, auf Calcit und/oder Quarz (auch eingewachsen).
- Calcit:
- Chlorit:
- Quarz:
- Turmalin:
als sogenannter Turmalinasbest, auf Calcit und/oder Quarz (auch eingewachsen).
Gebiet:
041_GR / Taminser Calanda, Felsberg, Feldsberg, Bonaduz (östlich), Foppachopf, Goldene Sonne, Säsagit (Mine);(Goldabbau)
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Felsberg
Beschreibung:
In Bergsturzmaterial, welches von diesen Gipfeln herunter gekommen ist konnten einige Mineralien gefunden werden. Diese stammen aus der Gegend östlich von Bonaduz (Foppachopfbergsturz).
Koordinaten, ca.:
2'750’700 / 1'190’700
Literatur:
- Brunner, Mirco; Minaria Helvetica; 20218; Heft 39; Seite 20-51; "Goldene Sonne" reloaded: Erste montanarchäologische Untersuchen am Calanda- Cabalzar, Walter; Schweizer Strahler; 1989;; Seite 231
- Zographos, Gregor; Minaria Helvetica; 20218; Heft 39; Seite 4-19; Geochemische Prospektion am Gold-Wolfram-Vorkommen "Goldene Sonne", Calanda (GR)
Mineralien:
- Albit:
- Baryt:
- Calcit:
- Chalkopyrit:
- Chlorit:
- Dolomit:
- Fluorit:
- Hämatit:
- Malachit:
- Monazit:
rosa farbig.
- Pyrit:
- Quarz:
- Rutil:
- Schwefel:
- Siderit:
- Turmalin:
Gebiet:
042_GR / Taminser Calanda, Felsberg, Feldsberg, Goldene Sonne (Mine), Fliden (Mine), Fiden (Mine), Flida (Mine), Obere Grube, Untere Grube, Untere Gruob, Mittlere Gruob, Mittlere Grube, Obere Gruob, Obere Grube, Neue Gruob, Sarazass, Tschengels (Mine);(Goldabbau)
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Felsberg
Beschreibung:
Koordinaten des Vorkommens (Stollen und Schürfstellen): 2'752’450 – 2'752’600 / 1'190’500 – 1'190’650, 1200 - 1300 m ü. M., erreichbar über eine Forststrasse (1100 m ü. M. und einem Waldpfad. Untere Gruob: Koordinaten: 2'752’530 / 1'190’210, 1050 m ü. M.

Mittlere Gruob (Tschengels): Koordinaten: 2'752’490 / 1'190’520, 1200 m ü. M.

Obere Gruob: Koordinaten: 2'752’450 / 1'190’620, 1280 m ü. M.

Aufgeschlossene Quarz-Calcit-Klüfte auf einer Fläche von ca. 10x30 Meter liegen ca. 100 Meter östlich der 'Mittleren Gruob'. Am südwestlichen Ende des Calanda finden sich am Berghang westlich ob Felsberg, bei Chur, im Dogger an der Goldenen Sonne, Quarz- und Calcitadern, in welchen Pyrit, Arsenkies und Freigold eingesprengt ist. 730 Meter über dem Rhein, gegenüber dem Dorf Ems. Die Fundstelle liegt am Südhang des Calanda, in 1312 m Höhe. Zwischen 1040 und 1300 m ü. M. befinden sich mehrere Schürfstollen. Goldgehalt: 4-10 g/T. Der Goldgehalt des Erzmittels wird zu 15 gr per Tonne angegeben. Das grösste Stück Freigold, das gefunden wurde, wog 125 Gramm (Stand 1915). Das Goldbergwerk liegt nicht in Gesteinsschichten der Trias sondern in solchen des Doggers, und zwar in solchen des Eisensandsteins und schwarzen bituminösen Tonschiefen des Alenanin, einige 100 Meter westlich vom Lascheintobel und auch etwas höher gelegen als dieser. Abgebaut 1809 - 1820 und 1856 - 1861. Grube Fiden: 1295 MüM, Tiefe ca. 60 Meter (auch obere Grube genannt). Grube Tschengels: auf 1210 m ü. M. ca. 70 Meter (auch mittlere Grube genannt) , heute noch begehbar.

Grube auf 1040 m ü. M.: 120 Meter tief mit vertikalem Schacht (auch untere Grube genannt). Vielleicht mag dies ein weiterer Beweggrund gewesen sein - neben der Erwähnung von Neufunden von Goldflittern im Lascheintobel (sog. "Quellentobel") von Theobald (1856) Dies war dann wohl der letzte Versuch, den Bergbau auf Gold am Calanda wieder aufzunehmen im bergmännischen Sinne, nicht aber der letzte Fund von Calandagold, denn nach Tarnuzzer (1910) wurde in demselben Jahr in Sturzblöcken vom Calanda oberhalb Felsberg, die früher in einer Weinbergmauer lagen, wiederum gediegenes Gold gefunden. Diesmal waren es aber nicht nur Körner, Klümpchen und Bleche, sondern sogar deutlich oktaedrisch auskristallisierte Aggregate in Quarz-Kalzit-Gangmasse. Das Nebengestein, ein Kalkschiefer, soll neben Pyrit auch Arsenkies eingesprengt enthalten haben. Zwei schöne Stufen sollen in die Museen von Chur und Basel gekommen sein. In den dreissiger Jahren überlegte sich die Eidg. Zentralstelle für Arbeitsbeschaffung in Bern, inwieweit durch Arbeitslose das alte Goldbergwerk neu erschlossen werden könnte. Diese und ältere Resultate und Angaben hat Cadisch (1939) publiziert. Dass die damaligen Ideen und Projekte keineswegs absurde Phantastereien waren, bewies dann der sensationelle Goldfund von 1960 vom Emser Strahler J. Stieger (1963) im alten Goldbergwerk (er fand 40, zum Teil prachtvolle Stufen) , der bewies, dass selbst mit einfachsten Mitteln, nämlich mit Hammer und Meissel und vielleicht etwas Sprengstoff, noch erkleckliche Goldstufen zu finden waren und bestimmt auch heute noch zu finden sind, denn Anzeichen oder gar Beweise einer "Erschöpfung", zum Beispiel durch Verwerfung, Auskeilen etc. der beiden nach historischen Angaben "produktiven Goldgänge", sind zumindest in den noch befahrbaren Stollen einstweilen noch keine zu erkennen.
Koordinaten, ca.:
2'752’400 / 1'190’450
Literatur:
- Bächtiger, Kurt; Bergknappe; 1986/4; Heft 38; Seite 2-14; Der alte Goldbergbau an der "Goldenen Sonne" am Calanda bei Chur
- Bächtiger, Kurt; Bergknappe; 2000/2; Heft 92; Seite 6-16; Der alte Goldbergbau an der "Goldenen Sonne" am Calanda bei Chur
- Bächtiger, Kurt; Bergknappe; 2000/3; Heft 93; Seite 4-6; Der alte Bergbau an der "Goldenen Sonne" am Calanda bei Chur (Fortsetzung1 /Schluss)
- Bächtiger, Kurt; Schweizer Strahler; 1968;; Seite 170
- Bächtiger, Kurt; Schweizer Strahler; 1969; Heft 4; Seite 276 - 289; Die alte Goldmine 'Goldene Sonne' am Calanda (Kt. Graubünden) und der gegenwärtige Stand ihrer Erforschung (2. Fortsetzung)
- Bächtiger, Kurt; Schweizer Strahler; 1969;; Seite 202-212; Die alte Goldmine "Goldene Sonne" am Calanda (Kt. Graubünden) und der gegenwärtige Stand ihrer Erforschung (1. Fortsetzung)
- Bächtiger, Kurt; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1967; Band 47; Heft 2; Seite 643 - 657; Die neuen Goldfunde aus dem alten Goldbergwerk "Goldene Sonne" am Calanda (Kt. Graubünden)
- Brunner, Mirco & Buhlke, Anja; Minaria Helvetica; 2018; Heft 39; Seite 20-51; "Goldene Sonne" reloaded - Erste montanarchäologische Untersuchungen am Calanda
- Cadisch, Joos; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1939; Band 19; Heft 1; Seite 1-20; Die Erzvorkommen am Calanda: Kantone Graubünden und St. Gallen
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 236-
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 355
- Pfander, Peter & Jans,Victor; Gold in der Schweiz, 3.Auflage; 2001; Seite 146
- Rehm, Jann Bergknappe; 2014/2; Heft 125; Seite 26-27; Bergwerk «Goldene Sonne» am Calanda
- Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917
- Zographos, Gregor;Minaria Helvetica; 2018; Heft 39; Seite 4-19; Geochemische Prosmektion am Gold-Wolfram-Vorkommen "Goldene Sonne", Calanda (GR)
Mineralien:
- Aragonit:
- Arsen: nachgewiesen in der Oberen Gruob.
- Arsenopyrit: scharfkantig, bis 2 cm Durchmesser, in einem graugrünlichen Phyllit.
- Calcit: bis 20 cm grosse Rhomboeder.
- Gold, gediegen: als Freigold in der Oberen Gruob. Goldgehalt in der Mittleren Gruob nachgewiesen, kein Freigold. Als Bestandteil von kleinen, steil einfallenden Quarz-Calcit-Gängen, welche im Kalkschiefer eingelagert sind. Diese haben ein Ausmass von 20 cm bis 1.5 m, sehr rein, bis 23 Karat, lebhaft glänzend, dendritisch - zackig - blechartig. Auf Stufen mit Quarz oder Calcit. Mit einer Grösse von 5 x 2 cm, resp. 8 x 2 cm zählen die 1960 gefundenen Goldbleche zu den beachtenswertesten in Europa (abgesehen von Rumänien und Irland). Erste Goldfunde 1803.
- Pyrit: limonitisiert. Obere Gruob: bis 5 mm, würfelig.
- Quarz: schöne Quarzstufen unter anderem östlich der Mittleren Gruob sowie in der Mittleren - und Oberen Gruob.
- Scheelit: als scheelitvererzte Adern in der Mittleren Gruob und wenig imöstlichen Abbaugebiet der Oberen Gruob. Feinkörnig und lagig in unmittelbarem Kontakt zu Quarz-Karbonat-Adern.
- Wolfram: niederer Wolframgehsalt in der Mittleren Gruob nachgewiesen.
Gebiet:
043_GR / Taminser Calanda, Felsberg, Feldsberg, Goldene Sonne (Mine, Umgebung);(Goldabbau)
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Felsberg
Beschreibung:

