Kanton GR, Bezirke Albula, Bernina
Fundorte > Graubünden
Vorkommen im Kanton Graubünden, Bezirke Albula und Bernina
Gebiet: | 001_GR / Puschlav (dt.), Poschiavino (ital.), Poschiavo, Val Cancian, Piatti di Cancian, Piatti da Cancian Region: Bezirk Bernina / Gemeinde Poschiavo |
Beschreibung: | Im Unterengadin. |
Koordinaten, ca.: | 2'797’024 / 1'130’551 |
Literatur: | - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 228 |
Mineralien: | - Asbest: als Aktinolithasbest, in Nephrit übergehend, in grösseren Massen.- Magnetit: Klein, Rhombendodekaedern. - Nephrit: |
Gebiet: | 002_GR / Albula, Bergün Bezirk Albula / Gemeinde Albula |
Beschreibung: | Am Albula bei Bergün. Die Koordinaten zeigen auf die Albula-Passhöhe. |
Koordinaten, ca.: | 2'783’850 / 1'161’830 |
Literatur: | - Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866 |
Mineralien: | - Limonit: |
Gebiet: | 003_GR / Albulapass Bezirk Albula / Gemeinde Albula |
Beschreibung: | Die Koordinaten zeigen auf die Passhöhe. Bei der Strasse vom Weissensteiner Wirtshaus über den Albulapass (Stand 1866). |
Koordinaten, ca.: | 2'783’870 / 1'161’820 |
Literatur: | - Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866 |
Mineralien: | - Anhydrit: feinkörnigen, gelblichgrauen bis weissen, zum Teil mit Gips gemengten, welcher in Findlingen, zum Teil von ansehnlicher Grösse, in der Nachbarschaft feinkörnigen unreinen Gipses bei der Strasse vom Weissensteiner Wirtshaus über den Albulapass vorkommt. |
Gebiet: | 004_GR / Albulatunnel Bezirk Albula / Gemeinde Albula |
Beschreibung: | Albulatunnel = 5866 Meter. Das durch die Tunnelbaute erschlossene geologische Längenprofil zwischen dem obersten Albulatal und Val Bevers mit der Granitkette der Piz Giumels (2785 m) weist, von W nach 0 fortgeschritten, nachfolgende Gesteinskomplexe dar: 1. Kalkschiefer- und Mergel 1097 m. Von Mineralien zeigten sich nur Calcit, Quarz (beide in Adern, Lagen, Nestern und Linsen), viele Pyritkristalle und zahllose Häute und Überzüge von Graphit. 2. Zellendolomit 111 m. 3. Casannaschiefer 52 m. kalkiger Tonschiefer mit vielen Pyriteinsprenglingen und gequetschtem Quarz. 4. Albulagranit 4346 m. Von Mineralien fanden sich im Granitmassiv neben den drei wesentlichen Bestandteilen des Gesteins Hornblende, Chlorit, Pyrit und besonders reichlich Epidot, Quarz und Calcit. Mit Calcit kam im stark zersetzten Gestein in 1950 m S auch grüner und violetter Fluorit vor. 5. Grundmoräne 92 m. 6. Granitschutt 168 m. |
Koordinaten, ca.: | 2'783’850 / 1'161’830 |
Literatur: | - Tarnuzzer, Chr.; Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft Graubünden; 1902-1904; Band 46; S. 3 - 17; Geologische Verhältnisse des Albula-Tunnels |
Mineralien: | - Calcit: in schönen Drusen mit halbdurchsichtigen Kristallen mannigfacher Formen und Kombinationen (Prisma, verschiedene Rhomboeder beider Stellungen, Skalenoeder und Basisfläche) auf Klüften des Gesteins. - Chlorit: - Epidot: reichlich. - Fluorit: grün und violett, zusammen mit Calcit. - Graphit: - Pyrit: unter anderem als Einsprenglinge im Casannaschiefer. - Quarz: |
Gebiet: | 005_GR / Alp Ramoz;(Erzabbau) Bezirk Albula / Gemeinde Albula |
Beschreibung: | Eisenerz, 4 Stunden ob dem Tal in eisenschüssigem Kalkgebirge. Hier dürfte es sich um ein Erz handeln, welches am Bleiberg gegen die Alp Ramoz gewonnen wurde. Erwähnt wird von dort eine starke Limonitisierung von Pyrit und Zinkblende. Die Anfänge des Bergbaus auf der Alp Ramoz gehen auf das Jahr 1588 zurück. |
Koordinaten, ca.: | 2'783’850 / 1'161’830 |
Literatur: | - Epprecht, W., Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie - kleinere Mitteilungen Nr. 19 Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. Sonderdruck aus SMPM, Band 37; 1957; Heft 2 |
Mineralien: | - Eisenerz: - Pyrit: - Sphalerit: |
Gebiet: | 006_GR / Alvaschein (dt.), Alvaschagn (rätor.), Alvaneu (dt.), Alvagni (rätor.) Bezirk Albula / Gemeinde Albula |
Beschreibung: | Das Gipslager - Gips chemisch: schwefelsaurer Kalk (Ca SO4.2H2O) ist das einzige im Bündnerland über längere Zeit abgebaute Vorkommen. Es dürfte schon vor mindestens 300 - 400 Jahren genutzt worden sein: es wird bereits 1697 in einem Dokument erwähnt. Auch J.J. Scheuchzer beschreibt, 1705 in seinen "Seltsamen Naturgeschichten" das Gipsvorkommen bei Alvaschein. Der Gips dürfte schon frühzeitig für den Eigenbedarf genutzt worden sein - hauptsächlich für Verputzarbeiten im Innern von Gebäuden und auch als Düngemittel in der Landwirtschaft. Der Abbau wurde zuerst im Tagebau und erst später im Stollenbau gewonnen. Ein umfangreicher Betrieb entstand ab 1853 im Zusammenhang mit dem Bau des Bades von Alvaneu, das als Schwefelbad weitherum bekannt und geschätzt war. Anfangs des 20. Jh. übernahm die Gips-Union das Bergwerk mit den vorhandenen Verarbeitungsgebäulichkeiten, die nach einem Brand 1927/28 neu auf- und zu einer eigentlichen modernen Gipsfabrik ausgebaut wurden. Der Abbau, der mit 20 - 30 Grad gegen Nordosten einfallenden Gipszone erfolgte nunmehr im Untertagebau auf drei verschiedenen Niveaus, von denen aus der gebrochene Gipsstein mittels eines Bremsberges zum Ausgang hinaufbefördert wurde. Da die Gipsreserven in der Folge am bisherigen Ort beschränkt waren und die Qualität des Gipses zu wünschen übrig liess, wurde der Betrieb von der Gips-Union 1964 eingestellt. Auch die 1986 noch im Betriebe stehenden Gipsbergwerke der Schweiz - St. Ursanne, Felsenau und im Val de Travers - sind inzwischen ebenfalls eingestellt worden. |
Koordinaten, ca.: | 2'768’950 / 1'172’100 |
Literatur: | - Krähenbühl, Hans.; Bergknappe; 1993/1; Heft 63; Seite 10-12; Der Gipsbergbau in der Schweiz, Fortsetzung 1 |
Mineralien: | - Gips: |
Gebiet: | 007_GR / Brienz (dt.), Brinzauls (rätor.), Alvaneu-Bad, Alvaneubad, Alvaschein (dt.), Alvaschagn (rätor.), Alvaneu (dt.), Alvagni (rätor.), St. Paulus (Mine), St. Maria (Mine), St. Johann (Mine);(Erzabbau) Bezirk Albula / Gemeinde Albula |
Beschreibung: | Die Koordinaten zeigen auf Alvaneu. Aus dem Gebiet Alvaneu-Bad und Brienz erwähnt Christian Gadmer (Bergrichter 1588-1618) folgende Stollen: - oberhalb Brienz: 'St. Paulus', 'St. Maria', Koordinaten Brienz: 2'765’060 / 1'170’900, 1160 m ü. M. - Ausserhalb Alvaneu-Bad beim Kalkofen: 'St. Johann': Koordinaten Alvaneu-Bad: 2'768’970 / 1'170’940, 960 m ü. M. Verschiedene dieser Gruben sind bis heute (Stand 1980) nicht wieder gefunden worden. Die von Christian Gadmer 1588 erwähnte Grube 'St. Johann' konnte nach langem Suchen in den Jahren um 1980 gefunden werden. Der Stollen erreichte eine Tiefe von 40 Metern, abgebaut wurde Bleiglanz (Galenit). St. Johann Gadmers ''Die New Innfahrt ob dem weg", liegt unrettbar verschüttet, muss aber die höchstgelegene Abbaustelle gewesen sein. Seit Hitzens Zeit wird sie "Anna-Abbau" benannt. Diese Anna war indessen keine "Sancta", sondern eine Erzsucherin (Rhabdomantin), Hitzen 's Schwiegertochter. Im Schwabentobel begann der Bergbau schon vor Bergrichter Gadmer mit dem alten "Tagbau" (Am Weg), "so die Schwaben pauen haben". |
Koordinaten, ca.: | 2'768'950 / 1'172’100 |
Literatur: | - Krähenbühl, Hans & Brazerol, Christian; Bergknappe; 1980; Ausgabe 12; Heft 2; Seite 2 - 9; Der alte Bergbau am Bleiberg bei Schmitten im Albulatal - Redaktion; Bergknappe; 1985; Heft 31, 1; Seite 23 |
Mineralien: | - Galenit: als Bleierz. |
Gebiet: | 008_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Alp Tiefencastel, Motta Palousa;(Manganerzabbau) Bezirk Albula / Gemeinde Albula |
Beschreibung: | Südöstlich Tiefenkastel treten in der Gegend der Motta Palousa an verschiedenen Stellen geringe Mengen von Manganerz auf. Die Erze sind durchweg an jurassische Radiolarite gebunden, die zusammen mit Liasschiefern, Aptychenkalk und basischen Eruptivgesteinen eine Zone bilden, die sich von Murtiratsch (nordöstlich Tinzen) an der Basis des Piz Michel gegen die Alp Tiefenkastel hinzieht. Der erzführende Radiolarit zeigt eine ganz analoge Ausbildung wie auf den Lagerstätten Falotta, Parsettens und Alp digl Plaz des Oberhalbsteins bekannt sind. Die Ophiolithe bestehen zur Hauptsache aus Serpentin, untergeordnet erscheinen auch diabasartige Gesteine und Grünschiefer (z. B. Epidot-Chloritschiefer). Von Uigls aus gegen Norden ist etwa 250 m SSE der Motta Palousa (2147 m) eine kleinere vererzte Stelle im Radiolarit festzustellen. Das Erz erscheint im Wesentlichen als Anflüge auf Klüften und Schichtflächen. Mangankarbonate oder Silikate sind keine vorhanden. Auf dem Gebiet der Alp Tiefenkastel (östlich der Motta Palousa) treten ebenfalls geringe Mengen von Manganerz auf. 500 m westlich der Sennhütte befindet sich ein 15 m langer Stollen, der angeblich im Jahre 1918 ausgeführt wurde. Manganerz findet sich jedoch an der Oberfläche und im Stollen nur in Form von schwachen Anflügen. Der Mangangehalt einiger analysierter Proben schwankt zwischen 2 und 12 %. In einer älteren Publikation über die Manganerze von Graubünden wird von der Alp Tiefenkastel ebenfalls Manganerz erwähnt, jedoch ohne genaue Angabe des Fundortes. Eine Analyse dieses Erzes zeigte angeblich einen Mn-Gehalt von 62,8 %. |
Koordinaten, ca.: | 2'765’880 / 1'167’830 |
Literatur: | - Geiger, Th.;1948; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 27; Manganerze in den Radiolariten Graubündens; Seite 27-28 |
Mineralien: | - Manganerz: - Radiolarit: |
Gebiet: | 009_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Mon (Grube) (Bistgat)?, Alp Plang digl Bistgat;(Erzabbau) Bezirk Albula / Gemeinde Albula |
Beschreibung: | Aus dieser Gegend wird 1606 eine chalkopyritführende Grube erwähnt. Die wahrscheinlich verstürzte und zugeschüttete Grube kann heute nicht mehr ausfindig gemacht werden. Die Aufschlüsse im Bach nördlich der Alp Plang digl Bistgat geben folgendes Profil: Der untere Serpentinit (Kote 1660) ist tektonisiert und von vielen Talk- und Karbonatlinsen durchsetzt. Der obere schwarze Maschenserpentinit (ab Kote 1680) ist eher massig ausgebildet und enthält neben Calcitklüften Edelserpentin- und Dolomitklüfte. Zwischen Kote 1720 und 1740 fanden sich vereinzelt einige Meter mächtige Pyroxenit- und Gabbrolinsen. Alle Mineralien sind im erzhaltigen Gestein und mikroskopisch zu finden. Bei 760.20/169.00, Bistgat, Grüner, grobblättriger Kluft-Antigorit; auf Klüften mit Dolomit im tektonisierten schwarzen Lizardit-Chrysotil-Maschenserpentinit. Erwähnt wird auch: Eine Grube bei Mon (Bistgat)? (nach Angabe von Chr. Gadmer, 1606, BRUEGGER, 1866) etwa bei den Koordinaten 760.250/169.000 bei Punkt 1727. Aus den Angaben des Davoser Bergrichters Christian Gadmer (1606) erfährt man einer chalkopyritführenden Grube bei Mon. 1925 beschrieb OTT an der gleichen Lokalität Chalkopyrit- und Pyritimprägnationen. Wahrscheinlich ist die ehemalige Grube verstürzt und unter Schutt vergraben. Die Aufschlüsse im Bach nördlich der Alp Plang digl Bistgat geben ein vollständiges Profil wieder. Es können zwei Horizonte Serpentinite ausgeschieden werden, die durch ein etwa 10 m mächtiges Schieferpaket (graue Kalkphyllite bis Phyllite) getrennt werden. Der untere Serpentinit (auf Kote 1660 m) ist völlig tektonisiert und von vielen Talk- und Karbonatlinsen durchsetzt. Der obere schwarze Maschenserpentinit (Beginn auf Kote 1680 m) ist dagegen eher massig ausgebildet. Neben Calcitklüften enthält er Edelserpentin- (ein Kluft-Antigorit) und Dolomit-Klüfte. Vereinzelt finden sich zwischen Kote 1720 und 1740 einige Meter mächtige Pyroxenit- und Gabbrolinsen. Die Kontakte zum umgebenden Serpentinit sind mit Talk-Chlorit-Schiefer ausgefüllt. Die basischen Boudins sind stellenweise mit Pyrit (meist idiomorph, Würfel und Pentagondodekaeder), llmenit, Hämatit und Titanit vererzt. |
Koordinaten, ca.: | 2'760’250 / 1'169’000 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 22; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Calcit: - Chalkopyrit: - Dolomit: - Edelserpentin: - Hämatit: als Erzmineral. - Ilmenit: als Erzmineral. - Kluft-Antigorit: - Pyrit: als Erzmineral. In den basischen Boudins, meist idiomorph, als Würfel und Pentagondodekaeder. - Titanit: |
Gebiet: | 010_GR / Tiefenkastel, Tiefen Kasten, Tiefencastel (dt.), Casti (rätorom.) Bezirk Albula / Gemeinde Albula |
Beschreibung: | |
Koordinaten, ca.: | 2'763’500 / 1'170’010 |
Literatur: | - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 266 |
Mineralien: | - Kupfer, gediegen: |
Gebiet: | 011_GR / Tiefenkastel, Tiefen Kasten, Tiefencastel (dt.), Casti (rätorom.), Tgant Ladrung, Crap Ses;(Erzabbau) Bezirk Albula / Gemeinde Albula |
Beschreibung: | Auf 1240 m, bei Punkt 1241.9, (südlich Tiefencastel) Einen Kilometer nördlich des «Steins» (Crap Ses) zweigt ein kleiner Fahrweg von der heutigen Autostrasse ab, auf dem man in wenigen Minuten zu dem 1240 m hoch gelegenen Vorkommen gelangt. Zu Beginn des 19. Jh. dürfte der ehemalige 3 km lange Fahrweg direkt von Tiefencastel zu dem Erzvorkommen (auf der neuen Landeskarte bei Punkt 1241.9) geführt haben. Die Vererzung liegt in der zur Platta-Decke gehörenden Serpentinitmasse, die gesamthaft etwas versackt zu sein scheint. Das Streichen der vertikal einfallenden vererzten Störungszone verläuft nämlich E-W. Gegen Norden schliesst an den völlig mylonitisierten Serpentinit ein etwa 3-5 m breiter Talk-Magnesitschiefer-Zug an, der ebenfalls vertikal einfällt. Die vererzte Störungszone wird im unteren Teil auf etwa 1200 m 4-5 m breit. Sie keilt im oberen Teil auf 1240 m jedoch aus. Gegen Süden wird der verruschelte Serpentinit wieder kompakt. Leider sind die vor 160 Jahren betriebenen Stollen völlig verschüttet, so dass über ihre Länge keine Aussage gemacht werden kann. Einige reich vererzte Handstücke fanden sich unterhalb der alten Verladerampe im Schutt. Das Erz liegt völlig unregelmässig (schlierig) in der Grundmasse (Maschenserpentinit: Lizardit, Chrysotil, Magnetit und vereinzelte Chromspinellrelikte verteilt. Die Kontakte Erz-Maschenserpentinit sind durch mm-breite Zonen von Kluft-Antigorit ausgefüllt. Eine letzte Generation Kluft-Antigorite und Chrysotile füllt die das Erz und den Serpentinit durchsetzenden Zerrklüfte. Die hohen Titangehalte weisen auf Ilmenit hin. Co und Ni dürften grösstenteils im Pyrit gebunden sein. Der erzmineralogische Inhalt ist sehr einfach: Pyrit, Chalkopyrit und Magnetit mit sekundären Umwandlungen in Malachit und Goethit. Der Magnetit scheint als eine spätere Phase Pyrit und Chalkopyrit zu verdrängen. In den reich vererzten Handstücken konnte aufgrund von mehreren Anschliffen die durchschnittlichen Gehalte der Erzmineralien bestimmen: Pyrit etwa 25%, Chalkopyrit etwa 4%, Magnetit etwa 65%, Chromspinell bis Magnetit etwa 1%, und Goethit etwa 5%. Malachit ist nur als Anflug vorhanden. Einige fragliche Ilmenite wurden festgestellt. Begeht man das Tal von Norden nach Süden, so stösst man bereits kurz oberhalb Tiefenkastel auf die Kupferkiesgrube von Tgant Ladrung. Noch zu erkennen sind die verfallenen Gebäude. Die Grube und eventuell vorhandene Stollen sind heute verschüttet. |
Koordinaten, ca.: | 2'764’550 / 1'168’270 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1979/4; Heft 10; Seite 4 - 8; Der Bergbau im Oberhalbstein - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 21-22; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Antigorit: - Chalcopyrit: - Chromspinell: - Chrysotil: - Goethit: als sekundäre Umwandlung von Magnetit. - Ilmenit: - Kluft-Antigorit: - Lizardit: - Magnetit: - Malachit: als sekundäre Umwandlung von Magnetit, als Anflug. - Pyrit: |
Gebiet: | 012_GR / Tiefenkastel, Tiefen Kasten, Tiefencastel (dt.), Casti (rätorom.), Tiefenkastener Alp, Piz Michel (am Fusse) Bezirk Albula / Gemeinde Albula |
Beschreibung: | Lokalität auf der Karte nicht gefunden. Manganerzlager in der Tiefenkastener Alp: Die Bellaluner Unternehmung hat sich auch die Ausbeutung der Erzlager auf Gebiet der Gemeinde Brienz, Surava und Tiefenkasten gesichert. Auf Gebiet der letztgenannten Gemeinde, in der Tiefencastener Alp, am Fusse des Piz Michel, 2 ½ Stunden vom Hüttenwerk in Bellaluna, findet sich ein "Brauneisenerz, das mit braunem Eisenstein vorkommt und steinbruchweise gewonnen werden kann:" Nach der Analyse des Prof. Lampadius besteht dasselbe aus: Manganoxyd 74,51, Manganperoxyd 8,21, Eisenoxyd 7,42, Kieselerde 9,20, Verlust 0,66. |
Koordinaten, ca.: | |
Literatur: | - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1998/2; Heft 84; Seite 7-10; W.A. Lampadius untersuchte Erzproben aus Graubünden |
Mineralien: | - Brauneisenerz: - Eisenstein: - Manganerz: |
Gebiet: | 013_GR / Bergün Filisur, Porchabellagletscher (Westrand), Vadret da Porchabella Bezirk Albula / Gemeinde Bergün Filisur |
Beschreibung: | Lokalität auf der Karte nicht gefunden. Manganerzlager in der Tiefenkastener Alp: Die Bellaluner Unternehmung hat sich auch die Ausbeutung der Erzlager auf Gebiet der Gemeinde Brienz, Surava und Tiefenkasten gesichert. Auf Gebiet der letztgenannten Gemeinde, in der Tiefencastener Alp, am Fusse des Piz Michel, 2 ½ Stunden vom Hüttenwerk in Bellaluna, findet sich ein "Brauneisenerz, das mit braunem Eisenstein vorkommt und steinbruchweise gewonnen werden kann:" Nach der Analyse des Prof. Lampadius besteht dasselbe aus: Manganoxyd 74,51, Manganperoxyd 8,21, Eisenoxyd 7,42, Kieselerde 9,20, Verlust 0,66. |
Koordinaten, ca.: | 2'794’910 / 1'138’500 |
Literatur: | - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 158 - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 234 |
Mineralien: | - Andalusit: in quarzführenden Linsen und Knauern, welche im Para- und Mischgneis liegen. - Apatit: - Cordierit: - Epidot: - Klinochlor: - Korund: - Kyanit: selten zu finden. - Muskovit: silbrig glänzend, blättchenartig, auf dem Andalusit. - Prehnit: - Rutil: - Sillimanit: |
Gebiet: | 014_GR / Bravuogn (rätorom.), Bergün (dt.), Albula (Bach), Alvra (rätorom.) (Bach);(Waschgold) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Bergün Filisur |
Beschreibung: | Die Koordinaten zeigen auf eine zufällig gewählte Stelle der Albula. |
Koordinaten, ca.: | 2'757’300 / 1'173’550 |
Literatur: | - Pfander, Peter & Jans, Victor; Gold in der Schweiz, 3.Auflage; 2001; Seite 140 |
Mineralien: | - Gold, gediegen: als Waschgold. |
Gebiet: | 015_GR / Bravuogn (rätorom.), Bergün (dt.), Val Plazbi;(Erzabbau) Bezirk Albula / Gemeinde Bergün Filisur |
Beschreibung: | Ein historischer Abbau oder Abbauversuch im Val Plazbi geht zurück bis ins 16 Jh. Details siehe unter 'Bravuogn (rätorom.), Bergün (dt.), Bergün-Bergbau Bellaluna'. Geologische Studie von Dr. H. Eugster, Speicher, Appenzell. Bergmännische Studie von der Studiengesellschaft: Um zu den Sideritvorkommen auf Murtel da Fier im Val Plazbi zu gelangen, wendet man sich von Bergün aus zuerst ins Val Tuors und hierauf in dessen Seitental Val Plazbi. Bis zu den Alphütten des letztgenannten Tales besteht ein fahrbarer Weg. Von hier benützt man einen nach der linken Talseite abzweigenden Fussweg, der nach Murtel da Fier, einem südlich Murtel da Lei befindlichen Kar, führt. Von Bergün aus braucht ein Fussgänger für den Aufstieg zu diesem 2500 m ü. M. gelegenen Punkt ca. 4 Stunden. Beschreibung des Vorkommens: Wie bekannt, enthält der Buntsandstein auf dem Kambi zwischen Val Tisch und Val Plazbi, sowie im Val Plazbi eine Menge von Quarz- und Calcitbegleiteter, meistens 1-2 cm, selten 3 cm mächtiger Erzadern, die Siderit und hauptsächlich Hämatit führen; kleinere Hämatitadern kommen auch im Porphyr des Val Plazbi vor. Am Ende des vom Piz Miez gegen Nordosten verlaufenden Grates steht eine 10-40 cm mächtige, linsenförmige Sideritader an. Die Erzader ist in zwei parallel verlaufende Linsenzüge geteilt, die man auf ca. 150 m verfolgen kann. Sie wurde in früheren Zeiten in Murtèl da Fier 2500 m ü. M. im Tagbau ausgebeutet. Als Spuren dieser Ausbeutung sind noch die zerfallenen Mauern des Knappenhauses, zu welchem vom Val Plazbi herauf ein Saumweg führte, ferner ein ca. 120 m langer, 1-4 m tiefer und ca. 3 m breiter Graben, sowie Schürfungen am Felssporn zwischen Murtel da Lai und Murtel da Fier sichtbar. Während im Val Tisch ausschliesslich Hämatit das erzführende Mineral ist, kommen im Val Plazbi neben dem in geringmächtigen Adern im Buntsandstein auftretenden Hämatit auch Linsen von' Siderit vor. Das in Murtel da Fier ausgebeutete Erz ist ein grobspätiger schwarzer Siderit, der stellenweise in Brauneisenstein umgewandelt wurde. |
Koordinaten, ca.: | 2'780’000 / 1'165’000 |
Literatur: | - 1923; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, VIII. Lieferung; 1. Band; Seite 204 - 217; Die Eisen- und Manganerze der Schweiz - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 274 |
Mineralien: | - Eisenerz: - Hämatit: - Siderit: im Buntsandstein. |
Gebiet: | 016_GR / Filisur (Umgebung) Bezirk Albula / Gemeinde Bergün Filisur |
Beschreibung: | Näher wird die Fundstelle leider nicht beschreiben. Aus der Umgebung von Filisur ist auch ein historischer Bergbau mit Aktivitäten von 1617 bis 1833 bekannt. Weitere Angaben fehlen. Erzlager beim Dorfe Filisur: In der Nähe des Dorfes Filisur, etwa 20 Minuten unterhalb desselben, am linken Ufer der Albula, entspringt nahe derselben einen Eisenocker absetzende, im Glase leicht perlende Mineralquelle, in deren Nähe Eisenerz gefunden worden ist. Es heisst in der Schrift von Albertini:" Eine Stunde unter der Eisenhütte Bellaluna, am linken Ufer der Albula, und etwa 20 bis 25 Minuten unter dem Dorfe Filisur, in dessen Gemeindegebiet, hat die Gewerkschaft eine Lagerstätte von Brauneisenstein oder Gelbeisenstein erschürft. Sie liegt am Gemeindeweg (Zinols) und die darauf verwendeten Schürfarbeiten ergaben etwa 1000 Zentner des obigen Eisensteins und zum grösseren Theil beigemengten eisenhaltigen Kalktuffes, dessen Eisengehalt ohne Zweifel ungleich ist." Nach der Analyse des Herrn Prof. Lampadius enthält der dichte Gelb- oder Brauneisenstein: Die Analyse der Tuffe, von Lampadius Ferrocalcit genannt: Noch jetzt am Tage besteht der grösste Teil des Erzes aus Ocker. Die günstige Lage dieses Erzlagers erfüllte die Unternehmung mit grossen Hoffnungen, eine ernstere Ausbeutung hat hier aber nicht stattgefunden. |
Koordinaten, ca.: | 2'771’850 / 1'171’630 |
Literatur: | - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1998/2; Heft 84; Seite 7-10; W.A. Lampadius untersuchte Erzproben aus Graubünden - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 433 |
Mineralien: | - Eisenerz: - Wulfenit: gelb, dipyramidale und hauchfeine Kriställchen, mit oder ohne Basis, bis 2. |
Gebiet: | 017_GR / Filisur, Albula (Bach), Alvra (rätorom.) (Bach);(Waschgold) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Bergün Filisur |
Beschreibung: | |
Koordinaten, ca.: | 2'771’815 / 1'171’375 |
Literatur: | - Pfander, Peter & Jans, Victor; Gold in der Schweiz, 3.Auflage; 2001; Seite 140 |
Mineralien: | - Gold, gediegen: als Waschgold. |
Gebiet: | 018_GR / Filisur, Bot digl Uors, Bärenbühl, Botta dil Uors, Val Spadlatscha, Tinzenhorn (nördlich);Blei-Zink-Erzabbau Region: Bezirk Albula / Gemeinde Bergün Filisur |
Beschreibung: | In der Felswand der Casanna, südwestlich von Klosters einerseits, auf dem Bärenbühl im Val Spadlatscha nördlich des Tinzenhorns andrerseits enthält der Triasdolomit ebenfalls Nester von silberhaltigem Bleiglanz. Der Bärenbühl (Botta dil Uors, 2234 m ü. M) ist eine bewaldete Kuppe südwestlich von Filisur, die den nördlichen Abschluss des vom Tinzenhorn, auf der linken Seite des Val Spadlatscha, nach N ziehenden Höhenzuges bildet. Die Lagerstätte befindet sich nördlich von P. 2234 und südöstlich vom P. 2209,7 auf gleicher Höhe wie letzterer. Reste von frühem Bergbauversuchen, ein noch offenes Schürfloch mit einer Schutthalde davor, einige weitere überwachsene Schürfstellen und die Ruine einer Hütte bezeichnen das Vorkommen. Das Vorkommen liegt, soweit die Aufschlüsse noch erkennen lassen, ungefähr an der Schubfläche zwischen Arlbergdolomit und mittlerer Rauwacke. Die sehr spärlich vorhandenen Aufschlüsse lassen erkennen, dass die zutage tretenden Erze in einer konkordanten, im Streichen 20 m langen, 1-2 m mächtigen Zone unregelmässig verteilt sind. Das Erz ist fast vollständig abgebaut, lässt sich jedoch am umherliegenden Haufwerk studieren. Die ursprünglichen Hauptmineralien Bleiglanz und Zinkblende sind zum grössten Teil in Oxydationsmineralien übergeführt. Die zelligen, quelltuffähnlichen Massen von grauer bis rötlicher Farbe, in denen die Oxydationserze die primären Mineralien umgeben, verleihen den Stufen dieser Lagerstätte ein typisches Aussehen. |
Koordinaten, ca.: | 2'770’900 / 1'168’050 |
Literatur: | - Escher,Eduard;1935;Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, 18. Lieferung; Seite 56-59; Die Pb-Zn-Lagerstätte Bärenbühl (Botta dil Uors) bei Filisur. - Krähenbühl, Hans; Mineralien Welt; 1999; Heft 4; Seite 32-41 - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 257 etc. - Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917 |
Mineralien: | - Cerussit: als Oxidationsmineral von Bleiglanz (Sekundärmineral). Der Cerussit ist gedrungen prismatisch, und, auch wo er in die übrigen Oxydationsmineralien eingelagert ist, zuweilen idiomorph. In Hohlräumen aufsitzend zeigt er stängeligen, pseudohexagonalen Habitus, die Individuen werden höchstens 2 mm lang. - Galenit: zum Teil silberhaltig. Der Bleiglanz herrscht vor. Er bildet kleine, derbe, sehr feinkörnige Einlagerungen in den Oxydationserzen. Oft ist schon makroskopisch eine Streckung der Bleiglanzpartien erkennbar. Häufig zerfällt er beim Anschlagen längs glatten glänzenden Rutschflüchen in Stücke. - Hemimorphit: Oxidationsmineral in Lagerstätten mit Zinkblende (Sekundärmineral). Der Hemimorphit tritt an Häufigkeit gegenüber Smithsonit und Cerussit zurück. Er kommt in den typischen halbkugeligen, aus tafeligen, farblosen, radialstrahlig angeordneten Individuen aufgebauten Aggregaten vor. - Jamesonit: selten. - Pyrit: tritt in untergeordneter Menge auf und ist in kleinen korrodierten Körnern dem Bleiglanz und der Blende beigemischt. - Smithsonit: als Oxidationsmineral auf den Blei-Zink-Vorkommen (Sekundärmineral). Der Smithsonit ist das häufigste Oxydationsmineral; von den anderen rhomboedrischen Karbonaten unterscheidet er sich unter dem Mikroskop durch die hohe Lichtbrechung und das Fehlen der Spaltrisse. Smithsonit kleidet in grauen, oft schwach grünlichen Krusten zusammen mit etwas Dolomit die Hohlräume der Erzstufen aus, mit Neigung zu Pseudomorphosenbildung. Es wurden Stücke des zerrütteten, mit spätigem Dolomit verkitteten Arlbergdolomits gefunden, in denen letzterer durch Smithsonit bis auf Reste verdrängt war. Der unversehrte Bindemitteldolomit umschliesst dann eckige Hohlräume, die mit Smithsonit ausgekleidet sind. - Sphalerit: hellbraun und in viel geringerer Menge vorhanden als der Bleiglanz. - Wulfenit: mit Smithsonit. |
Gebiet: | 019_GR / Filisur, Foppas Region: Bezirk Albula / Gemeinde Bergün Filisur |
Beschreibung: | Aus den nördlich abfallenden Felsen von Foppas. |
Koordinaten, ca.: | 2'771’060 / 1'170’740 |
Literatur: | - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 266 |
Mineralien: | - Malachit: |
Gebiet: | 020_GR / Filisur, Marienkrone Region: Bezirk Albula / Gemeinde Bergün Filisur |
Beschreibung: | Die steilen, gegen N und NW gerichteten Abstürze des Felskopfes von Foppas westlich Filisur tragen diesen Namen. Das Erzvorkommen befindet sich am Fusse des zwischen P. 1402 und dem Weg Zinols - Foppas liegenden Teil der Felswand. In einer Runse, die sich vom Landwasser zum Fusse dieser Wand hinaufzieht und dort gegen W in eine steile Rinne abbiegt, finden sich etwa 1220 m ü. M. im Arlbergdolomit schwache Anflüge von Malachit und Azurit, die durch zwei Stollen markiert sind; primäres Erz fehlt. Weitere Anflüge treten am obern Ende der erwähnten Rinne auf (1250 m ü. M). Die Koordinaten zeigen auf Filisur. |
Koordinaten, ca.: | 2'772’042 / 1'171’573 |
Literatur: | - Escher,Eduard;1935;Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, 18. Lieferung; Seite 60-61; Die Cu-Vorkommen in der Trias Mittelbündens. Marienkrone - Krähenbühl, Hans; Mineralien Welt; 1999; Heft 4; Seite 32-41 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 58 |
Mineralien: | - Azurit: als Anflüge. - Malachit: als Anflüge. |
Gebiet: | 021_GR / Filisur, Stuls, Stulg, Surmin, Surminer Rüfi Region: Bezirk Albula / Gemeinde Bergün Filisur |
Beschreibung: | Aus einer schwachen Malachit-Azurit-Vererzung. Das Vorkommen befindet sich oberhalb der Bahnlinie Filisur-Stuls in der "Surminer Rüfi" südlich der Cruschetta. Ein erster, durch ein Schürfloch markierter Erzausbiss findet sich in 1230 m ü. M., in dem hart bis an die Bahnlinie vorspringenden anisischen Dolomit der Curzinsantiklinale (Muchettafalten), weiteres Erz steht am Fusse der Felsen von Surmin (unterhalb P. 1607), durch Schürflöcher und einen Stollen aufgeschlossen, an. Die Erze treten in einem grauen, kristallinen Dolomit, der einzelne Quarzkörner führt, auf. Die spärliche Vererzung besteht in Malachit und Azuritanflügen, daneben tritt etwas Covellin und als Begleitmineral weisser, spätiger Dolomit auf. Das Erz verdrängt den leicht zertrümmerten Dolomit auf Korngrenzen. |
Koordinaten, ca.: | 2'773’550 / 1'170’411 |
Literatur: | - Escher, Eduard; 1935; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, 18. Lieferung; Seite 60; Die Cu-Vorkommen in der Trias Mittelbündens. Surmin. - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 58, 266 - Streckeisen, A.; 1928; Geologie und Petrographie der Flüelagruppe. -Schweiz. Mineral. Petrogr. Mitt. 8, 87-239 |
Mineralien: | - Azurit: in sehr schöner Erscheinung, bis 3 mm grosse kugelige und stark glänzende Aggregate. Seltener sind Einzelkristalle zu finden. Azurit und Malachit kommen in dichter Ausbildung als dünne, flechtenartige Überzüge des Nebengesteins vor, kleine traubige Malachitaggregate sind selten. - Covellin: bildet ein regelloses Gefüge dicktafeliger Individuen und wird auf Korngrenzen und Spaltrissen von Malachit verdrängt. Pseudomorphosen nach einem andern Erz oder Relikte eines solchen sind nicht vorhanden. Covellin bildet selbständige Schnüre, meist tritt er aber als zentrale Ausfüllung symmetrischer, gegen das Nebengestein hin etwas eisenschüssiger Dolomittrümer auf. - Dolomit: als Begleitmineral, weiss, spätig. - Malachit: im Triasdolomit, als kleine Imprägnationen, zusammen mit Azurit. Kugelige Aggregate bis 5 mm Durchmesser. Oft auch als nierige Kruste. Azurit und Malachit kommen in dichter Ausbildung als dünne, flechtenartige Überzüge des Nebengesteins vor, kleine traubige Malachitaggregate sind selten. - Smithsonit: untergeordnet zusammen mit Malachit. - Tirolit: von hier stammen für die Schweiz die schönsten Belege dieses Minerals. Radialstrahlige Aggregate bis 1 cm Durchmesser und eine Masse bildend. - Wulfenit: aus der Gegend um Filisur, hauchfein, bis 2 mm, dipyramidal, mit oder ohne Basis. |
Gebiet: | 022_GR / Wiesen, Landwassertal, Filisur (südlich), Albulatal (östliches);(Kupfererzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Bergün Filisur |
Beschreibung: | Bei Wiesen im Landwassertal und südlich Filisur auf der östlichen Seite des Albulatales wurden silberhaltige Fahlerze gewonnen, die Lager in Triaskalk bilden. Die Koordinaten zeigen auf Filisur. |
Koordinaten, ca.: | 2'771’851 / 1'171’630 |
Literatur: | - Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917 |
Mineralien: | - Fahlerz: silberhaltig. |
Gebiet: | 023_GR / Bivio (dt.), Beiva (rätorom.), Julierstrasse (dt.) (Steinbruch), Julia (rätorom.) (Steinbruch) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Bivio |
Beschreibung: | Aus einem kleinen Steinbruch an der Julierstrasse oberhalb von Bivio. |
Koordinaten, ca.: | 2'770’460 / 1'148’190 |
Literatur: | - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 257 |
Mineralien: | - Lizardit: in sehr schöner Erscheinung. |
Gebiet: | 024_GR / Bivio (dt.), Stalla, Beiva (rätorom.) (Umgebung) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Bivio |
Beschreibung: | In der Umgebung (Strassenbau) von Bivio konnte als Besonderheit Axinit als Gemengteil in kleinen Gängen gefunden werden. Abgetrennt durch einen Epidotsaum erreichen die kurzen, axinithaltigen Gänge eine Mächtigkeit von ungefähr 10 cm. Das Axinitgestein wirkt sehr dekorativ. Die Koordinaten- und Höhenangaben beziehen sich auf den Ort Bivio und nicht auf den genauen Fundpunkt. Kenngott erwähnt nur Albit. |
Koordinaten, ca.: | '769’860 / 1'148’670 |
Literatur: | - Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866; Seite 81 - Rösch, Othmar; Urner Mineralienfreund; 2001; Heft 4; Seite 23-24 |
Mineralien: | - Albit: über Bivio oder Stalla im Albulabezirk findet sich Albit auf dioritischem Gestein. - Axinit: als Gemengteil zusammen mit Epidot, Calcit und Quarz. Die einzelnen Kristalle erreichen eine Grösse bis 2 cm, sind scharfkantig und lilafarbig. Freie Kristalle sind nicht vorhanden. - Calcit: als Gemengteil. - Epidot: als Gemengteil. - Quarz: als Gemengteil. |
Gebiet: | 025_GR / Bivio (dt.), Stalla, Beiva (rätorom.), Alp Giuls Region: Bezirk Albula / Gemeinde Bivio |
Beschreibung: | Alp Giuls konnte auch auf früheren Karten nicht gefunden werden. Bivio, früher auch Stalla genannt. Die Koordinaten zeigen auf Bivio. |
Koordinaten, ca.: | 2'769’890 / 1'148’700 |
Literatur: | - Bachmann, Isidor; Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft Bern; 1873; Heft 812-827, Seite 105 - 118; Die neuern Vermehrungen der mineralogischen Sammlung des Berner Stadtmuseums |
Mineralien: | - Giulsit: in Wernerit-artiger Zusammensetzung. |
Gebiet: | 026_GR / Bivio (dt.), Stalla, Beiva (rätorom.), Bivio-Schlucht, Valetta da Beiva;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Bivio |
Beschreibung: | a) Koord. 2'769'600 /1'148’502 (Bivio-Schlucht Valetta da Beiva). b). Druckstollen, Ausgang Marmorerasee bei Meter 9207. |
Koordinaten, ca.: | 2'769’600 / 1'148’520 |
Literatur: | - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 46-47; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten Pentlandit-Vorkommen in Serpentiniten |
Mineralien: | - Magnetit: a). Magnetit umrandet in feinsten Aggregaten die Lizardit-Chrysotil-Maschen des massigen schwarzen Serpentinites. - Pentlandit: In xenomorphen Körnern bis 0.1 mm Durchmesser oder langstängeligen Prismen. b). Pentlandit ist nicht von Auge sichtbar. |
Gebiet: | 027_GR / Bivio (dt.), Stalla, Beiva (rätorom.), Cuolm, Cuolmens Region: Bezirk Albula / Gemeinde Bivio |
Beschreibung: | Südlich von Bivio gelegen. Es handelt sich hier um die Gegend des heutigen 'Cuolmens'. |
Koordinaten, ca.: | 2'769’330 / 1’14’7100 |
Literatur: | - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 25 |
Mineralien: | - Aktinolith: in Ophioliten (Grüngesteinen) in nephritischer Ausbildung. |
Gebiet: | 028_GR / Bivio (dt.), Stalla, Beiva (rätorom.), Prevostgin, Crap Fess;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Bivio |
Beschreibung: | Fährt man die alte Septimerpassstrasse von Bivio bis zum ersten Boden zu den Häusern von Prevostign (Punkt 1915) hinauf, so erblickt man zur Rechten etwa 200 m höher den Felsen Crap Fess. 150 m südlich davon liegt auf der Kote 2100 eine kleine Vererzung im Serpentinit am tektonischen Kontakt zu den tieferen Grünschiefern der Unteren Platta-Decke. Eine kleine Schutthalde sowie einige quadratmetergrosse Aushöhlungen bezeugen den Versuch eines früheren Abbaus, der wohl nur von kurzer Dauer war und wegen Unergiebigkeit auch aufgegeben wurde. Aufgrund der Kartierung dürfte sich das Vorkommen auch unter der Oberfläche kaum grossräumig ausbreiten, da die Cuolmens-Serpentinite an dieser Lokalität relativ geringmächtig sind und auch keine weitere Erzführung zeigen. Dagegen finden sich in gewisser Nachbarschaft zu der Vererzung Linsen von Diallag-Gabbros sowie von Rodingiten. Makroskopisch können einige Mineralien nachgewiesen werden. In Anschliffen fanden sich durchschnittliche Gehalte von etwa 70% Pyrit, 25% Magnetit, 3% Goethit und 2% Chalkopyrit. |
