Kanton GL
Fundorte
Vorkommen im Kanton Glarus
LNr | 001. |
Fundort | GL / Glarus (Meteorit) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus |
Koordinaten, ca. | 2'723’870 / 1'211’320 |
Literatur | - Bühler, Rolf W.; Schweizer Strahler; 1995; Heft 2; Seite 221 - 229; Menziswyl, ein neuer Schweizer Steinmeteorit |
Bemerkungen | Allgemein gehaltene Fundortangabe. Nähere Angaben fehlen. |
Mineralien | - Meteorit: nicht sicher, 6.10.1674. |
LNr | 002. |
Fundort | GL / Glärnisch (am Fusse), Klöntal, Seerütti, Tiefenwinkel (Erzabbau) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus |
Koordinaten, ca. | 0 |
Literatur | - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1998/2; Heft 84; Seite 19-22; Die Eisenschmelze in Seerüti, Klöntal, Kt. Glarus |
Bemerkungen | "Das Glarnerland ist arm an Erzvorkommen, und es verwundert deshalb nicht, dass über die Jahrhunderte nur gerade an drei Stellen solche ausgebeutet wurden. Das älteste Bergwerk wurde auf Guppen ob Schwändi in der ersten Hälfte des 16. Jh. betrieben. Abgebaut wurde vornehmlich Roteisenstein, nachdem das anfänglich gefundene Silbererz bald erschöpft war. Kurz nach Aufgabe der Arbeiten auf Guppen begann die Ausbeutung von Eisenerz in Seerüti im Klöntal, welche mit Unterbrüchen bis zum Ende des Jh. Fortgeführt wurde. Das dritte, mineralogisch und bergmännisch wichtigste Erzvorkommen finden wir in der Umgebung der Mürtschenalp." Sowohl auf Guppen als auch Seerüti wurde um das Jahr 1513 Eisenerz gegraben und geschmolzen. Das Eisenerz aus den Guppengruben wurde in Richtung Rossboden-Isenritt-Herrenweid nach "Herren" in der Nähe der Mündung des Niedernbaches in die Schmelze transportiert. In der Nähe des Einflusses des Niedernbaches in den Sernft lagen das Pochwerk, die Schmelzöfen und die Schmiede. Das Hüttenwerk Seerüti befand sich vorn am Klöntalersee, am Ausfluss des Löntsch, 200 m von der heutigen Seebrücke zwischen Strasse und Löntsch bei einem gewaltigen Felsen, der "Schwellstein" genannt wird, weil die Bergwerksleute denselben zum Stauen des Wassers benutzten. Gegenüber dem Felsen auf dem rechten Ufer des Löntsch befand sich das Pochwerk und die Aufbereitung des Erzes, beschreibt Tschudi. Leider wurde durch die Erbauung eines unterirdischen Abzugskanals aus dem See, der im Winter als Reservoir genutzt wurde, die Grundmauern der Aufbereitung zerstört. Beim Ausräumen der Löntsch wurde 1846 beim Schwellstein ein Pochhammer mit 30 Pfund Gewicht, gefunden. Die Erzgruben waren räumlich weit vom Hüttenwerk entfernt. Das eigentliche Bergwerk, welches das Erz zur Eisenschmelze lieferte, befindet sich gegenüber des sog. Tiefenwinkels des Klöntalersees, am Fusse des Glärnisch. Eine 600 m hohe Felswand, die sich vom Talgelände erhebt, besteht aus Jurakalk, in welchem sich das Roteisensteinlager befindet, mit kleinerer und grösserer Mächtigkeit. Die Vererzung ist in der Felswand stellenweise durch rote und gelbe Anwitterungen (Eiserner Hut) sichtbar. Ein Roteisensteinlager befand sich zu unterst an der Wand, ca. 150 m über der Seefläche. Der Zugang zu dieser Stelle ist schwierig und führt durch einen Zug zwischen zwei vorgelagerten Felsköpfen hinauf, durch welchen zweifelsohne das gebrochene Erz zu Tal befördert wurde. Die Abbaustelle bildet eine gegen den See zu offene ausgedehnte Höhlung, die noch gut sichtbar ist. Weitere Vererzungen in der oberen Wand konnten mit den damaligen Hilfsmitteln nicht abgebaut werden und auch der Kostenaufwand wäre in keinem Verhältnis zum Ertrag der Ausbeute gestanden. An der Abbaustelle sind keine Spuren ersichtlich, die auf den Gebrauch von Sprengstoff hinweisen. Sprengmittel waren hier auch nicht notwendig, da das Gebirge wo Roteisenstein sich eingesprengt vorfindet, locker und mit Brecheisen, Hammer und Meissel gewältigt werden konnte. Nach Überlieferung wurde das gebrochene Erz von dem Tiefenwinkel über den See bis zum Pochwerk auf flossartigen Schiffen befördert. Diese Transporte waren aber nur 7 bis 8 Monate im Jahr möglich, infolge der klimatischen Verhältnisse, dürften aber für die nötige Erzmengenbeschaffung für das Hüttenwerk genügt haben. Dass im Winter mit Schlitten über den gefrorenen See Transporte ausgeführt worden sind, ist nicht anzunehmen. Die erste Ausbeute des Bergwerkes Seerüti wird nicht lange gedauert haben und nicht besonders lohnend gewesen sein. Bereits in der zweiten. Hälfte des 16. Jh. wurde erneut der Betrieb aufgenommen. Eine Bergwerksgesellschaft wandte sich erneut an die Landsgemeinde um Erhaltung einer Konzession, welche auch 1569 gewährt wurde. |
Mineralien | - Roteisenstein: nicht mehr gebräuchlicher Name für Hämatit. |
LNr | 003. |
Fundort | GL / Netstal (Steinbruch) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus |
Koordinaten, ca. | 2'722’750 / 1'213’610 |
Literatur | - Parker, R. L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 357 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 347 |
Bemerkungen | Ein Abbau im Malmsteinbruch. Die Funde stammen ungefähr aus den Jahren um 1970. |
Mineralien | - Realgar: |
LNr | 004. |
Fundort | GL / Schwanden, Bächistock |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus |
Koordinaten, ca. | 2'717’910 / 1'205’800 |
Literatur | - Parker, R. L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 343 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 333 |
Bemerkungen | Westlich von Schwanden. Funde sind in der Gipfelregion gemacht worden. |
Mineralien | - Quarz: glasklar, bis 2 cm. |
LNr | 005. |
Fundort | GL / Filzbach, Alp Vordertal, Vorder Tal, Kerenzerberg, Mürtschengebiet |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'728’800 / 1'218’100 |
Literatur | - Imper, David & Guidon, Roman; Minaria Helvetica; 2001; Heft 21c; Seite 17; Silber- und Kupferbergwerk Mürtschenalp (Exkursion 19) - Rykart, Rudolf; Schweizer Strahler; 1971; Seite 166-168; Der violette Fluorit von Vorder Tal (Kerenzerberg), GL - Parker, R. L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 350 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 166 |
Bemerkungen | Beim Bauen (1960) eines Stalls wurde der Fluorit-Riss mit einem Ausmass von 6 Meter mal 0.4 Meter angeschnitten. Der Hohlraum im Oehrlikalk war teils mit Lehm gefüllt. Siehe auch Fundort 'Mürtschenalp (allgemein)'. |
Mineralien | - Calcit: gangartig und selten in kleinen Drusen. - Fluorit: weinrot bis amethystfarbig, fast bis schwarz, oft mit zonarer Färbung, als Würfel und Rhombendodekaeder, in Grössen bis 2,5 cm, zum Teil aggregiert bis zu faustgrossen Knollen. - Gelpyrit: - Pyrit: als disperse kleine, xenomorphe Körner oder in haarfeinen Adern in der schwarzen Gangmasse. |
LNr | 006. |
Fundort | GL / Glarus, Obstalden, Mühlehorn (und Umgebung), Wallenberg bei Mollis |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'731’640 / 1'219’980 |
Literatur | - Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866; Seite 406 - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 236 - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 357 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 347 |
Bemerkungen | Hier handelt es sich nicht um einen Berg sondern um eine Ortschaft am Walensee. Der genaue Fundort konnte nie eruiert werden. Ausgiebige Funde von Realgar konnten aus den Deponien des Nationalstrassen- und Bahnbaues gemacht werden. Die realgarführenden Adern liegen in den Zementsteinschichten etwa an der Gemeindegrenze Mühlehorn - Obstalden. |
Mineralien | - Realgar: mit Calcit auf Kalkstein. |
LNr | 007. |
Fundort | GL / Mürtschenalp (allgemein) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'730’730 / 1'214’290 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz). - Bächtiger, Kurt; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1958; Band 38; Heft 2; Seite 387 - 391; Die Uranmineralisation an der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz) - Schmidt, C.; Beiträge zur Geologie der Schweiz. Erläuterungen zur Karte der Fundorte von Mineralischen Rohstoffen in der Schweiz; 1917 - Schmutz, L.; Urner Mineralienfreund; 1996; Heft 1; Seite 7-14- Schmutz, L.; Urner Mineralienfreund; 1980 - Schmutz, L.; Urner Mineralienfreund; 1982- Stöhr, Emil; Die Kupfererze an der Mürtschenalp und der auf ihnen geführte Bergbau; 1865 - Woodtli,W. & Disch,H.; Urner Mineralienfreund; 1996; Heft 1; Seite 7-14 |
Bemerkungen | Interessierte Sammler sollten unbedingt die Dissertation von Kurt Bächtiger 'Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp, Kt. Glarus, Schweiz' (Beitr. Geologie Schweiz, Geotechnische Serie 38, 1963) konsultieren. Neuere weitere Informationen können dem Urner Mineralienfreund 1980 und 1982 (Blei-, Zink- und Kupfersekundärmineralien aus der Schweiz' von Lukas Schmutz, entnommen werden. Das mit Mürtschenalp bezeichnete Fundgebiet ist weitläufig und bedarf eines mehrstündigen Aufstiegs. Im Urner Mineralienfreund, Ausgabe 1996/1, sind die Erzgänge auf einer Karte festgehalten (Originalkarte von K.Bächtiger, 1963). Während noch nicht alle Erzgänge genauer erforscht sind, sind die Halden südlich von 'Unter Mürtschen' gründlich abgesucht. Nach Bächtiger sind auf der Mürtschenalp zwei verschiedene Erzparagenesen anzutreffen: 1) Uraninit-Paragenese mit den Mineralien (zum Teil erzmikroskopisch): Rutil, Pyrit, Bravoit, Uraninit, Arsenopyrit, Anatas, Brannerit, Sphalerit, Millerit, Linneit, Galenit, Chalkopyrit, Tetraedrit, Digenit und Covellin. 2) Hämatit, Silber, Pyrit, Molybdänit, Galenit, Betechtinit, Tetraedrit, Chalkopyrit, Bismuthinit, Wittichenit, Bornit, Chalkosin, Digenit, Stromeyerit und Covellin. Kupfer-Erzvorkommen: Hauptgrube, Erzbett, Hochmättli-West, Chli Hochmättli, Chüetal, Tobelwald und Murg. Kupfer-Uran-Erzvorkommen: Bärenboden, Grosses Chalchtal, Chlis Chalchtal, Silberspitz-Ost und -Nordost, Silberspitz-Süd, Hochmättli-Ost, Tscherrmannencharren-West. Uran-Erzvorkommen: Chalttalboden, Silberplangge-Ost und -Nord, Silberplangge-West, Chline Wallenchengel, Tscherrmannencharren-Ost, Grosser Walenchengel, Chalttalköpf, Dreitürme, In den Hörnern, Chilbiweid, Tschermannen, Unterer Murgsee. Geschichte: Die erste Bergbauperiode 1608 - 1848: 1608 wird in den Glarner Ratsprotokollen erstmals ein Kupferbergwerk auf der Mürtschenalp erwähnt. Aus dem gewonnenen Silber sollen einige Glarner Münzen geprägt worden sein. 1610 erfolgt eine Übertragung der Konzession an die «Herren HUBER samt anderen synen Mittkonsorten». Da keine genaueren Angaben bekannt sind, dürfte der Erfolg mässig gewesen sein. 1680 erhalten ein Seckelmeister JOHANN PETER MILT und Lieutenant HEINRICH MILT eine Konzession für 20 Jahre. Irgendwelche Nachrichten, ob ausgebeutet wurde, fehlen jedoch. 1723 bewarben sich ein Quartierhauptmann MISSEN aus Zürich mit Landeshauptmann MARTI um eine Konzession. 1834 schliesst AUGUST KÖNLEIN, Bergwerkbesitzer von Uznach (wahrscheinlich Schieferkohlen) mit der Gemeinde Kerenzen einen Pachtvertrag ab. Da weitere Berichte fehlen, dürfte auch zu diesem Zeitpunkt kein ernsthafter Betrieb aufgekommen sein. Die zweite Bergbauperiode 1849 -1865: 1849 machen PETER KAMM von Obstalden und JOST DURSCHER von Walenguflen bei Obstalden neue Schürfungen auf der Mürtschenalp. 1850 schliessen die beiden Schürfer mit der Gemeinde Kerenzen einen Vertrag ab und ziehen zudem zwei Tiroler Bergleute bei. Infolge der beschränkten Geldmittel kommen sie aber bald in eine missliche finanzielle Lage. 1853 erfährt der aus Breslau stammende deutsche Freiheitskämpfer Dr. HEINRICH SIMON von diesen Schürfungen. Dieser beauftragt EMIL STÖHR, von dem wir die wertvolle Publikation aus dem Jahre 1865 besitzen, das Vorkommen näher zu untersuchen. Jener gelangt zu der Feststellung, «dass auf eine nicht unbedeutende Längenerstreckung hin silberhaltige Kupfererze zutage giengen, und dass in den am Ausgehenden bereits gemachten Versuchsarbeiten reiche und zum Teil wahrhaftig prächtige Erze angefallen waren. Die hohe Lage des Erzvorkommens und die über dreistündige Entfernung von dem nächsten bewohnten Orte, Murg am Walensee, war freilich für die Arbeiterverhältnisse nicht günstig; allein, wenn die Erze mit derselben Reichhaltigkeit wie am Ausgehenden bis zu einer gewissen Tiefe niedersetzten, so war trotz der ungünstigen Arbeiter- und Transportverhältnisse zu erwarten, dass ein rentabler Bergbau umgehen könne. » 1854 wird nach Abschluss der nötigen weiteren Verträge mit Gemeinden und Kanton mit den Arbeiten begonnen. Als erstes werden Zugangsmöglichkeiten für die Materialtransporte geschaffen. Es wird ein Saumweg von Merlen im Murgtal nach dem Unter Mürtschen angelegt. Man beginnt mit den Untersuchungsarbeiten über Tage und in der Grube. Die Arbeiten werden den Winter hindurch fortgesetzt. 1855 Anlässlich der Schneeschmelze im Frühling werden fast alle unterirdischen Bauten überschwemmt. Die Pumpen sind zu schwach, und die gewaltigen Wassermassen können nur mit einem Blechheber bewältigt werden. 1857 werden ausgedehntere Arbeiten geplant. Diese verlangen aber eine grössere Belegschaft. Es wird ein grösseres Gebäude erstellt mit Wohnungen für zwei Beamte und Schlaf- und Kochsälen für 50 Mann. Ein älteres kleines Haus dient vorläufig als Schmiede und Lokal für die Aufbereitung. Später wird ein kleines Pochwerk mit Stossherd hineingelegt. Da die einheimischen Arbeiter den Eisenbahnbau vorziehen, müssen deutsche Bergleute mit einem Steiger engagiert werden. Die Belegschaft steigt damit auf 30 Mann an, später auf 48 Mann. Man führt an drei Orten Aufschlussarbeiten durch: Bei der Grube Erzbett, bei der Hauptgrube und im Grossen Chalttal. Im Grossen Chalttal, im äussersten Osten, sind es nur Untersuchungsarbeiten, in der Hauptgrube dagegen und im westlich gelegenen Erzbett bergmännische Arbeiten. Mehrere Pfeiler werden zum Abbau vorgerichtet, versuchsweise werden einzelne auch schon abgebaut. Die gemachten Aufschlüsse ergeben die ersten wissenschaftlichen Resultate: zu einem grösseren, rationelleren Abbau. 1858 Für einen grösseren Betrieb fehlt das Geld. Aus Rücksicht auf die geschlossenen Verträge wird der Betrieb aber nicht eingestellt, sondern es wird «temporisiert», d. h. der Betrieb wird eingeschränkt in der Erwartung besserer Zeiten. Die Folge davon ist, dass die Generalunkosten in keinem Verhältnis zu den Betriebsausgaben stehen. 1859 betragen die Generalunkosten 19000 Fr., die Betriebsausgaben 21000 Fr. Ein Teil der ohnehin schon knappen Geldmittel wurde also durch «temporisieren» verbraucht, ohne vollständigen Vorteil für das Unternehmen. 1860 verunglückt bei einer Bootsfahrt auf dem Walensee SIMON tödlich. STÖHR als Gründer und Aktionär der Gesellschaft wird Generaldirektor und übernimmt die Oberleitung. Er stoppt das «temporisieren» und beginnt mit dem Abbau. 320 Quadratlachter (1280 m2) Gangfläche sind zum Abbau vorgerichtet. Es werden 30000 Zentner Roherz erwartet. In einem Versuchsabbau werden die erwarteten Hoffnungen aber nicht erfüllt, sondern es ergibt sich folgendes Bild: Erwartet: Wirklichkeit: Erz pro Quadratlachter Gangfläche (4m2): 100 Zentner 62 Zentner Reiche Scheideerze 3-6 % 1,6 - 2,5 % Gute Pochgänge 77 % 55 - 68 % Tauber Berg 20 % 30 - 45 % Schliche Gehalt: 14 Zentner 9 Zentner Cu: 18 % 13,5 % Ag: 0,11% 0,063 % 1861 erfolgt gegen Ende des Jahres die Einstellung des Bergbaubetriebes. Bereits vorhandene Roherze werden noch aufbereitet und an die Hütte in Brixlegg im Tirol verkauft. 1862 löst sich die Gesellschaft auf und wird liquidiert. Leider ergibt sich zu diesem Zeitpunkt aus den gemachten Arbeiten keine eindeutige Auskunft über das Aushalten, bzw. Nichtaushalten der Erze in die Tiefe. 1865 wird die 2. Bergbauperiode mit der Publikation von STÖHR (1865) abgeschlossen. Die dritte Bergbauperiode 1916 - 1918: Infolge des Rohstoffmangels des 1. Weltkrieges führt die Firma «GUSTAV WEINMANN», Zürich, neue Untersuchungs- und Erschliessungsarbeiten durch. Diese beschränken sich aber auf die sogenannte Hauptgrube und die Grube Erzbett, während die Baue vom Grossen Chalttal nicht aufgewältigt werden, da diese Grube eine grosse Zahl von Verwerfungen und dementsprechend die unregelmässigste Gangbildung aufweist, obwohl früher von dort die reichsten Erze kamen. In der Hauptgrube beschränken sich die Arbeiten auf das Ausräumen der alten Stollen, da der am Ausbiss bis 2m mächtige Gang nur bis zu einer Tiefe von einigen Metern abbauwürdige Erze enthielt. Ausserdem wird der Hauptstollen um 35,5 m verlängert. In der Grube Erzbett wird der alte tonnlägige Schacht der unteren Sohle entwässert. Er besitzt eine Tiefe von 27 m und erschliesst das Erz in ca. 10 m Tiefe, wo sich dasselbe als Buntkupfererz in Gängchen von höchstens 5 cm Mächtigkeit zeigt. Etwa 37 m unter der tiefern alten Sohle (Kote 0) wird ein Querschlag vorgetrieben, der 142 m ab Mundloch die Erzmittel anschlagen sollte, jedoch trotz seiner Verlängerung bis auf 181 m den Erzgang nicht erschliesst. Nach Beobachtungen verhält es sich so, dass auf der Halde unzweifelhafte Proben von Grauem Gebirge mit Karbonatführung festgestellt werden können. Unter dem Begriff «Graues Gebirge» wird nach STÖHR (1865) der veränderte, chloritisierte Sernifit der Kupfermineralisation verstanden. Da dieses Ganggestein aber vollständig taub ist, wurde das Durchschlagen dieses Imprägnationkörpers bei 142 m ab Mundloch wahrscheinlich nicht bemerkt und der Stollen sinnlos bis auf 181 m vorgetrieben. Zu erwähnen sind noch vier neue Stollen von 4 m, 81 m, 3m und 11 m, welche im Feldried, ca. 200 m unter der Hauptgrube geologisch vollständig unverständlich angelegt wurden. Sie sind heute nur noch zum Teil zugänglich. Im Herbst 1918 werden die Arbeiten eingestellt und die Installationen abgebrochen. Damit endet die 3. Bergbauperiode. 4. Untersuchungsarbeiten 1924-1956. Übersicht sämtlicher Uranvorkommen der Mürtschenalp. Unterer Murgsee: Erzkörper I 2'731’380 / 1'211’980, 1930-1960 m ü. M. Erzkörper II 2'731’370 / 1'211’960, 1930-1960 m ü. M., Quarzgängchen, Pyrit, Linneit, Chalkopyrit Erzkörper III 2’731330 / 1'211’820, 1900-1940 m ü. M. 2'731’320 / 1'211’810, 1900-1940 m ü. M. Erzkörper Illa 2'731’350 / 1'211’860, 1940 m ü. M. Chalkopyrit, Fahlerz, Bornit, Chalkosin Erzkörper IV 2'731’250 / 1'211’730, 1870 m ü. M. Pyrit, Chalkopyrit Tschermannercharren-West: Erzkörper I 2'731’340 / 1'212’760, 2075 m ü. M. Erzkörper II 2'731’300 / 1'212’770, 2090 m ü. M. Erzkörper III 2'731’220 / 1'212’725, 2110 m ü. M. Erzkörper IV 2'731’210 / 1'212’710, 2120 m ü. M. Erzkörper V 2'731’260 / 1'212’750, 2100 m ü. M. Grosser Walenchengel, 100 m3: Erzkörper I 1910 m ü. M. Tschermannercharren-Ost: Erzkörper I 2'731’470 / 1'212’820, 2080 m ü. M. Chline Walenchengel, 525 m2 Erzkörper I 2'731’620 / 1'213’060, 2050 m ü. M. Erzkörper III 2'731’580 / 1'213’000, 2060 m ü. M. Erzkörper IV 2'731’590 / 1'212’970, 2070 m ü. M. Erzkörper V 2'731’620 / 1'213’100, 2040 m ü. M. Erzkörper VI 2'731’610 / 1'213’110, 2040 m ü. M. Erzkörper VII 2'731’610 / 1'213’140, 2030 m ü. M. Erzkörper VIII 2’731600 / 1'213’150, 2020 m ü. M., 2'731’600 / 1'213’610, 2020 m ü. M. Erzkörper IX 2'731’610 / 1'213’150, 2020 m ü. M., 2'731’610 / 1'213’160, 2020 m ü. M., 2'731’610 / 1’213170, 2010 m ü. M., 2'731’610 / 1'213’180, 2000 m ü. M. Erzkörper X 2'731’600 / 1'213’230, 1980 m ü. M., 2'731’600 / 1'213’240, 1980 m ü. M. Erzkörper XI 2'731’580 / 1'213’270, 1970 m ü. M., 2’731580 / 1'213’270, 1970 m ü. M., 2'731’570 / 1’213270, 1970 m ü. M., 2'731’600 / 1'213’260, 1960 m ü. M., 2'731’600 / 1'213’280, 1960 m ü. M. Erzkörper XII 2'731’560 / 1'213’270, 1980 m ü. M., 2'731’540 / 1'213’270, 1980 m ü. M., 2'731’530 / 1'213’270, 1980 m ü. M. Silberplangge-Ost: Erzkörper I 2'731’830 / 1'213’480, 1985 m ü. M. Erzkörper II 2'731’820 / 1'213’480, 1980 m ü. M. Silberplangge-West: Erzkörper I 2'731’750 / 1'213’320, 1970 m ü. M. Erzkörper II 2'731’730 / 1'213’320, 1970 m ü. M. Silberplangge-Nord Erzkörper I Tschermannen: Erzkörper I 2'732’315 / 1'213’860, 1980 m ü. M. Erzkörper II 2'732’340 / 1'213’870, 1980 m ü. M. In den Hörnern: Erzkörper I 2'732’340 / 1'214’060, 1920 m ü. M. Erzkörper II 2'732’310 / 1'214’075, 1920 m ü. M. Erzkörper III 2'732’300 / 1'214’030, 1930 m ü. M. Erzkörper IV 2'732’325 / 1'214’050, 1930 m ü. M. Erzkörper V 2'732’290 / 1'214’060, 1920 m ü. M. Chlis Chalttal: Erzkörper I 732’510 / 1'213’670, 1970-2000 m ü. M. Erzkörper II Erzkörper III Erzkörper IV Erzkörper V 2'732’440 / 1'213’790, 1960 m ü. M. Erzkörper VIa 2'732’440 / 1'213’790, 1960 m ü. M. Erzkörper VIb 2'732’420 / 1'213’790, 1970 m ü. M. Erzkörper VII 2'732’420 / 1'213’720, 2000 m ü. M. Chalttalchöpf: Erzkörper I 2'732’690 / 1'214’000, 1890 m ü. M. Erzkörper II 2'732’825 / 1'214’160, 1865 m ü. M. Erzkörper III 2'732’775 / 1'214’080, 1850 m ü. M. Erzkörper IV 2'732’875 / 1'214’110, 1930 m ü. M. Erzkörper V 2'732’840 / 1'214’100, 1920 m ü. M. Chalttalboden: Erzkörper I 2'732’920 / 1'214’560, 1580 m ü. M. Erzkörper II 2'732’910 / 1'214’570, 1580 m ü. M. Erzkörper III 2'732’910 / 1'214’590, 1570 m ü. M. Erzkörper IV 2'732’910 / 1'214’610, 1550 m ü. M. Fullaui: Erzkörper I 2'733’015 / 1'214’500, 1510 m ü. M. Dreitürme: Erzkörper I 2'732’725 / 1'213’775, 1840 m ü. M., 2'732’740 / 1'213’775, 1860 m ü. M. Erzkörper II 2'732’725 / 1'213’825, 1860 m ü. M. Die Mineralienbeschreibungen sind unter folgenden Fundorten aufgeführt: Mürtschenalp, Bärenboden Mürtschenalp, Chalttalboden Mürtschenalp, Chli Hochmättli Mürtschenalp, Chline Walenchengel Mürtschenalp, Chlis Chalttal, Kleines Kalttal Mürtschenalp, Chüetal Mürtschenalp, Dreitürme Mürtschenalp, Erzbett Mürtschenalp, Etscherzapfen Mürtschenalp, Grosser Walenchengel Mürtschenalp, Grosses Chalttal, Grosses Kalttal Mürtschenalp, Grosses Hochmättli-Ost Mürtschenalp, Grosses Hochmättli-West Mürtschenalp, Hauptgrube Mürtschenalp, Hochmättli Mürtschenalp, Judenweg Mürtschenalp, Rote Riese Mürtschenalp, Schafplatten Mürtschenalp, Silberplangge Mürtschenalp, Silberspitz-Nordost Mürtschenalp, Silberspitz-Ost Mürtschenalp, Silberspitz-Süd Mürtschenalp, Tschermannenbach, Schwämmli Mürtschenalp, Tschermannercharren West Graues Gebirge / Schwarzes Gebirge: Graues Gebirge: Der veränderte, chloritisierte Sernifit der Kupfermineralisation ("Graues Gebirge" nach STÖHR [1865]). STÖHR (1865) bezeichnete diesen veränderten Sernifit, der bei den Kupfervererzungen eine wichtige Rolle spielt, als sogenanntes «Graues Gebirge». In der Tat berechtigt die grau-grün-weiss gefleckte Farbe vollkommen diese Namengebung, die im Folgenden auch beibehalten wird. Die Struktur dieses «Grauen Gebirges » ist fein- bis mittelkörnig mit einem mittleren Korndurchmesser von 5-10 mm und einem maximalen Durchmesser von ca. 20 mm, sofern es aus einem Sernifit hervorgegangen ist. Schwarzes Gebirge: Der veränderte, pyritisierte Sernifit der Uranmineralisation ("Schwarzes Gebirge" nach Bächtiger). Im Prinzip gehört er nicht eigentlich zu den Trägergesteinen, bzw. zu den veränderten, unvererzten Gesteinen, denn im Gegensatz zum veränderten Sernifit der Kupfermineralisation ist das Eisen hier selten im Chlorit oxydisch, sondern meistens in geringeren bis sehr grossen Mengen von Pyritvarietäten sulfidisch gebunden, wobei das Gestein natürlich sofort als Erz bezeichnet werden muss. Als Gegenstück der Uranmineralisation zum Grauen Gebirge der Kupferformation schien es dem Verfasser K.Bächtiger doch zweckmässig, dieses Gestein hier kurz zu charakterisieren. Anderseits können die Pyrite auch völlig fehlen, und der veränderte Sernifit nimmt dann Melser-Sandstein-ähnlichen Charakter an, wobei das Gestein eine gelblich-weisse Farbe erhält mit rötlichen Flecken durch die Relikte von unzerstörbarem Mikroklin. Wie aus dem Vorhandensein zweier Hauptbruchsysteme zu vermuten ist, liegen nach den üblichen lagerstättenkundlichen Erkenntnissen auch zweierlei Arten von Mineralisationen vor. 1. Das N-S-Gangsystem mit einer quarzigen Uran-Blei-Zink-(Kobalt-Nickel) Formation (Pechblende-Paragenese) Die äussere Erscheinung der Erzkörper ist recht unscheinbar und dürfte wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Uranvererzungen bis heute unbekannt geblieben sind. Die Erzkörper erscheinen als ausgebleichte Zonen im weinroten Sernifit, sporadisch treten braune Limonitkrusten, selten gelbe Uran- und gelbgrüne Urankupferoxydationserze auf. Bis heute konnten anhand von geologischen Beobachtungen und Radioaktivitätsmessungen bereits drei Formen von Erzkörpern unterschieden werden: A. Hochprozentige Imprägnation in der engsten Umgebung einer ca. NE-SW, verlaufenden, steilstehenden Kluft. B. Mit Erz imprägnierte Ruschelzonen in N-S verlaufenden, senkrechten Querbrüchen. C. Diffus imprägnierte Körper, vermutlich stratigraphische Horizonte. Die Zahl der Erzkörper ist je nach der Grösse der Lagerstätte verschieden. Meistens sind es mehrere radioaktiv ansprechende Imprägnationen, von denen aber meist nur ein kleiner Teil höhere Gehalte aufweist. 2. Das SW-NE-Gangssystem mit einer dolomitischen Kupfer-Silber-Formation (Bornit-Paragenese) |
