Direkt zum Seiteninhalt

Kanton BE, Kreis Interlaken-Oberhasli - Fundorte von Mineralien in der Schweiz

Menü überspringen
Menü überspringen
Menü überspringen

Kanton BE, Kreis Interlaken-Oberhasli

Fundorte > Bern
Kanton Bern, Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli

Regionen: Beatenberg, Brienz, Interlaken, Habkern, Mürren, Saxeten, Meiringen
LNr
001.
Fundort
BE / Beatenberg, Beatushöhle
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Beatenberg
Koordinaten, ca.
Literatur
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 98
Bemerkungen

Mineralien
- Calcit: kammartig aggregiert zu grossen Gruppen, positive, steile Rhomboeder, Einzelkristalle bis 2 cm, Fund um 1966.
LNr
002.
Fundort
BE / Brienz, Brienzer Rothorn, Brienzer Grat
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Brienz
Koordinaten, ca.
Literatur
- Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866; Seite 391
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 341
Bemerkungen
Mineralien
- Calcit: Brienzer Rothorn: Rhomboeder, flach, bräunlich, milchig, bis 6 cm.
- Pyrit: Brienzer Grat: in kalkigem Tonschiefer eingewachsen.
LNr
003.
Fundort
BE / Beatenberg, Sundlauen, Balmholz (Steinbruch)
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Beatenberg
Koordinaten, ca.
Literatur
- Lergier, William & Burri, Thomas; Lapis; 2003; Heft 6; Seite 13-43; Die Jungfrau-Region im Berner Oberland (CH)
- Schad, Karl-Heinz; Schweizer Strahler; 2007; Heft 3; Seite 8-17; Erdölhaltige Quarze mit aussergewöhnlichem Habitus
Bemerkungen
Die Steinbrüche Balmholz AG liegen am rechten Thunerseeufer zwischen Merligen und Sundlauen am Fusse der Balmflue. Die Mineralien stammen aus kleinen Scherrklüftchen, welche nur selten 1 cm erreichen. Strahlererlaubnisse werden wegen der grossen Steinschlaggefahr keine gegeben.
Mineralien
- Aragonit: klein, schneeweiss mit gutem Glanz oder transparent klar und rhomboedrisch.
- Baryt: tafelförmig, dünn- bis dicktafelig.
- Calcit: in der ersten Generation mit bitumenartigem Überzug. Die 2. Generation zeigt formschöne und klare Kristalle. Nicht selten sind Skalenoeder mit Zepterung von einem sogenannten Kanonenspat und zuätzlich noch mit einem oder mehrern Phantomen zu finden. Die Farbe reicht von milchigtrüb bis glasklar. Zum Teil mit hohem Glanz.
- Dolomit: sattelförmig, weiss bis gelblich, porzellanartiger Glanz.
- Fensterquarz: klein.
- Fluorit: meistens auf dem Calcit aufsitzend, manchmal von Bitumen überdeckt, würfelig, farblos mit seidenmattem bis hohem Glanz.
- Pyrit: in feiner oder massiger Verteilung, auch schichtartig gesteinsbildend, mit gutem Glanz, formenvielfältig, so z.B. als Würfel, Rhombendodekaeder, Oktaeder oder gar als Kugel.
- Quarz: klein, bis 20 mm, mit Bitumeneinschlüssen. Auf dem Quarz lassen sich s, r, z, x und selten auch y-Flächen beobachten.
- Zepterquarz: zum Teil mit Mehrfachzepterung, klein.
LNr
004.
Fundort
BE / Axalp, Axalpburg, Axalphorn, Schlafbielen, Schlafbühlen, Tschingel, Windeck, Windegg
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Brienz
Koordinaten, ca.
Literatur
- Studer, T.; Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft Bern; 1882; Heft 1 /1030 - 1039; Seite 18 31; Geologische Beobachtungen im Gebiete des Schwarzhornmassivs
Bemerkungen
Studer (1882): Da, wo der Felsen sich vorschiebt, sieht man deutlich südeinfallende Kalkbänke, welche nach Norden ein Gewölbe bilden; man sieht die Schichten bogenförmig gekrümmt, den Gipfel des Gewölbes nach Nord gerichtet. Ueber dem Kalk tritt in 1830 Meter wieder Schiefer auf, am besten entwickelt am Fusse der Tschingelwand in der Windeck (heute Windegg) und den Schlafbühlen (heute Schlafbielen), wo er sich bis 1920 Meter Höhe entwickelt zeigt. Der Schiefer ist bröcklig und sehr sandig, mit Quarzkörnern und enthält ab und zu kleine glashelle Bergkrystalle mit doppelter Pyramide. Darüber nun stehen in schroffen, oft senkrechten Wänden die grauen Kalke der Axalpburg (heute nicht mehr auf der Karte, liegt aber südöstlich des Tschingels), des Tschingels und Axalphorns, die verwitterten und zerklüfteten Schichtenköpfe nach Nord kehrend.
Mineralien
- Quarz: klein, wasserklar, mit doppelter Pyramide.
LNr
005.
Fundort
BE / Brienz, Brienzerberg, Im Brunnent
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Brienz
Koordinaten, ca.
Literatur
- Rykart,R.; Schweizer Strahler; 1993; Seite 435
Bemerkungen
Im Unteren-Kreidekalk (Valanginien). Der Fundort liegt nur wenig oberhalb der Seehöhe. Evtl. gleicher Fundort wie Brunnenfluh. Die Koordinaten zeigen auf das Gebiet 'Im Brunnen'.
Mineralien
- Calcit: in Rhomboedern bis 16 cm.
- Quarz: auf dem Calcit, als Doppelender, auch in Zepterausbildung, bis 15 mm.
LNr
006.
Fundort
BE / Brienz, Brunnenfluh
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Brienz
Koordinaten, ca.
Literatur
- Parker,R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 341
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 98
Bemerkungen
Mineralien
- Calcit: Rhomboeder, gross, mit abgestumpftem Prisma, zum Teil durchsichtig, bis 9 cm, mit kleinen Quarzen.
- Quarz: Rasenartig, klein, teils als Doppelender.
LNr
007.
Fundort
BE / Brienz, Giessbach, Engi, Enge, Engen, Chatzefad, Chatzenpfad
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Brienz
Koordinaten, ca.
Literatur
- Schmalz, K.L.; Von der Flourit-Ausbeutung an der Oltschiburg und von früheren Fluorit-Fundstellen in der Gegend von Brienz
Bemerkungen
1). Eine Häusergruppe ca. 1 km östlich Giessbach. Eine alte Fundortbeschreibung erwähnt ca. 100 Meter südlich des Hauses, oberhalb der Strasse in einer bewaldeten Fluh, eine Höhle (4 * 2 * 2 Meter).
2). Engi (Enge): Fluorit-Vorkommen in einer klein Höhle am "Chatzenpfad". Die Höhle befindet sich 20 m entfernt vom einzigen Haus, oberhalb der Strasse nach Giessbach. Bei einer kleinen Felsstufe und dicht mit Büschen bewachsen liegt die kleine Höhle. Das Vorkommen ist komplett abgebaut, Fluorit kann man hier keinen mehr finden.
Mineralien
- Fluorit: grün, in einem weiss-grauen Kalkstein.
LNr
008
Fundort
BE / Brienz, Nunn, Rothorn
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Brienz
Koordinaten, ca.
Literatur
- Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866; Seite 344
Bemerkungen
Die Koordinaten zeigen auf das Rothorn. Nunn konnte auf der Karte nicht gefunden werden. Kenngott erwähnt für das Vorkommen: zwei einander im Aussehen der Kristalle sehr ähnliche Vorkommnisse sind die des Fluorits vom Lauchernstock bei Wolfenschiessen und von einer Nunn genannten Gegend bei Brienz gegen das Rothorn zu, aus Gängen im Kalkstein.
Mineralien
- Fluorit: Smaragdgrün, Würfel, Oktaeder.
LNr
009.
Fundort
BE / Brienz, Oltschialp, Oltschikopf, Oltschiburg, Oltscherenalp, Alp Oltscheren, Oltschenalp, Oltschialp, Burgweng
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Brienz
Koordinaten, ca.
Literatur
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 230
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 350
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 166
- von Fellenberg, Edmund & Mösch, Casimir; Beiträge zur Geologischen Karte der Schweiz, 21. Lieferung; 1893; Geologische Beschreibung des Westlichen Theils des Aarmassivs, enthalten auf dem nördlich der Rhone gelegenen Theils des Blattes XVIII der Dufour-Karte
- von Fellenberg, Edmund; Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft in Bern (1889); Heft 1215-1243; Seite 202 - 219; Ueber den Flussspath von Oltschenalp und dessen technische Verwerthung
- von Fellenberg, Edmund; Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft in Bern (1891); Heft 1265-1278; Seite 102 - 103; Erklärung [Nachtrag zu "Ueber den Flussspath der Oltschenalp und dessen technische Verwerthung"]
Bemerkungen
Vor allem in den Jahren um 1830 und 1886 bis 1889 lieferte diese Fundstelle bedeutende Mengen an Fluorit. In den C.Zeiss Werkstätten in Jena gelangte der qualitativ hervorragende Fluorit bei Mikroskop-Objektiven der feineren Art zum Einsatz. Koordinaten Fund 1830: 2'648’975 / 1’173.725 (2100 m ü. M.) und 2'649’000 / 1'173’690 (1940 m ü. M.)). von Fellenberg, Edmund / Mösch Casimir, 1893: Oltschikopf ob Oltscheren oberhalb Brienzwyler. Wir kommen hier zu einem der schönsten und Mineralvorkommnisse nicht nur des Berner Oberlandes, sondern der Schweiz überhaupt. Es ist der daselbst schon vor mehr als 60 Jahren gefundene, in neuerer Zeit wieder eifrig aufgesuchte und in herrlichen Exemplaren ausgebeutete Flussspath. In den Schutthalden am Südfuss des Oltschikopfs, welcher sich in steilen Felswänden nördlich der Alp Oltscheren gegenüber Brienzwyler erhebt, fanden damals einige dortige Krystallsucher wasserhelle Bruchstücke eines Minerals, welches sie für Bergkrystall hielten und als solchen in den Handel brachten. Es wurde aber bald als Flussspath erkannt, und zwar von, einer Reinheit und Farblosigkeit, wie dieses Mineral bisher noch nie gesehen worden war. Die eigentliche Fundstätte, im anstehenden Fels oberhalb der Schutthalden gelegen, fand sich bald und wurde, wie eine alte Etiquette des Herrn Berghauptmann Beckh sel. bei einem herrlichen Aufsatzstück dieses schönen Minerals im Berner Museum besagt, von "Hans Fischer und Mithaften aus Brienzwyler im Jahre 1830 in einer Lettenkluf't der sogenannten Burg ob Oltscheren (am Oltschikopf) gefunden und davon ca. 200 Centner ausgebeutet, wobei Kristallmassen von je zwei Centner Gewicht dabei waren. Bei dieser ersten Ausbeute des Jahres 1830 fanden sich neben grossen Massen unreinen, späthigen, auch grössere und kleinere wohlausgebildete Krystalle von vollkommen wasserhellemi und kaum etwas graulich und grünlich gefärbtem Flussspath. Vorherrschend war der Würfel, seltener mit Kantenabstumpfung durch das Rhombendodecaeder. Von diesem älteren Flussspathvorkommen finden sich noch in manchen älteren Mineraliensammlungen der Schweiz mehr oder weniger schöne Belegstücke. Die schönsten und grössten der Krystalle messen von 5-8 Centimeter Durchmesser. Beinahe 60 Jahre blieb die Fundstelle an der Burg ob Oltscheren vergessen und verschollen, und wenige ältere Leute aus der Umgebung wussten sich noch dunkel dieses Fundes zu erinnern, als es im Jahr 1886 im Hochthälchen von Oltscheren wieder lebendig wurde. Auf Veranlassung des bekannten Physikers und Optikers Professor Dr. Abbe in Jenra, welcher durch Anwendung farblosen Flussspaths bei der Verfertigung von Linsen für Mikroskope eine bedeutende Verstärkung