Koordinaten, ca.: | 2'769’900 / 1'146’700 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 40-41; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Aktinolith: - Antigorit: - Chalkopyrit: 2 %. - Goethit: 3 %. - Kluft-Antigorit: - Magnetit: 25 %. Die Sulfide und Magnetite werden von Aktinolith- und Kluft-Antigorit-Büscheln durchsetzt. Magnetit tritt neben den Pyriten randlich xenomorph und idiomorph auf. - Pyrit: 70%. Pyrit liegt meist in körnigen, z. T. abgerundeten Aggregaten vor, die in den Zwickeln Chalkopyrit enthalten. Häufig zeigen diese Pyrite charakteristische Goethitsäume, die wahrscheinlich sekundärer Natur sind und auf die Oberflächennähe der untersuchten Proben zurückzuführen ist. Würfel und Pentagondodekaeder können beobachtet werden. - Rodingit: |
Gebiet: | 029_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Marmorera (rätorom.), Marmels (dt.), Pardeala (südöstlich Marmorera);(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Marmorera |
Beschreibung: | Einige Meter oberhalb eines kaum noch erkennbaren Pfades ist in einer tektonisierten Zone zwischen Serpentinit und einem eingeschuppten Grünschiefer ein, wenige Millimeter breiter, vererzter Horizont aufgeschlossen. Erkennbar ist vor allem Pyrrhotin, etwas Chalkopyrit, Magnetit und Goethit. Diese sehr kleinen vererzten Horizonte wurden nicht näher untersucht. Der Serpentinit zeigt an mehreren Stellen sehr eigenartige konglomeratische Texturen. In einer feinkörnigen serpentinitischen Grundmasse liegen abgerundete Komponenten gut erhaltener Maschenserpentinite (Lizardit/Chrysotil ± Magnetit). Das gesamte Gestein wird von vielen kleinen Adern und Rissen, die mit Kluft-Antigorit ausgefüllt sind, durchsetzt. |
Koordinaten, ca.: | 2'769’580 / 1'151’700 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Brun, Eduard; Bergknappe; 1984; Heft 27, 1; Seite 7 - 11; Die Schlackenhalden des Oberhalbsteins - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 39; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Antigorit: - Chalkopyrit: - Goethit: - Kluft-Antigorit: - Magnetit: - Pyrrhotin: |
Gebiet: | 030_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Marmorera (rätorom.), Murmarera, Marmels (dt.) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Marmorera |
Beschreibung: | |
Koordinaten, ca.: | 2'769’150 / 1'152’000 |
Literatur: | - Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866 In der Gegend von Marmorera. |
Mineralien: | - Albit: in einem serpentinartigen Gestein vorkommend. |
Gebiet: | 031_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Marmorera (rätorom.), Murmarera, Marmels (dt.) (östlich), Val da Natons, Alp Sess;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Marmorera |
Beschreibung: | Die aufgeschlossene kleine Schürfstelle liegt oberhalb der Alp Sess. |
Koordinaten, ca.: | 2'771’300 / 1'152’450 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8 - 13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Brun, Eduard; Bergknappe; 1984; Heft 27, 1; Seite 7 - 11; Die Schlackenhalden des Oberhalbsteins - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 39; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Eisenerz: |
Gebiet: | 032_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Marmorera (rätorom.), Murmarera, Marmels (dt.), Marmorerasee Region: Bezirk Albula / Gemeinde Marmorera |
Beschreibung: | In den grünen bis schwarzen Serpentingesteinen. Bei dem erwähnten Stausee wird der Serpentin von einem mächtigen, hellen Gabbroband durchzogen. In der Kontaktzone sind auch die vorwiegend sehr kleinen Mineralien zu finden. Marmorera Galerie bei 768.87/153.00, feinste, grüne Diopsidaggregate als Schlieren und Adern in tektonisiertem Serpentinit. |
Koordinaten, ca.: | 2'768’500 / 1'152’500 |
Literatur: | - Gabriel, Walter; Schweizer Strahler; 1977; Seite 311-315; Mineralien aus dem Gabbro der Ophiolithzone des Oberhalbsteins |
Mineralien: | - Aktinolith: - Diopsid: - Epidot: - Grossular: - Vesuvian: |
Gebiet: | 033_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Marmorera (rätorom.), Murmarera, Marmels (dt.), Marmorerasee (Galerie) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Marmorera |
Beschreibung: | |
Koordinaten, ca.: | 2'768’870 / 1'153’000 |
Literatur: | - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Diopsid: feinste, grüne Diopsidaggregate als Schlieren und Adern in tektonisiertem Serpentinit. - Serpentinit: |
Gebiet: | 034_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Marmorera (rätorom.), Murmarera, Marmels (dt.), Marmorerasee (Ostufer);(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Marmorera |
Beschreibung: | Ein zerfallener Stollen (von max. 3m Durchmesser und wahrscheinlich 10 m Länge) findet sich unterhalb der Autostrasse auf dem Hochwasserspiegel-Niveau (1680 m), etwa 100 m nördlich der kleinen Strassenbrücke vor der neuen Ortschaft Marmorera. Der Stollen ist in einer vererzten Zone der mächtigen Mazzaspitz-Marmorera-Serpentinitmasse angelegt worden. Aus der geologischen Karte der Err-Julier-Gruppe (Westblatt) von CORNELIUS (1932) kann entnommen werden, dass dieses kleinere Vorkommen unmittelbar oberhalb des Weges liegen muss, der von der alten Ortschaft Marmorera über Gruba nach Salategnas auf die Alp Flix führte. Die vererzte Zone, die von einigen geringmächtigen Erzlagen durchzogen wird, streicht, nach dem Verlauf des verfallenen Stollens zu urteilen, etwa N 70° E und fällt nahezu senkrecht ein. Die Breite dieser Zone schwankt zwischen 3 und 4 m. Im nördlichen Teil scheint sie sich gelegentlich aufzuspalten. Die Kontakte zu den umgebenden massigen schwarzen Serpentiniten sind stark verruschelt. Die diffus schlierig vererzten Horizonte sind dagegen eher kompakt. Makroskopisch kann im Handstück Chalkopyrit, Pyrrhotin und Magnetit erkannt werden. Ilvait scheint zu fehlen. Die feinkörnige Masse zwischen den Sulfiden und dem Magnetit besteht aus teilweise mylonitisiertem Maschen-Serpentinit sowie aus den, auf Klüften auftretenden und die Erzmineralien umgebenden Aggregaten von: Diopsid, Andradit, Kluft-Antigorit und stellenweise Greenalith (nur optisch im Dünnschliff bestimmt). Als Erzmineralien liegen Magnetit (durchschnittlich 40%) gefolgt von Pyrrhotin (ungefähr 35% inklusive 7% Markasit) und Chalkopyrit (ungefähr 10%) vor. Bravoit oder Violarit kommen nur in Spuren im Pyrrhotin, Valleriit und Cubanit im Chalkopyrit vor. Wiederum enthält der meistens lamellierte Pyrrhotin Zwickelfüllungen von Chalkopyrit. Magnetit, der oft idiomorph ausgebildet ist, scheint häufig die Sulfide zu verdrängen. In einem Anschliff aus der randlichen Kontaktzone gegen den Serpentinit fanden sich Umwandlungen von Chalkopyrit in Covellin ± Chalcosin und Goethit. Diese wahrscheinlich letzten Umwandlungen gehen meist von Rissen im Chalkopyrit aus und verdrängen teilweise denselben völlig. |
Koordinaten, ca.: | 2'769’030 / 1'152’190 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8 - 13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Brun, Eduard; Bergknappe; 1984; Heft 27, 1; Seite 7 - 11; Die Schlackenhalden des Oberhalbsteins - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 38 - 39; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten - Gröbner, Joachim & Heider, Johannes; Bergknappe; 2016/2; Heft 129; Seite 16-20; Ein bemerkenswertes Erzstück vom Marmorerasee im Oberhalbstein/Graubünden |
Mineralien: | - Andradit: - Antigorit: - Bravoit: nur in Spuren im Pyrrhotin. - Chalkopyrrhotin: sicher nachgewiesen. Meist tritt er in den Pyrrhotinen (Korngrössen ebenfalls 0,05 bis 0,1 mm) auf, mit denen er aufgrund der Farbe und des Reflexionsvermögens sehr leicht verwechselt werden kann. Chalkopyrrhotin besitzt lediglich eine etwas geringere Härte und vollkommene Isotropie. - Chalkosin: als Umwandlungsprodukt von Chalkopyrit. - Covellin: als Umwandlungsprodukt von Chalkopyrit. - Cubanit: nur in Spuren im Chalkopyrit. - Diopsid: - Goethit: als Umwandlungsprodukt von Chalkopyrit. - Mackinawit: klein, für das Mineral jedoch verhältnismässig grobkörnig. - Magnesit: 40 %. - Markasit: - Pyrrhotin: 35 % inkl. 7 % Markasit. - Valleriit: Valleriit konnte in feinsten Aggregaten beobachtet werden. Die Bestimmung erfolgte bisher leider nur optisch, da sich von diesen feinsten Gemengen keine Pulverdiagramme machen liessen. Valleriit tritt meist zusammen mit feinsten Chalkopyritkörnern in den Zwickeln zwischen Pyrrhotinen auf. - Voltait: nur in Spuren im Pyrrhotin. |
Gebiet: | 035_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Marmorera (rätorom.), Murmarera, Marmels (dt.), Marmorerasee (Westufer), Cotschens I;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Marmorera |
Beschreibung: | Am nordöstlichen Ende der Vererzung befindet sich noch eine kleine Schürfstelle mit einem kurzen Stollen. Sowohl Serpentinite wie auch der vorhandene Diabasgang weisen viele Malachitanflüge auf. Die Mineralien sind meistens nur mikroskopisch und im Anschliff zu erkennen. Bei 767.85/152.06 Cotschen: Grüner, feinblättriger (in Garben und Fächern angeordneter) Kluft-Antigorit; auf Klüften mit Ilvait und Erzen. |
Koordinaten, ca.: | 2'767’200 / 1'152’100 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Brun, Eduard; Bergknappe; 1984; Heft 27, 1; Seite 7 - 11; Die Schlackenhalden des Oberhalbsteins - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 32 - 34; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Aktinolith: - Bornit: - Chalkopyrit: im Serpentinit ist Chalkopyrit meist an feine Klüfte gebunden. - Covellin: sehr unregelmässig verteilt liegen Covellinaggregate (in lockeren Netzen als Verdrängungsprodukte von Chalkopyrit) zwischen meist idiomorphen Aktinolith- und Pumpellyitkristallen. - Magnetit: - Malachit: als Anflüge. Malachit ist sehr diffus und äusserst feinkristallin verteilt. - Pumpellyit: - Pyrrhotin: liegt nur sporadisch vor. |
Gebiet: | 036_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Marmorera (rätorom.), Murmarera, Marmels (dt.), Marmorerasee (Westufer), Cotschens, Val Starschagns, Alpda Starschagns;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Marmorera |
Beschreibung: | Durchsteigt man das steile Tobel der Val Starschagns, so erreicht man bei etwa 2090 m kurz unter dem Absatz gegen die flachen Wiesen der Alp da Starschagns zwei enge, nahezu verfallene Stolleneingänge. Der obere Stollen, der schon nach wenigen Metern in massigem Serpentinit endet, wurde wahrscheinlich nur als Sondierstollen vorgetrieben. Man hoffte wohl, die vererzte Zone, welche bei Punkt 2276.1 ihre grösste Mächtigkeit erreicht, auch hier vorzufinden. Es wurde jedoch nur verruschelter, nahezu erzfreier Serpentinit angefahren. Der untere Stollen scheint dagegen einer Erzausbeutung gedient zu haben. Der Stollen gabelt sich in zwei Äste auf. Der südlichere Teil ist etwa 11 m lang, im Durchschnitt 1,8 m breit und etwa 1,5 m hoch. Der nördlichere Teil hat bei einem etwas stärkerem Einfallen von 10-15° eine Länge von etwa 15 m (wahrscheinlich nach Abzug des verschütteten hinteren Teiles sogar 20 m und mehr). Die Breite beträgt etwa 3m und die heutige Höhe über dem Schutt 1-2 m. Zwischen Sohle und First erkennt man einen 3-10 cm breiten, stark vererzten und verruschelten Horizont. Magnetit ist das überwiegende Erzmineral. Es kann in Aggregaten bis zu 10 cm mächtige Linsen und Adern in den verruschelten Horizonten bilden. Daneben haben sich häufig Anflüge von Malachit ausgeschieden, die auf gewisse Kupfergehalte (wahrscheinlich in Form von Sulfiden) hindeuten. Bei 2'767'850 / 1'152’060 Cotschen: Grüner, feinblättriger (in Garben und Fächern angeordneter) Kluft-Antigorit; auf Klüften mit Ilvait und Erzen. |
Koordinaten, ca.: | 2'767’600 / 1'152’070 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Brun, Eduard; Bergknappe; 1984/1; Heft 27; Seite 7 - 11; Die Schlackenhalden des Oberhalbsteins - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 29 - 34; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten - Dietrich, Volker; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1972; Band 52; Heft 1; Seite 57 - 74; Ilvait, Ferroantigorit und Greenalith als Begleiter oxidisch-sulfidischer Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten - Rehm, Jann; Bergknappe; 2018/1; Heft 132; Seite 3-18; Gibt das Bergwerk Cotschens sein Geheimnis preis? |
Mineralien: | - Andradit: in stark durchbewegten Partien zu finden. - Antigorit: in den durch Ilvait stark vererzten Partien treten radial-strahlig-konzentrische und büschelige Aggregate eines Serpentinminerals auf, welches röntgenographisch als ein Antigorit erkannt wurde. - Bornit: Bornit, Chalkosin und Covellin können in garbenförmigen, strahligen und büscheligen Gefügen beobachtet werden. - Chalkopyrit: 5 %. - Chalkosin: Bornit, Chalkosin und Covellin können in garbenförmigen, strahligen und büscheligen Gefügen beobachtet werden. - Covellin: Bornit, Chalkosin und Covellin können in garbenförmigen, strahligen und büscheligen Gefügen beobachtet werden. - Diopsid: Diopsid-Antigorit-Andradit-llvait-Aggregate als Kluftfüllung im vererzten Serpentinit. Die Diopside liegen als feinste Prismen im Antigorit, daneben Ilvait opak und Andradit-Ader. - Ferro-Antigorit: - Goethit: 4 %. - Greenalith: in stark durchbewegten Partien zu finden. - Ilvait: oft Lamellen aufweisend (23 %). In stark durchbewegten Partien zu finden. Häufig weisen die Ilvaite Lamellen auf, in einigen Anschliffen finden sich runde und abgerundete rhombische Querschnitte. Aufgrund der Gefüge können Verdrängungen zwischen Ilvait und Magnetit angenommen werden. Diese Mineralien begrenzen zudem die Maschen der Lizardit-Chrysotil-Aggregate. Ilvait ist in diesem Vorkommen nach Magnetit am häufigsten. - Kluft-Antigorit: in stark durchbewegten Partien zu finden. Grüner, feinblattriger (in Garben und Fachern angeordneter) Kluft-Antigorit; mit Ilvait und Sulfiden verwachsen. - Magnetit: als Hauptmineral (50 %). In stark durchbewegten Partien zu finden. Der Magnetit ist in schönen idiomorphen Rhombendodekaedern ausgebildet. Nur in der innersten Partie erkennt man eine schwach dunklere Zone, die den ursprünglichen Chromspinell erahnen lässt. Sehr eigentümlich sind die abgerundeten rhombischen Querschnitte von llvaitkristallen (dunkelgrau), die vom Magnetit umwachsen sind. Nebengestein (schwarz): Lizardit/Chrysotil-Serpentinit. - Malachit: als Anflüge. - Pyrrhotin: 2 %. - Sphalerit: 10 %. Nur mit Magnetit und Ilvait verwachsen. In stark durchbewegten Partien zu finden. Erstaunlich ist der hohe Anteil an Sphalerit, der nur mit Magnetit und Ilvait verwachsen ist. Makroskopisch ist der Sphalerit durch seine schwach bräunlichen Farbtöne vom Magnetit gut zu unterscheiden, der die unregelmässig verteilten, max. 5 mm grossen ZnS-Aggregate umgibt. Sphalerit (meist xenomorph) findet sich in der Paragenese mit Magnetit, z. T. mit Ilvait und Chalkopyrit. In seltenen Fällen bildet Sphalerit mit Magnetit konzentrisch schalige Strukturen. |
Gebiet: | 037_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Marmorera (rätorom.), Murmarera, Marmels (dt.), Marmorerasee (Westufer), Cotschens;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Marmorera |
Beschreibung: | Bei 2'767’850 / 1'152’060 Cotschen: Grüner, feinblättriger (in Garben und Fächern angeordneter) Kluft-Antigorit; auf Klüften mit Ilvait und Erzen. Bei Punkt 2276.1 erreicht die vererzte Zone, die sich vom Marmorera-Stausee über die Val Starschagns hinaufzieht, ihre grösste Mächtigkeit. Die Vererzung ist in E-W-Erstreckung auf 250 m Länge und auf etwa 100 m Breite aufgeschlossen. Die Mächtigkeiten wechseln von 20-30 m. Schon von grösserer Entfernung ist das Vorkommen durch seine rotbraune Anwitterungsfarbe zu erkennen. Vor den zwei Stolleneingängen, von denen einer heute verfallen ist, finden sich grössere Schuttanhäufungen. Im eigentlichen Sinne handelt es sich nicht um einen Stollen, sondern um einen grossen unregelmässigen Hohlraum. Das Vorkommen wird von einer Schar EW verlaufender, gegen Süden steil einfallender Diabasgänge durchsetzt. Die Lage der vererzten Horizonte dürfte etwa diesen Gängen folgen. Der feinvererzte, massige Serpentinit ist wesentlich zäher als ein normaler Serpentinit. Im Dünnschliff erkennt man jedoch stark kataklastische Gefüge, die z. T. in reine Mylonitpartien übergehen können. Das Erz ist meist an feinste Klüfte und Adern gebunden und durchzieht die häufig noch zu erkennenden Paralleltexturen der Maschenserpentinite völlig unregelmässig. Der umgebende Serpentinit besitzt meist ausgesprochene Maschenstrukturen (Lizardit/Chrysotil), teilweise aber auch fein mylonitische Strukturen. Der Mineralbestand ist sehr reichhaltig. Folgende Assoziationen wurden beobachtet: 1. Assoziation: Pyrrhotin (umgewandelt z. T. in Markasit-Pyrit), Bravoit, Pentlandit und Chalkopyrit sowie Linneit und Violarit. 2. Assoziation: Chalkopyrit, Cubanit, Valleriit und fraglicher Chalkopyrrhotin sowie Mineralien der Linneitgruppe. 3. Assoziation: Bornit mit Chalkopyrit-Entmischungen. 4. Assoziation: Magnetit, Sphalerit und Ilvait. 5. Umwandlungen von Pyrrhotin, Markasit, Pyrit und Magnetit in Goethit. Am Gesamterzgehalt nimmt der Pyrrhotin mit durchschnittlich 40%, den Hauptanteil ein, gefolgt von Ilvait (14%), Bravoit (13%), Chalkopyrit (12%), Markasit (10`%), Magnetit (3%) und Cubanit (2%). Besonders schön treten in diesem Vorkommen Verdrängungen von Kalksilikaten (insbesondere Ilvait) durch die Sulfide auf. |
Koordinaten, ca.: | 2'767’850 / 1'152’060 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 32 - 34; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Bornit: - Bravoit: 13 %. Die Farbe der untersuchten Bravoite wechselt zwischen Dunkelcreme mit Stich nach Rosa bis Braun. Sie ist den Farbtönen der Pyrrhotine eher ähnlich. Bravoit-Adern: Überwiegend Bravoit mit einseitigem Goethitrand. In der serpentinitischen Grundmasse (schwarz) liegen Ilvait und ein Chalkopyrit-Bornit-Aggregat. Ein Mikrosondenprofil über die Bravoite ergab nur Fe- und Co-Gehalte, dagegen kein Ni. Untergeordnet sind Linneit, Cubanit und Chalkopyrit enthalten. - Chalkopyrit: 12 %. - Chalkopyrrhotin: fraglich. - Chromspinell: reliktische Chromspinelle, die randlich mehr oder weniger unregelmässig durch Magnetit verdrängt wurden, sind häufig. - Covellin: die Diagnose von Covellin ist optisch eindeutig. Allerdings kann nur aufgrund der graublauen Farbtöne Covellin mit Chalkosin und sogar mit Goethit verwechselt werden. Charakteristisch für den Covellin sind der starke Reflexionspleochroismus mit verschiedenen Blautönen und die extrem starken Anisotropieeffekte mit hellorangen Farben in 45°-Stellung. - Cubanit: 2 %. - Goethit: Umwandlung von Pyrrhotin, Markasit, Pyrit, Magnetit. - Greenalith: sphärohthische Greenalithaggregate (Zentrum), die randlich von Fe-Kluftantigoriten (nach optischen Kriterien) umgeben sind. Zugehörige Mineralparagenese: Ilvait, Magnetit, Andradit, z. T. Diopsid und Ni-Fe-Cu-Sulfide. Vererzung Cotschens, Koordinaten: 2'767’140 / 1'152’070. - Idait: Idait (nach RAMDOHR, 1960 und 1969) ein noch «unbekanntes, aus Bornit entstandenes hexagonales Schichtgittermineral» mit der chemischen Formel Cu5FeS6 ist vorerst nur hier beobachtet worden. - Ilvait: 14 %. Liegt Ilvait in feinsten Stängeligen, filzigen tiefschwarzen Aggregaten in vererztem Serpentinit vor, kann man ihn makroskopisch nur sehr schwer bestimmen. Die Formenfülle der Ilvaite reicht von idiomorphen Kristallen über lamellierte, tafelige, strahlige, filzige, körnige, kugelige, linsenförmige und konzentrische Aggregate zu völlig unregelmässigen Formen. Die idiomorphen Ilvaite zeigen meist flächenarme nach [001] Stängelige Formen. Durch die zusätzlichen Prismenflächen (210) scheinen die Kopfschnitte häufig nahezu ovale Formen zu besitzen. Nach (010) dick- oder dünntafelige Kristalle können nur im mikroskopischen Bereich beobachtet werden. Der Bruch ist meist muschelig; die Farbe ist tiefschwarz mit einem Stich ins Bläuliche auf den halbmetallisch glänzenden Bruchflächen. - Linneit: - Magnetit: 3 %. - Markasit: 10 %. - Pentlandit: - Pyrit: typische Pyrit-Markasit-Gemische mit Birds-eye-Strukturen in lamellierten Pyrrhotinen. Dunkle Ränder der Pyritgemische sowie Ränder der Pyrrhotinlamellen bestehen aus Goethit; daher die vielen kleinen Ausbrüche. - Pyrrhotin: 40%. Häufig in Markasit und Pyrit umgewandelt. Pyrrhotin mit Markasit-Pyrit-Rand. - Sphalerit: - Valleriit: konnte in feinsten Aggregaten beobachtet werden. Die Bestimmung erfolgte bisher leider nur optisch, da sich von diesen feinsten Gemengen keine Pulverdiagramme machen liessen. Valleriit tritt meist zusammen mit feinsten Chalkopyritkörnern in den Zwickeln zwischen Pyrrhotinen auf. - Violarit: |
Gebiet: | 038_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Marmorera (rätorom.), Murmarera, Marmels (dt.), Marmorerasee (Westufer), Cuas, Val Starschagns;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Marmorera |
Beschreibung: | Vom Marmorerasee (1680 m ü. M) zieht sich eine Vererzung das Val Starschagns hinauf bis zum Punkt 2276.1. Hier erreicht die Vererzung mit ca. 1 Meter die grösste Mächtigkeit. Die Erzmineralparagenese ist nicht sehr reichhaltig. Die Hauptanteile an Mineralien fallen auf Magnetit und Ilvait. Die aufgeführten Mineralien sind im Anschliff zu erkennen. Vererzungen sind bei den folgenden Koordinaten anzutreffen: Cuas (Westufer Marmorerasee): 2'768’000 / 1'152’700, 1770 m ü. M, Cuas (Westufer Marmorerasee): 2'767’880 / 1'152’470, 1880 m ü. M. |
Koordinaten, ca.: | 2'768’000 / 1'152’700 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 28; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Bornit: neben körnigen und gittrigen Aggregaten konnten in stark tektonisierten Partien Bornit, Chalkosin und Covellin in garbenförmigen, strahligen und büscheligen Gefügen beobachtet werden. - Bravoit: - Chalkopyrit: - Chalkosin: neben körnigen und gittrigen Aggregaten konnten in stark tektonisierten Partien Bornit, Chalkosin und Covellin in garbenförmigen, strahligen und büscheligen Gefügen beobachtet werden. - Covellin: neben körnigen und gittrigen Aggregaten konnten in stark tektonisierten Partien Bornit, Chalkosin und Covellin in garbenförmigen, strahligen und büscheligen Gefügen beobachtet werden. Die Diagnose von Covellin ist optisch eindeutig. Allerdings kann nur aufgrund der graublauen Farbtöne Covellin mit Chalkosin und sogar mit Goethit verwechselt werden. Charakteristisch für den Covellin sind der starke Reflexionspleochroismus mit verschiedenen Blautönen und die extrem starken Anisotropieeffekte mit hellorangen Farben in 45°-Stellung. - Cubanit: - Ilvait: - Linneit: die Linneitmineralien zeigen öfters Oktaeder, treten aber auch xenomorph isoliert oder in Pyrrhotin und Chalkopyrit eingelagert auf. Häufig werden sie entweder durch Pyrrhotin oder durch Chalkopyrit verdrängt. Als Unterscheidungsmerkmale gegen den ebenfalls auftretenden Pentlandit dienten wiederum höhere Reflexionsvermögen, Farbe und völlige Isotropie. Zudem treten die Pentlandite meistens nur reliktisch im Bravoit auf. - Magnetit: - Markasit: - Pentlandit: - Pyrit: - Pyrrhotin: - Sphalerit: - Violarit: |
Gebiet: | 039_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Marmorera (rätorom.), Murmarera, Marmels (dt.), Marmorerasee (Westufer), Cuas;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Marmorera |
Beschreibung: | In der gleichen tektonischen Lage wie die abbauwürdigen Vorkommen von Gruba liegen die vererzten Horizonte von Cuas. Vom normalen Niveau des Marmorera-Stausees auf 1680 m zieht sich die vererzte Störungszone die Val Starschagns bis zum Punkt 2276.1 hinauf, wo sie die grösste Mächtigkeit erreicht. Die beiden Vorkommen stellen weit auseinandergezogene Lagen dar, die vereinzelt max. 1m Breite erreichen und darum kaum abbauwürdig erscheinen. Die Erzmineralparagenesen sind nicht sehr reichhaltig. Auf 100% Erzmineralgehalt konnten in Anschliffen nur 3-5% Pyrrhotin, 1-2% Markasit, Spuren von Pyrit, Bravoit (Violarit) und Pentlandit/Linneit sowie 1-3% Chalkopyrit (+ Cubanit, Covellin) festgestellt werden. |
Koordinaten, ca.: | 2'767’880 / 1'152’470 |
Literatur: | - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 28; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Bravoit: - Chalkopyrit: - Chalkopyrrhotin: wahrscheinliches Vorkommen. - Covellin: - Cubanit: - Ilvait: Magnetit und Ilvait sind die überwiegenden Anteile. - Magnetit: Magnetit und Ilvait sind die überwiegenden Anteile. Bemerkenswert ist das Auftreten von Magnetit mit Sphalerit. - Markasit: - Pyrit: - Pyrrhotin: - Sphalerit: - Violarit: |
Gebiet: | 040_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Marmorera (rätorom.), Murmarera, Marmels (dt.), Marmorerasee (Westufer), Val Starschagns, Alp Pra Miez, Alp Starschagns;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Marmorera |
Beschreibung: | Westlich des Fussweges, der die Alpen Pra Miez und Starschagns verbindet, findet sich auf der Kote 1970 m nördlich der Val Starschagns ein weiterer kleiner Aufschluss der am Stausee beginnenden vererzten Störungszone. Auch dieses Vorkommen ist nur auf einen Quadratmeter reichhaltiger vererzt. Es hat den Anschein, dass es sich um eine alte Schürfstelle handelt. Magnetit stellt mit max. 63% aller Erzmineralien den Hauptanteil dar, gefolgt von Chalkopyrit (20%), Goethit (5%), Pyrrhotin (3%) sowie Markasit (2%) und Sphalerit (3%). Folgende Assoziationen konnten beobachtet werden: 1. Pyrrhotin (häufig in Markasit und Pyrit umgewandelt), Bravoit-Pentlandit sowie Linneit und Violarit. 2. Chalkopyrit, Valleriit, Mineralien der Linneitgruppe und fraglicher Chalkopyrrhotin. 3. Bornit mit Chalkopyritlamellen, Covellin und Neodigenit. 4. Magnetit, Sphalerit und fraglicher Ilvait. 5. Umwandlungen von Pyrrhotin, Markasit, Pyrit und Magnetit in Goethit. |
Koordinaten, ca.: | 2'767’750 / 1'152’270 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 29; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Bornit: - Bravoit: als Bravoit-Pentlandit. - Chalkopyrit: Anteil 20 %. - Chalkopyrrhotin: fraglich. - Covellin: die Diagnose von Covellin ist optisch eindeutig. Allerdings kann nur aufgrund der graublauen Farbtöne Covellin mit Chalkosin und sogar mit Goethit verwechselt werden. Charakteristisch für den Covellin sind der starke Reflexionspleochroismus mit verschiedenen Blautönen und die extrem starken Anisotropieeffekte mit hellorangen Farben in 45°-Stellung. - Goethit: - Ilvait: fraglich. - Linneit: die Linneitmineralien zeigen öfters Oktaeder, treten aber auch xenomorph isoliert oder in Pyrrhotin und Chalkopyrit eingelagert auf. Häufig werden sie entweder durch Pyrrhotin oder durch Chalkopyrit verdrängt. Als Unterscheidungsmerkmale gegen den ebenfalls auftretenden Pentlandit dienten wiederum höhere Reflexionsvermögen, Farbe und völlige Isotropie. Zudem treten die Pentlandite meistens nur reliktisch im Bravoit auf. - Magnetit: stellt mit max. 63% aller Erzmineralien den Hauptanteil dar. - Markasit: - Neodigenit: - Pyrit: - Pyrrhotin: häufig in Markasit und Pyrit umgewandelt. - Sphalerit: - Valleriit: konnte in feinsten Aggregaten beobachtet werden. - Violarit: |
Gebiet: | 041_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Marmorera (rätorom.), Murmarera, Marmels (dt.), Marmorerasee (oberhalb Ostufer);(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Marmorera |
Beschreibung: | Es handelt sich lediglich um eine kleine Schürfstelle im Mazzaspitz-Marmorera-Serpentinit, die unmittelbar neben dem Hochspannungspfeiler auf der Kote 1810 m liegt. An der Oberfläche beträgt die vererzte Zone nicht mehr als 1 m2. Makroskopisch erkennt man in einigen, für weitere Präparationen unbrauchbaren Handstücken nur wenig Pyrrhotin und Magnetit. |
Koordinaten, ca.: | 2'769’260 / 1'152’110 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 39; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Magnetit: - Pyrrhotin: |
Gebiet: | 042_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Marmorera (rätorom.), Murmarera, Marmels (dt.), Marmorerasee (westlich), Scalotta Region: Bezirk Albula / Gemeinde Marmorera |
Beschreibung: | Chrysotilkluft im tektonisierten schwarzen Maschen-Serpentinit. Sehr oft können Diopsidaggregate in gleicher Lagerung gleichen Habitus aufweisen. |
Koordinaten, ca.: | 2'767’050 / 1'150’220 |
Literatur: | - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Chrysotil: faserige Chrysotilaggregate mit dickstängeliger Absonderung. - Diopsid: sehr oft können Diopsidaggregate in gleicher Lagerung wie beim Chrysotil, gleichen Habitus aufweisen. |
Gebiet: | 043_GR / Mulegns (rätorom.), Mühlen (dt.), Val Faller;(Asbestabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Mulegns |
Beschreibung: | In Mulegns (Mühlen) im Oberhalbstein haben die "Schweizerischen Eternitwerke A. G. Niederurnen" im Herbst 1918 kurze Zeit Asbest abgebaut. |
Koordinaten, ca.: | 2'765’720 / 1'153’670 |
Literatur: | - Fehlmann, H,: Der Schweizerische Bergbau während des Weltkrieges; 1919; Seite 230 - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 269 |
Mineralien: | - Asbest: - Nephrit: |
Gebiet: | 044_GR / Mutten, Muttner Höhi Region: Bezirk Albula / Gemeinde Mutten |
Beschreibung: | Die Koordinaten- und Höhenangaben beziehen sich auf die Muttner Höhi und nicht auf den genauen Fundpunkt. |
Koordinaten, ca.: | 2'756’100 / 1'171’820 |
Literatur: | - Peretti, Adolf; Urner Mineralienfreund; 1981; Heft 1; Seite 15-18 |
Mineralien: | - Calcit: als sogenannter Fingernagelcalcit. - Fadenquarz: teils mit verschiedenfarbigen Faden. - Goethit: braune Krusten bildend. - Muskovit: teils im Quarz eingewachsen. - Quarz: |
Gebiet: | 045_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Salouf (rätorom.), Salux (dt.), Mundaditsch, Got da Laresch;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Salouf |
Beschreibung: | Christian Gadmer erwähnte in seinen Aufzeichnungen um 1600 eine Grube bei Salouf, in der Chalkopyrit gewonnen wurde. Nun sind auf der westlichen Oberhalbsteiner Talseite in der Gemeinde Salouf keine Serpentinite aufgeschlossen. Das einzige grössere Ophiolithvorkommen von Cre digl Lai (Punkt 2066.2) südlich des Piz Toissa besteht nur aus einer grösseren Masse variolitischer Meta-Pillow-Laven. Es konnten in der Umgebung von Salouf keine grösseren Serpentinitaufschlüsse entdeckt werden, das gesamte Gebiet ist von Moränen- und Bergsturzmaterial bedeckt. Dennoch ist es möglich, dass um 1600 irgendwo vererzter, tektonisierter Serpentinit anstehend war. So fanden sich in einem neuen Anschnitt des Weges von Salouf nach Mundaditsch auf der Kote 1525 (Lokalität: Got da Laresch, Koordinaten 2'762'740 / 1'165’870) grössere Linsen und Blöcke eines stark tektonisierten Serpentinits, der stellenweise mit Chalkopyrit vererzt ist. Die Proben sind jedoch stark verwittert, so dass kaum brauchbaren Präparate hergestellt werden können. |
Koordinaten, ca.: | 2'762’740 / 1'165’870 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 23; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Chalkopyrit: |
Gebiet: | 046_GR / Savognin, Schweiningen, Piz Martegnas (südlich) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Savognin |
Beschreibung: | |
Koordinaten, ca.: | 2'759’950 / 1'160’170 |
Literatur: | |
Mineralien: | - Axinit: nur ein Fund. Der Axinit war in einem von der Verwitterung geschützten Hohlraum auf der Unterseite eines Sturzblockes, zusammen mit Calcit, gefunden worden. Die Kristalle erreichen eine Grösse bis 1 cm, sind blasslilagrau, nicht sehr glänzend, teils eingewachsen im Calcit. Nur dank der geschützten Lage ist dieses Mineral nicht wegerodiert worden. - Calcit: vorwiegend in derber Erscheinung. - Epidot: teils in bis 6-7 cm dicken Lagen, welche in der Mitte aufgerissen und mit in Calcit eingebetteten dunkelgrünen Epidotkristallen versehen sind. - Quarz: nur klein, im mm-Bereich. |
Gebiet: | 047_GR / Ferrera (rätorom.), Schmitten (dt.), Truns, Tinzen, Bellalunam, Ardon, Plons;(Eisenerzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Schmitten |
Beschreibung: | Die Eisenerze der Alpen sind von geringerer technischer Bedeutung als diejenigen des Jura. In Graubünden waren vier Hochöfen in Betrieb und zwar: Ferrera (1810-1845), Truns (1817-1842), Tinzen (1825 -1835) und Bellaluna (1832-1851). Gemeinde Filisur, Koordinaten 2'774’142 / 1'169’463. Erste Erwähnung von Erzabbau bei Bellaluna um 1568. Im Wallis brannte der Hochofen bei Ardon (1810-1857). Koordinaten: 2'585’960 / 1'117’635 Am ergiebigsten war der Hochofen von PIons, in welchem das Eisenerz des Gonzen verhüttet wurde. (1825-1868 und 1872 -1876.) Die gesamte Produktion dieser alpinen Hochöfen in der Zeit von 1810 bis 1876 beträgt 137,200 Tonnen Roheisen. Die Koordinaten zeigen auf Tinzen. |
Koordinaten, ca.: | 2'766’913 / 1'161’415 |
Literatur: | - Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917. |
Mineralien: | - Eisenerz: |
Gebiet: | 048_GR / Ferrera (rätorom.), Schmitten (dt.), Wiesen, Teiftobel, Tieftobel, Tieffen Tobel, Schmittner Ausserberg, Schmittner Schaftobel, Raclaunas, Bleiberg, Ramoz, Schmitterbleyberg, zu unser Frauwen, St. Michel, St. Lucas, St. Luzi, Erzboden, St. Peter, zu Ferdinanden, Johann Fluri, Alberten Hoffnung, St. Christiana, zur heiligen Dreifaltigkeit, St. Helena;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Schmitten |
Beschreibung: | Der alte Bergbau am Bleiberg bei Schmitten im Albulatal von Christian Brazerol, Schmitten und Hans Krähenbühl, Davos. Das alte Blei-Bergwerk liegt auf 2534 m ü. M. hoch über dem Dorf Schmitten im Albulatal am Grat zwischen dem Guggernell und dem Tiaunhorn (2705 m ü. M.). Von der Schmittner Alp, wo die, allerdings für den allgemeinen Verkehr gesperrte Fahrstrasse endet, steht nochmals ein etwa zweistündiger Aufstieg an. Der Fussweg führt zuerst durch Legföhrenbestände und dann über Alpweiden hinauf bis an den Fuss des Grates. Schon von weitem ist eine Halde in der Bergflanke zu erkennen |
Koordinaten, ca.: | 2'770’968 / 1'173’193 |
Literatur: | - Escher, Eduard; 1935; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, 18. Lieferung; Seite 51 - 56; Die Pb-Zn-Lagerstätte Bleiberg-Ramoz (Schmitten). - Escher, Eduard; 1935; Beiträge zur Geologie der Schweiz, - Krähenbühl, Hans & Brazerol, Christian; Bergknappe; 1980; Ausgabe 12; Heft 2; Seite 2 - 9; Der alte Bergbau am Bleiberg bei Schmitten im Albulatal - Rehm, Jann; Bergknappe; 2016/1; Heft 128; Seite 23-25; Am Schmittner Bleiberg |
Mineralien: | - Eisenerz: - Galenit: zusammen mit Sphalerit Hauptgemengteil der vorkommenden Erze. - Jamesonit: vereinzelt und nur in kleinen Körnchen. - Pyrit: tritt gegenüber Galenit und Sphalerit etwas zurück, kommt aber fast immer vor. - Silber: nur in Spuren im Erz vorhanden. - Sphalerit: zusammen mit Galenit Hauptgemengteil der vorkommenden Erze. |
Gebiet: | 049_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Val Nandro Region: Bezirk Albula / Gemeinde Schmitten |
Beschreibung: | |
Koordinaten, ca.: | 2'763’500 / 1'160’360 |
Literatur: | - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 262 |
Mineralien: | - Garnierit: als lokale Imprägnationen von Triasdolomit. |
Gebiet: | 050_GR / Tiefenkastel, Tiefen Kasten, Tiefencastel (dt.), Casti (rätorom.), Ferrera (rätorom.), Schmitten (dt.), Wiesen, Teiftobel, Tieftobel, Tieffen Tobel;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Schmitten |