Mineralien | - Rosasit: Kleine, blaugrüne Pusteln mit Tirolit zusammen. |
LNr | 008. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Bärenboden (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'731’670 / 1'215’160 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 85 |
Bemerkungen | Typisch ist seine Lage in der Umgebung des N-S-Bruches, der die Lagerstätten Hauptgrube und Silberplangge verbindet. Ein weiterer Ausbiss mit Uran-Vererzung liegt einige Meter weiter nordöstlich. Die beiden Paragenesen sind an zwei verschiedene Gesteinstypen gebunden. An der Basis enthält der Melser Sandstein an beiden erwähnten Stellen bis maximal 0,2 m mächtige, schwarze, bituminöse Schiefer, die teilweise mylonitisiert und ausgewalzt sind. Der Uranträger konnte bis heute (1960) nicht identifiziert werden; es könnte sich um eine organische Uranverbindung handeln. Im Erzanschliff findet man aber auch Kupfererze in Körnchen, die höchstens einige Millimeter gross sind. Im Melser Sandstein selbst wurde eine typische Bornit-Paragenese festgestellt. Das Haupterzmineral ist Bornit, welcher zementativ von Covellin und umgekehrt zementativ von Kupferkies randlich und von Spaltrissen aus verdrängt wird. Auch diese Einschlüsse sind dispers verteilt und höchstens einige Millimeter gross. |
Mineralien | - Azurit: charakteristisch sind für dieses Vorkommen idiomorphe Kristalle von Azurit neben reichlichen Anflügen von Malachit. - Bornit: das Haupterz ist auch hier der Bornit, der oft Entmischungsspindeln von Kupferkies enthält. In Verwachsungen mit ihm findet man selten Fahlerz. Ein zementativer Verdränger von Bornit ist Covellin. - Chalkopyrit: das Haupterz ist auch hier der Bornit, der oft Entmischungsspindeln von Kupferkies enthält. In Verwachsungen mit ihm findet man selten Fahlerz. Der Kupferkies scheint zudem auch hier in sekundärer Form als umgekehrt zementativer Verdränger von Bornit aufzutreten. - Covellin: ein zementativer Verdränger von Bornit ist Covellin. - Graphit: nahezu statistisch verteilt kann man im ganzen Gestein rötlichbraune Lamellen von Graphit beobachten, die auf Scherflächen oft angehäuft und zu Zügen geregelt sind. - Malachit: charakteristisch sind für dieses Vorkommen idiomorphe Kristalle von Azurit neben reichlichen Anflügen von Malachit.. |
LNr | 009. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Chalttalboden (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'732’910 / 1'214’590 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 58-59. - Meisser, Nicolas; Schweizer Strahler; 1999; Heft 3; Seite 489 - 503; Sekundärmineralien der Kupfer- und Uranaufschlüsse der Mürtschenalp (SG/GL) - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 69 - Stöhr, Emil; Die Kupfererze an der Mürtschenalp und der auf ihnen geführte Bergbau; 1865 |
Bemerkungen | Die Koordinaten zeigen auf den Erzkörper III. Aus einer Kupfervererzung (1) sowie aus einer Uranvererzung (2), welche sich im Walde, ca. 170 Meter westlich des Stolleneingangs der Kupfervererzung befindet. Siehe auch Fundort 'Mürtschenalp (allgemein)'. Bächtiger: Diese Vererzung befindet sich ca. 170 m westlich vom Eingang des alten Sondierstollens im Grossen Chalttal. Die einzelnen Erzkörper sind stark von Wald und Blockschutt bedeckt. Bis jetzt sind jedoch 6 wichtigere Ausbisse bekannt geworden, die sich auf eine mehr oder weniger N-S verlaufende Linie verteilen auf eine Länge von ca. 100 m. Auf der Nordseite des Spontales konnten keine Spuren einer Vererzung mehr gefunden werden. Die Begrenzung der Erzkörper ist infolge ihrer Bindung an Kluftsysteme und-kreuze sehr unscharf; aus denselben Gründen ist auch die Radioaktivität sehr ungleichmässig verteilt. Erzkörper III: Koordinaten: 2’732'910 / 1’214'590, 1570 m ü. M. Zwei Stellen, die ziemlich nahe beieinander liegen, für beide Punkte lauten die Koordinaten gleich. Der Erzausbiss ist 9 m breit und 9 m hoch, die Tiefe ist unbekannt. Der veränderte Sernifit ist mittel- bis grobkörnig. Pyrit, Kupferkies und Fahlerz sind die einzigen feststellbaren Primärerze im Felde; Limonit, Malachit und gelbgrüne Krusten von Uranerzen und schwarze Krusten markieren die Oxydationszone. Selten sind 5 mm mächtige Karbonatgängchen mit Fahlerz und Kupferkies. Die teilweise Chloritisierung des Gesteins lässt auf Einflüsse der Bornit-Paragenese schliessen. Im Dünnschliff kann man feststellen, dass der Gangquarz mit Vorliebe Pflockstrukturen bildet. Die entstehenden Hohlräume werden dabei entweder mit Calcit oder bläulichgrauem, verzwillingtem Prehnit (? ) gefüllt. Auch die beiden erwähnten Kupfererze sind häufig mit Pflockquarz verwachsen. Erzkörper VI: Koordinaten: 2’732'910 / 1’214'610, 1550 m ü. M. Er ist der nördlichste Erzkörper und ca. 20 m von Erzkörper III entfernt. Andere Kluftsysteme fehlen. Es ist jedoch möglich, dass der Erzkörper in einzelne Teilkörper zerlegt ist wie im Chlinen Chalttal. Der Erzaufschluss ist ca. 10 m lang und 8m hoch, die Tiefe ist auf 1m aufgeschlossen, beträgt aber sicher mehr. Der mittel- bis grobkörnige Sernifit hat blaugraue Farbe. Er ist wie üblich im Allgemeinen schlecht sortiert und gerundet. Makroskopisch kann man dispersen Pyrit und Bleiglanzwürfelchen erkennen. Der Erzanschliff zeigt eine sehr reichhaltige Paragenese von Pechblende, Parapechblende, Brannerit, Arsenkies, Melnikovit-Pyrit, Bravoit, Zinkblende, Linneit, Bleiglanz, Kupferkies, Fahlerz. |
Mineralien | - Anatas: eingesprengt im Gestein, mit hohem Glanz auf den vollkommenen Spaltflächen. - Arsenopyrit: Erzkörper VI: Im Erzanschliff. Der Arsenkies ist wie üblich meist isoliert, zu Schwärmen gehäuft und zeigt stängelige bis rhombische Querschnitte. - Azurit: die schönsten Azuritstufen der Mürtschenalp stammen aus dem Grossen Chalttal, cm-dicke Beläge, himmelblau, lamellenförmige Kristalle. - Bayldonit: intensiv grün, halbkugelige Aggregate, glasartig, unter einem mm, leicht verwechselbar mit Malachit. - Bornit: - Brannerit: Erzkörper VI: Der Brannerit umkrustet häufig Anatas. Meist ist er auch feindispers xenomorph, selten nadelig. - Bravoit: Erzkörper VI: Im Erzanschliff. Als Bravoit könnte man vielleicht zonare Melnikovit-Pyrite bezeichnen, deren einzelne Schalen teilweise richtig bräunlich sind. Der Form nach handelt es sich um Mitteldinge zwischen Kugeln und Kristallen. - Brochantit: smaragdgrün bis schwarz, auf zersetztem Erz, begleitet von Cyanotrichit, auf Chalkophyllit, leicht verwechselbar mit Euchroit, Endflächenquerschnitt oft grösser als der Prismaquerschnitt. - Calcit: - Cerussit: relativ selten anzutreffen, gedrungene Erscheinung, meistens durchsichtig, Riefung parallel zur Kristallhauptachse. - Chalkophyllit: In sehr schöner Ausbildung, auf dünnen Rissen, manchmal vergesellschaftet mit Mimetesit und Brochantit. Erzkörper VI: Der Kupferkies umkrustet in typischer Weise wie bei andern Vererzungen den Linneit oder zeigt Verwachsungen mit Fahlerz. - Chalkopyrit: eingesprengt im Gestein, messinggelb wenn frisch. - Chalkosin: Djurleit-Chalkosin, nur durch genaue Analyse bestimmbar. - Chlorit: - Chrysokoll: oft vorkommend, als cm-dicke Massen sowie als Spaltenfüllung, muscheliger Bruch, ohne Kristallflächen, intensiv hellblau, traubenförmig. - Cornubit: von blossem Auge kaum zu unterscheiden von Bayldonit, halbkugelig, unter einem mm, grasgrün, matte Oberfläche, teils überzogen von Strashimerit, in der Schweiz sonst erst aus dem Val d'Anniviers sowie vom Cherbadung beschrieben. - Covellin: mikroskopisch klein, zusammen mit Chalkosin. Erzkörper VI: Covellin konnte randlich von Kupferkies und Bleiglanz als zementativer Verdränger beobachtet werden. - Cuprosklodowskit: Aggregate bis über ein mm Grösse, nadelförmige Kristalle, grünlichweiss, reich an Tennantit, in Hohlräumen von stark radioaktiven Erzen. - Cyanotrichit: öfters anzutreffen, kristalline Lagen bildend, bis einige cm Grösse, tiefblau bis himmelblau, filzige Erscheinung, zusammen mit Brochantit. - Djurleit: Djurleit-Chalkosin, zusammen mit sogenanntem Weissem Kupferglanz. - Euchroit: weltweit äusserst selten (ca.5 Vorkommen), im Chalttal aus der Uran- und der Kupfervererzung bekannt geworden, aufgewachsen auf dem angewitterten Gestein, tief smaragdgrün, isometrisch, oft undurchsichtig, bis 3 mm, Kontaktzwillinge erscheinen als Pseudo-Oktaeder, verwechselbar mit Brochantit (Schmutz et al., 1982b: irrtümlich als Euchroit bestimmt worden). - Fahlerz: Erzkörper VI: Im Erzanschliff. Das Fahlerz füllt überdies reichlich die Zwischenschalen bei Melnikovit-Pyrit. - Galenit: eingesprengt im Gestein, mit hohem Glanz auf den vollkommenen Spaltflächen. Erzkörper VI: Im Erzanschliff. Der Bleiglanz kommt neben Verwachsungen mit Zinkblende und Kupferkies häufig auch isoliert als tröpfchenförmige Interpositionen im Schwarzen Gebirge vor; die Tröpfchen sind dann oft zu Schwärmen gehäuft. - Gartrellit: ob das Mineral von der Lokalität im Chalttal oder Hochmätteli stammt, ist nicht klar (deshalb an beiden Orten aufgeführt), gelb, erdig, kryptokristallin. - Graphit: - Hämatit: - Langit: Langit-Posnjakit, klein, gedrungene Erscheinung, oft sagenitähnliche Verzwillingung, mm-lang, himmelblau, zusammen mit Brochantit und sich zersetzendem Erz - Linneit: Erzkörper VI: Im Erzanschliff. Der Linneit tritt in xenomorphen bis idiomorphen Körnern mit Kupferkiesrändern auf. Zudem wird er oft von einem helleren und etwas härteren Mineral umkrustet. Da es isotrop zu sein scheint, ist nicht ganz sicher, ob es sich nur um Pyrit oder vielleicht noch um eine weitere Linneitvarietät handelt. - Malachit: nicht mehr allzu oft vorkommend, meistens als erdige Anhäufung in Form von Überzügen oder Halbkugeln, grün, oft mit einem beige-gelblichen und filzartigen Ueberzug. - Melnikovit-Pyrit: Erzkörper VI: Der Melnikovit-Pyrit besitzt sehr häufig schalige Strukturen, wobei oft zwei bis drei Erzschalen mit sehr dünnen Gangartschalen abwechseln können; der Kern hat dann bisweilen kristalline Ausbildung. - Metazeunerit: bescheidenere Ausbildung als bei der Lokalität Hochmätteli, tafelig, klein, in tennantitreichen Quarzgängen. - Mimetesit: häufig, nadelig, farblos, quarzähnliche Prismen, auch Sphäroide, bis mm-Grösse, grasgrün, starker Fettglanz, Mimetesit ohne die beiden Elemente Phosphor und Vanadium. - Molybdänit: - Olivenit: Überzüge, filzartig, nadelig, olivgrün bis farblos, ohne das Element Zink, im sogenannten Leukochalcit-Habitus (Basis grün, Spitze mit weissen Fäden), selten auch in asbestähnlicher Ausbildung. - Parapechblende: Erzkörper VI: Im Erzanschliff. Die Parapechblende kommt in xenomorphen Körnern vor und bildet bisweilen die Matrix für Aggregate von Rutil- und Anataskörnern. - Pechblende: Erzkörper VI: Im Erzanschliff. - Pharmakosiderit: -Ba-; klein, würfelig, honiggelb, in Hohlräumen des tennantit- und malachitreichen Erzes, mit Anteil an Eisen, Arsen, Baryum und Aluminium, bei fehlendem Kalium (zurzeit (1999) einzige derartige Fundstelle in der Schweiz). - Posnjakit: Langit-Posnjakit (siehe unter Langit). - Prehnit: Erzkörper III: Im Dünnschliff kann man feststellen, dass der Gangquarz mit Vorliebe Pflockstrukturen bildet. Die entstehenden Hohlräume werden dabei entweder mit Calcit oder bläulichgrauem, verzwillingtem Prehnit (?) gefüllt. - Proustit: ?, es wird lediglich 'Rotgültigerz' angegeben. - Pyrit: Erzkörper VI: Im Erzanschliff. - Quarz: - Rutil: - Silber, gediegen: - Sphalerit: Erzkörper VI: Im Erzanschliff. Die Zinkblende erscheint wie üblich in xenomorphen Körnern, oft zu Aggregaten gehäuft, und enthält bisweilen Einschlüsse von Bleiglanz und Melnikovit-Pyrit. - Strashimirit: 1) schöne, igelartige Aggregate, nadelförmig, blassgrün bis fast weiss, selten, teils den Cornubit überdeckend, leicht verwechselbar mit Parnauit oder anderen Mineralien. - Stromeyerit: - Tennantit: - Tirolit: 1) häufig vorkommend, unter einem cm, hellgrün bis türkisblau. - Uraninit: - Wittichenit: - Wulfenit: 1) nicht sehr häufig anzutreffen, teilweise in pseudokubischer Ausbildung, systematisch zusammen mit Mimetesit. |
LNr | 010. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Chli Hochmättli (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'731'110 / 1'212’460 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 80-81 |
Bemerkungen | Es befindet sich auf der Westseite des Chli Hochmättli westlich eines N-S-Querbruches. Die Höhe des Erzausbisses ist ca. 0,2 m, die Breite ca. 2 m, die Tiefe ist unbekannt. Klüfte haben eine geringe Bedeutung. Das Begleitgestein ist ein weisser Quarzit mit Feldspäten, der durch Reduktion einer Feinbrekzie ähnlich dem Rotbergsandstein entstanden ist. Makroskopisch ist reichlich Kupferglanz und Malachit in Lagen, Nestern oder feindispers eingesprengt. Der Dünnschliff zeigt noch den seltenen, aber äusserst charakteristischen Titanit und zwei Arten Chlorit als markante Gangmineralien auf. Der erstere ist häufig mit Quarz verwachsen oder verdrängt Plagioklas. Er bildet feinkörnige braune Aggregate mit hohem Relief und hohen Interferenzfarben. Typisch sind auch Umrisse in Brief kuvertform oder schwalbenschwanzähnliche Zwillingsbildungen. Die eine Varietät Chlorit erscheint in spärolithischer Ausbildung in Hohlräumen. Im Dünnschliff ist er ziemlich stark grünlich und zeigt gelblichgrün-dunkelbraune Interferenzfarben. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Vertreter der Leptochlorite, vielleicht um Delessit. Der gewöhnliche Chlorit ist eher würmchenartig und farblos bis bläulichgrün und weist bläulichgraue Interferenzfarben auf. Im Erzanschliff wird ersichtlich, dass es sich beim Kupferglanz um die blaue, anisotrope und grobkörnige Varietät handelt. Er enthält zudem als Einschlüsse Körnchen von Hämatit und Gediegen Silber, sowie wahrscheinlich als Entmischung längliche Tröpfchen von Bornit. Der Kupferglanz wird vom Rande her zementativ von Covellin und oxydativ von Malachit verdrängt. Der Covellin könnte vielleicht auch zu den Primärerzen gehören. Der Malachit bildet oft schöne radialstrahlige Aggregate. Gegenüber Covellin überwiegt er stark. |
Mineralien | - Bornit: siehe unter Chalkosin. - Chalkosin: makroskopisch ist reichlich Kupferglanz und Malachit in Lagen, Nestern oder feindispers eingesprengt. Im Erzanschliff wird ersichtlich, dass es sich beim Kupferglanz um die blaue, anisotrope und grobkörnige Varietät handelt. Er enthält zudem als Einschlüsse Körnchen von Hämatit und Gediegen Silber, sowie wahrscheinlich als Entmischung längliche Tröpfchen von Bornit. Der Kupferglanz wird vom Rande her zementativ von Covellin und oxydativ von Malachit verdrängt. - Chlorit: der Dünnschliff zeigt noch den seltenen, aber äusserst charakteristischen Titanit und zwei Arten Chlorit als markante Gangmineralien auf. Der gewöhnliche Chlorit ist eher würmchenartig und farblos bis bläulichgrün und weist bläulichgraue Interferenzfarben auf. - Covellin: der Covellin könnte vielleicht auch zu den Primärerzen gehören. - Delessit: die eine Varietät Chlorit erscheint in spärolithischer Ausbildung in Hohlräumen. Im Dünnschliff ist er ziemlich stark grünlich und zeigt gelblichgrün-dunkelbraune Interferenzfarben. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Vertreter der Leptochlorite, vielleicht um Delessit. - Hämatit: siehe unter Chalkosin. - Malachit: Makroskopisch ist reichlich Kupferglanz und Malachit in Lagen, Nestern oder feindispers eingesprengt. Der Malachit bildet oft schöne radialstrahlige Aggregate. Gegenüber Covellin überwiegt er stark. - Silber, gediegen: siehe unter Chalkosin. - Titanit: der Dünnschliff zeigt noch den seltenen, aber äusserst charakteristischen Titanit und zwei Arten Chlorit als markante Gangmineralien auf. |
LNr | 011. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Chline Walenchengel (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'731’590 / 1'212’970 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz);Seite 45-53 |
Bemerkungen | Die Koordinaten zeigen auf Erzkörper IV. Unter dem Namen «Chline Walenchengel» wird das fächerartige Bruchzonengebiet nördlich des Grossen Hochmättli verstanden. Die Hauptvererzungszone ist dabei weitgehend an die Umgebung des westlichsten Bruches gebunden. Die Erzausbisse sind auf einer kurvenartigen N-S-Zerrüttungszone angeordnet, die später durch einen geradlinigen, markanten N-S-Bruch verworfen worden ist. Dieser spätere Bruch lässt sich zudem durch die überschobenen Schönbühlschiefer des Grossen Hochmättli verfolgen. Er besitzt ausserdem ein sehr steiles, nahezu senkrechtes Fallen. Die Vererzung erstreckt sich auf eine Länge von ca. 300 m und ist bis jetzt auf 12 bekannte Erzkörper verteilt, die meist mehrere Stellen mit einer absoluten Maximalintensität besitzen. Generell kann hier folgendes festgestellt werden: 1. Es ergibt sich, wenn auch mit Unterbrüchen, eine Vererzungszone, die mehr oderweniger N-S verläuft, von Erzkörper XI im Norden über die Erzkörper X, IX, VIII, VII, V, I, II, III bis Erzkörper IV im Süden. Genauer gesagt liegen diese Erzkörper auf einer Kurve mit einem ziemlich grossen Radius. 2. Es existiert anderseits eine kürzere Zone gegen W mit einem Verlauf von ca. 65°/55° von Erzkörper XI b bis Erzkörper XII c. Von einer eigentlichen, vererzten Hauptkluft wie beim Erzvorkommen Unterer Murgsee kann nicht gesprochen werden. 3. Aus Vergleichen mit anderen Vorkommen, zum Beispiel Unterer Murgsee und Chlis Chalttal, darf geschlossen werden, dass diese Oberflächenausbisse auch eine gewisseTiefenerstreckung besitzen. 4. Es können 3 Typen von Erzkörpern unterschieden werden: A. Hochprozentige Imprägnation in der engsten Umgebung einer ca. N 60° E streichenden und ca. 55° SE fallenden Hauptkluft. B. Mit Erz imprägnierte Ruschelzonen in ± N-S verlaufenden, senkrecht stehenden Querbrüchen. C. Diffus imprägnierte Körper, vermutlich stratigraphische Horizonte. 5. Die stellenweise hohe Radioaktivität bzw. starke Vererzung besitzt keine zufällige Verteilung, sondern ist in den meisten Fällen gesetzmässig geordnet. Erzkörper IV: Er ist der südlichste aufgeschlossene Erzkörper der Lagerstätte und liegt westlich vom markanten N-S-Bruch. Die Vererzung gehört dem Lagerstättentyp C an. Die Profilspur verläuft ca. N 30° W. Erzkörper IV: Koordinaten: 2'731’590 / 1'212’970, 2070 m ü. M. Dieser Erzkörper besitzt zwei Linsen stärkster Konzentration, die durch Geröllhorizonte über einer Scherfläche bedingt sind. Die Lagerung der Linsen und der Gesamtvererzung entspricht derjenigen des Trägergesteins. Die durchschnittliche Höhe beträgt ca. 4 m, die Breite ca. 35 m, die Tiefenerstreckung ist infolge einer fehlenden Beschürfung vollständig unbekannt. Erzkörper II: Koordinaten: 2'731’590 / 1'213’030, 2060 m ü. M. Er liegt nördlich von Erzkörper IV, direkt westlich angrenzend an den N-S-Bruch. Die Erzkörpertypen B und C sind hier wahrscheinlich kombiniert. Die Breite der Vererzung beträgt ca. 20 m, die Länge ca. 25 m, und die aufgeschlossene Höhe ca. 4 m. Erzkörper I: Koordinaten: 2'731’620 / 1'213’060, 2050 m ü. M. Er liegt nordöstlich von Erzkörper II, direkt am Ostrand des Hauptbruches. Die Lagerung ist generell ziemlich genau N-S. Die Vererzung umfasst wahrscheinlich alle drei Typen A, B und C. Klüfte sind sehr häufig und weisen charakteristische Streichrichtungen auf. Die Begrenzung ist gegen den Hauptbruch sehr scharf und in Form eines Rutschharnisches ausgebildet. Die wirkliche Länge des Erzkörpers beträgt ca. 35 m, die wirkliche Breite etwa 15 m und die aufgeschlossene Höhe ca. 7 m. Im Dünnschliff kann unter den Erzmineralien lediglich Pyrit und Zinkblende sicher erkannt werden. Erzkörper VII: Koordinaten: 2'731’610 / 1'213’140, 2030 m ü. M. Er schliesst unmittelbar nördlich an Erzkörper VI an, der über Erzkörper V seinerseits mit Erzkörper I verbunden ist. Seine Ausserordentlich typisch sind hier Klüfte, die fast genau N-S und E-W laufen und somit Typ B charakterisieren. Die Begrenzung ist wie bei den übrigen Erzkörpern naturgemäss diffus. Die aufgeschlossene Länge der Vererzung beträgt ca. 10 m, die Breite ca. 3m und die Höhe ebenfalls ca. 3 m. Der reduzierte Sernifit ist an dieser Stelle ordentlich feinkörnig. Im Dünnschliff zeigt das Gestein eine typische Brekzienstruktur, indem Gesteins- und Kristalltrümmer durch Erz verkittet sind. Besonders Quarz des Zementes ist oft eng mit Bleiglanz und Zinkblende verwachsen. Diese beiden Erzmineralien können aber auch als Verdränger von Plagioklas und Serizit auftreten. Erzkörper IX: Er schliesst unmittelbar an Erzkörper VII in nördlicher Richtung an und besitzt vier Stellen mit einer radioaktiven absoluten Maximalintensität und den Koordinaten von: (a) 2'731’610 / 1'213’150, 2020 m ü. M. (b) 2’731’610 / 1'213’160, 2020 m ü. M. (c) 2’713’610 / 1'213’170, 2010 m ü. M. (d) 2’731’610 / 1'213’180, 2000 m ü. M. Hier ist der Lagerstättentyp B sehr schön ausgeprägt und sichtbar. Die aufgeschlossenen Dimensionen sind ca. 12 m für die Höhe, 8m für die Breite und ca. 30 m für die Länge. Das Primärerz hat eine blauschwarze Farbe und erfasst sowohl psammitische wie psephitische Partien. Im Dünnschliff können nur Pyrit und Zinkblende unter den Erzmineralien identifiziert werden. Beide sind sehr häufig im Zement, häufig im zersetzten Plagioklas und granoblastisch rekristallisiertem Quarz; sehr selten findet man sie in zersetztem Orthoklas und in den Sprüngen von magmatisch korrodiertem Quarz und Mikroklin. |