Koordinaten, ca.:
2'752’400 / 1'190’400
Literatur:
- Brunner, Mirco; Minaria Helvetica; 20218; Heft 39; Seite 20-51; "Goldene Sonne" reloaded: Erste montanarchäologische Untersuchen am Calanda
- Zographos, Gregor; Minaria Helvetica; 20218; Heft 39; Seite 4-19; Geochemische Prospektion am Gold-Wolfram-Vorkommen "Goldene Sonne", Calanda (GR)
- Cabalzar, Walter; Schweizer Strahler; 1977; Seite 328-333; Funde der letzten Jahre vom Calanda
Mineralien:
- Aragonit:
- Arsenopyrit:
- Calcit:
auf dem Quarz.
- Chlorit:
- Dolomit: bis 3 cm.
- Fluorit: farblos, zum Teil in guten Kristallen, zerspringt rasch bei Handtemperatur, bis 10 cm.
- Goethit:
- Gold, gediegen: Flitterchen.
- Limonit:
- Pyrit: als Pentagondodekaeder. Pyrite (mehrere cm Durchmesser wurden von Bächtigerr in den Schiltschiefern in der Nähe von ansehnlichen Kalzit-Gängen über der "Goldenen Sonne" beobachtet.
- Quarz: auch mit Einschluss von Muskovit, sowie Phantombildung, Dauphinée-Habitus.
- Scheelit: bis 2 cm, fettglänzend, oktaedrisch, farblos - hellgelb - dunkelorange.
- Siderit:
- Synchisit: bis 1 mm, spindelartig, sechseckig, länglich, hellgelb.
Gebiet:
044_GR / Reichenau, Bonaduz, Val Sudra, Val Surda;(Erzabbau)
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Reichenau
Beschreibung:
Nach Schmidt wurde in der Gegend der Hinterrhein-Mündung und im Val Sudra 1868/1869 nach Erz gegraben. Ebenfalls nach Erz wurde in der Region Bonaduz gegraben.
Koordinaten, ca.:
2'746’286 / 1'185’607
Literatur:
- Epprecht,W., Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie - kleinere Mitteilungen Nr. 19 Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. Sonderdruck aus SMPM, Band 37; 1957; Heft 2
- Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917
Mineralien:
- Bohnerz:
- Eisenerz:
Gebiet:
045_GR / Calanda, Plattenzüg, Tschengels (Grube), Mittlere Grube (Grube), Taminser Grüebli
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Tamins
Beschreibung:
Koordinaten genau. 'Plattenzüg' ist auf der Karte nicht eingetragen. Es handelt sich aber um die Gegend Taminser- und Felsberger-Calanda. Westlich von Chur und Felsberg gelegen. Das Gebiet am Südfuss des Taminser Calanda steht heute unter Naturschutz. Calanda: nordöstlich der Grube Tschengels. Pyritisierungen im Dolomit unterhalb des "Taminser Grüebli". Siehe auch unter "Tschengels (Mine)". Während auf das massenweise Auftreten von Gängen mit prachtvollen Bergkristallen und auch reichlich Fluorit und Dolomit als Zerrkluftmineralien im Röti-Dolomit unterhalb des "Taminser Grüebli" erstmals Weibel (1963) hingewiesen hat, wurden von Bächtiger in konkav herausgeätzten Hohlräumen im Dolomit auch noch sehr häufig kleinere und grössere Pentagondodekaeder von Pyrit in filmartigen Überzügen aus einem Serizit-ähnlichen Mineral beobachtet.
Koordinaten, ca.:
2'751’910 / 1'190’280
Literatur:
- Cabalzar, Walter; Schweizer Strahler; 1977; Seite 328-333; Funde der letzten Jahre vom Calanda
- Gross, Guido; Schweizer Strahler; 1977; Seite 317-323; Kontakt-Zwillinge von zwei Quarzfundstellen in Graubünden
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 345, 351,354,356
- Stalder, H. A. & Wenger, Ch.; Schweizer Strahler; 1988; Seite 45-82; Scheelit aus dem Aar- und Gotthardmassiv
- Zographos, Gregor; Minaria Helvetica; 2018; Heft 39; Seite 4-19; Geochemische Prosmektion am Gold-Wolfram-Vorkommen "Goldene Sonne", Calanda (GR)
Mineralien:
- Adular:
- Albit:
- Apatit:
- Blauquarz:
Beschreibung siehe unter Quarz.
- Calcit: als Skalenoeder ausgebildet. Aus der Mittleren Grube.
- Chalkopyrit:
- Chlorit:
- Dolomit: aus der Mittleren Grube.
- Dravit: eisenreich (siehe Turmalin).
- Epidot: sehr klein.- Fluorit: Aus der Mittleren Grube.
- Hämatit:
- Malachit:
- Pyrit:
grosse, mehr oder weniger idiomorphe Einzelkristalle, durch tektonische Beanspruchung oft verformt, im Nebengestein. Sehr häufig kleinere und grössere Pentagondodekaeder.
- Quarz: Region Tschengels - Plattenzüg: Als sogenannter Blauquarz. Ca. 200’000 feinste Turmalinnadeln pro cm3 verleihen dem Quarz durch die Streuung des Lichtes diesen bläulichen Effekt. Bis 10 cm, Abbildungen im Lapisheft 1996, Heft 6. Aus dem Stollen 'Mittlere Grube' konnten aus dem Schiefer des Unteren Dogger, Kristalle bis 30 cm geborgen werden. Quarze von Plattenzüg sind prismatisch und zeigen nur ein Rhomboeder, von dem eine, beziehungsweise zwei Flächen gross entwickelt sind.
- Scheelit: bis 15 mm, reichlich, meistens klein, oft verzerrt und parallel verwachsen, gelblich, dunkelgelb bis orangebraun, meistens derb, es handelt sich hier nicht um eigentliche alpine Zerrkluftbildungen sondern um hydrothermale Vererzungen im Keuper oder im Dogger (Bächtiger et al., 1982).
- Turmalin: eisenreicher Dravit, asbestförmig, bis 20 cm lange Bündel feinster Fasern, bläulich grauer Seidenglanz, teilweise als Einschlüsse im Quarz und dadurch den Tyndalleffekt auslösend (Blauquarz).
Gebiet:
046_GR / Calanda, Taminser Calanda (Südhang)
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Tamins
Beschreibung:
Am Südabhang des Taminser Calanda sind um 1960 sehr ergiebige Quarzklüfte ausgebeutet worden. Diese Vorkommen liegen ausserhalb des zentralalpinen Fundgebietes, scheinen aber dennoch an den kristallinen Untergrund gebunden zu sein, der hier als östlichster Ausläufer des Aarmassivs fensterartig zutage tritt. In den Vorkommen nordöstlich Tamins trifft man neben Quarz auch Dolomit und Fluorit. Es treten ausserdem eigentliche Fluoritadern auf, die in Spalten ebenfalls frei entwickelte Kristallaggregate von Fluorit enthalten können. Die Dolomitkristalle, die gelegentlich den Quarz am Taminser Calanda begleiten, sind rhomboedrisch ausgebildet und chemisch auffallend rein mit nur 0,3% FeC03-Anteil. Der Fluorit dieser Fundstelle hat einen Habitus, der durch Kombination von Würfel und Rhombendodekaeder charakterisiert ist. Die Oberfläche der Kristalle ist matt, vielfach stark angeätzt. Die Beschaffenheit ist klar und farblos, manchmal zeigt das Mineral auch eine schwache, unregelmässige Violettfärbung. Die Klüfte am Südabfall des Taminser Calanda treten in Rötidolomit (Trias) auf, der die hellgelben, senkrecht abbrechenden Felswände 500 Meter über Ems bildet. Von der Rheinebene aus sind die steilen und schwer zugänglichen Felsbastionen sehr gut sichtbar, welche die Fundstellen bergen. Die Quarzklüfte erscheinen teils als Höhlen, ähnlich wie vielfach im zentralalpinen Urgestein, daneben sind sie an Gänge und Adern gebunden, die sich spaltenartig öffnen. Der Rötidolomit ist bei Tamins rein dolomitisch ausgebildet.
Koordinaten, ca.:
2'752’420 / 1'192’670
Literatur:
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 351
- Weibel, Max; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1963; Band 43; Heft 2; Seite 479 - 483; Die Quarzfunde bei Tamins und Vättis
Mineralien:
- Baryt:
- Dolomit:
- Fluorit:
Kombination von Würfel und Rhombendodekaeder, selten auch noch ein Deltoidikositetraeder, oft mit matter und angeäzter Oberfläche, farblos, wasserklar, selten leicht violett. Spaltstücke erreichen bis 7 cm Durchmesser.
- Muskovit:
- Pyrit:
- Quarz: die Quarzkristalle zeigen nicht die gewohnte Formentwicklung des alpinen Bergkristalls, sondern meist schlankeren Wuchs mit der typisch asymmetrischen Endbegrenzung des Dauphinehabitus. Es handelt sich hierbei um Lamellenquarze nach Bambauer et al. (1962), Quarze mit erhöhtem Spurenelementgehalt, die unter dem Polarisationsmikroskop einen Aufbau aus optisch zweiachsigen Lamellen erkennen lassen. Der Quarz, der in vielen hundert Einzelkristallen und Gruppen von Zentimeter- bis über Dezimetergrösse ausgebeutet wurde, fällt durch die vielgestaltige Ausbildung auf. Dauphinehabitus ist verbreitet, aber nicht an allen Kristallen gleich ausgeprägt. Plattig verzerrte Individuen sind besonders charakteristisch. Doppelender finden sich in grosser Zahl, oft mit einseitig verzerrten Spitzen. Die Hauptformen sind hexagonales Prisma I. Stellung, positives und negatives Rhomboeder, untergeordnet trigonale Dipyramide II. Stellung und Trapezoeder. Auf den Prismen-, seltener den Rhomboederflächen, beobachtet man eine horizontale Streifung, manchmal nur als feine Linien angedeutet. Anstelle der Prismen erscheinen oft etwas gebogene oder sehr steil gestufte Flächen, die sich nach der einen Spitze zu verjüngen oder vereinzelt ganz auskeilen. Dadurch entsteht der Eindruck äusserst steiler Rhomboeder und ein Anklang an Tessinerhabitus.
Gebiet:
047_GR / Calanda, Taminser Calanda, Felsberger Calanda
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Tamins
Beschreibung:
Aus dieser Gegend werden Quarz mit Zinckenit-Einschlüssen beschrieben. Die Angaben über den Fundort sind nur ungenau angegeben. Ganz zuunterst am Fluss des Taminser Calandas treten Grüngesteine auf, darüber liegt der Rötidolomit. Der Fund stammt aus keiner der beiden Gesteine sondern aus dem relativ mineralarmen Malmkalk, der sich in grösserer Meereshöhe befindet. Taminser Calanda und Felsberger Calanda sind Berggipfel westlich bis nordwestlich von Chur. Die Koordinaten zeigen auf den Felsberger Calanda.
Koordinaten, ca.:
2'753’760 / 1'194’210
Literatur:
- Audétat, A.; Urner Mineralienfreund; 1994; Heft 4; Seite 1-8
Mineralien:
- Quarz: mit Einschlüssen von Zinckenit (zum Teil fadenartig).
- Robinsonit: Untersuchungen der Zinckenit-Kriställchen zeigten, dass in einem einzigen Fall Robinsonit bestimmt werden konnte (Untersuchungen an der Universität Bern).
- Stibiconit: als Verwitterungsprodukt von Zinckenit.
- Zinkenit: wirre, zufällig, oft aber auch büschelartige Verteilung der Nadeln, meist den ganzen Raum im Quarz ausnutzend.
Gebiet:
048_GR / Calanda, Taminser Calanda, Sarazass (Steinbruch)
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Tamins
Beschreibung:
Als Fundort wird unter anderem allgemein 'am Südfuss des Taminser Calanda (westlich von Chur)' erwähnt. Genauere Angaben fehlen und die Koordinaten weisen auf die Region westlich von Chur, südlich unterhalb des Taminser Calanda. Auf der Karte ist kein Eintrag 'Sarazass' zu finden. Der Steinbruch liegt gegenüber Ems.
Koordinaten, ca.:
2'753’500 / 1'189’820
Literatur:
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 351,355
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998
- Weibel, Max; Urner Mineralienfreund; 1993; Heft 3; Seite 5
Mineralien:
- Adular: aus dem Steinbruch.
- Albit:
- Blauquarz: Dravit als Einschlüsse im Quarz und dadurch den Tyndalleffekt auslösend.
- Chalkopyrit: aus dem Steinbruch. Adern und bis faustgrosse Einschlüsse von Kupferkies. Adern und Imprägnationen von Kupferkies finden sich auch an einigen Stellen im Nebengestein der Quarzgänge.
- Chlorit:
- Dravit: eisenreich (siehe unter Turmalin), (Dietrich et al., 1966).
- Galenit: sehr selten als Würfelchen in den Quarzgängen. - Hämatit: Aus dem Steinbruch. Vereinzelte Blättchen.
- Quarz:
- Titanit: aus dem Steinbruch.
- Turmalin: eisenreicher Dravit, asbestförmig, bis 20 cm lange Bündel feinster Fasern, bläulich-grauer Seidenglanz, teilweise als Einschlüsse im Quarz und dadurch den Tyndalleffekt auslösend (Blauquarz).
- Turmalinasbest:
Gebiet:
049_GR / Calanda, Taminser Grüebli (oberhalb)
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Tamins
Beschreibung:
Oberhalb des Taminser Grüebli im steilen Gelände. Aus einer anderen Beschreibung kann folgendes entnommen werden: ... ganz zuunterst am Fluss des Taminser Calandas treten Grüngesteine auf, ehemalige Tuffe und Laven, die wegen des Vorkommens von Blauquarz Beachtung finden... Kein Karteneintrag mit Taminser Grübli. Die Koordinaten zeigen auf den Taminser Calanda.
Koordinaten, ca.:
2'752’420 / 1'192’670
Literatur:
- Bodenmann, Carl; Schweizer Strahler; 2000; Heft 3; Seite 111-118; Quarze und Fluorite am Calanda (GR)
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 351,356
Mineralien:
- Dolomit: nur klein, glänzend porzellanweiss, in hervorragender Auskristallisierung.
- Fluorit: kuboktaedrisch, getreppte Oktaeder, freiwachsend, bis 50 x 70 mm grosse Aggregate.
- Quarz: wasserklare Stufen, bis 16 cm, zusammen mit Fluorit. Abbildungen siehe im Strahler 2000/3.
Gebiet:
050_GR / Tamins, Lavoitobel, Lawoitobel
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Tamins
Beschreibung:
Nordwestlich von Tamins. Gediegener Schwefel mit etwas Pyrit, Quarz und Serizit kommt nach Hügi (1942) in Kalzitadern und -linsen im Quintnerkalk des Lavoitobels NW Tamins vor.
Koordinaten, ca.:
2'748’500 / 1'189’500
Literatur:
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 274
Mineralien:
- Calcit:
- Pyrit:
- Quarz:
- Schwefel, gediegen: auf Adern im Malmkalk.
Gebiet:
051_GR / Trin, Val Maliens
Region: Bezirk Imboden / Gemeinde Trin
Beschreibung:
Genauere Angaben zum Fundort sind nicht vorhanden. Das Gebiet lieferte schon früher Bergkristalle. Funde um 1970 bestanden vorwiegend aus Quarz.
Koordinaten, ca.:
2'747’200 / 1'190’630
Literatur:
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 346
Mineralien:
- Limonit:
- Pyrit: als Pentagondodekaeder.
- Quarz: Stufen und Einzelkristalle bis 3 cm, klar bis milchig
Gebiet:
052_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Uigls, Conters (nordöstlich), Burvagne, Promaschtgel;(Manganerzabbau)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Conters
Beschreibung:
Im Oberhalbstein sind in roten Kieselschiefern (Radiolarite des Obern Jura), die mit basischen Eruptivgesteinen in Verbindung stehen, schichtige Einlagerungen oxydischer Manganerze (Polianit, Psilomelan) vorhanden, die von Rhodochrosit (Mn-Karbonat), Piemontit (Mn-Epidot) und Rhodonit (Mn-Augit) begleitet werden. Der Mn-Gehalt der kieselsäurereichen Erze beträgt 30-60%. Anreicherungen von Manganerz finden sich bei Uigls, etwa 250 m östlich Pkt. 1976 m, in den obersten Teilen des gegen den Bach von Burvagne abfallenden Gehänges. Das Vorkommen ist in der Nähe des Weges gelegen, der von Promaschtgel (nordöstlich Conters) nach Uigls führt. Das Erz tritt in geringmächtigen linsenartigen Körpern auf, die konkordant im Radiolarit eingeschaltet sind. Die Längsausdehnung der Linsen beträgt meist nur wenige Dezimeter, während die Mächtigkeit selten 10 cm übersteigt. Bei etwa 2000 m und 1970 m ist in unbekannter Zeit nach Manganerz geschürft worden. Zwei kleinere Stollenanfänge dringen nur 2-3 m in den dort anstehenden Radiolarit ein. Im Gegensatz zu den anderen Erzvorkommen im Oberhalbstein bestehen an dieser Stelle die manganreichen Partien nicht aus schwarzem Brauniterz, sondern aus schwach rosarotem feinkörnigem Material. Meist sind diese Stücke jedoch zu einem mehlartigen Aggregat von auffallend goldgelber Farbe verwittert. Dabei entsteht eine zellig poröse Textur. Es erscheint ein erhaben herauswitterndes Netz von feinen Quarzäderchen. Oberflächlich wird das gelbe Material von schwarzem Manganoxyd überkrustet, das auch längs Rissen in die Stücke hineindringt. Mikroskopisch zeigt es sich, dass die rosa und gelb gefärbten Partien aus einem sehr feinen Gemenge von Mangankarbonat und Quarz bestehen. Das Karbonat bildet xenomorph begrenzte Knöllchen von max. 0,02 mm Durchmesser. Nur in seltenen Fällen können idiomorphe Rhomboeder beobachtet werden. Auf Grund von Mikroreaktionen und dem Verhalten gegenüber verdünnter HCI kann geschlossen werden, dass es sich um ziemlich reinen Rhodochrosit handelt.
Koordinaten, ca.:
765810 / 167170
Literatur:
- Geiger,Th.; 1948; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 27; Manganerze in den Radiolariten Graubündens; Seite 27-28
- Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917
- Stäbler, Hans; Terra Grischuna, Graubünden; 1980, April; Heft 2; Seite 75 - 79.
Mineralien:
- Manganerz:
- Piemontit:
- Polianit:
- Psilomelan:
- Quarz:
Als Gangmineral.
- Radiolarit:
- Rhodochrosit:
- Rhodonit:

Gebiet:
053_GR / Alp Murtéra, Augstenberg, Augstenhörnli, Augstenhüreli, Bocktenhorn, Braunhorn, Brunhornt
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Davos
Beschreibung:
Der Scalettapass ist südlich des Flüelapasses zu finden. Er bildet den Übergang vom Dischmatal in südlichere Val Funtauna. Beim Pass in altkristallinen Gesteinen der Silvrettadecke. Im Jahre 1852 erwähnt D.Wiser Andalusite aus der Scalettagegend, die von Coaz gefunden wurden.

Spaenhauer: Andalusit tritt in der Silvretta als gelegentlicher mikroskopischer Gesteinsgemengteil auf; die charakteristischen Vorkommen von grösseren Individuen sind aber an Linien und Knauern von Quarz gebunden; grössere Stücke, die ohne Quarz als Begleitmineral im Gestein eingelagert sind, werden selten gefunden. Diese andalusitführenden Quarzlinsen sind beschränkt auf Paragneise (Biotitschiefergneise und Tonerdesilikatgneise) und Mischgneise (Knoten-, Lagen- und Adergneise). Besonders reichlich finden sie sich in der Pischa- und der Scalettazone. Ihr Auftreten ist ziemlich unregelmässig; bei den Angaben von "Fundstellen" handelt es sich um grössere und kleinere Bereiche, in denen eine gewisse Häufung festzustellen ist. Ergiebiger als das anstehende Gestein und besser zum Sammeln geeignet sind im Allgemeinen Moränen und Schutthalden, die aus andalusitführenden Gebieten herstammen. Die folgende Liste von Fundstellen in der Scalettazone erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; es sind sicher viele der Beobachtung entgangen. Nach den Aufnahmen von Streckeisen, Bearth, Wenk und Spaenhauer können folgende Häufungsstellen namhaft gemacht werden:

- Scalettazone: Radünertäli (mit Disthen; jetzt nicht mehr ergiebig), Wände vom Flüela - Schwarzhorn gegen Braunhorn, Hang des Schwarzhorns gegen Dürrboden, Bocktenhorn, Augstenberg, Scalettapasshöhe, Westgrat des Scalettahorns (mit Turmalin).

Gramann:
- Im Flüelagebiet liegt eine erste Gruppe von Vorkommnissen im Biotitgneis, der sich vom Radünerthäli (Radönt) aufwärts gegen die unter dem letzten Wegweiser des Schwarzhornfussweges liegenden Felsriffe hinaufzieht. Beim Wegweiser enthält der Biotitgneis. zudem noch schönen Disthen. - Die zweite Gruppe findet sich im selben Gesteine da, wo es über dem Schwarzhorngletscher ansteht, und zieht sich von hier aus gegen das Flüela-Braunhorn (Brunhorn) hin. Hier finden sich auch Cordieritkrystalle. Der Biotitgneis der zweiten Gruppe ist jeweilen von zahlreichen Diabasgängen durchbrochen und liefert sehr schöne, ziemlich frische Cordieritkrystalle.

- Eine dritte Gruppe endlich liegt in dem gegen Dürrboden hinabfallenden Hange des Schwarzhorns. Im gleichen Gestein fanden sich nun auch am Scalettapass Andalusitkrystalle, nämlich am Scalettahorn, dann in der vom Pass aus gegen den Kühalpgletscher (Chüealp Gletscher) ansteigenden Riffzone, sowie endlich am Augstenhörnli (Augstenhüreli). Der andalusitführende Biotitgneis mit seinen bisweilen mächtigen streifigen Amphiboliteinlagerungen bildet einen zusammenhängenden, NNO-SSW verlaufenden Gesteinsstreifen.

Die Hauptausdehnung dieser sedimentären Zone verläuft also senkrecht zu der im allgemeinen ONO-WSW verlaufenden Schieferung. Der Streifen zieht sich vom Flüela-Schwarzhorn einerseits und dem Val Grialetsch andererseits bis zum Scalettapass. Die denselben von Dürrboden bis zur Alp Fontana umgrenzenden Gipfel bestehen alle aus Biotitgneis oder aus demselben eingelagertem Amphibolit. In diesen zusammenhängenden Streifen hinein schiebt sich in der Gegend des Radünerthälis und Radünergletschers eine schmale Zone granitischen Gneises und verursacht so eine scheinbare Trennung des Biotitgneises im Radünerthäli und Val Grialetsch. Da, wo der Biotitgneis Andalusit führt, ist er sehr grobflasrig, meist als typischer Augengneis mit bis erbsengrossen Augen entwickelt und sehr feldspatreich. Die Augen und Masern des Biotitgneises setzen sich zusammen aus gewöhnlich stark verwittertem Orthoklas, etwas frischerem Oligoklas und Quarz. Der Orthoklas ist reichlich mit ausgeschiedenem Quarz durchsetzt und enthält daneben noch zuweilen Einschlüsse eines gut begrenzten blassroten Granates. Letztere können über erbsengross werden und bilden nicht selten nur dünne Randzonen um einen aus Quarz und Biotit bestehenden Kern herum, oder dann sind sie regellos vom Biotit durchwachsen. Accessorisch führen diese Biotitgneise noch ziemlich viel Magnetit, gut begrenzten grossen Pyrit, meist viel Rutil in bis 7-8 cm langen, 1 cm dicken und bisweilen zentral von Quarz erfüllten Krystallen. Seltener finden sich noch Titanit, Apatit und Zirkon. Je nach dem Biotitgehalte und dem Stadium der Verwitterung ändert sich die Farbe des Biotitgneises vom schönsten Dunkelviolett bis zum schmutzigsten Grauschwarz. Der Biotitgneis ist durchbrochen von einer Menge von Diabasgängen. Die grössten Andalusitanreicherungen in demselben finden sich konstant in der Nähe dieser Gänge. Ebenso werden in diesen Gebieten die andalusitführenden Gerölle stets von Diabasgeröllen begleitet. Der Diabas bildet 0,5-40 m mächtige Gänge, zeigt plattige bis säulige Absonderung, die oft so weit geht, dass er durch dieselbe in kleine quadratische bis rhombische Säulchen zerfällt. Die einzelnen Platten erreichen eine durchschnittliche Dicke von 0,4 bis 1 m. Die Säulchen sind etwa 5 cm dick, etwa doppelt so lang und finden sich besonders randlich in den Diabasgängen. Sie stehen immer annähernd senkrecht zur Grenzfläche des Biotitgneises. Der frische Diabas ist grauschwarz und reich an eingesprengtem, schon makroskopisch sichtbarem goldgelbem Pyrit. Durch Verwitterung wird die Farbe grünlich. An der Oberfläche wittern die Diabase entweder staubig Weiss oder dann schön orangerot an. Die Diabasgänge setzen teils quer, teils parallel zur Schieferung durch den Biotitgneis hindurch. Konkordant der Schieferung, also parallel ONO-WSW finden sich im Biotitgneis häutig schmale bis sehr breite grünschwarze Zonen eines ausserordentlich zähen und festen, in frischem Zustande tief schwarzen, ziemlich massigen und erzreichen, oft stark epidotisierten Amphibolites eingeschaltet. Auf Rutschflächen ist derselbe ganz von glänzendem, gelb- bis grasgrünem Serpentin überzogen. Durch Verwitterung färbt er sich oberflächlich, ähnlich wie der Diabas, lebhaft rot. Kleinere Einschaltungen sind immer deutlich linsenförmig. Aus ihm bestehen die Felsköpfe, die den Kühalpgletscher gegen den Scalettapass hin abschliessen, ein grosser Teil des Augstenhörnli, das Kühalphorn, sowie der Gipfel des Scalettahorns. Der den Amphibolit bildende Amphibol hat grüne Farbe und einen in grünen Tönen spielenden Pleochroismus. Gegen den Biotitgneis grenzt der Amphibolit gewöhnlich durch eine zirka 0,3 m breite, weisse, oft sehr zierlich zellig ausgelaugte und intensiv gelb- bis braunrot anwitternde Schicht ab. Die Biotitgneisdecke wird durch die Gesteine, die das Flüela-Schwarzhorn, die petrographische Unterlage des Scalettapasses und der denselben umgrenzenden Höhen, sowie die Felsarten des Val Grialetsch repräsentiert. Gegen Sertig und Sulsanna (?) hin bricht dann schon wieder der granitische Gneis unter der sedimentären Hülle hervor. In der Nachbarschaft dieses Protogines zeigen überall die Biotitgneise hohe Krystallinität: Grobe Feldspatflasern, grosse Biotite, Granaten, Rutile, Pyrite etc. Ebenso finden sich hier der Schieferung des Biotitgneises konkordant Quarzlinsen eingeschaltet, die reich sind an gut krystallisierten Mineralien, wie grossen Periklinen, Andalusiten, Cordieriten etc.
Koordinaten, ca.:
90000 / 175000
Literatur:
- Gramann, August.; Naturforschende Gesellschaft Zürich, Vierteljahrsschrift; 1899; Band 44; Heft 3-4; Seite 302 356; Über die Andalusitvorkommnisse im rhätischen Flüela- und Scalettagebiet und die Färbung der alpinen Andalusite
- Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866; Seite 144- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 158
- Spaenhauer, Fritz; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen;1933;Band 13; Heft 2; Seite 323-346; Die Andalusit- und Disthenvorkommen der Silvretta
- Stalder, Hans Anton & Vollenweider, P. & Hügi, M.; Schweizer Strahler; 1993; Seite 473
Mineralien:
- Andalusit: Spaenhauer: Bis 20 cm, blassviolettrot, auch grünlich bis gelblichbraun, nie mit Chiastolithzeichnung. Die Andalusitknauern können beträchtliche Dimensionen annehmen. Im Allgemeinen sind sie aber kleiner (5 bis 10 cm Durchmesser), oft auch ganz unscheinbar. In solchen Knauern finden sich selten gut individualisierte Kristalle. Kristallographische Umgrenzung zeigen meist nur in Quarz eingewachsene Einzelindividuen. Die Farbe auf unzersetzten Flächen und im frischen Bruch ist rosarot bis fleischrot; im Allgemeinen sind die Kristalle aber oberflächlich meist blaurot bis rotviolett gefärbt, oft auch blass grünlichgrau. Häufig ist ein Überzug von silberglänzendem Muskowit vorhanden. Der Habitus ist dicksäulig nach der c-Achse mit 110 als Begrenzung. An den Enden sind die Kristalle häufig abgebrochen, andernfalls tritt die Basis als einzige Endfläche auf. Ganz selten lassen sich die Formen 100, 010 und 011 (ev. 101) beobachten. Die Kanten sind meist gerundet. Deformationen der Kristalle sind sehr häufig, ja beinahe die Regel. Solche Individuen sind entweder verbogen oder plattgedrückt, d. h. der normalerweise fast quadratische Querschnitt wird zu einem typisch rhombischen.