der Vergrösserung mit genügendem Achromatismus erlangt, wurde, nachdem derselbe sich des vorzüglich geeigneten Minerals von Oltscheren, aus alten Sammlungen zusammengesucht, bedient hatte, die Umgebung von Oltscheren und namentlich die sogenannte Burg am Oltschkopf, der alte Fundort des kostbaren Minerales, von mehreren der geübtesten Krystallsucher (Strahler) des Oberhaslithales unter Anwendung von Leitern und Stricken gründlich durchforscht. Es wurde nun nicht nur der alte Fundort des Jahres 1830 wieder aufgefunden, sondern auch eine bisher unbekannte, mit Lehm erfüllte Kluft (Schlotte), etwas westlich des alten Fundortes gelegen, entdeckt, welche ebenfalls mehrere Centner des prachtvollsten Flussspaths geliefert hat. Die alte Fundstelle erwies sich, trotz gehörigen Ausräumens und weiterer Sprengungen, als durchaus erschöpft, während die neu entdeckte Kluft wenig ganz wasserhellen Flussspath geliefert hat, dagegen vorzügliche grüne Krystalle und Gruppen von bis jetzt unübertroffener Schönheit. In den zartesten Farbentönen vom licht Eisbläulichen und zart Apfelgrünen bis zum tief Dunkelgrünen waren alle Nuancen dieser Farbe in theilweise prachtvoll-ausgebildeten Individuen von 1 Centimeter Durchmesser bis zu einem etwas unebenflächigen Würfel von 17 Centimeter Kantenlänge vertreten. Die Flussspathkrystalle dieses neuen Vorkommens zeigen alle eine raue Oberfläche, einzelne sehen wie marmorirt aus und die Oberfläche hat ein chagrin- oder moiréartiges Aussehen; die meisten zeigen Eindrücke auf den Flächen, andere sind mit unregelmässigen Löchern bedeckt, die stellenweise so zunehmen, dass aus den Krystallen völlig zerfressene, löcherige, wie gehackt aussehende Krystallmassen werden. Die meisten Krystalle zeigen als Hauptform den Würfel, einige combinirt mit dem Rhombendodecaëder (wie diejenigen des 1830-er Vorkommens), dessen Flächen immer matt sind. Einzelne Krystalle zeigen noch die Eckenabstumpfung durch den Achtundvierzigflächner. Mit diesem in allen Abstufungen der grünen Farbe vorkommenden Flussspath kamen in der neu entdeckten Kluft auch einige wenige absolut farblose Krystallmassen und -Gruppen vor, sowie zerfressen und zerhackt aussehende farblose Partien, welche klarem Eis täuschend ähnlich sahen. Ferner fanden sich auch grössere Partien durchsichtigen und farblosen Kalkspaths (dem isländischen Doppelspath vergleichbar) und prächtige Krystalle des primären Rhomboeders von weisser und perlgrauer Farbe, worunter ein Riesenkrystall von 21 Centimeter Kantenlänge (im Berner Museum). Die grosse Wichtigkeit zu optischen Zwecken den farblosen Flussspath in grösseren Quantitäten zu gewinnen, und der sehr hohe Preis, welchen diese Varietät des sonst so billigen Minerales im optischen Handel erzielte, bewog Herrn Professor Dr. Abbe, in Verbindung mit dem weit berühmten optischen Institute Carl Zeiss in Jena, das ganze Gebiet des Oltschikopfes sammt der Alp Oltscheren, soweit es auf Grund und Boden der Gemeinde Brienzwyler lag, behufs Berechtigung alleiniger Ausbeutung des Flussspathes auf 5 Jahre, vom Herbst 1887 an gerechnet, zu pachten. Es wurde nun in den Sommermonaten der Jahre 1888,1889 und 1890 unter Leitung des Herrn Ingenieur Kahle, welcher auf der schönen Alp Bühlen in einer Sommerwohnung des Sennen der grossen Kuhalp sich häuslich eingerichtet hatte, mit einer Anzahl der gewandtesten Krystallsucher (Strahler) das ganze umliegende Gebiet bis zum Faulhorn, Schwarzhorn und Wildgerst des Genauesten auf neue Flussspathvorkommnisse durchsucht, jedoch ohne Erfolg. Kahle liess nun auf den Fundstellen des Jahres 1830, deren er zwei constatirte, während längerer Zeit Arbeiten vornehmen, doch auch hier zeigten sich die Lagerstätten des Flussspaths total ausgebeutet. Er hat auch eine genaue geologische Détailaufnahme des ganzen Oltscherengebietes mit Querprofilen ausgearbeitet, die als Monographie der Gegend publicirt zu werden verdiente. Hingegen hat die von den Strahlern M. Ott und C. Streich von Guttannen im Herbst 1886 neu entdeckte Lagerstätte, westlich derjenigen des Jahres 1830, eine meterbreite, mit Lehm und Schutt erfüllte Schlotte", welche senkrecht, kaminartig, die Schichten des steil nach Süd fallenden Hochgebirgskalkes (Malm) durchsetzt, eine reiche Ausbeute an Flussspath, jedoch zum weitaus grössten Theil an allerlei Nuancen der grünen Farbe, geliefert (siehe oben). Immerhin sind, wie oben erwähnt, hier auch farblose Partien des Minerales und Einzelkrystalle und Gruppen vorgekommen, welche einigermassen für die grossen finanziellen Opfer, welche von dem Jenenser Consortium zur Gewinnung farblosen Flussspaths gebracht wurden, entschädigen mochten. Nachdem im Jahr 1889 auch die neue Fundstelle als vollständig ausgebeutet zu betrachten war, wurden die Arbeiten endgültig wieder aufgegeben, und stille ist es wieder geworden um den Adlerumkreisten Oltschikopf und um die Sagen-umsponnene Zauberburg, deren Schätze nun geraubt und in Form kleiner wasserheller Perlen dem modernen Forscher die Wunder des Mikrokosmos erschliessen! Kein Fäustelschlag, kein echoweckender Schuss und kein freundliches Glückauf! ertönt mehr auf Oltscheren, dafür aber bewundert der Mineraloge und Mineralienfreund in manchen Schweizermuseen die herrlichen Gruppen meergrüner Flussspathkrystalle, die einer Zaubergrotte Titanias würdig wären.
Mineralien
- Fluorit: grosse Ausbeute um 1830; 10 Tonnen, teils optisch reiner Fluorit, im Malmkalk, grosse Kristalle, meistens sehr stark korrodiert, farblos, hell bis dünkelgrün, leicht eisblau, Würfel bis 15 cm, Stufen bis 30 cm und mehr Durchmesser (Fellenberg, 1890). 1886-1889: enorme Mengen, nicht mehr so farblos wie der erste Fund und daher nicht für die Weiterverarbeitung brauchbar, wasserblau und weitere Farbtöne, hervorragende Stufen. 1830; ca. 100 kg.
- Quarz:
LNr
010.
Fundort
BE / Brienz, Ruun, Nuun, Raum, Raun, Giessbachgüter, Im Katzenfad, Giessbach
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Brienz
Koordinaten, ca.
Literatur
- Schmalz,K.L.; Von der Flourit-Ausbeutung an der Oltschiburg und von früheren Fluorit-Fundstellen in der Gegend von Brienz;
- Soom, Michael & Kürsteiner, Peter; Schweizer Strahler; 2022; Heft 1; Seite 2-16; Wiederentdeckung der historischen Fluorit-Fundstelle Ruun südlich Brienz BE
- von Fellenberg, Edmund / Mösch Casimir; Beiträge zur Geologischen Karte der Schweiz, 21. Lieferung; 1893; Geologische Beschreibung des Westlichen Theils des Aarmassivs, enthalten auf dem nördlich der Rhone gelegenen Theils des Blattes XVIII der Dufour-Karte
Bemerkungen
Kenngott, "Minerale der Schweiz", Seite 344, nennt den Fundort "Nunn" und verlegt ihn in die Gegend des Rothhorn bei Brienz. Fluorit-Vorkommen in einer Balm (keltisch für "Höhle, Grotte, Felswand, Halbhöhle"), bei Ruun (Raum, Raun). Eine alte Fundortbeschreibung lautet auf die Ruun-Güter westlich des Punktes 1141. Das ehemalige Vorkommen liegt ca. 150 m vom westlichsten Haus dieses Gutes. Hier ist eine 20 m lange, und 5-7 m tiefe Balm zu finden. Mit viel Geduld ist es noch möglich, kleinere Fluorit-Splitter zu finden. von Fellenberg, Edmund / Mösch Casimir, 1893: Ganz isolirt ist übrigens das Oltschener Vorkommen von Flussspath in alpinen Kalksteinen nicht; ich erinnere an das ganz analoge Vorkommen grünen Flussspaths auf der Vorderdürrschrennenalp am Säntis und an das in einigen alten Sammlungen noch zu sehende Vorkommen dunkelgrünen Flussspaths vom Raun (Ruun gesprochen), einer Localität am sogen. Brienzerberg, d. h. der Alp oberhalb des Giessbachs (Giessbachgüter, früher wahrscheinlich nach Brienzwyler gehörig). Siehe Höpfner’s Magazin für die Naturkunde Helvetiens, 4. Band, 1789, in einem Brief des Herrn Generalconimissarius Manuel an den Herausgeber, pag. 103 und 104. Manuel beschreibt die Localität folgendermassen: "Montag den 2. August (1788) Morgens fuhren wir auf Tracht, von da schifften wir gerade über den See, um am Brienzerberg den Ort zu untersuchen, wo man den Ihnen bekannten, schönen grünen Flussspath gefunden hat; als wir etwa eine gute Viertelstunde den erg hinaufgestiegen waren, fanden wir in einem niedrigen, in einer Weid liegenden, aus weissgrauen Kalksteinen bestehenden Felsen, eine Kluft, in welcher sich ein Trum von weissem und grauem Kalkspath in grossen rhomboidalischen Krystallen bricht; dieser Ort heisst "Im Katzenfadt". Anderthalb Stunden obenher, hinter einer Weid, im Raun genannt, in einem Tannenwald befindet sich ebenfalls ein Kalkfels, wo in einer Kluft bemeldter Flussspath lage; dennnoch fanden wir nicht mehr als ein Trum von einem dem vorigen ähnlichen Kalkspath; der Flussspath hatte da nicht gangweise gebrochen, er lag nur in blossen Stücken in einer zu Tage offenen, mit Lehm angefüllten Kluft, die nun ganz erschöpft war, so dass, obschon wir einige Tage vorher einen Bergmann dahin geschickt hatten, um dieser Kluft nachzugraben und dieselbe mit Sprengen noch mehr zu eröffnen, gar keiner mehr zu finden war. Wie mögen nun so viele Centrer Flussspath, die hier oft in ziemlich losen, meist würfligen krystallisirten Stücken ausgegraben worden sind, dahin versetzt worden sein, da in der Nähe kein Gang davon bekannt ist? " Diese Localität Raun (Lokalität der Alpterrasse des Bowald, zwischen Giessbach und Faulhorn), von welcher her eine schöne Stufe krystallisirten Flussspathes von dunkel lauchgrüner Farbe im Berner Museum aus alter Zeit (v. Erlach v. Spiez Sammlung ?) existirt, wurde mir (Fellenberg?) sofort im Herbst 1888 beim Abstieg von der Axalp von einem Küherjungen auf erstes Befragen gezeigt. Es ist ein Wald, westlich von der Alpterrasse der sogenannten Giessbachgüter, einer Weide mit Hütten am Wege vom Giessbach nach dem Faulborn. Dieser Wald wird von einer vielleicht stellenweise bis 30 Meter hohen Felswand von weisslichem Alpenkalk (Hochgebirgskalk des oberen Jura) durchzogen, in welcher, der Beschreibung Manuels an Dr. Höpfner nach, die Flussspath führende Lettenkluft gelegen haben muss. Aktuelle Situation: Die ehemalig angelegten Halden wurden bis 2024 sehr intensiv umgegraben. Dabei konnte eine beträchtliche Anzahl Fluoritstücke geborgen werden. Heute dürften nur noch Zufallsfunde möglich sein.
Mineralien
- Fluorit: grün, durchsichtig. Stufen bis fast 20 cm konnten bis 2023 gefunden werden.
LNr
011.
Fundort
BE / Brienz, Schwarzhorn, Hühnerthäli, Hexenseeli, Häxeseewli, Hagelsee, Hagelseewli, Ritzengrätli, Bachsee
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Brienz