Mineralien | - Brannerit: Erzkörper I: Der Brannerit erscheint fast immer fleckenartig in xenomorphen Körnern. Erzkörper II: Selten kann Bleiglanz als Verwachsung mit Pyrit beobachtet werden. - Chalkopyrit: Erzkörper I: Kupferkies findet man einerseits mit Pyrit verwachsen, anderseits auch randlich von Zinkblende. Erzkörper VII: Kupferkies erscheint randlich von Pechblende und Zinkblende, teils auch als Tröpfchen in der letzteren, oder auch völlig isoliert in xenomorphen Körnern. Erzkörper IX: Akzessorisch findet man noch sehr wenige xenomorphe Körner von Fahlerz, Zinkblende und Kupferkies. - Covellin: Erzkörper VII: Der Covellin verdrängt erstaunlicherweise vor allem Bleiglanz. - Fahlerz: Erzkörper IX: Akzessorisch findet man noch sehr wenige xenomorphe Körner von Fahlerz, Zinkblende und Kupferkies. - Galenit: Erzkörper VII: Der Bleiglanz erscheint oft als geordnete Interposition in teilweise resorbiertem Feldspat. Er besitzt vielfach rechteckige Umrisse, während Zinkblende in der Regel xenomorph ist. Im Anschliff wird das paragenetische Bild noch durch Pechblende, Pyrit, Kupferkies, Linneit und Covellin vervollständigt. - Limonit: Erzkörper II: Limonit und gelbe Krusten sind die einzigen Oxydationserze. Erzkörper IX: Ausserordentlich häufige Limonitkrusten sind die einzigen Sekundärerze. - Linneit: Erzkörper VII: Sehr wenig Linneit ist fast immer mit Kupferkies verwachsen. - Pechblende: Erzkörper VII: Die Pechblende ist oft sehr stark porös und zeigt bisweilen eine gehirnähnliche Struktur. Vereinzelt findet man relativ grosse, körnige Einzelkristalle mit Schrumpfungsrissen, die vereinzelt mit Bleiglanz gefüllt sind. - Pyrit: Erzkörper I: Der Pyrit fällt durch seine Hexaeder und Pentagondodekaeder auf. Zu Aggregaten gehäuft, findet man ihn teils im Basalzement des Sernifites sowie auch bevorzugt an Rändern von Geröllen und Kristalltrümmern, besonders von Spilit- und Chalzedongeröllen. Oft durchsetzt der Pyrit auch siebartig die letzteren beiden Gesteine. Anderseits kann man auch Verdrängungen von serizitisiertem Plagioklas feststellen. Gewisse Pyrite erwecken den Eindruck solcher Pseudomorphosen. Erzkörper VII: Der Pyrit ist meist sehr feinkörnig, kugelig und dispers im Gestein verteilt. Erzkörper II: Pyrit in prachtvollen Gel- und Birds-eye-Strukturen, sowie netz- und filigranartig, teilweise haben die Gelpyrite poröse Ränder. Sie verursachen leicht ein Aufblähen und Zerspringen der Anschliffe durch Oxydation. Erzkörper IX: Der Pyrit kommt in Hexaedern, Pentagondodekaedern und runden Körnern vor, meist feindispers im Zement, besonders im Serizit. Es kann eine Häufung der Kristalle im Randbereich ausserhalb der Geröllkomponenten beobachtet werden. Bei den Körnern ist der Zonenbau relativ häufig. Auf einen dichten Pyritkern folgt eine poröse Aussenzone, dann eine Gangartzone, dann nochmals eine poröse bis dichte Aussenzone von Pyrit. - Quarz: Erzkörper VII: Sehr schöner idiomorpher Quarz enthält vereinzelt Einschlüsse von Pyrit. - Sphalerit: Erzkörper I: Die Zinkblende ist meist sehr feinkörnig und in der Regel zu xenomorphen Aggregaten vereinigt. Sie verdrängt häufig Serizit und Orthoklas. Im Anschliff findet man neben Pyrit und Zinkblende noch sehr wenig Kupferkies und Brannerit. Erzkörper II: Die Honigblende besitzt im Verhältnis zum Pyrit relativ grosse, xenomorphe Körner. Zum Teil ist sie deutlich kataklastisch. Sie enthält ausserdem oft Einschlüsse von Pyritkörnern, xenomorphem Millerit, Linneit und Kupferkies. Erzkörper VII: Die Zinkblende ist häufig kataklastisch. Akzessorisch findet man noch sehr wenige xenomorphe Körner von Fahlerz, Zinkblende und Kupferkies. |
LNr | 012. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Chlis Chalttal, Kleines Kalttal (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'732’440 / 1'213’790 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 55-57 |
Bemerkungen | Die Koordinaten zeigen auf Teilkörper V. Die Lägerstätte liegt westlich der Felsgruppe Dreitürme im Chlinen Chalttal. Die Vererzung ist lagerstättenkundlich sehr interessant, denn eine früher ca. 50 m tiefe Vererzungszone ist heute in 7 sichtbaren Teilkörpern, die einzeln nach Nordwesten abgeschert worden sind, prachtvoll aufgeschlossen, so dass die Tektonik des Sernifites gut studiert werden kann. Stärker radioaktive Vererzungen wurden in den Teilkörpern I, V, VI und VII gefunden. Zwischen den Teilkörpern V und VI ist zudem noch ein Erzkörper aus Grauem Gebirge mit einer charakteristischen Bornit-Paragenese eingeschaltet, der als Teilkörper VIa bezeichnet wurde. Es wurden nur die Teilkörper V und VIa näher untersucht. Teilkörper V: Koordinaten: 2'732’440 / 1'213’790, 1960 m ü. M. Bei diesem Teilkörper hat die Erosion noch nicht so stark eingewirkt, so dass die Breite der Erzzone noch ca. 2 m, die Höhe ca. 8m beträgt. Die Länge des Ausbisses ist 9 m. Durch einen alten Stollen von 0,6 m Breite, 1,5 m Höhe und 3m Länge wird der Aufschluss weiter ergänzt. Obwohl die Grenzen gegen das Nebengestein fliessend sind, ist der Erzkörper doch einigermassen ebenflächig. Das Schwarze Gebirge ist mittel- bis grobkörnig. Das frische Erz ist blaugrau. Teilkörper V: Wir finden eine reichhaltige Sukzession von Pechblende, Brannerit, Pyrit, Zinkblende, Linneit, Bleiglanz, Kupferkies und Fahlerz. Die paragenetische Stellung der Pechblende gegenüber dem Pyrit ist hier nicht ganz eindeutig, denn einerseits findet man sie feinkörnig und feindispers im Zement um den Pyrit herum, anderseits aber auch in dessen Schrumpfungsrissen und dem Pyrit vollkommen ähnlichen Schalentexturen. Teilkörper Via: Er liegt unmittelbar über Teilkörper V gegen Nordwesten anschliessend. Er besteht, wie bereits erwähnt, aus Grauem Gebirge und gehört demnach eigentlich dem Spontalsystem an. Die Koordinaten sind sozusagen identisch mit denjenigen von Teilkörper V. Er besitzt keine erhöhte Radioaktivität. Das Liegende, gleichzeitig das Trenngestein von Teilkörper V, wird durch ein Salband von Quarzgängchen mit einem Rutschharnisch charakterisiert. Auch innerhalb des Erzkörpers treten bis 1,5 cm mächtige Quarz-Karbonat-Gängchen konkordant zum Salband auf, welche dispers, in Nestern und Gängchen reichlich Hämatit und Kupfersulfide führen. Der Dünnschliff zeigt weiterhin, dass an der Grenze Graues Gebirge/Gangquarz ein Sphärolithensaum von Chlorit vorhanden ist, wobei oft Aggregatkreuze beobachtet werden können. |
Mineralien | - Anatas: siehe unter Brannerit, Teilkörper V. - Annabergit: Teilkörper V: Rosarote Krusten von Erythrin, grüne Überzüge von Annabergit und Kupferoxydationsmineralien, Limonit und schwarze, russartige Überzüge, vielleicht von Mangan, sind relativ verbreitet, besonders im Stolleninnern. - Bornit: Teilkörper VIa: Der Kupferglanz wird häufig von Covellin, Covellin und Bornit werden ihrerseits von Limonit verdrängt. - Brannerit: Teilkörper V: Der Brannerit zeigt hier in Verwachsungen mit Rutil und Anatas sehr schön, dass er ein Reaktionsprodukt ist. Das Ganze bildet die bereits mehrmals erwähnte Pronto-Reaktion. Obwohl er meist in xenomorphen Körnern angetroffen wird, kann man doch vereinzelt feinfilzige, längliche Nadeln beobachten. - Calcit: Teilkörper V: Als vereinzelte Zwickelfüllungen und rhomboedrische Idioblasten in granoblastischem Quarz findet man Calcit. Der Erzanschliff bereichert das gegebene Bild ziemlich stark. - Chalkopyrit: Teilkörper V: Goldgelbe Körnchen von Kupferkies und weissgelbe von Linneit sind die einzigen erkennbaren Primärerze. Teilkörper VIa: Der Kupferglanz wird häufig von Covellin, Covellin und Bornit werden ihrerseits von Limonit verdrängt. - Chlorit: siehe unter Hämatit, Teilkörper VIa. - Covellin: Teilkörper VIa: Der Kupferglanz wird häufig von Covellin, Covellin und Bornit werden ihrerseits von Limonit verdrängt. - Erythrin: Teilkörper V: Rosarote Krusten von Erythrin, grüne Überzüge von Annabergit und Kupferoxydationsmineralien, Limonit und schwarze, russartige Überzüge, vielleicht von Mangan, sind relativ verbreitet, besonders im Stolleninnern. - Fahlerz: Teilkörper V: Das Fahlerz ist sonst häufig randlich an Kupferkies angewachsen und xenomorph. - Galenit: Teilkörper V. - Hämatit: Teilkörper VIa: teilweise mit Chlorit und Quarz verwachsen sind. Parallel zum Schliff erscheinen die Hämatittafeln als rotbraune, durchscheinende Blättchen, senkrecht dazu als schwarze «Nadeln». Der Hämatit bildet oft eisenrosenartige Gebilde, wobei die einzelnen Tafeln fächerartig angeordnet und oft verbogen sind. In den Zwickeln des Hämatites findet man dabei häufig ein graphisches Implikationsgefüge von Bornit und blauem, anisotropem Kupferglanz. - Limonit: Teilkörper V: Rosarote Krusten von Erythrin, grüne Überzüge von Annabergit und Kupferoxydationsmineralien, Limonit und schwarze, russartige Überzüge, vielleicht von Mangan, sind relativ verbreitet, besonders im Stolleninnern. Teilkörper VIa: Der Kupferglanz wird häufig von Covellin, Covellin und Bornit werden ihrerseits von Limonit verdrängt. - Linneit: Teilkörper V: Der Linneit enthält oft Überzüge und Spaltriss- bzw. Schrumpfungsriss-Füllungen von Kupferkies. Die Durchsetzung des Linneites mit Kupferkies kann bis zur völligen Verdrängung des Linneitkernes gehen. Als Einschlüsse im Linneit findet man bisweilen allerfeinste Myrmekite von Fahlerz und Kupferkies. Goldgelbe Körnchen von Kupferkies und weissgelbe von Linneit sind die einzigen erkennbaren Primärerze. - Pechblende: Teilkörper V. - Pyrit: Teilkörper V: Der Pyrit selbst zeigt sehr häufig Zonarbau, zum Teil mehrschalig, wobei die Kerne entweder aus Nebengestein oder andern Erzmineralien, zum Beispiel Kupferkies oder Bleiglanz, bestehen können. Die Schalen sind oft etwas poröser als der Kern. Naturgemäss kommen dazu auch Atollstrukturen. Es könnte neben eigentlichem Pyrit auch noch Melnikovit-Pyrit auftreten. Teilkörper VIa: Von Pyrit findet man nur noch einzelne Körner als Relikte. - Quarz: Teilkörper V: Auf der Nordwestseite des Stolleneinganges kann man auch 4-5 cm mächtige Quarzgängchen mit Kupfersulfiden beobachten. Teilkörper Via: Der Gangquarz besteht aus granoblastischen Körnern, die ziemlich stark tektonisch beansprucht sind und deshalb undulöse Auslöschung zeigen. Siehe auch unter Hämatit, Teilkörper VIa. - Rutil: siehe unter Brannerit, Teilkörper V. - Sphalerit: Teilkörper V: Im Dünnschliff kann man vor allem xenomorphe Zinkblendekörner erkennen, bisweilen so reichlich, dass man fast von einer Zinkblende-Brekzie sprechen könnte. Sie verdrängt merkwürdigerweise vor allem Schachbrettalbit und sonstige Plagioklase; sehr häufig ist sie zudem auch im Zement mit granoblastischem Quarz verwachsen. Auch die übrigen Erzmineralien verdrängen entweder Feldspäte oder sind mit Quarz des Basalzementes verwachsen. Die xenomorphe, körnige Zinkblende besitzt häufig randliche Einwachsungen von Pyrit (Relikte), Kupferkies und Bleiglanz. Sehr häufig ist die Zinkblende von xenomorphem bis idiomorphem, oft verzwillingtem Linneit umwachsen; sie wirkte dabei als Kristallisationskeime. |
LNr | 013. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Chüetal (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'728’610 / 1'212’960 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 78-79 |
Bemerkungen | Es liegt direkt am Weg vom Ober Mürtschen zum Schilt auf 1960 m und wurde von STÖHR (1865) in seiner Arbeit unter der Bezeichnung «unterhalb des Schilt» erwähnt. Die Vererzung befindet sich ca. 10 m über der Grenze Sernifit-Melser Sandstein in einem graubraunen, grobspätigen Dolomit. Sie umfasst einen Horizont von ca. 1,2 m Höhe; die Breite ist infolge der Vegetationsdecke unbekannt. Einigen Aufschluss über die Tiefenerstreckung gibt ein alter Stollen, der einige Meter in Fahlerz führendem Dolomit vorgetrieben wurde. An seinem Ende wurde zudem noch ein kleiner Schacht abgeteuft. Im erwähnten Horizont gibt es mehrere diskordant, aber unter sich parallel verlaufende Brüche und kleine Verwerfungen. Eine solche verschiebt zum Beispiel den Westteil der Vererzung um ca. 1,1 m nach Nordwesten. Teilweise sind diese Brüche und Verwerfungen mehrere mm mächtig und mit weisser, feinkristalliner Gangart erfüllt. Mit der Lupe erkennt man randlich Calcit/Dolomit, gegen das Zentrum als feine Linsen Quarz und/oder Fahlerz. Malachit, Azurit und Limonit sind die häufigen Sekundärerzmineralien. Der Erzanschliff zeigt, dass es sich praktisch um eine reine Fahlerz-Paragenese handelt. Seltene kleine, harte und hochreflektierende gelbe Körner im Fahlerz dürften Relikteinschlüsse von Pyrit sein. Daneben kann man noch Entmischungströpfchen von Bleiglanz, Kupferkies und Bornit beobachten. Die beiden letzteren sind meist eng verwachsen. Die Radioaktivität ist gering. |
Mineralien | - Azurit: mikroskopisch, als feine Linsen. - Bornit: im Erzanschliff. - Calcit: als feinkristalline Gangart. - Chalkopyrit: im Erzanschliff. - Dolomit: als feinkristalline Gangart. - Fahlerz: - Galenit: im Erzanschliff. - Limonit: mikroskopisch, als feine Linsen. - Malachit: mikroskopisch, als feine Linsen. - Pyrit: Im Erzanschliff. - Quarz: mikroskopisch, als feine Linsen. |
LNr | 014. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Dreitürme (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'732’725 / 1'213’825 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 59 |
Bemerkungen | Es sind bis heute (1963) zwei Erzkörper mit ungleicher Vererzung bekannt. Erzkörper II: Koordinaten: 2'732’725 / 1'213’825, 1860 m ü. M. Er liegt nördlich von Erzkörper I. Die Die Lagerung ist völlig undurchsichtig, es könnte vielleicht ein vererztes Gangkreuz mit einer typischen Kluft sein. Die Grösse der Vererzung ist infolge Schuttbedeckung und mangels weiterer Untersuchungen unbekannt. Typisch für die Mineralführung ist stellenweise ein erheblicher Bleiglanz-Zinkblende-Gehalt in Sturzblöcken, deren Anstehendes aber bis heute (1960) leider noch nicht gefunden werden konnte. Pyrit, Zinkblende, Bleiglanz und Kupferkies können teils makroskopisch teils mit der Lupe bereits erkannt werden. Die Zinkblende erscheint im Dünnschliff als xenomorphe Körner. Teils ist sie dabei mit Quarz oder anderen Erzmineralien, speziell Bleiglanz, verwachsen, teils verdrängt sie Plagioklas. Die übrigen Erzmineralien treten als grössere xenomorphe Körner oder feinste Durchstäubung im Zement und in Chalzedongeröllen auf. Im Erzanschliff können neben der kataklastischen Zinkblende, noch Pyrit, Bleiglanz, Kupferkies, Fahlerz und Covellin, sowie das fragliche Blei-Sulfosalz festgestellt werden. Das fragliche Blei-Sulfolsaz tritt in isolierten und isotropen Körnern von gelblicher Reflexionsfarbe und etwas höherem Reflexionsvermögen als dasjenige des Bleiglanzes auf. |
Mineralien | - Chalcopyrit: Erzkörper II: - Fahlerz: Erzkörper II: Das Fahlerz von eher gelblicher Reflexionsfarbe entspricht wahrscheinlich einem Wismut-Fahlerz und ist wie üblich xenomorph bis körnig. Relativ häufig findet man Verwachsungen mit Bleiglanz. - Galenit: Erzkörper II: Der Bleiglanz selbst ist bei diesem Vorkommen ausnahmsweise eher xenomorph und fast immer mit Zinkblende verwachsen. Er enthält bisweilen tröpfchenförmige Einschlüsse von Kupferkies. Sehr häufig ist er auch poikilitisch im Quarz eingesprengt. Kupferkies kann man als Einwachsungen zudem in Zinkblende beobachten. - Pyrit: Erzkörper II: Besonders schöne Strukturen liefern die Pyrite, wahrscheinlich eigentlicher Pyrit und Melnikovit-Pyrit. Er ist teilweise prachtvoll schalig und liefert oft schöne Atollstrukturen, wie weiter oben schon erwähnt. Der Kern kann dabei aus Nebengestein, Pyrit in kristalliner Ausbildung, Bleiglanz oder Kupferkies bestehen, ganz analog eventuelle Zwischenschalen, mit Ausnahme des kristallinen Pyrites. - Quarz: Erzkörper II: - Sphalerit: Erzkörper II: Die Zinkblende erscheint im Dünnschliff als xenomorphe Körner. Teils ist sie dabei mit Quarz oder anderen Erzmineralien, speziell Bleiglanz, verwachsen, teils verdrängt sie Plagioklas. |
LNr | 015. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Erzbett (Kupfererzabbau) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'731’550 / 1'214’110 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 65-67 |
Bemerkungen | Der Eingang zur Grube liegt genau auf dem Weg vom Unter Mürtschen zu den Alphütten vonTschermannen. Der Erzkörper beisst unmittelbar über dem Grubeneingang und dem Weg aus. Die genaue Lagerung des Ausbisses ist schwer anzugeben, dürfte aber ähnlich wie bei der Hauptgrube und beim Grossen Chalttal sein. Die Mächtigkeit des Grauen Gebirges beträgt ca. 2-3 m, die Ausdehnung ca. 20 m. Karbonate sind relativ spärlich in Nestern. Die Erze sind dispers im Grauen Gebirge verteilt, vereinzelt können bis 5 mm mächtige Lagen, Nester und Gängchen von Erzen beobachtet werden. Die Grube selbst ist heute (1960) nur unter grosser Gefahr zugänglich, denn die Tagesstrecke verläuft in derart verwittertem Gestein, dass fast jederzeit mit einem Einsturz gerechnet werden muss. Die Tagesstrecke folgt zuerst einer erzleeren N-S-Hauptkluft, die von einem eigentümlichen Trümernetz von parallelen Erzschnüren begleitet ist. Hauptsächliche Erze sind Bornit und Pyrit. Gegen das Grubeninnere sollen sich aber die Trümer zusammentun zu einem ca. 0,6 m mächtigen Gang mit einem normalen Streichen und Fallen wie bei der Hauptgrube von hora 5-6 (75°-90°) und 35°-50° nach Süd. Das Erzgestein ist Graues Gebirge mit wenig Calcit, Bornit, Kupferkies, Molybdänglanz und gediegen Silber in Flimmern und Blättchen. Es wäre dies ein 1. erzreiches Mittel. Nach einer rechtwinklig übersetzenden Verwerfung im südlichen Abschnitt der Tagesstrecke (? ) - gelangt man zuerst wieder zu einer schwachen Vererzung mit etwas Dolomit und wenig Bornit in schmalen Schnürchen, später aber in ein 2. erzreiches Mittel. Dieses hat ein stärkeres Südeinfallen als früher, ist über 2m mächtig, und enthält ein erzreiches Trümernetz mit sehr schönem Bornit, Kupferkies und Molybdänglanz. Die Erztrümer haben alle ein E-W-Streichen, jedoch sehr verschiedenes Einfallen. Nach weiteren 16 m schneidet eine N-S streichende, östlich einfallende Kluft alles ab und verwirft den Gang. Sie selbst führt Graues Gebirge mit dolomitischem Calcit (?) und Erzspuren. Östlich dieser Kluft geht das Graue Gebirge aber weiter mit Pyrit und Molybdänglanz; nur sporadisch trifft man andere Erze in der Nähe übersetzender Klüfte, die das Gestein gleichzeitig sehr gebräch machen. In den Jahren 1916-1918 wurde auf der Kote 1690 m ein Basisstollen angelegt, um das 2. erzreiche Mittel von unten her zu erreichen. Der Stollen wurde bis auf 181 m vorgetrieben. Bei 142 m hätte er den Erzkörper durchschlagen sollen. Auf der Halde findet man jedoch nur unbedeutende Spuren eines Grauen Gebirges mit gelben Karbonaten, was beweist, dass die Erzimprägnation offensichtlich doch nicht so tief hinab reichte. Ausserdem kann man Handstücke von einem Gangdolomit von 0,1 m Mächtigkeit mit mehreren Seitentrümmern antreffen, in denen jedoch keinerlei Erze beobachtet worden sind. Im Erzanschliff findet man unter anderem Hämatit, Fahlerz, Bleiglanzkörner im Bornit, weisser und blauer, anisotroper Kupferglanz, sowie Covellin als Zementationsmineral. |
Mineralien | - Bornit: unter den Kupfererzen ist der rotbraune, violett anlaufende, derbe Bornit weitaus am häufigsten. Er formt die Grundmasse der Erznester und -gängchen. Der Pyrit ergibt mit Kupferkies und Bornit Resorptionsstrukturen. Kupferkies und Bornit sind oft poikilitisch-arteritisch verwachsen. Der Kupferkies erscheint wie üblich stark mit Fahlerz verwachsen, beide sind in der Regel xenomorph. Der Bornit ist in der Regel isotrop. Er enthält häufig körnige Relikte von Pyrit und Entmischungsspindeln von Kupferkies. Anderseits können aber im Bornit auch Körner und Lamellen von Bleiglanz beobachtet werden. - Calcit: das Erzgestein ist Graues Gebirge mit wenig Calcit, Bornit, Kupferkies, Molybdänglanz und gediegen Silber in Flimmern und Blättchen. - Chalkopyrit: in den Zentralpartien lassen sich zudem häufig Pyritnester erkennen, die von Kupferkies umwachsen sind. Andere Erzmineralien sind selbst mit der Lupe kaum diagnostizierbar. Der Pyrit ergibt mit Kupferkies und Bornit Resorptionsstrukturen. Kupferkies und Bornit sind oft poikilitisch-arteritisch verwachsen. Der Kupferkies erscheint wie üblich stark mit Fahlerz verwachsen, beide sind in der Regel xenomorph. Der blaue, anisotrope Kupferglanz bildet randliche Säume um Bornit oder füllt in ihm auch Klüfte. Er scheint eher zementativ zu sein. - Covellin: Covellin formt in Büscheln von Kristallen mit dem blauen Kupferglanz zusammen zementative Verdrängungsstrukturen in Kupferkies, Bornit, weissem Kupferglanz und seltener Fahlerz. - Fahlerz: das Fahlerz bildet in charakteristischer Weise um Bruchstücke von Grauem Gebirge und Gangmasse randliche Säume. Man findet von ihm aber auch xenomorphe Einschlüsse im Bornit. - Graues Gebirge: STÖHR (1865) bezeichnete diesen veränderten Sernifit, der bei den Kupfervererzungen eine wichtige Rolle spielt, als sogenanntes «Graues Gebirge». In der Tat berechtigt die grau-grün-weiss gefleckte Farbe vollkommen diese Namengebung, die im Folgenden auch beibehalten wird. Die Struktur dieses «Grauen Gebirges » ist fein- bis mittelkörnig mit einem mittleren Korndurchmesser von 5-10 mm und einem maximalen Durchmesser von ca. 20 mm, sofern es aus einem Sernifit hervorgegangen ist. - Hämatit: der Hämatit bildet sehr häufig eine sperrige bis ophitisch-intersertale Struktur mit dem Nebengestein; er tritt dann als eigentliche Porphyroblasten auf. Mit Kupferkies und Bornit kann bisweilen auch eine Resorptionsstruktur beobachtet werden. Der Hämatit bildet dabei Lamellen, Stäbchen und Körner, die vereinzelt aggregiert sind, und in deren Zwickel dann die Sulfide sitzen. - Molybdänit: an Erzproben dieser Grube war es zum ersten Male möglich, den bereits von STÖHR (1865) erwähnten Molybdänglanz eindeutig nachzuweisen. Der Molybdänglanz ist auf Rutschharnischen in feinsten Schüppchen zu Zügen geordnet oder dann in Serizitnestern angehäuft. - Pyrit: in den Zentralpartien lassen sich zudem häufig Pyritnester erkennen, die von Kupferkies umwachsen sind. Andere Erzmineralien sind selbst mit der Lupe kaum diagnostizierbar. Der Pyrit ergibt mit Kupferkies und Bornit Resorptionsstrukturen. - Silber, gediegen: das Erzgestein ist Graues Gebirge mit wenig Calcit, Bornit, Kupferkies, Molybdänglanz und gediegen Silber in Flimmern und Blättchen. |
LNr | 016. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Etscherzapfen (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'730’500 / 1'212’220 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 80 |
Bemerkungen | Es befindet sich unterhalb des Gipfels auf der Nordseite des Kammes. Der Erzausbiss hat eine Höhe von 0,2 m und eine Breite von 10 m, die Tiefe ist unbekannt. Die Lagerung ist konkordant zu den Schönbühlschiefern. Die Begrenzung der Linse aus feinkörnigem Grauem Gebirge ist ziemlich scharf. Vereinzelt sind Quarz-Calcit-Gängchen zu beobachten. Im Dünnschliff ergibt sich, dass der Calcit als Nester in der Grundmasse oder im Zentrum der Quarzgängchen linsig auftritt. Das Erz bildet perlschnurartige Lagen und Schichten mit Chlorit zusammen (wahrscheinlich Scherflächen) oder es liegt in Zwickeln von körnigen Quarzaggregaten und-gängchen. Makroskopisch ist Kupferglanz und Malachit festzustellen. |
Mineralien | - Calcit: vereinzelt sind Quarz-Calcit-Gängchen zu beobachten. Im Dünnschliff ergibt sich, dass der Calcit als Nester in der Grundmasse oder im Zentrum der Quarzgängchen linsig auftritt. - Chalkosin: makroskopisch ist Kupferglanz und Malachit festzustellen. - Malachit: makroskopisch ist Kupferglanz und Malachit festzustellen. - Quarz: vereinzelt sind Quarz-Calcit-Gängchen zu beobachten. |
LNr | 017. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Grosser Walenchengel (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'731’180 / 1'213’180 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 45 |