Gramann: Andalusit findet sich in grösseren, meist 20-50 cm langen und 10-40 cm breiten Quarzlinsen, die der Schieferung des flasrigen Biotitgneises konkordant eingeschaltet sind. Er ist begleitet von Cordierit, Disthen, Sillimanit, Muscovit, Biotit, Orthoklas und periklinartigem Oligoklas. Die Farbe des frischen, nicht umgewandelten Andalusites schwankt zwischen pfirsichblütrot, rotviolett und schwarzviolett. Der Andalusit ist immer ziemlich stark kantendurchscheinend, kleinere Krystalle scheinen oft ganz durch. Auf frischen Bruchflächen zeigen Andalusite stets einen starken, fettigen Glasglanz. Der Andalusit findet sich nicht immer in scharf begrenzten, sondern weit häufiger in derben bis knolligen eingesprengten Massen. Die immer nach der c-Ache stark verlängerten Krystalle erreichen oft eine Länge von 12 cm und eine Dicke von 8 cm, sie sinken gelegentlich auch herunter auf etwa 1 cm Länge und 1,5-2 mm Dicke. Häufig findet sich der Andalusit in parallel- oder auch radialstrahlig verwachsenen Aggregaten. Die Andalusite sowohl vom Scaletta, als die vom Flüela-Schwarzhorn, zeigen stets violette Färbung und zwar schwankt dieselbe von hellrosa bis dunkelviolett. Die Farbe ist oft nicht gleichmässig im selben Krystalle verteilt, sondern der sonst absolut. frische Andalusit zeigt entweder unregelmässig begrenzte Flecken von verschieden intensiver Färbung, oder dann zeigen die Krystalle, wie es besonders am Scaletta-Andalusit häufIg zu sehen ist, einen innerEn, etwas dunkler gefärbten, scharf begrenzten Kern und einen schwächer gefärbten äusseren Rand. Im Radünerthäli findet man nicht selten durch Limonit mit einem rostbraunen Überzug versehene, gut begrenzte Andalusite. Diese sind ganz aus einem Gemenge von meist linsenförmig aggregiertem, grossblättrigem Glimmer, der durch Quarz verkittet ist, zusammengesetzt. Ebenso ist dies der Fall beim Andalusit vom Scalettahorn.
- Apatit:
- Biotit:
Dieser ist stets braun, stark hell- bis dunkel-chocoladenbraun pleochroitisch. Der Biotit bildet meist grossblättrige, stark verbogene Individuen.
- Cordierit: Unter den Begleitmineralien des Andalusites ist besonders in der vom Scalettapass aus gegen den Kühalpgletscher ansteigenden Riffhalde der Cordierit ziemlich häufig. Derselbe bildet entweder hellere gelblich- bis bläulichweisse oder dann dunkle, schmutzig olivengrüne bis fast schwarze Krystalle. Die dunkeln Exemplare zeigen häufig einen vom Olivengrünen ins Bläuliche hinüberspielendeu schwachen Pleochroismus. Der Cordierit ist dann stets kantendurchscheine. Frische Stücke zeigen Fettglanz, mehr umgewandelte "pinitisierte" Stücke zeigen Wachsglanz. Der. Cordierit bildet meist kurze pseudohexagonale Säulen von etwa 2 cm Länge und 1-1,5 cm Dicke. Auch am Flüela-Schwarzhorngletscher fand sich ein solcher besonders schöner Cordieritkrystall. Derselbe hat eine Länge von 10 cm, eine Breite von 4,5 cm und eine Dicke von 7 cm. Es ist ein durch Parallelverwachsung von zwei grossen 3-3,5 cm breiten mit einigen kleineren Cordieritkrystallen gebildeter Krystallstock. Ein sehr schöner Cordierit-Pinit mit sechsseitigen prismatischen Umrissen wurde ferner mit krystallisiertem Andalusit zusammen in Fontanines auf der Alp Murtéra (Rasatscha) anstehend gefunden. Ziemlich häufig enthält der Cordierit Einschlüsse eines magnetkies- bis pyritähnlichen, sich limonitisierenden Eisenerzes.
- Disthen: Im Radünertäli.
- Epidot:
- Granat:
- Ilmenit:
Von weitern Begleitmineralien des Andalusites finden sich in den Quarzlinsen noch Ilmenit, körniger Magnetit und Rutil. Das umgebende Muttergestein hingegen enthält noch gut begrenzte, grosse Rutile, sowie wohlbegrenzten Pyrit.
- Klinochlor:
- Korund:
- Kyanit:
Disthen findet sich vor in makroskopisch gut ausgebildeten Kristallen. Letztere kommen aber nur davor, wo das Muttergestein des Andalusites sehr starke mechanische Beeinflussung verrät, so besonders am Schwarzhornfussweg, in der Zone, wo die, weissen Gneisplatten so plötzlich die Richtung ihrer Plattung von WNW nach NNO umändern. Der Disthen bildet hier bis 0,5 cm. breite, etwa 2 3 cm lange Kristalle. Er besitzt grauschwarze bis grauweisse oder dann hellblaue Farbe. Da, wo der Disthen deutlich aus Andalusit hervorgeht, ist, der noch vorhandene Andalusit sehr dunkelviolett gefärbt und in seinem äusseren Habitus, wie in Bezug auf Vertikalriefung, Fettglanz, Verhältnis von Breite und Dicke der Kristalle schon äusserst disthenähnlich. Disthenindividuen werden stets von Biotit umhüllt und durchdrungen. Sie finden sich immer da, wo der Biotitgneis von Amphibolit überlagert wird. Diese Disthene sind häufig parallel ihrer Spaltbarkeit nach (100) von Biotitblättchen durchwachsen, was leicht einen in gelben Tönen spielenden Pleochroismus des Disthens vortäuschen kann.
- Magnetit: Körnig.
- Muskovit:
- Periklin:
Bildet bis 2,5 cm dicke, etwa 3 cm lange, meist stark verwitterte, grau bis gelblichweiss gefärbte Kristalle, die häufig von Andalusit durchwachsen werden. Auf den Spaltflächen herrscht stets Perlmutterglanz.
- Prehnit:
- Pyrit:
- Quarz:
- Rutil:

- Sillimanit: Neben dem Disthen ist meist in Form kleiner Nädelchen mit deutlicher Quergliederung Sillimanit in den Quarzlinsen eingewachsen.
- Turmalin: Am Westgrat des Scalettahorns.
Gebiet:
054_GR / Chüealpgletscher, Dürrboden, Flüela, Fontanines, Kühalpgletscher, Piz Chasté, Piz Murtéra, Radünergletscher, Radünerthäli, Radünertäli, Scaletta, Schwarzhorn, Susch, Süs, Val
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Davos
Beschreibung:
Dürrboden: 789800 / 177430, 2000 m ü. M.
Schwarzhorn: 791280 / 179110, 3145 m ü. M.
Chüealpgletscher: 788750 / 173970, 2830 m ü. M.
Piz Murtéra: 798670 / 183750, 3040 m ü. M.
Murtéra: 798860 / 181930, 2140 m ü. M.
Piz Chasté: 800010 / 183100, 2850 m ü. M.
Luftlinie Schwarzhorn Murtera ca. 8 km. Andalusit: in der Moräne des Scalettagletschers zwischen Davos und Oberengadin in Graubünden und am Schwarzhorn im Flüelathale bei Davos. Diese Angaben beziehen sich nur auf Andalusitgerölle und nicht auf anstehende Vorkommnisse.
- Im Flüelagebiet liegt eine erste Gruppe von Andalusit-Vorkommnissen im Biotitgneis, der sich vom Radünerthäli aufwärts gegen die unter dem letzten Wegweiser des Schwarzhornfussweges liegenden Felsriffe hinaufzieht. Beim Wegweiser enthält der Biotitgneis zudem noch schönen Disthen.
- Die zweite Gruppe findet sich im selben Gesteine da, wo es über dem Schwarzhorngletscher ansteht, und zieht sich von hier aus gegen das Flüela-Braunhorn hin. Hier finden sich auch Cordieritkristalle.
- Eine dritte Gruppe endlich liegt in dem gegen Dürrboden hinabfallenden Hange des Schwarzhorns. Im gleichen Gestein fanden sich nun auch am Scalettapass Andalusitkristalle, nämlich am Scalettahorn, dann in der vom Pass aus gegen den Kühalpgletscher ansteigenden Riffzone, sowie endlich am Augstenhörnli. Der Biotitgneis der zweiten Gruppe ist jeweilen von zahlreichen Diabasgängen durchbrochen und liefert sehr schöne, ziemlich frische Cordieritkristalle. Am südlichen Hange des Piz Murtéra steigen grobflasrige Biotitgneise mit oft bis erbsengrossen Granatkörnern empor.
Den SO-lichen Abschluss gegen Süs hin bildet der Piz Chasté mit seinem Biotitgneis und den in denselben eingeschalteten mächtigen Amphibolitzonen. Der Andalusit findet sich hier in ziemlicher Menge wieder in dem Biotitgneis konkordant eingeschalteten Quarzlinsen. Die schönsten Kristalle wurden auf Murtéra gefunden und zwar in der Nähe des kleinen Baches, an einem Orte, der den Einwohnern unter dem Namen "Fontanines" bekannt ist. Auf der eigentlichen Alp Rasatscha, einer teilweise bewaldeten Schutthalde, findet sich Andalusit nur in vom Piz Chasté und Piz Murtéra herstammenden Geröllen. Da wo der granitische Gneis zwischen dem Piz Murtéra und dem Piz Chasté die Richtung seiner Plattung ändert, finden sich in den benachbarten Biotitgneisen, analog wie am Flüela-Schwarzhorn, Andalusite, die teilweise oder ganz in Disthen umgewandelt sind.
Zu den Andalusitfundstellen gelangt man am einfachsten und schnellsten, wenn man von der Flüelastrasse aus, direkt hinter dem sogenannten Jägerhaus, dem steilen Wege nachsteigt, auf dem die Einwohner das Heu zu Tale befördern. Hinter dem Jägerhaus am kleinen Bache finden sich schon eine Menge sehr schöner Andalusitgerölle (Stand um 1900). Der granitische Gneis. Der granitische Gneis zeigt sehr schöne plattige Absonderung.
Die von Dürrboden bis zur Alp Fontana umgrenzenden Gipfel bestehen alle aus Biotitgneis oder aus eingelagertem Amphibolit. In diesen zusammenhängenden Streifen hinein schiebt sich in der Gegend des Radünerthälis und Radünergletschers eine schmale Zone granitischen Gneises und verursacht so eine scheinbare Trennung des Biotitgneises im Radünerthäli und Val Grialetsch. Da, wo der Biotitgneis Andalusit führt, ist er sehr grobflasrig, meist als typischer Augengneis mit bis erbsengrossen Augen entwickelt und sehr feldspatreich. Der Biotit bildet in Schnitten senkrecht zur Spaltbarkeit lange dunkelbraune, stark pleochroitische Leisten bis Masern. Parallel der Spaltbarkeit erscheint er in der Form kleiner Blättchen. Die Augen und Masern des Biotitgneises setzen sich zusammen aus gewöhnlich stark verwittertem Orthoklas, etwas frischerem Oligoklas und Quarz.
Der Orthoklas ist reichlich mit ausgeschiedenem Quarz durchsetzt und enthält daneben noch zuweilen Einschlüsse eines gut begrenzten blassroten Granates. Letztere können über erbsengross werden und bilden nicht selten nur dünne Randzonen uni einen aus Quarz und Biotit bestehenden Kern herum, oder dann sind sie regellos vom Biotit durchwachsen. Accessorisch führen diese Biotitgneise noch ziemlich viel Magnetit, gut begrenzten grossen Pyrit, meist viel Rutil in bis 7-8 cm langen, 1 cm dicken und bisweilen zentral von Quarz erfüllten Kristallen. Seltener finden sich noch Titanit, Apatit und Zirkon. Je nach dem Biotitgehalte und dem Stadium der Verwitterung ändert sich die Farbe des Biotitgneises vom schönsten Dunkelviolett bis zum schmutzigsten Grauschwarz. Auf sehr kurze Dimensionen finden sich alle Übergänge vom lagenartig geschichteten, über den parallelschiefrigen zum fein- und grobflasrigen, oder dann zum oft zierlich gefältelten bis regellos zerquetschten Typus. Der Biotitgneis ist durchbrochen von einer Menge von Diabasgängen. Die grössten Andalusitanreicherungen in demselben finden sich konstant in der Nähe dieser Gänge. Ebenso werden in diesen Gebieten die andalusitführenden Gerölle stets von Diabasgeröllen begleitet. Der Diabas bildet 0,5-40 m mächtige Gänge, zeigt plattige bis säulige Absonderung, die oft so weit geht, dass er durch dieselbe in kleine quadratische bis rhombische Säulchen zerfällt. Die einzelnen Platten erreichen eine durchschnittliche Dicke von 0,4 bis 1 m. Die Säulchen sind etwa 5 cm dick, etwa doppelt so lang und finden sich besonders randlich in den Diabasgängen. Sie stehen immer annähernd senkrecht zur Grenzfläche des Biotitgneises. Der frische Diabas ist grauschwarz und reich an eingesprengtem, schon makroskopisch sichtbarem goldgelbem Pyrit. Durch Verwitterung wird die Farbe grünlich. An der Oberfläche wittern die Diabase entweder staubig weiss oder dann schön orangerot an. Der Amphibolit. Konkordant der Schieferung, also parallel ONO-WSW finden sich im Biotitgneis häutig schmale bis sehr breite grünschwarze Zonen eines ausserordentlich zähen und festen, in frischem Zustande tiefschwarzen, ziemlich massigen und erzreichen, oft stark epidotisierten Amphibolites eingeschaltet. Auf Rutschflächen ist derselbe ganz von glänzendem, gelb- bis grasgrünem Serpentin überzogen: Durch Verwitterung färbt er sich oberflächlich, ähnlich wie der Diabas, lebhaft rot.
Der Andalusit. Derselbe findet sich in grösseren, meist 20-50 cm langen und 10-40 cm breiten Quarzlinsen, die der Schieferung des flasrigen Biotitgneises konkordant eingeschaltet sind. Er ist begleitet von Cordierit, Disthen, Sillimanit, Muscovit, Biotit, Orthoklas und periklinartigem Oligoklas. Die Farbe des frischen, nicht inngewandelten Andalusites schwankt zwischen pfirsichblütenrot, rotviolett und schwarzviolett. Der Andalusit ist immer ziemlich stark kantendurchscheinend, kleinere Kristalle scheinen oft ganz durch. Auf frischen Bruchflächen zeigen Andalusite stets einen starken, fettigen Glasglanz. Der Andalusit findet sich nicht immer in scharf begrenzten, sondern weit häufiger in derben bis knolligen eingesprengten Massen. Die immer nach der c-Axe stark verlängerten Kristalle erreichen oft eine Länge von 12 cm und eine Dicke von 8 cm, sie sinken gelegentlich auch- herunter auf etwa 1 cm Länge und 1,5-2 mm Dicke. Häufig findet sich der Andalusit in parallel- oder auch radialstrahlig verwachsenen Aggregaten. Die Andalusite sowohl vom Scaletta, als die vom Flüela-Schwarzhorn, zeigen stets violette Färbung und zwar schwankt dieselbe von hellrosa bis dunkelviolett. Die Farbe ist oft nicht gleichmässig im selben Kristalle verteilt, sondern der sonst absolut. frische Andalusit zeigt entweder unregelmässig begrenzte Flecken von verschieden intensiver Färbung, oder dann zeigen die Kristalle, wie es besonders am Scaletta-Andalusit häufig zu sehen ist, einen inneren, etwas dunkler gefärbten, scharf begrenzten Kern und einen schwächer gefärbten äussern Rand. Die Begleitmineralien des Andalusits.
Der Cordierit. Unter den bereits aufgezählten Begleitmineralien des Andalusites ist besonders in der vom Scalettapass aus gegen den Kühalpgletscher ansteigenden Riffhalde der Cordierit ziemlich häufig. Derselbe bildet entweder hellere gelblich- bis bläulichweisse oder dann dunkle, schmutzig olivengrüne bis fast schwarze Kristalle. Die dunkeln Exemplare zeigen häufig einen vom Olivengrünen ins Bläuliche hinüberspielenden schwachen Pleochroismus. Der Cordierit ist dann stets kantendurchscheinend. Frische Stücke zeigen Fettglanz, mehr umgewandelte "pinitisierte" Stücke zeigen Wachsglanz. Der Cordierit bildet meist kurze pseudohexagonale Säulen von etwa 2 cm Länge und 1-1,5 cm Dicke. Das pseudohexagonale Prisma mit einem Winkel von annähernd 120° ist häufig durch eine Menge sich unter sehr stumpfen Winkeln schneidenden, schmalen Kombinationsflächen abgerundet und dann immer intensiv vertikal gerieft. Auch am Flüela-Schwarzhorngletscher fand sich ein solcher besonders schöner Cordieritkristall. Derselbe hat eine Länge von 10 cm, eine Breite von 4,5 cm und eine Dicke von 7 cm. Es ist ein durch Parallelverwachsung von zwei grossen 3-3,5 cm breiten mit einigen kleineren Cordieritkristallen gebildeter Kristallstock. Die Endbegrenzung wird gebildet durch eine grosse oP-fläche. Prismatisch zeigen die Kristalle zwölfseitige Umrisse und sind intensiv vertikal gerieft. Der Cordierit ist ganz in ein Gemenge von grossblättrigem Muscovit und feinkörnigem Pinit (Muscovit und Chlorit) umgewandelt. Der Kristallstock ist ferner durchwachsen von grössern, wohlbegrenzten Andalusitkristallen. Auch sonst zeigen die von diesem Fundorte herstammenden Andalusithandstücke sehr häufig vom Vorhandensein des Cordierits in grössere, nicht immer deutlich begrenzten Pinitfetzen. Ein sehr schöner Cordierit-Pinit mit sechsseitigen prismatischen Umrissen wurde ferner mit kristallisiertem Andalusit zusammen in Fontanines auf der Alp Murtéra (Rasatscha) anstehend gefunden. Im Radünerthäli findet man nicht selten durch Limonit mit einem rostbraunen Ueberzug versehene, gut begrenzte Andalusite. Diese sind ganz aus einem Gemenge von meist linsenförmig aggregiertem, grossblättrigem Glimmer, der durch Quarz verkittet ist, zusammengesetzt. Ebenso ist dies der Fall beim Andalusit vom Scalettahorn.
Der Disthen Disthen findet sich vor in makroskopisch gut ausgebildeten Kristallen. Letztere kommen aber nur da vor, wo das Muttergestein des Andalusites sehr starke mechanische Beeinflussung verrät, so besonders am Schwarzhornfussweg, in der Zone, wo die, weissen Gneisplatten so plötzlich die Richtung ihrer Plattung von WNW nach NNO umändern. Der Disthen bildet hier bis 0,5 cm. breite, etwa 2 3 cm lange Kristalle. Er besitzt grauschwarze bis grauweisse oder dann hellblaue Farbe und ist in der Prismenzone meist ziemlich gut durch (100) und (010) oder (100) und (I10) begrenzt. In der Richtung der Prismenaxe erscheinen die Kristalle stets stark verlängert. Die grauweisse bis grauschwarze Färbung ist immer mit einem eigentümlich fettig abgetönten Perlmutterglanz und starker Vertikalriefung der Flächen aus der Prismen zonenverbunden. Da, wo der Disthen deutlich aus Andalusit hervorgeht, ist, der noch vorhandene Andalusit sehr dunkel violett gefärbt und in seinem äusseren Habitus, wie in Bezug auf Vertikalriefung, Fettglanz, Verhältnis von Breite und Dicke der Kristalle schon äusserst Disthen-ähnlich. Häufig zeigen die Kristalle Verbiegungen und damit verbundene stark undulöse Auslöschung. Ebenso sind Zwillinge nach (100) nicht selten. Grössere Kristalle bestehen oft unter dem Mikroskop aus einem Aggregate von parallel gestellten Fasern. Auf den parallel (100) verlaufenden Spalttlächen sind dem Disthene oft Umwandlungsglimmerblättchen (Muskovit) eingewachsen. Durch mechanische Einwirkung, z. B. durch Auseinandertreiben der durch die Spaltbarkeit erzeugten Blätter und Leistchen durch keilförmig eindringende Quarzsubstanz, entstehen aus dem Disthen manchmal schön radialstrahlige bis wirrfilzige Rhätizit-Aggregate. Infolge von Verwitterung und eventuell auch von Gleitwirkungen wandelt sich der Disthen besonders randlich in blättrigen Muskovit um. Neben dem Disthen ist meist in Form kleiner Nädelchen mit deutlicher Quergliederung Sillimanit in den Quarzlinsen eingewachsen. Derselbe findet sich stets in mikroskopischen Kriställchen von den bekannten Eigenschaften.
Koordinaten, ca.:
791280 / 179110
Literatur:
- Gramann August, Vierteljahrsschrift der naturforschenden Gesellschaft, Zürich; 1899; Band 44; Seite 302 - 352; Über die Andalusitvorkommnisse im rhätischen Flüela- und Scalettagebiet und die Färbung der alpinen Andalusite
Mineralien:
Periklin. Er bildet bis 2,5 cm dicke, etwa 3 cm lange, meist stark verwitterte, grau bis gelblichweiss gefärbte Kristalle, die häufig von Andalusit durchwachsen werden.
- Almandin: Am Kontaktrande vom granitische Gneisgegen den Amphibolit ziemlich grosse rötliche Granate (Almandin).
- Andalusit: Die schönsten Kristalle wurden auf Murtéra gefunden und zwar in der Nähe des kleinen Baches, an einem Orte, der den Einwohnern unter dem Namen "Fontanines" bekannt ist. Auf der eigentlichen Alp Rasatscha, einer teilweise bewaldeten Schutthalde, findet sich Andalusit nur in vom Piz Chasté und Piz Murtéra herstammenden Geröllen. In grösseren, meist 20-50 cm langen und 10-40 cm breiten Quarzlinsen, pfirsichblütenrot, rotviolett bis schwarzviolett, stark kantendurchscheinend, kleinere Kristalle scheinen oft ganz durch. Die stark verlängerten Kristalle erreichen oft eine Länge von 12 cm und eine Dicke von 8 cm.
- Cordierit: Cordierit bildet entweder hellere gelblich- bis bläulichweisse oder dann dunkle, schmutzig olivengrüne bis fast schwarze Kristalle, meist kurze pseudohexagonale Säulen von etwa 2 cm Länge und 1-1,5 cm Dicke. In der vom Scalettapass aus gegen den Kühalpgletscher ansteigenden Riffhalde findet der Cordierit ziemlich häufig. Auch am Flüela-Schwarzhorngletscher vorkommend. An diesem fand sich ein solcher besonders schöner Cordieritkristall. Derselbe hat eine Länge von 10 cm, eine Breite von 4,5 cm und eine Dicke von 7 cm. Es ist ein durch Parallelverwachsung von zwei grossen 3-3,5 cm breiten mit einigen kleineren Cordieritkristallen gebildeter Kristallstock.
- Granat: Am südlichen Hange des Piz Murtéra steigen grobflasrige Biotitgneise mit oft bis erbsengrossen Granatkörnern empor.
- Interessantes Gestein: Andalusit, Cordierit.
- Kyanit: In makroskopisch gut ausgebildeten Kristallen, besonders am Schwarzhornfussweg, in der Zone, wo die, weissen Gneisplatten so plötzlich die Richtung ihrer Plattung von WNW nach NNO umändern. Der Disthen bildet hier bis 0,5 cm. breite, etwa 2 - 3 cm lange Kristalle. Er besitzt grauschwarze bis grauweisse oder dann hellblaue Farbe und ist in der Prismenzone meist ziemlich gut begrenzt.
- Magnetit: Accessorisch im Biotitgneis, reichlich.
- Muskovit:
- Periklin:
Bildet bis 2,5 cm dicke, etwa 3 cm lange, meist stark verwitterte, grau bis gelblichweiss gefärbte Kristalle, die häufig von Andalusit durchwachsen werden.
- Pyrit: Accessorisch im Biotitgneis, gut begrenzte grosse Pyrite.
- Rutil: Accessorisch im Biotitgneis, Rutil in bis 7-8 cm langen, 1 cm dicken und bisweilen zentral von Quarz erfüllten Kristallen.
- Sillimanit: Neben dem Disthen ist meist in Form kleiner Nädelchen mit deutlicher Quergliederung Sillimanit in den Quarzlinsen eingewachsen. Derselbe findet sich stets in mikroskopischen Kriställchen von den bekannten Eigenschaften.
Gebiet:
055_GR / Davos (Seestrasse)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Davos
Beschreibung:
An der Seestrasse bei Davos aus einigen Klüften.
Koordinaten, ca.:
784000 / 188210
Literatur:
- Stalder,Hans Anton & Wagner,Albert & Graeser,Stefan & Stuker,Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 105
Mineralien:
- Chabasit:
- Stilbit:
Gebiet:
056_GR / Davos, Kühalphorn, Chüealphorn
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Davos
Beschreibung:

Koordinaten, ca.:
788682 / 173424
Literatur:
- Stalder,Hans Anton & Wagner,Albert & Graeser,Stefan & Stuker,Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 37 Evtl. gleicher Fundort wie Davos, Pischahorn.
Mineralien:
- Andalusit: Im Altkristallin, Kristalle bis 20 cm, dicksäulig, blass violettrot, auch grünlich bis gelblichgrau, die schönsten Exemplare sind an quarzführende Linsen gebunden.
Gebiet:
057_GR / Davos, Pischahorn
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Davos
Beschreibung:
Östlich von Davos gelegen.
Koordinaten, ca.:
791430 / 187810
Literatur:
- Stalder,Hans Anton & Wagner,Albert & Graeser,Stefan & Stuker,Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 37,246
Mineralien:
- Andalusit: Im Altkristallin, Kristalle bis 20 cm, dicksäulig, blass violettrot, auch grünlich bis gelblichgrau, die schönsten Exemplare sind an quarzführende Linsen gebunden.
- Kyanit: In den Andalusit-Adern, bis 10 cm, oft paramorph in Andalusit umgewandelt.
Gebiet:
058_GR / Davos, Schmelzboden
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Davos
Beschreibung:
Aus einer schwachen Malachit-Azurit-Vererzung. Am Abhang des Silberberges, südlich der Station Schmelzboden, zwischen dem P. 1325.6 und dem alten Grubenweg, erhebt sich auf der W-Seite einer Erosionsrinne ein kleiner Felskopf (1450 m ü. M.). An dessen Ostfuß treten im anisischen Dolomit, durch ein Schürfloch bezeichnet, Spuren von Malachit und Azurit ohne Begleitung weiterer Erze auf.
Koordinaten, ca.:
777370 / 176180
Literatur:
- Escher,Eduard;1935;Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, 18. Lieferung; Seite 61; Die Cu-Vorkommen in der Trias Mittelbündens. Schmelzboden.
- Stalder,Hans Anton & Wagner,Albert & Graeser,Stefan & Stuker,Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 58
Mineralien:
- Azurit:
- Malachit:
Gebiet:
059_GR / Davos, Schwarzhorn (Nordseite), Chrüzwäg, Kreuzweg
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Davos
Beschreibung:
Steigt man von der runden Kreuzweg SOS-Hütte (2306 m ü. M.) weiter hoch, beim Skilift vorbei und das Schiferbächlein überquert, so durchgeht man auf ca. 2400 m ü. M. verschiedene kleine Moränenhügel. Der mittlere Hügel ist übersät mit zahlreichen abgerundeten, stark magnetischen «Serpentin»-Geröllen. Wenige Meter oberhalb wurden einzelne Felspartien und grössere Gesteinsblöcke aus dem Weg gesprengt. Dabei kamen einmalige Magnetitkristalle zum Vorschein, die kleine Gruppen mit Oktaedern bis 5 mm bilden.
Koordinaten, ca.:
780590 / 191180
Literatur:
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2013/1; Heft 122; Seite 13-22; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2013/2; Heft 123; Seite 5-13; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2014/2; Heft 125; Seite 5-15; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
Mineralien:
- Magnetit: Ein kleines Vorkommen von Magnetit in Serpentinit-Peridotit befindet sich im Geröllfeld unterhalb der Schwarzhorn Nordseite. Bis 5 mm, eingesprengt im Serpentinit.
Gebiet:
060_GR / Davos, Sertig
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Davos
Beschreibung:
Südlich von Davos.
Koordinaten, ca.:
83000 / 179000
Literatur:
- Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866; Seite 396
- Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1985/1; Heft 31; Seite 2-6; Der frühere Bergbau im Sertigtal, Davos: Das Kupfer-Arsen-Vorkommen am Tällihorn
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 266
Mineralien:
- Chalkopyrit:
Gebiet:
061_GR / Davos, Sertig, Sertigtal, Mittagshorn, Jöri Jegersch Nase, Tälihorn, Tällihorn, Tällifurka, St. Jakob (Mine), St. Jacob (Mine), in den Schüpfen, auf den Platten; St. Johann (Mine), Zu unser Frauen (Mine), St. Christoph (Mine), in der Sartiger Enge, Sertyger Enge;(Erzabbau)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Davos
Beschreibung:
Koordinaten der Gruben St. Jakob und St. Johann:- E785.300, N175760 auf 2240 m ü. M.- E785.260, N175770 auf 2250 m ü. M Beide am Mittagshorn, resp. nördlich unterhalb der Jöri Jegersch Nase. Kenngott erwähnt aus dem Sertigtal noch Pyrrhotin. Gadmer erwähnt in seinem Grubenverzeichnis von 1605 eine Erzgrube "In Sertyger Enge: St. Christoph". Das Tällihorn gehört dem Sertig und Dischma trennenden Grat an. Das Vorkommen liegt auf der NW-Seite des genannten Gipfels, wenig SW der Tällifurka. (2572 m ü. M.), auf gleicher Höhe wie diese, über einer rostig anwitternden Halde. Es wurde durch eine Schürfung, in deren Nähe die Reste einer Hütte erkennbar sind, bearbeitet; andere Spuren von Bergbautätigkeit fehlen. Das Vorkommen liegt in einem feinkörnigen Ortho-Muskovitgneis (Meso-Alkalifeldspatgneis) der Silvrettadecke, der aus Quarz, Orthoklas, Albit-Oligoklas, Muskovit und etwas zersetztem Biotit besteht. Akzessorisch führt er Apatit, Granat und Zirkon. Die Feldspäte sind getrübt und häufig durchsiebt. Die Erze durchsetzen den Gneis diskordant in, bis 6 cm mächtigen Triimern und Schnüren, die gegen das Nebengestein scharf begrenzt sind. Die Vererzung läßt sich auf nur wenige Meter verfolgen. In der Umgebung fehlen weitere Erzspuren. An Erzen treten auf: Pyrit, Kupferkies, Arsenkies, Fahrerz, Zinkblende. Quarz ist einzige Gangart. Die Triimer sind mit einer nur unter dem Mikroskop erkennbaren Auskleidung von stengeligem Quarz versehen, das Innere ist mit körnigem, meist verunreinigtem Quarz ausgefüllt. Er zeigt nur unbedeutende Spuren von Kataklase, in der Regel löscht er undulös aus. Die Erze sind dem Quarz regellos eingelagert und eng mit ihm verwachsen.
Koordinaten, ca.:
785510 / 179430
Literatur:
- Eichenberger, Urs; Bergknappe; 1984/4; Heft 30; Seite 2-9; Der frühere Bergbau im Sertigtal, Davos: Die Blei-Zinkgruben am Mittaghorn
- Escher, Eduard;1935; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, 18. Lieferung; Seite 61-63; Das Cu-As-Vorkommen am Tällihorn (Sertig, Davos).
- Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866
- Krähenbühl, Hans; Mineralien Welt; 1999; Heft 4; Seite 32-41
- Schreiber, Martin; Bergknappe; 2008/1; Heft 112; Seite 23-25; Die Blei- und Zinkgruben am Mittagshorn im Sertigtal
Mineralien:
- Arsenopyrit: Erzmineral, Primärmineral. Der Arsenkies besitzt z T. ähnliche Ausbildung wie der Pyrit, idiomorphe Individuen sind hier jedoch häufiger.
- Chalkopyrit: Erzmineral, Primärmineral. Der Kupferkies greift in kleinen verästelten Fortsätzen zwischen die Quarzkörner hinein.
- Erz: Bleiglanz-Zinkblende-Vererzung.
- Fahlerz: Erzmineral, Primärmineral. Fahlerz und Zinkblende kommen nur in einzelnen Körnern dem Kupferkies eingelagert vor.- Pyrit: Erzmineral, Primärmineral. Der Pyrit bildet relativ große, rissige, nur vereinzelt idiomorphe Körner, die einzeln oder in Gruppen dem Quarz eingelagert sind.
- Pyrrhotin:
- Quarz: Gangart.
- Sphalerit: Erzmineral, Primärmineral. Fahlerz und Zinkblende kommen nur in einzelnen Körnern dem Kupferkies eingelagert vor.
Gebiet:
062_GR / Davos, Spina, Spinnen, Glaris, Ruobentobel, Ruoben Tobel, Riedern, St. Marcus, St. Marx, St. Thomas;(Alaungrube)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Davos
Beschreibung:
Die Koordinaten zeigen auf Glaris. Im Grubenverzeichnis von Christian Gadmer, Bergrichter in Davos (von 1588 bis 1618), sind in der Landschaft Davos 34 Gruben aufgeführt. Als Nummer 21 ist die Grube St. Marcus, eine Alaun- Kiesgrube im Ruobentobel in den Riedern vermerkt (" In der Spinnen (Spina): ein Alaun Khüssgruob im Ruoben Tobel: St. Marx" und "In den Riedern: St. Thomas"). Im Verzeichnis von Bergrichter Gadmer sind selten Angaben über die Art der Vererzung der verschiedenen Gruben zu finden. Umso mehr erstaunt es, dass in der Spina das Vorkommen von Alaun- Gestein in den Riedern besonders vermerkt ist. In dieser Gegend soll sich auch die Fassung der Schwefelquelle des Spinabades befunden haben, die heute nicht mehr entdeckt werden konnte. Da die Alaun-Grube St. Marcus bis heute noch nicht lokalisiert werden konnte, steht auch nicht fest, was für ein Mineral zur Gewinnung des Alauns verwendet wurde. Gadmer erwähnt in seinem Grubenverzeichnis " In der Spinnen (Spina): ein Alaun Khüssgruob im Ruoben Tobel: St. Marx" und "In den Riedern: St. Thomas".
Koordinaten, ca.:
778500 / 179480
Literatur:
- Krähenbühl,Hans; Bergknappe; 2000/3; Heft 93; Seite 12-19; Schwefel-, Vitriol- und Alaun- Gewinnung auch in der Schweiz
- Krähenbühl,Hans; Bergknappe; 2000/4; Heft 94; Seite 13-18; Schwefel-, Vitriol- und Alaun- Gewinnung auch in der Schweiz
- Krähenbühl,Hans; Bergknappe; 2001/1; Heft 95; Seite 3-6; Schwefel-, Vitriol- und Alaun- Gewinnung auch in der Schweiz
- Krähenbühl,Hans; Bergknappe; 2001/2; Heft 96; Seite 3-6; Schwefel-, Vitriol- und Alaun- Gewinnung auch in der Schweiz
Mineralien:
- Alaun:
Gebiet:
063_GR / Davos, Totalp
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Davos
Beschreibung:
Aus dem Serpentinit-Komplex aus kalksilikatfelsähnlichen Adern des Ophicalcits.
Koordinaten, ca.:
782230 / 190670
Literatur:
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 114,218,244,256,299,383
- Gnos, Edwin & Armbruster, Thomas; Schweizer Strahler; 2007; Seite 13-21; Vesuvian
Mineralien:
- Ceylonit: Chrom- und nickelreich, schwarz, lamellenartige Entmischung in Pyroxen, bis 5 mm lang.
- Chrysotil: Im Serpentinit, massig in den beiden Varietäten Klinochrysokoll (hellgrün) und Orthochrysokoll (dunkelgrün), faserig (beide Varietäten) (Peters, 1963).
- Hydro-Andradit: Kein anerkannter Mineralienname, mikroskopisch klein (60 um), hellgrüne Kriställchen.
- Kupfer, gediegen: Gediegen, in mm-dicken Schlieren und Lagen (Peters, 1963).
- Lizardit: Als Teil einer komplexen Verwachsung mit Chrysotil.
- Magnetit: Randliche Ablagerung um den schwarzen Picotit.
- Pentlandit:
- Picotit: Schwarz, derb, mit Magnetitrand.
- Vesuvian: Fe2+ - betonte grüne Rasen in der Serpentinitmasse.
Gebiet:
064_GR / Davos, Totalp-Parsenn, Parsenn
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Davos
Beschreibung:
Die Totalp liegt etwas südlicher als Parsenn.
Koordinaten, ca.:
782950 / 191830
Literatur:
- Stalder,Hans Anton & Wagner,Albert & Graeser,Stefan & Stuker,Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 38,57,138
Mineralien:
- Andradit: Scharfkantig, durchsichtig, als rasenartige Kluftbeläge auf dem Serpentinit, gelb, gelblichgrün, smaragdgrün, fast farblos, durchsichtig, als Rhombendodekaedern, zusammen mit Klinochlor, Diopsid und Magnetit.
- Awaruit:
- Diopsid: Teils subparallel angeordnet (grössere Exemplare), weiss, verbogen, verheilt, teilweise kleinere freistehende Kristalle.
- Klinochlor:
- Magnetit:
Gebiet:
065_GR / Davos, Weissfluhjoch
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Davos
Beschreibung:
Nordwestlich von Davos liegend und mit der Bergbahn erreichbar.
Koordinaten, ca.:
780550 / 189600
Literatur:
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 258
Mineralien:
- Chromit: In Pyroxenit (Mineralienlexikon 1998, Seite 113: 'reiner Chromit ist in der Schweiz (noch) nicht nachgewiesen'), das heisst, dass es sich bei den Angaben im Parker evtl. um Ferrochromit handelt.
- Picotit: (Picotit).
Gebiet:
066_GR / Prunpentz, Praunpentz, Silberberg, zum hohen Kreuz (Mine), St. Luzia (Mine), St. Trinitatem (Mine), Zur Gottesgab (Mine), Maximilian (Mine), Ferdinand (Mine), St. Mathias (Mine), St. Joos (Mine), St. Daniel (Mine), Fuxloch (Mine), St. Geörgen (Mine), Paulsgruob (Mine), St. Helena (Mine), St. Johann (Mine), St. Lorenz (Mine), St. Bartlome (Mine), St. Nicolaus (Mine), St. Chilian (Mine), St. Andrea (Mine), St. Anna (Mine), St. Wilhelm (Mine), St. Marx (Mine), St. Thomas (Mine);(Erzabbau)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Davos
Beschreibung:
Christian Gadmer, 1588, Bergrichter, erwähnt unter anderem folgende Gruben in denen verschiedene Erze abgebaut wurde:

Silberberg, Tafas: - St. Luzia (hie Innen beym Egg, auch am landtwasser),- St. Trinitatem (Mitten in den Rüffenen),- Zur Gottesgab (Die Schacht oben uff der Cluft),- Maximilian (Wasserpaw),- Ferdinand (Wasserpaw),- St. Mathias (Von dannen bim bach uf ein alte ysen gruob), - St. Joos (Von der wassergruoben den alten schachten nach hinuff),- St. Daniel (wie bei St. Joos),- Fuxloch (wie bei St. Joos),- St. Geörgen (wie bei St. Joos),- Paulsgruob (wie bei St. Joos),- St. Helena (unterm Weg),- St. Johann (Und die New Innfahrt ob dem weg),- St. Lorenz (Der angefangen Stollen underm wegim wald unnen),- St. Bartlome (Im Schwabenthobel by der grossen Clufft im Kohl),- St. Nicolaus (By der Stuben),- St. Chilian (Zu nechst herinnen ob dem weg, beim Silberbergbach),

In den Zügen: - St. Andrea (Im Purchen Zug zu nechst obem weg), - St. Anna (Im kruhmb obem Gaden),- St. Wilhelm (Im Preiten Zug),

In den Spinen: - St. Marx (Ein Alaun Khüssgruoben im Ruoben Tobl),- St. Thomas (In den Riedern),- Zu unseren Frauen (Neben den Steinigen Matten beim landtwasser, Im Tschuggen)- St. Martin (Inn unser Frauwen Tobl)

In Sertig:- St. Jakob (In den Schüpfen auf den Platten), wiederentdeckt 1978, abgebaut: Bleiglanz und Zinkblende,- St. Johann (Inn Sertyger Tälli),- zu unser Frauwen (Inn Sertiger Tälli), einer der beiden Sertyger-Stollen wurde 1980 wieder eröffnet, abgebaut: Pyrit, Kupferkies, Arsenkies, Fahlerz, Zinkblende,- St. Christoffel (Inn Sertyger Ennge),- zu unseren Frauwen (Inn khillcher Lütschel),- St. Jakob (Inn killcher Lütschel), In Dischma:- St. Johann (Obem Dürnboden beim Steinigen wang),- zur Gottesgab (Und obem Dürnboden beim grossen Fälsen),- St. Michel (Ob der Duchli),- St. Johann (Ob der Duchli), Zum Closter:- St. Jacob (Im Wald heruf zu Münchalpen),- St. Paulus (Im Wald heruf zu Münchalpen), am Eingang des Mönchalptales sind in der Schlucht Stollen-Mundlöcher sichtbar. Im Grüenbödeli befindet sich eine Vererzung von Eisen und Kupfer (Pyrrhotin). Die Koordinaten zeigen auf Schmitten.

Sanct Nicolaus: Die Grube St. Nicolaus wurde durch Gadmer von seinem Vorgänger übernommen, um 1606 belehnt und in der Plurserzeit abgebaut. Sanct Helena: St. Helena war wie St. Barbara (Am Rothorn) im Mittelalter beliebt als Bergbau- Schutzpatronin. St. Johann Gadmers ''Die New Innfahrt ob dem weg", liegt unrettbar verschüttet, muss aber die höchstgelegene Abbaustelle gewesen sein. Seit Hitzens Zeit wird sie "Anna-Abbau" benannt. Diese Anna war indessen keine "Sancta", sondern eine Erzsucherin (Rhabdomantin), Hitzen 's Schwiegertochter. Im Schwabentobel begann der Bergbau schon vor Bergrichter Gadmer mit dem alten "Tagbau" (Am Weg), "so die Schwaben pauen haben".

Sanct Chilian: Dies ist der alte Namen des verschütteten Plurserstollens bei bekannter Wegkreuzung gegenüber Monstein.
Koordinaten, ca.:
770968 / 173193
Literatur:
- Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1981/4; Heft 18; Seite 2-9; Die früheste Montanindustrie im Alpenraum unter den österreichischen Herzögen im 15. und 16. Jahrhundert
Mineralien:
- Eisenerz:
Gebiet:
067_GR / Zu unseren Frauen (Mine), St. Martin (Mine), zu unser Frauwen (Mine), St. Christoffel (Mine), St. Michel (Mine), St. Jacob (Mine), St. Paulus (Mine), Egg, Landtwasser, Wasserpaw, im Kohl, Silberbergbach, Ruoben Tobl, In den Riedern, Tschuggen, Schüpfen auf den Platten, Sertyger Tälli, Sertyger Ennge, Lütschel, Dürnboden, Duchel, Münchalpen, Mönchalptal, Grüenbödeli, Tafas;(Erzabbau)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Davos
Beschreibung:
Zu unseren Frauen (Mine), St. Martin (Mine), zu unser Frauwen (Mine), St. Christoffel (Mine), St. Michel (Mine), St. Jacob (Mine), St. Paulus (Mine), Egg, Landtwasser, Wasserpaw, im Kohl, Silberbergbach, Ruoben Tobl, In den Riedern, Tschuggen, Schüpfen auf den Platten, Sertyger Tälli, Sertyger Ennge, Lütschel, Dürnboden, Duchel, Münchalpen, Grüenbödeli. Grüenbödeli: dunkelgrau-grüne bis hellgrau-grüne, fein- bis grobkörnige, zähe, massige Gesteine, die rostfarben anwittern. Auf frischem Bruch ist in groben körnigen Typen Augit, Granat und sulfidisches Erz zu unterscheiden. Hauptgemengeteile: Klinopyroxen Granat (nicht durchwegs vorhanden) Aktinolithische Hornblende (sek.) Karbonat (sek.)

Die Minen in der Umgebung (gem. Bergbuch):
a) Silberberg Tafas "Inn Pronpentzen Rüfenen, der alt Stollen am landtwasser bym bach ussen: St. Luzia" (Der Name Prunpentz oder Praunpentz war im 16. und 17. Jh. gleichbedeutend wie später Silberberg und umfasste das gleiche Revier. Der Name Praunpentz ist ursprünglich ein rhätoromanischer Name, während der Name Silberberg von Kolonisten deutscher Zunge eingeführt wurde). "Hie Innen beym Egg, auch am landtwasser: Zum hohen Kreutz" "Mitten in den Rüffenen: ad St. Trinitatem" "Die Schacht oben uff der Clufft: Zur Gottesgab" "Wasserpaw: Maximilian und Ferdinand" "Von dannen bim bach uf ein alte ysen gruob: St. Mathias" "Von der wassergruoben den alten schachten nach hinauff: St. Joos, St. Daniel, Fuxloch, St. Geörgen, Paulsgruob, underm Weg: St. Helena" "Und die New Innfahrt ob dem weg: St. Johann" "Der angefangen Stollen underm weg im wald unnen: St. Lorenz" "Im Schwabenthobel by der grossen Clufft im Khol: St. Bartlome" "By der Stuben: St. Nicolaus" "Zu nechst herinnen ob dem weg, beim Silberbergbach: St. Chilian"

b) In den Zügen "Im Purchen Zug zu nechst obem weg: St. Andrea" "Im khrumb obern Gaden: St. Anna" "Im Preiten Zug: St. Wilhelm" ("Eine alte verlegene Gruoben in der Mitte im breiten Zug ob Ardüs, St. Wilhelm genannt," wird unter dem 3. Januar 1589 dem M. Pirkl verliehen) .

c) In den Spinen "Ein Alaun Khüssgruoben im Ruoben Tobl: St. Marx" (Alaun = Sulfatausblühungen im pyrithaltigen Federalaun (Pickeringit = Mg Al2(SO4)4.22H2O). Das Sulfat wird aus dem Gestein ausgelaugt, in mächtigen Kesseln durch Sieden angereichert und dann durch Versetzen mit Pottasche umkristallisiert: Pickeringit entsteht durch Verwitterung (z.T. auch Chalkantit immer neu) "In den Riedern: St. Thomas" "Neben den Steinigen Matten beim landtwasser, Im Tschuggen: Zu unseren Frauen" "Inn unser Frauwen Tobl: St. Martin" evtl.Frauentobel bei Frauenkirch)

d) In Sertyg "In den Schüpfen uf den Platten: St. Jakob" (Diese Gruben wurden am Mittaghorn 1978 wiederentdeckt, es wurde hier Bleiglanz und Zinkblende abgebaut) . "Inn Sertyger Tälli: St. Johann, zu unser Frauwen" (Ein Stollen wurde 1980 von Chr. Jost wieder geöffnet. Hier wurde Pyrit, Kupferkies, Arsenkies, Fahlerz und Zinkblende festgestellt) . "Inn Sertyger Ennge: St. Christoffel (Wahrscheinlich handelt es sich hier um das mehrmals in Urkunden erwähnte Sertiger-Eisen.

e) In Dischma "Obem Dürnboden beim Steinigen wang: St. Johann" "Und obem Dürnboden beim grossen Fälsen: Zur Gottesgab" "Ob der Duchli: St. Michel und St. Johann" (Ist hier die Duchli Säge gemeint?)

f) Zum Closter "Im Walt heruf gegen Münchalpen: St. Jacob, St. Paulus" (Im Grüenbödeli befindet sich eine Vererzung von Eisen und Kupfer (Pyrrhotin). Am Eingang des Mönchalptales sind in der Schlucht Stollen-Mundlöcher sichtbar). Die Koordinaten zeigen auf Schmitten.

Siehe unter Fundorte: Prunpentz, Praunpentz, Silberberg, zum hohen Kreuz (Mine), St. Luzia (Mine), St. Trinitatem (Mine), Zur Gottesgab (Mine), Maximilian (Mine), Ferdinand (Mine), St. Mathias (Mine), St. Joos (Mine), St. Daniel (Mine), Fuxloch (Mine), St. Geörgen (Mine), Paulsgruob (Mine), St. Helena (Mine), St. Johann (Mine), St. Lorenz (Mine), St. Bartlome (Mine), St. Nicolaus (Mine), St. Chilian (Mine), St. Andrea (Mine), St. Anna (Mine), St. Wilhelm (Mine), St. Marx (Mine), St. Thomas (Mine). Grüenbödeli zwischen Selfranga und Laret: Die Grill-Hütte auf dem Grüenbödeli (1438 m ü. M.) liegt am Fusse eines kleinen Hügels. Auf diesem Hügel steht ein Sendeturm. Ein schmales Strässchen führt dort hinauf. In der Nähe des Strässchens liegen vererzte, kleiner Brocken. Man erkennt sie gut an ihrer rostbraunen Farbe und an ihrem hohen spezifischen Gewicht. Vermutlich handelt es sich hier um eine sekundäre Lagerstätte.

Probst: Eisenerz am Weg ins Mönchalptal: Lage: Mit dem Auto bis zum Grüenbödeli ob Klosters-Selfranga. Von dort zu Fuss den Alpweg hoch Richtung Mönchalptal. Nach ca. 10 Min., unmittelbar nach der ersten Kurve, beginnen linker Hand die vererzten Zonen. Sie sind gut erkennbar an der rostbraunen Verfärbung der Felspartien. Diese wurden durch den Wegbau auf einer Länge von ca. 300 m stellenweise angefahren. Die Felsschichtung und die darin eingelagerte Vererzung kann man am besten zwischen dem kleinen Stauwehr und der Brücke Abzweigung Drusatscha (1616 m ü. M.) verfolgen.
Koordinaten, ca.:
770968 / 173193
Literatur:
- Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1981/4; Heft 18; Seite 2-9; Die früheste Montanindustrie im Alpenraum unter den österreichischen Herzögen im 15. und 16. Jahrhundert
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/1; Heft 114; Seite 4-14; Neue Funde aus dem Prättigau
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/2; Heft 115; Seite 3-10; Neue Funde aus dem Prättigau
- Probst, Jürg, Bergknappe; 2013/1; Heft 122; Seite 13-21; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
Mineralien:
- Chalkopyrit: Grüenbödeli: in einem Gemenge.
- Chlorit: Grüenbödeli: in einem Gemenge.
- Eisenerz: Es sind dunkelgrau-grüne bis hellgrau-grüne, fein- bis grobkörnige, zähe, massige Gesteine, die rostfarben anwittern. Auf frischem Bruch ist in groben körnigen Typen Augit, Granat und sulfidisches Erz zu unterscheiden. Hauptgemengeteile: Augit Enstatit. Nebengemengeteile: Pyrrhotin Chalkopyrit Chlorit Pyrit Stilpnomelan.
- Pyrit: Grüenbödeli: in einem Gemenge.
- Pyrrhotin: Grüenbödeli: in einem Gemenge.
- Stilpnomelan: Grüenbödeli: in einem Gemenge.
Gebiet:
068_GR / Grüsch, Vordere Rüt, Ganey-Bad;(Erzabbau)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Grüsch
Beschreibung:
Vordere Rüt und Ganey-Bad sind auf der Das Tagebuch 1589-1603 des Davoser Bergrichters Christ.Gadmer (1588-1618), umfasst 93 Gruben. ... "Ein weiterer Stollen befindet sich in Grüsch, etwas westlich der Vorderen Rüti und ist noch 8-10m begehbar. Die Breite beträgt 1.20 bis 1.50 m, die Höhe durchwegs ca. 1.70m. ..." Auch im Ganey-Bad "zuhinterst im Thal bei Grüsch" wird eine"Gold-Grub" erwähnt, die bearbeitet worden sein soll. Nach Angaben handelt es sich um eine Schwefelquelle. Oberhalb des Bades sollen noch Ueberreste einer Gold-Grub zu sehen sein, die bearbeitet wurde. Wahrscheinlich handelt es sich um eine sulfidische Eisenvererzung. Ein bekanntes Schwefelbad lag zuhinterst in einem Seitental bei Grüsch, das Ganey- Bad, wo sich oberhalb eine von Sererhard erwähnte "Goldgruob" befand, die bearbeitet worden sein soll. Er schreibt, dass das Ganey-Bad den Herren von Salis - Seewis gehört hat und später durch den Gerichtsschreiber Andreas Ganser betrieben wurde. Dieser soll auch die Gold- Gruob ausgebeutet haben. Wahrscheinlich handelt es sich um eine sulfidische Eisenvererzung (Pyrit). Das Bad Ganey liegt zwischen Seewis und dem Schesplana in einem Talkessel auf rund 1300 m ü. M. Erwähnt wird das BadGaney erstmals 1617. In der ersten Badeschrift schreibt Georg Saluz vom Schwefelwasser als "Wunderwasser". Um 1799 werden die Gebäulichkeiten von den Oesterreichischen Truppen zerstört heute sind nur noch Ueberreste vorhanden. Beim ehemaligen Bad steht heute nur noch eine Infotafel. Die Lokalität wird heut mit Canis bezeichnet, die Koordinaten zeigen auf diesen Ort.
Koordinaten, ca.:
767440 / 211600
Literatur:
- Krähenbühl,Hans; Bergknappe; 1988/2; Heft 44; Seite 14-19; Die historischen Bergwerke im Prättigau.
- Krähenbühl,Hans; Bergknappe; 2001/2; Heft 96; Seite 3-6; Schwefel-, Vitriol- und Alaun- Gewinnung auch in der Schweiz
Mineralien:
- Erz:
- Pyrit:
Gebiet:
069_GR / Fondei, Obersäss (Mittelstation), Schiferbach
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Im Tobel unterhalb der Mittelstation Obersäss, auf ca. 1880 m ü. M.
Koordinaten, ca.:
780590 / 193800
Literatur:
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2013/1; Heft 122; Seite 13-22; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2013/2; Heft 123; Seite 5-13; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2014/2; Heft 125; Seite 5-15; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
Mineralien:
- Klinochlor: Tonnenförmige Kristalle bis 1 cm. Es handelt sich hier um Chrom-haltigen Klinochlor.
- Kämmererit: Varietätsname für Cr-haltigen Klinochlor.
- Pyrit: Bis 25 mm, Übergangsformen und Pentagondodekaeder. Mit hauchdünnem Belag aus Quarz.
- Talk: Knollen bis 10 cm Dicke.
Gebiet:
070_GR / Fondei, Obersässtäli
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Die Koordinaten zeigen auf Obersäss. Erz-Vorkommen im Obersässtäli (Fondei): Vielleicht handelt es sich hier um das geschichtlich erwähnte 'Erz vom Fondei’ (H. M. Wider, 1980). Am einfachsten erreicht man das weitläufige und abgelegene Hochtäli mit dem Mountainbike. Von der Casanna Alp aus (Untersass 1940 m ü. M.) fährt man auf dem Alpweg hoch zur Alp Obersäss (ca. 2060 m ü. M.). Hier endet die Strasse. Das Obersässtäli zieht sich am Fusse des Gaudergrat hoch bis zum Casannapass (2233 m u. M.). Weiter dem Bach entlang bis in den hinteren Teil des Täli, wo sich eine kleine sumpfige Ebene befindet. Zahlreich liegen hier die vererzten Gerölle herum, zum Teil rostig-rot verwittert. Beim Erz handelt es sich um derben, bleigrau-metallisch-glänzenden Hämatit mit Goethit (gelbbrauner Strich), eingewachsen in dunkelgrünem Peridotit, der zusätzlich das bronzefarbene Mineral Enstatit (Pyroxen-Gruppe) enthalt. Ebenfalls treten Mangan- und Pyrit-führende Radiolarite zutage. Ein etwas stärker vererztes Fundstück erwies sich als leicht magnetisch. Geologie: Nach eigenen Beobachtungen bildet der Bach die ungefähre Schichtgrenze zwischen dem Ophiolith-Komplex des Totalp-Serpentins (linke Talseite) und verschiedenen Kalkgesteinen (Brekzien, Flysch, Schiefer) der rechten Talseite (Gaudergrat). Dazwischen eingelagert wie ein schmaler Gurtel befinden sich vererzte Radiolarite. Diese sind anstehend auf dem Casannapass und verschwinden dann wieder unter der Vegetation und dem Geröll, vermutlich in Richtung Mangan-Fundstelle von Barga. Ein interessantes Hämatit-Magnetit-Vorkommen wird vom Obersässtäli, auf Höhe des Seeleins (2502 m ü. M.). erwähnt.
Koordinaten, ca.:
779410 / 193320
Literatur:
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/1; Heft 114; Seite 4-14; Neue Funde aus dem Prättigau
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/2; Heft 115; Seite 3-10; Neue Funde aus dem Prättigau
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2013/2; Heft 123; Seite 5-13; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
Mineralien:
- Enstatit: Im dunkelgrünen Peridotit.
- Erz:
- Goethit:
- Hämatit:
- Peridotit:
Dunkelgrün, Enstatit enthaltend.
Gebiet:
071_GR / Klosters, Alp Spärra, Gatschiefer
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Nebst den bekannten Gruben in der Casanna (Manganerz), Saaser Alp, Gotschnaboden und Tirolerloch, fand man in der Gegend von "Gatschiefer" und der Alp "Spärra" Erze. Es ist auch urkundlich belegt, dass Erzproben von diesen Fundstellen nach Hall zur Untersuchung gesandt wurden. Man weiss aber nicht, ob ein entsprechender Abbau stattgefunden hat. Probst: Vererzung im Gatschiefer-Gebiet: Lage: Mit dem Auto bis Selfranga Golfplatz (1275 m ü. M.). Von dort zu Fuss über den Unterund Ober-Gschwantenboden hinauf Richtung Hohliecht (ca. 2 Std.). Die Vererzung liegt rechter Hand, in der Nähe des Wanderwegleins auf ca. 2000 m ü. M. Man erkennt sie an der rostbraunen Verfärbung der Geröllhalde (gut sichtbar von der Davoserstrasse aus). Die vererzte Zone zieht sich ca. 50 m um den Rüggen. Die Mächtigkeit schwankt zwischen 20 und 50 cm, eingelagert in einem quarzhaltigen Grünschiefer. Man sieht heute keine Spuren von einem ehemaligen Abbau, wahrscheinlich wurde nie einer betrieben, da das Erz noch reichlich vorhanden ist. Bei der Vererzung handelt es sich um Siderit, Fe CO3 und stark verwittertem Goethit. Alp Spärra (1575 m ü. M.): Lage: Mit dem Bike gelangt man auf einer gut ausgebauten Strasse von Monbiel aus zur Verzweigung Sardasca/Vereina. Die besten Fundmöglichkeiten für vererztes Gestein befinden sich im Geröll des Verstanclabaches, zwischen der Alp Novai (1360 m ü. M.) und der Alp Sparra. Auch hier wütete das Hochwasser vom 2005 und hinterliess eine Spur der Verwüstung. Zahlreich liegen rost-rot angewitterte Steine herum, die auf eine grössere vererzte Zone hindeuten. Bei der Alp Sparra und noch weiter taleinwärts liegen ebenfalls häufig abgerollte Fe-haltige Gesteine herum. Meistens sind sie aber nur schwach vererzt. Die herumliegenden, steilen Felswände bestehen aus hellem Gneis, der geologisch zur Silvretta-Decke gehört. Dazwischen eingelagert gibt es quarzreiche Hornblende-Schichten, die mit reichlich Pyrit durchsetzt sind. Durch Lawinen, Murgänge oder Steinschlag gelangen so diese Gesteine in die Bäche. Ob je ein Abbau stattfand, ist zu bezweifeln, im Gelände deutet nichts darauf hin. Die Vererzung besteht hauptsächlich aus feinkörnigem Pyrit, der eng mit einem bronzefarbenen bis schwarzen Hornblende-Mineral (Amphibol) verwachsen ist. Die faserige Ausbildung (kleine nadelige Kristalle) sowie der lebhafte, seidige Glanz machen die Hornblende unverwechselbar. In feinen Rissen und Klüften trifft man öfters auf ein russig-schwarzes Mineral, das sehr locker zwischen der Hornblende und dem Pyrit verteilt ist. Ebenfalls findet man brekzienartigen, dunkelbraunen Goethit mit reichlich Biotit.
Koordinaten, ca.:

Literatur:
- Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1988/2; Heft 44; Seite 14-19; Die historischen Bergwerke im Prättigau
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/1; Heft 114; Seite 4-14; Neue Funde aus dem Prättigau
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/2; Heft 115; Seite 3-10; Neue Funde aus dem Prättigau
- Schenk, Hans Peter, Good, Walter, Meisser, Nicolas ; Bergknappe; 2008/1; Heft 112; Seite 26-31; Mineralien vom Silberberg, Davos
Mineralien:
- Biotit: Reichlich.
- Erze: Um was für Erze es sich handelt, geht aus der Beschreibung nicht hervor.
- Goethit: Stark verwittert, dunkelbraun.
- Hornblende: Im Erz, bronzefarben bis schwarz, mit lebhaftem seidigen Glanz.
- Pyrit: Feinkörnig im Erz.
- Siderit:
Gebiet:
072_GR / Klosters, Andbodenwald, Casanna, Casanna Alp, Goldgruoben, Gotschna, Gotschnaboden, Dros, Sandbodenwald (unterhalb Gotschna), Inner Chinntobel, Alp Untersäss, Tirolerloch, St. Jakob (Mine);(Erzabbau)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Bleigruben (im Gebiet des Andbodenwaldes) auf Gotschnaboden und die Pyritgruben (Gold-Gruoben) oberhalb der Alp Untersäss.

Die ergiebigste Grube liegt auf 2300 m ü. M. Grube St. Jakob, Gotschna-Casanna. Aus alten Brauneisen- und Manganerzfunde in der Geröllhalde unterhalb des Abbaues weisen auf den Zugang zur Grube hin. Dieser liegt in einer Felspartie auf 2335 m ü. M. Nach den in der Geröllhalde gefundenen Erzen, scheint es sich bei dem Vorkommen um eine im Kalk und Dolomit metasomatisch und durch Imprägnation hydrothermal entstandene Lagerstätte zu handeln. Die hohe Metallkonzentration, insbesondere des gefundenen Manganerzes Psilomelan (Mn02) und dessen feinkristallines Gefüge lassen diesen Schluss zu.

Die Bergknappen der Casannagruben wurden von der Bevölkerung als "Heiden" bezeichnet und der Erzweg aus dem Casannagebiet nach Küblis war der "Heidenweg". Da es sich vielfach um Tiroler-Knappen handelte (Tirolerloch), also Fremde, wurden diese damals als Heiden (Fremdes Volk) bezeichnet.

Tirolerloch: Lage: Mit dem Auto bis Schwaderloch (1260 m ü. M.). Von dort zu Fuss (1 km) über die Alpweide hoch und dem Inner-Chinn-Bach folgend ins Inner-Chinn-Tobel. Die Abbaustelle liegt rechter Hand (ca. auf 1500 m ü. M.) unterhalb eines Felsvorsprunges, ca. 20 m vom Bach entfernt. Im Frühsommer hat man Mühe, diesen zu überqueren (Schmelzwasser!). Etwas weiter oben ist ein kleiner Wasserfall. Die vererzte Zone liegt in einem grauen, quarzhaltigen Gestein, das durch die Feuchtigkeit rostbraun oxidiert ist. Die ganze Schicht wurde bis auf eine Stütze (Pfeiler) vollständig abgebaut. Im vorderen Teil war sie ca. 2 m mächtig, wurde aber schnell kleiner. Die Schichtung verläuft ca. 40 Grad steil. Die darüberliegende, kristalline Schicht ist ein Muskovit-Glimmerschiefer, durchsetzt mit Turmalin-Pegmatiten der Dorfberg-Decke. Bei der Vererzung handelt es sich um Pyrit und stark oxidierten Goethit. Im Bachbett liegen Carbonat-Gesteine (Siderit) herum, die oberflächlich auch angewittert sind.

Probst: Casanna Alp, «Goldgruoben»:
Lage: Mit der Gotschnabahn hinauf zum Gotschnagrat (2281 m ü. M.). Von dort zu Fuss oder mit dem Mountainbike unter der Casanna durch bis zur Casanna Alp (Alp Untersäss 1940 m ü. M.). Direkt oberhalb der Alphütten auf ca. 2000 m ü. M., in einer Runse gelegen, ist eine Pyrit-Vererzung anstehend. Vor langer Zeit wurde dort ein wenig geschürft. In der näheren Umgebung soll sich noch ein verschütteter Stollen befinden. Heute sieht man keine Spuren mehr im Gelände. Einzelne vererzte Stücke liegen noch im Geröll herum. Ca. 50 m weiter oben, auch in einer Runse, ist ein Siderit mit gelbem, erdigem Goethit anstehend. Ob ein früherer Abbau stattfand, ist unsicher. In der Umgebung liegen noch weitere kleine vererzte Aufschlüsse (wenig Eisenoxid), die alle in einem Grünschiefer-Gestein liegen.

Die Eisengruben der Casanna: Die Casanna ist bei den Einheimischen schon seit Jahrhunderten bekannt für ihren Erz-Reichtum. Zahlreiche Sagen und Geschichten ranken sich um dieses Gebiet. Lage: Alle Abbaustellen liegen im harten Hauptdolomit an der Casanna-Nordseite. Die ersten beiden Schürfstellen befinden sich auf ca. 2300 m u. M. (unterhalb des ersten Casanna-Gipfels, vom Gotschnagrat herkommend). Linksseitig weiter oben sieht man das 'Steinmannli’. Die beiden Löcher liegen nur 6 - 8 Meter auseinander und sind durch eine kleine Kletterei erreichbar. Sie stossen unmittelbar auf die grosse, steile Geröllhalde. Die Vererzung der oberen Abbaustelle ist durch einen Stollen von eher geringer Tiefe erschlossen worden. Heute können nur noch ca. 2 Meter begangen werden, der Rest ist mit Geröll gefüllt. Bei der unteren Schürfstelle handelt es sich um eine noch kleinere Vererzung. Das Eisenerz war linsenförmig im Fels eingelagert. Die vererzte Zone betrug nur etwa 1,5 m3 und wurde vollständig abgebaut. 2 Meter unterhalb befindet sich ein Erzdepot. Dieses war überdeckt mit ca. 20 cm Geröll, das sich im Laufe der Zeit ansammelte. Nach der Lage zu beurteilen, stammt das Erz direkt von dieser Schürfstelle. Merkwürdigerweise wurde es nie abtransportiert. Genau 100 Meter weiter westlich, die steilen Felspartien traversierend, gelangt man zur Hauptgrube St. Jakob auf 2335 m u. M. Im felsigen Gelände ist noch ein schmaler Knappenweg erkennbar.

Mineralien: Bei der Vererzung handelt es sich um kompakten, derben Hämatit mit wenig Goethit und Siderit. Die Vererzung ist z.T. stark zerklüftet, wo sich kleine Calzit- und seltener Aragonit-Kriställchen bilden konnten. Ebenfalls sind hohe Mangan-Anteile im Eisenerz enthalten, die früher ein begehrtes, zahes Eisen für die weitere Verarbeitung lieferten. Natürlich war das Mangan zu dieser Zeit noch unbekannt. Der Mineralien-Inhalt dieser Lagerstätte ist noch nicht vollständig untersucht worden, Überraschungen sind möglich.

Das «Tirolerloch» ist wahrlich ein Stollen In der näheren Umgebung des Tirolerlochs befinden sich noch weitere kleine Schürfstellen, unter anderem auch die Pyrit-Abbaustelle im Inner Chinntobel. Lage: Gleicher Anmarschweg über die rechtsseitige Alpweide, dann aber geradeaus durch das Wäldchen (Fichten, Verjüngungsgruppe) den kleinen Rüfihang hoch. Nach kurzer Zeit erreicht man das gut versteckte Stollenmundloch auf 1420 m ü. M. am Rande der stärker bewaldeten, steil abfallenden Flanke ins Inner Chinntobel. Der Eingangsbereich ist noch auf 3,5 m begehbar, danach verhindert viel Schutt ein Weiterkommen. Die ursprüngliche Tiefe des Stollens beträgt nach teilweiser Freilegung mindestens 6 bis 7 m. Sehr schön erkennt man die Vererzung im Gneis-Gestein, durchzogen von derben Quarzadern. Gute Merkmale des Gesteins sind der hohe metallische Glanz, das relativ geringe spezifische Gewicht und der grauschwarze Strich. Zudem kommen ocker- und rostfarbene Goethit-Partien vor sowie Pyrit in Quarz. In der älteren Literatur wird auch das Vorkommen von Bleiglanz erwähnt. Wenn man ca. 15 m weiter aufwärtssteigt, führt überraschend linker Hand ein schlecht erkennbares Knappenweglein ins Inner Chinntobel. Es ist schwierig zu finden, aber dann gut verfolgbar. An felsigen Abhängen mit kleinen Schürfstellen vorbei führt das Weglein über 50 Meter hinunter bis zur erwähnten Pyrit-Abbaustelle. Aus lagerstättekundlicher Sicht ist folgende Beobachtung interessant. Diese schmale, dafür lang gezogene, vererzte Zone besitzt eine beträchtliche Ausdehnung von über 3 km Luftlinie (!). Sie beginnt hier beim Tirolerloch, zieht sich durch den Rütiwald und um den Rüggen bis eingangs Mönchalptal. Danach taucht sie ab und kommt an der gegenüberliegenden Talseite bei der Schwarzseealp und am Gotschnawang nochmals zum Vorschein.
Koordinaten, ca.:
782200 / 192600
Literatur:
- Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1988/2; Heft 44; Seite 14-19; Die historischen Bergwerke im Prättigau
- Kutzer, H.J., Studer, W.; Bergknappe; 1980; Heft 14, 4; Seite 13-17, Grube St. Jakob, Gotschna-Casanna
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/1; Heft 114; Seite 4-14; Neue Funde aus dem Prättigau
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/2; Heft 115; Seite 3-10; Neue Funde aus dem Prättigau
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2013/1; Heft 122; Seite 13-22; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2013/2; Heft 123; Seite 5-13; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2014/2; Heft 125; Seite 5-15; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2016/; Heft 129; Seite 3-16; Die Landquart und der Bergbau auf Casanna
- Schenk, Hans Peter, Good, Walter, Meisser, Nicolas ; Bergknappe; 2008/1; Heft 112; Seite 26-31; Mineralien vom Silberberg, Davos
- Stahel, J.; Bergknappe; 1985/2; Heft 32; Seite 17-18; Erz, Gips und Schwefel in der «Casanna » ob Kloster
Mineralien:
- Bleierz:
- Chalkopyrit: Als primäres Cu-Erz.
- Chalkosin: Als primäres Cu-Erz.
- Eisenerz:
- Galenit:
- Goethit:
- Hornstein
: Von der Lokalität Gruoben, unterhalb der Parsennhütte, auf knapp 2100 m ü. M. Gelb, braun, grau, grün, dunkelbraun-violett, schwarz.
- Jaspis: Von der Lokalität Gruoben, unterhalb der Parsennhütte, auf knapp 2100 m ü. M. Blutroter Jaspis im Anstehenden. Der ganze Aufschluss liegt im Grenzbereich des Totalp-Ophioliths.
- Malachit: Nur in sehr bescheidenem Ausmasse auf Bruchflächen des Ophimiktit und der Hornstein-Radiolaritschichten.
- Manganerz:
- Pyrit: Als Erz.
- Radiolarit: Die Hornstein- und Radiolaritschichten liegen dem Ophimiktit, einem braunroten Gesteinsgemenge, auf. Im Ophimiktit ist eine schwache Cu-Vererzung zu beobachten.
Gebiet:
073_GR / Klosters, Casanna, Ofenpass, Munt Buffalora, Monte Buffalora, Val Tisch, Albulapass (nördlich), Avers, Alp Schmorras, Piz Starlera (Südwestabhang), Piz Starlera (Nordabhang), Fianell, St. Martin, Aversertal, Innerferrera (nördlich), Alp Sut-Foina, Sut Foina, Sutt Foina;(Erzabbau)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Die Koordinaten zeigen auf das Gebiet Casanna. An der Casanna bei Klosters tritt Brauneisen nesterartig auf Spalten des Hauptdolomites auf.
- Im Hauptdolomit und im Verrucano finden sich stockförmige Massen von Brauneisen am Monte Buffalora am Ofenpass.
- Hämatitimprägnationen finden sich im Triasdolomit des hintern Val Tisch nördlich des Albulapasses und östlich davon im Val Plazbi enthält der Verrucano Linsen von Siderit und ist von Hämatitadern durchtrümmert.
- Die Eisenerze, des Avers, die zuletzt ums Jahr 1845 abgebaut wurden, sind ebenfalls Hämatit und Siderit. Es sind Imprägnationen in Triaskalken und in dem liegenden Rofnaporphyr. Die im Kalk liegenden Erze sind vorwiegend quarzitische Hämatite, die im Rofnaporphyr aufsetzenden hingegen Siderit mit Hämatit. Im Kalk liegen die Gruben von Alp Schmorras und ferner diejenigen am Südwestabhang und am Nordabhang des Piz Starlera (Fianellgruben). Die ausgedehntesten Abbaue fanden in den im Rofnaporphyr liegenden Erzen bei St. Martin beiderseits des Aversertales nördlich Innerferrera und auf Alp Sut-Foina statt. Eprecht erwähnt einen nachgewiesenen Erzabbau (Hämatit und/oder Magnetit) bei San Martin ab 1570. Nähere Angaben fehlen. Vermutlich handelt es sich um St.Martin. Erwiesene Abbautätigkeiten im Val Tisch von 1568 bis 1850. Erwiesene Abbautätigkeiten auf Sutt Foina ab 1747. Abbautätigkeiten oder Abbauversuche sind auch von Casanna erwiesen. Erwiesene Abbautätigkeiten in der Region Alp Buffalora-Ofenpasshöhe von 1332 bis 1617. Nicht sicher nachgewiesener Abbau von Manganerzen bei Casanna.