Koordinaten, ca.
Literatur
- Moesch, Casimir; Beiträge zur Geologischen Karte der Schweiz; 24. Lieferung, 3. Abteilung; 1894; Seite 183; Geologische Beschreibung der Kalk- und Schiefergebirge zwischen dem Reuss- und Kienthal
Bemerkungen
Moesch (1894): "Vom Grätli bis in die Nähe des Schwarzhorns gruppieren sich die Zacken und Flühe zu zwei parallelen Ketten, wodurch zwischen denselben das Hühnerthäli mit dem Hexenseeli gebildet wird; in der westlichen Fortsetzung des Thälchens liegt auch der wenig umfangreiche Hagelsee. Das Thälchen ist eine richtige Oxfordmulde, an welche sich südlich vom Ritzengrätli eine zweite Oxfordfalte mit dem Bachsee reiht, an dessen Ufer man die schwarzgrauen Schiefer mit den gewohnten Einschlüssen findet, wie: Perisphinctes plicatilis, Rhacophyllites tortisulcatus, Peltoceras Eugenii, Aptyrchen, Peltoceras atlileta, Belemnites hastatus und Phylloceras Puschi. Ein seltener Inoceramus (Muschel) fiel mir hier in die Hände, sowie einige grössere, milchweisse und wasserhelle Bergkrystalle."
Mineralien
- Quarz: grössere, milchweisse und wasserhelle Bergkristalle. Leider ist keine Grössenangabe aufgeführt.
LNr
012.
Fundort
BE / Interlaken, Bönigen, Rotmoos
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Bönigen
Koordinaten, ca.
Literatur
- Lergier, William & Burri, Thomas; Lapis; 2003; Heft 6; Seite 13-43; Die Jungfrau-Region im Berner Oberland (CH)
Bemerkungen
Aus diesem Gebiet sind dunkelgraue bis schwarze Tonkugeln bekannt geworden. Im Kern enthalten diese oft Schwundrisse, welche mit Calcit oder Siderit gefüllt sind. Ob sie im Innern auch Pyrit, ähnlich dem Vorkommen in der Lütschinen enthalten, wird im Bericht von Lergier (Lapis, 2003) nicht erwähnt. Ob Siderit oder Calcit vorhanden ist, kann mit der UV-Lampe bestimmt werden. Während Calcit im langwelligen UV-Licht crémeweiss-gelb fluoresziert, zeigt sich beim Siderit keine Fluoreszenz.
Mineralien
- Calcit: in den Schwundrissen der Tonkugeln.
- Siderit: in den Schwundrissen der Tonkugeln.
- Tonkugeln: mit Calcit gefüllte Schwundrisse. Ob auch Pyrit in den Kugeln vorhanden ist, geht aus der Literatur nicht hervor.
LNr
013.
Fundort
BE / Därligen, Herbrig, Leissigbach, Buchholzkopf
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Därligen
Koordinaten, ca.
Literatur
- Bachmann, Isidor; Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft Bern; 1873; Heft 812-827, Seite 105 - 118; Die neuern Vermehrungen der mineralogischen Sammlung des Berner Stadtmuseums
- Moesch, Casimir; Beiträge zur Geologischen Karte der Schweiz; 24. Lieferung, 3. Abteilung; 1894; Seite 237; Geologische Beschreibung der Kalk- und Schiefergebirge zwischen dem Reuss- und Kienthal
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 348
- Stalder, Hans Anton & Touray, J.C.; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1970; Band 50; Heft 1; Seite 110 - 130; Fensterquarze mit Methan-Einschlüssen aus dem westlichen Teil der schweizerischen Kalkalpen
- von Fellenberg, Edmund; Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft in Bern; 1885; Heft II; Nr. 1119 - 1132; Seite 99 - 110; Über ein neues Vorkommen von Bergkrystall in der Schweiz
Bemerkungen
Als Nebengestein werden Mergel der Unteren Kreide und eozäne Sandsteine angegeben. Bei Därligen existieren mehrere Fundpunkte: Herbrig, S des Leissigbades, an der ,,Bödelibahn" (vor 1890), Herbrig, E des Steinbruches am Buchholzkopf (1915). - Bachmann (1873): Quarz, o. Bergkrystall: Beidseitig ausgebildete Krystalle mit kurzen Prismen aus einer Kluft des Neocomienkalkes bei Därligen (Hr. Prof. Fr. Burkhardt, Basel).
Mineralien
- Calcit:
- Quarz: kurze Charakterisierung der Quarzkristalle: bis 3,3 cm lange, gedrungene Doppelender. Die grössern Kristalle sind mehr oder weniger gefenstert. Ansätze zu Zepter-Bildungen.
Moesch: in dem ehemaligen Bruche fand man auf den Klüften wasserhelle Bergkrystalle mit beweglichen Luftblasen.
Fellenberg: doppelpyramidale Gruppen und Einzelkristalle aus Adern schwarzen Neocomkalkes 'Därligen - Bödelibahn'.
LNr
122.
Fundort
BE / Habkern, Habkeren, Luegiboden
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Habkern
Koordinaten, ca.
Literatur
- Lergier, William & Burri, Thomas; Lapis; 2003; Heft 6; Seite 13-43; Die Jungfrau-Region im Berner Oberland (CH)
Bemerkungen
Beim Luegiboden handelt es sich um eine offene Waldlichtung im Steilhang gegenüber dem Dorf Habkern. Hier befindet sich der bedeutendste Findlinge Europas. Der sogenannte Luegibodenblock hat ein Volumen von ca. 5000 m3 über Boden. Er besteht aus Habkerngranit und ist seit 1940 geschützt.
Mineralien
- Habkerngranit: Der sogenannte Luegibodenblock besteht aus Habkerngranit. Er ist Europas grösster Findling.
LNr
123.
Fundort
BE / Habkern, Habkeren, Ringghuppi, Lombach, Lohnbach, Lombachalp, Lohnbachalp
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Habkern
Koordinaten, ca.
Literatur
- Lergier, William & Burri, Thomas; Lapis; 2003; Heft 6; Seite 13-43; Die Jungfrau-Region im Berner Oberland (CH)
- Rykart, Rudolf & Haverkamp, Franz; Schweizer Strahler; 1985
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 64
Bemerkungen
Im Schutt und im Anstehenden von zwei Erosionsgräben, welche vom bewaldeten östlichen Plateaurand der Lombachalp, nordöstlich von Habkern, steil gegen das Quellgebiet der Grossen Emme abfallen. Hier in einer Höhe von ca. 1562 Meter.
Mineralien
- Albit: als sogenannter Periklin.
- Apatit: lila- bis amethystfarbig, dicktafelig, gross, bis 4 cm Durchmesser, glänzend.
- Baryt: Barytkugeln bis 20 cm Durchmesser, vermengt mit Tonsubstanz, Pyrit, Calcit; radialstrahlig, auch in Schwundrissen, dann graubräunlich, rekristallisiert, durch Wegsäuren des Calcites kommen tafelige, prismatische, nach der c-Achse gestreckte Kristalle zum Vorschein.
- Calcit: als Beigemenge in den Barytkugeln.
- Muskovit:
- Pyrit: als Beigemenge in den Barytkugeln.
LNr
124.
Fundort
BE / Habkern, Schwalmern, Hohganthorn, Höchstschwalmern
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Habkern
Koordinaten, ca.
Literatur
- Stalder, Hans Anton / Touray, J.C..; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1970; Band 50; Heft 1; Seite 110 - 130; Fensterquarze mit Methan-Einschlüssen aus dem westlichen Teil der schweizerischen Kalkalpen
Bemerkungen
Schwalmern, südlich des Sattels zwischen Hohganthorn und Höchstschwalmern (BE). Diese Lokalitäten sind auf der Karte nicht eingetragen. Die Koordinaten zeigen auf den Hohgant.
Mineralien
- Quarz: kleine, gedrungene Doppelender, bis 2,5 cm, gefenstert. Erster Fund 1845, zweiter Fund 1912.
LNr
125.
Fundort
BE / Habkerntal, Lombach, Lohnbach
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Habkern
Koordinaten, ca.
Literatur
- Kenngott, Adolf; 1866; Seite 420; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten;
- Lerf, E.; Schweizer Strahler; 1970; Seite 68; Barytkugeln im Habkerntal
- Lergier, William & Burri, Thomas; Lapis; 2003; Heft 6; Seite 13-43; Die Jungfrau-Region im Berner Oberland (CH)
- Rykart, Rudolf & Haverkamp, Franz; Schweizer Strahler; 1983; Seite 321
Bemerkungen
Im Wildflysch in den steilen Seitenflanken des Baches. Der Bach liegt nordöstlich von Habkern. Hier im Wildflysch auf ca. 1030 m ü. M. (bis 1600 m ü. M.). An den Ufern und Hängen beidseits des Baches in mehreren Aufschlüssen im schwarzen Flyschmergel.
Mineralien
- Baryt: in Kugeln bis 14 cm Durchmesser.
- Calcit:
- Naphta: nach Kenngott.
- Pyrit: eingekapselt.
LNr
126.
Fundort
BE / Hohgant
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Habkern
Koordinaten, ca.
Literatur
- Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 232
- Parker,R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 341
Bemerkungen
Mineralien
- Calcit: weiss, Rhomboeder, welche mit Skalenoedern besetzt sind.
LNr
127.
Fundort
BE / Hasliberg, Fulenberg (Grat)
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Hasliberg
Koordinaten, ca.
Literatur
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 347
Bemerkungen
Genauere Angaben zum Fundort fehlen. Tröhler (1966) beschreibt einen Fund im sandigen Mergel des Unteren Dogger.
Mineralien
- Quarz:
LNr
128.
Fundort
BE / Hasliberg, Fulenberg, Faulenberg (Grat, Westteite), Käserstatt (oberhalb)
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Hasliberg
Koordinaten, ca.
Literatur
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 347
- Stalder, Hans Anton & Touray, J.C.; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1970; Band 50; Heft 1; Seite 110 - 130; Fensterquarze mit Methan-Einschlüssen aus dem westlichen Teil der schweizerischen Kalkalpen
- Tröhler, Benedikt; Beiträge zur Geologie der Schweiz; Geotechnische Serie XIII. Lieferung, 10. Band, Geologie der Glockhaus-Gruppe; 1966; Seite 67
Bemerkungen
Genauere Angaben zum Fundort fehlen im Parker. Tröhler (1966) beschreibt einen Fund im sandigen Mergel des Unteren Dogger. Die Koordinaten (2'661'370 / 1'180'040, 2360 m) beruhen auf seinen Angaben.
Mineralien
- Calcit: sporadisch in gut ausgebildeten Kristallen in cm-Grösse.
- Quarz: bis 4 cm lange, gedrungene, doppelendige, trübe Kristalle mit viel Nebengesteins- und Karbonatemschlüssen und Aggregate von unregelmässig zusammengewachsenen, kleinen, doppelendigen, durchsichtigen Kriställchen, die sich auf einem einzelnen trüben "Quarzstiel" entwickelt haben.
LNr
129.
Fundort
BE / Planplatte, Alp Oberstafel, Balmeregghorn, Erzegg, Ärzegg, Tanner-Rotsand, Betenalp, Hanghon, Hanglihorn, Henglihorn, Graustock
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Hasliberg
Koordinaten, ca.
Literatur
- Arbenz, P.; Eclogae Geologicae Helvetiae; 1906-1907; Band 9; Heft 4; Seite 464 - 483; Zur Geologie des Gebietes zwischen Engelberg und Meiringen
- Brunner, Benjamin; Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft Luzern; 2002; Band 37; Seite 51 - 62; Sedimentologie, Stratigraphie und Paläogeographie des Dogger im Gebiet des Graustocks westlich von Engelberg
Bemerkungen
- Planplatte: 2'662’670 / 1’176.800, 2189 m ü. M.,
- Alp Oberstafel: 2'661’250 / 1'176’560, 1830 m ü. M.,
- Balmereghorn: 2’664.550 / 1’178.350, 2254 m ü. M.,
- Erzegg, Ärzegg: 2’665’480 / 1'179’280, 1900 m ü. M.,
- Betenalp: früher Gegend östlich der 'Obere Bettenalp', heute nordöstlich der 'Obere Bettenalp': 2'665’210 / 1'182’560, 1570 m ü. M.,
- Hanghorn, Hanglihorn, Henglihorn: 2'669’600 / 1'183’010, 2627 m ü. M.,
- Graustock: 2'671’030 / 1'182’280, 2662 M ü. M. Arbenz (1906)