Bemerkungen | Diese Vererzung liegt unmittelbar am Ostrand des Grossen Walenchengels. Nach den provisorischen radiometrischen Messungen dürften aber mehrere Erzkörper vorhanden sein. Erzkörper I liegt in der Nähe des Steilabsturzes zum Grossen Walchenchengel. Das Erz zeigt keine Erhöhung der Radioaktivität gegenüber dem normalen, unveränderten Sernifit. Es handelt sich um eine seitliche Imprägnation längs einer typischen W-E verlaufenden Hauptkluft. Das Begleitgestein ist mittelkörniger Sernifit. Das Schwarze Gebirge ist längs der erwähnten Hauptkluft in einer Höhe von 1m aufgeschlossen, die Breite nach N ist auf ca. 10 m erkennbar, und die Ausdehnung nach W dürfte von N-S-Bruch aus ca. 20 m betragen. Die Bleivererzung, umfasste ein dreiseitiges Prisma von etwa 1m Kantenlänge und mindestens 0,6 m aufgeschlossener Höhe. Es handelt sich um ein typisches Knottenerz, das nachträglich noch ein wenig verschiefert wurde. Als Primärerze konnten im Erzanschliff vor allem Bleiglanz mit Einschlüssen von Kupferkies beobachtet werden. Limonit, Malachit und schwarze Krusten sind die üblichen Oxydationserze. Erzkörper I: 1910 MüM, Mittelkörniges Schwarzes Gebirge (Der veränderte, pyritisierte Sernifit der Uranmineralisation). |
Mineralien | - Chalkopyrit: teils als Einschlüsse im Galenit. - Galenit: mit Einschlüssen von Chalkopyrit. - Limonit: als Oxidationserz. - Malachit: als Oxidationserz. - Schwarzes Gebirge: der veränderte, pyritisierte Sernifit der Uranmineralisation ("Schwarzes Gebirge" nach Bächtiger). Im Prinzip gehört er nicht eigentlich zu den Trägergesteinen, bzw. zu den veränderten, unvererzten Gesteinen, denn im Gegensatz zum veränderten Sernifit der Kupfermineralisation ist das Eisen hier selten im Chlorit oxydisch, sondern meistens in geringeren bis sehr grossen Mengen von Pyritvarietäten sulfidisch gebunden, wobei das Gestein natürlich sofort als Erz bezeichnet werden muss. Als Gegenstück der Uranmineralisation zum Grauen Gebirge der Kupferformation schien es dem Verfasser K.Bächtiger doch zweckmässig, dieses Gestein hier kurz zu charakterisieren. Anderseits können die Pyrite auch völlig fehlen, und der veränderte Sernifit nimmt dann Melser-Sandstein-ähnlichen Charakter an, wobei das Gestein eine gelblich-weisse Farbe erhält mit rötlichen Flecken durch die Relikte von unzerstörbarem Mikroklin. |
LNr | 018. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Grosses Chalttal, Grosses Kalttal (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'733’080 / 1'214’610 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 74-78 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 431 - Roth, Philippe & Zanelli, Remo & Meisser, Nicolas; Schweizer Strahler; 2025; Heft 1; Seite 2-13; Neuigkeiten vom Grossen Chalttal, Mürtschenalp - Stöhr, Emil; Die Kupfererze an der Mürtschenalp und der auf ihnen geführte Bergbau; 1865 |
Bemerkungen | Koordinaten: (a) 2'733’080 / 1'214’610, 1510 m ü. M., (b) 2'733’140 / 1'214’610, 1430 m ü. M. Das Stollenmundloch und die eine Halde befinden sich unmittelbar am Felsabsturz gegen das Murgtal (a), die andere Halde liegt am Fusse dieses Absturzes (b). Auf der oberen Halde wurden 1956 die ersten Uranerze gefunden. Auf der Nordseite des Stollenmundloches befindet sich der einzige Erzausbiss. Wie mit dem Szintillometer festgestellt werden konnte, zeigt er keine Spur von Radioaktivität. Einige Meter vom Eingang entfernt im Stolleninnern findet man jedoch schon Rauchquarze, aber immer noch keine erhöhte Radioaktivität. Die genaue Fundstelle der Kupfer-Uran-Mischerze, die auf den Halden liegen, muss folglich tiefer im Stollen drin sein, der leider am Eingang verschüttet und bis heute (1960) nicht mehr zugänglich gemacht werden konnte. Wir können deshalb wiederum der guten Beschreibung der Gangverhältnisse von STÖHR (1865) folgen. Der Gang hat am Stolleneingang nach STÖHR (1865) ein Streichen von ca. 90°-100° (hora 6-7) und ein Südfallen von 25°-40°. Es liegt eine Hauptgangkluft mit reichen Erzen vor. Die Mächtigkeit soll bis 2,1 m betragen haben. Bei übersetzenden Klüften kamen derbe Erze in Stücken von 25-30 kg. Es waren vorzugsweise Bornit und Fahlerz mit einem Kupfergehalt von 54% und einem Silbergehalt von 0,4%. Tatsächlich konnten noch vor kurzem (?) auf der Halde solche hochhaltigen Kupfererze gefunden werden. Daneben sollen nach STÖHR (1865) als weitere Erzmineralien noch Kupferglanz, Rotgiltigerz und Gediegen Silber in Blättchen beobachtet worden sein. 1958 versuchte die EISENBERGWERK GONZEN AG den alten Sondierstollen wieder zugänglich zu machen. Leider mussten die Arbeiten durch das dauernd nachstürzende Dach bei 18 m eingestellt und einige Meter westlich ein neuer Stolleneingang gebohrt werden, der den alten Sondierstollen allerdings bis heute (1960) noch nicht erreicht hat. Nach STÖHR (1865) soll eine neue, übersetzende Kluft, die unbedeutend verwarf, das derbe Erz bald abgeschnitten haben, so dass es beim weiteren Vortrieb nur noch eingesprengt vorkam. Bei ca. 40 m Entfernung vom Tage soll eine weitere N-S-Kluft erschienen sein, hinter welcher der Gang nur noch 0,3 m mächtig war. Er führte da lettigen Ausschram, Kupfergrün und sporadische Erze. Von hier an war das Nebengestein nun etwas fester, doch das Dach immer noch sehr gebräch. Bei ca. 80 m vom Tage legte sich an die bis jetzt 90°-105° (hora 6-7) streichende Gangkluft eine zweite, 165°-180° (hora 11-12) streichende und steiler fallende Gangkluft. Da sollen wieder schöne Erze eingebrochen sein. Man möchte aus den Kenntnissen der eigentlichen Uranvererzungen - insbesondere im Bewusstsein, dass das Streichen der Uranmineralisation sich speziell um die N-S-Richtung bewegt - fast sagen, dass die Kupfer-Uran-Mischerze ziemlich sicher diesem Gangkreuz entstammen. Nach STÖHR (1865) schleppten sich die beiden Klüfte auf eine Länge von ca. 24 m. Der Gang soll dort ca. 2m mächtig sein und immer ein brüchiges Dach besitzen. Als die beiden Klüfte sich dann trennten, kam wieder festes Gestein. Die ursprüngliche Gangkluft schien nun erzleer zu sein. Deshalb verfolgte man nun die andere, neue Kluft ca. 22 m weit. Es soll eine Offenkluft gewesen sein, die in der Sohle einige Erze enthielt. Es ergab sich dann aber, dass dies nicht eine Fortsetzung des ursprünglichen Ganges sein konnte. STÖHR (1865) fasst die Hauptresultate für diesen Sondierstollen folgendermassen zusammen: 1. Die Erze sind am reichsten in zerklüftetem Gestein; kommt unbrüchiges Nebengestein, dann lassen sie nach und gehen auch ganz aus. 2. Übersetzende N-S-Klüfte sind vorhanden und verwerfen zum Teil. Bisweilen haben sie entschieden einen Einfluss auf die Erzführung des Ganges selber. Da der Stollen bis heute (1960) verschüttet ist, können in Bezug auf die Vererzung zu den Beobachtungen von STÖHIR (1865) keine neuen Resultate hinzugefügt werden. Einzig an Proben der beiden Halden und unter dem Mikroskop ergaben sich einige neue Erkenntnisse. Da an einigen Erzproben radiometrisch ein erheblicher Urangehalt festgestellt worden ist, muss vor der Kupfervererzung eine richtige Uranmineralisation stattgefunden haben. Relikte davon sind heute (1960) noch inmitten der Kupfererze vorhanden. Die Vererzung umfasst deshalb von den beiden bekannten Paragenesen folgende Mineralien: Pechblende, Brannerit, Pyrit, Bleiglanz, Fahlerz, Kupferkies, Wittichenit, Bornit, weisser und blauer, anisotroper Kupferglanz, Stromeyerit und Covellin. Neben den für das Grosse Chalttal charakteristischen Kupfer-Uran-Mischerzen, gibt es auch reine Kupfererze, die wiederum in zwei Arten zerfallen, nämlich ältere Fahlerz-Kupferkies- und jüngere Bornit-Kupferglanz-Covellin-Erze. Charakteristisch sind von dieser Lokalität selektive Durchdringungen von Plagioklas durch die erwähnten Kupfererze längs Klüften und Zwillingsgrenzen. Viele weitere Oxydationsmineralien in den buntesten Farben konnten noch nicht näher bestimmt werden (Stand um 1960). |
Mineralien | - Akanthit: als rezente Ausblühungen. - Azurit: teils reichlich vorkommend. - Bayldonit: grüne, kugelige Aggregate. - Bornit: der Bornit bildet mit beiden Arten Kupferglanz die von der Grube Erzbett und Hauptgrube bereits bekannten einfachen und graphischen lmplikationsgefüge. Anderseits ist er auch ein Verdränger des Kupferkieses. - Brannerit: ein weiterer radioaktiver Strahler ist der Brannerit. Obwohl er in der Regel meist xenomorph körnig bis faserähnlich und mehr oder weniger statistisch im Gestein verteilt ist, konnten in seltenen Fällen auch prachtvolle Aggregate von Branneritnadeln in Verwachsung mit Rutil und Anatas beobachten werden. Der Brannerit zeigt eine graubräunliche Farbe und massenhaft dunkelbraune Innenreflexe. - Chalkopyrit: siehe Text von Fahlerz. - Chalkosin: die beiden Arten Kupferglanz, weiss, lamellar, anisotrop, und blau, körnig, anisotrop, kommen neben den Verwachsungen mit Bornit und dem fraglichen Wittichenit auch häufig mit Covellin vor, der in den meisten Fällen sicher ein zementativer Verdränger der beiden Kupferglanze und des Bornites ist. Interessant ist noch die Tatsache, dass im Bornit von graphischen lmplikationsgefügen mit Kupferglanz vielfach Entmischungslamellen von Kupferkies gefunden werden können. - Duftit: apfelgrüne, kugelige Aggregate. - Euchroit: flaschengrüne Kristalle oder als gleichfarbige Überzüge. - Fahlerz: Fahlerz und Kupferkies sind fast regelmässig miteinander verwachsen. Beide können in groben xenomorphen Körnern, oft bis 15 mm im Durchmesser, sowohl im Grauen Gebirge als auch in Calcit führenden Quarzgängchen auftreten. Unter dem Mikroskop findet man beim Kupferkies randlich oft dünnste Säume von zementativem Covellin. Das Fahlerz ist in der Regel grau und enthält nach den Beobachtungen von STÖHR (1865) und den spektralanalytischen Untersuchungen von Herrn PD Dr. M. Weibel nur Arsen und kein Antimon; die Analyse ergab zudem noch Zink. Unter dem Mikroskop findet man noch tröpfchenförmige Einschlüsse eines reinweissen, helleren und weicheren Minerals, welches man als Bleiglanz bezeichnen möchte. - Galenit: Der Bleiglanz konnte durch Bächtiger in kleinen Spaltwürfelchen makroskopisch in Quarzgängchen diagnostiziert werden. - Graues Gebirge: STÖHR (1865) bezeichnete diesen veränderten Sernifit, der bei den Kupfervererzungen eine wichtige Rolle spielt, als sogenanntes «Graues Gebirge». In der Tat berechtigt die grau-grün-weiss gefleckte Farbe vollkommen diese Namengebung, die im Folgenden auch beibehalten wird. Die Struktur dieses «Grauen Gebirges » ist fein- bis mittelkörnig mit einem mittleren Korndurchmesser von 5-10 mm und einem maximalen Durchmesser von ca. 20 mm, sofern es aus einem Sernifit hervorgegangen ist. - Heimit: Grün bis blassblau. Dünntafelige Kristalle im mm-Bereich oder kugelig-strahlige Aggregate ebenfalls im mm-Bereich. Das Bemerkenswertest an diese Mineral ist die Farbveränderung von grün nach blau nach einer Elektronenbestrahlung (REM). Dieser Effelkt ist von keinem anderen Mineral bekannt und bedarf weiterer Untersuchungen. - Kintoreit: - Limonit: teils reichlich vorkommend. - Malachit: teils reichlich vorkommend. - Metazeunerit: winzige, tafelige Kriställchen. - Parnauit: - Pechblende: in den Mischerzen kann im Grauen Gebirge oder inmitten der Kupfersulfide unter dem Erzmikroskop oft noch ein Rest von runden bis ovalen Pechblendekörnern festgestellt werden, die meist zu Aggregaten gehäuft sind. - Philipsbornit: - Powellit: sandwichartiger Aufbau mit carmelfarbenem Kern. Auch als weisse, pseudooktaedrische Kristalle. Unter UV-Licht stark gelblichweisse Fluoreszenz - Pyrit: vom Pyrit können in seltenen Fällen noch Querschnitte von Pentagondodekaedern festgestellt werden, die bisweilen ähnlich wie bei der Pechblende aggregiert sind. Meistens findet man aber nur noch körner- bis stäbchenartige Relikte in Kupfersulfiden. Obwohl auch bei den Stäbchen in keinem Falle eine Anisotropie festgestellt werden konnte, könnte es sich vielleicht noch um ein unbekanntes Erzmineral handeln. - Segnitit: - Silber, gediegen: gediegen Silber konnte nur vereinzelt als Körnchen und Drähtchen in Quarz, Bornit und den Kupferglanzen beobachtet werden. - Spionkopit: - Stromeyerit: der Stromeyerit wurde nur in den beiden Kupferglanzen als dünne Lamellen angetroffen. Er ist an seinem Pleochroismus, der von Weiss mit Violettstich über Rosa bis Grau mit Braunstich geht, und an seiner sehr starken Anisotropie sehr gut erkennbar. - Tangdanit: - Tennantit-(Cu): - Tennantit-(Fe): - Tennantit-(Zn): - Tetraedrit-(Zn): - Thometzekit: Neufund für die Schweiz. Eine intensiv gelbe Kruste, zusammengesetzt aus einer Mischung von Beudantit und Thometzekit. - Torbernit: besonders schön und reichlich sind bei dieser Vererzung die Kupfer-Uran-Oxydationserze. Makroskopisch eindeutig konnte hier auf stark radioaktiven Bornit-Kupferglanz-Covellin-Erzen der schon von STÖHR (1865) erwähnte Uranglimmer Torbernit in Form von diamantglänzenden, zeisig- bis grasgrünen Blättchen und Tafeln diagnostiziert werden. - Wittichenit: der Wittichenit kommt als ausgefranste Körner in einem Gemenge von blauem, anisotropem Kupferglanz und Bornit vor. Er ist weicher als der Kupferglanz und ist im Gegensatz zum Wittichenit der Hauptgrube crèmegrau mit einem leichten Rosastich, was gewisse Zweifel an der Diagnose bestehen lässt. - Wulfenit: in verschiedenen Farbtönen wie weiss, gelb, grün oder schwarz als massive Partien oder Schlieren. - Yarrowit: - Zalesiit: hellblaue bis zartgrüne Fasern. - Zirkon: |
LNr | 019. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Grosses Hochmättli-Ost (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'731’920 / 1'212’760 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 82-83 |
Bemerkungen | Gesamtkoordinaten: 2'731’920 / 1'212'760 – 1'212’810, 2200 m ü. M. Es liegt am Nordostabhang des Grossen Hochmättli, wenige Meter vom Nordostgrat entfernt, genau 50 m unter dem Gipfel, wie es STÖHR (1865) beschreibt. Es sind drei verschiedene Ausbisse zu unterscheiden. - Ausbiss 1 hat eine Höhe von 1,4 m und eine Breite von 2 m. Die Tiefenerstreckung ist unbekannt. Ziemlich typisch ist hier ca. 0,1 m mächtiger, linsenartiger Gangquarz in feinkörnigem Grauem Gebirge mit eingesprengtem Erz. - Ausbiss2 liegt ca. 3m höher. Es handelt sich um einen alten, aber heute (1960) noch zugänglichen über 2m hohen Stollen mit einer Trockenmauer auf der Nordseite des Einganges. Die Mächtigkeit des feinkörnigen Grauen Gebirges wurde bis heute noch nicht näher untersucht; die Tiefe dürfte etwa den 10 m der W-E verlaufenden Stollenachse entsprechen. An ehemals erzreichen Stellen kann man seitliche Pingen und Schürflöcher erkennen. Die Erze sind sehr spärlich und wurden nicht weiter untersucht. - Ausbiss3 liegt ca. 5m höher und südlich vom alten Stolleneingang. Die Mächtigkeit des Erzgesteins wurde noch nicht näher bestimmt. Die Lagerung entspricht etwa derjenigen von Ausbiss 1. Das feinkörnige Graue Gebirge ist zudem stark verworfen. Limonit und gelbe Anflüge sind die üblichen Sekundärerze. |
Mineralien | - Bismuthinit: Ausbiss 1: Im Erzanschliff können wir eine relativ reichhaltige Paragenese erkennen, wobei Kupferkies und der fragliche Wismutglanz und Tenorit relativ selten sind. Ein weiterer Einschluss im Kupferglanz ist der tropfen- bis lamellenförmige crèmeweisse fragliche Wismutglanz. - Bornit: Ausbiss 1: Im Erzanschliff können wir eine relativ reichhaltige Paragenese erkennen. Fahlerz, blauer, anisotroper Kupferglanz und Bornit sind am häufigsten. Der Bornit seinerseits enthält auch vereinzelte Entmischungsspindeln von Kupferkies. - Calcit: Ausbiss 1: Im Gangquarz tritt das Erz auch als Füllmasse von Hohlräumen auf, ebenso Calcit und sphärolithische Aggregate von Leptochlorit. - Chalkopyrit: Ausbiss 1: Im Erzanschliff können wir eine relativ reichhaltige Paragenese erkennen, wobei Kupferkies und der fragliche Wismutglanz und Tenorit relativ selten sind. - Chalkosin: Ausbiss 1: Die makroskopisch sichtbaren Haupterze sind Fahlerz, Kupferglanz und Covellin. Im Erzanschliff können wir eine relativ reichhaltige Paragenese erkennen. Fahlerz, blauer, anisotroper Kupferglanz und Bornit sind am häufigsten. Der blaue, anisotrope Kupferglanz ist meist grobkörnig. Er enthält zentrale und randliche Einschlüsse von Bornit, welcher meist runde Umrisse aufweist. Ein weiterer Einschluss im Kupferglanz ist der tropfen- bis lamellenförmige crèmeweisse fragliche Wismutglanz. - Covellin: Ausbiss 1: Die makroskopisch sichtbaren Haupterze sind Fahlerz, Kupferglanz und Covellin. Covellin ist der übliche Verdränger des Kupferglanzes. Ein unbekannter Begleiter des Covellines, häufig auch als Einschlüsse im Fahlerz, ist ein körniges, graubräunliches Mineral, dessen Reflexionsvermögen in der Nähe desjenigen des Covellins liegen dürfte. Es ist wahrscheinlich härter als Fahlerz, stark pleochroitisch und stark anisotrop. - Fahlerz: Ausbiss 1: Die makroskopisch sichtbaren Haupterze sind Fahlerz, Kupferglanz und Covellin. Im Erzanschliff können wir eine relativ reichhaltige Paragenese erkennen. Fahlerz, blauer, anisotroper Kupferglanz und Bornit sind am häufigsten. Das Fahlerz bildet vor allem randliche Säume um die Kupferglanz-Bornitmassen. - Graues Gebirge: Ausbiss 1, 2 und 3: STÖHR (1865) bezeichnete diesen veränderten Sernifit, der bei den Kupfervererzungen eine wichtige Rolle spielt, als sogenanntes «Graues Gebirge». In der Tat berechtigt die grau-grün-weiss gefleckte Farbe vollkommen diese Namengebung, die im Folgenden auch beibehalten wird. Die Struktur dieses «Grauen Gebirges » ist fein- bis mittelkörnig mit einem mittleren Korndurchmesser von 5-10 mm und einem maximalen Durchmesser von ca. 20 mm, sofern es aus einem Sernifit hervorgegangen ist. - Leptochlorit: Ausbiss 1: Im Gangquarz tritt das Erz auch als Füllmasse von Hohlräumen auf, ebenso Calcit und sphärolithische Aggregate von Leptochlorit. - Limonit: Ausbiss 3: - Malachit: Ausbiss 1: Neben Malachit sind in radioaktivem Sandstein gelbgrüne und orangebraune Oxydationserze unbekannter Metalle auffallend. Die Kupfererze sind ebenfalls wie gewohnt als Zwickelfüllungen in Quarzgängchen meistens von idiomorphem Malachit umkrustet. - Prehnit: Ausbiss 1: Im Dünnschliff finden wir im Grauen Gebirge wieder farblosen bis leicht gelblichen Prehnit, der amöbenartig die Zwickel zwischen den Quarzkörnern füllt. - Quarz: Ausbiss 1: Der Quarz besitzt oft Aggregatkreuze. - Tenorit: Ausbiss 1: Im Erzanschliff können wir eine relativ reichhaltige Paragenese erkennen, wobei Kupferkies und der fragliche Wismutglanz und Tenorit relativ selten sind. |
LNr | 020. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Grosses Hochmättli-West (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'731’690 / 1'212’730 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 81-82 |
Bemerkungen | Es liegt ganz in der Nähe des N-S-Querbruches Erzbett-Chline Walenchengel, ca. 60 m östlich davon. Eine direkte Verbindung mit der Vererzung am Ostabhang, wie es STÖHR (1865) auf seinen Plänen und im Text angibt, besteht indessen nicht. Es sind zwei Erzausbisse vorhanden. Ausbiss 1 liegt ca. 1,5 m oberhalb Ausbiss 2. Die Höhe der Vererzung ist ca. 0,6 m, die Breite ca. 1,0 m, die Tiefe ist unbekannt. Die Begrenzung ist sehr scharf. Klüfte sind nur unbedeutend vorhanden. Das Begleitgestein ist Graues Gebirge, das aus Schönbühlschiefern und einer Feinbrekzie hervorgegangen ist. Makroskopisch sichtbarer Kupferglanz ist dispers eingesprengt. Malachit ist das übliche Oxydationserz. Ausbiss2 liegt am Mundloch eines verschütteten Stollens. Die Höhe beträgt 0,3 m, Breite und Tiefe der Linse sind infolge Schuttbedeckung nicht erkennbar, ebenso wenig die genaue Lagerung; sie kann jedoch als konkordant eingeschätzt werden. Markante Klüfte fehlen. Das Begleitgestein ist feinkörniges Graues Gebirge, in welchem Nester und bis 4 cm mächtige Gängchen von eigentlichem Gangquarz auftreten. Das Erz kann häufig in den Zwickeln von Quarz- und Feldspataggregaten vorkommen, ebenso als Tröpfchen im Quarz. |
Mineralien | - Bornit: Ausbiss 2: Im Erzanschliff kommen unter anderem sehr wenig Hämatit, Kupferkies, Bornit und etwas reichlicher Covellin vor. Kupferkies und Bornit sind meist verwachsen und füllen Haarklüfte im Quarz in der Umgebung von Malachit-Gängchen. - Calcit: Ausbiss 2: Im Dünnschliff sind in Hohlraumfüllungen xenomorpher Calcit und Chloritaggregate festzustellen. - Chalkopyrit: Ausbiss 2: Im Erzanschliff kommen unter anderem sehr wenig Hämatit, Kupferkies, Bornit und etwas reichlicher Covellin vor. Kupferkies und Bornit sind meist verwachsen und füllen Haarklüfte im Quarz in der Umgebung von Malachit-Gängchen. - Chalkosin: Ausbiss 1: Makroskopisch sichtbarer Kupferglanz ist dispers eingesprengt. Ausbiss 2: Perlschnurartig oder dispers Kupferglanz eingesprengt in Gängchen. Der Erzanschliff zeigt wieder, dass blauer, grobkörniger, anisotroper Kupferglanz die Haupterzmasse ausmacht. - Chlorit: Ausbiss 2: Im Dünnschliff sind in Hohlraumfüllungen xenomorpher Calcit und Chloritaggregate festzustellen. Der letztere erscheint vorzugsweise als Gängchenfüllung und besitzt dann hohe Interferenzfarben, vielleicht handelt es sich hier um einen Leptochlorit; in den Zentralpartien enthält er das Erz - Covellin: Ausbiss 1: Der Covellin kommt vereinzelt oder als Verdränger des Kupferglanzes vor. Ausbiss 2: Im Erzanschliff kommen unter anderem sehr wenig Hämatit, Kupferkies, Bornit und etwas reichlicher Covellin vor. Covellin ist der übliche randliche Verdränger von Kupferglanz. - Graues Gebirge: Ausbiss 1 und 2: STÖHR (1865) bezeichnete diesen veränderten Sernifit, der bei den Kupfervererzungen eine wichtige Rolle spielt, als sogenanntes «Graues Gebirge». In der Tat berechtigt die grau-grün-weiss gefleckte Farbe vollkommen diese Namengebung, die im Folgenden auch beibehalten wird. Die Struktur dieses «Grauen Gebirges » ist fein- bis mittelkörnig mit einem mittleren Korndurchmesser von 5-10 mm und einem maximalen Durchmesser von ca. 20 mm, sofern es aus einem Sernifit hervorgegangen ist. - Hämatit: Ausbiss 1: Im Erzanschliff findet man noch Hämatit und Covellin. Der erstere ist körnig bis würmchenförmig ausgebildet, oft zu skelettartigen Aggregaten gehäuft, und fast immer mit xenomorphem, feinkörnigem, blauem und anisotropem Kupferglanz verwachsen. Ausbiss 2: Im Erzanschliff kommen unter anderem sehr wenig Hämatit, Kupferkies, Bornit und etwas reichlicher Covellin vor. - Malachit: Ausbiss 1: Malachit ist das übliche Oxydationserz. Ausbiss 2: Durch Oxydationsvorgänge scheint sich aus Erz und Calcit Malachit in radialstrahligen Aggregaten gebildet zu haben. - Prehnit: Ausbiss 1: Der Dünnschliff zeigt, dass das Erz meist sehr feinkörnig vorzugsweise in Serizitnestern der Grundmasse vorkommt. Hier begegnen wir auch wieder dem fraglichen Prehnit, der speziell als Verdränger von Plagioklasen auftritt. Seine Umrisse sind zum Teil parallel den Spalt- bzw. Zwillingsebenen des Plagioklases. Er besitzt hohe Lichtbrechung und damit ein deutliches Relief, aber eine relativ niedrige Doppelbrechung mit bläulichen bis gelblichen lnterferenzfarben, ähnlich denjenigen des Quarzes oder der Feldspäte. Meist ist er farblos oder leicht pigmentiert. |
LNr | 021. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Hauptgrube (Kupfererzabbau) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'731’730 / 1'214’270 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 68-74 |