Beschreibung: | Es handelt sich hier um die altbekannte Lagerstätte sowie um eine für kurze Zeit freigelegte Bleivererzung 50 Meter von der ersten Fundstelle entfernt. Epprecht, W.: Eisenerz; drei Stunden ob dem Dorf in einem Vorberg als schmale Spuren in einem grauen mit rotem Eisenbrand vermischten Kalkgebirge. Bei Wiesen im Landwassertal und südlich Filisur auf der östlichen Seite des Albulatales wurden silberhaltige Fahlerze gewonnen, die Lager in Triaskalk bilden. Das Gadmer'sche Grubenverzeichnis führt insgesamt drei Gruben aus dem Tieftobel auf: 1). Die Erste stellt eine sehr alte Schürfstelle dar, sie wurde auch Kupfergrube genannt. 2). Die zweite Fundstelle befindet sich wie weiter oben bereits erwähnt, ca. 50 Meter von der ersten Stelle entfernt, nur wenige Meter oberhalb der Strasse Wiesen - Schmitten. 3). Bei Strassenarbeiten wurde im Jahre 1978 ein weiterer alter, geschrämter Stollen angefahren, in dem der Galenit, sonst nur in Schmitten zu finden, in einer grösseren Masse anstand. Die Kupfer- und Bleivorkommen im Tieftobel Anlässlich des Strassenbaues im Tieftobel zwischen Wiesen und Schmitten wurden im Sommer 1978 im Laufe der Bauarbeiten an zwei Orten Stollen aus früherer Bergbauzeit angeschnitten. Dank der Aufgeschlossenheit der Organe des Tiefbauamtes Graubünden, war es in Zusammenarbeit mit den Freunden des Bergbaues in Graubünden möglich, das noch ausgezeichnet erhaltene Stollensystem teilweise durch bauliche Änderungen zu erhalten. Dadurch ist es nun möglich, die Stollen zu vermessen und wissenschaftlich auszuwerten. Im "Schweizer Strahler" Nr. 3/79 berichtet G. Rüdlinger, Chur, über Funde von Sekundärmineralien dieser Fundstellen wie folgt: "Wulfenit in kleinen braunen Doppelpyramiden, Mimetesit auf Bleiglanzstufen, Hemimorphit und rosa Smithsonit." Rüdlinger schreibt weiter: "Die als Kupfergrube beschriebene Schürfstelle ist sehr alt, dies beweist der Abbau in Schrämmarbeit. Es handelt sich höchstwahrscheinlich um eine Zn- Pb- Abbaustelle, trotz deutlichen Kupferkarbonat-Imprägnationen. Das Gestein ist ein stark zersetzter, zerrütteter und durch Hemimorphit und Smithsonit wieder verkitteter Dolomit." Aus diesen Ausführungen geht deutlich hervor, dass die Stollen zu verschiedenen Zeiten abgebaut wurden. Die im Sommer 1978 unterhalb der Strasse angefahrenen Stollen sind jedoch älteren Datums, nämlich aus der Bergbauperiode des 15. und 16. Jahrhunderts. Es handelt sich durchwegs um geschrämmte Stollen, d.h. mit Hammer und Meissel bearbeitetes Gestein. Die von Escher beschriebenen, oberhalb der Kantonsstrasse liegenden Stollen sind bereits mit Pulver gesprengt worden. Bohrlöcher sind noch vorhanden. Interessanterweise wurden bei den neuesten Sprengarbeiten auch Erzadern von feinkristallisiertem Bleiglanz angefahren, die verschiedene Sekundärmineralien in kleinen Hohlräumen enthalten. Dank des Einsatzes unseres Regionalgruppenleiters in Schmitten konnte einiges Erzmaterial zur Untersuchung gesichert werden. G. Rüdlinger schreibt im gleichen Artikel, dass in Zusammenarbeit mit Christian Brazerol (Regionalgruppenleiter in Schmitten) folgende weitere Sekundärmineralien in der Bleivererzung gefunden wurden: "In kleinen Hohlräumen winzige, zitronengelbe Schwefelkristalle, sehr schöne Anglesitkristalle mit Cerussit in Büscheln und kugeligen Aggregaten sehr feiner Nadeln. An der gleichen Fundstelle wurde in einem fast reinen Malachitaggregat radialstrahliger Tirolit gefunden". Rüdlinger schreibt dazu: "Heute ist mir klar, warum Escher keine Erzspuren feststellen konnte, handelt es sich doch um sehr kleine Schmitzen reicher Erze, die sehr versteckt zu finden sind. In den kleinen Stollen wurden die Erze damals vollständig abgebaut. Es waren mindestens neun Abbaustellen vorhanden, die jetzt teilweise durch den Strassenbau zugeschüttet sind." Im Grubenverzeichnis von Chr. Gadmer, Davoser Bergrichter 1588 - 1618, sind in diesem Gebiet folgende Stollen aufgeführt: "Im Tieffen Tobel, gar weit im Graben beim Bach unden 'St. Peter', zu äusserst im Tobel under der Strass 'zu Ferdinanden', ob der Strass auch ausser Johann 'Johann Fluri', ob den Khanlen (Kännel) herein 'Alberten Hoffnung'. Underm Weg daselbst 'St. Christiana'. In der Strass zu nechst beim Bach 'zur Hl. Dreifaltigkeit', inderhalben dem Bach ob der Strass 'St. Helena'." Diese heute zum Teil neu entdeckten alten Stollen sind in dem Verzeichnis unterhalb und oberhalb der alten Strasse, welche unter der heutigen Kantonsstrasse lag, angeführt. Dass auch in der weiteren Umgebung des Bleiberges und des Tieftobels in früheren Zeiten Erze abgebaut wurden, vernehmen wir auch aus dem Grubenverzeichnis von Christian Gadmer. Er erwähnt dort Gruben im Gerichte Belfort, nämlich in den Gemeinden Alvaneu, Brienz und Schmitten. Oberhalb Brienz waren: "St. Paulus" und "St. Maria". Ausserhalb Alvaneu-Bad beim Kalkofen war: "St. Johann". Verschiedene dieser erwähnten Gruben sind bis heute nicht wieder gefunden worden und harren noch der Entdeckung. Escher, Eduard, 1935: Dieses Vorkommen befindet sich auf der "Westseite des Tieftobels wenige Meter oberhalb der Strasse Wiesen – Schmitten. Die Vererzung besteht in einer schwachen Imprägnation der Brekzie mit Malachit und Azurit, andere Erzmineralien fehlen; in Hohlräumen treten vereinzelt kleine, kugelige, apfelgrüne Prehnitaggregate von 2-3 mm Durchmesser auf. Die beiden Oxydationserze bilden Überzüge und Auskleidungen von Hohlräumen. Der Malachit ist zuweilen rosettenartig angeordnet, während der Azurit hie und da in sehr kleinen Kriställchen als Drusenauskleidung auftritt. Wo beide Mineralien nebeneinander als Hohlraumauskleidung vorkommen, erweist sich der Azurit stets als das jüngere. Trotz der spärlichen Vererzung wurde das Vorkommen früher bergbaulich bearbeitet. Ein Stollen (20 m lang, hart oberhalb der Strasse) verfolgt von S nach N eine Rutschfläche, ohne auf Erz zu stossen; etwas weiter nördlich wurde eine Höhlung in die vererzte Brekzie eingehauen, von der aus in einem engen, gewundenen Stollen (Schrämarbeit) einige taube Rutschflächen verfolgt wurden. Nördlich dieses Schurfes und zirka 15 m höher ist das schwach vererzte Gestein durch ein weiteres Schürfloch aufgeschlossen. In einem von E nach W in das taube Gestein vorgetriebenen Stollen, der etwas nördlich des zweiterwähnten Schurfes, auf gleicher Höhe wie dieser, ansetzt, sollte der NS-streichende Lagergang, den man, der Anlage der Schürflöcher nach zu schliessen, offenbar erwartete, von der Seite herangefahren werden. Es kann sich indessen bei diesem Vorkommen niemals um einen "Gang", sondern nur um eine schwachvererzte, in NS-Richtung auf zirka 40 m Länge verfolgbare Zone handeln. Eine unbedeutende Spur von Malachitanflügen findet sich im Trochitendolomit am Fuss des östlichen Widerlagers der Strassenbrücke im Tieftobel. |
Koordinaten, ca.: | 2'772’720 / 1'174’020 |
Literatur: | - Cuchet, Stéphane & Brugger, Joël; Schweizer Strahler; 2016; Seite 20 - 27; Eine einzigartige chemische Zonierung im Zinkolivenit von Gosan, Val d'Anniviers - Epprecht, Willfried; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie - kleinere Mitteilungen Nr. 19 Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. Sonderdruck aus SMPM, Band 37; 1957; Heft 2 - Escher, Eduard; 1935; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, 18. Lieferung; Seite 60; Die Cu-Vorkommen in der Trias Mittelbündens. Tieftobel - Graeser, St. & Stalder, H.A.; Schweizer Strahler; 1974; Seite 265-277; Mineral-Neufunde aus der Schweiz und angrenzenden Gebieten - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1997/4; Heft 82; Seite 2-28; Die Sekundärmineralien der Blei-Kupfer-Vererzung im Tieftobel bei Schmitten GR - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1998/1; Heft 83; Seite 33-36; Die Sekundärmineralien der Blei-Kupfer-Vererzung im Tieftobel bei Schmitten GR - Krähenbühl, Hans; Mineralien Welt; 1999; Heft 4; Seite 32-41 - Probst, Jürg; Schweizer Strahler; 2008; Seite 27-28; Schöne Funde aus einer fast vergessenen Lagerstätte - Rüdlinger, Gottfried; Schweizer Strahler; 1979; Seite 133-140; Zink, Blei und Kupfer im Albulatal - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 39,212 Weiterführende Literatur: - Escher, E.; 1935; Erzbergbau und Lagerstätten im Schams, in Mittelbünden und im Engadin. Beitr. Geol. Schweiz, Geotech. Serie Liefer. 18, 1-93 - Streckeisen, A.; 1928; Geologie und Petrographie der Flüelagruppe. -Schweiz. Mineral. Petrogr. Mitt. 8, 87-239. |
Mineralien: | - Adamit: (Adamin). Ist gemäss Cuchet / Brugger im Tieftobel gefunden worden. - Anglesit: die Anglesitkristalle sitzen normalerweise in kleinen Gruppen eng beisammen, meistens in kleinen Drusen. Rhombisch-pyramidal, prismatisch, dipyramidal, farblos bis weiss, matt, bis 2 cm, Formen: rhombische Dipyramide, pseudo-oktaedrisch, tafelig, prismatisch. Öfters rosarot, gelb oder weiss fluoreszierend. Vermutlich stammen von diesem Fundort die grössten Anglesitkristalle der Schweiz (nur 2. Fundstelle) (Rüdlinger (1979), Schmutz et al. (1980)) - Azurit: kugelig aggregiert, schön, intensive Farbe, hoher Glanz, bis 3 mm, teilweise mit kleinen Hemimorphitaggregaten überwachsen (Escher (1935), Rüdlinger (1979)). Auch flache, radialstrahlige Aggregate auf Dolomit. - Baryt: sehr selten, zusammen mit Chrysokoll und Azurit, wasserklar, flachtafelig nach {001}, bis 5 mm. - Cerussit: 1.) Tafelig pyramidal, langprismatisch, farblos, weiss, bleifarbig, 2.) sternförmige Drillinge und Vierlinge, feinste Nadeln zu Kugeln aggregiert, bis 0.3 mm Durchmesser. Fast immer in bis zu 2 cm grossen Auslaugungshohlräumen des Galenits zu finden. Bis 6 mm, stark glänzend, auch 5 mm grosse Kniezwillinge. Gelb fluoreszierend, zusammen mit Mimetesit, Hemimorphit und Wulfenit. - Chrysokoll: - Covellin: (nur 2. Fundstelle). Noch nicht sicher bestimmt, bläulich, schillernd, massig. Nach Rüdlinger (1979) als Oxidationsprodukt neben Galenit, Pyrit und Fahlerz. - Dolomit: bis 5 mm grosse, farblose bis weisse Rhomboeder, gerne belegt mit Malachit und schwarzen, kollomorphen Mn-mineralien. - Eisenerz: - Fahlerz: derb im Dolomit und von Malachit umsäumt. Obwohl von Rüdlinger (1979) in Frage gestellt, dürfte das Vorkommen relativ sicher sein. - Galenit: derb, feinkörnig, zum Teil in kiloschweren Massen. - Goethit: - Hemimorphit: 1.) Gut kristallisiert, farblose, sehr dünne, stark aufgeblätterte Fächer, weiss, farblos, blaugrün, blau, kugelige Aggregate, bis einige mm Durchmesser 2.) recht häufig, gut kristallisiert, am Licht ausbleichend, mehrere Generationen. Das Vorkommen vom Tieftobel dürfte für die Schweiz das wichtigste Vorkommen sein. Von Escher (1935) wurde das Mineral irrtümlicherweise noch als Prehnit bestimmt. - Hydrozinkit: (evtl.). Weisse, faserige Äderchen. - Limonit: erdige Massen. - Malachit: als Anflug oder kugelige Aggregate. Gerne auf dem Dolomit aufgewachsen. Der Malachit ist zuweilen rosettenartig angeordnet. - Manganomelan: Manganomelane vom Tieftobel sind bis jetzt (1999) unspezifiziert und sitzen oft mit Malachit auf Dolomit. - Mimetesit: büschelig - kugelig aggregiert, sehr hellgelb, zitronengelb, bräunlich, winzig, nadelig evtl. erstmalig für die Schweiz (beschrieben 1974). Krähenbühl erwähnt eine Erstbeschreibung von Rüdlinger im Jahre 1979. - Olivenit: nadelig, radialstrahlig-kugelig aggregiert, bis 1 mm, auch rissfüllend (Schmutz et al., 1982). - Prehnit: in Hohlräumen treten vereinzelt kleine, kugelige, apfelgrüne Prehnitaggregate von 2-3 mm Durchmesser auf. - Pyrit: (nur 2. Fundstelle). Fein verteilt in Galenit, vereinzelt kleine Kriställchen. - Pyrolusit: - Schwefel: (nur 2. Fundstelle). Winzig, in seltenen Fällen bis 2 mm gross, flächenarm, zitronengelb, in Galenithohlräumen. Graeser et al. (1979) geben von Schmitten das Vorkommen von Schwefel an. vermutlich handelt es sich aber um den Tieftobel. - Smithsonit: farblos, weiss, gelbbraun, rosarot (Spuren von Kobalt), nierig aggregiert, aderig, begleitet von Hemimorphit und diversen anderen Mineralien (Blei- und Kupfersekundärmineralien) (Rüdlinger (1979)). Relativ häufig findet man bis 2 mm grosse Einzelkristalle in Form stark kantengerundeter Skalenoeder. - Sphalerit: ein Hinweis auf dieses Mineral lässt sich nirgendwo finden. Für die Entstehung der Sekundärmineralien Smithsonit und Hemimorphit ist aber die Anwesenheit eines zinkhaltigen Primärminerals unabdingbar (Krähenbühl (1999)). - Tetraedrit: (nur 2. Fundstelle). Fahlerz, derb, von Malachit umsäumt. - Tirolit: (nur 2. Fundstelle). Radialstrahlig, smaragdgrün, bis 10 mm Durchmesser (Rüdlinger, 1979). - Wulfenit: würfelig, stumpfe Doppelpyramiden, tonnenförmig, braun-orange bis gelblich bis fast farblos, zum Teil reichlich. |
Gebiet: | 051_GR / Julierpass (dt.), Pass dal Güglia (rätorom.), Crevasalvas, Grevasalvas, Val Grevasalvas, Forcola di Grevasalvas (nordwestlich), Blänca Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Zwischen dem Passo del Giulia und dem Gebiet von Blänca findet man metallhaltige Mineralien, wie Blei, Zink und Arsen, die nordwestlich der Forcola di Grevasalvas vorkommen. Bei einer genauen Untersuchung (1942) von Althaus und Burford des Eidg. Büros für Bergbau wurde eine sechs Meter lange Grotte und unter deponiertem Material auch ein Lärchenbrett von 60 cm Länge gefunden. Ob es sich bei diesem Fund um den Eingang eines Stollens gehandelt hatte, oder ob es ein Ergebnis der Erosion war, haben die Forscher nicht festgestellt. Herr A. Salis von Soglio nannte mir eine Höhle "al Böcc da l'aigla", nordwestlich von Blänca, unterhalb welcher die Bauern früher die Ruine eines Ofens gefunden haben sollen. Durch den Bau der neuen Strasse wurden diese Überreste jedoch zerstört. Die Vererzung im Val Grevasalvas wurde erstmals von Cornelius in der 1912 erschienenen Dissertation "Petrographische Untersuchungen in den Bergen zwischen Septimer - und Julierpass" beschrieben. Er erwähnt dort einen von Pyritkörnern reich durchsetzten Quarzit. Burford entdeckte oberhalb des Grevasalvas-Sees das Pyrit- Zinkblende - Bleiglanzvorkommen. Die Vererzung liegt in einem paläozoischen Quarzphyllit der Errdecke. Daselbst befinden sich vier Fundstellen. Fundstelle 1: Direkt rechts neben dem Pfad zur Fuorcla Grevasalvas befindet sich das ausgedehnteste Vorkommen der Vererzungszone. Es handelt sich um einen Gang, der den 50° bis 60° nach Osten einfallenden, verschuppten Quarzphyllit diskordant durchzieht und 80° nach Westen einfällt; sein Streichen beträgt 15° bis 20° über Osten. Der Gang bildet eine ungefähr 1,5 m breite Furche, die sich im Gelände morphologisch deutlich abzeichnet und sich dabei auf einer Länge von 200 m verfolgen lässt. Die Furche überwindet dabei eine Höhendifferenz von 70 m und endet direkt nördlich des Radiolarites. Unter der Bedeckung eines lockeren, stark zerfressenen Materials - die Handstücke zeigen dabei Hohlräume von vollständig herausgewitterten Pyritindividuen - folgt eine zähe, limonitische Masse mit viel Quarz. Trotz Sprengungen erreichte Burford die sulfidische Zone nicht, so dass heute nur die Verwitterungszone, der Eiserne Hut eines sulfidischen, Pyrit, Bleiglanz und wahrscheinlich Zinkblende führenden Ganges, mit vorwiegend Quarz als Gangart bekannt ist. Leider war es unmöglich aus den zu stark verwitterten Proben erfolgversprechende Schliffe herzustellen. Fundstelle 2: Es ist eine mylonitische Zone, ungefähr zwei Meter breit und acht Meter lang, die konkordant lagergangartig im Quarzphyllit liegt und gegen Nordosten einfällt. Die Zone geht oben in ein Felsband über und verschwindet unten unter dem Gehängeschutt. Die Dünnschliffe des Quarzphyllites zeigen hier einen sehr hohen Gehalt an graphitischem Pigment. 1942 wurden hier ungefähr 10 m3 Oberflächenbedeckung weggeschafft und eine stark limonitisierte, erzführende Schicht erreicht, die zur Hauptsache aus schwammähnlichen, porösen Quarzlinsen bestand. Etwas tiefer finden sich dann Bleiglanzknauer von einer Länge bis zu 12 cm. Heute (1960) sind diese Schürfstellen wieder fast vollkommen verschüttet. Die Knauer sind poröse, mit schönen Hohlräumen, die Pyritformen verraten, durchsetzte Blöcke, die viel Limonit und Bleiglanz in Nestern enthalten. Pyrit und Zinkblende sind fast vollkommen weggelaugt, da sie ja nicht so resistent wie der Bleiglanz sind. Einzelne Linsen von hohem Quarzgehalt sind unregelmässig in der Zone verteilt und gegeneinander etwas verstellt. Fundstelle 3: Es ist dies die schon weiter oben erwähnte höhlenähnliche, stark gewundene Spalte, ungefähr 6 m lang und 147° nach Nordosten verlaufend. Etwa 2 m in der Spalte liegt eine fremd anmutende Linse im Quarzphyllit, die unter einer dünnen Oxydationsschicht eine hellgraue, von vielen Pyritkörnern durchsetzte, weiche Masse enthält. Der Dünnschliff zeigt, dass es sich dabei eindeutig um den von Cornelius an der Roccabella und am Piz Nair schon kartierten Pyritquarzit handelt. Eventuell könnte die Spalte weitgehend mit diesem Pyritquarzit aufgefüllt gewesen sein, der dann zum grossen Teil aufgelöst wurde und verwitterte. Fundstelle 4: Dieses Vorkommen liegt rechts vom Vorkommen 2, wenige Meter über dem Bachbett des Ausflusses aus den beiden Seelein östlich des Piz d'Emmat Dadora. Es finden sich im Gehängeschutt auf einer Strecke von ca. 100 m scharfkantige Erzblöcke, die einen Maximaldurchmesser von 30 cm besitzen und immer von einer dünnen, intensiv gefärbten Verwitterungskruste bedeckt sind. Die Blöcke bestehen vorwiegend aus Pyrit, Zinkblende und Bleiglanz und sind die frischesten Erzstücke, die ich in der Vererzungszone fand; Anstehendes konnte nicht gefunden werden. Burford vermutete zunächst einen Gang unter dem Gehängeschutt und liess deshalb einen Schürfgraben ausheben. Er fand zahlreiche dieser Erzblöcke im obersten Teil des Grabens, nach der Tiefe zu nahm die Anzahl der Blöcke ab, so dass Burford es als wenig wahrscheinlich erachtete, auf einen Gang oder ein Lager zu stossen und die Schürfungen aufgab. Die Fundstellen 1, 2 und 4 besitzen zur Hauptsache die gleiche Mineralvergesellschaftung. Die Fundstelle 3, der Pyritquarzit, wird gesondert besprochen, da seine Ausbildung vom sonstigen Typus abweicht. In der Reihenfolge ihrer Häufigkeit kommen vor: Pyrit, Zinkblende, Bleiglanz, Fahlerz, Arsenkies, als Einschlüsse Magnetkies und Kupferkies und als Verwitterungsprodukt der sulfidischen Erze Nadeleisenerz und Covellin. |
Koordinaten, ca.: | 2'774’750 / 1'145’550 |
Literatur: | - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1980; Heft 13, 3; Seite 15-16; Metallhaltige Mineralien im Oberengadin und BergelI - Maurizio, Remo & Meisser, Nicolas; Schweizer Strahler; 1993; Heft 3; Seite 525 - 557; Neue Mineralien des Bergells (Schweiz-Italien) - Saager, R.; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1962; Band 42; Heft 2; Seite 327- 348; Die Vererzungen im Kristallin der Errdecke im Gebiet von Grevasalvas am Julierpass - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 64 |
Mineralien: | - Arsenopyrit: fand sich nur in den Schliffen der Fundstelle 4. Die Körner sind durchschnittlich etwas grösser als bei Pyrit, obwohl sie keine solche Maximalwerte erreichen. Die Kataklase ist sehr intensiv und scheint eher stärker als beim Pyrit zu sein. Die Risse werden auch hier von Gangart, Galenit und Sphalerit ausgeheilt. - Chalkopyrit: tritt häufig als kleine Tröpfchen immer im Pyrit auf mit einer Korngrösse von höchstens 0,02 mm. - Cobaltit: mikroskopische Körner, in den Serpentiniten. - Covellin: Fundstelle 4. Er kommt in vollkommen xenoblastischen Schüppchen und Büscheln, stark heterogen auf dem Nadeleisenerz liegend, vor. Die Covellinschuppen sind Verwitterungsprodukte des Fahlerzes und können mit dem Nadeleisenerz verglichen werden, das ja auch ein Verwitterungsprodukt von Pyrit und eisenreicher Zinkblende ist. - Crossit: in Schiefern, Amphiboliten und Eklogiten, blaue Amphibolvarietät. - Fahlerz: Fundstelle 4. Fahlerz kommt völlig xenomorph vor, gegenüber Bleiglanz ist in Luft nur ein kleiner Farbunterschied festzustellen, der dann in Öl ausgesprochen verstärkt wird. Die Farbe gegen Galenit ist olivgrün bis olivbraun; was auf Tetraedrit zu schliessen lässt. - Galenit: Fundstelle 1 und 4. Tritt immer xenomorph auf. Arsenkies und Pyrit werden stark durch Galenit verdrängt. - Gersdorffit: mikroskopisch, in den Serpentiniten. - Glaukophan: in Schiefern, Amphiboliten und Eklogiten, blaue Amphibolvarietät. - Limonit: Fundstelle 2 und 4 (siehe Skizze). Sphalerit und Pyrit zeigen eine starke rezente Umwandlung in Nadeleisenerz. - Magnesioriebeckit: am Kontakt zu Serpentinit, in den Alkaliamphibolitschiefern, radialstrahlig, büschelig, nadelig, dunkelblau bis dunkelgrün, Mischkristalle mit Riebeckit und Richterit. - Pumpellyit: im Meta-Gabbro. - Pyrit: Fundstelle 1,2 und 4 (siehe Skizze). Als Einschlüsse, hauptsächlich in der Zinkblende, körnig bis 0.1 mm. Selbständige Körner besitzen eine Grösse bis 4 mm. - Pyrrhotin: tritt häufig als kleine Tröpfchen immer im Pyrit auf mit einer Korngrösse von höchstens 0,02 mm. - Richterit: in der Platta-Decke, mit Stilpnomelan-Einschlüssen, im Kontakt von Kieselschiefer zu Serpentinit (Philipp, 1982, Deutsch, 1983). - Sphalerit: Fundstelle 1,2 und 4. Sie tritt in grösseren, unregelmässig begrenzten Flächen oder auch in kleinen Fetzen auf und zeigt speziell gegenüber Galenit und Fahlerz eine hypidiomorphe Ausbildung. Im Auflicht erweist sie sich als ein dunkelbrauner Sphalerit. - Stilpnomelan: als Einschlüsse im Richterit. - Tetraedrit: als Fahlerz. |
Gebiet: | 052_GR / Mulegns, Alp Flix, Flixalpe Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Ohne genauere Angaben erwähnt Kenngott Albit und Epidot von der Alp Flix. Die Koordinaten zeigen auf die Alp Flix. |
Koordinaten, ca.: | 2'769’210 / 1'155’310 |
Literatur: | - Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866; Seite 81 |
Mineralien: | - Albit: auf Klüften in Grüngestein. - Epidot: |
Gebiet: | 053_GR / Mühlen, Molins, Mulegns, Sur, Sour Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Theobald: Wenn wir bei Mühlen die Julia überschreiten, so erscheint zunächst an den nördlichen Gehängen Serpentin, der sich über die Wiesen hinabzieht und in die tiefe Schlucht eindringt, welche der Bergstrom sich in grüne Schiefer gerissen hat. Dieser fliesst eine Zeit lang zwischen Serpentinfelsen, weiter oben aber wieder in grünen Schiefern, über welche auch der Wasserfall herabkommt, den der Bach von Sur bildet. Beim Ansteigen auf den Wiesen steht spilitischer Schiefer an, auch Sur liegt noch grösstenteils auf grünem Schiefer. Östlich vom Dörfchen ist eine tiefe Talschlucht, anfangs in grünem Schiefer und Schuttboden, dann weiter oben in Serpentin. Dieser enthält dort viel Brauneisen, so wie auch etwas Kupferkies und Eisenkies. Das Brauneisen wurde ehemals ausgebeutet, muss aber wegen des beigemischten Schwefelkieses und Kupferkieses nur schlechtes Material gewesen sein. Doch ist die Grube immer noch für Mineralogen empfehlenswert, indem dort schöner Tremolit, Asbest, Amiant und verschiedene andere Mineralien vorkommen. |
Koordinaten, ca.: | 2'767’450 / 1'154’900 |
Literatur: | - Theobald, G.; Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft Graubünden; 1860-1861; Band 7; Seite 28; Cima da Flix und Piz Err mit ihrer Umgebung. |
Mineralien: | - Amiant: - Asbest: - Chalkopyrit: - Limonit: - Pyrit: - Tremolit: |
Gebiet: | 054_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Ungenaue Fundortangaben. Allgemein: Unter Ophiolithen versteht man die Trilogie von Gesteinen: Diabase (Spilite), sausuritisierte Gabbros und Serpentinite, die wahrscheinlich als basische Magmen und ultrabasische Massen längs Bruch- und Schwächezonen in den meist wenig mächtigen, zum Teil unverfestigten Sedimente eines sehr heterogenen marinen Ablagerungsraumes eindrangen. In den Ophiolithen treten 3 verschiedene Vererzungstypen auf: 1. Eisen-Kupfer-Nickel-Vererzungen (Chalkopyrit, Pyrit, Pyrrhotin, Bravoit-Pentlandit und Ilvait-Magnetit) in 'gestörten Serpentiniten'. 2. Kleinere Hämatit-, Magnetit- und Pyrit-Chalkopyrit-Vorkommen in metamorphen Vulkaniten, meist an Störungen der Gneis-Schiefer-Zwischenzonen gebunden. 3. Mangan-Vererzungen (Braunit, Psilomelan, Mangansilikate, und -karbonate) in den Radiolariten und Kieselschiefern, gebunden an Vulkanite. Zusammenstellung der Eisen-Kupfer-Nickel-Vererzungen in gestörten Serpentiniten der Platta-Decke: 1. Tgant Ladrung (südlich Tiefencastel) 2'764’550 / 1'168’270 bei Pt. 1241.9 2. Eine Grube bei Mon (Bistgat)? 2'760’250 / 1'169’000 bei Pt. 1727 3. Eine Grube bei Salouf? 2'762’740 / 1'165’870 4. Colm da Bovs (Tinzener Ochsenalp) 2'771’850 / 1'159'250, 2460-2480 m ü. M. 5. Gruba (südlich Sur) 2'769’200 / 1'153'790, 1880 m ü. M. 6. Cuas (Westufer Marmorerasee) 2'768’000 / 1'152'700, 1770 m ü. M. 7. Cuas (Westufer Marmorerasee) 2’767’880 / 1'152'470, 1880 m ü. M. 8. Val Starschagns (Westufer Marmorerasee) 2'767’750 / 1'152’27,0 1970 m ü. M. 9. Cotschens (Westufer Marmorerasee) 2'767’600 / 1'152'070, 2090 m ü. M. 10a. Cotschens (Westufer Marmorerasee) 2'767’140 / 1'152'040, 2280 m ü. M. 10b. Cotschens (Westufer Marmorerasee) 2'767’200 / 1'152’100 11. Muttans (Val da Faller) 2'765’925 / 1'152’755 2280, m ü. M. 12. Ostufer Marmorerasee (nördlich Marmorera) 2'769’030 / 1'152'190, 1680 m ü. M. 13. Oberhalb Marmorerasee (Ostufer Marmorerasee) 2'769’260 / 1'152'110, 1810 m ü. M. 14. Val da Natons (Alp Sess) (östlich Marmorera) 2'771’300 / 1'152'450, 2280 m ü. M. 15. Pardeala (südöstlich Marmorera) 2'769’580 / 1'151'700, 1830 m ü. M. 16. Crap Fess (südlich Bivio) 2'769’900 / 1'146'700, 2100 m ü. M. 17. Sur al Cant - Fuorcla 2'768’570 / 1'144'700, 2560 m ü. M. 17a. Sur al Cant - Fuorcla, südlich 2'768’460 / 1'144'680, 2600 m ü. M. 18. Curt Eta (südlich Sur al Cant) 2'768’670 / 1'144’380 bei Pt. 2510 m ü. M. 19. Alp Tgavretga (südlich Sur al Cant) 2'768’960 / 1'144'270, 2340 m ü. M. 20. Sur al Cant (nördlich Forcellina-Pass) 2’767’120 / 1'144'000, 2780 m ü. M. 21. Leg Curegia (östlich Forcellina-Pass) 2'767’540 / 1'143'575, 2600 m ü. M. 22. Lunghinpass 2'770’920 / 1'142'560, 2620 m ü. M. Details siehe bei den einzelnen Fundorten. Andrea Schaer: Im Oberhalbstein ist der urgeschichtliche Abbau von Kupfererz, das zum Typ sulfidische Erze (Chalkopyrit, CuFeS2) gehört, nachgewiesen. Es sind mindestens 24 Lagerstätten von Kupfererzen bekannt, wovon mindestens vier nicht jüngeren Bergbauepochen zugewiesen werden können: Val Starschagns, Cotschens, im Bereich der Staumauer Marmorera und im Ried südlich von Gruba. Die Kupferverhüttung ist durch 59 Fundorte von Schlacken dokumentiert. 22 Fundstellen zeigen keinen ersichtlichen Zusammenhang mit einer Schlackenschicht. 23 lieferten grössere Mengen Schlacken, so in Stierva-Tiragn. Drei Fundstellen zeigen steinerne Konstruktionen: Riom, Marmorera Pardeala, Mündung Natonsbach-Julia. Bei zehn Fundstellen wurde weiteres Material gefunden, insbesondere Tondüsenfragmente. Die Datierung kann nur über die Radiokarbondaten (C14-Datierung) erfolgen. Es liegen 12 Ergebnisse von 10 Fundstellen vor: eine Datierung der Mittel/Spätbronzezeit (14./13. Jahrhundert v. Chr.), eine der frühen Spätbronzezeit (13./12. Jahrhundert v. Chr.), drei der späten Bronzezeit (11.9. Jahrhundert v. Chr.), sechs der älteren Eisenzeit 800450 und eine der jüngeren Eisenzeit (2./1. Jahrhundert v. Chr.). Eduard Brun: Das Bergbauregal lag im Mittelalter beim Bischof von Chur, der dieses den Herren vom Marmels, die auf ihrer Felsenburg westlich des heutigen Marmorera-Staudammes residierten, verliehen hatte. Aus dem 14. Jahrhundert sind die Bergbauplätze im Val d'Err und Avagna/Colm da Bovs schriftlich belegt. Aus dem frühen 17. Jahrhundert sind 4 Gruben überliefert, von denen Kupferkiesproben genommen wurden: bei Mon, bei Savognin und zwei bei Salouf. Allerdings konnten diese Gruben noch nicht eindeutig lokalisiert werden. Auch im 18. Jahrhundert ist der Bergbau im Oberhalbstein quellenmässig bezeugt. Im 19. Jahrhundert erlebte der Bergbau in der Schweiz und auch im Oberhalbstein eine grosse Verbreitung: 1804 wurde die Bergbaugesellschaft Tiefenkastel gegründet, die aber bereits 1812 wieder liquidiert wurde. 1815 entwickelten sich bergbauliche Aktivitäten in Tinzen, im Val d'Err und Cruschetta. J. C. Dautwiz aus Stuttgart stieg 1819 erfolgreich ins Geschäft ein, bis 1826 die Firma Levrat & Cie aus Paris hier aktiv wurde. Es folgten weitere Bergwerkbetreiber bis 1847. Während der beiden Weltkriege erinnerte man sich wieder an das Manganerz im Val d'Err, an der Falotta und Parsettens. Obwohl noch grösserer Vorräte vorhanden sind, kann ein Abbau heute nicht wirtschaftlich betrieben werden. Das Gipsbergwerk bei Alvaschein wurde bis 1964 betrieben. |
Koordinaten, ca.: | 2'765’000 / 1'164’000 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Minaria Helvetica; 2001; Heft 21b; Seite 49 - 67; Der Bergbau im Oberhalbstein vom Mittelalter bis heute - Nievergelt, P.; Minaria Helvetica; 2001; Heft 21b; Seite 5 - 33; Zur Geologie im Oberhalbstein - Schaer, Andrea; Minaria Helvetica; 2001; Heft 21b; Seite 34 - 48; Der prähistorische Kupferbergbau im Oberhalbstein - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 39,115,126,136,198,423,428 - Urner Mineralienfreund; 1988; Heft 3; Seite 43 - Volker, Dietrich; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten, Beiträge zur Geologie der Schweiz, Lieferung 49 - Weibel, Max; Lapis; 1980; Heft 12; Seite 13 |
Mineralien: | - Antigorit: als gesteinsbildendes Serpentinmineral in dieser Gegend. - Chrysotil: aus dem mittleren Oberhalbstein, eine Verwachsung von Chrysotil (Klino- und Orthochrysotil) mit Lizardit (Dietrich, 1972). - Cubanit: in sulfiden Vererzungen der Serpentinite (Dietrich, 1972). - Digenit: aus den Kupfervererzungen (Dietrich, 1972). - Greenalith: in kupferführenden Serpentiniten, blätterig, kleine büschelige Aggregate, teilweise submikroskopisch, in Antigoritklüftchen. - Lizardit: - Melanit: gesteinsbildend, äusserst feinkörnig. - Nephrit: Jade, als sogenannte Nephritjade im Grüngestein (Ophiolith). - Valleriit: aus den sulfidischen Vererzungen der Serpentinite (Dietrich, 1972). - Violarit: aus sulfidischen Vererzungen der Serpentinite, als Umwandlungsprodukt von Pentlandit (Dietrich, 1972). |
Gebiet: | 055_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Leg Curegia, Forcellina-Pass (östlich);(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Östlich des kleinen Sees, 500 Meter östlich des Forcellina-Passes, liegt in den Serpentiniten ein weiteres Erzvorkommen. In unmittelbarer Nähe der Vererzung treten geringmächtige Rodingitadern sowie Ophicalcite auf. Bei 2'766'730 / 1’ 143’940, nördlich des Forcellina-Passes: Grauer, feingebänderter Serpentinit mit Maschenstruktur (Klinochrysotil, C, Magnetit). Bei 2’765.950 / 1'152’100 nördlich Forcellina-Pass: 6-layer Ortho-Chrysotil als grüne, porzellanartig dichte Kluftfüllung im schwarzen massigen Lizardit-Chrysotil-Serpentinit. Der Serpentinit gehört tektonisch zur Forcellina-Schuppe und ist zwischen zwei Grünschiefer-Komplexen eingelagert. Die wenigen Meter Serpentinit (- 20 m) sind im Bereich der erzführenden Horizonte stark verruschelt. In unmittelbarer Nähe der Vererzungen liegen wieder geringmächtige Rodingitadern sowie Ophicalcite. Der umgebende Serpentinit besteht meist aus Gitter-Antigoriten. Reliktisch ist Klinopyroxen enthalten. Als Neubildungen treten Aktinolith und Diopsid auf. Die ophicaicitischen Partien enthalten neben Serpentinitkomponenten Calcit und teilweise Ansammlungen von blauen Alkali-Amphibolen (optisch Riebeckit). In den vererzten Horizonten sind wiederum Magnetit- und Chalkopyritaggregate zu erkennen, welche meist von einem Kluft-Antigorit-Aktinolith-Kluft-Chrysotil-Gemenge umgeben sind. Hauptgemengteil ist Magnetit (ca. 75%); meist xenomorph ausgebildet und von vielen Rissen durchzogen. In Aggregaten liegen xenomorpher Chalkopyrit (ca. 25%) sowie Spuren von Pyrrhotin (Markasit) und Pyrit vor. |
Koordinaten, ca.: | 2'767’540 / 1'143’575 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8 - 13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Brun, Eduard; Bergknappe; 1984; Heft 27, 1; Seite 7 - 11; Die Schlackenhalden des Oberhalbsteins - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 45; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Aktinolith: - Calcit: - Chalkopyrit: 25% als Aggregate, meist xenomorph, randlich oft in Covellin umgewandelt. - Covellin: - Diopsid: - Ilvait: als feinste Körner. - Magnetit: 2’75% als Aggregate, meist xenomorph und mit vielen Rissen ausgebildet. - Markasit: in Spuren. - Pyrit: in Spuren. - Pyrrhotin: in Spuren. - Rodingit: |
Gebiet: | 056_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Muntognas Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | |
Koordinaten, ca.: | 2'766’500 / 1'151’910 |
Literatur: | - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 80; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Diopsid: 10-50 cm lange faserig-stängelige, gelblich-weisse, Diopsidaggregate (ähnlich wie Chrysotil) als Kluftfüllung im massigen Serpentinit. |
Gebiet: | 057_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Rona, Roffna, Rofna, Alp digl Plaz Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Auf dem Weg von Roffna zu dieser Alp liegt ein kleines Manganerzlager. Genauere Angaben fehlen. |
Koordinaten, ca.: | 2'768’750 / 1'158’300 |
Literatur: | - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 157 - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 230 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 392 |
Mineralien: | - Parsettensit: - Piemontit: in unbedeutender Menge, eingelagert in derbem Quarz, nadelig, bis 2 cm, teils auch dichte Massen, auch freistehend, büschelig aggregiert und eingewachsen in kleinen Quarzkriställchen, dann kirschrot und bis 5 mm. - Rhodonit: intensiv rosarot. - Sursassit: |
Gebiet: | 058_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Stalvader, Stalveder Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Nähere Angaben fehlen. Stalvader gibt es auf der Karte nicht. Hingegen ein Stalveder zwischen Bivio und dem Marmorera-Stausee. Ob die Mineralien von hier stammen bleibt aber offen. Koordinaten Stalveder: 2'769’340 / 1'150’100 |
Koordinaten, ca.: | 2’76’9350 / 1'150’090 |
Literatur: | - Gnos, Edwin & Armbruster, Thomas; Schweizer Strahler; 2007; Heft 1; Seite 13-21; Vesuvian |
Mineralien: | - Vesuvian: |
Gebiet: | 059_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Sur al Cant (südlich), Alp Tgavretga;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Östlich der Alp Tgavretga liegt zwischen zwei Grünschieferpaketen der Forcellina-Schuppe ein max. 10 m mächtiger Serpentinitzug, der mit 5-10° gegen Nordwesten einfällt. Die vererzte Zone im unteren Serpentinitzug weist die grössten Mächtigkeiten der südlichen Vererzungsgruppe auf. Schon von fern wird ihre Lokalität durch zwei grosse rostbraune Hangschuttkegel markiert. Das Vorkommen ist über eine Distanz von 50 m verfolgbar und wird stellenweise 3 bis 5m mächtig. Die erzführenden Horizonte liegen wiederum in einer verruschelten Zone. Zwei alte Schürfstollen (Länge etwa 3 m, Höhe 1 m und Tiefe 3 m) sind vorhanden, von denen einer ziemlich verfallen ist und evtl. tiefer in den Serpentinit hinein gereicht haben könnte. Aus der Beschreibung «Über den Bergbau in Bünden» von C. U. VON SALIS (1806) geht hervor, dass um 1800 an der Septimerstrasse von einem Herrn Commissar Brügger ein kupferkiesführendes Vorkommen ohne grossen Erfolg abgebaut wurde. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um diese Vererzung. Auch der Flurname «Plang Campfer» (deutsch: Eisen-Feld) beidseits der Septimerstrasse deutet auf einen Abbau in früherer Zeit hin. Die vererzten Partien liegen in verruschelten Serpentiniten, die aus Antigorit-Gittern und kleinen Aktinolithaggregaten bestehen. In unregelmässigen Partien sind diese Serpentinite von einer parallelen Schar millimeterbreiter Chrysotil-Klüfte durchsetzt, die bei bräunlich-gelber Anwitterung den «Tigeraugen» ähneln. Die Erzmineralien setzen sich aus Magnetit (ca. 55%), meist idiomorph ausgebildet, gefolgt von Markasit Pyrrhotin-Aggregaten, Chalkopyrit und Cubanit (ca. 12%), Ilvait (ca. 10%), Chromspinell-Magnetit-Aggregate (ca. 5%'), Goethit (ca. 3%), sowie Spuren von Linneit und Violarit, Pentlandit-Bravoit und Covellin zusammen. Markasit und Pyrit stellen eine letztere Umwandlung aus lamellierten Pyrrhotinen, Covellin-Goethit aus Chalkopyrit dar. Von der Lokalität 2'768'960 / 1'144’270 Sur al cant: grüner, massiger Serpentinit (Antigorit-Serpentinit) mit Chrysotiladern und stellenweise Erzimprägnationen. |
Koordinaten, ca.: | 2'768’960 / 1'144’270 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 43 - 44; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten - Maurizio, Remo & Meisser, Nicolas; Schweizer Strahler; 1993; Heft 3; Seite 525 - 557; Neue Mineralien des Bergells (Schweiz-Italien) |