Oxfordschiefer: in normaler Mächtigkeit 20-30 M. Sie sind durch ihre schwarze Farbe und ihren Glanz leicht kenntlich. Fast überall, wo sie auftreten, enthalten sie eine reiche Auswahl oft ausgezeichnet erhaltener pyritifizierter und phosphatkalkiger Ammoniten.

Lokalitäten: Von Planplalte (Alp Oberstafel) über Balmeregghorn und Erzegg nach den RIelchseealpen und gegen N-E hinauf bis zum Tanner-Rotsand und hinab in die Bänder unter dem Hanghorn. Am Hanglihorn ist es meistens ausgequetscht worden. Ein Fensler von Oxford im Malm ist die Betenalp, nordöstlich der Frutt.

Brunner: Das Untersuchungsgebiet liegt westlich des Jochpasses und südwestlich des Graustocks im Gebiet der Oberi Gumm und des Schaftals. Aus den schwarzen mergeligen Tonschiefer der Erzegg-Formation erwähnt Brunner unzählige Phosphatknollen sowie pyritisierte Ammoniten und Belernniten.
Mineralien
- Pyrit: in Form pyritifizierter Ammoniten.
LNr
130.
Fundort
BE / Planplatten, Bahlismatt, Balmeregghorn, Erzegg, Erzegg (Ostwand), Baumgartenalp, Melchseestöckli;(Eisenerzabbau)
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Hasliberg
Koordinaten, ca.
Literatur
- Epprecht, Willfried; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie - kleinere Mitteilungen Nr. 19 Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. Sonderdruck aus SMPM, Band 37; 1957; Heft 2
- Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1981; Heft 17, 3; Seite 13-16, Bergbau in den Berner Alpen
- Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 110,370
- Tröhler, Benedikt;Beiträge zur Geologie der Schweiz; Geotechnische Serie XIII. Lieferung, 10. Band, Geologie der Glockhaus-Gruppe; 1966; Seite 86-97
Bemerkungen
Dogger. Gental/BE oder Frutt/OW. Bei der Sideritknollenbank (auf der Erzegg) handelt es sich um eine ca. 1.5 Meter mächtige und ca. 100 Meter lange Zone (Erzegg-Serie) mit Phosphatknollen. Weiteres Vorkommen an der Obergrenze eines Eisenoolithbandes an der Erzegg-Südostwand. Entsprechend dem "Fer Sous-Oxfordien" des Jura sind in den westlichen Alpen, den Grenzschichten zwischen Dogger und Malm, Chamosit-Eisenoolithe eingelagert, bei Erzegg-Planplatten in den Kantonen Unterwalden und Bern und ob Chamoson im Wallis. Bei einem Gehalt an Fe von 33% enthalten diese Erze 1,5% P1O4 und 0,5% Ti02. - Der Abbau auf Erzegg und Planplatten dauerte bis 1813, es sind kaum mehr als 6000 Tonnen Erz ausgebeutet worden, die gesamte Erzreserve beträgt etwa 1.25 Millionen Tonnen. Eine andere Beschreibung erwähnt als Vorkommen nur das Balmeregghorn als Fundstelle für Chamosit. Bohnerzabbau in der Region Planplatte-Erzegg-Baumgartenalp nachgewiesen ab 1416 bis 1813.