Bemerkungen | Koordinaten: 2'731’730-2'731’850 / 1'214’270-1'214’300, 1690-1700 m ü. M. Sie befindet sich südlich der Alpgebäude vom Unter Mürtschen an der Grenze Gehängeschutt-anstehender Fels in den schroffen Wänden unterhalb der Alp Tschermannen, ca. 100 m in nordöstlicher Richtung von der Grube Erzbett entfernt. Die Zugänge sind nicht gerade gut. Der Knappenweg vom Unter Mürtschen über die Halde zur Grube ist vollständig mit Erlengebüsch überwachsen. Besser erreichbar ist die Hauptgrube von der Grube Erzbett her auf einem horizontalen Weg, der während der Bergbauperiode 1854-1861 angelegt worden ist. Die Grube besitzt mehrere Aufschlüsse und Stolleneingänge. Westlich der Erzriese sind an zwei Stellen unbedeutende Schürfungen vorgenommen worden. Östlich der Erzriese liegt auf 1695 m der nach NNW gerichtete Westeingang mit einem gut aufgeschlossenen Profil. Ca. 10 m nordöstlich davon ist etwa 4m höher als die Basis des Westeinganges wieder eine alte, heute mit Grundwasser gefüllte Pinge. Es ist in diesem Zusammenhang interessant festzustellen, dass an der betreffenden Stelle der Tagesstrecke im Grubeninnern besonders reiche Fahlerzpartien anstehen, die als zusätzlicher Silberträger in Frage kommen können neben Gediegen Silber. Es wäre dies wieder ein Hinweis, dass in früheren Zeiten die Kupfererze, insbesondere das Fahlerz, vor allem infolge ihres Silbergehaltes abgebaut worden sind. Weiter nordöstlich liegt auf 1690 m der ebenfalls nach N gerichtete Osteingang. Nach der Traversierung der Lagerriese liegt weitere 15 m nordöstlich die sogenannte «Alte Grube» mit vollständig eingestürztem Dach und einem mit Grundwasser gefüllten Stollen. Weiter im Nordosten keilt der Gangkörper ohne scharfe Grenze bald aus und ist in der Kopfriese überhaupt nicht mehr sichtbar. Ca. 12 m tiefer als der Westeingang liegt zudem der Eingang und die Halde des Basisstollens. Weitere 15 m nordöstlich liegt 15 m tiefer der ca. 9m lange, völlig in taubem Sernifit verlaufende «Tiefe Stollen». Die Länge sämtlicher Aufschlüsse im Bereich der Hauptgrube beträgt ca. 100 m. Sie erstrecken sich von der Erzriese im Westen bis zur Kopfriese im Osten. Die Vererzung erstreckt sich sowohl auf die dolomitische Gangmasse als auch auf das Graue Gebirge. Das Erz erscheint als Füllungen von feinsten Haarklüften, die brekzienartig kreuz und quer durch die dolomitische Gangmasse laufen und sich vereinzelt zu Lagen und Nestern vergrössern. Die Vererzung erfolgte teilweise auffällig an der Grenze Quarz-Karbonat oder dann in deren Nähe. In der dolomitischen Gangmasse konnten bis jetzt die Erzmineralien Hämatit, Gediegen Silber, Pyrit, Molybdänglanz, Betechtinit, Fahlerz, Kupferkies, Wismutglanz (? ), Wittichenit, Bornit, weisser und blauer, anisotroper Kupferglanz, Stromeyerit und Covellin diagnostiziert werden. Im Grauen Gebirge wurden Hämatit, Molybdänglanz, Pyrit, Fahlerz, Kupferkies, Bornit, blauer, anisotroper Kupferglanz und Covellin beobachtet. Wie schon STÖHR (1865) berichtet, scheinen hier vor allem die Silberträger, Gediegen Silber und Stromeyerit, zu fehlen, hingegen Hämatit, Pyrit, Kupferkies und Fahlerz häufiger zu sein. |
Mineralien | - Albit: seltener sind hexagonale Querschnitte, die meist resorbiert sind. Quarzähnliche, nach FÜCHTBAUER (1956) nach dem Albitgesetz und X-Karlsbadgesetz verzwillingte Kristalle sind wahrscheinlich authigene Albite. - Betekhtinit: im Erz: Der Betechtinit ist relativ schwer diagnostizierbar, umso mehr als er fast immer mit dem ihm ähnlichen Fahlerz zusammen vorkommt; er ist im Gegensatz zu letzterem jedoch schwach anisotrop und etwas heller. - Bismuthinit: im Erz: Fraglicher Wismutglanz kann häufig als Grenzsaum zwischen Bornit und blauem, anisotropem Kupferglanz und der dolomitischen Gangmasse beobachtet werden. Er ist gut polierbar und hat gegen Fahlerz eine reinweisse Farbe. Sein Reflexionsvermögen ist höher als dasjenige von Fahlerz; eine Anisotropie ist in manchen Fällen sehr deutlich. - Bornit: im Erz: Der Bornit ist das häufigste und charakteristische Erzmineral der Hauptgrube. Er bildet mit Kupferkies zusammen häufig das bereits erwähnte Implikationsgefüge, welches die Matrix der Pyritrelikte liefert; nicht selten kann man darin auch runde Körner von Fahlerz finden. Vielfach findet man aber mit weissem und blauem Kupferglanz graphische Implikationsgefüge in Nestern und Gängchen, die randlich oft reichlich Einschlüsse von dolomitischer Gangmasse führen. Der Dolomit wird zudem vielfach von Bornit unter Zurücklassung rechteckiger Korngrenzen verdrängt. An frischem Bornit konnte bisweilen eine deutliche Anisotopie festgestellt werden, stark verwitterte Partien sind oft leicht orange, vielleicht durch einen gewissen Gehalt an dem von Frenzel (1958) entdeckten Idait. Im Grauen Gebirge: Der Bornit als häufigstes Kupfererzmineral bildet mit Kupferkies einfache und mit blauem, anisotropem Kupferglanz graphische Implikationsgefüge in vielen Fällen. Als nahezu monomineralische Füllung von Gängchen ist er ebenfalls ziemlich verbreitet. - Calcit: in dieser Matrix erscheint der Calcit als grössere, meist xenomorphe Einschlüsse, Nester und Gängchen. Er zeigt die typischen Druckzwillinge. - Chalkopyrit: im Erz: Der Kupferkies wird neben den erwähnten Verwachsungen mit Hämatit, Fahlerz und Bornit vielfach auch als randliche Säume zwischen dolomitischer Gangmasse und Bornit-Kupferglanzpartien angetroffen, wobei unter Umständen vom Kupferkies aus noch flammenartige Lamellen in den Bornit hineinspriessen können. Im Grauen Gebirge: Der Kupferkies formt neben Zentralpartien in Bornitgängchen mit Bornit vielfach einfache Implikationsgefüge. Anderseits können in Bornit oft orthogonal orientierte Entmischungsspindeln von Kupferkies festgestellt werden. Pyrit und Kupferkies zeigen nach STÖHR (1865) eindeutig das Ausgehende der Erzkörper an. - Chalkosin: im Erz: Der weisse und blaue, anisotrope Kupferglanz bildet mit Bornit die bereits erwähnten graphischen Implikationsgefüge. Gesetzmässigkeiten über das Vorkommen des einen oder andern Kupferglanzes konnten noch nicht eindeutig abgeklärt werden. Der weisse Kupferglanz zeigt beim Ätzen eine sehr charakteristische Brikettstruktur und ist -wahrscheinlich eher primären Ursprungs, während der blaue Kupferglanz eher grobkörnig und wahrscheinlich zementativer Entstehung ist. Die Kupferglanze können auch nahezu monomineralisch vor allem die Zentralpartien der Erznester und -gängchen bilden. Im Grauen Gebirge: Der blaue, anisotrope Kupferglanz wird fast nur in Verwachsungen mit Bornit oder Covellin angetroffen, wobei der letztere wahrscheinlich in den weitaus meisten Fällen zementativen Ursprungs sein dürfte. - Covellin: im Erz: Covellin wurde häufig als Verdränger der beiden Arten Kupferglanz und von Bornit festgestellt. - Dolomit: fein- bis mittelkörniger Dolomit, bisweilen in idiomorphen grösseren Rhomboedern, bildet die eigentliche Matrix der dolomitischen Gangmasse. - Fahlerz: im Erz: Das Fahlerz besitzt in charakteristischer Weise krummlinige Spaltrisse und vielfach Grübchen in der Oberfläche. Gegenüber Kupferkies ist oft ein Grünstich zu beobachten, was auf ein Arsenfahlerz schliessen lässt. Mit Hämatit und Kupferkies zusammen erscheint es eher randlich von Kupfererzpartien in xenomorphen Körnern. Bisweilen kann man in ihm auch runde, körnige Einschlüsse von Bornit oder blauem, anisotropem Kupferglanz oder selten von Gediegen Silber beobachten. Im Grauen Gebirge: Fahlerz tritt nur vereinzelt in Form von runden Körnern als Einschlüsse in Bornit und Kupferkies auf. - Graues Gebirge: STÖHR (1865) bezeichnete diesen veränderten Sernifit, der bei den Kupfervererzungen eine wichtige Rolle spielt, als sogenanntes «Graues Gebirge». In der Tat berechtigt die grau-grün-weiss gefleckte Farbe vollkommen diese Namengebung, die im Folgenden auch beibehalten wird. Die Struktur dieses «Grauen Gebirges » ist fein- bis mittelkörnig mit einem mittleren Korndurchmesser von 5-10 mm und einem maximalen Durchmesser von ca. 20 mm, sofern es aus einem Sernifit hervorgegangen ist. - Hämatit: im Erz: Der Hämatit wird in eisenrosenartigen Büscheln angetroffen, wobei die einzelnen Blättchen oft verbogen sind, was wahrscheinlich auf tektonische Bewegungen während des Erzabsatzes schliessen lässt. Daneben erscheint er als Idioblasten in sperriger bis ophitischer Struktur mit den Karbonaten zusammen. Xenomorph bis körnig bildet er ebenfalls in Verbindung mit den Karbonaten gestrickte Kristallskelette, die wahrscheinlich auf eine Fällung von Eisenhydroxyden in kolloidaler Matrix hinweisen. Im Grauen Gebirge: Der Hämatit erscheint meist als Körner, würmchenartig und skelettförmige Netze; idiomorphe Blättchen gelten eher als Ausnahmen. - Idait: siehe Text zu Bornit. - Molybdänit: im Erz: Auf Rutschharnischen und in Mikroruschelzonen der dolomitischen Gangmasse können relativ selten feinste Schüppchen und Filme von Molybdänglanz beobachtet werden. - Pyrit: im Erz: Der Pyrit ist in der dolomitischen Gangmasse weniger häufig als im Grauen Gebirge. Er kann als Hexaeder, Pentagondodekaeder, Körner, isoliert oder zu Nestern und Gängchen gehäuft, vorkommen. Tritt er mit Kupfersulfiden auf, so kann man meistens Atolle (vom Kern aus resorbierte Körner) und zahnruinenartige Relikte von Pyrit in einer Matrix von Kupferkies oder Bornit oder in einem Implikationsgefüge von beiden Feststellen. Im Grauen Gebirge: Der Pyrit kommt in runden Körnern, Hexaedern und Pentagondodekaedern vor. Häufig ist er auch schalig und porös. Eigentlicher Melnikovit-Pyrit oder Bravoit konnte aber im Gegensatz zur Pechblende-Paragenese nirgends eindeutig festgestellt werden. Hingegen ist er vereinzelt kataklastisch. In feinsten Haarklüften findet man jedoch selten etwas Kupferkies. Als Einschlüsse in Bornit und Kupferkies ist der Pyrit meist zerfressen und zerteilt und bildet somit Resorptionsstrukturen. - Quarz: Quarz kann als amöbenartige, oft poikilitisch von kleinen Dolomitrhomboedern durchwachsene, xenomorphe Körner beobachtet werden. - Schwarzes Gebirge: Im Prinzip gehört er nicht eigentlich zu den Trägergesteinen, bzw. zu den veränderten, unvererzten Gesteinen, denn im Gegensatz zum veränderten Sernifit der Kupfermineralisation ist das Eisen hier selten im Chlorit oxydisch, sondern meistens in geringeren bis sehr grossen Mengen von Pyritvarietäten sulfidisch gebunden, wobei das Gestein natürlich sofort als Erz bezeichnet werden muss. Als Gegenstück der Uranmineralisation zum Grauen Gebirge der Kupferformation schien es dem Verfasser K.Bächtiger doch zweckmässig, dieses Gestein hier kurz zu charakterisieren. Anderseits können die Pyrite auch völlig fehlen, und der veränderte Sernifit nimmt dann Melser-Sandstein-ähnlichen Charakter an, wobei das Gestein eine gelblich-weisse Farbe erhält mit rötlichen Flecken durch die Relikte von unzerstörbarem Mikroklin. - Silber, gediegen: im Erz: Auf Rutschharnischen und in Mikroruschelzonen der dolomitischen Gangmasse können relativ selten feinste Schüppchen und Filme von Molybdänglanz beobachtet werden. - Stromeyerit: im Erz: In Sprüngen vor allem des blauen Kupferglanzes findet man nicht selten rosarote und stark anisotrope Lamellen von Stromeyerit. In grösseren Mengen konnten aber auch direkt der dolomitischen Gangmasse aufsitzend nierige bis kugelige Partien von Stromeyerit in einer Matrix von blauem Kupferglanz beobachtet werden. Meist sind diese Erzproben dann auch relativ reich an Gediegen Silber. - Wittichenit: im Erz: Der Wittichenit konnte als crèmeweisse Körner vor allem im Bornit festgestellt werden, seltener in den beiden Arten Kupferglanz. |
LNr | 022. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Hochmättli (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'731’770 / 1'212’730 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz) - Meisser, Nicolas; Schweizer Strahler; 1999; Heft 3; Seite 489 - 503; Sekundärmineralien der Kupfer- und Uranaufschlüsse der Mürtschenalp (SG/GL) - Roth, Philippe; Schweizer Strahler; 2022; Heft 4; Seite 2-9; Heimit, ein unerwartetes, weltweit neues Mineral von einer vermeintlich bescheidenen Fundstelle - Roth, Philippe; Schweizer Strahler; 2022; Heft 4; Seite 10; Heimit, ein Nachtrag - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 24,69,77,237 - Stöhr, Emil; Die Kupfererze an der Mürtschenalp und der auf ihnen geführte Bergbau; 1865 |
Bemerkungen | Evtl. gibt es in der Literatur unklare Fundortangaben über die Mürtschenalp. Die mit 1) gekennzeichneten Mineralien sind bestimmt. Siehe auch Fundort 'Mürtschenalp (allgemein)'. Der Fundort 'Hochmättli' wird von Bächtiger in die folgenden 3 Gebiete aufgeteilt: - Chli Hochmättli, - Grosses Hochmättli-Ost und - Grosses Hochmättli-West. Die vorkommenden Mineralien sind dort nach dem Wissenstand von 1963 aufgeführt. |
Mineralien | - Agardit-(Y): 1) nadelig, unter einem mm, vergesellschaftet mit Chrysokoll und Bayldonit, einen blassgrünen, filzartigen Rasen bildend. - Arseniosiderit: 1) wird manchmal fälschlicherweise von hier angegeben, es handelt sich aber um ein den Mineralien Baeverit und Philipsbornit nahe stehendes Mineralgemisch, ziegelrot erdig, halbkugelig, verwechselbar mit Karminit. - Arsentsumebit: nicht ganz sicher, das erhaltene Pulverdiagramm kommt diesem Mineral sehr nahe, lamellare Ausbildung, gute Spaltbarkeit, türkisblau (für den Arsen-Tsumebit nicht unbedingt zutreffende Eigenschaften!), es besteht durchaus die Möglichkeit, dass es sich hier um ein neues Mineral handelt (Stand 1999). - Baryt: 1) reichlich vorkommend, in kleinen Hohlräumen im Erz, Rhomboeder, flach, dünn, farblos, honiggelb, oft zonarer Aufbau (milchigweiss - durchsichtig), dem Laumontit ähnlich. - Bayldonit: 1) öfters vorzufinden, intensiv grün, halbkugelige Aggregate, glasartig, unter einem mm, leicht verwechselbar mit Malachit, zusammen mit Wulfenit, Chrysokoll, Pernauit und Strashimerit, vereinzelt pseudomorph nach Meta-Zeunerit (bipyramidal) (Meisser, 1994). - Beudantit: 1) in einer schwachen sulfidischen Vererzung, grünlichgelb, aggregiert, auch Einzelkristalle, unter 1 mm.- Bismuthinit: - Bornit: als eingewachsenes, feines Erzmineral, schwarz, wenn frisch mit rötlichem Stich. - Brochantit: 1) häufig zu finden, flachprismatisch, teils mit quadratischem Querschnitt, fächerförmige Anordnung, mm-grosse radialstrahlige Aggregate, leicht zu verwechseln mit Euchroit. - Calcit: - Cerussit: 1) klein, prismatisch, milchig-weiss, bis 3 mm, selten auch als sogenannte 6-Speichen-Zwillinge. - Chalkophyllit: 1) in sehr schöner Ausbildung, bis 3 mm, dünntafelig, sechseckig, grünlich bis türkisblau, zusammen mit Baryt und Metazeunerit. - Chalkopyrit: eingesprengt im Gestein, messinggelb wenn frisch. - Chalkosin: 1) Djurleit-Chalkosin, die Bestimmung bedarf einer genauen Analyse. - Chlorit: - Chrysokoll: 1) oft vorkommend, als cm-dicke Massen sowie als Spaltenfüllung, muscheliger Bruch, ohne Kristallflächen, intensiv hellblau, traubenförmig. - Covellin: 1) mikroskopisch klein, zusammen mit Chalkosin. - Cyanotrichit: 1) öfters anzutreffen, kristalline Lagen bildend, bis einige cm Grösse, tiefblau bis himmelblau, filzige Erscheinung, zusammen mit Brochantit. - Djurleit: 1) -Chalkosin, zusammen mit Metazeunerit, Kristalle bis etwas über ein mm, bleigrau, weich, von hier beschrieben als 'blauer Kupferglanz' (diese Bezeichnung wird eigentlich für den hier nicht vorkommenden Digenit verwendet). - Duftit: 1) -beta, selten, halbkugelig, radialstrahlig, bis 2 mm Durchmesser, blassgrün und am Rand olivgrün, zusammen mit Chrysokoll, Wulfenit, Mimetesit und Malachit. - Galenit: eingesprengt im Gestein, mit hohem Glanz auf den vollkommenen Spaltflächen. - Gartrellit: ob das Mineral von der Lokalität im Chalttal oder Hochmätteli stammt ist nicht klar (deshalb an beiden Orten aufgeführt), gelb, erdig, kryptokristallin. - Graphit: - Heimit: das weltweit neue Mineral (Erstfund Grosses Chalttal) wurde auch auf einer Mimetesit-Stufe von dieser Lokalität nachgewiesen. - Karminit: in Aggregaten als traubenförmige oder stalaktitische Überzüge, bis einige mm2, frische karminrote Farbe. Paragenese: Pharmakosiderit, Metazeunerit, Djurleit-Chalkosin. Bis 1999 nur von dieser Fundstelle bekannt. - Kasolit: 1) gelb, nadelig-igelige Aggregate, oft zusammen mit Metazeunerit (auch mit Mimetesit und Beudandit-Hidalgoit). - Langit: 1) Langit-Posnjakit, klein, gedrungene Erscheinung, oft sagenitähnliche Verzwillingung, mm-lang, himmelblau, zusammen mit Brochantit und sich zersetzendem Erz. - Malachit: 1) nicht mehr allzu oft vorkommend, halbkugelig, bis 4 mm Durchmesser, Seidenglanz, seltener in Form von dicken gebogenen fadenartigen Gebilden. - Metazeunerit: 1) Erstes für die Schweiz entdeckte Uranmineral und in der Literatur öfters noch mit Zeunerit geführt, häufiges Auftreten, tafelig, bis 6 mm, unvollkommene Ausbildung, Überzüge bildend, hellgrün, neben Djurleit-Chalkosin, ab und zu auch von anatasähnlicher und smaragdgrüner Erscheinung, auch bräunliche Farbtöne, Kristalle von hier zählen weltweit zu den Grössten und Besten. - Mimetesit: 1) häufig, nadelig, farblos, quarzähnliche Prismen, auch Sphäroide, bis mm-Grösse, grasgrün, starker Fettglanz, Mimetesit ohne die beiden Elemente Phosphor und Vanadium. - Olivenit: Überzüge, filzartig, nadelig, olivgrün bis farblos, ohne das Element Zink. - Parnauit: 1) seifige Überzüge, mm-dick, glimmerartig, himmelblau, selten als halbkugelige Kristalle, wassergrün, sehr blass, unter einem mm, zusammen mit Duftit-beta, bis jetzt (1998) in der Schweiz erst von dieser Lokalität bekannt geworden. - Pharmakosiderit: 1) -Ba-; öfters vorzufinden, braun bis gelb, kubische kleine Kristalle, als Beläge, gerne vergesellschaftet mit Karminit, Meta-Zeunerit und Beudantit-Mineralien. - Posnjakit: Langit-Posnjakit (siehe bei Langit). - Prehnit: - Quarz: - Tennantit: - Tenorit: bei den hier gefundenen schwarzen, harzähnlichen Bildungen handelt es sich nicht wie ursprünglich angenommen um Tenorit sondern um ein Gemenge bestehend aus Kobalt, Kupfer und Blei sowie einer schwachen Beimengung von Arsen, Silizium, Cadmium und Antimon. - Tirolit: 1) das wohl am häufigsten vorkommende Mineral dieser Lagerstätte, sehr schöne Rosetten, lamellenförmige Kristalle, bis cm-Grösse, hellblau bis türkisblau. - Torbernit: irrtümlich von hier durch Stöhr(1865) beschrieben worden (richtig: Metazeunerit). - Wulfenit: 1) reichlich vorzufinden, in unterschiedlichster Erscheinungsform;- abgestumpfte Bipyramiden,- feinnadelige Kristalle,- dünntafelige (klassische) Kristalle,- extrem dünne Lamellen, dementsprechend variiert auch die Farbe von perlmuttweiss, orangegelb, gelb bis braun. - Zeunerit: richtigerweise handelt es sich hier um Meta-Zeunerit. |
LNr | 023. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Judenweg (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'731’520 / 1'215’120 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 88 |
Bemerkungen | Koordinaten: 2'731’520 / 1'215’120, 1760 m ü. M. Koordinaten: 2'731’370 / 1'215’030, 1710 m ü. M. Es liegt unmittelbar am Weg vom Unter Mürtschen über das Heuloch zum Bärenboden. Der Horizont der bituminösen Tonschiefer liegt einige Meter über dem Melser Sandstein als konkordante, ziemlich ausgedehnte Schicht. Die Pyritisierungen erstrecken sich mehr oder weniger gehäuft oder dispers über den ganzen Horizont. Kupfervererzungen scheinen infolge fehlender Malachitanflüge nicht vorhanden zu sein. |
Mineralien | - Pyrit: |
LNr | 024. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Mürtschenstock, Meerenalp (Erzabbau) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'731’040 / 1'216’180 |
Literatur | - Epprecht, Willfried; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie - kleinere Mitteilungen Nr. 19 Unbekannte schweizerische Eisenerzgruben sowie Inventar und Karte aller Eisenerz- und Manganerz-Vorkommen der Schweiz. Sonderdruck aus SMPM, Band 37; 1957; Heft 2 - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 351 |
Bemerkungen | Hier liegt ein Vorkommen des Blegi-Oolithes, welches nach H.Simon (1857) 1856 als Roteisensteinlager entdeckt wurde. Dieses Erz wies einen Eisengehalt von 30-50% auf. Zu einem Abbau kam es aber nicht. Die Koordinaten zeigen auf Meeren. |
Mineralien | - Eisenerz: - Fluorit: Parker: ohne genauere Angaben. - Roteisenstein: nicht mehr gebräuchliche Bezeichnung für Hämatit. |
LNr | 025. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Rote Riese (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'732’130 / 1'214’360 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 74 |
Bemerkungen | Es wird bereits von STÖHR (1865) erwähnt. Die Vererzung ist wahrscheinlich durch ein Gangkreuz bedingt, indem hier ein N-S-Bruch sich mit dem SW-NE-Gangsystem der Linie Erzbett-Hauptgrube-Grosses Chalttal schneidet. Die Mächtigkeit des Ganges, die jedenfalls nicht sehr bedeutend zu sein scheint, konnte nicht bestimmt werden. Das Nebengestein ist Graues Gebirge. In Erzgeröllen konnte mit der Lupe Fahlerz, Bornit und Kupferglanz festgestellt werden. |
Mineralien | - Bornit: als Erzmineral. - Chalkosin: Als Erzmineral. - Fahlerz: Als Erzmineral. - Graues Gebirge: STÖHR (1865) bezeichnete diesen veränderten Sernifit, der bei den Kupfervererzungen eine wichtige Rolle spielt, als sogenanntes «Graues Gebirge». In der Tat berechtigt die grau-grün-weiss gefleckte Farbe vollkommen diese Namengebung, die im Folgenden auch beibehalten wird. Die Struktur dieses «Grauen Gebirges » ist fein- bis mittelkörnig mit einem mittleren Korndurchmesser von 5-10 mm und einem maximalen Durchmesser von ca. 20 mm, sofern es aus einem Sernifit hervorgegangen ist. |
LNr | 026. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Schafplatten (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'732’720 / 1'213’920 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 59 |
Bemerkungen | Koordinaten: 2'732’720 / 1'213’920, 1870 m ü. M. Es liegt etwa in der Mitte zwischen den beiden Vorkommen Dreitürme und Chalttalchöpf und umfasst bis jetzt nur einen einzigen Erzkörper. Die Lagerung ist völlig undurchsichtig, da das ganze Gebiet wahrscheinlich versackt ist. Der sichtbare Erzkörper umfasst einen mehrere Meter mächtigen Block von Grauem Gebirge, der eine fliessende Begrenzung gegen das Nebengestein aufweist. An Primärerzen können makroskopisch Kupferkies und Bornit, an Sekundärerzen Limonit und Malachit festgestellt werden. |
Mineralien | - Bornit: als Primärerz. Der Bornit enthält oft ein System von quadratisch bis rechteckig ausgerichteten Entmischungslamellen von Kupferkies. Kupferkies kann aber auch selbständig als xenomorphe Körner mit Relikteinschlüssen oder Pentagondodekaedern von Pyrit vorkommen; er wird stark von Limonit verdrängt. - Chalkopyrit: als Primärerz. - Covellin: Covellin bildet randliche Säume um Bornit mit kristallographisch orientierten Lamellen. - Fahlerz: Fahlerz bildet selbständige, xenomorphe Partien und wird vor allem von Malachit verdrängt. - Graues Gebirge: STÖHR (1865) bezeichnete diesen veränderten Sernifit, der bei den Kupfervererzungen eine wichtige Rolle spielt, als sogenanntes «Graues Gebirge». In der Tat berechtigt die grau-grün-weiss gefleckte Farbe vollkommen diese Namengebung, die im Folgenden auch beibehalten wird. Die Struktur dieses «Grauen Gebirges » ist fein- bis mittelkörnig mit einem mittleren Korndurchmesser von 5-10 mm und einem maximalen Durchmesser von ca. 20 mm, sofern es aus einem Sernifit hervorgegangen ist. - Limonit: als Sekundärerz. - Malachit: als Sekundärerz. - Pyrit: im Erzanschliff erscheint der Pyrit in Körnern, seltener Kristalle, die oft von Bornit umwachsen sind. |