Mineralien: | - Antigorit Serpentinit: grüner, massiger Serpentinit mit Chrysotiladern und stellenweise Erzimprägnationen. - Aktinolith: - Bravoit: Pentlandit-Bravoit Spuren. - Chalkopyrit: 12 %. - Chromspinell: Chromspinell-Magnetit-Aggregate 5%. Der Chromspinell ist ohne Übergangszone in reinen Magnetit umgewandelt, der oft in idiomorphen Kristallen (Oktaeder) vorliegt. - Chrysotil: - Covellin: Spuren. - Cubanit: 12 %. - Goethit: 3 %. - Ilvait: 10 %, sehr fein mit Magnetit, Chalkopyrit und Aktinolith verwachsen. - Linneit: Spuren. - Magnetit: 55 %, meistens idiomorph ausgebildet. - Markasit: als Markasit (10%) - Pyrrhotin: (5%)-Gemisch. Fast vollständige Markasitbildung an lamellierten Pyrrhotinen. - Pentlandit: Pentlandit-Bravoit Spuren. - Pyrit: - Pyrrhotin: - Violarit: Spuren. |
Gebiet: | 060_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Sur al Cant - Fuorcla (nördlich);(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Serpentiniten Hier in einer kompakten 50 x 100 cm grossen Masse, welche sich durch eine glatte, buckelige Oberfläche vom übrigen bröckeligen und schiefrigen Serpentinit abhebt. Im frischen Bruch ist es grau mit schwarzen Sprenkeln übersät, in denen man mit der Lupe zahlreiche kleine Sulfidkörner erkennen kann. Die Mineralien sind nur mikroskopisch erkennbar. |
Koordinaten, ca.: | 2'768’460 / 1'144’170 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 41; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner |
Mineralien: | - Chrysotil: - Magnetit: kleine Oktaeder in den Chrysotilmaschen. - Pentlandit: |
Gebiet: | 061_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Sur al Cant - Fuorcla, Curt Eta;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Etwa 70 m nordöstlich des kleinen Seeleins bei Punkt 2510 (südlich der Sur al Cant-Fuorcla) ist ein wenige Meter mächtiger, nach NE stellenweise auskeilender Serpentinit aufgeschlossen. Die vererzte Partie ist relativ klein, 1-2 m lang und 10-50 cm breit. Sie fällt mit 10 bis 20° nach Nordwesten ein. |
Koordinaten, ca.: | 2'768’670 / 1'144’380 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 42 - 43; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Aktinolith: - Andradit: - Antigorit: die serpentinitische Grundmasse besteht aus feinen Antigoritblättchen, die stellenweise Aktinolith und Andradit-Aggregate einschliessen. - Bornit: vereinzelt sind Bornitkörner zu beobachten. - Bravoit: liegt nur in Spuren vor. - Chalkopyrit: 10 %, mikroskopisch, sporadisch in Adern. - Chalkopyrrhotin: sicher nachgewiesen. Meist tritt er in den Pyrrhotinen (Korngrössen ebenfalls 0,05 bis 0,1 mm) auf, mit denen er aufgrund der Farbe und des Reflexionsvermögens sehr leicht verwechselt werden kann. - Chromspinell: verdrängt von Magnetit, sind relativ häufig. - Goethit: liegt als Umwandlungsprodukt von Pyrrhotin-Markasit und Pyrit vor. - Ilvait: 2 %. - Linneit: die Linneitmineralien zeigen öfters Oktaeder, treten aber auch xenomorph isoliert oder in Pyrrhotin und Chalkopyrit eingelagert auf. Häufig werden sie entweder durch Pyrrhotin oder durch Chalkopyrit verdrängt. Als Unterscheidungsmerkmale gegen den ebenfalls auftretenden Pentlandit dienten wiederum höhere Reflexionsvermögen, Farbe und völlige Isotropie. Zudem treten die Pentlandite meistens nur reliktisch im Bravoit auf. - Magnetit: 67%, mikroskopisch. Magnetit ist makroskopisch das überwiegende Erz. In Aggregaten kommen davon bis zu 10 cm breite Linsen vor. - Malachit: als Anflüge. - Markasit: 4 %. - Pentlandit: Liegt nur in Spuren vor.- Pyrit: 2’7 %. Pyrit tritt entweder nur mit Magnetit oder als Umwandlungsprodukt aus Pyrrhotin mit Markasit koexistierend auf. - Pyrrhotin: 3 %, mikroskopisch, sporadisch in Adern. - Violarit: liegt nur in Spuren vor. |
Gebiet: | 062_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Sur al Cant - Fuorcla;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Auf der Kote 2560 findet sich südöstlich unterhalb der Fuorcla eine vererzte Zone im Serpentinit. Sie liegt annähernd horizontal und wird max. 1-2 m mächtig. In unmittelbarer Nähe wird der Serpentinit (ein grauer, massiger Antigorit-Serpentinit, der neugebildeten Diopsid führt) von einer Anzahl, dezimeter- bis meterbreiten Rodingit-Linsen und Adern durchzogen. Makroskopisch konnten in vererzten Handstücken Spuren von Chalkopyrit und Magnetit erkannt werden. Beiderseits der Sur al Cant-Fuorcla zwei petrographische und erzmineralogische Besonderheiten zu erwähnen: A. Südlich der Fuorcla (Koord. 2'768'460 / 1'144’680 auf 2600 m ü. M.) tritt in besonders schöner Anwitterung ein monogenes Serpentinitkonglomerat auf. Abgerundete und runde, gelblich-braun gefärbte Serpentinitkomponenten liegen in einer grünen, dichten serpentinitischen Grundmasse (meist Antigorit, Chrysotil und Chlorit sowie stellenweise Brucit und Karbonat). Nahezu alle Komponenten weisen randlich gegen diese Zwischenmasse einige Millimeter breite Chloritaggregate sowie einen 1-5 mm breiten Magnetitsaum auf. Die inneren Randpartien bestehen aus einer feinen Maschenserpentingrundmasse (fraglicher Lizardit, röntgenographisch aber schon Antigorit sowie Chrysotil und Magnetit), in der 0,2 bis 2 mm grosse, z. T. zerbrochene und abgerundete, meist ovale Klinopyroxene liegen. Zudem finden sich vereinzelt kleine, abgerundete Pentlanditkörner und -aggregate (bis 0.2 mm Durchmesser) sowie fragliche, max. 0,1 mm lange Linneit-Leisten. Zahlreiche feinste, regellos verteilte Äderchen, gefüllt mit Magnetit, durchziehen sowohl die fluidal struierte Grundmasse als auch die Pyroxene. Neben diesen feinen Äderchen existieren Klüfte, in denen sehr eigentümliche konzentrische (evtl. kugelige oder säulige) Antigorit/Chrysotil-Aggregate neben Brucit und Calcit beobachtet wurden. Die Zentren der Serpentinkomponenten bestehen aus einer feinsten Grundmasse, die röntgenographisch als Antigorit diagnostiziert wurde. Einige Meter oberhalb des Serpentinkonglomerates, direkt an der Fuorcla, stehen gründlich-weiss anwitternde, im Bruch tiefschwarze Maschenserpentinite an. Die Maschenstruktur, welche normalerweise nur im mikroskopischen Bereich sichtbar wird, ist hier makroskopisch ausgeprägt, d. h. mit Maschen von 1 bis 5 cm Durchmesser. Die Adern bestehen meist aus «slip-fiber»-Chrysotil, während das Innere ein Antigoritgemenge darstellt. Zwischen diese Serpentinite und ihren konglomeratischen Partien sind Linsen und Gänge (max. 1m breit) von Granat-Vesuvian- und Granat-Vesuvian-Diopsid-Felsen (Rodingite) eingeschaltet. B. Nördlich der Fuorcla (Koord. 2'768'460 / 1'144’170) liegt in den Cuolmens-Serpentiniten eine kompakte Masse (50 x 100 m), die sich von den bröckeligen und schiefrigen Serpentiniten durch eine glatte bucklige Oberfläche abhebt. Das Gestein ist ausserordentlich zäh und felsig, beinahe als ein Hornfels zu charakterisieren. Im frischen Bruch ist es grau mit schwarzen, millimeter- bis zentimetergrossen Sprenkeln übersät, in denen man mit der Lupe zahlreiche kleine Sulfidkörner erkennen kann. Die graue Grundmasse besteht aus einem feinsten Gemisch von Diopsid und Chlorit, in der sehr erzreiche Maschenserpentinitkomponenten liegen. Die Erzmineralien bestehen vorwiegend aus Magnetit und Pentlandit. Magnetit findet sich nur in den Serpentinitkomponenten, nicht in der diopsidischen Zwischenmasse. Kleine Oktaeder liegen girlandenartig in den Chrysotilmaschen oder auf feinsten Klüften. Pentlandit ist einerseits idiomorph (Oktaeder von 0,005 mm Durchmesse) oder linsenförmig mit Korngrössen von 0,15-0,2 mm Durchmesser ausgebildet. Als Serpentinmineral wurde nur Chrysotil beobachtet. |
Koordinaten, ca.: | 2'768’570 / 1'144’700 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 41; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Antigorit: - Brucit: - Calcit: - Chalkopyrit: - Chlorit: - Chrysotil: - Diopsid: - Linneit: - Magnesit: - Magnetit: - Pentlandit: - Rodingit: |
Gebiet: | 063_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Sur al Cant Fuorcla (südlich);(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Hier tritt in besonders schöner Anwitterung ein Serpentinitkonglomerat auf. Abgerundete bis runde, gelblich-braun gefärbte Serpentinitkomponenten liegen in einer grünen, dichten serpentinitischen Grundmasse, bestehend aus Antigorit, Chrysotil, Chlorit und stellenweise Brucit und Karbonat. Fast alle Komponenten weisen randlich einige mm breite Chloritaggregate sowie einen 1-5 mm breiten Magnetitsaum auf. Die innere Partie besteht aus einem Maschenserpentinit. Weiter sind vereinzelt kleine, abgerundete Pentlanditkörner (bis 0.2 mm!) zu finden. Das Serpentinkonglomerat wird von zahlreichen Klüften durchsetzt. Einige Meter oberhalb, direkt an der Fuorcla, stehen grünlich-weiss anwitternde, im Bruch tiefschwarze Maschenserpentinite auf, deren Maschenstruktur hier makroskopisch ausgeprägt ist (sonst nur mikroskopisch), das heisst mit Maschen zwischen 1 - 5 cm. Weiter sind Linsen von Granat-Vesuvian- und Granat-Vesuvian-Diopsid-Felsen (Rodingite) vorzufinden. |
Koordinaten, ca.: | 2'768’460 / 1'144’680 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 41 - 42; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Antigorit: - Brucit: - Calcit: - Chlorit: - Chrysotil: - Magnetit: - Pentlandit: |
Gebiet: | 064_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Sur al Cant, Forcellina-Pass (nördlich);(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Dieses kleine Vorkommen liegt auf dem südöstlichsten Ausläufer des Höhenzugs Sur al Cant, ca. 330 Meter NNE des Gipfelpunktes 2847.8 auf 2780 m ü. M. Die vererzten Horizonte werden einige Dezimeter mächtig und erstrecken sich über einige Meter Länge. Es treten Partien von reinem Antigorit Serpentinit auf. Weiter eingelagert sind in der erwähnten Zone Ophicalcite, Dolomitmarmorlinsen und Rodingitadern. Bei 766.730/143.940, nördlich des Forcellina-Passes: Grauer, feingebänderter Serpentinit mit Maschenstruktur (Klinochrysotil, C, Magnetit). Bei 2'765'950 / 1'152’100 nördlich Forcellina-Pass: 6-layer Ortho-Chrysotil als grüne, porzellanartig dichte Kluftfüllung im schwarzen massigen Lizardit-Chrysotil-Serpentinit. Die Mineralien sind nur mikroskopisch und/oder im Anschliff zu erkennen. Bei 766.730/143.940, nördlich des Forcellina-Passes: Grauer, feingebänderter Serpentinit mit Maschenstruktur (Klinochrysotil, C, Magnetit). |
Koordinaten, ca.: | 2'767’120 / 1'144’000 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 44 - 45; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Aktinolith: - Antigorit: - Bornit: nur in Spuren. - Bravoit: nur in Spuren. - Chalkopyrit: nur in Spuren. Chalkopyrit ist z. T. mit Cubanit verwachsen und weist vereinzelt Bornitränder auf. - Chlorit: nur sporadisch auftretend. - Chromspinell: Chromspinell-Magnetit-Aggregate machen etwa 1 % der Gesamterzmineralmenge aus. - Chrysotil: auf Klüften. - Cubanit: nur in Spuren. - Diopsid: - Goethit: Die vererzten Horizonte fallen sowohl durch braune Goethitkrusten als auch durch grüne Malachitanflüge auf. Der Goethitanteil bei oberflächennahen Proben beträgt etwa 2%. - Greenalith: - Kluft-Antigorit: auf Klüften. - Magnetit: Magnetit kann in Aggregaten 1 bis 5 cm mächtige Linsen und Adern bilden, die randlich gegen die Serpentinite durch ein feinfilziges Gemenge von Kluft-Antigorit, Greenalith, Aktinolith und Diopsid abgegrenzt werden. Bei den Erzmineralien überwiegt Magnetit mit ca. 95% tritt teilweise in grossen Oktaedern auf, die merkwürdigerweise im Zentrum oft xenomorphe Ilvaitrelikte aufweisen. - Malachit: die vererzten Horizonte fallen sowohl durch braune Goethitkrusten als auch durch grüne Malachitanflüge auf. - Markasit: nur in Spuren. - Ortho-Chrysotil: auf Klüften. - Pentlandit: nur in Spuren. - Pyrit: nur in Spuren. - Pyrrhotin: nur in Spuren. - Rodingit: - Talk: nur sporadisch auftretend. |
Gebiet: | 065_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Sur, Gruba;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Das Vorkommen liegt ca. 1.5 km südlich von Sur in einer kleinen Waldlichtung auf 1860 m ü. M. Die Schmelzöfen befanden sich vermutlich bei Furnatsch und bei Marmorera. Das gesamte erzführende Areal dürfte ca. 150 Meter lang und ca. 30 bis 40 Meter breit sein. Die heute noch erkennbaren Stollen deuten auf einen Abbau auf zwei Sohlen hin. Der untere, vermutlich der erste Stollen, 1860 m ü. M., hat eine Breite von 2 Meter, eine Höhe von 5 Meter und eine Länge von 6-7 Meter. Ein zweiter Stollen auf dieser Sohle ist teilweise verfallen. Es scheint, dass südlich des kleinen Fussweges zur Alp Flix noch zwei bis drei weitere Stollen gelegen haben. Diese sind heute von Schutt bedeckt und völlig überwachsen. Vor dem Stolleneingang liegt eine grössere Schutthalde, an deren Fuss sich eine Deponie befindet. Ebenfalls sind Mauerüberreste einer alten Pochhütte zu sehen. Die obere Sohle liegt ca. 50-60 Meter nördlich der ersten Sohle auf der Kote 1880. 3 bis 4, zum Teil verfallene Stollen zeugen hier von einer intensiven Abbautätigkeit. Gegen Norden sind nur noch zwei unbedeutende Schürfstellen auszumachen. Die Erzmineralisation ist reichhaltig (im Anschliff und makroskopische Bestimmung). Folgende Erzmineralparagenesen wurden in Anschliffen beobachtet: 1. Assoziation: Pyrrhotin (z. T. in Markasit-Pyrit umgewandelt), Bravoit (z. T. Violarit), Pentlandit, Linneit und Chalkopyrit. 2. Assoziation: Chalkopyrit, Valleriit und fraglicher Chalkopyrrhotin. 3. Assoziation: Chalkopyrit, Covellin, Neodigenit und Chalkosin. 4. Assoziation: Magnetit, Sphalerit und Ilvait. 5. Assoziation: Umwandlungen von Pyrrhotin, Markasit, Pyrit und Ilvait in Goethit, sowie Chalkopyrit in Malachit. Betriebsart: Abbau der sulfidischen Kupfer und Eisenerze, anfänglich im Tagbau, später in mindestens 10 Stollen. Geschichte: Diese Erze durften schon in prähistorischer Zeit genutzt worden sein. Dies wird belegt durch sehr alte Halden von Plattenschlacken aus Kupferverhüttung, einer vermuteten Röststelle und einer Bronze-zeitlichen Balm, alles in unmittelbarer Nähe. Schlacken auch in Furnatsch. Der Abbau dürfte aber auch später und bis ins 19. Jh. angehalten haben. Dies ist dadurch belegt, dass meist Handabbau erfolgte und nur vereinzelt in den innersten Stollenstrecken Sprenglöcher vorhanden sind. 1827/1847: Aus dieser Zeit ist eine Abbaukonzession der Gemeinde Sur an die Firma Bauer & Co. belegt. Die Verhüttung erfolgte im Eisenwerk am Stein, Salouf. Geologie: Die Vererzung liegt in den Serpentiniten der Plattadecke. Die Erzgänge fallen mit 50-60° gegen SE ein, sie sind heute weitgehend abgebaut. Nach Dietrich beträgt ihr Gehalt 30%-40% Eisen (Magnetit) und bis 7% Cu. Bestehende Anlagen: Die Grube fällt durch ihre grossen Ausbruchhalden auf. Zu erkennen sind circa 10 Stollen auf 2 Niveaus, von denen noch 2-3 bis max. 30m Tiefe begehbar sind. Von einer Knappen- oder Poch-Hütte existieren noch Mauerreste. Lage: Gruba, zwischen Alp Flix/Salategnas und Marmorerasee. Zugänge: a). zu Fuss vom Marmorerasee, Wanderweg, ca. 45 Min b). zu Fuss ab Sur/Furnatsch, steiler unmarkierter Weg, ca. 1 Std c). mit Auto von Sur zur Alp Flix, dann zu Fuss über Tigias-Salategnas 30 Min. |
Koordinaten, ca.: | 2'769’200 / 1'153’790 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1979/4; Heft 10; Seite 4 - 8; Der Bergbau im Oberhalbstein- Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8 - 13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Brun, Eduard; Bergknappe; 1986/1; Heft 35; Seite 22 - 23; Eine Schulklasse vermisst das Stollengelände von Gruba-Sur im Oberhalbstein- Brun, Eduard; Minaria Helvetica; 1988; Heft 8b; Seite 75; Inventar: Beispiel SUR - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 26 - 28; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten - Dietrich, Volker; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1972; Band 52; Heft 1; Seite 57 - 74; Ilvait, Ferroantigorit und Greenalith als Begleiter oxidisch-sulfidischer Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 198,225 |
Mineralien: | - Andradit: als feinste weissliche Aggregate. - Antigorit: - Bravoit: im Anschliff. - Chalkopyrit: - Chalkopyrrhotin: fraglich, im Anschliff. - Chalkosin: im Anschliff. - Covellin: im Anschliff. - Diopsid: als feinste weissliche Aggregate. - Ferro-Antigorit: Mikroskopisch. - Goethit: im Anschliff. - Greenalith: in kupferführenden Serpentiniten, blättrig, kleine Büschel, in Antigoritklüftchen. Feinste, blättrige Aggregate (Zentrum) auf Klüften, randlich umgeben von fraglichen Übergangsbildungen: Fe-Kluftantigorite-Greenalithe (bisher schwer indizierbare Reflexe); umgebende Mineralparagenese: Ilvait, Magnetit und Ni-Cu-Fe-Sulfide. - Ilvait: bis 2 cm, langprismatisch, im Pyrrhotin eingewachsen, orthorhombisch und monoklin vorkommend (Dietrich, 1972). Liegt Ilvait in feinsten Stängeligen, filzigen tiefschwarzen Aggregaten in vererztem Serpentinit vor, kann man ihn makroskopisch nur sehr schwer bestimmen. Die Formenfülle der Ilvaite reicht von idiomorphen Kristallen über lamellierte, tafelige, strahlige, filzige, körnige, kugelige, linsenförmige und konzentrische Aggregate zu völlig unregelmässigen Formen. Die idiomorphen Ilvaite zeigen meist flächenarme nach [001] Stängelige Formen. Durch die zusätzlichen Prismenflächen (210) scheinen die Kopfschnitte häufig nahezu ovale Formen zu besitzen. Nach (010) dick- oder dünntafelige Kristalle können nur im mikroskopischen Bereich beobachtet werden. Der Bruch ist meist muschelig; die Farbe ist tiefschwarz mit einem Stich ins Bläuliche auf den halbmetallisch glänzenden Bruchflächen. - Magnetit: im Anschliff. - Malachit: im Anschliff. - Markasit: im Anschliff. - Neodigenit: im Anschliff. - Pentlandit: im Anschliff. - Pyrit: im Anschliff. - Pyrrhotin: bis 10 cm breite Pyrrhotin-Schlieren. Relativ reiner Pyrrhotin. - Sphalerit: im Anschliff. - Valleriit: im Anschliff. Valleriit konnte in feinsten Aggregaten beobachtet werden. Die Bestimmung erfolgte bisher leider nur optisch. - Violarit: im Anschliff. |
Gebiet: | 066_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Surses, Val d'Err, Roffna, Rofna, Rona, conters Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Parker: Ein Manganerzvorkommen zwischen dem Val d'Err und Roffna (Rona). Heim: Die Manganerze des Oberhalbstein liegen in den kieseligen roten Bündnerschiefern. Sie treten in Nestern und sich auskeilenden Linsen oder Schichten auf. Ob Rofna sind sie am bedeutendsten. Hier würde man wohl etwas über 1000 Kubikmeter gutes Manganerz gewinnen können. Die verschiedenen Fundpunkte hängen nicht zusammen. Ob Conters finden wir zwei Manganerzschichten von 5 bis 10 cm. Mächtigkeit auf circa 100 Meter in den roten Schiefern eingelagert. |
Koordinaten, ca.: | 2'769’250 / 1'160’150 |
Literatur: | - Heim, Alb.; Eclogae Geologicae Helvetiae; 1899-1900; Band 6; Heft 6; Seite 491 - 493; Die Eisenerze des Avers und die Manganerze von Oberhalbstein - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 146 etc |
Mineralien: | - Albit: nur mikroskopisch. - Baryt: in Nestern im Quarz, tafelig. - Braunit: feinkörnige Aggregate, verwachsen mit Quarz. - Mangano-Calcit: körnig, spätig, schwach rosarot, manganhaltig. - Parsettensit: ein Mangansilikat, blättrig, schwach schuppig, in Brauntönen. Parsettensit II in blassgrünem Farbton. - Piemontit: Mg-Epidot, violettrot, stängelig - nadelig. - Quarz: in schlecht ausgebildeten Kristallen.- Rhodochrosit: In sehr bescheidener Menge. - Rhodonit: Feinkörnig, rosa- bis lachsfarbig. - Sursassit: Mg-Al-Silikat, nadelig, fein, rotbraun, büschelig aggregiert. - Tinzenit: zitronengelb, orangegelb, fleischrot, tafelig oder blättrig, auch gut entwickelte Kristalle (ähnlich Axinit). Es handelt sich hier um ein Mangan-Axinit-Mineral. |
Gebiet: | 067_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Val da Faller, Crap;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Eine andere Koordinatenangabe lautet: 2'765'100 / 1'154’790 In der kleinen Furka liegen zwischen feinkörnigen Epidot-Chlorit-Albit-Schiefern (ausgeplättete Meta-Pillow-Laven) kleinere Linsen von sandigen Kalkschiefern und eine 2-3 m mächtige gelbbraune Bank, die grasgrüne Partien aufweist. Es handelt sich um einen spätigen Dolomit, der von vielen quarzitischen Lagen durchzogen wird. Zudem ist brauner Siderit und ein grasgrüner Ni-haltiger Klinochlor (Bestimmung durch Röntgenaufnahmen) enthalten. Im Dünnschliff wurde ein feinstes mosaikartiges Quarzgefüge beobachtet, das sich mit Karbonataggregaten verzahnt. Randlich an den Karbonaten (meist Dolomit) finden sich flaserige Chloritpartien. Weitere Ni-Vorkommen, die mit Serpentiniten in Verbindung stehen, sind uns durch FEHLMANN (1919) vom Piz Martegnas (Val Nandrô im Oberhalbstein) und aus der Clemgiaschlucht (südlich Schuls im Unterengadin) näher bekannt geworden. |
Koordinaten, ca.: | 2'765’340 / 1'154’560 |
Literatur: | - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 47 - 48; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Chlorit: faserig. - Dolomit-Gestein: - Klinochlor: nickelhaltig. - Siderit: braun. |
Gebiet: | 068_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Val da Faller, Murter;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Auf ca. 2400 m ü. M befindet sich eine kleine Nickelvererzung als Imprägnation im Dolomitboudin. Die Nickelimprägnation liegt in: 1. Bändern des gelben und zum Teil spätigen Dolomitmarmors, 2. körnigen, zum Teil quarzistischen, gestreiften Dolomitlagen, 3. dünnschiefrigen, gebänderten Kalkschiefern mit dolomitischen Zwischenlagen. Eine Lokalität "Murter" konnte auf der Karte nicht gefunden werden, hingegen eine Lokalität "Muttans", wo auf 2400 m ü. M. eine Dolomitzone liegt. |
Koordinaten, ca.: | '766’030 / 1'153’940 |
Literatur: | - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Nickelerz: |
Gebiet: | 069_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Val da Faller, Muttans;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Die vererzte Zone, die sich im Serpentinit vom Marmorerasee nach Cotschens mit Unterbrechungen erstreckt und dort die grösste Mächtigkeit (jedenfalls an der Oberfläche) erreicht, findet ihren Abschluss in einem kleinen Vorkommen am nordwestlichen Abhang (Kote 2340 m) gegen die Val da Faller. In einem zerklüfteten Grat ist ein sehr schönes Profil durch die Marmorera-Mazzaspitz-Serpentinite aufgeschlossen. Es beginnt bei 2120 m in der Val da Faller und endet auf dem Plateau von Muttans bei 2440 m. Der vererzte Horizont liegt in einer Zone stark verschieferter, gelblich-grün anwitternder Serpentinite. In näherer Umgebung zu den vererzten Partien liegen einige Meter mächtige Boudins von sehr massivem schwarzem Serpentinit sowie hell gelblich-graue Diabase und deren Umwandlungsprodukte (Granat-, Vesuvian- und Pumpellyit-Felse). Im frischen Bruch ist der vererzte Serpentinit tiefschwarz und unterscheidet sich kaum von den umgebenden Gesteinen. Mit blossem Auge können in der serpentinitischen Grundmasse (eindeutige Maschenstruktur, Paragenese: Lizardit > Chrysotil) feinste Sulfidaggregate beobachtet werden. Im Gegensatz zu den anderen Vererzungen liegen die Sulfide nicht auf feinsten Klüften oder in Schlieren zwischen z. T. mylonitisierten Maschenserpentinaggregaten, sondern vollständig regellos in der Grundmasse verteilt. Verruschelte, mit Erz und Kluft-Antigorit (bis Greenalith) verheilte Klüfte treten nicht auf. Es liegen nur einige Antigorit-Klüfte vor. Es treten prismatische Sulfidaggregate auf, die z. T. nadelig gekreuzt oder büschelig miteinander verwachsen sind. Die Sulfide sind weder mit den Magnetitkörnern verwachsen noch zwischen den Rissen der Chromit-Magnetit-Aggregate eingelagert. Die auftretenden Chromit- und Ilmenit-Aggregate sind ebenfalls durch Chrysotilmaschen abgeschnitten. Die umgebenden, erzfreien Serpentinite weisen neben den typischen Chromspinell-Magnetit-Aggregaten sporadisch Pentlandit und fragliche Mineralien der Linneitgruppe auf. Vereinzelt treten eher unregelmässige, skelettartige Sulfidaggregate (Pentlandit, Millerit, Linneit und Magnetit) auf, welche durch Chrysotil und Magnetit abgeschnitten sind. |
Koordinaten, ca.: | 2'765’920 / 1'152’750 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 34 - 36; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Awaruit: kann in sehr kleinen Körnern vorkommen. Eine genaue Diagnose ist jedoch aufgrund der Korngrösse schwierig. - Bravoit: - Chalkopyrit: beachtenswert ist, dass in diesen Serpentiniten Chalkopyrit nur in Spuren vorhanden ist. - Chalkopyrrhotin: wahrscheinliches Vorkommen. - Chromspinell: Chromspinell-Magnetit ca. 40%. - Chrysotil: - Heazlewoodit: kann in sehr kleinen Körnern vorkommen. Eine genaue Diagnose ist jedoch aufgrund der Korngrösse schwierig. - Ilmenit: als Besonderheit kommen lappige Ilmenit-Relikte vor, die in ihren zerbrochenen und unregelmässigen Formen den Chromspinellen gleichen. Die grau-rötlichbraunen Farbtöne, Anisotropie und Reflexionsvermögen (16-19%), lassen eine sichere Ilmenit-Diagnose zu. Ilmenit wurde sicher nur in den Erzvorkommen Muttans und Lunghinpass bestimmt. Ilmenit-Relikt (dunkelgrau, Ilm) neben Sulfid-Relikten (Pyrit, Millerit, Pyrrhotin weiss) in schwarzer serpentinitischer Grundnasse. - Kluft-Antigorit: - Linneit: - Magnetit: feinverteilter Magnetit liegt in den Chrysotiladern. - Millerit: Millerit + Pentlandit ca. 20%. Das Mineral Millerit mit der Idealformel NiS wurde nur im Vorkommen Muttans gefunden. Hier ist es mit Pyrrhotin, Pentlandit, Mineralien der Linneitgruppe, Ilmenit und Magnetit vergesellschaftet. Chalkopyrit tritt eher selten auf. Millerit wurde vor allem optisch bestimmt. Typisch ist die nadelige Ausbildung des Millerits mit teilweiser Spaltbarkeit. Eine gewisse Verwechslungsmöglichkeit besteht mit Heazlewoodit der in Farbe und Reflexionsvermögen sehr ähnlich ist. Heazlewoodit kann teilweise von Millerit verdrängt werden. Die Grundmasse (schwarz) besteht aus Lizardit/Chrysotil-Maschenserpentinit. - Pentlandit: die Pentlanditaggregate sind 0,1 bis max. 0,3 mm gross. - Pyrrhotin: Pyrrhotin ist sehr selten. |
Gebiet: | 070_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Val da Faller, Sblocs Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | In verschiefertem Serpentinit (Lizardit > Chrysotil) finden sich neben Magnetit und feinen Calcitadern 0,1-0,2 mm grosse Pyritwürfel (vom Auge sichtbar). |
Koordinaten, ca.: | 2'766’770 / 1'155’400 |
Literatur: | - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 47; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Calcit: in feinen Adern. - Magnetit: - Pyrit: kleine Würfel bis 0.2 mm. |
Gebiet: | 071_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Val da Faller, Sblocs;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Am westlichen Serpentinkontakt zu den liegenden ausgequetschten schwarzen Phylliten der Val Gronda-Serie ist eine mehrere Meter mächtige Linse eines zelligen Dolomites aufgeschlossen. Der Dolomit wittert schokoladebraun an. Im frischen Bruch sind viele bis millimetergrosse Pyritwürfel sowie Chromspinellrelikte zu erkennen. Die Chromspinelle weisen im Gegensatz zu denen innerhalb der Serpentinite keinen Magnetitrand auf. Sie liegen völlig isoliert im homogenen körnigen Dolomitmarmor. Feinste randliche Chloritaggregate treten selten auf. Als Besonderheit finden sich xenomorphe Quarzkörner neben feinsten hellgrünlichen Chloritaggregaten (evtl. Greenalith oder sogar Chamosit) |
Koordinaten, ca.: | 2'765’570 / 1'155’430 |
Literatur: | - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 47; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Chamosit: (eventuell). - Chlorit: hellgrün. - Chlorit: - Chromspinell: - Greenalith: (eventuell). - Pyrit: klein, würfelig, auf frischen Bruchflächen. - Quarz: xenomorphe Quarzkörner. |
Gebiet: | 072_GR / Surses, Piz Bleis Martscha (Südgrat) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Am Südgrat des Piz Bleis Martscha, innerhalb des Julier- oder Albulagranites, tritt ein lokal eng begrenztes Vorkommen eines Gesteins, dessen dunkle und helle Gemengteile derart verteilt ist, dass man versucht ist, von einem Orbiculit zu sprechen. Im normalen, grünlichen Albula-Granit sind die Gemengteile nach der Art der Granite verteilt. Eine Paralleltextur lässt sich nur undeutlich erkennen. Bei dem Gestein von P. Bleis Martscha treten neben unregelmässig geformten Partien heller Gemengteile mehr oder weniger rundliche, meist ovale Anhäufungen von Biotit auf, die fast immer aus dem Gestein wie ,,Polsternägel" hervortreten. 1. Im Zentrum wiegt grünlicher Feldspat vor, Quarz tritt makroskopisch nicht in Erscheinung. Biotit ist regellos verteilt. Gegen den Rand hin wird Biotit häufiger und zum Teil sind die Blättchen parallel der ovalen Oberfläche angeordnet. Auf einzelnen Querschnitten lassen sich auch mehrere undeutlich ausgeprägte Ringe von vorwiegend hellen und vorwiegend dunklen Gemengteilen erkennen. Der Aussenrand dieser Knollen ist nicht scharf, Biotit und Feldspat bilden entsprechend ihrer Korngrösse einen zackigen Saum. 2. In andern Knollen ist allgemein ein feineres Korn und starke Häufung von Biotit festzustellen, ohne dass aber die Gemengteile eine bestimmte räumliche Lage einnehmen würden. Am Aussenrand tritt Biotit dann plötzlich sehr stark zurück, und es entstehen dadurch mehr oder weniger runde bis ovale biotit- und feldspatreiche Gesteinspartien in einer biotitarmen, quarzreichen Grundmasse. 3. Manchmal beanspruchen die Feldspatkristalle in den Knollen einen verhältnismässig grossen Raum. Der Biotit umhüllt dann die Feldspäte und ist dann auch in einiger Entfernung von ihnen noch ziemlich gut parallel ihrer Oberfläche angeordnet. Nach aussen zu zeigt sich eine starke Anreicherung von Biotit, dessen räumliche Anordnung aber nicht im Zusammenhang mit den gut ausgeprägten kugeligen Formen steht. 4. Im Anschliff findet man neben ausgesprochen kugeligen Gebilden manchmal auch mehr tafelige Formen. Hier handelt es sich um grosse Feldspäte, die in vereinzelten Fetzen im Innern, vor allem aber an ihrem Rande, einem dichten Saum von Biotit enthalten. Nach den mikroskopischen Beobachtungen dürfen die „Knollen" als Quarzdiorit angesprochen werden. Da aber das unmittelbare Nebengestein dieses „Knollens" besonders quarzreich ist, dürfte als Ganzes genommen doch chemisch ein Gestein resultieren, das dem normalen Albula-Granit entspricht. J. J. Sederholm erwähnt alle diese Beobachtungen auch von Gesteinen Fennoskandiens, und er kommt zum Schluss, dass die „Knollen" wahrscheinlich aus einem ziemlich viskosen Magma durch fraktionierte Kristallisation entstanden seien. Die Beobachtungen an den Gesteinen des Piz Bleis Martscha lassen diese Erklärung auch dort zu. Stellt man sich vor, dass in einer nicht sehr dünnflüssigen Schmelze an mehreren Stellen Plagioklas und Biotit gleichzeitig ausgeschieden werden, so können die Biotite zum Teil vom Plagioklas weggeschoben, zum Teil eingeschlossen werden. Diese Kristallisation erfolgt an mehreren Stellen. An jeder Stelle werden für die Bildung von Plagioklas und Biotit die Moleküle aufgebraucht, neues Material diffundiert infolge der Viskosität nur langsam zu; die Kristallisation dieser Mineralien findet also aus Materialmangel ihren Abschluss. Es bleibt nur noch zu erklären, warum es in einem Magma, das sonst durchwegs als normaler Granit auskristallisiert, lokal zur Bildung von kugeligem Granit kommt. Ich glaube, es dürfte dies durch die Annahme lokaler Unregelmässigkeiten in der Zusammensetzung (Gasgehalt) und der Temperatur innerhalb eines Magmas möglich sein. Es wäre auch denkbar, dass solche von der Regel abweichende Verhältnisse durch äussere Einflüsse, z. B. Kontaktnähe, Einschmelzung von Dachpartien etc. entstehen. Aus der heutigen Lagerung des Granites lassen sich aber keine Anhaltspunkte für eine solche Erklärung finden. |
Koordinaten, ca.: | 2'774’750 / 1'160’100 |
Literatur: | - Winterhalter, R.U.; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1944; Band 24; Heft 1-2; Seite 19-24; Orbiculit vom Piz Bleis Martscha, Err-Decke |
Mineralien: | - Orbiculit: |
Gebiet: | 073_GR / Surses, Septimerpass, Passo del Settimo, Casaccia, Lunghin, Lunghegn, Plang Campfer Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Der Name Plan Campfer könnte mit Eisenvorkommen in Verbindung stehen. Lechner (1865) erwähnt diese Gegend reich an Eisen und eisenhaltigem Wasser. Cornelius (1913) nennt mangan- und chromhaltige Mineralien zwischen dem Passo del Giulia und dem Passo del Settimo. Beim Bau der militärischen Festungen auf dem Settimo stiess man auf grosse Pyritschichten. Vor ca. 85 Jahren glaubten die Geologen am Lunghin das kostbare "Jadeit" gefunden zu haben. Man plante bereits einen grossen Abbau, als genauere Untersuchungen ergaben, dass es sich nur um einen schönen Fels aus grünem "Vesuvianit" handelte. Auch Giovanni Stampa aus Borgonovo interessierte sich für das Gestein am Lunghin. Er nahm mit einem Professor aus Lipsia Kontakt auf. Gleichzeitig schloss er im Jahre 1887 mit der Gemeinde Casaccia einen Vertrag auf 99 Jahre ab. Herr Stampa vermutete Metallvorkommen in diesem Gebiet. Da eine Ausbeutung im Interesse der Gemeinde stand, wurde die Bewilligung erteilt. Doch durfte der Wald nicht gerodet werden, um den Lawinenschutz nicht zu zerstören. Durch die schönen Steine von Lunghin irregeführt, war G. Stampa bald gezwungen, dieses gewagte Unternehmen aufzugeben. In der Serpentinit-Schuppenzone, welche die Gipfelpartie des Piz dal Sasc und des Piz Lunghin aufbaut, liegen neben Ophicalcitlinsen, Alkalihornblende-Stilpnomelanschiefern und Rodingiten lokale Erzanreicherungen vor. Besonders entwickelt sind sie in der Fortsetzung eines boudinierten Rodingitzuges, 150 m südwestlich des Lunghinpasses. Die vererzten Partien werden sowohl durch braune Goethitkrusten, als auch durch Malachitanflüge gekennzeichnet. Es können drei Erztypen festgestellt werden. Erzproben mit überwiegend Magnetit, mit Anreicherungen von Chalkopyrit, Bornit und Chalkosin. Gemischtes Erz aus Magnetit und fein verteilten Sulfiden mit Chalkopyritadern. |
Koordinaten, ca.: | 2'770’290 / 1'145’000 |
Literatur: | - Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866; Seite 396 - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1980; Heft 13, 3; Seite 15, Metallhaltige Mineralien im Oberengadin und Bergell |
Mineralien: | - Bornit: - Chalkopyrit: - Chalkosin: - Goethit: - Magnetit: - Malachit: |
Gebiet: | 074_GR / Val Nandro (Westabhang), Crap Farrèras, Martegnas, Murter;(Nickelerzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Surses |
Beschreibung: | Etwa 5 km südwestlich Savognin wurde am Westabhang des Val Nandro, zwischen den Punkten Crap Farrèras (Pt. 2229) und Martegnas (Pt. 2674,8), ein Vorkommen von Nickelhydrosilikat entdeckt. Der Fundpunkt befindet sich ca. 250 m SSW Pt. 2363 Murter auf ca. 2400 m ü. M. (Siegfriedblatt 426). Das Vorkommen ist mit demjenigen der Clemgiaschlucht nach Aussehen und Gangart identisch. Das Erz zeigt sich als Imprägnation von Nickelhydrosilikat in der Trias. Die Trias streicht zwischen Martegnas und Crap Farrèras NNE, fast 10° ESE und bildet einen 5-10 m mächtigen Schichtkomplex. Sie besteht aus gelbem, körnigem Dolomit, der zum Teil grossbankig, zum Teil schiefrig ist. Bunte Schiefer bilden das Liegende des Kalkes und sind in dünnen Schichten demselben eingelagert. Das Hangende der Trias wird aus Bündnerschiefer gebildet, das Liegende ist durch Schutt verdeckt. Die Nickelerzimprägnationen finden sich: 1). in den Bänken des gelben, spätigen oder körnigen Dolomites; 2). in körnigen, zum Teil quarzitischen, gestreiften Dolomitlagen; 3). in dünnschiefrigen, gestreiften Kalkschiefern und dolomitischen Schichten. Nach dem Augenschein ist das Erz in der ersten Gesteinsvarietät am schönsten ausgebildet und am meisten angereichert. Die Mächtigkeit der sehr ungleich imprägnierten Schichten beträgt zusammen 5-10 m. Nach den Proben ist das Nickelerz und das Nebengestein von Nandro genau übereinstimmend mit denjenigen der Umgebung von Tarasp (Clemgiaschlucht, St. Jon, Schlosshügel von Tarasp). Während aber in der Clemgiaschlucht das Erz in einem Magnesit auftritt, der als hydrothermales Ganggestein den Serpentin durchsetzt, findet sich im Val Nandro das Nickelhydrosilikat anscheinend als Imprägnation in einem sedimentären, triadischen Dolomit, der allerdings mit Serpentinen in nahem Kontakt steht. Die Versuche mit dem Erz der Clemgiaschlucht zeigen, dass auch dem Vorkommen des Val Nandro keine technische Bedeutung beigemessen werden kann. Tarnuzzer: Als ich im Sommer 1918 das Serpentin- und Grünschiefergebiet über den Maiensässen Radons in der Val Nandrô südwestlich von Savognin beging, entdeckte ich in Dolomit und Kalkschiefern der Trias zwischen Crap Farreras (2229 m) und den Martegnas (Las Martegnas, 2674 m) Imprägnationen einer Nickelhydrosilikat-Verbindung, wie sie im Magnesit und Dolomitmarmor der Clemgiaschlucht und bei S. Jon gegenüber Schuls, sowie am Schlosshügel von Tarasp auftritt. Was nun das Mineral, die bisher noch, nicht näher bestimmte Nickelhydrosiilikat-Verbindung, anlangt, so ist zu bemerken, dass es anscheinend mit dem Vorkommnis in den Clemgiaschluchten bei Schuls genau übereinstimmt und sich den besten Proben desselben anreiht. Dort findet es sich in einem Infiltrationsgang von gelbem Magnesit und Dolomitmarmor im Serpentin, zwischen den Martegnas und dem Crap Farreras in einem sedimentären triadischen Dolomit, der freilich in nahem Kontakt mit Serpentin zu stehen scheint. Die sichtbare Mächtigkeit der sehr ungleich imprägnierten Schichten beträgt zusammen 5-8-10 m. Es ist durchaus zu erwarten, dass das Dolomitband ostwärts nach 100 m noch nicht auskeilt, sondern unter dem Rasen seine Fortsetzung findet. Das Erz findet sich imprägniert: 1. In Bänken des gelben spätigen oder körnigen Dolomits. 2. In körnigem, z. T. quarzitischem, gestreiftem Dolomit. 3. In dünnschieferigen, gestreiften Kalkschiefern und dolomitischen Schichten. Nach dem Augenschein ist das Mineral in Nr. 1 am schönsten ausgebildet und am meisten angereichert. |