Die wichtigsten Eisenerzvorkommen befinden sich im Oberhasli. Sie sind vom 15. bis Ende des 18. Jh. ausgebeutet worden. Die erste urkundliche Eisenschmelze befand sich in Bürglen, einem heute verschwundenen Ort, eine Stunde unterhalb Meiringen (1416). In ihr wurde Erz von der Bahlismatt und Planplatte verhüttet.
Mineralien
- Ankerit: eindeutige Unterscheidung Calcit/Dolomit+Ankerit ist entweder durch Färbmethoden (HÜGI, 1945) oder durch Pulveraufnahmen möglich.
- Bohnerz:
- Calcit: eindeutige Unterscheidung Calcit/Dolomit+Ankerit ist entweder durch Färbmethoden (HÜGI, 1945) oder durch Pulveraufnahmen möglich. Eine seltene Varietät des Calcites (erhöhter Fe-Gehalt) kann in einigen Klüften im Eisenoolith der Erzegg beobachtet werden.
- Chamosit: Mit einem mittleren Eisengehalt von 38 Gew. %. Der «Chamosit» im Eisenoolith der Erzegg besteht nach Röntgenaufnahmen aus zwei Mineralien mit verschiedener Struktur, die miteinander submikroskopisch verwachsen sind: 7A-Typ (=Ferrokaolin) und 14A-Typ (= Ferrochlorit).
- Dolomit: eindeutige Unterscheidung Calcit/Dolomit+Ankerit ist entweder durch Färbmethoden (HÜGI, 1945) oder durch Pulveraufnahmen möglich.
- Eisenerz:
- Eisenoolith:
- Hämatit:
Hämatitknollen als Fremdeinschlüsse in reinen Chamositoolithen konnten im Erzlager der Planplatte beobachtet werden. Dabei ist der Hämatit mit Magnetit vermischt (Röntgenbefund). Als wichtige Tatsache ist zu erwähnen, dass rings um die Knollen die silikatischen Ooide zu Goethit oxydiert sind.
- Magnetit:
Magnetit tritt nur in Ooiden als wesentlicher Bestandteil in Erscheinung. In silikatischen Oolithen ist er dabei zu Oktaedern auskristallisiert und an dieser Kristallform leicht erkenntlich, während er in oxydischen Oolithen mit Hämatit ein körniges Aggregat aufbaut, in den Dünnschliffen vom Hämatit nicht zu trennen ist, aber in Anschliffen und besonders röntgenographisch eindeutig nachgewiesen werden kann.
- Phosphorit:
Phosphorit ist ein kryptokristallines Gemisch von Ca-Phosphat, Quarz, Calcit und Eisensilikat. Stets tritt er als Knollen oder nierige Konkretionen auf.
- Pyrit:
Pyrit als körniges Aggregat oder in Form wohlgebildeter Würfel bis 0,5 cm Durchmesser kann an beliebiger Stelle im Eisenoolith auftreten. Immerhin sind folgende Tatsachen charakteristisch: Pyrit fehlt in reinen, chamositischen Erzen. Tonige Grundmasse in Oolithen führt fast immer feinkörnigen Pyrit.- Vorkommen von FeS2 in der oxydischen Facies sind häufig, dabei ist jedoch das Mineral stets in Tongeröllen oder tonigen Linsen ausgebildet.- Pyrit ist stets mit Siderit zusammen anzutreffen. Pyritmergelkalke: Das ausserordentlich harte Gestein tritt in dünnen Bänken (8 - 20 cm) am Fusse des Melchseestöckli zu Tage (Koord. 2'664’900 / 1’179'200, 2050 m). Auffallend ist die dunkle Farbe und der Pyritgehalt.
- Quarz:
bis mehrere cm Länge und teils mit Chlorit überzogen.
- Siderit:
Siderit ist in den Oolithen der Erzegg eher selten, und lange nicht so verbreitet wie auf Grund von Schliffbeschreibungen und Auswertungen von Analysen älterer Autoren anzunehmen wäre. Vor allem tritt Siderit kaum als Grundmasse von Oxyd-Oolithen auf. Als detritische Komponente ist Siderit Eisenträger in den Spatkalken, die den Oolith seitlich vertreten. In reinen, oolithischen Gesteinen (sowohl oxydisch wie silikatisch) ist Siderit in typischer «Reiskorn»-Ausbildung sehr häufig, wobei die Korngrössen bis 1 mm auftreten können. In grösserer Menge konnte das Mineral in breccienartigen Bänken unter der Erzegg entdeckt werden. Siderit bildet zusammen mit Phosphorit, Pyrit und Calcit neben einigen dünnen, chamositischen Schlieren ein zähes Gestein ohne Ooide. Sideritknollengesteine: Das einzige Vorkommen dieser merkwürdigen Gesteine ist in der Erzegg-Ostwand eine ca. 1,5 m mächtige, seitlich aussetzende Bank von ungefähr 100 m Länge.
- Stilpnomelan
: röntgenographisch wurde Stilpnomelan als wesentliches Eisenmineral in mehreren dünnen Sekundärbändern über dem Eisenoolith entdeckt. Eine gute, zugängliche Fundstelle hat die Koord. 2'665'330 / 1’178.940, 2178 m. Stilpnomelan ist in den Alpen Anzeiger geringster Metamorphose (NIGGLI, 1960). In Eisenerzen ist jedoch diagenetische Entstehung nicht auszuschliessen. Im Schliff ist Stilpnomelan feinkörnig und filzähnlich, oliv bis gelbgrün und trotz seiner wesentlich höheren Doppelbrechung von Chamosit kaum zu unterscheiden.
LNr
131.
Fundort
BE / Iseltwald, Giessbach
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Iseltwald
Koordinaten, ca.
Literatur
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 341
Bemerkungend.
In den Felspartien am See in Richtung Giessbach. Funde von Calcit sind schon aus früherer Zeit bekannt. Die Koordinaten zeigen auf Iseltwal
Mineralien
- Calcit: Rhomboeder, weiss, bis 5.5 cm.
LNr
132.
Fundort
BE / Leissigen, Krattigen (Gipsbruch), Rotenbühl, Krattighalde, Herbrig, Leissigbad, Hartmann'scher Gypsbruch
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Leissigen
Koordinaten, ca.
Literatur
- Frei, A.; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen;1954;Band 34; Heft 2; Seite 280 - 299; Die Mineralien der schweizerischen Gips- und Anhydritlagerstätten
- Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866
- Lergier, William & Burri, Thomas; Lapis; 2003; Heft 6; Seite 13-43; Die Jungfrau-Region im Berner Oberland (CH)
- Moesch, Casimir; Beiträge zur Geologischen Karte der Schweiz; 24. Lieferung, 3. Abteilung; 1894; Seite 218, 228; Geologische Beschreibung der Kalk- und Schiefergebirge zwischen dem Reuss- und Kienthal
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 234- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 347, 352
- von Fellenberg, Edmund & Mösch, Casimir; Beiträge zur Geologischen Karte der Schweiz, 21. Lieferung; 1893; Geologische Beschreibung des Westlichen Theils des Aarmassivs, enthalten auf dem nördlich der Rhone gelegenen Theils des Blattes XVIII der Dufour-Karte
Bemerkungen
"Als älteste Gipsreibe im Gebiet des Thunersees ist wohl jene im Krattiggraben zu betrachten, wurde doch in den Jahren 1637/38. ausser Gips auch Schwefel abgebaut, den der Staat Bern für die Zubereitung von Schiesspulver benötigte. .''
Im 19. Jahrhundert waren bereits 5 Gruben konzessioniert. Die Gruben sind bekannt für das Vorkommen von Schwefel. In der folgenden Gipsabbaustelle Rotenbühl sind Klüfte angetroffen worden, die vorwiegend mit Anhydrit gefüllt waren. von Fellenberg, Edmund / Mösch Casimir, 1893: Krattighalde am Thunersee. Aus diesem weitbekannten und seit alter Zeit ausgebeuteten Gypsstocke, welcher als Triasklippe anzusehen ist, sind seit alter Zeit einige interessante Mineralvorkommnisse bekannt. Mösch (1894): "lm tobelartigen Krattigengraben, der sich vom Dorfe zur Seestrasse senkt, liegt der Gips an der 0-Seite in grösserer Mächtigkeit entblösst, weniger ausgedehnt am linksseitigen Hange. Dieser Gips zeichnet sich durch eine Menge Einschlüsse kleinerer und grösserer Bruchstücke von Triaskalk aus. Einige derselben sind äusserlich wie von Säuren zerfressen, andere nach allen Seiten von mit Gips ausgefüllten Spalten durchsetzt, wieder andere Stücke sind ganz oder teilweile dolomitisiert, oft von ansitzenden Anhydrit-, Gips- oder Bitterspathkryställchen übersäet. Die Rauchwacke im Gips enthält ebenfalls Brocken von schwärzlichen Triasgesteinen und anderen fremdartigen Einschlüssen. ...
Bevor wir die Gipsregion verlassen, sind noch einige speciellere Beobachtungen über dieselbe nachzutragen. lm Jahr 1877 stand ein Gipsbruch des Herrn Hartmann in Betrieb, mit teilweisem Stollen-Abbau. Das Gipsprofil mochte von der Strasse aus etwa 50 m Höhe betragen. Hart neben der Strasse tauchen einige Schichten von schwärzlichem, steil gegen S fallendem Triaskalk aus dem Boden. Der Kalk ist mit Gips gesättigt, er enthält kleine Kryställchen von gelbem Schwefel. Der Gips bildet ein deutliches, gegen den See ausbrechendes Gewölbe, worin eine Menge glatter Rutschflächen die Gipsschichten durchsetzen. In dem in den Gips getriebenen Stollen sind die Gewölbebiegungen, so weit als der Stollen reicht, blossgelegt. Der Gips enthält ganz reine Schichten von Anhydrit und Schwefel, in Drusen und dünnen Schichtchen.
Mineralien
- Alabaster: Moesch: ziemlich selten, fleischrot, gewöhnlicher milchweiss.
- Anhydrit: iIn jüngster Zeit (um 1950) ist durch den Vortrieb eines Stollens eine Serie von Klüftchen angefahren worden, die in der überwiegenden Mehrzahl völlig von weissem bis leicht bläulichem Anhydrit in derbkristalliner Ausbildung erfüllt waren. Lichtbläulich, körnig bis spatig, bis 2 cm, langgestreckt, alabasterweisse Krusten gelblichweiss bis grünlichweiss bis gelborange fluoreszierend (Kurzwellen), gelborange (Langwellen).
Fellenberg: Anhydrit: Krystallinisch und blättrig in Schnüren und Nestern des feinkörnigen bis dichten, compacten, sehr harten Anhydritfelsens, welcher an der Basis der Krattighalde domförmig unter dem Gypsfels ansteht und jetzt durch den Tunnel der linksufrigen Thunerseebahn auf eine Länge von mehr als dreihundert Metern erschlossen worden ist. Hin und wieder kommen graulichweisse und schneeweisse Partien sowie Schnüre von blättrig-krystallinischem Anhydritspat vor.
Moesch: Anhydrit ist ziemlich gemein, er kommt geschichtet vor; eine häufige Erscheinung ist das Vorkommen von losen und aufgewachsenen Quarzkryställchen, sowie von schönen, klaren Schwefelkryställchen in Krusten und Drusen. Bis zu 1 in. dicken, grob- und feinkrystallinischen abgesonderten Massen
- Baryt:
auf einem Handstück fanden sich winzige Kriställchen von kaum 1 mm Grösse. Sie sind absolut wasserklar und farblos und fallen durch ihren starken Glasglanz auf. Die hervorragend ausgebildeten Kriställchen sind kurzprismatisch nach der a-Achse, und sitzen teils einzeln, teils gruppiert auf der Kluftwand.
- Calcit:
Fellenberg: endlich kamen durch die Sprengungen der Bahn neuerdings in den eocänen Schiefern und Quarziten bei der Herbrig skalenoëdrische Kalkspathe mit interessanten Flächencombinationen vor.
Moesch: lose und auf Bergkrystallen aufsitzend.
- Dolomit:
. selten, tafelig bis dicksäulig, farblos bis weisslich, bis einige mm, verwachsen mit Gipskristallen (Graeser et al., 1979). Die sehr spärlichen Kristalle sind sehr klein, farblos durchsichtig. Sie sind tafelig nach der Basis und von Rhomboederflächen begrenzt (Frei).
Moesch: in Rinden und Drusen.
- Epsomit: In derben, die andern Mineralien bedeckenden Krusten, die farblos bis weisslich trüb sind.
- Gips: Meistens in schlechter Ausbildung, massig, in Kristallen, farblos, bis ca. 20 cm. Früher wurden im unteren Teil des Lagers bei der Fabrik schöne Gipskristalle gefunden.
Fellenberg: Gyps: in blättrigen und faserigen Partien, stellenweise tafelförmig mit Perlmutterglanz (Marienglas), dicht und stenglig bis grobfaserig in zartrosarothen Partien, Letzterer vorzugsweise nördlich des Krattiggrabens, sehr selten auf Kluftflächen in kleinen Individuen auskrystallisirt.
Moesch: glashelle, in Rauchwacke eingewachsen.
- Pyrit:
Fellenberg: in dem das Gypsmassiv bedeckenden dunkelblaugrauen, feinkörnigen Kalkstein finden sich schöne, mitunter in Brauneisenerz umgewandelte, Eisenkies-(Pyrit)Krystalle.
Moesch: zerstreut im Gips; aber häufiger im Mergel und Kalkstein.
- Quarz:
nur in kleiner Ausbildung.