LNr | 027. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Silberplangge (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'731’830 / 1'213’480 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 54-55 |
Bemerkungen | Die Koordinaten zeigen auf den Erzkörper I. Die Silberplangge lässt sich in drei einzelne Vererzungen unterteilen, die ihrer Lage entsprechend nach den Himmelsrichtungen benannt worden sind, in der Reihenfolge abnehmender Bedeutung:- Silberplangge-Ost- Silberplangge-West- Silberplangge-Nord. Es wurde nur die Lagerstätte Silberplangge-Ost näher untersucht. Sie liegt nordöstlich des Chline Walenchengels in einer kleinen NW-SE verlaufenden Bruchzone, die heute zu einem grossen Teil mit Schutt gefüllt ist. Sie liegt zudem ziemlich genau auf der südlichen Fortsetzung des charakteristischen N-S-Bruches der Hauptgrube, ähnlich wie die Verwerfung der Lagerstätte Chline Walenchengel auch die Grube Erzbett in nördlicher Richtung tangiert. Bis jetzt sind 2 Erzkörper bekannt. Erzkörper I liegt auf der Nordost- und Erzkörper II auf der Südwestseite der Bruchzone. Erzkörper I: Koordinaten: 2'731’830 / 1'213’480, 1985 m ü. M. Bestimmend für die Vererzung ist eine typische SW-NE-Hauptkluft, die auf N-S-Querklüften aufsitzt. Die Hauptkluft besitzt eine aufgeschlossene Länge von maximal 3 m, die Querklüfte eine solche von maximal 3-4 m. Als tatsächliche Länge der Vererzung können 9 angegeben werden, als aufgeschlossene Höhe 2,5 m und als aufgeschlossene Tiefe 1,5 m. Das Begleitgestein ist mittelkörniges Schwarzes Gebirge. Im Dünnschliff können lediglich Zinkblende und Arsenkies spezifisch identifiziert werden, die übrigen Erzmineralien erscheinen indifferent als schwarze Körner oder Flecken. Die Erzmineralien sind vor allem auf den Zement konzentriert, analog den schon oben besprochenen Vererzungen. |
Mineralien | - Arsenopyrit: Erzkörper I: Der Arsenkies sticht besonders durch seine Nadeln und rhombischen Querschnitte hervor. Der Erzanschliff bringt ein ganz reichhaltiges Bild. Neben der schon erwähnten Zinkblende und dem Arsenkies können wir im selben Anschliff noch Pechblende, Parapechblende, Brannerit, Pyrit, Linneit, Bleiglanz, Kupferkies, Fahlerz und Covellin antreffen. - Brannerit: siehe unter Arsenopyrit. - Chalkopyrit: Erzkörper I: Fahlerz und Kupferkies, ebenfalls meist verwachsen, sind wie üblich fast immer xenomorph und zeigen kataklastische Sprünge - Covellin: Erzkörper I: Der Covellin verdrängt in dieser Lagerstätte erstaunlicherweise vor allem Fahlerz. - Fahlerz: Erzkörper I: Fahlerz und Kupferkies, ebenfalls meist verwachsen, sind wie üblich fast immer xenomorph und zeigen kataklastische Sprünge - Galenit: Erzkörper I: Bleiglanz ist eher selten. Man findet von ihm Einschlüsse in xenomorpher Zinkblende und im Fahlerz. - Linneit: Erzkörper I: Linneit ist als runde Körner meist mit Pyrit verwachsen. - Parapechblende: siehe unter Arsenopyrit. - Pechblende: Erzkörper I: Von dieser Lagerstätte stammt die Pechblende mit ihren girlandenförmigen Gelstrukturen, oder die charakteristischen Umwachsungen von kugeliger Pechblende durch Pyrithexaeder, die bei der Isotropisierung der ersteren wieder gesprengt worden sind. Kugelige bis schalige Pechblende findet man auch häufig in diesem vorläufig Parapechblende genannten Mineral, oder auch einfach als grössere, vereinzelte Körner oder kleine, feindisperse Partien im Gestein verteilt. - Pyrit: siehe unter Arsenopyrit. - Sphalerit: Erzkörper I: Zinkblende ist in xenomorphen Körnern häufig randlich an Quarz und Feldspäte oder an andere Erzmineralien angewachsen. Sie verdrängt dabei vor allem Serizit oder Chalzedonquarz. - Torbernit: Erzkörper I: Kleine Blättchen von Torbernit auf Kluftflächen und Limonit sind die einzigen sicher bestimmbaren Sekundärerze. |
LNr | 028. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Silberspitz-Nordost (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'732’270 / 1'213’260 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 84 |
Bemerkungen | Es sind von hier die drei Fundstellen Silberspitz-Süd, Silberspitz-Ost und Silberspitz-Nordost bekannt. Alle drei entsprechen grosso modo den von STÖHR (1865) erwähnten «Lagergängen. Es befindet sich am Nordost-Abhang des Silberspitzes (Ausbiss 1). Ausläufer der Erzkörper sind sogar am Fusse des Gipfels noch erkennbar (Ausbiss 2). Koordinaten: 2'732’270 / 1'213’260, 2170 m ü. M. Ausbiss1: Der Erzkörper ist zudem in drei Einzellinsen aufgeteilt, die eine Gesamthöhe von 12-15 m aufweisen. Die Tiefenerstreckung ist unbekannt. Die Begrenzung ist ziemlich scharf. Klüfte sind wenig auffällig. Die Chloritisierung und Vererzung hat besonders die psammitischen und psephitischen Horizonte ergriffen. Die Erzführung ist relativ reichlich; vereinzelte Nester findet man im untersten Horizont, häufigere Erzführung und eine alte Schürfstelle kann man im mittleren Horizont feststellen. Die relativ stärkste Vererzung hat aber paketweise den obersten Horizont erfasst. Im Erzanschliff findet man wieder die üblichen graphischen Implikationsgefüge zwischen diesen beiden mit seltenen randlichen Säumen von Fahlerz. Koordinaten: 2'732’190 / 1'213’330, 2120 m ü. M. Ausbiss2: Die Mächtigkeit des Grauen Gebirges beträgt 0,8-1,0 m, die Breite erfüllt fast die ganze Wand. In der westlichen Runse biegt das Graue Gebirge gegen Süden um unter enormer gleichzeitiger Mächtigkeitszunahme. Es handelt sich hier wahrscheinlich um eine Stirnfalte innerhalb der Schönbühlschiefer alpinotyper Tektonik. Erze wurden hier keine festgestellt. Die Verbindung der drei Vorkommen am Silberspitz geschieht demnach durch mehrere linsenförmige Einschaltungen, die teilweise willkürlich auftreten, aber im grossen Ganzen auf einer konstanten Höhe von 2160-2180 m ü. M. liegen. Die Beobachtung von STÖHR (1865), wonach ein Lagergang vorliege, trifft demnach auch hier nicht zu. |
Mineralien | - Bornit: makroskopisch konnten als Erze wieder Bornit und Kupferglanz diagnostiziert werden. Im Bornit treten auch hier häufig entmischte Kupferkiesspindeln auf. - Chalkopyrit: im Bornit treten auch hier häufig entmischte Kupferkiesspindeln auf. - Chalkosin: makroskopisch konnten als Erze wieder Bornit und Kupferglanz diagnostiziert werden. - Covellin: vereinzelt trifft man noch Covellin und Graphitlamellen an. - Fahlerz: - Graues Gebirge: STÖHR (1865) bezeichnete diesen veränderten Sernifit, der bei den Kupfervererzungen eine wichtige Rolle spielt, als sogenanntes «Graues Gebirge». In der Tat berechtigt die grau-grün-weiss gefleckte Farbe vollkommen diese Namengebung, die im Folgenden auch beibehalten wird. Die Struktur dieses «Grauen Gebirges » ist fein- bis mittelkörnig mit einem mittleren Korndurchmesser von 5-10 mm und einem maximalen Durchmesser von ca. 20 mm, sofern es aus einem Sernifit hervorgegangen ist. |
LNr | 029. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Silberspitz-Ost (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'732’280 / 1'213’220 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 83 |
Bemerkungen | Es sind von hier die drei Fundstellen Silberspitz-Süd, Silberspitz-Ost und Silberspitz-Nordost bekannt. Alle drei entsprechen grosso modo den von STÖHR (1865) erwähnten «Lagergängen. Es liegt am Ostabhang des Silberspitz. Die Höhe des Ausbisses beträgt ca. 5 m, die Breite ist etwa ähnlich, die Tiefe ist unbekannt. Die beiden untersten Horizonte sind erzarm bis taub, der dritte ist relativ erzreich, und der oberste wieder erzarm. Klüfte sind wenig bedeutend. Das Begleitgestein ist meist feinkörniges Graues Gebirge mit runden, grobkristallinen Quarzlinsen bis zu mehreren Zentimetern Durchmesser. |
Mineralien | - Bornit: Bornit und Kupferglanz sind die makroskopisch erkennbaren Primärerze. Im Erzanschliff kann man im Bornit häufig Kupferkiesspindeln beobachten. Der Bornit bildet zudem mit weissem und blauem, anisotropem Kupferglanz graphische Implikationsgefüge. - Chalkopyrit: im Erzanschliff kann man im Bornit häufig Kupferkiesspindeln beobachten. - Chalkosin: Bornit und Kupferglanz sind die makroskopisch erkennbaren Primärerze. Covellin ist der übliche Verdränger des Kupferglanzes; er selbst wird von Malachit verdrängt. - Covellin: Covellin ist der übliche Verdränger des Kupferglanzes; er selbst wird von Malachit verdrängt. - Graphit: hie und da trifft man auch vereinzelte pleochroitische und stark anisotrope Lamellen von Graphit an. - Graues Gebirge: STÖHR (1865) bezeichnete diesen veränderten Sernifit, der bei den Kupfervererzungen eine wichtige Rolle spielt, als sogenanntes «Graues Gebirge». In der Tat berechtigt die grau-grün-weiss gefleckte Farbe vollkommen diese Namengebung, die im Folgenden auch beibehalten wird. Die Struktur dieses «Grauen Gebirges » ist fein- bis mittelkörnig mit einem mittleren Korndurchmesser von 5-10 mm und einem maximalen Durchmesser von ca. 20 mm, sofern es aus einem Sernifit hervorgegangen ist. - Malachit: Covellin ist der übliche Verdränger des Kupferglanzes; er selbst wird von Malachit verdrängt. - Quarz: der Quarz weist zudem oft typische Aggregatkreuze auf. |
LNr | 030. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Silberspitz-Süd (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'732’230 / 1'213’110 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 83 |
Bemerkungen | Es sind von hier die drei Fundstellen Silberspitz-Süd, Silberspitz-Ost und Silberspitz-Nordost bekannt. Alle drei entsprechen grosso modo den von STÖHR (1865) erwähnten «Lagergängen. Es liegt in der südlichen Gipfelwand. Die Mächtigkeit des Ausbisses wurde nicht näher bestimmt. Er keilt auf der Nordseite jedoch plötzlich aus. Die Tiefenerstreckung ist unbekannt. Klüfte sind nicht besonders typisch. |
Mineralien | - Bornit: mit der Lupe und im Erzanschliff konnten Bornit, blauer, anisotroper Kupferglanz und Covellin identifiziert werden. - Chalkosin: mit der Lupe und im Erzanschliff konnten Bornit, blauer, anisotroper Kupferglanz und Covellin identifiziert werden. - Chlorit: im Dünnschliff sind hingegen zwei Mineralien charakteristisch: Chlorit und Prehnit. Der Chlorit ist hell- bis dunkellauchgrün und besitzt graubraune bis schwarzblaue Interferenzfarben. Er ist teils würmchen-, teils amöbenförmig, oft zu Aggregaten gehäuft. - Covellin: mit der Lupe und im Erzanschliff konnten Bornit, blauer, anisotroper Kupferglanz und Covellin identifiziert werden. - Malachit: Malachitkrusten sind die einzigen Erze, die sich makroskopisch leicht feststellen lassen - Prehnit: im Dünnschliff sind hingegen zwei Mineralien charakteristisch: Chlorit und Prehnit. Der Prehnit ist hier von allen Fundorten weitaus am schönsten entwickelt. Er verdrängt amöbenartig Schachbrett-Albit (?), daneben erscheint er aber auch mit Chlorit als Gängchenfüllung. Vereinzelt scheint er radialstrahlige, gekrümmte Aggregate zu bilden oder dann mit einem braungelben oder gelbgrünen Mineral verwachsen zu sein. Bisweilen erkennt man eine orthogonale Spaltbarkeit. Diese glimmerartigen gelbgrünen und braungelben Mineralien kommen auch mit Chlorit auf Klüften vor und enthalten kleine schwarze bis dunkelbraune Körnchen. |
LNr | 031. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Tschermannenbach, Schwämmli (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'731’560 / 1'214’670 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 79 |
Bemerkungen | Auch die schwarzen, kohligen Tonschiefer über dem Melser Sandstein sind im Allgemeinen leicht radioaktiv. Zwei Stellen sind besonders beachtenswert. Koordinaten: 2'731’560 / 1'214’670, 1490 m ü. M. Die erste liegt südlich vom Gaden der Alp Unter Mürtschen im Tschermannenbach. Da der Aufschluss nur etwa 1 m2 gross ist, lässt sich über die Fortsetzung des Horizontes nichts aussagen. Limonitkrusten deuten auf eine Eisensulfidführung. Das Uran dürfte wahrscheinlich an organische Substanzen gebunden sein. Koordinaten: 2'731’810 / 1'214’870, 1520 m ü. M. Die zweite Fundstelle liegt direkt auf dem Weg vom Unter Mürtschen zum Steinälpli auf der Lokalität «Schwämmli ». Der Aufschluss beträgt hier einige Quadratmeter. Pyrit, eventuell Melnikovit-Pyrit oder Markasit, ist hier ziemlich verbreitet. |
Mineralien | - Limonit: in Krusten. - Markasit: Pyrit, eventuell Melnikovit-Pyrit oder Markasit, ist hier ziemlich verbreitet. - Pyrit: Pyrit, eventuell Melnikovit-Pyrit oder Markasit, ist hier ziemlich verbreitet. |
LNr | 032. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Tschermannercharren- West (Erzausbiss) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Nord |
Koordinaten, ca. | 2'731’340 / 1'212’760 |
Literatur | - Bächtiger, Kurt; 1963; Beiträge zur Geologie der Schweiz, Geotechnische Serie, Lieferung 38; Die Kupfer- und Uranmineralisationen der Mürtschenalp (Kt. Glarus, Schweiz); Seite 78 |
Bemerkungen | Die Lagerstätte liegt am Westrand und oberen Abschluss des Grossen Walenchengels. Es sind bis heute (1960) vier Erzkörper bekannt geworden, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass beim näheren Absuchen der Umgebung noch weitere Erzkörper gefunden werden. Erzkörper I: Koordinaten: 2'731’340 / 1'212’760, 2075 m ü. M. Er liegt am Fusse einer markanten Schichtplatte. Das Vorkommen dürfte tektonisch ein wenig beansprucht sein, indem einzelne Schichtgruppen wahrscheinlich verworfen und abgeschert sind. Neben Mineralisationen von vertikalen Zerrüttungszonen - der erwähnte Bruch dürfte eine wegweisende Rolle gespielt haben - gibt es aber auch solche von stratigraphischen Horizonten. Die Grösse der Vererzung dürfte beträchtlich sein. Im Erzanschliff konnten die Mineralien Pechblende, Pyrit, Zinkblende, Fahlerz, Bornit, blauer, anisotroper Kupferglanz und Covellin diagnostiziert werden. Fast alle Mineralien kommen in isolierten, xenomorphen Körnern vor, einzig der Pyrit weist vereinzelt Pentagondodekaederumrisse auf. Der Bornit scheint zudem randlich von blauem, anisotropem Kupferglanz und Covellin verdrängt zu werden. Auch hier scheinen sich anhand des Bornites und des Kupferglanzes geringe Einflüsse einer jüngeren Kupfermineralisation bemerkbar zu machen. |
Mineralien | - Bornit: im Erzanschliff. - Chalkosin: im Erzanschliff. - Covellin: im Erzanschliff. - Fahlerz: im Erzanschliff. - Pechblende: im Erzanschliff. - Pyrit: im Erzanschliff, vereinzelt mit Pentagondodekaederumriss. - Sphalerit: im Erzanschliff. |
LNr | 033. |
Fundort | GL / Mürtschenalp, Spontal, Hochmättli, Silberspitz, Alp Bärenboden, Meerenalp, Heubodenalp, Feldried, Erzbett (Grube), Kalttal (Grube) (Kupfererzabbau) |
Region | Mürtschenalp |
Koordinaten, ca. | 2'731’460 / 1'214’120 |
Literatur | - Cuchet, Stéphane & Brugger, Joël; Schweizer Strahler; 2016; Heft 4; Seite 20 - 27; Eine einzigartige chemische Zonierung im Zinkolivenit von Gosan, Val d'Anniviers - Fehlmann, Hans,: Der Schweizerische Bergbau während des Weltkrieges; 1919; Seite 259-262- Graeser, Stefan; Schweizer Strahler; 1981; Seite 437-467; Mineral-Neufunde aus der Schweiz und angrenzenden Gebieten V - Meisser, Nicolas; Schweizer Strahler; 1999; Heft 3; Seite 489 - 503; Sekundärmineralien der Kupfer- und Uranaufschlüsse der Mürtschenalp (SG/GL) - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 256,274 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 19,58,76,83,84,106,109,159,237,255,266,273,277,390,405,419,431 - Stöhr, Emil; Die Kupfererze an der Mürtschenalp und der auf ihnen geführte Bergbau; 1865 |
Bemerkungen | Kupfergruben - Hauptgrube - Erzbett: Vererzungen im Sernifit (Rotsedimente, Verrucano, Perm). Vermutlich sind durch ungenaue Fundortangaben Mineralien aus dem Chalttal ebenfalls hier eingereiht worden. Siehe auch Fundort 'Mürtschenalp (allgemein)'. Fehlmann (1919): Die Kupfererzgruben der Mürtschenalp befinden sich in einem Seitental (Sponbach) des Murgtales ca. 2 km östlich des Ruchen (Pt. 2442) auf 1620 bis 1810 m ü. M. (im Siegfriedblatt 264, als ehemaliges Kupfer- und Silberbergwerk bezeichnet). Das Hauptgestein der Mürtschenalp ist Verrucano, der in körniger oder schiefriger Ausbildung erscheint. Die untern Schichten bestehen meist aus groben Konglomeraten, die massig und stark zerklüftet sind; die oberen Schichten werden aus feinschichtigen Schiefern gebildet. Unter dem Rötidolomit des Bärenbodens (Meerenalp, nördlich der Mürtschenalp) besteht der Verrucano aus einem weissen, mittelkörnigen Konglomerat, welches oben in feinkörnigen Quarzit übergeht. Die ganze Verrucanomasse der Mürtschenalp ist eine gegen NW einfallende Platte mit starker, aber nach SE einfallender Klüftung, welche besonders gut im Umkreis der Gruben entwickelt ist. Die silberhaltigen Erze des Mürtschenalpgebietes treten entweder lagerförrnig oder gangförmig im Verrucano und in tieferen Partien des Rötidolomites auf. a). Lagerförmige Erzvorkommen. Die lagerartigen Erzvorkommen finden sich im tieferen Verrucanokomplex der sog. Glarnerdecke, hoch oben am grossen Hochmättli , am Silberspitz und seinen nordöstlichen Ausläufem gegen das Murgtal, ferner bei der Alp Bärenboden (Meerenalp), wo sie an die quarzitisch ausgebildete Übergangszone von Verrucano und Röidolomit, sog Mürtschendecke gebunden sind. In diesen Vorkommen worden nur unwesentliche Arbeiten von den Alten ausgeführt. Am südwestlichen Abschluss des Mürtschenalptales ist unterhalb der Heubodenalp am Sivellen ein ähnliches Erzvorkommen in alter Zeit durch einen kurzen Stollen und ein Gesenke angehauen worden. b). Das gangförmige Erzvorkommen. Der Kupfererzgang der Mürtschenalp setzt im tieferen, der Glarnerdecke zugehörigen Verrucanokomplex auf. Er streicht ebenso wie sein Nebengestein SW-NE, fällt aber nach S mit 40-50° ein und stellt somit einen echten Gang dar. Er wurde an drei Orten, den Gruben "Erzbett", "Hauptgrube" und "Kalttal" durch Stollen und Schächte angefahren. Oberflächlich mit dem sekundären Kupfererz Malachit ausbeissend, ist der Gang nur in der Nähe der Gruben konstatiert worden. Trotzdem darf wohl angenommen werden, dass die drei genannten Abbaue auf ein und derselben Gangspalte aufsetzen. Die Mächtigkeit des Ganges variiert mit seiner mineralogischen und strukturellen Beschaffenheit. Die eigentliche Gangmasse wird durch einen gelblich-weissen bis rötlich gefärbten körnig bis kristallinisch ausgebildeten Dolomit gebildet. Die scharf vom Verrucano getrennte Gangmasse kann bis 0,5 m Mächtigkeit erreichen. Meist fehlen aber die Salbänder, der Gang löst sich in ein verzweigtes Trümmernetz auf, das mehrere Meter mächtig werden kann. Der Gang-Dolomit kann in diesem FaIle immer mehr schwinden und schliesslich auch ganz aussetzen, ohne dass aber deshalb die ihn begleitenden Erze auch fehlen müssen. Die letzteren finden sich dann eingelagert im sog. "grauen Gebirge", welches einen metamorphosierten Verrucano darstellt, der seine rote Farbe vollkommen verloren hat und nun grau-grünlich ist. Im Ganzen scheint der Dolomit für die Erzführung in quantitativer und qualitativer Hinsicht günstiger zu sein als das "graue Gebirge". Das für die Gewinnung wichtigste Erz im Dolomit oder im "grauen Gebirge" ist das silberhaltige Buntkupfererz. Es lassen sich je nach der Gangart zwei Erzvarietäten unterscheiden: a). Schwärzlich-blaues, reicheres Buntkupfererz-Kupferglanz-Gemenge mit bis zu 70% Cu und 0,60 % Ag, welches vorwiegend an den Dolomit gebunden auftritt. b). Rötliches, ärmeres Buntkupferez mit bis 52 % Cu und 0,11 % Ag, welches vorzugsweise dem "grauen Gebirge" eingesprengt ist. Der Silberreichtum ist hauptsächlich durch den Gehalt an gediegenem Silber in Form blättchenförmiger Einsprengungen in feinen Haarspalten des Erzes bedingt. In grösserer Tiefe, teilweise schon 15 m unter dem Ausgehenden, tritt an Stelle von Buntkupfererz ein Kupferkies mit 30 % Cu und 0,05 % Ag auf; ebenso stellt sich Pyrit ein. Die alten bergmännischen Arbeiten. Der westlichste Grubenbau Erzbett liegt auf 1810 m ü. M. Der Gang wurde in zwei Sohlen auf 80 m Länge verfolgt. In einer Entfernung von ca. 300 m nach NE befindet sich, ca. 1760 m ü. M., die Hauptgrube, durch welche der Gang mit vier Strecken auf 180 m Länge aufgeschlossen wurde. Die östlichste Grube, Kalttal, liegt ca. 1100 m von der Hauptgrube entfernt auf Kote 1620 und hat 130 m aufgefahrene Ganglänge. Die aufgeschlossene Tiefe des Ganges im Einfallen übersteigt nirgends 30 m. Man ist bis in die rein-primäre Zone (Kupferkies) und in die Zementationszone gelangt. Ganz allgemein darf ausgesprochen werden, dass die Arbeiten auf der Mürtschenalp so lange reiches Erz erschlossen haben, als sie sich in den mit Kupfer und Silber sekundär angereicherten obern Teilen bewegten. Im Verlaufe der Jahre 1854-62 wurden auf den Gruben Erzbett und Hauptgrube (die Arbeiten auf der Grube Kalttal beschränkten sich auf die Erschliessung) im Ganzen 770 m2 Gangfläche abgebaut mit durchschnittlich 1,1 t Roherz pro m2. Die totale Förderung betrug 874 t, woraus nach der Handscheidung 23 t Scheideerze mit durchschnittlich 17,6 % Cu und 0,073 % Ag, ferner 485,5 t Roherze mit ca. 2,0 % Cu gewonnen wurden. Die nasse Aufbereitung lieferte aus den obigen 484,5 t Pocherzen 44,3 t Schliche mit durchschnittlich 13,5 % Cu und 0,063 % Ag. Aus 5 t Fördergut liessen sich demnach gewinnen: 0,12 t Scheideerze und 3 t Pocherze, welche im Ganzen 0,36 t verkäufliche Schmelzerze mit durchschnittlich 14,90 % Cu und 0,067 % Ag ergaben, . wofür die Brixleggerhütte (Tirol) Fr. 1100 pro Tonne bezahlte. Die Kosten für den Abbau, die Aufbereitung und den Transport betrugen aber allein schon Fr. 1600 pro Tonne Schmelzerze. Der gesamte Erlös der verkauften Erze belief sich auf ca. Fr. 25’000, während die Kosten für Untersuchungs- und Ausrichtungsarbeiten, für Abbau, Handscheidung und nasse Aufbereitung Fr. 102’352 betrugen. Bei Unterstafel waren Wohnhäuser und ein Pochwerk aufgestellt. Die Kupfererze der Mürtschenalp sollen bereits im 14. Jahrhundert von Baslern erschürft worden sein. Spätere Versuche, dort Bergbau zu treiben, fallen in die Jahre 1608, 1723, 1834 und 1849. Neue Erschliessungsarbeiten. Im August 1916 begann die Firma "Gustav Weinman' mit den Untersuchungs- und Erschliessungsarbeiten, um festzustellen, ob in den alten Bauen abbauwürdige Erze noch vorzufinden seien. Diese Untersuchungen beschränkten sich auf "Hauptgrube" und "Erzbett", während die Baue vom "Kalttal" nicht aufgewältigt wurden, da diese Grube, obwohl früher von dort die reichsten Erze kamen, eine grosse Zahl von Verwerfungen und dementsprechend die unregelmässigste Gangbildung aufweist. In der "Hauptgrube" beschränkten sich die Arbeiten auf das Ausräumen der alters Stollen, da der am Ausbiss bis 2 m mächtige, Gang nur bis zur Tiefe von einigen Metern abbauwürdige Erze enthielt. Ausserdem wurde der Hauptstollen um 35,5 m verlängert. Auf "Erzbett" wurde der alte tonnlagige Schacht der untern Sohle entwässert. Er besitzt eine Tiefe von 27 m und erschliesst das Erz ca. in 10 m Tiefe, wo sich dasselbe als Buntkupfererz in Schnüren von höchstens 5 cm Mächtigkeit zeigt. Etwa 37 m unter der tiefern alten Sohle (Kote 0) ist ein Querschlag (Kote 36,7) vorgetrieben worden, der 142 m ab Mundloch die Erzmittel hätte anschlagen sollen, jedoch trotz seiner Verlängerung bis auf 181 m den Erzgang nicht erschloss. Zu erwähnen sind noch vier neue Stollen von 4 m, 81 m, 3 m und 11 m Länge, welche auf "Feldried", ca. 200 m unter "Hauptgrube" angelegt wurden. Die Installationen bestanden aus einer kleinen, durch einen Benzinmotor angetriebenen Kompressorenanlage, welche die Bohrluft für den Vortrieb der Stollen lieferte. Um die Höhenstufe Merlen-Spon (425 m) zu überwinden, ist eine Seilbahn erstellt und mangels elektrischer Energie ebenfalls mit einem Benzinmotor betrieben worden. Im Herbst 1918 wurden die Arbeiten eingestellt und die Installationen abgebrochen. |