Sutt Foina. Das Sideritlager befindet sich bei ca. 2140 m am Abhang des Gneisrückens unmittelbar S der Alp Sutt Foina. Hier liegt zum Unterschied von San Martin und Samada kein Gang, sondern nur imprägnierter Rofnagneis vor, wie wir ihn von jenen Orten als Nebengestein kennen. Diese Imprägnation ist aber derart konzentriert, dass sich ganze Bänke von ½ m Dicke oder mehr aus kompaktem braunem, körnigem Siderit abbauen lassen. Was dort im Kleinen beobachtet wurde, trifft man hier im Grossen: eine schlierige Anreicherung von Siderit im Gneis, unzertrennlich mit diesem verknüpft, und verblüffend rasch wieder in steriles Gestein übergehend. Die Mächtigkeit beträgt im östlichen Teil etwa 15 m quer zur Schieferung des Gneis: schichtaufwärts aber endet die Imprägnation fast plötzlich. Trotz der bedeutenden Höhe wurde in vergangenen Jahrhunderten energisch abgebaut. Im Streichen kann das Erz rund auf 200 m weit verfolgt werden. Das ausgehobene Volumen mag auf rund 2000 m3 geschätzt werden, wovon ca. 2500 Tonnen Siderit.

Fianell. Lage: Mit Fianell bezeichnen die Geologen den N-Abhang des Piz Mazza. Dort findet man im Marmor eingelagert mehrere verschiedene Erzvorkommnisse vom Typus Starlera, die teilweise einander fortsetzen. Das bedeutendste Lager (Fianell I) befindet sich bei etwa 2280-2300 m, 1 km südlich der Alphütten Sutt Foina, im oberen Teil des Lauizuges. Der Zugang von Alp Samada dem Lauizug entlang aufwärts ist nicht gut, dagegen sehr leicht von Ausser Ferrera über Cresta-Alp Sut Foina, die Gneishöhe ca. 2330 m überschreitend. In verblüffender Mächtigkeit bildet das Erz eine kleine schwarze Felswand. Etwa 1/2 km, weiter SW auf der schiefen Terrasse über der N-streichenden Triasfelswand stösst man auf zwei weitere weniger mächtige Erzausbisse (Fianell II) in einer Höhe von 2100-2400 m, die Spuren früheren Abbaues erkennen lassen. Das Erz besteht wie bei Fianell I aus Hämatit mit Manganerz.

Geologische Lagerung. Von unten lassen sich folgende Schichtabteilungen erkennen:

1. Marmorisierter Dolomit mit gelber Oberfläche, wohl Röthidolomit (am Lauizug auf schwarzem Triasschiefer).
2. Hämatit - Polianit, Fianell Il
3. ca. 20 m Marmor mit Marmorbreccie (wohl obere Trias), darin stellenweise Nester und Gänge von Hämatit.
4. 5 m Manganerz (Polianit), massig-knorrig, mit Nestern und Adern von Quarz und rotem Rhodochrosit, braunem Rhodonit und weissem Albit.
5. 8-10 m Hämatit.
a) 3 - 5 m dünnschichtiges, kieselreiches armes Eisenerz mit roten Quarzitbändern.
b) 5-7 m kompakter bis grobbankiger, schwarzer, kieselreicher Hämatitfels.
6. 6-8 m Marmor, inwendig weiss, zuckerkörnig, gegen 5 scharf uneben begrenzt und im oberen Teil 1 m grosse Eisen-Manganerznester einschliessend.
7. Gneis der Gischfalte (Überschiebungsfläche durch Schutt verdeckt). In seiner Gesamtheit ist das Erzlager von Fianel l, soweit sichtbar, etwa doppelt bis dreimal so gross als Starlera, dafür aber qualitativ geringwertiger. Schmorrasgrat. Am Grat zwischen Alp Moos und Alp Schmorras in der Trias der Margnadecke ist schon aus der Ferne ein schwarzes Erzband sichtbar. Am Grat 1,: 3 km NNE vom Piz Alv ist der Hämatit stark schieferig, kieselig-kalkig, 3 bis 4 m mächtig, und enthält Lagen schönen Manganerzes. Die grosse Höhe (2000-2700 m) und Entfernung schliessen einen rationellen Abbau aus. Deshalb wurde der Schmorrasgrat nicht näher untersucht.

Heim: Auf dem Grate zwischen Alp Schmorras und Alp Moos, d. h. auf der Wasserscheide von Avers und Oberhalbstein sind die Funde wiederum zahlreich. Das bedeutendste Lager setzt am 2726 Meter hohen Gipfel ein und reicht in steil östlich abfallender Schicht bis 2550 Meter hinab, wo es sich zwischen den Triasdolomiten auskeilt. Es erreicht höchstens 2 Meter Mächtigkeit.
Koordinaten, ca.:
781030 / 193050
Literatur:
- 1923; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, VIII. Lieferung; 1. Band; Seite 230 - 231, 237 239; Die Eisen- und Manganerze der Schweiz
- Epprecht, Willfried; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie - kleinere Mitteilungen Nr. 19 Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. Sonderdruck aus SMPM, Band 37; 1957; Heft 2
- Heim, Albert; Eclogae Geologicae Helvetiae; 1899-1900; Band 6; Heft 6; Seite 491 - 493; Die Eisenerze des Avers und die Manganerze von Oberhalbstein
- Jann, Rehm; Terra Grischuna, Graubünden; 1980, April; Heft 2; Seite 85-88
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2016/; Heft 129; Seite 3-16; Die Landquart und der Bergbau auf Casanna - Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917
- Stäbler, Hans; Bergknappe; 2015; Heft 126/127; Seite 71-101; Historischer Bergbau im Hinterrhein Mehrere Fundorte.
Mineralien:
- Brauneisen:
- Eisenerz:
- Manganerz:
- Siderit:
Gebiet:
074_GR / Klosters, Casannahorn (nordwestlich) (Mine);(Erzabbau)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Eine alte 'Goldgroube' woraus angeblich reines Gold geborgen wurde (Sage). In Wirklichkeit handelt es sich dabei um Pyritgruben. Ein Casannahorn gibt es nicht, nur Casanna. Etwas östlich davon liegen die ehemaligen Eisengruben (Karteneintrag: Ehem. Eisengruben).
Koordinaten, ca.:
782500 / 192710
Literatur:
- Pfander,Peter & Jans,Victor; Gold in der Schweiz, 3.Auflage; 2001; Seite 155
Mineralien:
- Pyrit:
Gebiet:
075_GR / Klosters, Gotschnaboden, Gipschilchli, Gips-Chilchli
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Im Gipschilchli auf Gotschnaboden wurde ehemals (19. Jh.) Gips in grossen Blöcken gebrochen. Eisenerz vom Gotschnaboden: Lage: Nach 5 - 10 Minuten zu Fuss ab Mittelstation Gotschnaboden Richtung Schwarzseealp (oberes Wanderweglein benutzen) überquert man den ersten grosseren Lawinenzug. Schon hier ziehen vererzte Glimmerschiefer, Grüngesteine und Radiolarite den Gotschnawang hoch bis zum Gotschnagrat. Man durchquert diese Zone auf einer Länge von etwa 200 Metern bis zur zweiten 'Rüfi’. Darauf folgen helle weisse Kalk- und Dolomit-Halden, die von den darüber liegenden Felsen stammen. Die Gesteinsvielfalt ist hier auf engstem Raum sehr abwechslungsreich aufgeschlossen. Wir befinden uns auf 1800 m ü. M., steigen nun aber den ersten oder zweiten Rüfizug hoch. Zahlreich liegen hier die vererzten Gesteine im Geröll. Ihre Farbe ist pechschwarz mit vielen kleinen rundlichen Quarzeinschlüssen (wie Rosinen im Kuchen). Es könnte sich hier um einen eisenschüssigen Tonschiefer handeln. Das spezifische Gewicht der Proben ist relativ gering. Die etwas schwereren Stücke enthalten reichlich Pyrit, der oberflächlich zu einer braunen Kruste oxidierte. Etwas weiter oben findet man häufig starker vererzte Gesteine (viel Goethit). Diese haben grosse Ähnlichkeit mit dem Eisenerz vom Tirolerloch (gleiche geologische Schichten). Hoher metallischer Glanz, schuppiges oder brekzienartiges Gefüge (evtl. Rutschharnisch-Flächen) und grau-schwarze Strichfarbe. Bleiglanz kann nicht beobachtet werden. Dennoch dürfte, müsste oder sollte es diesen irgendwo geben. Sogar auf der Siegfriedkarte von 1884 ist an diesem Ort der Begriff 'ehemalige Bleigruben’ eingetragen. Vermutlich gab es hier Schürfstellen, die aber längst wieder zugeschüttet und überwachsen.
Koordinaten, ca.:
784010 / 192860
Literatur:
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/1; Heft 114; Seite 4-14; Neue Funde aus dem Prättigau
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/2; Heft 115; Seite 3-10; Neue Funde aus dem Prättigau
- Stahel, J.; Bergknappe; 1985/2; Heft 32; Seite 17-18; Erz, Gips und Schwefel in der «Casanna » ob Kloster
Mineralien:
- Erz:
- Gips:
- Goethit:
Als Bestandteil des Erzes.
- Pyrit: Als Bestandteil des Erzes.
Gebiet:
076_GR / Klosters, Gotschnatunnel, Sunniberg
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Der 4207 Meter lange Tunnel wurde in den Jahren 1997 bis 2005 erstellt. Dabei wurden vor allem Kalk-Tonschiefer (Hauptgestein), Dolomit und Anhydrit-Gips-Schichten angetroffen. Die Koordinaten- und Höhenangaben beziehen sich auf das Norportal des Strassentunnels und nicht auf den genauen Fundpunkt.
Koordinaten, ca.:
784270 / 195067
Literatur:
- Probst, Jürg; Schweizer Strahler; 2007; Heft 3; Seite 24-26; Interessante Funde aus dem Gotschna-Tunnel
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2013/1; Heft 122; Seite 13-22; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2013/2; Heft 123; Seite 5-13; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2014/2; Heft 125; Seite 5-15; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
Mineralien:
- Anhydrit: Weiss bis violett, ausnahmsweise blau. Blau aus dem Abschnitt 2405 - 2410 (also nur ein sehr kurzes Stück). Im Tunnelaushub gefundene Anhydrite zeigten Einschlüsse von Dolomit, Magnesit, Coelestobaryt und authigenen Quarzen bis 5 mm. Vereinzelt bis 25 mm in Calcitdruse.
- Autigener Quarz:
- Calcit: Farblos, hochglänzend, Skalenoeder oder als linsenförmiger 'Fingernagelcalcit', bis wenige cm gross.
- Coelestobaryt: Orangefarbige Coelestobaryt-Flecken in Anhydrit.
- Dolomit: Weiss, Rhomboeder bis 8 mm.- Gips: Dünne prismatische Kristallstäbchen bis 1 cm und plattenförmig als durchsichtiges 'Marienglas'.
- Magnetit:
- Malachit: Eine grasgrüne Substanz, wahrscheinlich Malachit, zusammen mit Pyrit in schwarzem Dolomit.
- Pyrit: Meist in Würfeln bis max. 1 cm Kantenlänge und als Seltenheit in 1 mm langen Stäbchen.
- Quarz: Eher selten. Milchige Kristalle bis 2 cm in Calcit eingewachsen; glasklar und freistehend in schmalen Rissen oder als kleine angeätzte, authigene Doppelender von max. 5 mm auf grauem Dolomit-Gipsgestein.
Gebiet:
077_GR / Klosters, Gotschnawang, Gortschaboden, Gotschnaboden, Feisse Loch, Feisst Loch, Bündiwald
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
m steilen Gotschnawang steht ein Pegmatit an, der sporadisch opake Granate enthält. Die Pegmatite erkennt man im Gelände gut als hellgraue bis weisse, öfters grünliche oder rötliche, mittel- bis grobkörnige Gesteine von frischem Aussehen. Die Zone liegt auf ca. 1900 bis 2000 m ü. M.
Koordinaten, ca.:
784220 / 193860
Literatur:
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2013/1; Heft 122; Seite 13-22; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2013/2; Heft 123; Seite 5-13; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2014/2; Heft 125; Seite 5-15; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
Mineralien:
- Granat: Gotschnawang: Opak, von unregelmässiger Gestalt, bis max. 1 cm gross mit schöner rosaroter Farbe (Grossular). Selten mit begrenzten Kristallflächen.
- Graphit: Gotschnawang: Einsprenglinge bis 3 mm.
- Turmalin: Gotschnawang: Schörl. Schwarz, schlecht ausgebildet.
Gebiet:
078_GR / Klosters, Madrisatal, Eckerta, Forcla di Rossa;(Erzabbau)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Im Madrisatal fand in früheren Jahren ein Erzabbau oder ein Erzabbauversuch statt. Nähere Angaben fehlen. Madrisatal, Eckerta und Forcla di Rossa sind auf der heutigen Karte nicht eingetragen. Die Koordinaten zeigen auf die Lokalität Mariss, nördlich von Klosters.
Koordinaten, ca.:
785297 / 200649
Literatur:
- Epprecht,W., Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie - kleinere Mitteilungen Nr. 19 Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. Sonderdruck aus SMPM, Band 37; 1957; Heft 2
Mineralien:
- Eisenerz:
Gebiet:
079_GR / Klosters, Pischa
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:

Koordinaten, ca.:

Literatur:
- Parker,R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 158
- Parker,R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 234
Mineralien:
- Andalusit: In quarzführenden Linsen und Knauern, welche im Para- und Mischgneis liegen.
- Apatit:
- Cordierit:
- Epidot:
- Klinochlor:
- Korund:
- Kyanit: Selten.
- Muskovit:
Silbrig glänzend, blättchenartig, auf dem Andalusit.
- Prehnit:
- Rutil:
- Sillimanit:
Gebiet:
080_GR / Klosters, Pischa, Verborgen Pischa, Pischahorn, Rosställispitz (Flanken), Kirchlein (W-Grat), Piz Valtorta (Grat), Piz Chaste (Grat), Val Gröss, Alp Murtera, Susascatal, Fop Tiamarsch, Val Saglains
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Die Koordinaten zeigen auf das Pischahorn.

Andalusit tritt in der Silvretta als gelegentlicher mikroskopischer Gesteinsgemengteil auf; die charakteristischen Vorkommen von grösseren Individuen sind aber an Linien und Knauern von Quarz gebunden; grössere Stücke, die ohne Quarz als Begleitmineral im Gestein eingelagert sind, werden selten gefunden. Diese andalusitführenden Quarzlinsen sind beschränkt auf Paragneise (Biotitschiefergneise und Tonerdesilikatgneise) und Mischgneise (Knoten-, Lagen- und Adergneise). Besonders reichlich finden sie sich in der Pischa- und der Scalettazone. Ihr Auftreten ist ziemlich unregelmassig; bei den Angaben von "Fundstellen" handelt es sich um grössere und kleinere Bereiche, in denen eine gewisse Häufung festzustellen ist. Ergiebiger als das anstehende Gestein und besser zum Sammeln geeignet sind im Allgemeinen Moränen und Schutthalden, die aus andalusitführenden Gebieten herstammen. Die folgende Liste von Fundstellen in der Pischazone erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; es sind sicher viele der Beobachtung entgangen. Nach den Aufnahmen von Streckeisen, Bearth, Wenk und Spaenhauer können folgende Häufungsstellen namhaft gemacht werden:

Pischazone: Pischa, Verborgen Pischa, Pischahorn, Flanken des Rosställispitz und W-Grat des Kirchlein, Grat vom Piz Valtorta zum Piz Chaste (angereichert in den Karmoränien der Val Gröss und in den Schutthalden der Alp Murtera, auch verschwemmt bis ins Susascatal).

Ein besonders schönes Stück stammt aus einem Sturzblock bei der Hütte von Fop Tiamarsch in der Val Saglains.
Koordinaten, ca.:
791430 / 187810
Literatur:
- Spaenhauer, Fritz; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1933; Band 13; Heft 2; Seite 323-346; Die Andalusit- und Disthenvorkommen der Silvretta
Mineralien:
- Andalusit: Die Andalusitknauern können beträchtliche Dimensionen annehmen. Im Allgemeinen sind sie aber kleiner (5 bis 10 cm Durchmesser), oft auch ganz unscheinbar. In solchen Knauern finden sich selten gut individualisierte Kristalle. Kristallographische Umgrenzung zeigen meist nur in Quarz eingewachsene Einzelindividuen. Die Farbe auf unzersetzten Flächen und im frischen Bruch ist rosarot bis fleischrot; im Allgemeinen sind die Kristalle aber oberflächlich meist blaurot bis rotviolett gefärbt, oft auch blass grünlichgrau. Häufig ist ein Überzug von silberglänzendem Muskowit vorhanden. Der Habitus ist dicksäulig nach der c-Achse mit 110 als Begrenzung. An den Enden sind die Kristalle häufig abgebrochen, andernfalls tritt die Basis als einzige Endfläche auf. Ganz selten lassen sich die Formen 100, 010 und 011 (ev. 101) beobachten. Die Kanten sind meist gerundet. Deformationen der Kristalle sind sehr häufig, ja beinahe die Regel. Solche Individuen sind entweder verbogen oder plattgedrückt, d. h. der normalerweise fast quadratische Querschnitt wird zu einem typisch rhombischen. Die Quarz-Andalusit-Linsen sind weitaus in den meisten Fällen in Knoten- und Mischgneise eingelagert. Doch kommen sie auch in gewöhnlichen Paragneisen, insbesondere in den Tonerdesilikatgneisen, untergeordnet in Biotitschdefergneisen vor.
Gebiet:
081_GR / Klosters, Piz Silvretta (Silvrettahorn?)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Besonders in quarzführenden Linsen und Knauer, die an Paragneise und Mischgneise gebunden sind. Ein Piz Silvretta gibt es auf der heutigen Karte nicht. Evtl. handelt es sich um das Silvrettahorn.
Koordinaten, ca.:
802343 / 193092
Literatur:
- Parker,R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 234
Mineralien:
- Andalusit: Bis 20 cm, meistens unter 10 cm, dicksäulig, frisch rosarot bis fleischrot, meistens blassrot bis violettrot.
- Kyanit:
- Muskovit:
- Quarz:
Gebiet:
082_GR / Klosters, Schlappintobel, Unter Cun, Conrüfi; (Erzabbau)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Vererzung in der Cunrüfi: Lage: Mit dem Auto bis zum Parkplatz der Talstation Madrisa-Bergbahn in Klosters Dorf. Von dort zu Fuss das Schlappintobel hoch. Nach kurzem Anmarsch (ca. 20 Min.) gelangt man zum Einstieg in die Cunrüfi. Diese zieht sich hinauf bis zum Versitzspitz auf 2175 m u. M. Jetzt beginnt der mühsame Aufstieg im unwegsamen Gelände. Es geht anstrengend hoch in den Lawinenzug. Während des Aufstiegs sieht man linker Hand Felsen, auf denen zwei Masten montiert wurden. Mitten in der Rüfi, etwas oberhalb der Drähte, gleich neben dem Bächlein befindet sich eine Stelle, bei der man geneigt ist zu sagen, es handle sich hier um ein verstürztes Stollen-Mundloch. Nach ca. 1 1/2 Std. Aufstieg gelangt man nun in den oberen Drittel der Cunrüfi. Von den linksseitigen Felsen führen verschiedene Geröllhalden hinunter. In diesen fanden sich zahlreiche rostig-braun angewitterte Gesteine, die auf eine Vererzung hindeuten. Spärliche Anzeichen eines Wegleins sind noch teilweise zu erkennen. Oberhalb der Felsen, auf der nahe gelegenen Alpweide 'Unter Cun’ stehen noch Mauerreste einer Hütte und Umzäunung.