Koordinaten, ca.: | 2'759’950 / 1'161’040 |
Literatur: | - Fehlmann, H,: Der Schweizerische Bergbau während des Weltkrieges; 1919; Seite 288-289, - Stäbler, Hans; Bergknappe; 2015; Heft 126/127; Seite 71-101; Historischer Bergbau im Hinterrhein - Tarnuzzer, Chr.; Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft Graubünden; 1918-1919, Band 59; Seite 66 68; Nickelhydrosilikat im Triasdolomit von Val Nandrò, Oberhalbstein. |
Mineralien: | - Nickelerz: - Nickelhydrosilikat: |
Gebiet: | 075_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Colm da Bovs, Tinzener Ochsenalp, Colm da Bovs, Fontana Demede, Demat;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Tinizong |
Beschreibung: | Wenn man zur Tinzener Ochsenalp auf einem bequemen und zudem an landschaftlichen Schönheiten überreichen Weg gelangen will, folgt man von Tinzen im Oberhalbstein aus dem Strässchen, das nach der Alp d'Err führt. Von hier aus wendet man sich dem zwischen Carungas und Castellins durchführenden Furtschellaspass zu, kommt zuerst bei den noch im letzten Jahrhundert ausgebeuteten Mangans lagern (Pyrolusit und Psilomelan) von Parsettens vorbei und erreicht nach kurzem Aufstieg die Passhöhe, die in den oberen, südöstlichen Teil des Tales der Tinzner Ochsenalp hinüberführt. Serpentin, graue und grüne Schiefer sind hier das vorherrschende Gestein. Das Vorkommen der Ochsenalp (Colm da Bovs) liegt im hintersten Teil eines südlichen Seitentals des Val d'Err. Historische Dokumente aus dem Jahre 1338 weisen auf eine frühe Bergbauaktivität in dieser Region hin. Unter anderem wird dabei erwähnt, dass beim Brunnen 'Fontana Demede' (heute Demat), am Talausgang, ein Schmelzofen errichtet wurde. Die Vererzung, welche schon von weitem wegen seiner charakteristischen Anwitterungsfarbe zu sehen ist, liegt im Hangenden des obersten Serpentinitzuges auf 2460 bis 2490 m ü. M. Die alten Stollen sind heute verstürzt und verschüttet. Vermutlich lagen 4 Stollen vor; ein nördlicher auf 2460 m ü. M und drei höhere auf 2480 m ü. M. Als Überreste der Tätigkeiten zeugen nur noch die Mauerreste einer Pochhütte im westlich vorgelagerten Tälchen. Auf den Halden sind immer noch reich vererzte, dunkelrotbraune bis schwarze, zum Teil violette Gesteinsbrocken zu finden. Zwei Varietäten können im Feld unterschieden werden: 1. Körniger Pyrit, meist in cm-grossen Ballungen, in der liegenden Partie in einer dichten chloritisch-calcitischen Grundmasse. 2. Chalkopyrit in grösserer Anreicherung aus der hangenden Partie in einem Grundmassen-Gemisch aus Chlorit, Quarz und Muskovit. Alle Mineralien nur mikroskopisch nachgewiesen. Schon 1815 erteilte die Gemeinde Tinzen an eine Gesellschaft die Konzession zur Ausbeutung der Erze auf der Ochsenalp und erlaubte ihr, auf Cruschetta Unterkünfte und eine Hütte zur Produktion von Vitriol und Schwefel zu erstellen. Da dieser erste Verhüttungsbetrieb wenig erfolgreich war, fiel die Konzession an die Gemeinde zurück. Diese vergab sie erneut 1819 J.C. Dautwiz und seine Bergwerksgesellschaft. Dautwiz war bereits Direktor während acht Jahren in den Bludenzer Alaun- und Vitriolwerken. Gemäss Holzrechtsverträgen mit den Gemeinden Tiefenkastel und Surava-Brienz bezeichnete er 1825 seine Gesellschaft als "Vitriol-, Alaun- und Kupferbergwerk Tinzen". Zu dieser Zeit musste die Schwefel- und Vitriolgewinnung ein einträgliches Geschäft gewesen sein, wie aus einem Bericht des in Graubünden vielerorts tätig gewesenen Bergingenieurs H. Schopfer hervorgeht. |
Koordinaten, ca.: | 2'771’850 / 1'159’250 |
Literatur: | - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Brun, Eduard; Bergknappe; 1984; Heft 27, 1; Seite 7 - 11; Die Schlackenhalden des Oberhalbsteins - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 2000/3; Heft 93; Seite 12 - 19; Schwefel-, Vitriol- und Alaun- Gewinnung auch in der Schweiz - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 2000/4; Heft 94; Seite 13 - 18; Schwefel-, Vitriol- und Alaun- Gewinnung auch in der Schweiz - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 2001/1; Heft 95; Seite 3 - 6; Schwefel-, Vitriol- und Alaun- Gewinnung auch in der Schweiz - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 2001/2; Heft 96; Seite 3 - 6; Schwefel-, Vitriol- und Alaun- Gewinnung auch in der Schweiz - Dietrich, Volker; 1972; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 49; Seite 23 - 25; Die sulfidischen Vererzungen in den Oberhalbsteiner Serpentiniten |
Mineralien: | - Calcit: - Chalkopyrit: - Goethit: nur an der Oberfläche der verwitterten Gesteine zu finden. - Ilmenit: in feinverteilter Form in der calcitischen Grundmasse. - Muskovit: - Psilomelan: bündnerische Fundorte für Psilomelan: grössere Mengen in den roten Schiefern in der Tinzner Ochsenalp auf dem Pass Promasgiel, Juliergebiet etc. - Pyrit: - Quarz: |
Gebiet: | 076_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Tinizong (rätorom.), Tinzen (dt.) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Tinizong |
Beschreibung: | |
Koordinaten, ca.: | 2'766’930 / 1'161’420 |
Literatur: | - Amacher, Peter & Weibel, Max; Lapis; 1980; Heft 12; Seite 13 - Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866 - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1940 Kenngott erwähnt Allophan ohne genauere Angaben zum Fundort. |
Mineralien: | - Allophan: auf Klüften eines stark verwitterten Tonschiefers, die zum Teil mit kristalllnisch-körnigem Kalk erfüllt sind und somit der Allophan auch auf dem Kalk sitzt. Er bildet kleintraubige bis krustenartige Überzüge und ist zum Teil erdig, himmelblau bis spangrün, grau, weiss, gelb, wenig glänzend bis matt, an den Kanten durchscheinend bis undurchsichtig. - Ferroaxinit: Mangan-Axinit, orange, bis 5 mm. |
Gebiet: | 077_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Tinizong (rätorom.), Tinzen (dt.), Surses, Val d'Err, Parsettens, Alp Parsettens, Alp Err Sura, Furtschella, Errbach, Falotta, Rona, Roffna, Rofna, Alp digl Plaz;(Manganerzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Tinizong |
Beschreibung: | Falotta ist Typlokalität für folgende Mineralien: Cabalzarit, Geigerit und Grischunit. Parsettens ist Typlokalität für folgende Mineralien: Lindbergit (Co-Typlokalität), Parsettensit, Sursassit, und Tinzenit. Die Vorkommen sind: 1). Parsettens (2240 m) im Val d'Err, Koordinaten: 2'771’910 / 1'160’120 (eine andere Angabe weist auf 2'772’150 / 1'160’450, 2225 m ü. M resp. 2'771’950 / 1'160’200, 2314 m ü. M). Bergbau nachgewiesen von (1338) 1880 bis 1945, Abbau: 1916 - 1919 1764 Tonnen, 1942 - 1945 2508 Tonnen, Geschätzte Reserve 5000 Tonnen. 2). Falotta (2227 m) ob Roffna, Koordinaten: 2'769’910 / 1'157’330 (eine andere Angabe weist auf 2'769’300 / 1'158’150, 2318 m ü. M) Bergbau nachgewiesen von (1338) bis 1945, Abbau: 1942 - 1945 1767 Tonnen, Geschätzte Reserve 7500 Tonnen 3). Alp Digl Platz (1845 m) (Blöcke), Koordinaten: 2'768’740 / 1'158’290 (eine andere Angabe weist auf 2'768’700/ 1’158’450, 1815 m ü. M), Bergbau nachgewiesen von (1338) 1892 bis 1917, Abbau: 1916 - 1919 680 Tonnen. Ungenaue Angaben, liegen die beiden Orte 'Alp digl Plaz' und 'Parsettens' doch einiges auseinander. Evtl. werden mit der Bezeichnung beide Fundorte mit denselben Mineralien beschrieben. Diese Erze galten früher als Eisenerze, erst in den Jahren 1880 bis 1892 sind sie als Manganerze gewonnen worden und in neuester Zeit (ca. 1900, 1944) werden die Vorkommen von Digl Platz und Parsettens wieder abgebaut. Die grössten, an Radiolarite gebundenen Manganerzvorkommen der Schweiz sind die beiden verlassenen Gruben von Falotta und Parsettens. Die zwei Gruben liegen in verschiedenen tektonischen Schuppen der hochpeninischen Platta-Decke. In beiden Erzkörpern führte die Neumineralisation zur Bildung von Parsettensit, Rhodonit, Sursassit und Tinzenit auf Kosten von Braunit. Abschliessende, spättektonische Kluftbildungen sind mengenmässig unbedeutend, weisen aber reichhaltige Mineralparagenesen auf. Im Oberhalbstein sind in roten Kieselschiefern (Radiolarite des Obern Jura), die mit basischen Eruptivgesteinen in Verbindung stehen, schichtige Einlagerungen oxydischer Manganerze (Polianit, Psilomelan) vorhanden, die von Rhodochrosit (Mn-Karbonat), Piemontit (Mn-Epidot) und Rhodonit (Mn-Augit) begleitet werden. Der Mn-Gehalt der kieselsäurereichen Erze beträgt 30-60%. 1). Parsettens: Die Gruben von Parsettens liegen im hinteren Val d'Err. Die Abzweigung ist mitten im Dorf Tinizong beim Wegweiser. Auf der Bergstrasse bis zur ersten Kurve, dann abwechselnd zwischen Pfad und Strasse hinauf zum Maiensässdorf Pensa. Von hier führt das Alpsträsschen auf der linken Talseite durch den Wald hinauf zum Eingang ins Val d'Err. Der Weg führt nun im offenen Gelände, gemächlich ansteigend, immer weiter ins Tal hinein. Weiter hinten im Tal geht rechts ein Pfad, vorbei an einem Melkplatz zu den Gruben. Parsettens II liegt ca. 80 Höhenmeter über der Abbaustelle von Parsettens I, die Grube Parsettens I liegt auf 2255 m im hinteren Val d'Err. Beschreibung nach Geiger: Die Alp Parsettens liegt im hinteren Val d'Err am linken Talhang zwischen den Hütten der Alp Err Sura (2170 m) und der Furtschella (2400 m), dem Übergang nach der Tinzener Ochsenalp. Die Lagerstätte der Alp Parsettens zerfällt im Wesentlichen in zwei Hauptvorkommen, die beide durch Abbaue gekennzeichnet sind. Daneben erscheinen noch verschiedene unbedeutende Vererzungsstellen, die zum Teil erstmals durch Schürfungen erschlossen worden sind. Abbaustelle I befindet sich auf einer Höhe von 2250 m, etwa 500 m westlich der Hütten von Alp Err Sura. Man erreicht sie auf einem Alpwege in einer Viertelstunde von der Schäferhütte aus, die sich etwa 500 m nördlich der Alphütten befindet. In dem heute (1948) aufgelassenen Tagbau wurde besonders in den Jahren 1917-19 Manganerz gewonnen. Die Abbauarbeiten wurden während des zweiten Weltkrieges von 1941-43 fortgesetzt, so dass von den ursprünglich recht mächtigen Erzkörpern nur noch kleine Reste übriggeblieben sind. In kleinem Massstab fand eine Gewinnung schon vor dem ersten Weltkrieg statt. So konnten im Jahre 1913 vier Stellen gefunden werden, an denen erstmals Erz im Tagbau und auch in kleinen Stollen gewonnen wurde. Wie aus dem geologischen Übersichtsplan ersichtlich ist, liegt die Abbaustelle I am südlichen Rande eines postglazialen Bergsturzes, der einen grossen Teil der Carungas-Ostflanke bedeckt. Neben Bergsturztrümmern, die vorwiegend aus Gneisen vom Carungasgipfel bestehen, treten zusammenhängende Gesteinsmassen auf, die mehr oder weniger im Schichtverband abgerutscht sind. Einen solchen Komplex bilden die manganerzführenden Radiolarite, sie sind zusammen mit dem liegenden Aptychenkalk abgerutscht und in einzelne Schollen zerlegt worden. 2). Falotta: Beschreibung nach Geiger: Die Falotta, an deren Nordwestflanke die Manganerze auftreten, ist dem Piz d'Err als grasbewachsener Rücken westlich vorgelagert. Die Manganerze der Falotta sind an einen Radiolaritzug gebunden, der sich vom Val digl Plaz über das der Falotta vorgelagerte Plateau (Pkt. 2327) zieht, wo der N-S verlaufende Zug nach Westen umbiegt und sich bis auf 2160 m hinab verfolgen lässt. Das Liegende des erzführenden Radiolarites wird durch ophiolithische Gesteine gebildet. Im Hangenden wird der Radiolarit von Aptychenkalk begleitet. Die stärkste Erzanreicherung erscheint am nördlichen Ende des Radiolaritzuges, wo dieser unter die Moränenbedeckung des Val digl Plaz untertaucht. Man erreicht die Lagerstätte am besten von Roffna aus über Alp digl Plaz (1854 m), von wo aus ein neu erstellter Fussweg nördlich der Diabaskuppe vorbei nach der Abbaustelle führt (2140 m). 3). Alp digl Plaz Beschreibung nach Geiger: Am Wege von Roffna (im Oberhalbstein) nach Alp digl Plaz befand sich in 1800 m Höhe ein kleines Manganerzlager. Die genaue Lokalität ist in der petrographischen Kartenskizze eingezeichnet. Das Vorkommen bestand aus einer Anhäufung von losen Manganerzblöcken in einer Trümmermasse von bergsturzartigem Charakter. Die Umgebung des Vorkommens ist jedoch von Moränenmaterial bedeckt. Die Erze sind im Laufe der Zeit (besonders während des ersten Weltkrieges) ausgebeutet worden, so dass heute (1948) nur noch unbedeutende Reste vorhanden sind. Da die Erzblöcke im Wesentlichen abgebaut sind, steht zum Studium des ehemaligen Vorkommens nur noch Material aus einer kleinen Schutthalde zur Verfügung. Die Erze sind von einem roten Radiolarit begleitet, der oft auffallend homogen und massig ausgebildet ist. Rote Tonschiefereinschaltungen sind ebenfalls vorhanden und lassen sich nicht von den gleichartigen Bildungen von Falotta und Parsettens unterscheiden. Dünnschliffe durch den Radiolarit zeigen im Allgemeinen eine sehr feinkörnige Quarzgrundmasse mit Hämatitpigment, auch Radiolarienreste sind meist noch erkennbar. Als akzessorischer Gemengteil tritt Karbonat in Form von kleinen bräunlichen Knöllchen auf. Die Beziehungen zwischen Erz und Nebengestein sind die gleichen wie auf Falotta und Parsettens. Nicht selten erscheinen Erzschichtchen oder -linsen wie verknetet mit dem Nebengestein. Die Grenze zwischen Erz und Radiolarit ist jedoch immer sehr scharf. In der Nähe von Erzkörpern zeigt der Radiolarit oft eine bräunliche Färbung. Im Dünnschliff beobachtet man in diesen Partien kleine radialstrahlige Büschel von Parsettensitschüppchen. Die heute noch erkennbaren Erze werden fast ausschliesslich von Braunit gebildet, der jedoch z. T. unter dem Einfluss der Verwitterung in lockere Manganoxyde übergegangen ist. Das Erz war stellenweise von recht guter Qualität. Auch hier wird Erz und angrenzendes Nebengestein von Klüften durchsetzt, die neben Quarz auch Mangansilikate führen. Unter den Manganmineralien ist Rhodonit weitaus am häufigsten, er tritt in grob- und feinkörniger Varietät auf und zeigt meist intensiv rosarote Farbe. Das nächsthäufige Mangansilikat ist Parsettensit, das durchwegs in dichter Ausbildung erscheint. Seltener sind Tinzenit, Sursassit und Manganokalzit. Piemontit konnte nur in mikroskopisch kleinen Mengen nachgewiesen werden, ebenso bildet Albit nur einen untergeordneten Gemengteil in den Klüften. |
Koordinaten, ca.: | 2'772’000 / 1'160’600 |
Literatur: | - Berlepsch, P. & Brugger, J.; Schweizer Strahler; 1999; Heft 9; Seite 425 - 433; Über Tripuhyit (FeSbO4) und Squawcreekit (FeSbO4) - Brugger, J. & Meisser, Nicolas & Mumenthaler, T. & Berlepsch, P.; Schweizer Strahler; 2001; Heft 2; Seite 10 12; Ein neues Mineral aus dem Bergwerk von Falotta im Oberhalbstein GR - Cabalzar, Walter; Schweizer Strahler; 1984; Heft 10; Seite 423 - 445; Über die Mineralien von Falotta, Graubünden - Cabalzar, Walter; Schweizer Strahler; 1982; Seite 107 - 109; Beobachtungen am Tilasit von Falotta - Cabalzar, Walter; Schweizer Strahler; 1984;; Seite 423-446; Über die Mineralien von Falotta GR - Geiger, Th.; 1948; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 27; Manganerze in den Radiolariten Graubündens - Geiger, T. & Cabalzar, Walter; Schweizer Strahler; 1988; Seite 1-7; Tripuhyit - ein neuer Fund von Falotta GR - Geiger, T. & Cabalzar, Walter; Schweizer Strahler; 1989;; Seite 201 - Geiger, Th. Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1948; Band 20; Heft 1; Seite 468- 474; Über ein seltsames Ca-Mn-Arsenat aus dem Oberhalbstein (Graubünden) - Geiger, T. & Cabalzar W.; Schweizer Strahler; 1988; Heft 1; Seite 1 - 7; Tripuhyit - ein neuer Fund von Falotta GR - Geiger, T. & Cabalzar W.; Schweizer Strahler; 1989; Heft 5; Seite 201 - 211; Ardennit - Ein Neufund von der Alp Parsettens, Val d'Err GR - Graeser, Stefan & Gabriel, Walter; Schweizer Strahler; 2016; Heft 3; Seite 20 - 27; Falottait (MnC2O4 x 3H2O) ein neues Oxalat-Mineral aus den Schweizer Alpen - Graeser, Stefan & Stalder, Hans Anton; Schweizer Strahler; 1974; Heft 7; Seite 265 - 277; Mineralneufunde der Schweiz und angrenzenden Gebieten I - Graeser, Stefan & Stalder, Hans Anton; Schweizer Strahler; 1976; Heft 4; Seite 158 - 171; Mineralneufunde der Schweiz und angrenzenden Gebieten II - Graeser, Stefan & Stalder, Hans Anton; Schweizer Strahler; 1978; Heft 11; Seite 441- 452; Mineralneufunde der Schweiz und angrenzenden Gebieten III - Graeser, Stefan & Oberholzer, W. & Stalder, Hans Anton & Schenker, F.; Schweizer Strahler; 1979; Heft 4; Seite 142 - 154; Mineralneufunde der Schweiz und angrenzenden Gebieten IV - Graeser, Stefan & Oberholzer, W. & Schmutz, L. & Stalder, Hans Anton; Schweizer Strahler; 1981; Heft 11; Seite 437 - 467; Mineralneufunde der Schweiz und angrenzenden Gebieten V - Graeser, Stefan & Schwander, H. & Suhner, B.; Grischunit (CaMn2[AsO4]2), eine neue Mineralart aus den Schweizer Alpen. Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1984; Band 64; Heft 1-2; Seite 1 - 10; Grischunit (CaMn2[AsO4]2), eine neue Mineralart aus den Schweizer Alpen : zur MnAs-Mineralisation des Oberhalbstein-Gebietes (I) - Graeser, Stefan; Schweizer Strahler; 1991; Heft 2; Seite 59 - 75; Geigerit - ein neues Mineral aus den Schweizer Alpen - Graeser, Stefan; der Aufschluss; 1995; Heft 1; Seite 15; Bergslagit aus den Schweizeralpen) - Graeser, Stefan & Andermatt, Paul; Schweizer Strahler; 2010; Heft 2; Seite 14 - 22; Calcium-Mangan-Oxid- ein mineralogisches Rätsel - Hochleither, R.; Lapis Nr. 3, S.9, (1999); Tinzenit - Jakob, Johann; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1933; Band 13; Heft 1; Seite 17 - 39; Die Manganerzlagerstätten zwischen Val d'Err und Roffna (Oberhalbstein), ihre Begleitminerale und ihre Genesie - Jakob, Johann; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1923; Band 3; Heft 3 - 4; Seite 227 – 237 - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 157 - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 230 - Perseil; E.A.; Untersuchungen über die Anwesenheit von Strontium in den Manganvererzungen von Falotta und Parsettens (GR). Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen 70, 310 - 315 (1990) - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 51,71,79,243,303,348,392,399,409 - Roth, Philippe & Meisser, Nicolas; Schweizer Strahler; 2013;Heft 3; Seite 8 - 21; Die seltenen Mineralien der Bündner Manganvorkommen - Rykart, R.; Schweizer Strahler; 1982; Heft 3; Quarz mit Manganmineral-Einschlüssen aus dem Oberhalbstein und ihre Geschichte - Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917 - Schmutz, L. & Gräser, Stefan; Blei- und Zink-Sekundärmineralien aus der Schweiz. Mineralienfreund Nr. 2 (1980) und Mineralienfreund Nr. 2 (1982). - Stäbler, Hans; Terra Grischuna, Graubünden; 1980, April; Heft 2; Seite 75 – 79 - Suana, M.; Die Manganerzlagerstätten von Tinizong (Oberhalbstein, Graubünden). Beiträge zur Geologie der Schweiz. Lieferung 64, (1984) - Weiss, Stefan; Lapis; 2000; Heft 12; Seite 45 - 46; Neue Mineralien, Cabalzarit Nicht publiziert - Tarnuzzer, Chr. & Arbenz, Paul Geologisches Gutachten über die Erzlagerstätten im Gebiete der Gemeinde Tinzen (Oberhalbstein, Graubünden) 1913. (Orig. im Archiv der Gemeindeverwaltung Tinizong). |
Mineralien: | - Albit: Alp digl Plaz: in unbedeutender Menge. Falotta: Albit ist eines der häufigsten Mineralien. Er ist klar, durchscheinend oder weiss und in kleinen Spalten oder Klüftchen anzutreffen. Sein Habitus reicht von normal bis zu stängelig mit stark gestreckter Form. Oft sind auch Zwillinge anzutreffen. Grösse der Kristalle 0.2 bis 5 mm. Parsettens: ein häufiges Mineral. Er ist farblos klar und wird bis zu 5 mm gross - Analcim: bis mm-gross, kugelig, wasserklar. - Anatas: Falotta: stark glänzende, honiggelbe bis bräunliche Bipyramiden bis 0.3 mm in Begleitung von Quarz und Albit. Parsettens: stark glänzende, honiggelbe bis bräunliche Bipyramiden zusammen mit Quarz, Albit und Arsenoflorencit-(Ce). - Aragonit: häufig in Rissen, auch in Krusten vorkommend. Falotta: Aragonit ist wie Calcit eine Spätbildung, die ziemlich häufig in Rissen auftritt. Die spiessigen, weissen bis durchscheinende Kristalle sind bis 10 mm lang. Gelegentlich bildet er auch grössere Aggregate oder überdeckt als Kruste andere Mineralien. Parsettens: Aragonit kommt in spiessigen, weissen bis durchscheinenden Kristallen von bis 12 mm Länge vor. - Ardennit: Falotta und Parsettens: gelbe-bräunliche Plättchen, klein, durchscheinend, auffallend spröd, kurzstängelig - tafelig, flachprismatisch, Paralellverwachsungen, schindelartig, bis 0.5 mm. Parsettens: erscheint in Aggregaten aus plattigen, durchscheinend gelben bis kupferroten Kristallen. Länge der Kristall-Leisten bis 0.3 mm. Begleiter sind Braunit, Quarz, Baryt, Tinzenit, Manganocalcit und Rhodochrosit. - Arseniopleit: weltweit nur von 6 Fundstellen bekannt, darunter Falotta und Parsettens. Parsettens: Schlecht ausgebildete, rotbraune Kristalle. Aggregate erreichen bis 1 mm Durchmesser. Falotta: gut ausgebildete winzige Kristalle < 0.1 mm, durchsichtig und hellbraun mit einem orangen Strich. Weltweit vermutlich die einzigen Kristalle. - Arseniosiderit: schuppig, bis 1 mm und selten mehr, meistens krustige Aggregate, dunkel braunrot (B. Hofmann, 1991). Begleitmineralien: begleitet von Quarz, Albit, Tripuhyit und Kemmlitzit. Falotta: schuppige, dünntafelige Kristalle von dunkel-braunroter Farbe. Krustige Aggregate bis mehrere mm, ist begleitet von Quarz, Albit, Tripuhyit und Kemmlitzit. - Arsenoflorencit-(Ce): Parsettens: porzellanfarbige, trigonale Skalenoeder von 0.7 mm Grösse auf Radiolarit, in Begleitung von Quarz, Albit und selten Anatas und Tilasit. - Arsenogoyazit: Falotta. Arsenogoyazit ist ein häufiges Mineral, wird aber oft übersehen. Er erscheint als xenomorphe Körner im Cabalzarit(?), als weisse Bändchen bis mehrere mm Länge oder selten als pseudo-rhombische Kristalle in Klüftchen. Farblos, pseudokubisch, mit blassgrünlichen Tilasit-Kristallen vergesellschaftet und aus Calcit herausgeäzt (Roth). - Baryt: Parsettens: Baryt ist ein häufiges Mineral. Er kommt vor als weisse Massen von mehreren Zentimetern oder als Kristallaggregate bis 1 cm Grösse. Weisse, blättrige Kristalle. Begleitmineralien: Quarz, Tinzenit, Manganerze. - Bergslagit: Falotta: nur ein Kristall, tafelig, pseudomorph, farblos-durchsichtig, 0.6 mm, ohne Herderitanteil (Graeser, 1995). Das Mineral wurde erstmals 1981 von Walter Cabalzar gefunden, konnte durch Prof. Dr. Graeser wegen der geringen Grösse aber nicht eindeutig als neues Mineral bestimmt werden. Erst als Prof. Dr. Graeser als Mitglied der internationalen "Commission on New Minerals and Mineralsnames" 1983 gleiches Material von der Fundstelle Langban in Schweden zu Gesicht bekam, wurde der Zusammenhang erkannt. Der Erstfund für diese Mineralart geht also offiziell an Langban. Der Erstfund für die Schweiz ist nicht die Lokalität Falotta sondern die Cavradischlucht. Dort wurden bis 2 mm grosse Kristalle bereits 1977 gefunden. sie gelangten aber erst später zur Bestimmung. Bergslagit ist sehr selten, seine Kristalle sind tafelig, pseudo-rhombisch und farblos durchsichtig. Grösse bis 0.6 mm. - Birnessit: Falotta: scharfkantig, zusammen mit Todorokit, äusserst klein, im tausendstel-mm-Bereich, feinsandig, durch Oberflächenverwitterung aus Todorokit entstanden (Perseil und Giovanoli, 1989). Parsettens: dieses sekundäre Manganoxid erscheint als winzige schwarze Kriställchen und Körner. - Bismit: um gediegen Wismut herum, mikroskopisch klein, entstanden durch Oxidation von Wismutmineralien. - Brandtit: Falotta: sehr selten, weiss - farblos, stängelig, auffallender Glanz, bis 10 cm, 1948 Neufund für die Schweiz. Eingebettet in Klüften des Brauniterzes zusammen mit Grischunit, Sarkinit, Geigerit, Tilasit und Mangan-Berzeliit. Falotta: Brandtit kommt vor als weisse bis farblose massive Schichten, als Kristalle, die bis 2 cm lang und 1 - 3 mm dick sein können, vereinigt zu subparallelen bis radialstrahligen Aggregaten. Er ist eingebettet in Klüften des Brauniterzes zusammen mit Grischunit, Sarkinit, Geigerit, Tilasit und Mangan-Berzeliit oder als Rasen von weissen Einzellkristallen von einigen mm Grösse. - Braunit: sehr klein, im Tausendstel-mm-Bereich, scharfkantig, idiomorph, im Kieselschiefer eingesprengt. Falotta: Braunit ist das eigentliche Manganerz das abgebaut wurde. Er kommt vor als winzige, pseudo-oktaedrische Bipyramiden bis 0.1 mm Grösse. Parsettens: Wurde hier als eigentliches Manganerz abgebaut. Er erscheint selten in oktaedrischen Bipyramiden bis 0.1 mm. - Cabalzarit: Falotta: Cabalzarit ist von bräunlichgelber über lachsrosa bis orangebrauner Farbe und kommt in ganz unterschiedlichem Habitus vor, als: - undurchsichtige, keilförmige Einzelkristalle bis 1 mm, ähnlich Axinit, sie sind tafelig nach (001) und zeigen oft gekrümmte Flächen im nördlichen Teil der Grube; - komplexe bündelförmige Kristallaggregate bis 2 mm in Drusen; - langtafelige bis faserige Kristalle bis 3 mm Länge und flache radialstrahlige Aggregate bis 5 mm Ø auf schmalen Bruchspalten; - parallelfaserige Aggregate als Spaltenfüllungen bis 2 mm Dicke, verwachsen mit derbem Quarz, Carbonat und faserigem Sursassit (ähnelt Cabalzarit). Begleiter des Cabalzarit in Drusen sind Kristalle von Quarz, Albit, Grischunit, Arseniosiderit, Tilasit, feinnadeliger Tripuhyit, schwarze Krusten von Rancieit-Takanelith sowie Arsenogoyazit. - Calcit: Falotta/Parsettens: Calcit ist von geringer Bedeutung. Er kristallisiert als Skalenoeder oder rhombisch auf Calcit-Krusten. Die Kristalle erreichen 1 - 3 mm. - Calcium-Mangan-Oxid: Fund 1989 (Alice Huber, Basel) in Radiolariten in der Mn-Vererzung. - Chalcedon: Falotta/Parsettens: weisse Kugeln von 1 bis 2 mm Ø oder als traubige Kruste in Begleitung von créme-farbigem feinblättrigem Parsettensit. - Coralloit: Falotta: winzige rote Kriställchen von bis 0.2 mm Grösse immer in der unmittelbaren Umgebung von Brandtit, Grischunit, Sarkinit und Tilasit anzutreffen. Das neue Mineral wurde erstmals hier gefunden, konnte aber wegen der geringen Menge nicht als neues Mineral bestimmt werden. - Epidot: in der näheren Umgebung im Nebengestein, bis 1 cm. - Errit: - Falottait: Typlokalität Falotta. - Fuchsit: Falotta: chromhaltiger, grüner Hellglimmer als Überzug oder Einschluss in Radiolarit. - Geigerit: Falotta. Typlokalität. Erstfund 1981. Fast farblos bis weiss bis rosa, faserig bis keilförmig, nadelig, bis 0.5 mm, Aggregate oder Büschel, in Arsenatadern (Graeser et al., 1989). Spröde, tafelige Kristalle niedriger Symmetrie. - Grischunit: Falotta: Typlokalität. 1981 als neues Mineral entdeckt. Flach, langprismatische Typlokalität und erst von hier bekannt (1998); Plättchen, bis 1 mm (0.1?), mit schwacher Streifung, schindelförmig, hellbraun bis dunkelrot, leicht durchscheinend, auch als rundliche Körner in schmutzigweissem Rhodochrosit eingeschlossen, aber auch flächendeckend als Rasen aus wirr angeordneten, schlecht ausgebildeten Kristallen bis 7 mm Länge begleitet von Quarz, Tilasit, Tripuhyit, Kemmlitzit, Brandtit und Cabalzarit, verwechselbar mit dem helleren Sarkinit. Im 'Urner' 1983-2, Seite 47, ist ein Foto (REM) mit Grischunit (Graeser et al., 1986). Grischunit kristallisiert in flachen, langprismatischen Kristallen von 0.1 bis 1 mm Grösse zusammen mit Brandtit, Sarkinit, Geigerit, Kutnahorit, Mangan-Berzeliit, Manganocalcit, Tripuhyit und Tilasit aber auch flächendeckend als Rasen aus wirr angeordneten, schlecht ausgebildeten Kristallen bis 7 mm Länge begleitet von Quarz, Tilasit, Tripuhyit, Kemmlitzit, Brandtit und Cabalzarit. Die Farbe variiert von hellbraun über braunrot bis dunkelrot, durchscheinend. Der Name ist nach dem Kanton Graubünden (romanisch Grischun) benannt. Typlokalität ist Falotta. - Hidalgoit: meistens weiss, würfelähnliche Rhomboeder bis 3 mm, ein seltenes Arsenmineral, 1974 Erstfund für die Schweiz (Falotta), weltweit nur ca. 5 Fundorte wobei von der Falotta die besten Kristalle stammen. - Hollandit: als Hollandit-Kryptomelan-Mischkristalle, feinadrig, bis 0.1 mm Dicke. - Hyalit: selten, in froschlaichähnlicher Ausbildung, bis 0.1 mm. - Hämatit: Falotta/Parsettens: Hämatit ist von untergeordneter Bedeutung, er erscheint in schlecht ausgebildeten Plättchen von 0.2 bis 2 mm, eingebettet in massivem Tinzenit. - Illit: Falotta: Er bildet weisse bis rosa Füllungen von Rissen und Hohlräumen, zusammen mit Calcit, Manganocalcit und Brandtit. - Kemmlitzit: Vorkommen: Falotta. Klein, würfelähnlich, farblos bis milchig weiss, Rhomboeder, bis 3 mm, auf Kluftflächen, verwechselbar mit Chabasit oder Fluorit (Graeser et al., 1976) vorerst als Hidalgoit beschrieben. Begleiter sind Quarz, Albit, Arseniosiderit, Tilasit, Tripuhyit sowie Cabalzarit. - Klinochlor: Falotta: Manganhaltig und deswegen von braun-roter Farbe. Die zu Aggregaten geschichteten Plättchen erreichen bis 0.5 mm Grösse. - Konichalcit: Vorkommen: Falotta. Äusserst selten, bis ca. 1 mm, grün, hellgrün, evtl. erstmalig für die Schweiz, würfelähnliche Neigung zum Skalenoeder. Falotta: grüne, derbe Einlagerungen, selten Kristalle und Kristallaggregate von mm Grösse. - Kryptomelan: Falotta/Parsettens: Als Kryptomelan-Hollandit-Mischkristalle. Kryptomelan-Hollandit ist eine Mischkristallreihe die bei der Oxidation anderer Manganmineralien entsteht. Sie bilden traubige-nierige Aggregate oder harte Krusten bis erdige Massen. Ihre Farbe ist schwarz mit bläulichem Schimmer. - Kutnohorit: Falotta: Weisse, sattelartig gekrümmte Kristalle von 0.5 bis 1 mm Grösse zusammen mit Brandtit, Tilasit, Sarkinit, Calcit, Manganocalcit und Grischunit. - Lindbergit: Vorkommen: Falotta und Parsettens. Wird lediglich mit Fundort 'Parsettens' erwähnt. Falotta: Ein Mangan-Oxalat. Es kommt vor als durchsichtig bis weisse Kristalle von 1 x 0.5 mm Grösse auf kleinen Quarzkristallen zusammen mit Braunit und anderen Mn-Mineralien. Lindbergit entstand durch Wasserverlust aus Mn(C2O4) x 3H2O (Trihydrat). (Siehe "Schifflimineral" Schweizer Strahler 1984, S. 433). Parsettens: Co-Typlokalität. Dieses Mangan-Oxalat ist extrem selten, seine Farbe ist gräulich-weiss durchscheinend, Kristalle werden bis 0.5 mm lang. - Löllingit: (Arsenosiderit). - Malachit: Falotta: Selten, kommt vor als grüne Verfärbung, Krusten oder auch Pusteln. Parsettens: Auf Parsettens II, selten als grüne Verfärbung, Kruste oder auch Pusteln. Als Überzug und als kleine Knöllchen, manchmal mit sehr intensiver Farbe und zu verwechseln mit Konichalcit. - Manganberzeliit: Vorkommen: Falotta. 1975 Neufund für die Schweiz (Falotta), weltweit nur ca. 3 Fundstellen bekannt. Falotta/Parsettens: Vorwiegend als schlecht kristallisierte Einlagerungen, aber auch als granatähnliche, schwefelgelbe bis orangerote Kristalle bis 0.5 mm Grösse. Harzglanz, selten in guten Kristallen, bis 1 mm. - Manganit: schwarz, gedrehte Plättchen, Pseudowürfel, bis 1 mm. Falotta/Parsettens: Kleine pseudo-kubische Kristalle bis 1 mm Grösse. - Mangano-Calcit: Parsettens: Manganocalcit ist ein häufiges Mineral. Er kommt vor als weisse Adern in Braunit oder zusammen mit massivem Parsettensit, selten als weisse bis rosarote Kristalle von 0.1 bis 0.3 mm Grösse. Im kurzwelligen UV-Licht leuchtet Manganocalcit intensiv orangerot. - Muskovit: fein, spiessig, weiss, bis 0.1 mm. Falotta: Kleine feinblättrige, farblose bis weisse Aggregate von mm Grösse. - Opal: Falotta: Farblos, traubige Aggregate auf Tinzenit von etwa 0.3 mm Grösse. - Parsettensit: Vorkommen: Falotta und Parsettens. Farben: hell- bis dunkelbraun, kupferrot, braun bis braunrot, goldgelb, grüngelb, farblos bis schwach hellgelb, lichtgrün, durch Verwitterung schwarz. Falotta/Parsettens: Typlokalität. Parsettensit kommt hauptsächlich gesteinsbildend vor in Begleitung von Manganocalcit, Quarz und Baryt, selten als hell- bis dunkelbraune schuppige Aggregate, meistens derb. Grösse der Schüppchen 1 mm. - Piemontit-(Sr): Vorkommen: Falotta und Parsettens. Allgemein wird nur Piemontit erwähnt - ohne Unterscheidung, ob es sich dabei um Piemontit-(Sr) oder -(Pb) handelt. Einige Autoren erwähnen für die beiden Fundstellen Piemontit-(Sr). Falotta: Piemontit erscheint vorwiegend als nadelige Massen eingeschlossen in Quarz, selten als freistehende Nadeln in Begleitung von Sursassit, Albit, Quarz, Muskovit und Calcit. Die kirschroten Nadeln erreichen eine Länge bis 5 mm. Parsettens: Der Piemontit von Parsettens erscheint oft als freistehende, kirschrote Nadeln in Begleitung von Quarz, Albit, Sursassit, Muskovit und Calcit. Die Nadeln erreichen eine Länge bis 5 mm. Braunrot bis kirschrot, körnig bis sehr gute Kristalle, bis 2 cm, eingelagert in derbem Quarz, teils auch dichte Massen. - Polianit: - Psilomelan: krustig oder als kleine Knollen und Türmchen, wurmförmig, oft mit dunkelrot-blau-schwarzen Anlauffarben. - Pyrolusit: häufig als Kruste oder in Form kleiner Knollen und Türmchen, ähnlich dem Glaskopf, auch wurmartig, eine eindeutige Identifizierung besteht nicht. - Quarz: Falotta: Quarz ist Gangmineral und häufig anzutreffen, er ist milchig bis klar und erreicht eine Länge bis 3 cm. Interessant sind auch hier die Verfärbung durch die Einschlüsse von Braunit, Hämatit, Sursassit, Piemontit, Tripuhyit, Radiolarit und andere. - Radiolarit: erzführender Radiolarit: Alle Manganvererzungen sind an einen bestimmten Fazies-Typ gebunden, der sich schon im Gelände durch seine leuchtend hell- bis blutroten Farben und die Bänderung von den anderen Radiolarittypen unterscheidet. Der erzführende Radiolarit liegt normalerweise direkt auf den vorwiegend vulkanosedimentären obersten Lagen der basischen Effusivgesteine. Bunter Radiolarit: Aus der gebänderten Abfolge des erzführenden Radiolarits entwickelt sich in fliessendem und normal stratigraphischem Übergang der bunte Radiolarit. Wie der Name schon andeutet, unterscheidet er sich im Feld durch seine feine, rot-grüne Streifung. Auffallend ist dabei die starke Abnahme der durchschnittlichen Schichtdicke von einigen Zentimetern im erzführenden Radiolarit zu wenigen Millimetern im bunten Radiolarit. Zudem sind die rötlich und grünlich gefärbten, kieseligen Lagen infolge ihrer Feinheit oft tektonisch zerrieben und ausgezogen und durch feine serizitische Häute voneinander getrennt. - Ranciéit: Falotta: Die beiden sekundären Manganoide Ranciéit und Takanelith bilden eine Mischkristallreihe, sie kommen vor als goldbronzene Krusten oder als nadelige, radialstrahlige Aggregate von einigen mm Grösse (Meisser, 1994, 1995). - Rhodochrosit: Alp digl Plaz. Falotta/Parsettens: Rhodochrosit ist ein seltenes Mineral. Er ist anzutreffen mit Manganocalcit, wo er körnige, weisse bis lila oder orangerote Aggregate, selten winzige Kristalle bis 0.2 mm bildet, leicht gekrümmt, skalenoedrisch. - Rhodonit: Vorkommen: Falotta und Parsettens. Alp digl Plaz. Falotta/Parsettens: Rhodonit tritt in bis zu 80 cm grossen Linsen auf, vermengt mit Manganocalcit, Parsettensit, derbem Tinzenit, Quarz sowie Braunit. Die Ausbildung ist spätig, manchmal körnig. Rhodonit kann in schlecht ausgebildeten, tafeligen oder säuligen Kristallen auftreten. Er ist fleischrot, rosa- bis braunrot, glasglänzend, durchsichtig bis durchscheinend. Alp digl Plaz: Intensiv rosarot. - Sarkinit: Vorkommen: Falotta. Klein, stängelig, tiefrot, hell- bis dunkelbraun, auch rosafarbig, selten in guten Kristallen, meistens derb, auch mit Brandtit verwachsen, spitze Endflächen, teils eingebettet in Manganocalcitadern. Falotta: Gelbe bis braunrote, spiessige Kristallbündel in und auf Brandtit zusammen mit Grischunit, Geigerit, Tilasit, Kutnahorit und Manganocalcit. Länge der Kristallbündel 0.2 bis 2 mm. 1975 Neufund für die Schweiz (Falotta), weltweit sehr selten, im 'Urner' 1983-2, Seite 46, ist ein Foto mit Sarkinit von der Falotta. - Spessartin: Falotta: Spessartin wird in Begleitung von Rhodonit, Parsettensit, Braunit und Manganocalcit gefunden. Er kommt massiv, in Körnern und ganz selten in Kristallen bis 0.5 mm vor. - Sursassit: Vorkommen: Falotta und Parsettens. Typlokalität Parsettens (1926). Der kupferrote Sursassit ist ein häufiges Mineral und kommt vorwiegend in Adern aus parallel verwachsenen Nadeln vor oder als nadelige Aggregate von 2 bis 3 mm Länge zusammen mit Calcit. - Takanelith: die beiden sekundären Manganoide Ranciéit und Takanelith bilden eine Mischkristallreihe, sie kommen vor als goldbronzene Krusten oder als nadelige, radialstrahlige Aggregate von einigen mm Grösse (Meisser,1994, 1995). - Talmessit: Vorkommen: Falotta. Weisse oft in Rosetten angeordnete Kristalle die Flächen im cm-Bereich decken können. - Tilasit: Vorkommen: Falotta und Parsettens. Falotta: Grau, grünlich, weiss bis grünlich, pinkfarbig oder durch Fremdeinschlüsse gelblich oder rötlich getönt, farblose - weissdurchsichtige Stängel bis 2 cm Länge und oft fächerförmig angeordnet, ausgezeichnete Spaltbarkeit parallel zur Längsachse, öfters auch radialstrahlig aggregiert, Fettglanz, verzwillingt (einspringender Winkel bei der Kopffläche). Die Kristallspitzen weissen nicht selten ausgefranste Kopfflächen auf. Länge der Kristalle 1 bis 4 mm. 1975 Neufund für die Schweiz. Parsettens: Der Tilasit von Parsettens ist farblos bis gelblich. Er bildet stängelige Kristalle, die in ihrer Ausbildung an Gipskristalle erinnern. Begleitet wird er von Quarz und Arsenoflorencit-(Ce). Die Länge der Kristalle ist 0.5 bis 1.5 mm. - Tinzenit: Vorkommen: Falotta und Parsettens. Falotta: Tinzenit ist ein Mineral der Axinitgruppe. Er ist durchsichtig bis durchscheinend, stark glänzend, von gelber Farbe und wird bis 3 mm gross. Im 'Urner' 1983-2, Seite 46, ist ein Foto mit Tinzenit von Falotta. Parsettens: Typlokalität (1923), in Klüften der Manganerzvorkommen, selten als freistehende Kristalle, durchsichtig bis durchscheinend, starker Glanz, im Gegensatz zu Falotta gelb bis orange, bis 4 mm, sehr spröde, splitterig, derb, häufig anzutreffen; dann zusammen mit Quarz, Rhodonit. Manganocalcit und diversen schwarzen Manganerzen, polierte Platten wirken sehr dekorativ (Geiger, 1948a). - Titanit: gelb, braun, bis 0.2 mm, auch Zwillinge. - Todorokit: rezente Ausbildung, in feinen Rissen von Tinzenit, äusserst klein und nur mit dem Rasterelektronenmikroskop erkennbar, Grösse bis 1 mü bei einer Dicke von ca. 20 nm, oft begleitet von Birnessit. Falotta/Parsettens: Todorokit kommt vor in Bruchspalten, wo er schwarze, radialstrahlige Fächer von mehreren Millimetern bildet. - Tripuhyit: Vorkommen: Falotta. Fein, nadelig, hochglänzend, goldgelb, bis ca. 0.15 mm, auf Manganoxid, radial- und wirrstrahlig aggregiert, oft zusammen mit Psilomelan. Auch als gelbe, wirrstrahlige Büschel aus winzigen Nädelchen von 0.5 mm Länge oder als radialstrahlige Aggregate von einigen mm Grösse. Erster gesicherter Nachweis für die Schweiz (Falotta). (Geiger, Cabalzar, 1988). - Wad: - Wallkilldellit-(Mn): Vorkommen: Falotta. Braune, glimmerartige Masse begleitet von weissen Brandtit-Tafeln. |