Fellenberg: Interessant ist das (allerdings sehr seltene) Vorkommen kleiner, vollkommen wasserheller doppelpyramidal ausgebildeter Bergkrystalle, welche auf blattrigem Kalkspath in Klüften des eocänen Quarzits bei der Herbrig, südlich des Leissigbades vorkommen. Neuerdings sind durch die Sprengungen der linksufrigen Thunerseebahn im über dem Anhydrit liegenden Gypsfelsen kleine Schnüre und Adern blossgelegt worden, worin neben blättrigem Kalkspath und Gyps auch krystallinischer Gediegen-Schwefel mit einzelnen schlecht ausgebildeten Krystallflächen vorgekommen ist.
Moesch: lückenhaft ausgebildet und erdige Bestandteile einschliessend.
- Schwefel:
in grösseren gelben Aggregaten, körnig, schlecht ausgebildete Kristalle, als untergeordneter Bestandteil in Gipsvorkommen. Ein Kristall ist in Leissigen in einer gefunden worden. Er ist hellschwefelgelb, teilweise durchsichtig, sonst durchscheinend. Sein Habitus ist bipyramidal. Fellenberg: der Hauptfundort des Gediegen-Schwefels, in kleinen Schnüren und Nestern, mit weissem Gyps vergesellschaftet, liegt in einer Partie des Gypsfelsens südlich des Hartmann'schen Gypsbruches.
Moesch: in Gruppen und in Schichten bis zu ein Zoll Dicke. Schöne, klare Schwefelkryställchen in Krusten und Drusen.
- Steinsalz:
- Strontianit:
Moesch: kugelig; im Gipsthon.
LNr
133.
Fundort
BE / Meiringen, Alpbachfall
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Meiringen
Koordinaten, ca.
Literatur
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 341
Bemerkungen
Die Koordinaten zeigen auf den Alpbach, Gemeinde Hasliberg.
Mineralien
- Calcit: Rhomboeder, flach, stark korrodiert, Rhomboederflächen leicht gebogen.
LNr
134.
Fundort
BE / Meiringen, Rosenlaui
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Meiringen
Koordinaten, ca.
Literatur
- Lergier, William & Burri, Thomas; Lapis; 2003; Heft 6; Seite 13-43; Die Jungfrau-Region im Berner Oberland (CH)
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 333
Bemerkungen
Südlich von Meiringen im Oehrlikalk und Flysch. Mit der Bezeichnung 'Rosenlaui Marmor' gelangte in früheren Jahren bunter und attraktiver Marmor auf den Markt. Die gnaue Abbaustelle geht aus der Literatur (Lapis) nicht hervor. Er entspricht im Aussehen weitgehend dem Grindelwaldner Marmor.
Mineralien
- Quarz: bis einige cm, in mächtigen Quarzadern.
- Rosenlaui Marmor: recht bunt, gute Verarbeitungseigenschaften, vielfarbig, bestehend aus Quarzkörnern, Kalk, Tonmineralien, Glimmer, Chlorit und Calcit.
LNr
135.
Fundort
BE / Meiringen, Rosenlaui, Wellhorn
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Meiringen
Koordinaten, ca.
Literatur
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 345, 354
- Stalder, Hans Anton & Touray, J.C.; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1970; Band 50; Heft 1; Seite 110 - 130; Fensterquarze mit Methan-Einschlüssen aus dem westlichen Teil der schweizerischen Kalkalpen
Bemerkungen
Die Mineralien stammen von verschiedenen Fundstellen aus dem Taveyannazsandstein und dem Schiefer. Die Paragenese ist aussergewöhnlich. Fund um 1963. Nebengestein: Schiefrige Gesteine des Autochthons und Taveyannaz-Sandstein. Die Koordinaten zeigen auf das Wellhorn.
Mineralien
- Brookit:
- Calcit: das einstige Vorhandensein von Calcit-Basistafeln ist nur noch an einigen Hohlformen im Quarz zu erkennen.
- Chlorit:
- Quarz: milchige und durchsichtige Kristalle, z.T. parallel verwachsene Quarzgruppen, max. 6-7 cm lang. Bestimmte Quarze weisen leicht gebogene Flächen auf. Unregelmässige Anordnung der Kristalle in einem drusigen Quarzband. Einige s-Flächen vorhanden.
LNr
136.
Fundort
BE / Mürren, Schilthorn
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Mürren
Koordinaten, ca.
Literatur
- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 231
Bemerkungen
Im Eisensandstein des Dogger liegen zahlreiche kleine Klüftchen.
Mineralien
- Quarz: nur klein.
LNr
137.
Fundort
BE / Mürren (Bohnerzabbau)
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Mürren
Koordinaten, ca.
Literatur
- Epprecht,W., Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie - kleinere Mitteilungen Nr. 19 Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. Sonderdruck aus SMPM, Band 37; 1957; Heft 2 Tertiäre Bohnerze.
Bemerkungen
Fraglicher Bohnerzabbau in der Region Mürren. Genauere Angaben (Jahr) fehlen.
Mineralien
- Bohnerz:
LNr
138.
Fundort
BE / Interlaken, Goldswil bei Ringgenberg (Steinbruch)
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Ringgenberg
Koordinaten, ca.
Literatur
- Graeser, St.; Schweizer Strahler; 1978; Seite 441-452; Mineral-Neufunde aus der Schweiz und angrenzenden Gebieten III
Bemerkungen
Mineralien
- Quarz: klein, mit Erdöleinschlüssen.- Strontianit: Schneeweisse Büschelchen, im Hauterivien-Kalksilikatschiefer.
LNr
139.
Fundort
BE / Saxeten, Grimselegg
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Saxeten
Koordinaten, ca.
Literatur
- Goldschmid, K.; Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft Bern; 1926; S. 202; Geologie der Morgenberghorn-Schwalmerngruppe bei Interlaken
Bemerkungen
Als Parallele zum Oltschikopf (E-Faulhorngruppe) mag interessieren, dass aus dem Schutt unter der Grimselegg ein Stück grünlichen Flussspates stammt.
Mineralien
- Fluorit: als Parallele zum Oltschikopf (E-Faulhorngruppe) mag interessieren, dass aus dem Schutt unter der Grimselegg ein Stück grünlichen Flussspates stammt.
LNr
140.
Fundort
BE / Saxeten, Renggli-Pass, Rengglipass, Morgenberghorn (südöstlich)
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Saxeten
Koordinaten, ca.
Literatur
- Stalder, Hans Anton & Touray, J.C.; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1970; Band 50; Heft 1; Seite 110 - 130; Fensterquarze mit Methan-Einschlüssen aus dem westlichen Teil der schweizerischen Kalkalpen.
Bemerkungen
Renggli-Pass, SE des Morgenberghorns. Nebengestein: Berrias-Mergel mit sandigen Einschwemmungen. Nicht anstehend gefunden. Fund um 1958. Die Koordinaten zeigen auf das Morgenberghorn. Die Ostseite des Renggli-Pass liefert kaum Mineralien.
Mineralien
- Quarz: bis 3,3 cm lange, gedrungene Doppelender, durchwegs gefenstert, z. T. Verwachsungen von 2 bis 3 Kristallen.
LNr
141.
Fundort
BE / Saxeten, Saxettal, Schwalmeren, Alp Oberberg
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Saxeten
Koordinaten, ca.
Literatur
- Lergier, William & Burri, Thomas; Lapis; 2003; Heft 6; Seite 13-43; Die Jungfrau-Region im Berner Oberland (CH)
Bemerkungen
Im Saxettal konnten an der Schwalmern in den letzten Jahren einige Funde von Oehrli-Diamanten (Quarz) getätigt werden. Die Fundstellen befinden sich im steilen, felsigen Gebiet oberhalb der Alp Oberberg (1677 M ü. M.).
Mineralien
- Calcit:
- Fensterquarz:
- Quarz:
In vielfältigen Formen, als sogenannte Oehrli-Diamanten.
LNr
142.
Fundort
BE / Saxeten, Sulegg
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Saxeten
Koordinaten, ca.
Literatur
- von Fellenberg, Edmund / Mösch Casimir; Beiträge zur Geologischen Karte der Schweiz, 21. Lieferung; 1893; Geologische Beschreibung des Westlichen Theils des Aarmassivs, enthalten auf dem nördlich der Rhone gelegenen Theils des Blattes XVIII der Dufour-Karte
Bemerkungen
Fellenberg erwähnt von der Sulegg das Vorkommen von Quarz ähnlich wie es im Gebiet des Aermighorns und des Bonderspitzes anzutreffen ist. (Bonderspitz: Quarz bis 3 cm grosse Doppelender, oft verzerrte Formen, z. T. stark gefenstert, kleine Zepterquarze. Aermighorn: bis 5,3 cm grosse Doppelender. Die kleinen, emschlussfreien Kristalle hat von Fellenberg als "Wasserdiamanten" bezeichnet. Die grösseren Kristalle sind ,,thonerfüllte Rahmenquarze mit bis in das Innerste des Kristalls reichenden und mehrfach geschichteten Hohlräumen" (von Fellenberg, 1893). Einzelne kleine Zepterformen sind ebenfalls vorhanden. Schuttfunde, vermutlich stammen die Kristalle aus dem Hohgantsandstein, sicher aber aus dem Eozän. Funde um 1877 und 1884. Seither sind keine Neufunde bekannt geworden.)
Mineralien
- Quarz: wasserhell.
LNr
143.
Fundort
BE / Saxeten, Saxetenbach, Saxetbach, Bellenhöchst, Bällehöchst, Wilderswil, Rengglipass, Faxegg?, Klein Schiffli, Gross Schiffli, Schwalmern (N-Grat), Obersuls See, Hohgant, Höchstschwalmern, Leissigengrate (NW-Hang), Wengenflüh, Sumpffluh, Rüti, Zweilütschinen, Ried (oberhalb Mülinen)
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Saxeten
Koordinaten, ca.
/
Literatur
- Goldschmid, K.; Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft Bern; 1926; S. 194 - 272; Geologie der Morgenberghorn-Schwalmerngruppe bei Interlaken
Bemerkungen
Folgt man dem Saxetenbach von Wilderswil ansteigend und weiter zum Rengglipass, 2'627'683 / 1'162'536, 1877 m ü. M., so befindet man sich, ausser auf ganz kurzen Strecken, wo sich der Bach epigenetisch in den Malm eingefressen hat, immer in den Valangienmergeln. Als dünne Muldenausfüllungen treten die gleichen Schiefer auch in den Falten des Bellenhöchst auf und ziehen zwischen deren Stirnumbiegungen bandförmig gegen SW unter die Schwalmerngruppe. Es sind grau- bis schwarzsammetige Mergelschiefer. Ihr ziemlich hoher Tongehalt verleiht ihnen an feuchten Anrissen eine tiefschwarze Farbe und grosse Schlüpfrigkeit, die ein Begehen sehr erschwert. An trockenen Stellen dagegen verwittern sie braun oder hellgrau, wie von der Sonne gebleicht. Sie sind weich und schmiegsam, zeigen daher vielerorts kleine, intensive Fältelung. Als etwas starrere Bänder sind ihnen 3-20 cm dicke Kalkbänke eingelagert, die am frischen Bruch in den tieferen Lagen gleiches sammetiges Aussehen zeigen und ziemlich dicht, in höheren Schichten jedoch mehr sandig-kieselig sind. Die kalkigen Bänke sind besonders gut am Renggli-Pass sichtbar, wo sie als helle, vorstehende Rippen die Biegungen der Schiefer betonen. Wasserklare, doppelspitzige Ouarzkristalle, wie sie schon im Oehrlimergel (Berrias) anderer Gebiete gefunden wurden, gibt es auch hier. Oefters treten grössere Pyritknollen auf, die in ihren merkwürdigen Formen manchmal Versteinerungen vortäuschen.
Im ersten Bache nördlich des Dorfes Saxeten, nördl. P. 1138: (ca. 2'629'856 / 1'165'502)
14. Dunkle sandige Kieselkalke, braun anwitternde Platten bildend.
13. Schiefer, grau-braun, kieselig-sandig, graue und gelbliche Streifen auf der Anwitterungsfläche.
12. Kompakte Bänke dichten Kalkes mit dunklen, sandigen Zwischenlagen, im Bruch muschelig, mit tonigen Häuten, Glaukonit und einzelnen Quarzkörnern. Viele zerdrückte Fossilreste: Belemniten, Aptychen.
11. Helle, dichte Kalke, z. T. etwas schieferig. Blaugrauer, muscheliger Bruch. Gegen oben Wechsellagerung mit 12. Gegen unten grösser werdender Glaukonitgehalt und zahlreichere Quarzkörner, bis 2 mm gross. (Tüpfchenschiefer.) Ziemlich viel Pyrit und Belemniten.
10. Spätiger Kieselkalk, dunkelgrau, gut gebankt. Durch Abnahme des Kieselgehaltes und Wechsellagerung mit 11 Übergang nach oben.
9. Zäher, dunkler Kieselkalk mit Hornsteinbänken.
8. Grauer, kieseliger Kalk, dazwischen mergelige Bänder.
7. Dichter Kalk mit roten Flecken, hellgrau, muscheliger Bruch.
6. Heller, plattiger Kieselkalk. Bruch rauh.
5. Heller, dichter, bläulicher Kalk. Teilweise wechsellagernd mit 6.
4. Dunkler Kieselkalk, gut gebankt. Sandige Anwitterungsfläche.
3. Spätiger, dunkler Kalk, ziemlich sandig.
2. In 1 eingelagert: Bänke von dichtem Kalk mit blauem, muscheligem Bruch.
1. Schwarze Schiefer.