Mineralien | - Adamit: (Adamin). Winzig, nadelig, auch als Pseudooktaeder ausgebildet, bis 0.4 mm. - Azurit: rasenartig, kleinste Kristalle, in Drusen und Rissen. - Betekhtinit: klein, unregelmässige Körner, aus dem Gangdolomit der Hauptgrube (Bächtiger, 1963). - Bornit: (Bächtiger, 1963). Als eingewachsenes, feines Erzmineral, schwarz, wenn frisch mit rötlichem Stich. - Brannerit: feinkörnig eingesprengt, in Uranvererzungen. - Brochantit: lose Büschel, bis 1 mm. - Calcit: - Chalkophyllit: smaragdgrün, sechseckig, tafelig, rasenartig, kleine Plättchen, durchsichtig wenn bergfrisch, sonst hell, milchig, trüb, mm-gross (Schmutz et al., 1982). - Chalkopyrit: - Chalkosin: unregelmässig mit Bornit verwachsen, randlich in Covellin übergehend. - Covellin: am Rand des Chalkosin, diesen verdrängend, derb, keine freistehenden Kristalle (Bächtiger, 1963). - Cyanotrichit: dünne Krusten, hellblau, feine radialstrahlige Struktur. - Euchroit: intensiv smaragdgrün, ähnlich dem Brochantit, scharfkantig, typisch orthorhombische Ausbildung, teilweise radialstrahlige Aggregate, bis 3 mm Durchmesser, neben Cyanotrichit und anderen Mineralien (Schmutz et al., 1982; Woodtli, Disch, 1996). - Kasolit: (Hofmann, 1995). - Linneit: - Malachit: bis 2 mm, nadelig, aggregiert. - Metazeunerit: dunkelgrün, gelblichgrün bis flaschengrün, glasklar, hauchdünne Tafeln aber auch dicktafelig, fächer- bis rosettenartige Aggregate oder wirre Anordnung, auf Rissflächen, 8-eckig, nebst Basis- und Prismenflächen auch Pyramidenflächen enthaltend. - Mimetesit: klein, bis 1 mm, radialstrahlig aggregiert (Schmutz et al., 1989). - Olivenit: nadelig, radialstrahlig-kugelig, bis 1 mm, auch als dichte Rissfüllungen. - Pharmakosiderit: in der Uranvererzung, orangegelb, krustig oder in kugeligen Aggregaten, bestehend aus kleinsten Würfelchen (Woodtli, Disch, 1966). - Quarz: - Silber: mikroskopisch in Kupfererzen. - Strashimirit: hell bläulichgrün bis hell gelbgrün, krustig, radialstrahlig aggregiert, klein (Schmutz et al., 1982). - Stromeyerit: körnig bis lamelliert, teilweise sind Kristallflächen sichtbar, gerne neben Kupferglanzmineralien (Bächtiger, 1963). - Tennantit: dicht verwachsen mit Chalkopyrit, auch mit Bornit, Chalkosin, Covellin (von diesem verdrängt) (Bächtiger, 1963). - Tirolit: blaugrün, radialstrahlige rosettenförmige Aggregate, bis 3 mm Durchmesser (Schmutz et al., 1982). - Uraninit: - Uranophan: (Burkhard, 1982). - Wittichenit: festgestellt in Erzanschliffen (Bächtiger, 1963). |
LNr | 034. |
Fundort | GL / Bifertengletscher |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'715’910 / 1'186’450 |
Literatur | - Hügi, Theodor; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1941; Band 21; Heft 1; Seite 1 - 120; Zur Petrographie des östlichen Aarmassivs (Bifertengletscher, Limmernboden, Vättis) und des Kristallins von Tamins - Parker, R.L. / 1’Quervain, F. de / Weber, F.; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1939; Band 19; Heft 2; Seite 30; Über einige neue und seltene Mineralien der Schweizeralpen. |
Bemerkungen | Die Koordinaten zeigen auf die Gletscherzunge, Stand ca. 2010. Muskovitaplit in der Kontaktzone am Gletscherende (Stand um ca. 1938): Die in Frage stehende Kontaktzone umfasst Anstehendes am Bifertengletscherende selbst und links und rechts zu dessen linken Seitenmoräne. Einmal treten überall in der Kontaktzone meist schmale Quarz-Chlorit-Zerrklüfte auf. Die Gänge dagegen, welche Quarz, Calcit und Chlorit führen, lassen sich auf mehrere m hin verfolgen. Soweit die Aufschlussverhältnisse eine Beurteilung erlauben, handelt es sich um Gänge und nicht um Zerrklüfte. Ihre Mächtigkeit schwillt bis zu 70 cm an und nimmt nach einigen m wieder auf wenige cm ab. Quarz und Chlorit kommen zusammen in den breiten Gangbereichen, Quarz und Calcit dagegen in den schmalen Partien vor. Die klar und flächenarm (hex. Prisma, Rhomboeder; Trapezoeder nur sehr klein und selten) ausgebildeten Quarzkristalle der breiten Gangpartien werden bis zu 13 cm lang und 8 cm dick. Daneben sind bedeutend kleinere Individuen (wenige cm) recht zahlreich. Diese hydrothermale Quarz-Calcit-Chlorit-Paragenese dürft am ehesten mit der tertiären Alpenfaltung im Zusammenhang stehen. |
Mineralien | - Calcit: - Chlorit: - Quarz: bis 13 cm. |
LNr | 035. |
Fundort | GL / Elm |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'732’035 / 1'197’808 |
Literatur | - Hilzinger, R.; Schweizer Strahler; 1983; Seite 314-316; Die Altherren-Kluft |
Bemerkungen | Näheres zum Fundort ist leider nicht aufgeführt. Die Koordinaten zeigen auf Elm. |
Mineralien | - Axinit-(Fe): auf Stufen, bis 15 mm, braunviolett (Hilzinger, 1983). - Ferroaxinit: auf Stufen, bis 15 mm, braunviolett (Hilzinger, 1983). - Quarz: |
LNr | 036. |
Fundort | GL / Elm, Alp Camperdun (Westrand), Camperdun Unterstafel (westlich), Fahnenstock |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'733’200 / 1'198’530 |
Literatur | - Oberholzer,J.; 1933; Geologie der Glarneralpen; Neue Folge, 28. Lieferung des ganzen Werkes 58. Lieferung 1.Textband, Seite 424 |
Bemerkungen | Die Koordinaten zeigen auf das Gampertuner Stäfeli. Beim Aufstieg von Elm nach dem Fahnenstock (2168 M.) trifft man am Westrande der Alp Camperdun 7-4 verschiedene Nummulitenbänke an, die durch Schieferlagen von wechselnder Mächtigkeit getrennt sind. Die tiefste Nummulitenbank liegt dort etwa 150 m über den obersten Dachschiefern. Sie zeigt westlich von Camperdun Unterstafel von unten nach oben folgende Schichtreihe: 1. 1 Meter dunkel rostbraun anwitternder, dunkelgrauer bis grünlichgrauer, körniger, glaukonitreicher Kalk mit vielen weissen Körnchen, auf Kluftflächen viele wasserklare Quarzkriställchen. 2. 1.1 Meter dunkelgrauer, glaukonithaltiger, körniger Kalk mit rostbrauner und ockerfleckiger Anwitterungsfläche, reich an feinen Glimmerschüppchen, ganz erfüllt von vorwiegend kleinen Nummulinen und Orthophragminen; einzelne Spondylus. Auf Querklüften viele wasserklare Quarzkriställchen. |
Mineralien | - Quarz: |
LNr | 037. |
Fundort | GL / Elm, Alpli, Alplispitz |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'730’300 / 1'195’400 |
Literatur | - Wanner, R. & Brönimann, U.; Schweizer Strahler; 1977; Seite 298-310; Titanoxid-Mineralien aus dem Flysch der Glarneralpen |
Bemerkungen | Aus der Flyschzone der Glarneralpen. In Flyschsandsteinbänken, gerne im Kontakt zu weicheren, dunkelgrauen bis schwarzen Tonschieferschichten.- Albit: Als Ueberzug in Kristallen bis max. 5 mm, tafelig, milchig durchscheinend, verzwillingt nach dem Albitgesetz. |
Mineralien | - Anatas: schwarzglänzend, mit leicht tonnenförmigem Habitus, bis 5 mm. - Brookit: in beachtlicher Grösse, hervorragender Glanz, in vielen Farbvarietäten, bis 2 cm. - Calcit: sehr oft vertreten, als flachrhomboedrische bis faustgrosse, rosettenartige Paralellverwachsungen, auch Normalrhomboeder. - Chalkopyrit: nur akzessorisch, in kleinen kugeligen Massen, auch als gut ausgebildetes Kluftmineral, bis 5 mm. - Chlorit: - Fadenquarz: - Limonit: als Ueberzug auf dem Quarz. - Quarz: bis 8 cm, häufig, sehr klar, mit Dauphiné-Habitus. - Rutil: selten, klein, bis 2 mm. |
LNr | 038. |
Fundort | GL / Elm, Bergligrat |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'728’250 / 1'200’520 |
Literatur | - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 344 |
Bemerkungen | Die Klüfte sind im Quarzporphroid zu finden. |
Mineralien | - Quarz: bis 1 cm, mit bräunlichgelbem Belag. Bambauer et al. (1962) bestimmte den Quarz als sogenannten Lamellenquarz. |
LNr | 039. |
Fundort | GL / Elm, Kärpf, Kärpfscharte, Chärpfscharte |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'726’070 / 1'197’660 |
Literatur | - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 344 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 333 |
Bemerkungen | Während im Mineralienlexikon die Fundortbezeichnung lediglich mit 'Kärpf' angegeben wird, erwähnt Parker das Fundgebiet mit 'Kärpfscharte, auf der Seite gegen das Sernftal' etwas genauer (also südlich der Scharte). Die Koordinaten zeigen auf die Kärpfscharte (heute Chärpfscharte). Die Klüfte sind im Quarzporphroid zu finden. |
Mineralien | - Quarz: reichlich, glasklar, bis 1 cm. |
LNr | 040. |
Fundort | GL / Elm, Mittagshorra, Mittetagshorn, Mittetaghorn, Mittaghorn |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'732’400 / 1'195’400 |
Literatur | - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 229 - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 344 |
Bemerkungen | Am Grat gegen das Zwölfihorn liegt, ca. 2.6 km südlich von Elm, das Mittagshorra. An diesem Berg sind sehr ausgiebige Vorkommen von Quarz ausgebeutet worden. |
Mineralien | - Chlorit: als Einschlüsse im Quarz. - Phantomquarz: - Quarz: sehr ausgiebig, bis grössere Gruppen, auch Einzelkristalle, glänzend, wasserhell, zum Teil mit Einschluss von schwarzem Chlorit. |
LNr | 041. |
Fundort | GL / Elm, Sernftal, Steinibach |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'729’634 / 1'198’072 |
Literatur | - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 36,86 |
Bemerkungen | Aus dem Flysch, genauere Angaben fehlen. Evtl. könnte es sich um die im Mineralienlexikon erwähnte Angabe 'Steinibach' handeln. |
Mineralien | - Albit: - Anatas: - Brookit: bis 2 cm, mit typischen dunklen Bereichen, teilweise schon in Rutil umgewandelt. - Calcit: - Chalkopyrit: - Quarz: zum Teil mit kettenbildenden Brookiteinschlüssen. - Rutil: |
LNr | 042. |
Fundort | GL / Elm, Sernftal, Sunnenhörnli |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'732’990 / 1'205’640 |
Literatur | - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 272 |
Bemerkungen | Aus einem Uranvorkommen. |
Mineralien | - Meta-Autunit: viereckig-tafelig, glimmerähnlich (Dietrich, 1982). |
LNr | 043. |
Fundort | GL / Elm, Sernftal, Särnftal, Engi, Plattenbruch, Landesplattenberg, Brämenloch, Altmannloch, Gigerloch, Altenberg, an der Eck, Engi-Hinterdorf, Schwarzkopf (Schieferbergbau ) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'730’430 / 1’20’4870 |
Literatur | - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1992/2; Heft 60; Seite 8-12; Der Schieferbergbau in der Schweiz. Die Koordinaten zeigen auf Engi. |
Bemerkungen | Den in den mächtigen anstehenden Flyschformationen enthaltene Tonschiefer konnte man in hervorragender Weise als Bedachungsmaterial wie für die Verarbeitung zu Tischplatten und Schiefertafeln verwenden. Die Ausbeutung der Gesteinslager setzte schon im Spätmittelalter ein. Sie steigerte sich mit der Verbesserung der Fabrikation und nahm im 19. Jh., als die Eisenbahnen aufkamen und den Absatz nach auswärts erleichterten, einen immer grösseren Umfang an. Wann der Schieferabbau im Sernftal begonnen hat, ist ungewiss. Man ist dabei auf Vermutungen und einige nicht unbedeutende Hinweise angewiesen. Es darf angenommen werden, dass der vom deutschen Arzt und Naturforscher Valerius Cordus anno 1544 als "schwarzer Marmor" bezeichnete Sernftal- Schiefer, schon in recht früher Zeit gebrochen worden war. In die gleiche Richtung weist der seinerzeitige Fund römischer Münzen in der Gegend des Der Archäologe Prof. Jakob Heierli (1853 - 1912), vertrat in diesem Zusammenhange die Auffassung, der Sernftaler Schiefer sei schon in römischer Zeit, vor 2000 Jahren also, bekannt gewesen und wohl auch gelegentlich für Bauzwecke verwendet worden. Urkundlich wird der "Plattenbruch im Särnftal" erstmals im Ratsprotokoll vom 30. Oktober 1565 erwähnt. Gesellen von Diessenhofen waren eingeklagt worden, weil sie "unerlaupt myner Herren" Schiefer gegraben hatten. Aus den vorhandenen Berichten darf geschlossen werden, dass bis um 1700 vorwiegend im Tagbau gearbeitet worden war. Beim Abbau, der eher zufällig und keinesfalls systematisch erfolgte, galten ähnliche Rechtsgrundsätze wie beim Wildheuet. Hatten die Angehörigen einer Sippe an einer Stelle zu graben begonnen, so konnte ihnen der Platz nicht mehr streitig gemacht werden. Die Grube oder das "Loch" verblieb in der Regel bei der Familie. So mögen die Bezeichnungen "Brämenloch", "Altmannloch" und "Gigerloch" entstanden sein. Mit dem Untertagbau in Stollen wurde im "Altenberg", dem nördlicheren Teil des Plattenberges, begonnen. Der tiefer gelegene Bruch "an der Eck" wurde erst später eröffnet. Der besonders feine und weiche Schiefer, der für Schreibtafeln besonders gut Verwendung fand, muss im "Altenberg" gewonnen worden sein. Neue Impulse erhielt der Schieferabbau mit dem Bau der ersten Talstrasse. Um 1840 waren in den Brüchen rund 150, im Magazin im Tal, weitere 40-50 Mann als Tafelfasser, Schaber oder Griffelmacher beschäftigt. Da die Plattenhändler von Engi meistens Wirte waren, kamen viele Schieferarbeiter in Versuchung, den sauer verdienten Erlös in Schnaps umzusetzen. Pfarrer Jakob Heer von Matt erkannte die daraus entstehenden sozialen Folgen und setzte beim Rat durch, dass der Plattenberg im Jahre 1832 - gegen den Einspruch des Tagwens Engi – als Landesregal erklärt und einer durch das Land ernannten Verwaltung unterstellt wurde. Dem Versuch der Landesbehörde, das den Plattenberg in Engi-Hinterdorf geltende Regalrecht auf die übrigen Schiefervorkommen auszudehnen, war kein Erfolg beschieden, beschloss doch die Landsgemeinde 1857 auf Antrag eines Tagwensbürgers von Engi, der ausserhalb des Landesplattenberges gebrochene Schiefer sei als Privateigentum zu betrachten. Langwierige Rechtsstreitigkeiten ergaben sich auch um die Schieferlager am "Schwarzkopf" südlich des Landesplattenberges. In dem bis vor Bundesgericht getragenen Streitfall, 1877, wurde aufgrund von geologischen Expertisen der Professoren Heim, Zürich und Bachmann, Bern, entschieden, dem Tagwen Engi das Recht zuzuerkennen, die Schieferlager auszubeuten - und nicht dem Lande Glarus. Der ab 1921 vom Land im Pachtbetrieb geführte Schieferbruch ging 1950 ins Eigentum des Tagwens Engi über. Seit 1961 ist der ehemalige Landesplattenberg gänzlich stillgelegt. Der Schieferbergbau und der Bergsturz von Elm: Unglücklicherweise ging man bei der Gewinnung des Schiefers ohne richtige Kenntnisse des Felsmechanismus und ohne gebotene Vorsichtsmassnahmen zu Werk. Der Geologe Albert Heim, der nach der Katastrophe des Bergsturzes von Elm die Unglücksstelle besuchte, erblickte die Ursache des Bergsturzes in der "Unterhöhlung des steilen Flyschgehänges mit bergeinwärts-fallender Schichtung und Schieferung durch Ausbeute der Schiefer". In der Tat grub man über die Breite des Berges in dessen Inneres hinein, schräg abwärts entsprechend dem Fallen des Schiefers, doch unterliess man es, das unterhöhlte und überhängende Gebirge durch Felsstützen vor dem Abgleiten zu sichern. Der horizontale Spalt erstreckte sich bis auf eine Höhe von 1881 m ü. M. auf 180 m . 65 m griff er nach Heim in den Felsen hinein. Das war die Ursache des Bergsturzes von Elm. Ueber dem Schieferbruch bildete sich allmählich eine Sackung mit halbkreisförmigem oberen Rand. Auch in dem grossen künstlichen Spalt zeigten sich Felsbewegungen, die durch Sprengungen noch gefördert wurden. Vereinzelt abstürzende Blöcke, dazu kurz vor dem Absturz ein eigentümliches Getöse im Berg, hätten auf die Gefahr aufmerksam machen müssen. Als fast einziger erkannte - einen Tag vor dem Unglück - der Sernftaler Kreisförster Marti aus Matt die Bedrohung und wollte das Elmer Unterdorf evakuieren lassen. Seine Warnungen wurden jedoch in den Wind geschlagen. Am 11. September 1881, am Sonntagnachmittag, stürzte der Plattenberg in die Tiefe und zerstörte den Bergwerksbetrieb, einen Teil von Elm mit 22 Wohngebäuden, 50 Scheunen und Ställen und vernichtete 114 Menschenleben. Aus der Steinwüste ist in jahrzehntelanger Arbeit wieder schönes Weideland geworden, der Tschingelwald steht wieder, und die Narbe am Berg wird von Jahr zu Jahr unauffälliger. Erst 1890 wurde die Schiefergewinnung in Elm fortgesetzt. Der Abbau erfolgte jetzt nach fachmännischem Rat mittels Stollenbau. Das Schiefergeschäft gedieh zusehends und bot ungefähr 100 einheimischen Arbeitern wieder einen regelmässigen Verdienst. Diese neue Blüte hielt bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges an. Am nachfolgenden Niedergang war aber nicht der Krieg, sondern waren die erschöpften Lager schuld. 1936 stellte die 'Schieferbruch AG' den Betrieb endgültig ein. |
Mineralien | - Tonschiefer: |
LNr | 044. |
Fundort | GL / Glärnisch |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'718’300 / 1'207’740 |
Literatur | - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 110,350 |
Bemerkungen | / |
Mineralien | - Chamosit: aus einer schwachen Eisenvererzung. - Riebeckit: |
LNr | 045. |
Fundort | GL / Guppenalp, Chölloch (Kupfererz) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'721’650 / 1'206’060 |
Literatur | - Zimmermann, Pascal & Zimmermann, Kaspar & von Arx, Rolf & Schindler, Conrad; Minaria Helvetica; 2000; Heft 20a; Seite 3-48; Das Bergwerk Guppenalp Kanton Glarus |
Bemerkungen | Dr. Armin Baltzer erwähnt 1873 in 'Der Glärnisch': "Südlich der Eisenlöcher fand ich in etwa 10 Minuten Entfernung, an einem Querpfad noch unter 1117 m ü. M., viel radialfaserigen Malachit und Magnetkies in zum Sernifit gehörigen Quarzit eingesprengt." Gemeint sind hier die unter Guppenalp, Isenberg (siehe dort) beschriebenen Eisenerzabbaue. Die wichtigsten Bergwerksdaten von Guppen: 1524/25: erste Kunde über das Vorkommen von metallhaltigen Erzen auf Guppen (Cu/Ag), worauf Grabungen und Abbauversuche unternommen wurden. 1527: berät die Landsgemeinde vom 1.März ein Bergwerksgesetz (Berghoheit). 1530: wird einer sich bildenden Eisenbergwerksgesellschaft eine Konzessionsurkunde durch den Rat ausgehändigt. 1538: werden die Rechte und Pflichten innerhalb der Bergwerksgesellschaft verbrieft. 1545: Mitteilung der Bergwerksleute gemäss Ratsprotokoll über die Unrentabilität des Bergwerks und Gesuchstellung über die Rückgabe oder das Recht, Weiterverkaufsverhandlungen zu führen. 1547: Streit zwischen Schmelzknechten gemäss Ratsprotokollauszug vom 1. September. 1550: Schlimme Klagen über die Eisenerzeugnisse aus dem einheimischen Eisen gehen ein (Ratsmandat). 1563: fanden Verhandlungen mit Augsburger Herren (Fugger?) über den Verkauf des Bergwerkes statt. Vermutlich jedoch ohne Erfolg. Weitere Meldungen oder Aktenstücke aus späterer Zeit sind nicht bekannt. |
Mineralien | - Kupfererz: - Malachit: radialfaserig. - Pyrrhotin: |
LNr | 046. |
Fundort | GL / Guppenalp, Heuberge, Vrenelisgärtlis (Südostabhang) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'720’870 / 1'206’480 |
Literatur | - Oberholzer, J.; 1933; Geologie der Glarneralpen; Neue Folge, 28. Lieferung des ganzen Werkes 58. Lieferung 1.Textband, Seite 273 |
Bemerkungen | Auf der Terrasse von Heuberge (Guppenalp) am Südostabhang des Vrenelisgärtlis ist der knollige gelbfleckige untere Schiltkalk 2-2,5 m mächtig und enthält Belemniten und einzelne Ammoniten. Darüber folgen etwa 5m Schiltschiefer und 10-15 m oberer Schiltkalk. Letzterer ist infolge reichlicher bräunlicher Tonhäute von flaserig-knolliger bis schiefriger Textur, durch nach oben spärlicher werdende Mergellagen in 30-60 cm dicke Bänke geteilt und enthält oft kleine Pyritkristalle. |
Mineralien | - Pyrit: |
LNr | 047. |
Fundort | GL / Guppenalp, Schwändi, Isenberg, Eisenlöcher (Erzabbau) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'721’650 / 1'206’600 |
Literatur | - Feldmann, Mark; Der Eisenerzabbau im Kanton Glarus.- Zimmermann, Pascal & Zimmermann, Kaspar, & von Arx, Rolf & Schindler, Conrad; Minaria Helvetica; 2000; Heft 20a; Seite 3 - 48; Das Bergwerk Guppenalp im Kanton Glarus - Zimmermann, Jakob; Bergknappe; 1982/2; Heft 20; Seite 17-20; Auf Entdeckungen im alten Eisenbergwerk auf Guppen im Kanton Glarus |
Bemerkungen | Die Eisenerze auf Guppen wurden wahrscheinlich entdeckt, nachdem ein in der Nähe liegendes Silbervorkommen, das nur für etwa 2 Jahre von 1524-26 ausgebeutet wurde, erschöpft war. Im Jahr 1527 beschloss die Landsgemeinde, das Abbaurecht zur Erzausbeutung im ganzen Land Glarus für sich in Anspruch zu nehmen. Privaten Grundbesitzern war somit das Recht auf Ausbeutung von Erzvorkommen auf eigenem Grund und Boden entzogen und Glarner Landleute konnten beim Land Glarus um Abbaukonzessionen auf fremden Boden nachsuchen. Ab ca. 1530 begann ein unregelmässiger Eisenabbau, bis 1538 eine "Gesellschaft zur Ausbeutung der Eisenerzvorkommen auf der Guppenalp" gegründet wurde. Bereits einige Jahre später wurde aber klar, dass die Erzausbeute nicht den erhofften Gewinn brachte. Aus diesem Grund stellten im Jahre 1545 einige Gesellschafter das Ansuchen an die Landsgemeinde, 'dass das Land das Werk entweder wieder zu Handen nehmen oder aber den Teilhabern bewilligen sollte, Anteile davon auch an nicht im Lande wohnhafte Interessenten zu verkaufen.' In der Folge beschloss die Landsgemeinde, den Verkauf von Anteilen an nicht im Lande wohnhafte Käufer unter Kontrolle von Landamman und Räten zu erlauben. Offensichtlich hatte das Bergwerk nie einen Gewinn abgeworfen und stellte seinen Betrieb um 1560 ein. Grube I: Diese Grube ist gut zugänglich und nur ca. 60 Meter vom Alpweg entfernt. Das Mundloch hat ein Ausmass von ca. 2 x 2 Meter, die Stollenlänge beträgt ca. 52 Meter. Grube II: Sie ist von der Alphütte auf dem Guppen-Mittelstafel (1233 m ü. M.) in südwestlicher Richtung, als Schlitz von 20 Meter Breite und 3 Meter Höhe in der Isenbergwand gut sichtbar (von Koordinate 2'722'000 / 1'207’200 aus). Das Mundloch liegt auf 1335 m ü. M. Die beiden Stollen (Grube I und Grube II) liegen ca. 85 Meter auseinander. Eine grössere Abhandlung über diese Bergbauaktivitäten kann dem Heft Minaria Helvetica; 2000, Heft 20a entnommen werden. |
Mineralien | - Eisenerz: |
LNr | 048. |
Fundort | GL / Limmerental, Muttensee, Muttsee |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'720’700 / 1'191’500 |
Literatur | - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 229 - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 344 |
Bemerkungen | Im Tavayannazsandstein in zahlreichen kleinen Zerrklüftchen. Diese sind vor allem dort zu finden, wo das Gestein in mächtigen Bänken vorliegt. Die Kluftwände sind mit klaren und gut ausgebildeten Quarz- und Calcitkristallen überzogen. |
Mineralien | - Calcit: - Epidot: selten zu finden. - Laumontit: - Quarz: klein, klar, in guter Ausbildung. |
LNr | 049. |
Fundort | GL / Linthal, Baumgartenalp, Limmerensee (Zugangsstrasse Staudamm Limmernsee) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'720’200 / 1'188’500 |
Literatur | - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 342 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 98 - Stalder, H. A. & Wenger, Ch.; Schweizer Strahler; 1988; Seite 45-82; Scheelit aus dem Aar- und Gotthardmassiv |