Gebiet: | 078_GR / Oberhalbstein (dt.), Surses (rätorom.), Val Ferrera, Fererathal, Fereratal, Ferrerathal, Ferreratal, Farerathal, Fareatal, Farrerathal, Farreratal, Schmorrastgrat, Tinizong (rätorom.), Tinzen (dt.), am Stein, Val Nandro, Ziteil, Piz Curver (Ostfuss), Piz Martegnas, Radons, Ochsenalp, Cuolm da Bovs, Val d'Err, Roffna, Rofna, Tgiant Ladrun, Tgant Ladrung, Tiefenkastel, Tiefen Kasten, Tiefencastel, Muttala sura;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Tinizong |
Beschreibung: | Bereits am 17. Mai 1338 wird eine Eisenhütte in Tinzen erwähnt. Später auch von Oberhalbstein, am Stein. Hier wurde bis ins 19. Jh. Eisen erzeugt. Vermutlich wurden die in der Nähe liegenden Manganerze von Parsettens, Uigl, Falotta und Digl Plaz versuchsweise auf Eisen abgebaut. Solche Versuche wurden auch noch im 19 Jh. mit grossen Verlusten unternommen. Aus dem Gebiet Oberhalbstein sind bis heute (1983) über 30 Halden und Schlackenfundstellen bekannt Beim Stein handelte es sich um eine Felsbastion in der Juliaschlucht, die den Zugang zum Tal recht erschwerte und zu Umwegen zwang. Oberhalbstein beruht auf 'oberhalb des Steines', also oberhalb dieser Felsbastion. Das verarbeitete Eisenerz stammte vermutlich von der bekannten Lagerstätte am Schmorrasgrat und aus dem Val Nandro. Angeblich wurden auch Erze vom Ziteil (alte Wallfahrtskirche am Ostfuss des Piz Curver) verarbeitet. Aus der Gegend von Ziteil sind in der geologischen Literatur allerdings keine Eisenerze aufgeführt. Erwähnt werden lediglich pyrit-, hämatit- und magnetithaltige Gesteine. Am Curver sind Ophiolithe der Plattendecke vorhanden, wobei Serpentine mit Magnetitoktaedern auffallen, ferner hämatithaltige Spilite. Ähnliches gilt auch vom Piz Martegnas ob Radons. Als weitere Lieferquelle für Eisenerz für Tinzen wird Sur (1.5 km SE vom Dorf) erwähnt. Diese Lokalität galt später als Kupferlagerstätte (früher: alte Eisenerzgrube), welcher Pyrit und Kupferkies (im Serpentin der Plattendecke) lieferte. Ähnliches gilt auch für die kleine Grube auf der Ochsenalp (Cuolm da Bovs, Val d'Err, 4 km östlich von Roffna) indem auch dort kupferhaltiger Pyrit in Serpentin auftritt. Ein weiteres ähnliches Lager ist am Tgiant Ladrun (beim Stein südlich Tiefenkastel) zu finden. Hier kommt der Pyrit allerdings mehr in quarzreichen Schiefern und Sandsteinen vor. Erwiesener Abbau am Schmorrasgrat ab 1835. Koordinaten: 2'758’070 / 1'156’650 Erwiesener Abbau bei Ziteil ab 1835. Koordinaten: 2'758’620 / 1'164’400 Erwiesener Abbau bei Tgiant Ladrung / Tgant Ladrung ab 1810. Koordinaten: 2'764’210 / 1'168’020 Eduard Brun: Unterhalb von Salouf in der Schlucht der Julia wurde vor einigen Jahren die fast vollständig vergessene Ruine eines Eisenwerkes wieder entdeckt und in der Folge mit Unterstützung der Bündner Denkmalpflege, des Vereins der Bündner Bergbaufreunde und Freiwilliger in mehrjähriger Arbeit freigelegt, saniert und gesichert. 1828 kaufte der 23jährige Martin Versell aus Vorarlberg von der Gemeinde Salouf ein Grundstück an der Julia und baute das "Eisenwerk am Stein". Es bestand aus einem Hochofen, einem Wohnhaus, einem Stall, einer oberen Hammerschmiede mit Kohlenmagazin und einer unteren Hammerschmiede mit einem Frischofen. Das verarbeitete Erz stammte vom Piz Alv und von Gruba. 1840 geriet das Eisenwerk in Konkurs und wurde vom schlesischen Grafen Renard aufgekauft. Ab 1866 betrieb der einheimische Schmied Anton Capeder die Schmiede während mindestens dreissig Jahren. Die weitgehende Zerstörung wurde schliesslich durch den Bau der Julierstrasse und des Marmorera-Staudammes durch die Julierkraftwerke des Elektrizitätswerkes der Stadt Zürich eingeleitet. Aus dieser Zeit ist eine fotografische Dokumentation überliefert. Begeht man das Tal von Norden nach Süden, so stösst man bereits kurz oberhalb Tiefenkastel auf die Kupferkiesgrube von Tgant Ladrung. Noch zu erkennen sind die verfallenen Gebäude. Die Grube und eventuell vorhandene Stollen sind heute verschüttet. Am Martegnas wurde im ersten Weltkrieg ein Nickelvorkommen untersucht, jedoch wegen des geringen Gehaltes nicht verwertet. Martegn-Muttala sura: Die Erzzone Martegn-Muttala sura befindet sich nördlich von Innerferrera, auf der linken Seite des Ferreratals. Sie beginnt auf 1'550 m ü. M., oberhalb der Kraftwerkszentrale, und zieht sich bis auf 2'530 m ü. M oberhalb des Lai da Muttala. Die einheitliche Lagerung des Erzes lässt den Schluss zu, dass es sich ursprünglich um ein durchgehendes, zusammenhängendes, 2 km langes Flöz gehandelt hat. Durch die Bewegung des Gebirges wurde es jedoch zerrissen und teilweise von Schutt überdeckt. Das Erz dieses Gebiets besteht hauptsächlich aus Eisencarbonat, welches eine gelblich-braune Farbe aufweist. Aber auch schwarzes Eisenoxyd, so genannter Hämatit, ist vertreten. Die Abbauschlitze wurden mit Holzpfählen gestützt, diese sind jedoch im Laufe der Zeit verfault und haben zu Einstürzen geführt. In den höher gelegenen Teilen der Erzzone erfolgte der Abbau steinbruchartig. Knappenwege lassen sich stellenweise verfolgen. Zudem sind eine Röstgrube und auf 2200 m noch drei Knappenhäuser zu erkennen. Die 1 bis 5 m mächtige (dicke) Erzzone ist im unteren Bereich mittels eines 8 m tiefen, dem Einfallen des Flözes gegen Norden folgenden Abbauschlitzes ausgebeutet worden, dessen Dach man teilweise durch Holzstützen und Erzpfeiler (Bild) gesichert hat. Bei den höher gelegenen Teilen der Erzzone erfolgte der Abbau nur noch steinbruchartig. Der Erzinhalt des Flözes besteht vorwiegend aus gelblich-bräunlichem Siderit, der intensiv mit Quarz verwachsen ist. Der Eisengehalt übersteigt nirgends 30 %. Die Erzzone Martegn - Mutalla sura liegt auf der linken Seite des Ferreratales nördlich von Innerferrera. Sie beginnt auf 1550 m ü. M. und lässt sich bis auf 2530 m ü. M. oberhalb des Lai da Muttala verfolgen. Die einheitliche Lagerung der Erzzone lässt den Schluss zu, dass hier ursprünglich ein zusammenhängendes 2 km langes Erzflöz bestand, das nachträglich durch Bewegungen des Gebirgskörpers zerrissen und später von Gehängeschutt teilweise noch verdeckt worden ist. Die 1 bis 5 m mächtige (dicke) Erzzone ist im unteren Bereich mittels eines 8 m tiefen, dem Einfallen des Flözes gegen Norden folgenden Abbauschlitzes ausgebeutet worden, dessen Dach man teilweise durch Holzstützen und Erzpfeiler gesichert hat. Bei den höher gelegenen Teilen der Erzzone erfolgte der Abbau nur noch steinbruchartig. Der Erzinhalt des Flözes besteht vorwiegend aus gelblich-bräunlichem Siderit, der intensiv mit Quarz verwachsen ist. Der Eisengehalt übersteigt nirgends 30 %. Die Erzzone des Schmorrasgrates reicht mit Unterbrechnungen von NE unterhalb des Gipfels des Piz Alv bis W der Alphütten von Alp Schmorras. Der Schmorrasgrat bildet die Grenze zwischen dem Ferreratal und dem Oberhalbstein. Auf ihm lässt sich mit Unterbrüchen ein zwischen 0,5 und 2 m, stellenweise sogar 5 m mächtiges Flöz verfolgen, dessen Erzinhalt vor allem aus Hämatitquarzit mit einem Eisengehalt von durchschnittlich 10 % besteht. Innerhalb dieses minderwertigen Erzes treten schmitzenartig Eisenkonzentrationen mit einem Gehalt von 50 % auf, die an mehreren Orten zu einem steinbruchartigen Abbau Anlass gaben. Der grösste Teil der gewonnenen Erze wurde wegen seinem geringen Eisengehalt nicht abtransportiert und liegt noch heute aufgehäuft neben den Abbaustellen. Unterhalb der Hauptabbaustelle, im Mittelabschnitt des Grates, steht auf der Oberhalbsteinerseite ein verfallenes Knappenhaus. Neben diesen grösseren Vorkommen sind weitere kleinere Eisenvererzungen in der Umgebung, die Abbauspuren aufweisen. Steigt man von der Alp Schmorras in südwestlicher Richtung über die Alpweiden auf, trifft man schon bald auf einen ersten Aufschluss, erkennbar vor allem an Haufen ausgeschiedenen Erzes. Wenig höher in gleicher Richtung und kurz vor dem Steilaufschwung gegen den Grat liegen in flachem Gelände die Resten der ehemaligen Knappenunterkunft, von der aus, dem nördlichen Rand des Geländeaufschwungs folgend, noch schwach die Spur eines Grubenweges erkennbar ist. Dieser ist in seinem obersten Teil gut erhalten und leicht begehbar. Er windet sich noch um einige Felsblöcke herum zum verstürzten Eingang des ersten Stollens. Der horizontal verlaufende Stolleneingang war durch Holzeinbauten, auf denen die Buchstaben AC und AW eingeschnitzt sind, sowie durch seitliche Steinmauern gut gesichert und ausgebaut. Er ist heute durch herunter gestürztes Gestein weitgehend verschüttet und nicht mehr begehbar. Obwohl weitere Holzeinbauten tiefer im Stollen sichtbar sind, lässt sich dessen Ausdehnung nicht erkennen. Auf Grund der recht grossen Halde vor dem Mundloch muss hier aber doch ein bedeutender Abbau stattgefunden haben. Darüber leicht seitlich versetzt lassen sich zwei weitere Stolleneingänge vor allem an ihren seitlichen Stützmauern und den davor liegenden Ausbruchhalden erkennen. Sie sind aber völlig verschüttet, so dass nicht sicher beurteilt werden kann, ob es sich tatsächlich um Stollen oder evtl. um Tagbauspalten handelt. Dem letzten felsigen Grataufschwung vorgelagert ist gegen Süden eine terassenartige Schulter mit mehreren Versickerungstrichtern im Dolomit. Folgt man ihr in Richtung Fcla. Cotschna, so erkennt man bald ein weiteres Mundloch zu oberst am Grat, bei dem es sich aber nur um eine wenig tiefe Aushöhlung handelt, wo man offenbar sehr schnell auf taubes Gestein stiess und aufgab. Immerhin bietet sich hier eine gewisse Datierungsmöglichkeit in Form eines einzelnen Sprengloches von 35 mm Durchmesser. Da bei uns im Bergbau das "Schiessen" erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts zur Anwendung gelangte, kann dieser Ausbruch kaum viel vor der Jahrhundertwende, wenn nicht später, stattgefunden haben. Etwas tiefer, entsprechend dem Fallen der Schichten, lässt sich ein weiterer grubenartiger Tagbau erkennen, der einiges umfangreicher gewesen sein dürfte als der darüberliegende Stollenanfang. Nahe dabei, direkt am Grat, liegt die Ruine eines weiteren Steinbaues, bei dem es sich aber nicht um ein weiteres Knappenhaus sondern um eine ehemalige militärische Unterkunft handeln soll. Kurz vor dem Steilabbruch zur Fcla. Cotschna lässt sich an der Gratkante sehr schön der hier grabenartige Abbau der Erzader verfolgen. Auf Grund der grossen Haufen von ausgeschiedenem bläulichem Erz und intensiv rot gefärbtem "Roteisenstein" muss aber hier viel minderwertiges Material angetroffen worden sein. Auf einer tieferen Terrasse ist nochmals schwach eine letzte Abbauzone der zentralen Gratpartie erkennbar, doch kann über deren Ergiebigkeit nichts ausgesagt werden. In der von O. Wilhelm zwischen 1920 und 1926 aufgenommenen Geologischen Karte der Landschaft Schams sind die meisten der besprochenen Gruben ebenfalls mit der entsprechenden Signatur verzeichnet. Eine weitere Abbaustelle wird von ihm in der Ostflanke des von der Fcla. Cotschna zum Piz Alv führenden Grates, dem eine gewaltige Blockhalde vorgelagert ist, angegeben. Übersichtskarte: Die bezeichneten Erzzonen sind (siehe Bild): 1 Fianell, 2 Starlera, 3 Schmorrasgrat, 4 und 5 Val Sterla, 6 Bergwiesen, 7 Innerferrera, 8 Piz Mazza, 9 Sut Fuina 10 Piz Grisch, 11 Val Sterla, 12 Samada sut, 13 Samada sura, 14 Martegn. Grünenfelder: In südwestlicher Fortsetzung des Erzlagers von Martegn lassen sich zwischen 1750 m und 2540 m oberhalb des Sees von Muttala einzelne Erzausbisse auffinden. Sie sind durchweg nur auf wenige Meter aufgeschlossen. Wie auf Martegn, so wurde auch auf Muttala Sura an einzelnen Stellen Eisenerz abgebaut. Moränenmaterial und Geröllhaldenschutt überlagern weitgehend die einzelnen Vererzungsstellen. Streichen (N 110° bis 120° E) sowie Fallrichtung (25 bis 35° NE) ist allen Aufschlüssen gemeinsam. Demnach bilden die Erzausbisse eine bis zum Lai Muttala oberhalb Martegn sich erstreckende Zone, die zusammenfassend die Lagerstätte von Muttala Sura bildet. Die Konstanz in der geologischen Lagerung sowie der Vererzungseharakter selbst, lässt weiter vermuten, dass es sich generell um einen lagergangartig durchgehenden Erzkörper handelt, der allerdings durch die quer dazu N-S verlaufenden Scharen von Bewegungsflächen verworfen wurde. Die Vererzungszone lässt sich nur längs ihrer Ausbisslinie verfolgen, so dass über Grösse und Ausdehnung des Erzkörpers nichts ausgesagt werden kann. Als Nebengestein findet man sowohl hangend als auch liegend intensiv verschieferten ophthalmitischen Gneis. Der Kraftwerkstollen, welcher das Ausgleichsbecken von Innerferrera mit dem Stausee von Sufers verbindet, schneidet im Projekt die Ausbisse von Muttala Sura ca. 500 m tiefer und könnte über eine vermutliche Fortsetzung der Lagergänge ins Berginnere Aufschluss geben. Im Detail lassen sich folgende Lagerungsverhältnisse studieren: Von 1850 m mit zahlreichen Unterbrüchen infolge Schuttüberdeckung bis auf 2090 m hinaufreichend erscheint die Vererzung in ihrem Gesamtgefüge komplex. Die Mächtigkeit der einzelnen Lagergänge beträgt durchschnittlich 3 m. Ebenso wie auf Samada Sura und Martegn tritt hier, allerdings in engster Verbindung mit Hämatitlagen, eine aus grobkristallinem Aegirin bestehende Skarnmineralisation auf. Auf 2200 m liegt ein 5m mächtiges Lager vor. Mit Hämatit wechsellagern stromatitisch quarz- und siderit reiche Lagen. Hangendes wie Liegendes ist auf eine Entfernung von rund 3m schwach imprägniert Auf 2300 und 2390 m herrschen ähnliche Verhältnisse, mit dem Unterschied allerdings, dass der Gehalt an Hämatit gleich wie die Mächtigkeit sukzessive abnimmt. Auf 2430 m tritt aus der Schuttüberlagerung ein durchschnittlich 80 cm mächtiger Sideritlagergang zutage, der auf einer Ausbisslinie von 40 m zu verfolgen ist. Auf 2540 m oberhalb des Muttala-Sees ist die Vererzung lediglich auf dünne, dezimeterdicke Sideritflasern beschränkt. Allgemein lassen sich gegenüber den übrigen Lagerstätten keine Unterschiede im Auftreten der Kluftsysteme bzw. deren genetischer Interpretation feststellen. Wesentlich ist allerdings, dass sich innerhalb der hämatitreichen Lagen zentimeterbreite Klüfte finden, die vollständig mit grobidiomorphem Aegirin ausgeheilt sind. Eine Versetzung fand in einem späteren Stadium statt und lieferte eine Neubildung von grobblättrigem, rosettenförmigem Hämatit und Quarz. Nach Grünenfelder können auf einer Sideritlagerstätte folgende Mineralien (meist mikroskopisch) vorkommen: Albit, Anatas, Azurit, Bornit, Calcit, Chalkopyrit (Kupferkies), Chalkosin (Kupferglanz), Chlorit, Covellin, Fahlerz, Ferrostilpnomelan, Goethit, Hämatit, Ilmenit, Magnetit, Malachit, Muskovit, Pyrit, Quarz, Rutil. Stucki beschreibt die Gesteine und Erze wie folgt: Die Erzzone des Schmorrasgrates reicht mit Unterbrüchen von NE unterhalb des Gipfels des Piz Alv bis W der Alphütten von Alp Schmorras. Der komplizierte tektonische Bau der Gratpartie, welcher sich in dachziegelartig übereinander geschobenen Schuppen äussert, erschwert die Feststellung und Verfolgung des Erzniveaus sehr, vor allem im südlichen Teil des Untersuchungsgebietes zwischen Piz Alv und der Fuorcla Cotschna. In diesem Teil werden Aufschlüsse der Erzzone nur unterhalb des Piz Alv auf 2700 m sowie unterhalb P 2643 m, auf 2620 m festgestellt. Zur Hauptsache wird diese südliche Gratpartie von stratigraphisch tieferen Elementen aufgebaut. Ungestörter und somit übersichtlicher aufgeschlossen ist die Erzzone in der zentralen Gratpartie. N oberhalb der Fuorcla Cotschna steht sie wieder an und lässt sich von da mit kleineren Unterbrüchen bis zu ihrem Auskeilen W Alp Schmorras auf eine Distanz von etwa 400 m verfolgen. Im Bachtobel N der Alphütten konnte sie nicht mehr festgestellt werden. Auf grössere Strecken liegt das erzführende Gestein oberflächlich frei und streicht ringsum in den Himmel aus. Auf die letzten tektonischen Bewegungen scheint der ganze, schwach E-fallende Komplex sehr spröde reagiert zu haben. Ein dichtes Netz von tiefen Diaklasen hat die Zone stark zerbrochen, wovon die grossen Blockschuttmassen von Dolomit am E-Hang zeugen. Dadurch ist die Erzzone stellenweise so freigelegt, dass sie in allen drei Dimensionen zugänglich ist. Die Feldaufnahmen haben ergeben, dass sich das erzführende Gestein konkordant in den Triaskarbonatgesteinen verfolgen lässt; dies am schönsten sichtbar in der zentralen Gratpartie. Wenn das Erzniveau nicht immer mit derselben Schicht im Hangenden in Kontakt steht, so ist das den sehr stark schwankenden Triasmächtigkeiten zuzuschreiben. Die Basis bilden Bündnerschiefer der Surettadecke, auf welchen die Triasgesteine des Schmorrasgrates ruhen. Diese Bündnerschiefer sind im Untersuchungsgebiet durch karbonatreiche, dunkelgrüne Sericit-Chloritschiefer und dunkelgraue Sericitschiefer vertreten. Sie wurden von V. STREIFF näher beschrieben. Über diesen Schiefern, mit ihnen stark verfaltet, folgen hellorange bis gelblich anwitternde Dolomite der Splügenerkalkberg-Weissbergzone. Sie bilden das Liegende der Erzzone. Ihre Mächtigkeit schwankt zwischen 3m und 15 m, eine Schwankung, welche auf tektonische Anhäufung und Reduktion zurückzuführen ist. Abgesehen von tektonisch intensiven Verfaltungen ist der Kontakt mit der Erzlage recht scharf. Das Erzniveau ist leicht als dunkelrote Lage von den hellen Nebengesteinen zu unterscheiden. Erzträger ist ein sericitreicher, hämatitführender Quarzit, welcher durch Zurücktreten des Quarzes in Sericitschiefer und -phyllite übergehen kann. Auffallend ist die feine Bänderung. Der Gehalt an Hämatit ist normalerweise gering. Abbauwürdige Stellen, welche von den Alten ausgebeutet wurden, liegen als linsen- und schmitzenartige Hämatitkonzentrationen innerhalb des Erzniveaus. Ihre Ausdehnung ist immer sehr beschränkt, ihr Auftreten zeigt keine Regelmässigkeit. Im Hangenden der Erzlage folgen erneut Dolomite von vorwiegend hellgelblicher und hellgrauer Anwitterungsfarbe. Die Mächtigkeit dieser Dolomite schwankt sehr stark. Der Kontakt mit der Erzlage ist nicht scharf. Diffuse Verdrängungsbilder von Hämatit in Dolomit sind selten und finden sich ausschliesslich in stark durchbewegten Zonen. Jedoch ist ein Verfingern des erzführenden Gesteins in die Dolomite häufig zu beobachten, wobei die feine Bänderung des Quarzites oder Schiefers erhalten bleibt. Die oberste Partie in diesem Profil besteht aus hellen, gebänderten Marmoren, welche eine auffallende dünnplattige Absonderung zeigen. 1. Dolomit, Liegendes der Erzlage: Auffallend ist die hellorange bis gelbliche Anwitterungsfarbe. Makroskopisch erscheint das Gestein dicht oder sehr feinkörnig. Die Textur ist richtungslos-massig. Eine Bänderung oder Schieferung wurde nirgends beobachtet. Dolomitspat ist Hauptgemengteil und bildet mit zurücktretendem Calcit die feinkörnige, mosaikstruierte Grundmasse. Stellenweise können noch Fossilrelikte festgestellt werden. Grobkörnige Dolomitspatkristalle zeigen undulöse Auslöschung. Das Gestein ist erzfrei. Auf Rissen und feinen Adern befindet sich Quarz, begleitet von Sericit. Gegen die Erzlage hin nimmt dieser Gehalt an Quarz stark zu, mit ihm erscheint der Hämatit. Brecciöse Strukturen sind nicht selten. Die Breccienkomponenten bestehen aus dichtem oder zoogenem Dolomit, die Zwischensubstanz aus Karbonat, Quarz und Hämatit. 2. Erzzone: Die Erzlage zeigt im Grossen und Ganzen in qualitativ mineralogischer Zusammensetzung einen recht homogenen Aufbau. Durch Überwiegen der einen und Zurücktreten der anderen Gemengteile ergeben sich verschiedene Gesteinstypen, welche durch Übergänge miteinander verbunden sind. Die Gesteine erscheinen makroskopisch dicht oder sehr feinkörnig. Auffallend ist ihre schwarzrote bis blutrote Farbe, welche auf Beimengungen von feinstverteiltem Hämatit beruht. Die Texturen sind im Detail richtungslos-massig, die Wechsellagerung von verschieden zusammengesetzten Lagen ergibt makroskopisch und mikroskopisch bändrige Texturen, welche an Stellen starker Durchbewegung in schiefrige bis verworren-schiefrige Typen übergehen. Die Hauptgemengteile sind Quarz, Sericit und Hämatit. Apatit ist wichtigster Nebengemengteil. Durch die Vormacht von Quarz erhält man die typisch blutroten, dichten Hämatitquarzite («Roteisensteine»), welche makroskopisch Radiolariten zum Verwechseln ähnlichsehen. Stellenweise treten Konzentrationen von Hämatit auf, welche nur untergeordnet Quarz und Sericit führen. Ab und zu sind sie begleitet von Aegirinaugit. Der Quarz bildet einerseits ein kryptokristallines, schwach gerichtetes Grundgewebe, in welchem Sericit und Apatit unregelmässig verteilt sind. Der Hämatit ist zur Hauptsache feindispers im Quarz eingeschlossen. Andrerseits liegt der Quarz an tektonisch stärker durchbewegten Zonen in fein- bis mittelkörniger, pflasterstruierter Form ohne Einschlüsse von Hämatit vor. Der Sericit ist durchweg äusserst feinschuppig. Als überwiegender Hauptgemengteil bildet er filzige oder feinschuppige Massen, in welchen die andern Gemengteile entweder ungerichtet oder in feinen Schnüren und Linsen eingeordnet sind. Der Hämatit ist zum kleineren Teil als Dispersion im Quarz vorhanden. Meist bildet er feine Tropfen und Plättchen im Grundgewebe von Quarz und Sericit. Der feinkörnige, rundliche Apatit ist der charakteristische Begleiter dieser erzführenden Gesteine. 3. Dolomit, Hangendes der Erzlage: Die Anwitterungsfarbe ist meist hellgrau oder weisslich, selten schwach gelblich. Makroskopisch dicht erscheinend, erkennt man unter dem Mikroskop ein sehr feines, enges Implikationsgefüge von kryptokristallinem Dolomitspat. Calcit, Quarz und Sericit sind sehr seltene Begleitmineralien. 4. Marmor, schwach dolomitisch: Fein- bis mittelkörniger Calcit in Mosaikstruktur ist Hauptgemengteil. Feinkörniger Dolomitspat ist selten. Vereinzelt wurde authigen gebildeter Albit festgestellt. An Stellen, wo dieser Marmor mit der Erzlage in Berührung kommt, konstatiert man eine feine Wechsellagerung von quarz-sericitreichen und kalkreichen Lagen, deren Breite zwischen 1 mm und 5 cm schwanken kann. Auf einer Moräne. Schmorrastgrat gibt es auf der Karte nicht. Evtl. handelt es sich um den Grat südlich des Pass da Schmoras. Die Koordinaten zeigen auf den Pass. Schmorrasgrat: Der Schmorrasgrat, hinter den Alpen Sut Fuina und Mos, bildet die Grenze zwischen dem Ferreratal und dem Oberhalbstein. Ein mächtiges Flöz, mit Unterbrüchen, lässt sich verfolgen, bestehend aus Hämatitquarzit mit einem Eisengehalt von 10%. Innerhalb des minderwertigen Erzes treten konzentrierte Eisenvorkommen auf, mit einem Gehalt von 50%. Abgebaut wurde es als Steinbruch. Der grösste Teil des Eisens konnte nicht abtransportiert werden und liegt heute noch aufgehäuft neben den Abbaustellen. Unterhalb der Hauptabbaustelle, im mittleren Teil des Grates, steht noch ein zerfallenes Knappenhaus; aber nur noch Teile der Grubenwege sind sichtbar. |
Koordinaten, ca.: | 2'757’989 / 1'157’933 |
Literatur: | - Brugger, Joël; Schweizer Strahler; 1998; Heft 2; Seite 265 - 266; Johninnesit vom Val Ferrera (GR) - Brugger, Joël & Berlepsch, P.; SMPM; 1997; Buch 77,3; Seite 449 - Brun, Eduard; Bergknappe; 1979/4; Heft 10; Seite 4 - 8; Der Bergbau im Oberhalbstein - Brun, Eduard; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 8-13; 3500 Jahre Bergbau und Verhüttung im Oberhalbstein - Brun, Eduard; Minaria Helvetica; 1988; Heft 8a; Seite 33 - 42; Die Eisenerzvorkommen des Schmorrasgrates und ihre Verhüttung im Oberhalbstein - Epprecht, Willfried; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie - kleinere Mitteilungen Nr. 19 Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. Sonderdruck aus SMPM, Band 37; 1957; Heft 2 - Grünenfelder, Marc; 1956; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 35; Petrographie des Roffnakristallins in Mittelbünden und seine Eisenvererzung; Seite 32-34 - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1991/1; Heft 55; Seite 8 - 11; Der Bergbau im Schams und Ferreratal: Weitere Abbaustellen, Schluss - Roth, Philippe & Meisser Nicolas; Schweizer Strahler; 2013; Heft 3; Seite 8 - 21; Die seltenen Mineralien der Bündner Manganvorkommen - Stäbler, Hans; Bergknappe; 1997/1; Heft 79; Seite 14; Eisenerzabbau Martegn - Muttala sura - Stäbler, Hans; Bergknappe; 2015; Heft 126/127; Seite 71-101; Historischer Bergbau im Hinterrhein - Stucky, Klaus; 1960; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 37; Die Eisen- und Manganerze in der Trias des Val Ferrera, S. 21-24 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 209,230 |
Mineralien: | - Aegirin: in deutlichen Mengen. Strahlig bis tafelig angeordnet auf und bildet je nach Vergesellschaftung 0,1 bis 5 cm lange faserig-stängelige Massen von grüner bis dunkelgrüner Farbe. - Albit: in spärlichen Mengen. - Calderit: Schmorrasgrat: Recht selten, braunrot und in beachtenswerten Kristallen. Bildet am südlichen Abhang des Schmorrasgrat die für Granat typische Kombinationen von Rhombendodekaeder und Ikositetraeders. (Ist in gleicher Form unter Fianel aufgeführt). - Eisenerz: - Ferrocalcit: in spärlichen Mengen. Die Ausbildung ist körnig-spätig. Auf der Lagerstätte Muttala Sura tritt er als spärlich vorhandenes Mineral mit Korngrössen bis zu 0,1 mm auf. Er bildet gleichkörnige Massen, deren Körner ineinander verzahnt sind. Feinste Hämatitschüppchen verunmöglichen homogenes Material zu erhalten. Röntgenpulveraufnahmen ergaben neben deutlichen Hämatitlinien Interferenzlinien, die denjenigen von Calcit weitgehend entsprechen. Mikrochemisch lässt sich allerdings ein Gehalt an Fe und Mn feststellen. - Fluorcalcioroméit: Schmorrasgrat: Dunkelgelbe bis braune, oktaedrische, teilweise zonierte Kriställchen. - Hämatit: in grossen Mengen. - Jakobsit: Schmorrasgrat: - Johninnesit: Schmorrasgrat: Lokal angereichert, in Form gelber, fasriger Füllungen diskordanter Adern in der Dolomit-Hämatit-Jakobsit-Vererzung. Die Fasern erreichen bis 4 cm Länge. Seltene isolierte Einzelkristalle werden ebenfalls erwähnt (Brugger & Berlepsch, 1997b). - Karyinit: Schmorrasgrat: Weltweit erst der 3. Fundort dieses Minerals. Nadelig, braun, bis 4 mm lange Kristalle. Dichte Aggregate im Dolomit-Jakobsit-Erz. - Manganberzeliit: Schmorrasgrat: Als cm-breiten Erzbändern, die aus orangem bis bernsteinfarbigem Manganberzellit bestehen. (Ist in gleicher Form unter Fianel aufgeführt). - Manganerz: - Nickelerz: - Palenzonait: Schmorrasgrat: Recht häufig. Charakteristisch ist seine dunkle kirschrote Farbe. Immer zusammen mit orangem Manganberzeliit (Brugger, 1996). - Paraniit-(Y): Schmorrasgrat: - Powellit: Schmorrasgrat: - Pyrit: in spärlichen Mengen. - Pyrobelonit: Schmorrasgrat: - Pyroxmangit: Schmorrasgrat: - Quarz: in grossen Mengen. - Serizit: in spärlichen Mengen.- Siderit: In grossen Mengen. - Stilpnomelan: in Mengen. - Tephroit: Schmorrasgrat: - Wallkilldellit-(Mn): Bildet Rasen kleiner, hell- oder dunkelbrauner, feinschuppiger und glimmerähnlicher Kriställchen. |
Gebiet: | 079_GR / Lenzerheide (dt.) (westlich), Lai (rätorom.) (westlich), Scalotta Region: Bezirk Albula / Gemeinde Vaz/Obervaz |
Beschreibung: | Die Fundregion wird mit 'westlich Lenzerheide' nur sehr allgemein angedeutet. Es dürfte sich aber um das Gebiet Scalottas handeln. Nur ganz bestimmte Felshorizonte innerhalb der Schieferserien führen Klüfte und Mineralien. Zwischen Schiefer und Sandsteinlagen konnten doch Klüfte bis 4.5 Meter Tiefe geöffnet werden. Diese sind aber sehr selten. Die Koordinaten- und Höhenangaben beziehen sich auf den Piz Scalottas und nicht auf den genauen Fundpunkt. |
Koordinaten, ca.: | 2'758’380 / 1'176’560 |
Literatur: | - Greuter, Hans; Urner Mineralienfreund; 2000; Heft 4; Seite 80-83 |
Mineralien: | - Albit: - Calcit: in der Form des sogenannten Fingernagelcalcites. - Chalkopyrit: bis 1 cm. - Fadenquarz: - Limonit: als Überzug auf dem Quarz. - Pyrit: bis 5 mm. - Quarz: wasserklar, weiss, einfacher Habitus, bis 10 cm. Doppelender bis 4 cm. Auch Phantom- und Fadenquarze. |
Gebiet: | 080_GR / Lenzerheide (dt.), Lai (rätorom.), Parpaner Rothorn (Südseite), St. Margaretha (Mine);(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Vaz/Obervaz |