Faxegg? (Klein Schiffli 1935 m.) (Koordinaten: 2'628’377 / 1'165’011) (An der E-Seite der Faxegg?, ungefähr in der Mitte zwischen Gipfel und benachbarter Grateinsattelung.)
8. Dunkle, braun-sandige Schiefer.
7. 1,5 m Kieselkalk, etwas schiefrig, z. T. noch ziemlich dicht.
6. 2,5 m heller Kalk in Schiefern und dünnen Bänken. Hellgraue Anwitterung.
5. 10-20 cm helle Kalkbank, wie 3, mit Glaukonit, Pyrit und einzelnen Belemniten.
4. 3 cm dunkler, kieseliger Schiefer mit Glaukonit und schwarzen Knollen.
3. 10 cm Fossilbank, breccienartig. Dichter Kalk mit Nestern von Glaukonit. Enthält viele Belemniten, unkenntliche Ammoniten, Fischzahn.
2. 10-15 cm dunkler Kieselkalk mit Glaukonit.
1. Kieselkalkbänke mit Schieferlagen.

Oberster Teil des N-Grates am Schwalmernvorgipfel.
Von unten nach oben: (Koordinaten: 2'629’055 / 1'160’655)
12. hell anwitternder, schwach kieseliger Kalk in dünnen Platten und Bänken.
11. 1 cm wie 9.
10. 2 m helle Mergelschiefer mit Nestern von Glaukonit und Pyrit.
9. 2 cm glaukonitische Bank, stellenweise grasgrün.
8. ca. 10 m dunkle, mergelig-sandige Schiefer. Übergang zu
7. ca. 40 m Kieselkalk mit Lagen von Hornstein.
6. 0-8 cm Breccienbank, grobspätig. Die eckigen Bruchstücke aus grauem Kieselkalk wittern braun-sandig heraus. Nur stellenweise vor handen
5. 4-5 m dichte Kalke und Schiefer. Hell anwitternd. Oben eine gelbliche Bank (a) mit Glaukonit, viele Belemniten und Aptychen. Wenig Pyrit.
4. 6 m spätiger, kieseliger Kalk.
3. 2 m Echinodermenbreccie mit rötlicher Kruste.
2. 6 m graue Schiefer. Braune und hellere Lagen wechseln. Teilweise wulstig.
1. 3-4 m Diphyoideskalk. Dichte, blaugraue Kalke und Schiefer. Hell anwitternd.