Geologie: Bei der Vererzung handelt es sich um hauchdünne Hämatit-Äderchen (höchstens 1 mm mächtig) in einem hellen Gneis, der zum Silvretta-Kristallin gehört. Der Hämatit ist feinlagig in der Gneis-Schichtung verteilt. Ebenfalls enthält der glimmerreiche Gneis Quarzadern, in denen nestförmig verwitterter Siderit und Goethit (im cm-Bereich) eingelagert ist. Trotz der grösseren Ausdehnung der vererzten Zone muss sie doch aus heutiger Sicht als nicht abbauwürdig angesehen werden. Natürlich ist nie ganz auszuschliessen, dass es stärker vererzte Bereiche gab, die aber nach kurzer Abbauzeit schnell wieder erschöpft waren.
Koordinaten, ca.:
787320 / 196000
Literatur:
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/1; Heft 114; Seite 4-14; Neue Funde aus dem Prättigau
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/2; Heft 115; Seite 3-10; Neue Funde aus dem Prättigau
Mineralien:
- Erz:
Gebiet:
083_GR / Klosters, Schwarzseealp;(Erzgrube)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Oberhalb Klosters, "wo man die Stüz hinauf nach Davos reist", wurde eine Schwefelquelle noch in der zweiten Hälfte des 18. Jh.zum Baden gebraucht. Auch da befindet sich oberhalb, auf der Schwarzseealp, eine Pyrrhotin Erzgrube (Magnetkies).

Ein Stollen auf der Schwarzseealp:

Lage: Das Stollenmundloch befindet sich an der Waldgrenze auf 1930 m ü. M., ca. 80 Meter oberhalb der Schwarzseealp (1847 m ü. M.). Der Eingangsbereich ist etwas verstürzt, dennoch kann man in geduckter Stellung noch ca. 10 Meter tief hineingehen, bis linksseitig eine rechtwinklige Aushöhlung oder Kammer von 2 × 2 Meter das Stollenende anzeigt. Im Gelände nebenan ist noch eine weitere kleine Schürfstelle. Ein überwachsenes Weglein führt um den Hügel und durch das Wäldchen hinunter bis zur Alp. Rund 50 Meter entfernt steht die Schwarzseealp-Sesselbahn (Winterbetrieb).

Gut sichtbar ist die Vererzung im Stollen-Eingangsbereich. Eine Quarzschicht mit rostbrauner Gesteinspartie durchzieht an dieser Stelle einen auf frischem Bruch grünlichen, klein- bis mittelkörnigen Gneis. Hauptsächlich im Quarz eingelagert befinden sich bis 1 cm dicke grau-schwarze, silbrig-metallisch-glänzende Erzadern, zum Teil mit Rutschharnisch. Von Ag-Erzen keine Spur! Die rostfarbenen Partien stammen von verwittertem Pyrit. Äusserst abwechslungsreich sind die Gesteinsschichten aufgeschlossen. In der näheren Umgebung ziehen Mn-haltige Radiolarite unter den «Chalberchöpf» (Kalksteinfelsen) durch - Richtung «Schöni». Am Wegrand unterhalb der Schwarzseealp wurden schwarze Peridotit-Felsmassen ebenfalls mit metallisch-glänzendem Rutschharnisch angeschnitten. Noch etwas weiter unten bei der Waldwiese «Büdemji» (1730 m ü. M.) liegen im sumpfigen Gelände zahlreiche rostig angewitterte, vererzte Peridotit-Knollen herum. Beim Aufschlagen erkennt man sehr schön die typische Verwitterungskruste und im Innern das derbe, bläulich-schwarze Erz. Unter Erz- und Titanit-Leukoxen-Abscheidung wandelt sich Titaneisen in ein inniges Gemenge dieser Entmischungsprodukte mit serpentinösem Material um. Zum Teil kann man auch rostige, fast erdige Eisenhydoxid-Brekzien finden (Ocker, Goethit). Auch im 5 km Luftlinie entfernten Obersässtäli treten die gleichen Gesteine wie hier zutage.
Koordinaten, ca.:

Literatur:
- Krähenbühl,Hans; Bergknappe; 2001/2; Heft 96; Seite 3-6; Schwefel-, Vitriol- und Alaun- Gewinnung auch in der Schweiz
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/1; Heft 114; Seite 4-14; Neue Funde aus dem Prättigau
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/2; Heft 115; Seite 3-10; Neue Funde aus dem Prättigau
Mineralien:
- Erz:
- Pyrrhotin:
Gebiet:
084_GR / Klosters, Serneus, Alp Untersäss
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Im Prättigau sind einige Schwefelquellen und Bäder bekannt. In der Gegend von Klosters zeigt sich die Gesteinsvielfalt verworren. Hier finden sich auf engstem Raum Radiolarit, Kalk, Gips (GipsChilchli), Gneis, Eisenerz- und Bleivorkommen, eine bunte geologisch petrographische Sammlung. Aus diesem Mineralienreichtum heraus lässt sich die Schwefelquelle erklären. Zudem befindet sich oberhalb der kalten Quelle auf der Alp Untersäss ein Pyrit-Vorkommen, das im 19. Jh. ausgebeutet wor den war. Von da stammt wahrscheinlich auch die "Goldbrünneli- Sage", die noch heute in der Bevölkerung herumgeistert. Unterhalb im Tal befindet sich das Bad Serneus. Regenwasser, angereichert mit Sauerstoff und Kohlensäure oder auch organischen Stoffen, hat die Gesteine durch chemische Löse- und Umwandlungsprozesse ausgelaugt, welche die Mineral und Gasbestandteile des Heilbades in einer Quelle von 45 l/min liefern.
Koordinaten, ca.:
784550 / 197810
Literatur:
- Krähenbühl,Hans; Bergknappe; 2001/2; Heft 96; Seite 3-6; Schwefel-, Vitriol- und Alaun- Gewinnung auch in der Schweiz
Mineralien:
- Pyrit:
Gebiet:
085_GR / Prättigau, Prätigau, Saaseralp, Saaser Alp, Madrisahorn (Südabfall), Gafiental, Uf den Bender, Auf den Bändern, In den Bändern, Gafia, zum heiligen Geist(Grube), St. Michael (Grube);(Erzabbau)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Radiolaritfundstelle oberhalb des dortigen Obersässes, bei der eine Erzbank aus Eisen- und Manganoxyden vorhanden ist. Die Radiolaritzone zieht dort nach Norden weiter in den Hintergrund des Gafientales, wo um 1590 eine Grube 'Uf den Bender' (auf den Bändern)in den Bändern' erwähnt wurde. Was dort abgebaut wurde ist heute nicht mehr bekannt (Mangan- oder Eisenerze). Die Koordinaten zeigen auf den Südabhang des Madrisahorns. Auf der Saaseralp wurden 1544 Erzfunde gemacht. Alle diese Eisengruben, die auch Manganerz führen, sind in der Regel an Radiolariten gebunden. Diese Radiolaritenzüge führen von Casanna über das Madrisahorn (Obersäss) weiter nach NE in den Hintergrund des Gafientales, wo nach Brügger um 1590 der Davoser Bergrichter Chr.Gadmer eine Grube "In den Bändern" erwähnt. Verschiedene Namen wie "Ereztälli", "Isentällispitz" usw. geben einen Hinweis auf solch mögliches Vorhandensein von Eisenerzen. Erwähnt werden in alten Dokumenten Erzgruben im unteren Prättigau. Die Eisen- und Manganoxidgruben auf der Saaser-Alp am südlichen Abfall des Madrisahorns erwähnt er mit Gruben "zum Heiligen Geist", in der Alp "St. Michael" sowie "St. Micheal" ob dem Geissweg zu Saas. Erzgrube auf der Saaser Alp: Geschichte: Chr. Gadmer erwähnt im Madrisagebiet drei Gruben: «In den Bändern» (Gafia), zu Saas in der Alp «zum hl. Geist» und «St. Michael», «St. Michael» ob dem Geissweg. Lage: Mit der Madrisabahn hinauf zur Bergstation. Von dort zu Fuss (ca. 1 Std.) übers Untersäss zum Obersäss (2158 m ü. M.). Die vererzte Zone liegt nur ca. 50 m weiter oben, direkt an einem steinigen Fahrsträsschen. Dieses führt weiter hinauf aufs Schaffürggli (auf der 1:25 000 - Karte Serneus nicht eingezeichnet). Im Strässchen liegen verstreut braun und schwarz angewitterte Steine herum, die eine Vererzung anzeigen. Diese stammen aus den Felsvorsprüngen, die dort aus der Alpweide schauen. An diesen kleinen Felsen kann man die Vererzung weiter verfolgen. Unterhalb diesen erkennt man noch kleine überwachsene Mulden, die auf einen alten Grubenabbau (Pinggen) hindeuten. Es handelt sich mit grösster Wahrscheinlichkeit um die Grube «zum hl. Geist». Die braun-schwarz angewitterten Steine sind nur schwach vererzt und besitzen kein hohes spezifisches Gewicht (dünner Überzug aus Eisen- und Manganoxiden, ähnlich wie Wüstenlack). Beim Gestein handelt es sich um einen schiefrigen, graugelben Kalk, der zur Aroser Schuppenzone gehört. Vereinzelt findet man noch grössere, von aussen unscheinbare Steine, die aus der stärker vererzten Zone stammen müssen. Erst beim Aufschlagen erkennt man sie. Die Vererzung bestand aus einem brekzienartigen Gemenge von Eisenhydroxiden, vor allem aus schwarzem, stark fettglänzendem Goethit (brauner Glaskopf) z. T. mit Anlauffarben. Vereinzelt sind noch kleine Pyritäderchen und derber Quarz mit eingeschlossen. Vom oberflächennahen Erzkörper ist heute nichts mehr zu sehen. Er wurde vermutlich vollständig abgebaut.
Koordinaten, ca.:
85555 / 200249
Literatur:
- Epprecht,W., Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie - kleinere Mitteilungen Nr. 19 Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. Sonderdruck aus SMPM, Band 37; 1957; Heft 2
- Krähenbühl, Hans; Bergknappe;1988/2; Heft 44; Seite 14-19; Die historischen Bergwerke im Prättigau
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/1; Heft 114; Seite 4-14; Neue Funde aus dem Prättigau
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/2; Heft 115; Seite 3-10; Neue Funde aus dem Prättigau
- Studer, W.; Bergknappe; 1979/2/3; Heft 9; Seite 18-21; Der Klosterer Bergbau
Mineralien:
- Brauner Glaskopf:
- Eisenerz:
- Goethit: Saaser Alp: fettglänzend.
- Manganerz:
- Pyrit: Saaser Alp: in kleinen Aederchen.
- Radiolarit:
Gebiet:
086_GR / Rütiwald, Aeuja, Äuja, Monbiel, St. Andreas(Mine)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Die Koordinaten zeigen auf den Rütiwald.
Probst: Rütiwald oberhalb Aeuja (Monbiel): Lage: Mit dem Auto bis zum Fahrverbot beim Werribach, vor dem Schwaderloch. Von hier aus folgt man dem Alpweg, beim Gehöft 'Malcheti’ vorbei, die Rüti hoch bis zum grossen 'Guggerstein’. Dieser liegt unterhalb des Rütiwalds am Rande der Alpweide. Gut geschützt vor Lawinen wurden Maiensäss-Hütten hinter diesem grossen Stein errichtet. Wenn man von hier geradeaus die Waldschneise hoch geht, gelangt man linksseitig an steile, von Bäumen überwachsene Gesteinspartien. Hier beginnt die vererzte Zone, und man befindet sich mitten im historischen Abbau-Gebiet (ca. 1550 m u. M.). Einzelne Schürfstellen (heute überwachsen) wurden vermutlich kurzzeitig bearbeitet. Geschichte: Bergrichter Gadmer erwähnt in seinem Grubenverzeichnis von 1588: 'by der Walts-Rüti in der Oeyen: 'St. Andreas'’. Geologie: Der ganze Hang ist Rutschmasse. Das Gestein ist in grössere und kleinere Steine zerbrochen. Die schwarze, metallisch-glänzende Vererzung (grau-schwarze Strichfarbe) besitzt ein relativ geringes spezifisches Gewicht. Die Adern erreichen eine Mächtigkeit von max. 10 - 20 cm (brekzienartig) und enthalten noch stellenweise wenig Pyrit. Überall ist das Gestein durchsetzt mit rostigen, erdigen Partien, die von verwittertem Pyrit und Siderit stammen. Die vielen Risse im Gestein der Rutschmasse begünstigen die starke Verwitterung der Erze. Es handelt sich hier um die gleiche geologische Zone wie beim nahen Tirolerloch und Anfang Mönchalptal.
Koordinaten, ca.:
787750 / 191750
Literatur:
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/1; Heft 114; Seite 4-14; Neue Funde aus dem Prättigau
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2009/2; Heft 115; Seite 3-10; Neue Funde aus dem Prättigau
Mineralien:
- Erz:
- Pyrit: Vereinzelt im Erz, auch verwittert.
- Siderit: Verwittert.
Gebiet:
087_GR / Serneus, Casanna, Goldbrünneli, Drostobel, Bärenwang
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Der Name Goldbrünneli beruht auf zwei Sagen und wegen des goldgelben Wassers (schwefelhaltig). Eine entsprechende Lokalität ist auf der Karte nicht eingetragen. Die Koordinaten zeigen auf den Casanna. Etwas östlich von diesem befindet sich eine ehemalige Eisenrube. Nach neusten Erkenntnissen steht es sehr wahrscheinlich mit einer Mn-Cu-Vererzung, hoch oben im 'Dros', nördlich des Gotschnagrates iin der Region Bärenwang. Die aufgeschlossene Zone ist etwa 3 m lang und 50 cm hoch. Über 10 m sind die vererzten Schichten noch verfolgbar, danach verschwinden sie wieder unter der Vegetation.
Koordinaten, ca.:
783720 / 19311
Literatur:
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2013/1; Heft 122; Seite 13-22; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2013/2; Heft 123; Seite 5-13; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2014/2; Heft 125; Seite 5-15; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
- Stahel, J.; Bergknappe; 1985/2; Heft 32, Seite 17-18; Erz, Gips und Schwefel in der «Casanna » ob Klosters
Mineralien:
- Braunit: Knollen- oder linsenartig im Radiolarit eingebettet.- Chalkosin: Im Hornstein.- Kupfer, gediegen: Im Hornstein.
- Manganerz: Bestehend vorwiegend aus gelbem bis braunem Rhodochrosit und weissem, selten rosarotem Manganocalcit.
- Radiolarit: Rot, durchzogen mit schwarzen Erzadern. Ausbildungsformen:
   - harte, kompakte Varietät von kräftig fleischroter Farbe,
   - brüchige und weniger harte, braunrote Varietät (Hämatit, Malachit und Kupfer in geringen Mengen enthaltend).
Gebiet:
088_GR / Serneus, Huetleri, Huotleri, Gadenstätt, Uf de Büelen
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Klosters
Beschreibung:
Aus dem Quellbereich des kleinen Bächleins bei der Huetleri/Gadenstätt, uf de Büelen. Die Fundstelle wurde vermutlich Ende der 1960er Jahren durch die noch heute bestehende Quellfassung (Brunnenstube) verbaut und wieder zugeschüttet.
Koordinaten, ca.:
781670 / 196520
Literatur:
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2013/1; Heft 122; Seite 13-22; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2013/2; Heft 123; Seite 5-13; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
- Probst, Jürg; Bergknappe; 2014/2; Heft 125; Seite 5-15; Die interessantesten Erze, Mineralien und Gesteine im Gotschna- und Casannagebiet
Mineralien:
- Aragonit: Gebändert, Brocken bis 30 kg.
Gebiet:
089_GR / Schiers, Schuders, Dreywald, Drewald, im grauen Tobel, St. Michael(Grube), St. Jakob(Grube), St. Anna;(Erzabbau)
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Schiers
Beschreibung:
Die Koordinaten zeigen auf en Drewald. Das Tagebuch 1589-1603 des Davoser Bergrichters Christ.Gadmer (1588-1618), umfasst 93 Gruben. Die Gemeinde Schiers hatte auf ihrem Gebiet drei Gruben, nämlich: "St. Michael" im Grauen Tobel, bei Dreywald "St. Jakob" und "St. Anna" in Schuders, unterhalb der Kirche beim "kalten Brunnen". Die Kirche zu Schuders war ursprünglich eine der Hl. Anna geweihte Knappenkapelle. Bei der Erneuerung 1929 wurde an der Wand gegenüber der Kanzel ein Bild freigelegt, das die Segnung eines Bergknappen vor dem Stolleneingang darstellt. Im 16. Jahrhundert waren im Prättigau im ganzen 14 Gruben in Betrieb. Die Erzgrube St. Anna "unter der Kirch beym Kalt Prunnen" in Schuders war die letzte, die schliesslich einging.
Koordinaten, ca.:
777180 / 209910
Literatur:
- Krähenbühl,Hans;Bergknappe;1988/2;Heft 44;Seite 14-19; Die historischen Bergwerke im Prättigau
Mineralien:
- Erze:
Gebiet:
090_GR / Seewis (dt.), Sevgein (rätorom.), Vilan
Region: Bezirk Prätigau-Davos / Gemeinde Seewis
Beschreibung:
Nordwestlich von Seewis(1) sowie im Steinbruch bei der Station Seewis (2).
Koordinaten, ca.:
764560 / 209100
Literatur:
- Parker,R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 224
Mineralien:
- Albit: 1) durchsichtig bis milchig, teils auf dem Quarz aufsitzend.
- Calcit: 2) farblos bis weiss, Rhomboeder.
- Quarz: 1) leichte Phantombildung, bis 5 x 5 cm, gelblich oder glasklar, gedrungene Erscheinung, mit Einschnitten von weggelöstem Calcit, teils sind die Spitzen hellgrün chloritisiert, manchmal mit Albit belegt, 2) trüb, bis 4 cm, teils mit Einschlüssen von Schieferpartikeln.
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