Beschreibung: | Die Koordinaten zeigen auf den Gipfel des Parpaner Rothorns. Parpaner Rothorn: Gangart: Quarz. Ankerit, Breunerit, Braunspat. Gangerze: Kupferkies, Fahlerz, untergeordnet Bleiglanz und Arsenkies. Die Erze des Parpaner Rothorngebiets sind an Gänge, die sich an die Amphibolite und Gneise halten, gebunden. Die Gänge treten, soweit dies bei der unübersichtlichen Lokaltektonik zu ersehen ist, innerhalb einer oder mehrerer wenig mächtiger Gesteinszonen auf, von denen sich eine auf mehrere Kilometer erstreckt. Als Gangarten fanden sich nur Quarz und Karbonate. Die Hauptgänge sind echte Gänge, sie fallen meist 70 bis 80 ° gegenüber dem (grossenteils flach liegenden) Nebengestein ein. Da sie aber nur an eine (oder mehrere) 30 bis 50 m mächtige Zonen gebunden zu sein scheinen, sind sie sehr kurz, treten jedoch in sehr grosser Zahl auf. Vorzugsweise scharen sich an einigen Punkten mehrere mehr oder weniger parallele Gänge. Bei einigen Gängen ist deutlich ersichtlich, dass sie an alte Verwerfungen gebunden sind. Alle Gänge zeigen starken Wechsel in der Mächtigkeit und eine ausserordentliche Neigung zu zertrümmern, ihre Umgebung ist stets von einem nach allen Richtungen verlaufenden Netz von kleinen Gängchen mit gelegentlichen Anschwellungen und nur wenige Millimeter breiten Äderchen umgeben. In Verbindung mit dieser Trümmerung sind auch Gangbrekzien eine ganz allgemeine Erscheinung. Die Gänge sind je nach Inhalt und Mächtigkeit etwas verschieden gebaut. Die mächtigem nichtbrekziösen Gänge (Mächtigkeit etwa von 6 cm bis über 1 m) sind vorwiegend karbonatisch. Quarz beschränkt sich auf das Salband und bisweilen auf eine Lage in der Mitte. Die überall verbreiteten mächtigen, fast reinen Quarzgänge sind immer voller Nebengesteinseinschlüsse, also ausgesprochen brekziös. In den reinen Karbonatgängen findet man nur an wenigen Stellen solche Gesteinseinschlüsse in grösserer Zahl, auch hier sind die Brocken indessen immer von etwas Quarz umgeben. In den Quarzgangbrekzien treten allgemein unregelmässige Karbonatnester auf, deren Rand nach Art der Drusen von zierlichen Quarzkristallen von hexagonalem Habitus überzogen ist. Solche Quarzdrusen mit Karbonatfüllung finden sich auch auf vielen Anschwellungen der ganz feinen Adern und Gängchen. Sie erreichen Durchmesser von mehreren Dezimetern. Die feineren Adern, die bis zu mikroskopischen Dimensionen das Nebengestein durchsetzen, sind vorwiegend gemischte Quarz-Karbonatgänge, öfters sind sie lagig mit einem Quarzband in der Mitte oder am Rand. Der Quarz tritt da, wo er in Karbonat liegt. fast stets idiomorph langsäulig auf. Was an den obenerwähnten Quarzdrusen makroskopisch ersichtlich ist, zeigt sich auch im Dünnschliff: die Quarzkristalle sind vorzugsweise an Gangrändern oder Nebengesteinseinschlüssen aufgewachsen. In den reinen Quarzgängen oder Gangteilen, die rein quarzig sind, beobachtet man recht verschiedene Strukturen, doch ist auch hier eine ausgesprochene Tendenz zur idiomorphen Ausbildung der Individuen vorhanden. Verschiedentlich gilt, dass grössere Kristalle, mehr oder weniger idiomorph, ein Grundgefüge bilden; in die grossen Individuen finden sich dann kleine, vollkommen. idiomorphe Quarze eingeschlossen. Ganz anders sind die Strukturen, bei denen der Quarz in längeren Säulchen auftritt, die mit ihrer Längserstreckung gewisse Richtungen bevorzugen; gewöhnlich sind es deren zwei, die sich nahezu unter 90° kreuzen. Figur 9 zeigt eine solche Struktur. Weitern zeigen Quarzpartien (besonders makroskopisch dichte, grünlich durchscheinende) einen sehr feinen, unregelmässigen Faserbau, der ganz an den des Chalzedons erinnert. Sogar grössere Quarzkristalle, die sich etwa in solchen Gebilden finden, können randlich gewissermassen ausfasern. Sehr häufig, wenn auch nicht immer, ist der Quarz durch äusserst feine Einschlüsse in streifenförmiger, zonarer oder auch unregelmässiger Anordnung getrübt. Kataklase oder undulöse Auslöschung findet sich vereinzelt. Verbreitet ist bei Quarzen, die in Karbonat oder Erz liegen, starke Korrosion, die bis zur Skelettbildung führt. In grösserer Menge tritt ein Karbonat von bellgelblichweisser Farbe (Anwitterung hellbraunrot) auf. Besonders ist es in den feinen Gängen und den Quarzdrusen verbreitet, findet sich aber auch als Bestandteil der mächtigem Karbonatgänge. Es dürfte ungefähr von der Zusammensetzung der Analyse 3 sein, es handelte sich somit um Ankerit. Ebenfalls um Ankerit scheint es sich bei einem eigentümlich gelbgrünen Karbonat (4) aus einem Gang in ausnahmsweise unverändertem. Amphibolit und bei dem hellbraunen Aggregat der Analyse 5 zu handeln. Die mächtigem Karbonatgänge enthalten zum grossen Teil gelbbraune bis lederbraune Karbonate mit tiefdunkel- bis schwarzbrauner Anwitterungsfarbe. Analyse 1 zeigt einen solchen, besonders MgCO3-reichen Braun s p a t. Kalkarm ist das Karbonat der Analyse 2 bei dem annähernd molekular (Fe, Ca, Mn)CO3: MgCO3 = 1 : 1, wobei allerdings der CaC0„-Anteil sehr gering ist; dieses Karbonat ist als Breunerit zu bezeichnen. Häufig finden sich in den mächtigen Gängen zwei verschiedene Karbonate nebeneinander vor, so stammen der grobspätige helle Ankerit der Analyse 3 und der braune feinkörnige Breunerit (Analyse 2) aus dem gleichen Handstück. Beide Karbonate finden sich unregelmässig verwachsen in etwa gleicher Menge vor. Es hat durchaus den Anschein, dass sich aus der Lösung die beiden Karbonate mit einem bestimmten Verhältnis gewisser Stoffe gleichzeitig ausschieden, also stabiler waren als ein Mischkarbonat, das dem Mengenverhältnis und der Zusammensetzung der beiden Karbonate entsprechend sich aus etwa je 30 °/o CaCO3 und FeCO3 und 40 °/o Mg003 zusammengesetzt hätte. Demnach hätten sich der Ankerit und der Breunerit an Stelle eines komplexen Braunspats ausgeschieden. Dieses Nebeneinandervorkommen eines eisenreichern und eines eisenärmeren Karbonats ist in den mächtigem Gängen sehr häufig. Ganz vereinzelt fand sich auf Gangklüften noch ein schwach rötliches Karbonat in aufgewachsenen Kristallen. Es erwies sich chemisch als ein nur wenig Mn-führender Kalzit. Mehrfach wurden in völlig unverwitterten Gangpartien ausgesprochen rote Karbonate neben den gewöhnlichen hellbräunlichen angetroffen. Unter dem Mikroskop zeigte es sich, dass die rote Farbe durch unregelmässig eingelagerte Hämatitschuppen bedingt ist, ähnlich wie solche in manchen Orthoklasen aufzutreten pflegen. Vielleicht könnte auch hier die Entstehung auf Entmischung beruhen. Die Erze machen nach den heutigen (1930) Aufschlüssen nur einen sehr geringen Teil der Gangmasse aus, ja sie finden sich in vielen Gängen fast nur spurenweise oder dann in sehr feiner Verteilung. Makroskopisch wurden folgende Erze festgestellt: Fahlerz, Kupferkies, Pyrit, Bleiglanz, Malachit, Azurit. Unter dem Mikroskop treten hinzu: Arsenkies, Kupferindig und wahrscheinlich Zinkblende. Die Haupterze der Gänge, Fahlerz und Kupferkies, treten in dünnen Adern, Flittern oder Nestern von höchstens 1 bis 2 cm Durchmesser im Quarz und im Karbonat auf. Beide Erze finden sich isoliert oder häufiger zusammen. Bleiglanz trifft man seltener und nur im Quarz. Pyrit ist nur ausnahmsweise Gangbestandteil, sehr verbreitet in Knollen oder in feiner Verteilung ist er dagegen im Nebengestein in unmittelbarer Nachbarschaft der Gänge. Unter dem Mikroskop sind einige Beobachtungen zu machen, die auf die Entstehung hinweisen könnten. Bei Proben, bei denen Kupferkies und Fahlerz verwachsen sind, zeigt sich öfters, dass in Fahlerz kleine Partien von Kupferkies eingeschlossen sind, oder dass das Fahlerz in Kupferkies eindringt. An Stellen starker Durchwachsung der beiden Erze treten bisweilen in grösserer Zahl zierliche Arsenkieskristalle mit den für sie charakteristischen Formen, oft mit starken Korrosionserscheinungen, auf. In ungemischten Erzpartien scheint Arsenkies nur selten zu sein. Der Kupferindig tritt im Fahlerz in Rissen, die am Kupferkies scharf absetzen, auf. Bei einer Probe, die nur Fahlerz und Quarz enthielt, war schön zu sehen, wie das Erz die Zwischenmasse von vorzüglich idiomorphen Quarzen, die stellenweise sehr starke Korrosionen aufweisen, bildet. Eine Pyritprobe aus der unmittelbaren Gangnachbarschaft enthielt in kleiner Menge Einlagerungen von Kupferkies und Fahlerz, also der hauptsächlichsten Gangerze. Der Pyrit tritt selbst in Würfeln oder seltener in Pentagondodekaedern, kenntlich an den häufigen fünfeckigen Schnitten, auf. In den meisten Fällen pflegt er scharf an den Gängen (auch an den feinsten Adern) abzusetzen. Der Gangquarz scheint auch etwas Gold, allerdings in unbedeutenden Mengen, zu enthalten. In einer Mittelprobe mit geringem Erzgehalt (Bleiglanz und Kupferkies) vom Westhang des Rothorns wurde 1,0 g pro Tonne festgestellt. In einer weiteren Probe vom Totälpli (Vorkommen neben der quarzigen Gangart zum grösseren Teil aus sehr pyritreichem Nebengestein bestand, fand sich nur 0,5 g pro Tonne. Der Pyrit ist demnach wie zu erwarten goldfrei. Die karbonatreichen umgewandelten Gesteine des Parpaner Rothorns verwittern oberflächlich sehr leicht zu braunrotem Limonit und tragen wesentlich zur ausgesprochenen Rotfärbung der Gipfelpartie bei. Die pyritreichen Gesteine erhalten bei der Verwitterung ein verlöchertes, schlackenähnliches Aussehen, doch reicht die Verwitterungszone kaum einige Dezimeter tief, meist ist sie nur ganz oberflächlich. Innerhalb Gangzone sind im Folgenden die besseren oder durch frühen Bergbau bemerkenswerten Aufschlüsse kurz geschrieben. Die in Klammer gesetzten Zahlen entsprechen den Nummern des Übersichtskärtchens. Der nördlichste Aufschluss des Westhangs der Rothornkette befindet sich in der Runse östlich P. 2485, auf etwa 2520 bis 2550 m Höhe. Hier wurden anfangs des vorigen Jahrhunderts von der Gewerkschaft Demenga einige Schürfe ausgeführt. Die Reste von kleinen Bauten und Wegspuren sind noch heute (1930) sichtbar. Von den Schürfarbeiten sind noch erhalten ein ganz kurzer Stollen (zirka 10 m) und zwei eingestürzte Schlitze, die offensichtlich den steil einfallenden Gängen folgten. Quervain stellte in diesem Gebiet drei grössere mehr oder weniger parallele Gänge fest, die alle mit zirka 80° gegenüber dem flach gelagerten Nebengestein einfallen. Der unterste, bis 40 cm mächtig und zum Teil lagig gebaut, streicht unmittelbar beim Eingang des Stollens durch. Der Stollen selbst sollte als Querschlag einen Gang erschliessen, der zirka 8 m höher am Hang dem untersten Gang parallel verläuft und auch durch einen jetzt verstürzten Schlitz aufgeschlossen ist. Ungefähr 30 m über dem Stollen befindet sich der dritte Gang, ebenfalls durch einen Schlitz angeschürft. Der unterste Gang ist ein typischer lagiger Quarz-Karbonatgang und in der Nähe des Stollens relativ wenig zertrümmert. Im Weitern Verlauf wechselt er die Mächtigkeit sehr rasch, ist stellenweise auch ganz ausgequetscht und bildet eine Menge Trümer nach allen Richtungen. Noch 30 m über dem Stollen ist er aber wieder zu finden, hier als reiner Karbonatgang im wenig veränderten Amphibolit. Hier ist sehr gut zu sehen, wie der Gang einer alten Verwerfung folgt. Alle Gänge sind so weit sichtbar sehr erzarm, dagegen liegt der dritte in einer sehr pyritreichen Gesteinspartie mit intensiver Verwitterung an der Oberfläche. Nebengestein ist vorwiegend der hellgrünliche Karbonat-Serizitschiefer oder ein karbonatführender Muskovitschiefer. Sehr ausgedehnte Vorkommen finden sich in der Rothorngipfelpartie, allerdings alle schwierig und besonders gefährlich zu begehen. Am besten zugänglich ist noch die Stelle (2) oberhalb der beiden grossen Schuttkegel. Die Örtlichkeit fällt durch intensiv braunrote Anwitterung auf. Die ganze Gesteinspartie ist hier sehr stark durchadert von sehr schönen brekziösen Gangfragmenten und Trümmern bis zu 1 m Mächtigkeit. Der genauere Gangverlauf ist in den stark verstürzten, steinschlaggefährlichen Hängen schlecht zu überblicken, doch fallen auch hier die Hauptgänge steil gegen das Nebengestein ein. Sehr wahrscheinlich befanden sich hier alte Baue, wenn auch keine Spuren mehr festzustellen sind. Erz ist in geringer Menge überall sichtbar, als Gangart wiegt Quarz weit vor und dementsprechend sind die schönen Gangbrekzien hier weit verbreitet. Von dem Westhang des eigentlichen Rothorngipfels bis zu der tiefsten Einsattelung zwischen Rothorn und Foil Cotschen setzen die Gangbildungen wohl nirgends ganz aus. Noch bedeutend mächtiger aber als an (2) sind sie an der mit (3) bezeichneten Stelle, wo die Gänge oft Mächtigkeiten von 1 m erreichen. Karbonat herrscht hier ganz ausgesprochen vor, besonders auch eisenreiche Varietäten, die hier auch die Zwischenmasse der Brekzien bilden. Erz wurde dagegen hier fast nicht gefunden. Das Vorkommen liegt auf 2450 bis 2500 in Höhe. Urkundlich bezeugt sind alte Baue auf Sanaspans, dem weiten Talkessel südöstlich des Rothorns, wo unterhalb Plan Bi auf zirka 2450 bis 2480 m die Gangbildungen wieder auftreten (4). Mächtige brekziöse Quarz- und daneben reine Karbonatgänge sind steil einfallend aufgeschlossen. Sichere Anzeichen von alten Bauen wurden in dem stark zerklüfteten Gebiet nicht gefunden, möglicherweise ist ein Felsspalt im Ganggebiet künstlich. In der Halde fand sich ein relativ reichlich mit Kupferkies und Fahlerz durchsetzter grösserer Karbonatblock. Ein weiteres Vorkommen, befindet sich auf der Grathöhe zwischen P. 2870 und 2899, etwa in 2850 in Höhe (5). Eine auf der Grathöhe besonders auffällige muldenartige Vertiefung ist ohne Zweifel ein alter Schurf, umso mehr, als sich in einer Geröllhalde wenige Meter unterhalb grosse Gangstücke finden lassen, die nirgends anstehend sind, die also einem alten Haldensturz entstammen dürften. Die hier aufgeschürfte Gangzone setzt sich auch in den NW-Hängen von P. 2899 fort, mit Gängen bis zu 30 cm Mächtigkeit. Wiederum einen Aufschluss bietet die Pyritschürfstelle (6) etwa 100 in nördlich (5) in dem sanft abfallenden Ostabhang von P. 2870 um 2800 in hoch gelegen. Brekziöse Quarz-Karbonatgangpartien liegen hier in lokal sehr pyritreichem Nebengestein, was Veranlassung zu einer kleinen, noch heute (1930) sichtbaren Schürfung gab. Oberflächlich ist die Stelle sehr stark verwittert. Die Vorkommen 1, 2, 3 am Westhang liegen ganz deutlich in einer schmalen Zone (30 bis 50 m) in den flachliegenden Amphiboliten und Gneisen, auch für 4 liegt diese Annahme auf der Hand, wenn auch die Verbindung nicht durchweg aufgeschlossen ist. Die Beziehungen von 5 und 6 zu den andern sind unklar und in den kristallinen Gebieten ohne Leithorizont schwer zu klären; allein Anschein nach gehören sie einer zweiten Gangzone an. Quarz ist meist idiomorph, überzieht in Kristallen Kluftwände und Nebengesteinseinschlüsse auch in sonst karbonatischen Gängen. Er ist oft korrodiert, wird von Karbonatgängen und -Adern häufig durchsetzt. Das Nebengestein, auch das in Quarzgängen eingeschlossene, enthält ähnliches Karbonat wie das, welches in den Gängen auftritt. Es weist aber oft viel Pyrit auf, der die Gänge meidet. Im wenig oder unveränderten Nebengestein wurden nur fast reine Karbonatgänge beobachtet (am Rand der Gangzone). Kupferkies und Fahlerz treten in Quarz und Karbonat auf, im Quarz jedoch Fahlerz nur in Nachbarschaft von Karbonat. Bleiglanz findet sich nur im Quarz. Fahlerz dringt oft in Kupferkies ein, Verwachsungen beider Erze enthalten korrodierten Arsenkies. Der allerdings nur an zwei Zufallsproben des grösseren Lagerstättengebiets festgestellte Goldgehalt ist für eine praktische Ausbeutung viel zu gering, weshalb auf kostspielige weitere Prüfungen verzichtet wurde, so interessant an sich die Kenntnis der genauen Verteilung des Goldes wäre. Die Erzlagerstätte am Parpaner Rothorn ist, sei es auf Kupfer, Silber oder Gold, durchaus unabbauwürdig. Für die Schweiz stellt sie jedenfalls das grösste Ankerit- und Breuneritvorkommen dar. |
Koordinaten, ca.: | 2'764’970 / 1'179’070 |
Literatur: | - Casty, J.B.; Bergknappe; 1981/3; Heft 17; Seite 2-13; Der Erzbergbau zwischen Arosa und dem Parpaner Rothorn und dessen Bedeutung für Arosa - Epprecht, W.; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie - kleinere Mitteilungen Nr. 19 Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. Sonderdruck aus SMPM, Band 37; 1957; Heft 2 - Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866; Seite 144 - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 158 etc. - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 234 - Quervain, F. de;1931;Beiträge zur Geologie der Schweiz, geotechnische Serie, XVI. Lieferung, Heft 2; Seite 49-69; Die Erzlagerstätten am Parpaner Rothorn - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 108 |
Mineralien: | - Andalusit: in quarzführenden Linsen und Knauern, welche im Para- und Mischgneis liegen, derb, zum Teil grün fluoreszierend (Kurzwellen). - Ankerit: als typisches Gangmineral (Braunspat). - Apatit: - Breunerit: - Chalkopyrit: - Cordierit: - Epidot: - Fahlerz: - Ferro-Magnesit: - Ferromagnetit: körnig (zum Teil gross), knollig, dunkelrote Farbtöne. - Galenit: - Hornblende: in Hornblendit. - Klinochlor: - Korund: - Kyanit: selten. - Muskovit: silbrig glänzend, blättchenartig, auf dem Andalusit. - Prehnit: - Pyrit: - Rutil: - Sillimanit: |
Gebiet: | 081_GR / Lenzerheide (dt.), Lai (rätorom.), Piz Scalotta Region: Bezirk Albula / Gemeinde Vaz/Obervaz |
Beschreibung: | Mittels Sessellift kann der Piz Scalotta von der Lenzerheide-Seite aus bequem erreicht werden. Die Funde stammen vermutlich von der Westseite des Berges (Bündnerschiefer). |
Koordinaten, ca.: | 2'758’400 / 1'176’600 |
Literatur: | - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 223 - Rykart, R.; Schweizer Strahler; 1977; Seite 209-221; Zum Wachstum plattiger Quarze mit "Faden" |
Mineralien: | - Fadenquarz: - Quarz: milchig, teils gebogene Individuen |
Gebiet: | 082_GR / Ferrera, Schmitten, Monstein, Silberberg, Bleiberg, Wiesener Schaftäli, Tällibach, Tällitobel, Eisenerzboden, Kuhtäli, Andreasstollen, Bachstollen, Dalvazzerstollen, Geissstollen, Hülfs-, Hütten-, Maximilian-, Neuhoffnung-, Rosalia-, Schaf-, St.Lorenz, St.Michaels-, Tiefen-, Verlorener Stollen, Ferdinand-Grube, Fuxloch, Grosse Tagbauspalte, Langer Michael, Louis Philippe, Guillaume-Mine, Paulsgruob, Schwabentobel, St. Augustin, St. Anna, St.Daniel, St. Georgen, St. Geörgen, St. Mathias, St. Nikolaus, St. Jos, St. Joos, Wassergruoben;(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Schmitten |
Beschreibung: | Ausführliche Informationen über den Bergbau können den Bergknappen (siehe Literaturverzeichnis) entnommen werden. Aus einer ca. 1.5 Meter mächtigen Erzschicht (Trochiten-Dolomit, Trias), welche vor allem in den Jahren 1811 bis 1830 abgebaut wurde. Die Lagerstätte ist - entgegen dem täuschenden Namen - silberarm. Es handelt sich um eine Zn-Pb-Vererzung im Triasdolomit und um eines der ertragreichsten Bergwerke der Schweiz. Es erfolgte vor allem ein Abbau auf Sphalerit. Die erste Abbauphase geht auf das Ende des 15 Jh. (1477) bis Mitte des 17. Jh. (1649) zurück. Im 19 Jh. (1805 - 1846) erfolgte dann eine weitere Phase in der ca. 1000 Tonnen Blei und ebenso viel Zink gewonnen wurde. 1848 wurde der Abbau aufgegeben. Wie auf den Bildern zu sehen ist, handelt es sich beim Silberberg um einen bewaldeten Abhang. Die erzführende Schicht führt vom Wiesener Schaftäli nordostwärts über ca. 1500 Meter bis gegen das Tobel des Mondsteiner Baches. Aufgeschlossen ist die Schicht im Schaftäli anzutreffen. Von der rechten Talflanke her wurde der Abbau vorangetrieben. Vermutlich wurde die Lagerstätte bei der grossen Tagbauspalte entdeckt. Noch heute sind hier am Nordwestrand der Spalte Blei-Zink-Trümmer sichtbar. Eine ausführliche und reich bebilderte Beschreibung über den Bergbau am Silberberg wurde im Heft Minaria Helvetica, 2006, 26b von den beiden Autoren Otto Hirzel und Walter Good publiziert. Stollen am Silberberg: - Andreasstollen; mit heute immer noch unversehrtem Mundloch am Tälibach, 112 Meter unter dem Niveau des Dalvazzerstollens. Wurde als Entwässerungsstollen verwendet. Gebaut 1813-1824. Länge 260 Meter - Dalvazzerstollen (Dalvazzerschacht); ca. 180 Meter lang, begehbar. Am Westufer des Tälibachs ein kleines Kluftloch, noch gut sichtbar. - Fundgruba: 1837, kleiner, alter Bergbau. - Fuxloch: 1589 - Geissstollen (St.Daniel) 1810. 60 Meter, nur Erzspuren, kein Abbau. - Grosse Tagbauspalte; hier wurde vermutlich der Erzgang durch Tiroler Bergbauleute entdeckt. - Hilfsstollen: 1563 m ü. M, 350 Meter lang, Eingang verstürzt. - Hüttenstollen; oder 'Oberer Neuhoffnungsstollen'. 1645 m ü. M. Wenig östlich des Ostrandes des Tälitobel kreuzt der Weg nach Jenisberg eine flache, steil zum Tällitobel abfallende Rinne. Nur noch als schwache Pinge erkennbar. Das Mundloch liegt am Fussweg nach Jenisberg, 24 Meter über dem Neuhoffnungsstollen. - Louis Philippe (Mine); benannt nach dem Bürgerkönig Louis Philippe von Frankreich. Die Mine liegt im Schwabentobel auf 1620 m ü. M. Das Mundloch ist von Waldstrasse zum Silberberg aus gut sichtbar. - Maximilianstollen (Grube Maximilian); ca. 20 Meter nach der Tagbauspalte folgt die Grube Maximilian, benannt nach dem österreichischen Erzherzog Maximilian. Der sehr steile Schrägschacht endet beim Tiefenstollen. - Neuhoffnungsstollen: oder ''Unterer Neuhoffnungsstollen'. - Rosaliastollen; liegt auf der gleichen Höhe wie der Eingang zur Mine Louis Philippe. Sein Mundloch ist aber im dichten Wald zu finden. 1620 m ü. M., Länge 107 Meter, angelegt von der französischen Gesellschaft. - Schafstollen: 1810, bei Fundgruba (unterhalb), wenig Erz. - Schwabentobel (Mine Louis-Philippe): siehe Mine Louis Philippe. - St. Anna: Eingestürzt. 1690 m ü. M. 250 Meter östlich des Tälitobels in einer Waldschneise. Noch schwach erkennbar. - St. Georgen 1589; liegt 40 Meter über dem Hilfsstollen, geringe Ausbeute. - St. Lorenzstollen. - St. Jos, St. Joos: 1589. - St. Michaelsstollen, Langer Michael; Hilfsstollen begonnen 1810 und mit Unterbrüchen beendet 1828. Länge 350 Meter. - Tiefenstollen: am Ost-Ufer des Baches unter der grossen Schutthalde. 180 Meter. Es ist nur noch der Eingang begehbar. Erwähnt wird 1588 eine alte Eisengrube St.Mathias. Schmid: Auf der Nordseite des Landwassertales, westlich von Davos, ob Schmitten, enthält der Wettersteindolomit des Bleiberges in 5-10 m mächtiger, brekziöser Schicht Bleiglanz, der ums Jahr 1830 abgebaut worden ist. Auf dem südöstlichen Abhang der "Züge" liegt am Silberberg in dolomitischen Kalken der Untern Trias eine ca. 1 m mächtige, mit Bleiglanz und Zinkblende imprägnierte Bank. - Die Erze von Bleiberg und Silberberg wurden in der Bleihütte Hoffnungsau im Landwassertal und in den Zinköfen von Klosters und Bellaluna bis zum Jahre 1848 verhüttet. Gadmers Verzeichnis (1589 bis 1603), das aus dem Jahre 1588 stammt, zählt 17 Gruben am Silberberg (oder Praunpenz, Brombenz, wie diese Gegend auch genannt wird) auf, nämlich: 1. Inn Prunpentzenen Rüfenen, der alt Stollen am Landtwasser bym Bach ussen; St. Lucia. 2. Hie Innen beym Egg, auch am Landtwasser: Zum hohen Kreutz. 3. Mitten in den Rüffenen: ad St. Trinitatem. 4. Die Schacht oben uff der Clufft: Zur Gottesgab. 5. Wasserpaw: Maximilian und Ferdinand (Tiefer Stollen ? ). 6. Von dannen bim Bach uf ein alte ysen Gruob: St. Matthias. 7-12. Von der Wassergruoben den alten Schachten nach hinauff: St. Jos, St. Daniel, Fuxloch, St. Geörgen, Paulsgruob underm Weg, St. Helena und 13. Die New Innfahrt ob dem Weg: St. Johann. 14. Der angefangen Stollen underm Weg im Wald unnen: St. Lorenz. 15. Im Schwabenthobl by der grossen Clufft im Khol; St. Barthlome. 16. By der Stuben: St. Nicolaus. 17. Zu nechst herinnen ob dem Weg, Beim Silbergbach (Silberbergbach?): St. Chilian. Die Bemerkungen ,,am Landtwasser" bei den Gruben 1 und 2 zeigen, dass es sich hier kaum um Arbeiten am Blei-Zink-Vorkommen handeln kann. Ob alle andern der angeführten Gruben auf letzteres angelegt wurden, lässt sich nicht sicher entscheiden, da die Art des ausgebeuteten Erzes nirgends angeführt ist. Die Gruben 5-17 gehören jedoch ziemlich sicher dem eigentlichen Silberberg an, denn nimmt man an, dass Gadmers Nr. 5, Wasserpaw (Wasserbau), mit dem Tiefen Stollen identisch ist, so lassen sich von da ausgehend in verschiedenen, unter 7-17 angeführten Bauten alte Stollen am Silberberg erkennen. Insgesamt wurden am Silberberg über 11'000 Kubikmeter Gestein abgebaut und dabei ein mehrere Kilometer langes und mehrere Stockwerke umfassendes Stollensystem geschaffen. Im 19. Jahrhundert wurden ca. 30000 Zentner Erz gewonnen. Gemäss Escher (1935) wurden wöchentlich ca. 26 Tonnen Erz gepocht, die 5500 kg Sphalerit und 500 kg Galenit ergaben. Escher (1935) beschreibt die Lagerstätte am Silberberg wie folgt: "Die stärkste Erzanreicherung fand auf der E-Seite des Tälitobels statt, weiter südwestlich ist kein Erz mehr aufgeschlossen, dagegen findet sich im NW, im Schwabentobel , eine weitere, aber unbedeutende Imprägnation (Mine Louis-Philippe) und im Rosaliastollen, 1,7 km NW vom Tällitobel, treten noch Spuren von Zinkblende auf. Das Hauptvorkommen im Tällitobel (Grube Neu-Hoffnung) oder Mine Guillaume) streicht an verschiedenen Punkten am E-Hang des Tobels (...) aus: (...) Der tiefste Erzaufschluss liegt im noch begehbaren Andreasstollen (...) Die Erze sind streng an eine 1.5 - 2 Meter, ausnahmsweise bis 5 Meter mächtige Zone gebunden. Innerhalb dieser sind sie in bald eng, bald locker gescharten Trümer (...) angeordnet. Die Mächtigkeit der Trümer beträgt selten mehr als 1-6 cm, (...) höchstens 12 cm (...). Die Trümer verlaufen in der Regel konkordant zur Schichtung des Nebengesteins und gehen nicht aus dem TD hinaus". Die Koordinaten zeigen auf Schmitten. Dalvazzer: In der ersten Bergbauperiode wurden die guten Erze aus dem Schacht, der von der Tagbauspalte bis zum Tiefenstollen reichte, gefördert, den die «Alten» 1534 Wassergruoben zu Sant Phillip und Jacob und 1588 Wasserpaw Maximilian und Ferdinand und die Gewerkschaft im 19. Jahrhundert Dalvazzerschacht nannten. In dieser letzten Periode kam der Dalvazzerstollen, dessen Mundloch vom Pochplatz aus geöffnet worden war, hinzu. Dieser zentrale Bereich war das Herzstück der Anlage. Laut den geognostischen Notizen von H.C. Escher war dieser Teil des Grubengebäudes erzreich und mit Firsten- und Tiefenbau ausgebeutet worden. St. Lorenz- oder Alt- (Neu)hoffnungsstollen: Dieser wurde 1588 von Bergrichter Gadmer übernommen als "St. Lorenzen, der angefangene Stollen underm weg im Wald unnen. Sanct Augustin: Diese Benennung ist erst in Gadmers Bergrichterzeit entstanden, mit (verschütteter) Einfahrt neben St. Nicolaus. Dies deutet auf die "Eigenbrötelei" der damaligen kleinen Grubenpächter hin, die sich auf einen gemeinsamen, genossenschaftlichen Betrieb nicht einigen konnten. "Bei der Stuba", "St. Nicolaus", ''Lieber Augustin": Hier, an felsiger Rücklehne standen die "Huthäuser" beider Bergbauepochen, und die breite Pochhalde lässt auch eine Poche vermuten. Um 1808 entstand hier das "Obere Huthaus" mit Schmiede. Weiter Schreibt Strub: "Taube Löcher" wird man beim allezeit gebefreudigen "St. Nicolaus" und dem ''Lieben Augustin" nicht vermuten: dass hier gepocht und sogar geschmolzen wurde, zeigt auch das 1952 complet ausgegrabene ''Bleischmelzöfeli'' drüben "am Egg", in welchem zumindest die Schmelzproben gemacht wurden, ein sogenannter Steiger- oder Probierofen. Sanct Daniel (Geissstollen): Aus dem Briefverkehr entnehmen wir folgende Beschreibungen von Joh. Strub: Oben am Touristenweg nach Jenisberg liegen in tiefen Mulden 2 verschüttete alte Gruben, die nicht mehr untersucht werden können, uns aber kulturhistorisch Wichtiges zu sagen haben, die eine (Erbstöllel") weltliche, die andere (St. Helena) kirchlicher Benennung. Rosaliestollen: 1620 m. ü. M. im Wald gegen Monstein. Mine Louis-Philippe: 1620 m. ü. M im Schwabentobel. St. Anna: 1690 m. ü. M. ca. 250 m östlich des Tällitobels in einer Waldschneise. Hüttenstollen oder oberer Neuhoffnungsstollen: 1645 m. ü. M. direkt am Weg nach Jenisberg. Neuhoffnungsstollen: 1620 m. ü. M. unter dem Weg nach Jenisberg. Im Tällitobel liegen von oben nach unten folgende Gruben: Fundgrube Schafstollen Geissstollen Hilfsstollen "St. Michael": 1563 m. ü. M. Galerie Guillaume Dalvazzerstollen Tiefenstollen Andreasstollen Auf der linken Seite des Tällitobels ist ungefähr auf gleicher Höhe wie der Dalvazzerstollen ein kleiner namenloser Versuchsbau vorhanden. Der Hilfs- und Erbstollen «Langer Michael» am Ende der Erzstrasse, in der Runse vor dem Tribihus soll für Führungen zugänglich gemacht werden, damit die Besucher tiefer in den Berg eindringen können, was im Dalvazzerstollen leider nicht mehr möglich ist. Örtlichkeitsbezeichnungen in der Landschaft Davos, die im Zusammenhang mit dem Bergwerk "Silberberg" stehen könnten A. Karte Monstein 1:10'000 uf Thomesch. Koord. 2'779'000 / 1'179’000, ca. 1575 m. Einstiges Knappenhaus an der Spiinerstrasse, gehörte wohl zur Grube zu "St. Thomas" in den Riedern? in de Gruobe. Koord. 2'782'000 / 1'191’000 ca. 2060 m. Wird sich wohl um Gruben handeln, die aus irgendeinem Grund ausgebeutet wurden. Dazu auch "Gruobenalp". Die "Gruoben" liegen rund 700 m südöstlich der Parsennhütte. (N.B. denkbar wäre natürlich auch, dass der Name gar nicht von Gruben herkommt, die ausgebeutet wurden, sondern dass der Name von den Erdrutschgruben am Stützbach herkommen!). Erezgruobe. Koord.2’785'000 / 1’179’000 m, ca. 2530 m. ü. M. Am Tällihoore, rund 150 - 200 m westlich unterhalb des Grates, der vom Tällihoore zum Wiitihüreli führt. Wie beschwerlich mag wohl der Abtransport dieses Erzes gewesen sein? uf de Gruobe, die hinder Gruobe. Koord. 2'786'000 / 1'179’000, ca. 2540 m. Im Riinischtälli / Dischma (Rhinertäli auf Karte). die usser Gruobe. Koord. 2’787'000 / 1’179’000, ca. 2550 m. Gehört zu Nr. 25 im Riinischtälli / Dischma. Erezbäärg, Erezböde, Erezschluocht. Koord. 2’780'000 / 1’175’000, 2616 m. ü. M., ca. 2470 m. ü. M. und ca. 2150 m. ü. M. Anstatt "Erezbäärg" nannten die Bauern z.B. auf der Haupteralp die beiden P. 2616 und 2684,7 m "Erezchöpf". Das gewonnene Erz wurde wohl durch die "Erezschluocht" und anschliessendem "Träije" in die Oberalp hinunter befördert. Ein Bergrodel und Knappenbuch, das die Zeit vom 2. Mai bis Oktober 1481 umfasst, verzeichnet im Oberengadin und Puschlav 31 Gruben. 30 führen einen Namen als Kennzeichen. Eine Grube ist namenlos, was wohl als ein Versehen bei der Aufzeichnung zu erklären ist. Bei den anderen Gruben ergibt sich eine Aufteilung nach Mysterien und Heiligen. "Gottberat" am "Eisenbühl oder Montell ferr im Puschlav", "Heiliger Geist" auf "Mont Sassilion " ob Poschiavo, "Fundgrube in Arissa bei dem Bach", "Zum heiligen Kreuz" auf dem Berg Montür "Heilig Kreuz" auf dem Berg "Mont sotto torylla". Auch im Grubenverzeichnis von Chr. Gadmer aus Davos von 1588 finden sich religiöse Namensgebungen von Stollen und Gruben. "Gottberat" mit der Ortsbestimmung "die Schächte oben auf der Kluft". "Zur Gottesgabe" "bei den grossen Felsen ob dem Dürnboden" Dischmatal bei Davos) "Zum Heiligen Geist" in Arosa, "Zum Heiligen Geist" Saas im Prättigau "Zur Hoffnung" befindet sich auf der Südseite des Rothorns, "Zur Hoffnung" auf der Lenzer Alp Sanaspans im Gericht Belfort, "Zur Hoffnung" befindet sich auf dem Gebiete der Gemeinde Felsberg am Calanda, "Ad sanctam Trinitatem", mitten in den Rüfenen, wird im Praunpenz oder Silberberg "Zu hohen Kreuz am Landwasser innerhalb beim Egg". "Zum Heiligen Kreuz" erscheint in der Alp Ranasca, am Panixerpass, "St. Helena" in der Bergwerksordnung der Herrschaften Rhäzüns und St. Jörgenberg erscheint der Name "St. Helena" "St. Helena" wird ebenfalls im Grubenverzeichnis von Gadmer erwähnt, sowie "St. Michael" im Seitental Dischma bei Davos, "St. Michael, ob dem Dorf Schmitten" sowie weitere fünf Gruben dieses Namens im gleichen Grubenverzeichnis von Gadmer Gadmer erwähnt: "St. Anna" "im breiten Zug" "St. Anna" eine Grube bei Glaris, "St. Anna" in Schuders, "unter der Kirche beim kalten Brunnen", "St. Niklaus" wo Hans Grapp "die nächste Gerechtigkeit an der Grube St. Niklaus, genannt St. Daniel", "St. Daniel" erwähnt Gadmer in Praunpenz am Silberberg bei Davos, "St. Philipp" Oberengadin "St. Jakob" Oberengadin "St. Peter" im Schwabentobel am Silberberg, "St. Paul" im Schwabentobel am Silberberg "St. Andreas" im Schwabentobel am Silberberg "St. Mathias" im Schwabentobel am Silberberg "St. Thomas" im Schwabentobel am Silberberg "St. Bartholomä" im Schwabentobel am Silberberg "St. Jakob" im Schwabentobel am Silberberg "St. Johann" mehrere Gruben "St. Lucas" auf der Alvaneuer Alp "St. Markus" auf der Alvaneuer Alp eine Alaun-Kiesgrube im Ruoben-Tobel in den Riedern auf der Spina bei Glaris. "die Helferin" am Berg Montür, im Puschlav "zu unseren Frauen" auf der Bernina "zu unseren Frauen" "auf dem Berg Camplon", Gegend Bernina "zu unseren Frauen" im Frauentobel bei Frauenkirch-Davos "St. Anton", bei St. Antönien im Prättigau "St. Georg beim Rothen Stein", bei Felsberg am Calanda. Daselbst "St. Christoph" am "Berg Sassilion" im Puschlav "St. Christoph, in der Sartiger Enge" in der Landschaft Davos, im Sertigtal "St. Christoph" an der Südseite des Rothorns auf der Lenzerheide "St. Niclaus" In einem Bergrodel von 1481 wird eine Belehnung vermerkt: "An demselben Tag empfing der Erzknappe Claus wieder eine Fundgrube, die nächste Gerechtigkeit an der Fundgrube linker Hand, genannt zu St. Niclaus" "St. Nicolaus, bei der Stuben" am Silberberg "St. Laurenzen Gottesgabe" Im Oberengadin empfing Georg Wieland 1481 die Grube genannt zu St. Laurenzen Gottesgabe "St. Lorenz" "ein angefangener Stollen unter dem Weg im Walde unten" wird am Silberberg genannt "St. Martin in unser Frauen-Tobel" wahrscheinlich eine Grube bei Frauenkirch, "St. Aegidius" auf dem Berg Sassilion ob Poschiavo, "Heiliger Mauritius" genannt zu St. Moritz "St. Pantaleonstag" Ein weiterer Name aus dem Oberengadiner Bergbuch von 1481 "St. Pantaleon" eine Grube in Puschlav auf dem Berg Camplon, "Zu den Heiligen Drei Königen" eine Grube in Puschlav auf dem Berg Camplon, "St. Friedrich" eine Grube in Puschlav auf dem Berg Camplon, "St. Kilian" bei dem Silberbergbach zunächst innerhalb St. Nicolaus, ob dem Weg". "St. Jos, zum Hubel" in Erosen (Arosa) "Wasserbau Maximilian" am Silberberg, "Ferdinand" am Silberberg, "St. Margaretha" am Silberberg "St. Margareth" am Berg Sassilion im Puschlav befinden sich zwei Gruben "St. Margaretha, eine Eisengrube" im Wiesner Schaftäli bei Jenisberg, "St. Christina" "St. Sophia" "St. Sophia" "St. Maria Magdalena" im Puschlav "St. Maria Magdalena" in der Landschaft Davos "St. Elisabeth" am Berg Montür im Puschlav "St. Luzi" gelegen im Bleiberg bei Schmitten . "Fuchsloch" am Silberberg sowie "Weisse Grube" in Arosa "beim Mayenloch" "Tirolerloch" in Klosters "Schwabenloch" im Schwabentobel am Silberberg Davos, Schwaben. "St. Marcus", eine Alaun-Kiesgrube im Ruoben-Tobel, in den Riedern, oberhalb der Spinen (Spina), "St. Thomas" bezeichneten Stollen. Nicht weit ob dem Weglein Spinabad-Höfje |
Koordinaten, ca.: | 2'770’968 / 1'173’193 |
Literatur: | - Epprecht, Willfried; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie - kleinere Mitteilungen Nr. 19 Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. Sonderdruck aus SMPM, Band 37; 1957; Heft 2 - Good, Walter & Schenk, Hans Peter; Bergknappe; 2011/1; Heft 118; Seite 16-25; Der Dalvazzerstollen im Silberberg, Davos - Hirzel, Otto; Minaria Helvetica; 2006; Heft 26b; Seite 3-24; Das Bergwerk am Silberberg Davos - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1983/2; Heft 24; Seite 13-19; Der Blei- und Zinkbergbau am Silberberg bei Davos Monstein - Krähenbühl, Hans; Mineralien Welt; 1999; Heft 4; Seite 32-41 - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 256,279 - Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917 - Stäbler, Hans; Bergknappe; 1983/4; Heft 26; Seite 2-7; Die Blei- und Zinkgewinnung zu Beginn des 19. Jh. am Silberberg Davos und in Kloster - Stäbler, Hans; Bergknappe; 1984/1; Heft 27; Seite 2-6; Die Blei- und Zinkgewinnung zu Beginn des 19. Jh. am Silberberg Davos und in Klosters - Stäbler, Hans; Bergknappe; 1984/2; Heft 28; Seite 12-15; Die Blei- und Zinkgewinnung zu Beginn des 19. Jh. am Silberberg Davos und in Klosters - Stäbler, Hans; Bergknappe; 1984/3; Heft 29; Seite 2-9; Die Blei- und Zinkgewinnung zu Beginn des 19. Jh. am Silberberg Davos und in Klosters - Stäbler, Hans; Bergknappe; 1984/4; Heft 30, Seite 10-13; Die Blei- und Zinkgewinnung zu Beginn des 19. Jh. am Silberberg Davos und in Klosters - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 176,381 - www.silberberg-davos.ch |
Mineralien: | - Baryt: Silberberg: im Erzgefüge. - Blei: Dalvazzer-Stollen: in einer Erzprobe nachgewiesen von Nicolas Meisser, Uni Lausanne. Gediegenes Blei gilt weltweit als sehr selten und wurde bis heute (2008) in der Schweiz noch nie nachgewiesen. - Calcit: Silberberg: in Drusen innerhalb der dolomitischen Gangart, bis 0.5 mm, mit einem steilen und einem flachen Rhomboeder. - Cerussit: Silberberg: in Drusen des Galenits, in vorzüglicher Ausbildung, idiomorph, klein, meistens verzwillingt. Krusten auf 'Bleizinkerz', weisslich, bläulich, grünlich fluoreszierend (Kurzwellen). - Galenit: Bleiberg: als Erzmineral. Silberberg: zusammen mit Galenit derbe Massen bildend. Auch durchsetzt mit körnigem Jamesonit mit 0.2% Silbergehalt. Derb, in Erzgängen (Escher, 1935). Den Bleiglanz (Galenit) zu erkennen, macht eigentlich keine Mühe, er verrät sich durch die winkligen (oder tafeligen) Bruchkanten und den metallisch grauen Glanz. - Galmei: Bleiberg: als sekundäre Entstehung (Gemenge aus Smithsonit, Hydrozinkit, Hemimorphit, Zinkerze). Silberberg: Rostfarbig, gelblich. Silberberg: als Sekundärmineral. - Gips: Silberberg: im Erzgefüge. - Greenockit: Bleiberg: als Erzmineral. Silberberg: als dunkelgelbe Anflüge auf dem Sphalerit. Am Silberberg Davos finden sich nicht selten auffällig gelborange Anflüge des seltenen Minerals. - Hemimorphit: Silberberg: im Erzgefüge. - Hydrozinkit: Bleiberg: als Erzmineral. Silberberg: im Erzgefüge. - Jamesonit: Bleiberg: als Erzmineral. Silberberg: Jamesonit tritt als spärlicher Begleiter des Bleiglanzes auf. - Lithargit: Dalvazzer-Stollen: in einer Erzprobe nachgewiesen von Nicolas Meisser, Uni Lausanne. Lithargit gilt weltweit als sehr selten und wurde bis heute (2008) in der Schweiz noch nie nachgewiesen. - Pyrit: Bleiberg: als Erzmineral. Silberberg: selten als Körner bis 3 mm. - Silber: Silberberg: Im Galenit mit einem Anteil von 0,2 %. - Smithsonit: Silberberg: im Erzgefüge. - Sphalerit: Bleiberg: als Erzmineral. Silberberg: in einer feinkörnigen, eisenreichen, dunkelbraunen oder in einer grobkörnigen, eisenarmen honiggelben Varietät. Vereinzelt mit eingelagerten Pyritkristallen. Selten auch mit dunkelgelben Anflügen von Greenockit(?). Die Zinkblende (Sphalerit) tritt dafür in verschiedenen Modifikationen auf. Als grobkristalline gelbliche Kristalle (Honigblende), als grauschwarz glänzende, sehr feine und mittel bis grobkristalline Art, als flockige, weissgelbliche Einsprenglinge im Dolomit bis hin zu dichten Ansammlungen dieser «Flocken». In Hohlräumen sind grau- bis gelbgrünliche Einzelkristalle zu finden. Bei den mittel- bis grobkristallinen Proben finden sich rötlich braune Zwischenstufen. |
Gebiet: | 083_GR / Lenzerheide (dt.), Lai (rätorom.), Piz Scalotta Region: Bezirk Albula / Gemeinde Vaz/Obervaz |
Beschreibung: | Mittels Sessellift kann der Piz Scalotta von der Lenzerheide-Seite aus bequem erreicht werden. Die Funde stammen vermutlich von der Westseite des Berges (Bündnerschiefer). |
Koordinaten, ca.: | 2'758’400 / 1'176’600 |
Literatur: | - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 223 - Rykart, R.; Schweizer Strahler; 1977; Seite 209-221; Zum Wachstum plattiger Quarze mit "Faden" |
Mineralien: | - Fadenquarz: - Quarz: milchig, teils gebogene Individuen |
Gebiet: | 084_GR / Lenzerheide (dt.), Lai (rätorom.), Parpaner Rothorn (Südseite), St. Margaretha (Mine);(Erzabbau) Region: Bezirk Albula / Gemeinde Vaz/Obervaz |