E vom Obersuls See. (Koordinaten auf Obersuld: 2'624’270 / 1'160’655)
7. Kieselkalk, braun-sandig. Bänke mit dünnen Schiefer-Zwischenlagen.
- Kleine Verwerfung.
6. m schieferiger, grauer, dichter Kalk, hell anwitternd. Gegen 5 kleine Nester von Echinodermenbreccie. Mächtigkeit durch Verwerfung reduziert.
5. ca. 2 m Echinodermenbreccie, sehr grobspätig, rötlich anwitternd. Oben unregelmässige Grenzfläche mit Pyritnestern. Unten feinspätig. Übergang zu
4. 2 m spätiger Kieselkalk. Kompakte Bänke, wenig Glaukonit.
3. 2-3 m graue Mergelschiefer. Darin einzelne kieselhaltige Bänke.
2. 2,5 m Sandstein, hell, zuckerkörnig mit Hornsteineinlagen.
1. graue sandige Schiefer.

Die hellanwitternden Kalkbänke und -schiefer sind vor allem beim Aufstieg vom Hohgant (Koordinaten: 2'629’758 / 1'160’168) zur Höchstschwalmern (heute Schwalmere (Gipfel)) gut zu studieren. Sie bilden eine leuchtende Schutthalde, wo jeder, der langsam darüber ansteigt, irgend ein Fossilbruchstück finden kann. Hier wurde schon früher gesammelt. Auffallend sind viele rundliche Löcher in den losen Platten, die durch Herauswitterung von Pyritknollen oder Fossilien entstanden sind. Ausserdem wurden NW des Unteren Sulssees (heute Sulsseeli) kleine, pyritifizierte Belemniten gefunden.

NW-Hang des Leissigengrates (Gr. Schiffli, Koordinaten: 2'628’040 / 1'164’548). In verkehrter Lagerung folgen von unten nach oben:
14. braunsandige Schiefer. Tertiär.
13. Gault-Sandstein.
12. 20 m heller, feiner Schrattenkalk.
11. ca. 20 m dunkler, grauer, sandiger Kalk mit roten Pyritflecken.
10. 12 m heller Schrattenkalk mit sandigen Flasern.
9. ca. 15 m wie 11.
8. 55 m hell anwitternder Kalk, im Bruch dunkler als 12, mit Feuersteinknollen und -bändern.
7. ca. 100 m Wechsel von grauen Kalkbänken und mergeligen Schiefern.
6. ca. 6 m harte, dunkle, glaukonitische Bank und hellgraue Schiefer und Kalke. (Altmannschichten.) 5. ca. 70 m Kieselkalk des Hauterivien, gegen 4 dünnbankiger werdend.
4. 4 m dichte Kalkbänke und hell anwitternde Schiefer mit Glaukonit (Grenzschichten).
3. Kieselkalkbänke. (Ob. Valangienkalk.) Bruchüberschiebung.
2. Kieselkalkbänke, auf der Überschiebungsfläche stark zerquetscht und von Kalzitadern durchzogen.
1. dichte Kalke und Schiefer mit Glaukonit. (Diphuoidesgruppe.)

Im Lauigraben, ca. 950 m, einige Fossilien.
Profile von der Grenze Dogger-Malm:
- Auf dem unteren Band der Wengenflüh.
4. Argovien-Schiefer und Kalkbänke.
3. 1 m oolithischer Kalk, blau-violett, gegen unten etwas spätig und pyritreich. Terebrateln. Übergang nach 2
2. 1,2 m dunkel blaugraue Echinodermenbreccie, oben viel Pyrit.
1. Cancellophycusschichten. Kieseliger Kalk mit wulstiger Oberfläche.
- An der Sumpffluh, nördlich der Fossilstelle.
4. Argovien.
3. 0,3-0,4 m ziemlich dichter, blauer Kalk mit Pyrit und einzelnen Ooiden, die meist in Nestern sich zusammendrängen. An der unteren Grenze treten einzelne Spatplättchen auf, die den Übergang zu 2 anzeigen.
2. 0,2-0,8 m grobe Echinodermenbreccie.
1. Cancellophycusschichten.
- Bei der Säge a. d. Strasse nach Zweilütschinen.
3. 12-15 m Argovien.
2. 0,1-0,6 m blauer Kalk mit grossen Spatplättchen, viel Pyrit und einigen Muschelschalen. Stellenweise oolithisch.
1. 8-12 m Echinodermenbreccie.
- Südöstlich von Ried (oberhalb Mülinen).
4. 3-5 m Schiltkalk.
3. 5 cm schwarzer, dichter Kalk mit grossen Ooiden, Belemniten und Pyrit.
2. 5-6 m Echinodermenbreccie.
1. 4-x m heller, quarzitischer Kieselkalk.
Mineralien
- Pyrit:
- Quarz:
Rengglipass: Wasserklare, doppelspitzige Ouarzkristalle.
LNr
144.
Fundort
BE / Willigen, Aareschlucht (Bohnerzabbau)
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Schattenhal
Koordinaten, ca.
2'658’100 / 1'174’470 (Link)
Literatur
- Epprecht,W.; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie - kleinere Mitteilungen Nr. 19 Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. Sonderdruck aus SMPM, Band 37; 1957; Heft 2
Bemerkungen
Tertiäre Bohnerze. Erwiesener Bohnerzabbau in der Region Aareschlucht-Willigen. Genauere Angaben (Jahr) fehlen. Die Koordinaten zeigen auf Willigen.
Mineralien
- Bohnerz:
LNr
145.
Fundort
BE / Unterbalmi, Burgalp (Bohnerzabbau)
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Schattenhalb
Koordinaten, ca.
2'658’924 / 1'172’357 (Link)
Literatur
- Epprecht,W., Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie - kleinere Mitteilungen Nr. 19 Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. Sonderdruck aus SMPM, Band 37; 1957; Heft 2
Bemerkungen
Tertiäre Bohnerze. Erwiesener Bohnerzabbau in der Region Unterbalmi-Burgalp. Genauere Angaben (Jahr) fehlen. Unterbalmi konnte auf der Karte nicht gefunden werden. Die Koordinaten zeigen auf Burgalp.
Mineralien
- Bohnerz:
LNr
146.
Fundort
BE / Riedeneralp, Riedernalp, Schwandgraben, Lombach, Oberlauf der Gross Emme
Region
Kreis Interlaken-Oberhasli / Gemeinde Unterseen
Koordinaten, ca.
2'638’000 / 1'178’800 (Link)
Literatur
- Baltzer, A.; Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft in Bern [aus dem Jahre]; - (1897); Heft 1436-1450; Seite 1 - 2; Notiz über ein Mineralvorkommen im Berneroberland
- Rykart, Rudolf & Haverkamp, Franz; Schweizer Strahler; 1983; Seite 321-335; Kugelförmige Barytkonkretionen aus dem Wildflysch
- Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 64
Bemerkungen
Im Wildflysch.

Baltzer, 1897: im Quellgebiet der grossen Emme befindet sich eine ziemlich ansehnliche Alp, die Riedernalp (bei circa 1400 m.). Sie liegt, näher bezeichnet, auf der Rück- oder nördlichen Seite des Riedergrates, der selbst nichts anderes ist als eine Fortsetzung des Brienzergrales. Von dieser Alp nun wurden in neuerer Zeit eigenthümliche graue, schwere Kugeln bekannt. Form rund oder länglichrund, die eine der Kugeln hat 2.5 die andere 6 cm. Längs- und 5 cm. Querdurchmesser. Auch grössere sollen vorkommen. Inneres dunkelgrau, Aussenseite hell. Die 1 mm. dicke Rinde geht alltnählig in die dunkle Masse über. Das Innere besteht in der Hauptsache aus der dunkelgrauen, gleichmässig dichten Substanz. Der Kern dagegen ist deutlich krystallinisch, theils hell, durch sichtig, theils schwach nelkenbraun gefärbt, mit dem Messer leicht rilzbar. Von ihm ziehen sich unregelmässige Adern sternförmig in die. Masse hinein, bis nahe an die Peripherie, was bei beiden der mir vorliegenden Kugeln zu sehen ist. Bei der einen tritt gleichzeilig eine undeutliche peripherische Anordnung der Adern auf. (Riedernalp ist auf der Karte nicht zu finden.

Mögliche Koordinaten: 2'639’220 / 1'179’450, 1420 m ü. M.)
Mineralien
- Baryt: in den sogenannten Barytkugeln, immer im Calcit eingewachsen. Barytkugeln bis 20 cm Durchmesser, vermengt mit Tonsubstanz, Pyrit, Calcit; radialstrahlig, auch in Schwundrissen, dann graubräunlich, rekristallisiert, durch Wegsäuren des Calcites kommen tafelige, prismatische, nach der c-Achse gestreckte Kristalle zum Vorschein.
- Calcit:
- Pyrit: kugelige Konkretionen mit einigen cm Durchmesser, an der Oberfläche bis 3 mm grosse Kristalle.
Zurück zum Seiteninhalt
App-Icon
Fundorte von Mineralien in der Schweiz Installieren Sie diese Website auf Ihrem Startbildschirm für ein besseres Erlebnis
Tippen Sie auf Installationsschaltfläche auf iOS und dann auf „Zu Ihrem Bildschirm hinzufügen“