Bemerkungen | Südöstlich von Linthal. Die Koordinaten zeigen auf den Limmernsee.- Calcit: In senkrechten Kluftspalten, milchig, weiss, bis 10 cm grosse Skalenoeder. |
Mineralien | - Scheelit: im Bänder-Amphibolith. Feinkörnig, nachgewiesen mit der Fluoreszenzlampe. |
LNr | 050. |
Fundort | GL / Linthal, Nüschenstock |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'720’420 / 1'192’040 |
Literatur | - Quervain, F. de; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1928; Band 8; Heft 1; Seite 1 - 86; Zur Petrographie und Geologie der Taveyannaz Gesteine Nüschenstock |
Bemerkungen | Im Profil des Nüschenstocks wies die 2 m mächtige Bank Nr. 17 ganz regelmässig im Abstande von 1/2 bis 2 m, meist 1 m, schöne Zerrklüfte auf. Meist sind die Kluftwände mit vorzüglich ausgebildeten klaren, aber kleinen Quarz- und Calzitkristallen überzogen. Stellenweise findet sich auch Epidot. Vereinzelt sind die Klüfte mit Chloritsand ausgefüllt. Laumontit ist ebenfalls Kluftmineral. Mächtigkeiten: Nüschenstock 120 m Mächtigkeiten: Dürrenberg 120 - 150 m; Bundalp 100 - 150 m; Ober-Oeschinen 100 m; im untern Kien- und Kandertal mehrere 100 m (sicher sekundär). Taveyannaz Gesteine: gute Aufschlüsse bieten Dürrenberg, Bundalp und Dündengrat. |
Mineralien | - Calcit: klein. - Quarz: klein. |
LNr | 051. |
Fundort | GL / Schwanden, Guppenfirst (Grat), Nidfurner Turm (Grat) |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'721’810 / 1'206’860 |
Literatur | - Schindler, Conrad Max; Zur Geologie des Glärnisch (PROMOTIONSARBEIT); 1959; Seite 30 |
Bemerkungen | In der Axen-Decke südlich der Guppenruns sind innerhalb des oberen Quintnerkalkes mehrere staubig-hellgrau anwitternde Bänder von höchstens 6 m Mächtigkeit eingelagert. Meist findet sich über einer scharfen Untergrenze eine feinbrecciöse Partie mit dunkeln Trümmerchen, worauf stark dolomitische Lagen folgen. Es finden sich aber oft auch nur schwach dolomitische Bänder oder gar normaler Quintnerkalk mit dolomitisierten Fossilien (z. B. am Aufstieg von Guppen zum Vrenelisgärtli, zwischen Heuberge und Mittelstock, auf 1930 m). Je mächtiger der Horizont, umso heller wird allgemein auch die Farbe, und umso höher steigt der Dolomitgehalt, der in den untersuchten Schichten den Kalk aber nirgends ganz zu verdrängen vermag. Einschlüsse von schneeweissen Calcitaggregaten sind häufig und können sich in extremen Fällen zu prächtigen, wasserklaren Kristallen von bis 2 cm Grösse entwickeln (Grat zum Nidfurner Turm westlich des Guppenseelis) Eine tektonische Entstehung ist in den meisten Fällen ausgeschlossen, da es sich um fleckenförmige unregelmässig begrenzte, unter sich nicht verbundene Vorkommen handelt, welche bei ungestörter Lagerung das hellbraune Gestein der Einbettungsmasse beeinflussen Der Merkwürdigkeit halber sei auch ein schmales Band von dunkelm «Sandstein» mit weissen Calciteinschlüssen von der Flanke des Guppenfirstgrates auf 1990 m erwähnt, welcher eine gewisse äussere Ähnlichkeit mit einem vulkanischen Tuff aufweist Nach der Auflösung in Salzsäure blieben jedoch nur eine grosse Zahl von prächtigen, ldiomorphen Quarzaggregaten übrig, welche sicher autigenen Ursprungs sind. Koordinaten auf Guppenfirst (Grat). |
Mineralien | - Calcit: selten, bis 2 cm, teils wasserklar. - Quarz: aus dem Calcit herausgelöst (mit Salzsäure). |
LNr | 052. |
Fundort | GL / Spitzmeilen, Krauchtal, Chrauchtal, Schönbühl |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'736’580 / 1'208’970 |
Literatur | - Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866; Seite 43- Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 258 |
Bemerkungen | Die Koordinaten zeigen auf Schönbühl. Am Schönbühl südlich von Spitzmeilen im Krauchthal, Glarus, im Dolomit in Adern oder dünnen Lagen. |
Mineralien | - Chalcedon: feinkristalline Form des Quarzes. Chalcedonquarz, grau bis lilafarbig, stark durchscheinend, im Bruche splittrig, derb, gangförmig im dolomitischen, wahrscheinlich zur Trias gehörigem Kalkstein. |
LNr | 053. |
Fundort | GL / Tödi, Dödischeidecke, Sandalp, Skavrinthal, Skavrintal |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'715’750 / 1'188’720 |
Literatur | - Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866; Seite 44, 289, 392 |
Bemerkungen | Dödischeidecke, Sandalp und Skavrintal können auf der Karte nicht gefunden werden. Bei der Sandalp handelt es sich evtl. um das heutige 'Hinter Sand'. Die Koordinaten zeigen auf diese Lokalität. |
Mineralien | - Chalcedon: auf der Dödischeidecke zwischen der Sandalp und dem Skavrintale. Nierenförmig im Kalkstein auf Dödischeidecke zwischen der Sandalp und dem Skavrinthale. - Magnetit: Oktaeder im Eisenoolith der Sandalp. - Markasit: von der Sandalp. |
LNr | 054. |
Fundort | GL / Wichlenalp, Oberstafel, Leiterberg, Mättlenstock, Wichlenmatt, Hausstock |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Glarus Süd |
Koordinaten, ca. | 2'726’320 / 1'194’880 |
Literatur | - Oberholzer,J.; 1933; Geologie der Glarneralpen; Neue Folge, 28. Lieferung des ganzen Werkes 58. Lieferung 1.Textband, Seite 565 |
Bemerkungen | Die Koordinaten zeigen auf die Wichlenalp (nordöstlich des Haustocks). Die Moränen auf Wichlenalp Oberstafel sind mit den Trümmern eines Felssturzes überschüttet, der sich im Winter 1881/82 hoch oben am Leiterberg unter P. 2420 m ablöste. Die aus Flyschsandstein und Dachschiefern bestehende Felsmasse stürzte zunächst in den vom Abhang des Mättlenstocks herkommenden Bach hinunter, floss durch das Bachbett hinaus nach E, brandete an dem Moränenhügel 1580 m empor und strömte, durch dieses Hindernis abgelenkt, noch eine Strecke weit nordwärts nahe bis zur Einmündung des von Wichlenmatt herkommenden Baches. Die Trümmermasse entwickelte trotz ihrer relativ geringen Dimensionen eine so grosse Beweglichkeit, weil sie stark mit Schnee vermischt war. Unter dem Schutte fallen eine Menge Blöcke auf, die fast ganz aus Bergkristallen zusammengesetzt sind. Es sind Quarzmassen, die grosse Klüfte Flyschsandstein ausfüllten. |
Mineralien | - Quarz: |
LNr | 055. |
Fundort | GL / Auerenalp, Bützistock, Ennetseewen, Gandstock, Kärpfgletscher, Kärpfscharte, Kleinkärpf, Matzlen, Niederental, Ratzmatt, Schwanden, Sonnenberg (Westhang), Tschermannen, Untere Sandalp |
Region | Bezirk Glarus / Gemeinde Haslen |
Koordinaten, ca. | 2’725830 / 1’200680 |
Literatur | - Amstutz, Chr.; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1950; Band 30; Heft 1; Seite 182 - 191; Kupfererze in den spilitischen Laven des Glarner-Verrucano - Bächtiger, Kurt; Schweizerische mineralogische und petrographische Mitteilungen; 1960; Band 40; Heft 2; Seite 279 - 288; Ein neues intramagmatisches Kupfervorkommen in den Keratophyrlaven des Gandstockes (Kt. Glarus, Schweiz) - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 109 |
Bemerkungen | Stalder: In Kupfererzen in den Spiliten des Verrucano. Unterhalb der Hütte Matzlen, auf ca. 1834 m ü. M. Amstutz: Bei der Kartierung der Ergussgesteine des Verrucano im Glarner Freiberg konnte Christian Amstutz an verschiedenen Stellen Kupfererze beobachten. Alle diese Vorkommen treten in den Ergussgesteinen auf. Die Örtlichkeiten sind: - Kleinkärpf (2'726’000 / 1'197’750 / 2650 m ü. M.), - Sonnenberg-Westhang (2'725’850 / 1'199’800 / 2200 m ü. M.), - Gandstock (2'727’650 / 1’20’3600 / 2160 m ü. M.) - Matzlen (2'725’450 / 1'200’500 / 1730 m ü. M.), 50 m westlich unter der Alphütte). An den drei ersten Stellen treten die Erze nur spärlich auf, während sich unterhalb Matzlen eine kleine Lagerstätte befindet). Eine spezielle Untersuchung dieser Erze schien sich deshalb zu lohnen, weil unter den zahlreichen kleinen, wohlbekannten Kupferlagerstätten des Verrucano noch keine in den Ergussgesteinen oder in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft lag). 1). Kleinkärpf-Südwand, Kärpfgletscher, Kärpfscharte: Die Erze am Kleinkärpf sind an Quarzadern im Quarzporphyr gebunden. Sie befinden sich in der Kleinkärpf-Südwand über dem Kärpfgletscher, in Nähe der Kärpfscharte, im obersten, 70 - 80 m mächtigen und 500 - 1000 m langen linsenförmigen Quarzporphyrerguss. Die vorliegenden erzführenden gehören in den Abschluss der magmatischen Phase. Ihre Textur ist eng mit derjenigen des Gesteins verknüpft. Die Adern laufen i.a. parallel zur lagig-schlierigen Fliesstextur der Quarzporphyrlaven. Es können zwei Arten Erzgänge unterschieden werden: - Die eine (1a) führt Hämatit, Kupferkies und Pyrit und vielleicht etwas Magnetit dazu Quarz und Chlorit als Gangart (makroskopische Beobachtung). Quarz ist verhältnismässig grob- und ungleichkörnig und ragt nicht selten idiomorph-stengelig in die sehr feinkörnige schwarz-rötliche Erzmasse hinein. - Die zweite Art (1b) führt Quarz als einzige Gangart. Unter den Erzen können makroskopisch (in der Reihenfolge abnehmender Häufigkeit) erkannt werden: Fahlerz, Kupferkies, Malachit, Hämatit, Azurit, dazu evtl. Kupferglanz und Covellin. 2). Untere Sandalp: Widmer berichtet 1948 von Kupferkies im Spilit der unteren Sandalp. 3). Nordgrat des Gandstockes: Am Nordgrat des Gandstockes konnte in der schwarz-braun-violetten, massigen bis schlackigen Spilit-Keratophyr-Lava Kupfererz beobachtet werden. Amstutz (1950) gibt für seinen Fundort folgende Koordinaten und folgende Beschreibung: "Gandstock (2'727’650 / 1'203’600, 2160 m ü. M.)"; "Am Nordgrat des Gandstockes konnte in der schwarz-braun-violetten, massigen bis schlackigen Spilit-Keratophyr-Lava Kupfererz beobachtet werden. Es findet sich Malachit und vermutlich Kupferglanz mit Covellin (makroskopisch)." 4). Sonnenberg-Westseite: Die Kupfererzspuren von der Sonnenberg-Westseite treten meist in Verbindung mit spätestmagmatischen Quarz-Albitadern und Klüften im schlackigen Spilit-Keratophyr auf, sind aber gelegentlich selbständig gewandert und auf Gesteinsfugen anzutreffen, die in schlackige Hohlräume münden. Der Erzgehalt ist derselbe wie am Gandstock. 5). Matzlen, Ennetseewen, Ratzmatt: Im Gegensatz zu den vorgehend beschriebenen Vorkommen ist die Lagerstätte unterhalb der Alphütte Matzlen recht reich an Erzen. Bereits wenn man vom Fussweg, der durch das Tal Ennetseewen nach den Alphütten Ratzmatt führt, durch das dichte Erlengebüsch zu den Felsköpfen aus Spilit-Keratophyr hinaufsteigt, kann man im Gehängeschutt häufig auf das leuchtende Blau und Grün des Azurites und Malachites stossen. Dieser Gehängeschutt ist merkwürdig gleichkörnig, und die Grösse der Schuttzungen scheint in einem Missverhältnis zu stehen zu den darüber aufragenden Felsköpfen. Diese Beobachtungen lassen vermuten, dass hier einmal bergbauliche Arbeiten unternommen wurden. Die Durchwachsung der Halden mit altem Erlengebüsch lässt darauf schliessen, dass die Schürfung schon alt ist. Es konnte in der Literatur indessen bisher nirgends eine Erwähnung dieses Vorkommens gefunden werden, auch nicht in den Beschreibungen der Lagerstätten auf Tschermannen und der anderen Lagerstätten des Verrucano, am Walensee, bei Andest etc. Die Keratophyrlinse, an deren Südwestfuss die Kupfererze zu finden sind, bildet eine ungefähr über 200 m Länge und 50 m Höhe aufgeschlossene Masse. Sie baut den Steilabfall unter der Alphütte Matzlen auf und ist am besten zugänglich längs des kleinen Wildbaches, der sich nördlich der Felsköpfe tief eingefressen und einen sehr schönen, apophysenreichen Tonschiefern freigelegt hat. Leider ist die ganze Lavalinse nur fleckenweise aufgeschlossen. Immerhin lässt sich aus der gestörten Lagerung der Nebengesteine (die nur z. T. von sekundären Rutschungen und Sackungen herrührt) und anhand zahlreicher Kalk- und Schiefereinschlüsse noch vermuten, dass hier ein gangspaltenartiger Aufbruch vorliegt, der wohl mit dem Vorkommen über Auerenalp und den Sonnenberg-Keratophyren zusammenhing. Ein kleiner Spilitstock am Fuss der Keratophyrspilitlinse in derselben Runse, der einige Keratophyrschollen enthält und von Quarz-Epidotadern durchzogen wird, zeugt von einem späteren Spilitnachschub. Tritt man zu den Aufschlüssen an den Felsköpfen, so sieht man, wie das Gestein meist blasig-schlackige Textur aufweist. Die Kupfererze, meist von weitem erkennbar an den farbigen Verwitterungsprodukten, treten bald in kleinen Nestern und Spalten auf, bald im feinporösen und bald im schlackigen, bald auch im massigen Keratophyr. Die Erze befinden sich nur am Fuss der beiden südlicheren Felsköpfe. Makroskopisch (z.T. erst mit dem Binokular) sind zu erkennen: Das Haupterz (Kupferglanz, Covellin, Bornit); daneben Malachit, Azurit und Chrysokoll. Die Verteilung von Erz und Karbonat ist sehr verschieden. Oft treten drusenartige Hohlräume auf, die umkränzt sind von Karbonat, auf dem nicht selten Erz eines zweiten Nachschubes aufsetzt. 6). Bützistock: Vergleichsweise wurden auch einige Erzproben aus dem Triasdolomit am Bützistock untersucht (2'723’200 / 1'197’200, 2250 m ü. M.). Makroskopisch ist Kupferglanz, Kupferkies, Malachit und Azurit erkennbar. Die Verteilung des Erzes fand deutlich netzartig längs der Klüftung statt, aber auch teilweise metasomatisch, unter gleichzeitiger Bildung von Malachit, Azurit und, wo Kupferkies vorhanden war, Limonit und wohl zuerst auch etwas Pyrit. Der braune, schimmelartige Überzug auf einigen Kupferglanzpartien wird wohl im Wesentlichen aus Covellin bestehen. Bächtiger: 8). Gandstock (neues Kupfererzvorkommen): - Gandstock (2'727’600 / 1'203’500 / 2180 m ü. M.) Die neue Fundstelle besitzt folgende Koordinaten: 2'727’.600 / 1'203’500, 2180 m ü. M. Die Erzgerölle befinden sich in der Schutthalde am Fusse eines Felsvorsprunges aus "gewöhnlichem, oft schlackig bis mandelsteinartigem dunklen Spilit und Keratophyr". Das mit Kupfererzen imprägnierte Gestein dieser Vererzung ist weissgelb ausgebleicht und steht damit in einem Gegensatz zu den von Amstutz (1950) beschriebenen Erzen. |
Mineralien | - Azurit: 1b). Konnte an einer einzigen Probe beobachtet werden, wo es drusenartig in isometrischen Kristallen auf Quarz ansetzt. 5). Makroskopisch. 6). Makroskopisch. - Bornit: 5). Makroskopisch. - Chalkopyrit: 1a). Im Erzgang. 1b). Bildet kleine Körner oder hegt als Überzug auf Fahlerz. 2). Im Spilit der unteren Sandalp. 6). Makroskopisch. - Chalkosin: 1b). Makroskopisch. 3). Makroskopisch. 4). Makroskopisch. 5). Makroskopisch. 6). Makroskopisch. 7). - Chlorit: 1a). Als Gangart. Makroskopisch. - Chrysokoll: 5). Makroskopisch. - Covellin: 1b). Makroskopisch. 3). Makroskopisch. 4). Makroskopisch. 5). Makroskopisch. 6). Makroskopisch. - Fahlerz: 1b). - Hämatit: 1a). Im Erzgang. 1b). Tritt an einer einzigen Stelle sehr feinkörnig dispers am Rande des erzführenden Ganges auf. - Kupfererz: 3). 4). - Magnetit: 1a). Im Erzgang, kleine magnetische Körnchen. - Malachit: 1b). Tritt fein dispers zwischen den Quarzkörnern auf in diffuser oder gebänderter Verteilung oder als Belag auf. 3). Makroskopisch. 4). Makroskopisch. 5). Makroskopisch. 6). Makroskopisch. - Pyrit: 1a). Im Erzgang. 6). Makroskopisch. - Quarz: 1a). Als Gangart. Makroskopisch. Quarz ist verhältnismässig grob- und ungleichkörnig und ragt nicht selten idiomorph-stengelig in die sehr feinkörnige schwarz-rötliche Erzmasse hinein. 1b). Als Gangart. - Tetraedrit: 1b). Tritt relativ grobkörnig auf (bis zu 0,5 mm Durchmesser) und ist meist bunt angelaufen. |
LNr | 056. |
Fundort | GL / Elm, Hausstock |
Region | Elm |
Koordinaten, ca. | 2'723’949 / 1'192’856 |
Literatur | - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 344 - Rykart, Rudolf; Schweizer Strahler; 1972; Seite 382-384; Quarze vom Hausstock bei Elm GL |
Bemerkungen | In den Kalken des Hausstockes. Die Koordinate zeigt auf den Gipfel des Hausstock. |
Mineralien | - Fadenquarz: auch gekrümmt. - Quarz: mehrere cm, zum Teil als Dauphiné-Habitus entwickelt. Teils mit Übergang vom Normalhabitus zum Windgällen-Habitus. |
LNr | 057. |
Fundort | GL / Panixerpass, Rueun-Ruis bei lIanz, Andiast, Alp Ranasca, zum heiligen Kreuz (Grube), Gulatsch, Gullatsch, Schmuerbach, Candinas, Gruoba, Prau-Grass, Prau gras, Pigniu, Prada della gruoba, Grap Surtscheins, Gruschs (Erzabbau) |
Region | Panixer |
Koordinaten, ca. | 2'726’992 / 1'190’699 |
Literatur | - Dermont, Plasch; Bergknappe; 1992/2; Heft 60;Seite 2-7; Die Bergwerke der Gemeinde Rueun-Ruis bei lIanz - Dermont, Plasch; Bergknappe; 1992/3; Heft 61;Seite 2-6; Die Bergwerke der Gemeinde Rueun-Ruis bei lIanz, Fortsetzung. - Friedländer,C.;1930;Beiträge zur Geologie der Schweiz, geotechnische Serie, XVI. Lieferung, Heft 1; Seite 67 - Krähenbühl, Hans; Bergknappe; 1985/3; Heft 33; Seite 2-9; Der Bergbau im Bündner Oberland: Die Erzgruben von Obersaxen und Val Schmuer - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 347 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 166 |
Bemerkungen | Gruben (nach Christian Gadmer, 1588): - Zum heiligen Kreuz Auf der Alp Ranasca sind Kupfererze wie auf der Mürtschenalp anzutreffen. Am Grap Surtscheins, etwa 2300 m ü. M., oberhalb Andest, befindet sich ein kleines Fahlerzvorkommen. Der genauere Ort der ehemaligen Grube zum Hl. Kreuz auf der Alp Runasca, oberhalb Panix, ist in Vergessenheit geraten. Es handelt sich um ein Quarz-Karbonat-Fahlerzvorkommen. Die Urkunden aus der Frühgeschichte des Bergbaus der Gemeinde Rueun-Ruis bei lIanz sind spärlich. Schon im 13. Jh. haben die Betreiber von Eisenbergwerken auf der Alp Ranasca oberhalb Panix abbauwürdige Stellen gefunden. Das Eisenerz wurde in der Nähe der Bergwerke geschmolzen. Laut Angaben der Chronik von Lorenz Willi war der Schmelzofen sehr einfach. Ein Loch im Boden mit Bruchsteinwänden diente als Ofen. Das eisenhaltige Gestein wurde mit Kalk vermischt. Durch Erhitzen schmolz das Eisen und tropfte auf den Boden des Ofens. Diese Eisenschicht nannten die Bergleute "Luppe". Die Schachteingänge von Ranasca sind heute mit Steinblöcken verschlossen, damit Weidetiere nicht darin verunglücken. Dieses Unternehmen rentierte den Bergwerksbetreibern nicht. Auch für den Dorfbewohner von Ruis, Hans Trispunts, war dieses Unternehmen nicht gewinnbringend. Um seine Existenz zu sichern, musste er die Gadenstatt "Starpuns" seinem Onkel Marschuöl verkaufen. Dieser schenkte später Starpuns dem Herren Heinrich von Rhäzüns, der zu dieser Zeit über "Munt sogn Gieri" herrschte. Als Entgelt musste Heinrich von Rhäzüns nun Marschuöl auf Lebzeiten mit Kleidern und Essen versorgen. So berichtet die Chronik von Lorenz Willi, Ilanz und gibt damit Kunde vom frühen Bergbau in unserer Gegend. Das Interesse für den Bergbau im Bündner Oberland wurde erst wieder nach der Französischen Revolution wach. So gibt es denn aus dem 19. Jh. mehr Beweise für Versuche, in dieser Gegend Eisenerz abzubauen. Ein glühender Förderer war zweifelsohne Pater Placidus a Spescha. Er erhoffte sich dadurch für die Bevölkerung des Bündner Oberlandes wirtschaftliche Verbesserungen. Die Verträge, die zwischen Gebietsbesitzern und Bergwerksunternehmern abgeschlossen wurden, lassen diese Absicht auch erkennen. Diese Gesellschaft hat ausserhalb der Rheinbrücke 2 Stollen gebaut; einen oberhalb der Strasse und den anderen am anderen Flussufer. Weitere 3 in Gulatsch, einen oberhalb des Schmuerbaches und 2 ungefähr 20 Meter unterhalb der Gadenstatt Candinas. Die zwei Gruben unterhalb Prau-Grass haben am besten rentiert. Die Gesellschaft besass einen guten Ruf und erfüllte ihre Verpflichtungen. Im Jahre 1818 begannen Streitereien unter den Aktionären. Diese Schwierigkeiten konnte die Gesellschaft nicht überwinden und sie löste sich auf. Man schreibt den 25. Mai 1825. So ruhte nun der Erzabbau bis zum 26. November 1826. Folgende Minen waren damals in Betrieb: a) Die zwei Minen jenseits des Rheins, dort wurde ohne Erfolg gegraben. Diese Stollen befinden sich ausserhalb der Rheinbrücke, einer in der Nähe des Flusses und der andere oberhalb der Strasse. Es ist nicht möglich dort einzudringen. Der Stollenboden ist mit Wasser bedeckt, und niemand weiss, wie tief und wie lang diese Stollen sind. b) Zwei Minen in Candinas. Diese rentierten nicht, sodass dort kaum gearbeitet wurde. c) Eine Mine unterhalb von Prau-Grass. Aber auch dort war die Ausbeute gering. d) Die grösste aller Minen hat man in der Wiese von "Gruoba" unterhalb Prau-Grass gefunden. Dort förderte man Blei und Silbererz. In Gulatsch, unmittelbar unterhalb "Candinas-dadens", hatte die Gesellschaft ein Haus errichtet. Mauerreste sind noch heute sichtbar. Der Holzteil dieses Gebäudes wurde später in Waltensburg für den Bau eines Hauses verwendet. Dieses steht an der Strasse, welche nach Brigels führt. Die zweitwichtigste Mine ist jene von Gulatsch. Dort fand man einen oberirdischen Bleiklumpen in der Grösse von zwei Oefen. Diese Grube ist heute noch sichtbar. Sie ist ungefähr 40 Meter lang, 1,5 m breit und 1,8 m hoch. Beim Grubeneingang befindet sich ein nach Westen gerichteter Seitenstollen, der mit Steinen zugeschüttet ist. Die Grube selbst verläuft gegen Norden, ist mit Rundholz abgestützt und zugänglich. Schon vor dem Grubeneingang erkennt man rotbraunes Gestein. Es wird auch behauptet, dass hier "Seifenstein" abgebaut wurde. Dieses Material enthält ein Mineral namens "Serpentin". Reibt man diesen Stein, so hat man das Gefühl, Seife in den Händen zu halten. In unmittelbarer Nähe der Grube erkennt man Mauerreste einer Arbeiterunterkunft. Ein Fussweg führt heute noch daran vorbei und hinauf zum Bergwerk. Die ergiebigste Mine auf dem Gemeindegebiet war die "Gruoba". Der Fussweg, der zu diesem Stollen führt, ist teilweise eingestürzt. Das abgebaute Material füllte man in Säcke und trug dieses nach Valsinssut neben der Strasse. Dort luden die Bauern die Säcke auf Schlitten und unbeschlagene Kurzschlitten und schleppten diese zur Schmelze. Es wurde im Akkord gearbeitet. Für einen Zentner Erz bezahlte die Bergwerksgesellschaft den Bauern 85 Rappen. Mit dem Jahr 1831 endete die Existenz der Bergwerksgesellschaft.- Fluorit: Blaugrün, würfelig, bis 2 cm, am Kontakt Malm/Verrucano (Wyssling, 1950). |
Mineralien | - Kupfererz: - Quarz: - Seifenstein: dieses Material enthält ein Mineral namens "Serpentin". Reibt man diesen Stein, so hat man das Gefühl, Seife in den Händen zu halten. |
LNr | 058. |
Fundort | GL / Tödi |
Region | Tödi |
Koordinaten, ca. | 2'712’850 / 1'185’750 |
Literatur | - Kenngott, Adolf; Minerale der Schweiz nach ihren Eigenschaften und Fundorten; 1866 - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweizer Alpen; 1954; Seite 231 - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 342 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 333 |
Bemerkungen | In der Nähe des Gipfels. Die Nordseite des Tödi zeigt keine Mineralklüfte (gemäss J. Koenigsberger, 1925). |
Mineralien | - Calcit: in dichtem bräunlichem Kalkstein, Kristalle mit Prismen, Grundrhomboedern und Skalenoedern, Rotfärbung durch Eisenoxid. - Quarz: |
LNr | 059. |
Fundort | GL / Tödigebiet |
Region | Tödi |
Koordinaten, ca. | 2'712’648 / 1'185’508 |
Literatur | - Parker, R.L.; Die Mineralfunde der Schweiz; 1973; Seite 346 - Stalder, Hans Anton & Wagner, Albert & Graeser, Stefan & Stuker, Peter; Mineralienlexikon der Schweiz; 1998; Seite 333 |
Bemerkungen | Die Koordinaten zeigen auf den Tödi. In der Ausgabe 'Die Mineralfunde der Schweiz, 1973' wird Quarz aus dem Tödigebiet wie folgt erwähnt: 1) Tödigebiet gegen Clariden 2) Gebiet des Tödigipfels. |
Mineralien | - Quarz: 1) klein, mit limonitischem Überzug. 2) im Rauchquarztypus. |