Beschreibung: | Im obersten Val Bercla, einem Nebental des Oberhalbstein. Genauere Angaben zu Bergbautätigkeiten fehlen. Aus dem hintern Val Bercla, dem östlichen Seitentälchen des bei Mühlen in die Julia einmündenden Fallerbaches, werden Manganerze in rotgefärbten Schiefern und Hornsteinen erwähnt. Der erzführende Radiolarit ist vergesellschaftet mit den hier in grossen Mengen auftretenden Grüngesteinen der Plattadecke. Besonders schön ist an diesem Vorkommen die konkordante Lagerungsform der an und für sich wenig mächtigen Manganerzschichten zu beobachten. Die Mächtigkeit der mit dem Radiolarit wechsellagernden Erzkinder schwankt zwischen Bruchteilen von Millimetern und etwa 2 cm. Fast durchweg wurden die Erzschichtchen gemeinsam mit dem Radiolarit verfaltet. Das Erz besteht z. T. aus sehr feinkörnigem Braunit, der innig mit Quarz verwachsen ist und z. T. aus Rhodonit. Jüngere Klüfte, die Erz und Nebengestein durchsetzen führen neben Quarz noch folgende Mineralien: Sursassit, Parsettensit, Rhodonit und Albit. Interessant ist, dass Rhodonit nicht nur auf sekundären Klüften, sondern auch in primären Linsen erscheint. |
Koordinaten, ca.: | 2'765’050 / 1'150’910 |
Literatur: | - Geiger,Th.;1948; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 27; Manganerze in den Radiolariten Graubündens; Seite 28 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 349,392 |
Mineralien: | - Albit: - Braunit: sehr feinkörnig, verwachsen mit Quarz. - Manganerz: - Parsettensit: - Quarz: - Radiolarit: - Rhodonit: im obersten Teil des Tales. - Sursassit: in vererzten Radiolariten (Geiger, 1948a). |
Gebiet: | 085_GR / Puschlav (dt.), Poschiavino (ital.), Brusio, Selvaplana, La Sassa;(Talkabbau) Region: Bezirk Bernina / Gemeinde Bivio |
Beschreibung: | La Sassa ist eine Örtlichkeit in der Gemeinde Brusio, auf der linken Talseite. Das kleine Bergwerk ist heute nicht mehr in Betrieb, man baute aber dort noch bis 1960 Talk in kleinen Mengen ab. Damals wurde der Talk in die Innerschweiz verkauft, aber auch nach Deutschland. Nach einer letzten Sendung dorthin wurde der Betrieb, da unrentabel endgültig eingestellt. Heute ist nur noch der Stollen vorhanden. La Sassa befindet sich oberhalb von Selvaplana, NE von Miralago und am Fusse der Felsen von San Romeiro, auf einer Höhe von 1290 m ü. M. Auf einer Pfadspur, erreicht man La Sassa in 10 - 15 Minuten zu Fuss von Selvaplana aus. Der Stollen führt ca. 50 Meter in den Berg hinein. Das Stollenmundloch ist noch gut erkennbar und der Stollen noch ca. 35 Meter gut begehbar. Im hintersten Teil der Talkgrube ist die Begehung nur kriechend möglich. Eine Grundrissskizze des Stollens wurde 1954 von D. E. Zanetti gezeichnet. Die durch Punktierung angegebenen Stellen sind letzte Hauversuche, die damals noch durchgeführt wurden. Die ersten Abbaue auf La Sassa wurden im Jahre 1932 begonnen. Konzessionär der Grube war ein Herr Bornatico von La Motta, Die Gewinnung des Talks war zum Teil nur mit Sprengstoff möglich. Diese Sprengungen erreichten nicht immer die gewünschten Resultate, weil der Talk zu weich ist. Zur Sprengung eigneten sich am besten die Gesteinspartien, die den Talk umschlossen. Unentbehrlich war aber die Handarbeit da die Talkadern sehr unregelmässig auftreten. Im Jahre 1954 fand man auch Spuren eines alten Abbaues, der aber nicht datiert werden konnte. Der Talk wurde nach Brusio transportiert und dort in der heutigen Molkerei zu feinem Pulver vermahlen. Es wurden drei Arten von Talk hergestellt: fein-, mittel- und grobkörniger. Der in die Innerschweiz verkaufte Talk wurde fast ausschliesslich für pharmazeutische Zwecke verwendet. Um 1960 wurde die Fabrik, die den Talk aufkaufte, geschlossen, was das Ende des Talkabbaus in La Sassa bedeutete. Die Talkadern sind umgeben von Talkschiefern und befinden sich in einer Serpentinitmasse, die allein in dieser Zone vorkommt. Es folgen Orthogneise, die in dichtem Kontakt mit den Talkschiefern stehen. Die Gesteinsabfolge im Stollen ist Serpentinit, Talkschiefer, Talk sowie Gneis. Den Serpentinit erkennt man an der dunkelgrün-körnigen Struktur. Verschiedene Partien weisen geschliffene und streifenähnliche Partien auf, die Hinweise auf innere Bewegungen der Gesteinsmassen geben. Der Talk von La Sassa weist eine prächtige Farbe von weiss zu hell- bis dunkelgrün auf. Einige Zonen sind gelb bis orange. Die schönsten Handstücke weisen eine geschliffene, grüne Oberfläche auf, die beim Berühren seifig wirkt. Die Festigkeit der Handstücke ist örtlich verschieden, einige sind sehr fest, andere schieferig und weicher. Brüche sind selten. Analysen haben ergeben, dass der Talk von La Sassa einen hohen Gehalt an Eisen aufweist, was ihn sehr geeignet für pharmazeutische Zwecke macht. Die Talkschiefer haben auch einen hohen Gehalt an Manganerzen. |
Koordinaten, ca.: | |
Literatur: | - Compagnoni, Davide; Bergknappe; 1989/1; Heft 47; Seite 26-28; Die Talkgrube von La Sassa im Puschlav |
Mineralien: | - Talk: |
Gebiet: | 086_GR / Puschlav (dt.), Poschiavino (ital.), Poschiavo I Region: Bezirk Bernina / Gemeinde Poschiavo |
Beschreibung: | Parker erwähnt Funde südwestlich dieser Ortschaft. Die Vorkommen liegen in den mächtigen Serpentinmassen. |
Koordinaten, ca.: | 2'801’500 / 1‘134’010 |
Literatur: | - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 159 etc. |
Mineralien: | - Arsenopyrit: - Chrysotil: faserig, bis 10 cm. - Gold, gediegen: in feinster Verteilung (zum Teil mikroskopisch), meistens im Quarz oder den anderen aufgeführten Mineralien. - Hornblendeasbest: - Löllingit: - Nephrit: - Pyrit: |
Gebiet: | 087_GR / Puschlav (dt.), Poschiavino (ital.), Poschiavo II Region: Bezirk Bernina / Gemeinde Poschiavo |
Beschreibung: | Nachgesagt wird dem Poschiavino eine kleine Goldführung. |
Koordinaten, ca.: | 2'802’161 / 1‘136’646 |
Literatur: | - Pfander, Peter & Jans, Victor; Gold in der Schweiz, 3.Auflage; 2001; Seite 157 |
Mineralien: | - Gold, gediegen: |
Gebiet: | 088_GR / Puschlav (dt.), Poschiavino (ital.), Poschiavo, Alpe Quadrada, Alpe Quadrata, Quadratabach, Urgnasco, Alpe Quadrata di fuore, Alpe Quadrata daint, Quadrata di daint Piatte di Canciano, Passo d'Uer, Val Canciano, Val Cancian, Val di Gole, Val da Guli, Campiglione, Viale, Spineo, Rasiga, La Rasiga, Urgnasco, Urgnasch, Tessa, Posso di Cancano, Passo di Canciano, Pass da Cancian, Alp d'Ur, Lanzada;(Asbestabbau) Region: Bezirk Bernina / Gemeinde Poschiavo |
Beschreibung: | Koordinaten bei Poschiavo. Der Asbestbergbau von Poschiavo hielt sich bis zum Jahre 1912. Tarnuzzer (1901-1902): Die fraglichen Asbestlager liegen hoch am Felsenhange zwischen den Quellthälchen Val Quadrata und Val Canciano (heute Val Cancian), deren Wasserstränge den südlich von der Val di Gole (heute Val da Guli) fliessenden, zwischen Campiglione (heute nicht mehr auf der Karte) und Viale (heute Annunziata) von der westlichen Talseite her in den Poschiavino mündenden Wildbach bilden. Man erreicht sie, indem man von Spineo (heute nicht mehr auf der Karte) oder Rasiga (La Rasiga, bei Poschiavo) aus über die Maiensässe von Tessa und Urgnasco hinaufsteigt und, den Bach der Val Quadrata kurz vor seiner Vereinigung mit dem Wasser des Val Canciano kreuzend, durch Wald und zwischen Felsen hin die Alp Quadrata di daint (1862 m) gewinnt. Die Asbestlager liegen noch höher, in 2000 - 2080 m, 1000 m und etwas mehr über dem Talgründe von Poschiavo und sind von hier weg in 3,5 Stunden zu erreichen. Die am weitesten gegen Norden hin gelegenen Gruben ziehen sich noch ziemlich hoch über den Alphütten von Quadrata di Fuore zur Val Quadrata hin, jenseits welcher die Hütten der Alp d’Ur folgen, 1935 m ü. M. Von hier aus führt der 2550 m hohe Posso di Cancano nach Lanzada im bedeutendsten östlichen Seitenzweige der Val Malenco hinüber. Alle sichtbaren Asbestgruben über der Alp Quadrata sind noch innerhalb der Waldgrenze gelegen. Der Asbest der Alp Quadrata ist unregelmässig im Gestein verteilt; bald findet er sich schon wenig tief unter der Rasendecke im Felsen; in anderen Gruben wurden abbauwürdige Lager erst in grösserer Tiefe gefunden. Seine Lagen, Schnüre und Nester sind von sehr verschiedener Mächtigkeit; soweit man sehen konnte, nie über 10 - 12 cm, aber dafür sind die Fasern meistens sehr lang, und es ist Regel, dass die Länge derselben im Allgemeinen der Länge einer Asbeststeinlage oder -Schicht entspricht. Die Asbestlagen machen alle Biegungen, Knickungen und Fältelungen der Schichten des Muttergesteins mit und weisen so in den verschiedenen Partien oberflächlich sowohl, wie in den Tiefen der Baue die verschiedenartigsten Verhältnisse dar. Bald klebt das faserige Mineral in dünnen, leichten Überzügen an den Schichtwänden und Schieferungsflächen, bald füllt es Klüfte oder zieht gleichmässig durch das Gestein, die Fasern meist in Übereinstimmung mit dem Verlauf der Schichten, in horizontaler Lage oder komplizierte Fältelungslinien darweisend, dann büschelartig aus den Schichtfugen und an Klüften vortretend, bald wieder die Fasern senkrecht oder zu den Kluftflächen geneigt erscheinen lassend. Auch schwellen die Adern nicht selten zu Nestern an, um dann wieder gleichmässiger zu werden, oder auszukeilen, oder plötzlich an Klüften und Sprüngen aufzuhören. Die Vergesellschaftung von Faserdecken des Asbests mit dünnen bis mehrere Centimeter mächtigen die so häufig das Serpentingestein, parallel mit dessen Schichten, durchziehen, lassen auf einen reichlichen Gehalt von Pyroxen oder Hornblende in manchen Abänderungen des Gesteins schliessen. Die vorhandenen Asbestgruben über der Alp Quadrata erstrecken sich auf eine Breite von über 500 m. Denkt man sich aber die Faltung und Fältelung, welche die Malencoschiefer mit ihren Asbestlagen erlitten haben, ausgeglättet, so wären die vorhandenen Asbestschichten mehr als noch einmal so ausgedehnt. Die ersten drei Gruben liegen direkt über den Alphütten von Alp Quadrata di daint in 2000 m Höhe. Sie befinden sich nahe beieinander und weisen durch frühere Bearbeitung geschaffene spaltenartige Austiefungen dar. Der Schichtenfall ist NO gerichtet. An diesen Stellen wurden nur kleine Baue angelegt und war die Asbestgewinnung im Ganzen unbedeutend. Geht man an dem gestuften Felsgehänge aufwärts in südlicher Richtung gegen Val Canciano hin, so gelangt man auf schmaler Felsterrasse zur Grube Nr. 4, die weit bedeutender und grösser ist. Sie ist nach der Tiefe zu umgekehrtkeilförmig ausgeweitet, indem man stets von oben her vordrang und das Gestein lossprengte. Schon in geringer Tiefe unter dem Rasen fand man hier vorzüglichen Asbest des Vorkommens, wie oben ausgeführt wurde. An dieser Lokalität hat man während der kurzen Zeit der Ausbeutung mehrere hundert Kilogramm Asbest gewonnen. Die Grube Nr. 5 hat ihre Position nördlich von den drei ersten, gegen Val Quadrata und Alp d'Ur hin. Die Schichten des schieferigen Harzburgit-Serpentins streichen NW - SO und fallen nach NO ein. Hier drang man nicht von oben herab in die Gesteinsschichten, sondern in Stollen vom Gehänge in den Felsen, innen mit den Stollen aufeinanderstossend. Der südlichere Stollen schloss Gesteinslager auf, die den feinsten Asbest der ganzen Gegend lieferten. Der Serpentin zeigt hier häufig Kalkspathschnüre und-Lagen, deren Wände immer mit feinfaserigem Asbest übersponnen erscheinen; die Asbestlagen sind besonders zahlreich und wechseln von 2 - 10 cm Mächtigkeit, so dass diese Grube als eine der allerbesten der Umgebung anzusehen ist. Dagegen lieferte die Grube Nr. 6, immer in nordöstlicher Richtung vorgeschritten, wieder bedeutend weniger Asbest. Sie ist die höchst angelegte, in ca. 2080 m gelegen; dort befindet sich auch noch, südwestlich der Grube, das Gemäuer des alten Grubenhauses. Die Grube ist von bedeutender Ausdehnung und zeigt gleiche petrographische Verhältnisse und den Schichtenfall wie Nr. 5. Man drang sowohl von oben her senkrecht in den Berg, als in Stollen zur Tiefe. Dabei fand sich das beste Material in den Stollen, während die oberen, schachtartig ausgetieften Felspartien sich für die Ausbeutung weniger ergiebig erwiesen. Übrigens sprengte man in der keilförmigen Schachtbaute so unrationell und unvorsichtig, dass überhängende Felsvorsprünge geschaffen wurden, die dann mit grösseren Massen abstürzten und die Arbeiten schädigten. Die Kalkspathlagen traten in dieser Grube lange nicht so häufig auf, wie dies in Grube Nr. 5 der Fall zu sein pflegte. Die aufgeführten Asbestgruben wurden Ende der 1870ger Jahre ausgebeutet, doch habe man nichts Genaueres über die Dauer der Arbeiten, Erträgnisse derselben etc. ermitteln können. Die zur Asbestgewinnung von Giov. Pala von Brusio gegründete Gesellschaft hielt laut einem sehr lückenhaften Dokument im Gemeindearchiv Poschiavo 1878 und 1879 einige Sitzungen, muss sich aber, nach 6 - 7jährigem Bestände, wieder aufgelöst haben. Man trug das in den Gruben gewonnene Material hinunter in die Alp Quadrata und führte es von hier weg auf Schlitten zu Thal. 1901 erwarb die Firma Graf & Hemming in Uster die Konzession zur Ausbeutung der Puschlaver Asbestlager und begann im gleichen Sommer die Arbeiten mit 15 Mann. Der jährliche Pachtzins beträgt einstweilen 500 Fr. Über die schon erzielten Resultate ist noch nichts Genaueres bekannt geworden. Fehlmann (1919): Etwa 3-5 km südwestlich von Poschiavo (Siegfriedblatt 524) finden sich rechts des Quadratabaches verschiedene Asbestvorkommen. Die Serpentine von Val Malenco entsenden über den Passo d'Uer einen bedeutenden Ausläufer bis tief ins Puschlav hinab. Das Alter der Serpentine von Val Malenco und Puschlav ist durch eine Reihe von kontaktmetamorphen Triasvorkommnissen als mesozoisch sichergestellt. Die Intrusion der Peridodite ist aber sicher posttriadisch. Die ganze Serie der Serpentine von Val Malenco ist an den Piatte di Canciano zu einer breiten Antiklinale aufgewölbt, deren Axe steil nach Osten oder ESE sinkt. Am Pizzo Scalino fällt alles gegen Süden, am Corno delle Ruzze alles gegen Norden. Nördlich des Passes d'Uer liegen die grossen Decken, südlich davon deren steilgestellte Wurzeln. Die Aufwölbung des Passo d'Uer bezeichnet die Scheitelregion der Decken. Die einzelnen Fundorte von Asbest sind: 1. Urgnasco, ca. 500 m südwestlich der gleichnamigen Hütten und 100 m südlich des Punktes 1492 sind zum Teil verschüttete, ehemals abgebaute Galerien zu erkennen. Der Serpentin zeigt hier eine Schieferung und Bankung, die ca. 45° nach Nordosten einfällt und SW-NW streicht. Dieser Serpentin wird durchsetzt durch ein regelmässig verlaufendes Kluftsystem, das ebenfalls NW-SE streicht, aber steil 70° nach Südwesten einfällt. Auf diesen Klüften sitzt der Asbest. Der im Gegensatz zu Alpe Quadrata gesetzmässige Verlauf der Klüfte gestattete einen regelrechten Bergbau. 2. Alpe Quadrata di fuore. Der Serpentin zeigt eine 20° gegen NNE einfallende Bankung und Schieferung mit unregelmässigen, meist wellig gebogenen Kluftflächen. Der hier gewonnene Asbest soll von guter, langfaseriger Qualität gewesen sein. Die vorhandenen Stollen sind dem Einsturze nahe und zeigen, dass den Kluftflächen nachgegangen wurde. Gegenwärtig (1919) wird auch an dieser Stelle nicht mehr abgebaut. 3. Alpe Quadrata daint. In den Felswänden über den Alphütten liegt: 1. Grube I auf Kote 1950. In steil nach Nordosten einfallender Bankung treten parallel zu den Kluftflächen bis 10 cm Länge, gut spinnbare Chrysotilfasern auf. 2. Grube II liegt neben der ersten, aber etwa 50 m höher. 3. Grube III befindet sich auf Kote 2080, an Stellen, die schon früher ausgebeutet wurden. 4. Piatte di Canciano, etwa 1250 m östlich des Passo d'Uer auf Kote 2250. Die Schieferung des Serpentins fällt 20° nach NNE ein. Die senkrecht dazu verlaufenden Reissklüfte sind mit grünlichem, faserigem Material, das stellenweise den Charakter von Asbestfasern annimmt, gefüllt. Die Fasern liegen stets senkrecht zur Kluftwandung und sind 2-5 cm lang, leicht zerreissbar und deswegen nicht spinnbar. Hier tritt Nephrit verbunden mit Hornblendeasbest auf, in Ausbildung und Lagerverhältnissen, die denjenigen des Nephrites in der Gegend von Sestri-Levante in Ligurien äusserst ähnlich sind. Zum mindesten die Hälfte dieses "Alabastro" genannten und 1909 bis 1911 abgebauten Materials bestand aus Nephritasbest. Der Unterschied zwischen letzterem und eigentlichem Nephrit besteht darin, dass das Nephritmolekül Ca [(Mg Fe) H2]3 (Si08)4 bei Nephrit zu 97,06- 97,67%, bei Nephritasbest nur zu 93,77- 95,65 % enthalten ist. Die bergmännischen Arbeiten. Seit dem Frühjahr 1918 wird das Vorkommen durch die "Asbest-Minen A.G. Poschiavo" neuerdings ausgebeutet, nachdem der Betrieb drei bis vier Jahre eingestellt war. Der Abbau beschränkt sich gegenwärtig auf die Vorkommen von Alpe Quadrata daint, und zwar auf Grube I, wo spinnbarer Chrysotilasbest, und Grube III, wo nicht spinnbarer Chrysotilasbest gewonnen werden. Die Grube I hat nach kanadischem Vorbild die Gestalt eines Kessels von durchschnittlich 15 m Durchmesser. Sie wird von einer NE-SW verlaufenden überhängenden Felswand gegen Regen geschützt. Zwei grosse Nischen sind in die letztere gesprengt und sollen unter Belassung eines Pfeilers als halbkreisförmiger Stollen vereinigt werden. Vom tiefsten Punkt des Kessels aus ist ein Entwässerungsstollen angelegt. Die Grube ist qualitativ und quantitativ eine der besten des Vorkommens von Poschiavo. Die Ausbeutung der Grube II ist gegenwärtig (1919) eingestellt, da sonst der Betrieb der Grube I gefährdet würde. Die Grube III hat das Aussehen eines 30-40 m langen Steinbruchs. |
Koordinaten, ca.: | 2'799’321 / 1‘130’721 |
Literatur: | - Fehlmann, Hans; Der Schweizerische Bergbau während des Weltkrieges; 1919; Seite 225-229- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 159,258, 269 - Parker, R.L. & Quervain, F. de & Weber, F.; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1939; Band 19; Heft 2; Seite 293-306; Über einige neue und seltene Mineralien der Schweizeralpen - de Quervain, F.; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1963; Band 43; Heft 1; Seite 295 - 312; Die Erzmineralien des Serpentins von Selva-Quadrada (Puschlav) - Tarnuzzer, C. & Bodmer-Beder, A.; Jahresbericht der Naturforschenden Gesellschaft Graubünden; 1901-1902; Band 45; Seite 133 - 147; Die Asbestlager der Alp Quadrata bei Poschiavo |
Mineralien: | - Alabastro: Abbauort Piatte di Canciano. - Antigorit-Serpentin: in Massen von blättrigen, rechtwinkelig aufeinander stehenden Leistchen und Fasern, deren Anordnung auf einen ursprünglichen Pyroxen schliessen lässt - Asbest: Abbauort Urgnasco und Alpe Quadrata di fuore. - Chrysotil: als Längs- und Querfasern, Faserserpentin, Serpentinasbest (Längsfasern bis 30 cm). - Chrysotil-Serpentinit: mikroskopisch. Der Nachkomme des Olivins, in feinfaserigen, in parallele Lagen gepressten Aggregaten. - Chrysotilasbest: Abbauort Alpe Quadrata daint. - Hornblendeasbest: Abbauort Piatte di Canciano. - Nephrit: Nephrit aus dem Puschlav enthält wenig Eisen. Abbauort Piatte di Canciano. - Nesquehonit: weisse Krusten im Serpentin, Neubildung. Das Mineral wurde erstmals für die Schweiz von F. de Quervain als ausgedehnte Überzüge auf Stollenwänden von verlassenen Asbestgruben im Serpentin der Alpe Quadrada bei Poschiavo gefunden. Da die Zeit des Stollenvortriebes in die Jahre 1907 - 1911 fällt, kann mit Sicherheit auf das rezente, maximal ca. 30 Jahre betragende Alter der Bildungen geschlossen werden. Dieselben präsentieren sich als schneeweisse krustige Überzüge auf den Flächen des schieferigen Antigoritserpentins und stellen, wie sich leicht bei stärkerer Vergrösserung am Pulverpräparat beobachten lässt, äusserst feine, radialgestellte Aggregate von blättrigen Individuen dar. Bei der Behandlung mit Salzsäure brausen sie lebhaft auf. |
Gebiet: | 089_GR / Puschlav (dt.), Poschiavino (ital.), Poschiavo, Quadrada - Selva, Selva - Quadrada Region: Bezirk Bernina / Gemeinde Poschiavo |
Beschreibung: | In den vererzten Zonen des Serpentins. Koordinaten auf Quadrada. Erste Beschreibungen von F. de Quervain über Erzmineralien, besonders aus dem Gebiet der Steinbrüche von Selva und der Asbestgruben Quadrada in den Jahren 1935 - 1945, wurden durch die Entdeckung des Minerals Heazlewoodit im Serpentin durch P. Ramdohr an Proben, die durch den Verfasser zur Verfügung gestellt wurden, erstmals durch erzmikroskopische Untersuchungen Nickelmineralien festgestellt. Quervain (1934): Etwas unterhalb der Vereinigung von Val Canciano und Val Quadrada, westlich oberhalb Selva, in ca. 1500 m Höhe nahe bei den aufgelassenen Asbestgruben Urgnasco wurden um ca. 1932 Steinbrüche zur Ausbeute des Serpentins eröffnet. Das in den Brüchen ausgebeutete Gestein ist ein typischer Lherzolitserpentin, der noch sehr reichlich Olivin führt. Seine Textur ist ausgesprochen gerichtet mit ausserordentlich schöner Kleinfältelung. Der Serpentin ist im Gebiet der Steinbrüche in groben Bänken abgesondert, die mit der Schieferung ein steiles Einfallen gegen Nordosten zeigen (ca. 45°). |
Koordinaten, ca.: | 2'799’320 / 1'130’720 |
Literatur: | - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 299,300,368 - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1996/3; Heft 77; Seite 27ff; Erzvorkommen im Puschlav, Schluss - Quervain, F. de; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1963; Band 43; Heft 1; Seite 295 - 312; Die Erzmineralien des Serpentins von Selva-Quadrada (Puschlav) - Quervain, F. de; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1945; Band 25; Heft 2; Seite 305-311; Awaruit und Pentlandit im Serpentin von Selva bei Poschiavo - Quervain, F. de; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1935; Band 15; Heft 2; Seite 319 - 326; Serpentin als Dekorationsgestein von Poschiavo (Graubünden) |
Mineralien: | - Awaruit: (Peretti, 1986). Mikroskopisch. - Heazlewoodit: mikroskopisch. - Ilmenit: gesteinsbildend. - Kupfer, gediegen: Gediegen, in mm-dicken Schlieren und Lagen (de Quervain, 1963). - Magnetit: gesteinsbildend. - Pentlandit: (de Quervain, 1963). Mikroskopisch. - Perovskit: gesteinsbildend, nur untergeordnet, idiomorphe und xenomorphe Körner, klein, bis ca. 1 mm, teils verwachsen mit Magnetit, Ilmenit und Titanklinohumit (de Quervain, 1963). - Serpentin: die Wirkung der polierten Gesteine ist sehr dekorativ. Ein hellgrün bis schwärzlich gemaserter Grund wird von intensiv grünen Partien durchzogen, die teilweise durch innere Reflexionen ein lebhaftes Glitzern zeigen und so das Material stark beleben. Je nach der Schnittlage zur Schieferung und Fältelung sind diese glitzernden Partien in welligen oder geraden Streifen angeordnet oder in diffusen Flecken verteilt. Sie bestehen aus dem grobblättrigen, klar durchsichtigen grünen Antigoritserpentin; die hellgrünen Flecken sind reich an dem heller gefärbten Olivin, während die schwärzlichen Partien teils hohen Gehalt an Magnetit aufweisen, teils aus von dunklem Chlorit durchwachsenen, erzbestäubten Pyroxenen bestehen. - Shandit: als winzige Erzkörner, Begleitet von Awaruit, Pentlandit, Magnetit (Peretti, 1986). - Titan-Klinohumit: gesteinsbildend. |
Gebiet: | 090_GR / Puschlav (dt.), Poschiavino (ital.), Poschiavo, Selva Region: Bezirk Bernina / Gemeinde Poschiavo |
Beschreibung: | |
Koordinaten, ca.: | 2'801’220 / 1'131’030 |
Literatur: | - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 241 |
Mineralien: | - Olivin: Als Gangmineral. - Titan-Klinohumit: in schlieren- bis lamellenartige Gangbildungen, kleinste bis grosse Kristalle ohne bestimmte Gestalt, rotbraun, bis über 10 cm, teilweise die Hälfte des Ganges ausmachend, zusammen mit Olivin und Diopsid. |
Gebiet: | 091_GR / Puschlav (dt.), Poschiavino (ital.), Poschiavo, Selva (Steinbrüche), Clef Region: Bezirk Bernina / Gemeinde Poschiavo |
Beschreibung: | Die Funde stammen aus den stark gefalteten und geschieferten Lherzolithserpentinen in olivinreichen Adern. Zum Sammeln eignet sich am besten eine Blockhalde eines heute verlassenen Steinbruches unmittelbar bei der Lokalität 'Clef'. Man kann bei dem Vorkommen von Awaruit und Pentlandit im Serpentin von Selva nicht von einer Erzlagerstätte sprechen. Diese Mineralien sind, obwohl ziemlich ungleichmässig verteilt, normale Nebengemengteile des Serpentins. |
Koordinaten, ca.: | 2'800’260 / 1'131’150 |
Literatur: | - Graeser, St.; Schweizer Strahler; 1978; Seite 441-452; Mineral-Neufunde aus der Schweiz und angrenzenden Gebieten III - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 159 etc. - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 233 - Quervain, F. de; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1945; Band 25; Heft 2; Seite 305 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 219,311 |
Mineralien: | - Awaruit: im Serpentin, splitterig, partikelartig, mikroskopisch klein. - Heazlewoodit: mikroskopischer Bestandteil der Erzminerale im Serpentin. - Hydromagnesit: radialstrahlige Kriställchen (Meisser, 1994). - Nesquehonit: als Sekundärmineral in Form von Ausblühungen. - Olivin: massig, grobkörnig, grau, mehr oder weniger serpentinisiert. - Pentlandit: - Perovskit: in Adern des Serpentins. - Titan-Klinohumit: körnig (zum Teil gross), knollig, dunkelrot bis braun. |
Gebiet: | 092_GR / Puschlav (dt.), Poschiavino (ital.), Poschiavo, Selva, Le Prese, Scurtaseu, Scortaseo, Le Prese, Passo Canciano, Pilinghell, Alp Somprai, Clef;(Nephritabbau) Region: Bezirk Bernina / Gemeinde Poschiavo |
Beschreibung: | Beschreibung nach Fehlmann (1919): Die Grube von Selva befindet sich (Siegfriedblatt 524) 300 m östlich Punkt 1660 der Alpe Braita, 4,0 km südlich von Poschiavo. Die "Asbestminen A.G. Poschiavo" haben bis Ende Juni 1918 einen sehr weissen Talk aus dieser Grube abgebaut. Die Ausbeutung musste eingestellt werden, weil das Fördergut gegen das Ende der Ausbeutung stark kalkhaltig wurde. Beschreibung von Dietrich: Das Auftreten eines Nephritvorkommens von ganz aussergewöhnlicher Art im Puschlav, westlich Le Prese, ist erst um 1950 bekannt geworden. Einige Jahre vorher war man in der Gegend auf den begleitenden Talk aufmerksam geworden und versuchte dessen Verwertung. Im Jahre 1962 interessierte sich Herr G. Gross, Leiter der Mineralabteilung des «Schweizer Heimatwerk», für den Nephrit von Scortaseo. Insbesondere prüfte er seine Verwendung als Schmuckstein. Über die sehr positiven Ergebnisse berichtete er im 4. Heft des Jahrganges 1963 der Zeitschrift «Heimatwerk». Der als Scortaseo bezeichnete Abbau liegt im südlichsten Teil Graubündens in der Talschaft Puschlav zwischen der Ortschaft Le Prese und dem Passo Canciano. Aus den geologischen Untersuchungen dieses Gebietes ergaben sich über dessen Auftreten unter anderem folgende Beobachtungen: - Die Nephrit-Talklager sind als zwei Linsen (100 m Länge, 3-5 m Breite und bisher bis über 30 m Tiefe) diskordant am tektonischen Kontakt der sogenannten «Malojagneise» und triasischer Dolomitmarmore aufgeschlossen.- Der Kontakt von Schuppenzone und Malencoserpentin ist im Bereich von Scortaseo nicht aufgeschlossen, da einerseits das gesamte Vorkommen inmitten eines grossen Moränengebietes liegt, andererseits als versackt angesehen wird.- Die im Talkgestein steckenden Nephritlager und -gänge bestehen vorwiegend aus sehr blassgrün gefärbter Nephritmasse von normaler feinfilziger Struktur, dazu treten Kalkspat und wenig Talk. Besonders kennzeichnend sind Aggregierung der Nephritmasse in kleinen Linsen (1-10 mm), von dünnen Talksäumen umgeben, mit Kalkspat als Zwischenmasse. Analoge Nephritgesteine sind bisher weder aus den prähistorischen Funden der Alpen noch in irgendeiner uns bekannten Arbeit erwähnt worden. Auf einer tektonischen Karte sind alle Nephrit- und wichtigeren Talkvorkommen der «Ophiolithzone Oberhalbstein-Puschlav» dargestellt. Aus den röntgenographischen und vor allem chemischen Analysen ergab sich, dass zwei verschiedene Nephritvarietäten vorliegen, wobei die Nephrite von Scortaseo als fast reine, Fe-freie Grammatit-Nephrite zu bezeichnen wären, die Oberhalbsteiner Funde und alle bisher bekannten tiefer grünen Nephrite dagegen Fe-reichere Aktinolith-Nephrite darstellen. Auf dem Grubenplan erkennt man, dass das Vorkommen aus zwei abbauwürdigen Talklinsen A und B besteht. Die nordwestliche Linse A streicht etwa N 50 E und fällt senkrecht, z. T. aber auch mit 80° nach Nordwesten ein. Sie ist auf 100 m Länge aufgeschlossen und erreicht Breiten von 2 bis 5 m. Mitte der 19-vierziger Jahre wurde, zunächst manuell, mit dem Talkabbau aus der Linse A begonnen. Erst im Jahre 1959 wurde die Grube mechanisiert. Es arbeiten seit dieser Zeit 4-6 Mann unter der Leitung eines Vorarbeiters am Talkabbau in den Linsen A und B. In kurzen Stollen wird das weiche Gestein abgebaut. Der längste bauwürdige Stollen erreichte Anfang Oktober 1966 eine Länge von 33 m. Weitere Stollen in der Linse A sowie zwei querschlägige Stollen sind bereits wieder verfallen. In der Linse B existierten drei kurze und ein längerer Stollen. Dort erschwerte der im Talkgestein eingelagerte Nephritzug den Talkabbau erheblich. Da das Nebengestein sehr zerklüftet ist und ausserdem das gesamte Gebiet von Moränenschutt bedeckt ist, war man aus Sicherheitsgründen zum Stollenbau gezwungen. Seit Beginn der Grubentätigkeit bis heute dürften über 10000 t abgebaut worden sein. Die Jahresförderung betrug bei einer sechsmonatigen Abbautätigkeit durchschnittlich 1500 t. Die geologischen Verhältnisse der Umgebung des Vorkommens gestatten keine Aussagen über die weitere Erstreckung der abgebauten Linsen. Die am Pilinghell und gegen den Passo Canciano untersuchten Kontaktzonen zwischen Dolomitmarmoren und Kristallin ergaben keine weiteren Talk- und Nephritvorkommen. In der Nähe von Le Prese wurden noch kleinere Talkeinlagerungen in der Trias festgestellt, die aber keinen Abbau lohnen. Weiterhin erwähnte GERBER (1966) in seiner Diplomkartierung zwei kleine Talkvorkommen an den Kieselschnurkalkmarmoren in einigen kleinen Aufschlüssen am Weglein (bei Kote 1570 m und Kote 1500 m) zwischen den Alpen Somprai und Clef. Diese Vertalkungsanzeichen deuten auf eine regional grössere Ausdehnung der Vorkommen hin. Der Mineralbestand (ohne unbedeutende Accessorien) der Nebengesteinsgneise bzw. -schiefer ist: Albit, nur vereinzelt Oligoklas, Quarz, Muskowit (selten Serizit), Chlorit, Epidot-Zoisit, Granat (Pyrop), Hornblende, Aktinolith-Grammatit (in normaler und in nephritischer Ausbildung), Biotit (auffallend wenig), Titanit und Apatit, letztere zwei in zahlreichen Proben weit reichlicher als in normalen Paragesteinen. Die Nephritgesteine Die Gesteinstypen des eigentlichen Nephritlagers, die charakteristischen «Nephrite» des Vorkommens bestehen weit vorwiegend aus Grammatit in feinfilziger Nephritausbildung und Kalkspat, in sehr wechselnden Mengenverhältnissen auch in kleinen Bereichen. Ein grosser Teil der Proben besteht aus 70 bis 90 Nephritmasse, andere mit höherem Kalkspatgehalt (bis über 75%) wären richtiger als Nephritmarmore zu bezeichnen. Grosse, oft in Lagen auftretende Unterschiede im Mengenverhältnis lassen sich innerhalb vieler Handstücke beobachten. Hinzu kommt noch teilweise ein gewisser Gehalt an Talk. Erst bei röntgenographischen Untersuchungen einiger von Kalkspat befreiter Proben gelang der Nachweis dieses Minerals. Zusammen mit einem feinen Nephritfìlz bildet der Talk die dünne Hülle der Nephritlinsen. Die Farbe der Nephritlinsen und -bänder ist grünlichgrau, licht- bis dunkler grün, gelbgrün, gelegentlich reingrau, vereinzelt schwärzlich. Farbwechsel können scharf abgesetzt sein. Die heller gefärbten Ausbildungen sind sehr lichtdurchlässig. Worauf die Farbwechsel grün-schwarz zurückzuführen sind, konnte nicht ermittelt werden. Weder die chemischen Analysen noch besondere Spurenelementgehalte konnten darüber Auskunft geben. Auf der Elektronenmikrosonde ermittelte man neben geringen Mengen Eisen und Titan in beiden Varietäten Spuren von Vanadin. Möglicherweise handelt es sich bei den Farbunterschieden um feinste Beimengungen von Graphit. Talk-Karbonatgesteine Bei dem abgebauten «Talk» handelt es sich um ein weisses, ziemlich festes Gestein, massig oder nur leicht geschiefert, nicht erheblich seifig anzufühlen. Der Dünnschliff zeigt als Hauptgemengteile Talk und Karbonat, wobei talkreichere mit karbonatreicheren Lagen wechseln. Im ersteren Fall schwimmen die Karbonat- (meist Kalkspat-) Körner von 0,1 bis 0,5 mm Durchmesser einsprenglingartig in einem Grundgewebe von Talk. Dieser ist zur Hauptsache sehr feinschuppig, von Nephrit im Dünnschliff nicht leicht zu unterscheiden, untergeordnet finden sich Einzelblätter oder Blätteraggregate von der Grösse der Kalkspatkörner. Bei den talkarmen Lagen beobachtet man eher ein netzartiges «Talkbindemittel» zwischen den hier feinkörnigen Karbonataggregaten. Nebengemengteile sind sehr spärlich; die vorliegenden Schliffe zeigten nur ganz wenig Titanit. Zweifellos ist noch ein kleiner mikroskopisch nicht fassbarer Gehalt an feinkristallinem Quarz anwesend.- Nephrit: Jade, sogenannte Nephritjade (Tremolit-Nephrit), hellgelblichgrün, wird zum Teil zu Schmuck verarbeitet. Die Nephritgesteine: Die Gesteinstypen des eigentlichen Nephritlagers, die charakteristischen «Nephrite» des Vorkommens bestehen weit vorwiegend aus Grammatit in feinfilziger Nephritausbildung und Kalkspat, in sehr wechselnden Mengenverhältnissen auch in kleinen Bereichen. Ein grosser Teil der Proben besteht aus 70 bis 90 Nephritmasse, andere mit höherem Kalkspatgehalt (bis über 75%) wären richtiger als Nephritmarmore zu bezeichnen. Grosse, oft in Lagen auftretende Unterschiede im Mengenverhältnis lassen sich innerhalb vieler Handstücke beobachten. Hinzu kommt noch teilweise ein gewisser Gehalt an Talk. Erst bei röntgenographischen Untersuchungen einiger von Kalkspat befreiter Proben gelang der Nachweis dieses Minerals. Zusammen mit einem feinen Nephritfìlz bildet der Talk die dünne Hülle der Nephritlinsen. Die Farbe der Nephritlinsen und -bänder ist grünlichgrau, licht- bis dunkler grün, gelbgrün, gelegentlich reingrau, vereinzelt schwärzlich. Farbwechsel können scharf abgesetzt sein. Die heller gefärbten Ausbildungen sind sehr lichtdurchlässig. Worauf die Farbwechsel grün-schwarz zurückzuführen sind, konnte nicht ermittelt werden. Weder die chemischen Analysen noch besondere Spurenelementgehalte konnten darüber Auskunft geben. Auf der Elektronenmikrosonde ermittelte man neben geringen Mengen Eisen und Titan in beiden Varietäten Spuren von Vanadin. Möglicherweise handelt es sich bei den Farbunterschieden um feinste Beimengungen von Graphit. |
Koordinaten, ca.: | 2'801’100 / 1'129’850 |
Literatur: | - Dietrich, V., & de Quervain, F.; 1968; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 46; Die Nephrit -Talklagerstätte Scortaseo (Puschlav, Kanton Graubünden) - Fehlmann, Hans; Der Schweizerische Bergbau während des Weltkrieges; 1919; Seite 209 - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1986/4; Heft 38; Seite 18-20; Die Talk-Nephrit-Lagerstätte Scortaseo im Puschlav bei Le Prese - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1996/3; Heft 77; Seite 27ff; Erzvorkommen im Puschlav, Schluss - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 233 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 399 - Weibel, M.; Urner Mineralienfreund; 1988; Heft 3; Seite 43 |
Mineralien: | - Schweizerisch Jade: - Talk: Abbau von zwei Talklinsen. Bei dem abgebauten «Talk» handelt es sich um ein weisses, ziemlich festes Gestein, massig oder nur leicht geschiefert, nicht erheblich seifig anzufühlen. Der Dünnschliff zeigt als Hauptgemengteile Talk und Karbonat, wobei talkreichere mit karbonatreicheren Lagen wechseln. Im ersteren Fall schwimmen die Karbonat- (meist Kalkspat-) Körner von 0,1 bis 0,5 mm Durchmesser einsprenglingartig in einem Grundgewebe von Talk. Dieser ist zur Hauptsache sehr feinschuppig, von Nephrit im Dünnschliff nicht leicht zu unterscheiden, untergeordnet finden sich Einzelblätter oder Blätteraggregate von der Grösse der Kalkspatkörner. Bei den talkarmen Lagen beobachtet man eher ein netzartiges «Talkbindemittel» zwischen den hier feinkörnigen Karbonataggregaten. Nebengemengteile sind sehr spärlich; die vorliegenden Schliffe zeigten nur ganz wenig Titanit. Zweifellos ist noch ein kleiner mikroskopisch nicht fassbarer Gehalt an feinkristallinem Quarz anwesend. |
